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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2026

Spannend

Wo der Wind die Namen trägt
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Die 85jährige Inge erhält eine Einladung zum Klassentreffen. Sofort kehren alte Erinnerungen zurück, die sie doch so gut verdrängt hatte. 1946 hat sie im Wald eine Leiche entdeckt. Es wurde niemand dafür ...

Die 85jährige Inge erhält eine Einladung zum Klassentreffen. Sofort kehren alte Erinnerungen zurück, die sie doch so gut verdrängt hatte. 1946 hat sie im Wald eine Leiche entdeckt. Es wurde niemand dafür zur Rechenschaft gezogen. Aus Angst wurde geschwiegen. Von ihrem alten Freund bekommt sie jetzt alte Tagebücher und Dokumente, die zur Aufklärung beitragen werden. Doch es geht nicht „nur“ um die Leiche. Alte Naziseilschaften und Verbrechen aus dieser Zeit und danach spielen eine große Rolle.

Ich hab schon ein paar Bücher von Anja Jonuleit gelesen und sie konnten mich immer wieder begeistern. Das hat sie auch hier wieder geschafft. Ein bewegender Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt und gekonnt die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Historische Ereignisse werden in einer fiktiven Geschichte gekonnt erzählt, die mich zutiefst erschüttert hat. Das diese Zeit schrecklich war, das ist alles klar. Trotzdem ist es für mich immer wieder erschreckend über einzelne Ereignisse zu lesen. Die Autorin lässt uns hier noch an den historischen Hintergründen teilhaben und auch daran wie ihr die Idee zu diesem Buch gekommen ist. Die Charaktere sind toll gezeichnet und absolut authentisch. Da gibt’s kein schwarz-weiß. Das trägt gut dazu bei die unruhige und ungeordnete Nachkriegszeit glaubwürdig darzustellen. Die Atmosphäre wirkte auch mich sehr beklemmend, allein die Natur der Lüneburger Heide gab ein paar schöne Eindrücke her. Ein ganz großartiger Roman.

Die Autorin erschafft hier ein eindrucksvolles und emotionales Werk, das sehr gut recherchiert ist. Eine dichte Atmosphäre und starke Figuren runden die Geschichte ab. Eine ganz große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Großartig

Pina fällt aus
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Pina lebt zusammen mit ihrem 20jährigen, autistischen Sohn Leo. Er war immer schon auf sie angewiesen. Ohne sie geht nichts. Sie ist müde, hat Schmerzen und bricht plötzlich mitten auf einer Straßenkreuzung ...

Pina lebt zusammen mit ihrem 20jährigen, autistischen Sohn Leo. Er war immer schon auf sie angewiesen. Ohne sie geht nichts. Sie ist müde, hat Schmerzen und bricht plötzlich mitten auf einer Straßenkreuzung zusammen. Leo ist gerade bei Nachbarin Inge und bald schon wundern sie sich wo die Mutsch bleibt. Es vergehen Stunden und sie kommt nicht. Dann kommen noch die 16jährige Zola und Wojtek, auch Nachbarn, mit ins Spiel. Sie wundern sich über den Krach aus Inges Wohnung. Keiner weiß was mit Leo ist und wie sie mit ihm umgehen sollen. Hoffentlich kommt Pina bald wieder. Doch was, wenn nicht und bis dahin?

Was für ein wunderbarer, warmherziger Roman über Gemeinschaft, Aufopferung und Liebe. Wie weit geht unsere Bereitschaft zu helfen? Meistens doch nur so weit, dass wir unsere eigene Komfortzone nicht verlassen müssen. Alles ist ja ganz wunderbar geregelt. Irgendwer kümmert sich schon. Und die Mutter? Ja, ist halt die Mutter. Das schafft sie schon. Nein, manchmal schafft sie es eben nicht mehr. Und wer interessiert sich eigentlich für Menschen, die nicht so sind, wie es die Gesellschaft gern hätte? Leider noch viel zu wenige. Mich hat so sehr berührt wie Pina niemandem die „Last“ von Leo aufbürden kann aber bei ihr geht es schon irgendwie. Leo ist ein toller Junge. Er lebt in seiner eigenen Welt, die ganz schnell durcheinander kommt, wenn etwas anders verläuft als er es kennt. Dafür kann er viele Dinge, die andere Menschen nicht können. Leider wird das nicht gesehen. Es ist so schön, wie die drei Nachbarn langsam aus ihrem eigenen Mikrokosmos auftauchen und zu einer Gemeinschaft werden. Wojtek arbeitet im Homeoffice, ist einsam. Inge geht gar nicht mehr aus ihrer Wohnung und Zola hat ihre Schule abgebrochen und weiß, außer zocken, nicht viel mit sich anzufangen. Drei unterschiedliche Menschen, doch eins haben sie gemeinsam. Sie wollen Leo unterstützen und ihm die Wünsche erfüllen, die sie irgendwie erfüllen können. Sie wachsen über sich hinaus und die Frage stellt sich: Wer hilft hier eigentlich wem? Ich glaube Inklusion geht anders als wir sie bisher versuchen zu leben. Da ist noch viel Luft nach oben. Und genau solche Romane werden dabei helfen und Menschen die Augen öffnen. Und das auch endlich mal die Mütter gesehen werden. Das macht man nicht einfach mal nebenbei. Bitte mehr davon.

Vera Zischke hat es wieder geschafft. Ich bin restlos begeistert, mir laufen immer noch die Tränen. Nicht belehrend, sondern einfach nur mit ganz viel Gefühl schreibt sie. Klar hab ich das Buch an nur einem Tag gelesen. So viel Liebe, Herz und Mut steckt in diesem Roman. Toll, wenn Bücher solche Gefühle auslösen können. Eine ganz große Empfehlung. Dieses Buch sollte jeder lesen, der lesen kann.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Witzig

Spiel mir das Lied vom Goblin
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Isabella Nagg lebt in einem kleinen, verschlafenen Dorf und ist unglücklich in der Ehe mit ihrem mürrischen Mann gefangen. Als sie ein Zauberbuch in die Hände bekommt, ändert sich so einiges. Eigentlich ...

Isabella Nagg lebt in einem kleinen, verschlafenen Dorf und ist unglücklich in der Ehe mit ihrem mürrischen Mann gefangen. Als sie ein Zauberbuch in die Hände bekommt, ändert sich so einiges. Eigentlich gehört dieses Buch einem Magier, der plötzlich verschwunden ist. Die Magie bringt ordentlich Leben ins Dorfleben. Isabella hat neuerdings ein katzenähnliches Haustier, das ihr bei der Magie behilflich ist. Der Esel und der Basilikumtopf können sprechen und der Topf kocht endlos Haferbrei.

Schräg und sehr charmant ist diese cozy Story. Es gibt einige merkwürdige Kreaturen, die ganz niedlich und herrlich eigenwillig sind. Vor allem der Esel war sehr skurril. Die Geschichte wird sehr humorvoll erzählt, manchmal schon ironisch und bissig. Den Leser erwartet eine wunderbar märchenhafte und dörfliche Atmosphäre. Sie ist ganz wunderbar gelungen. Leider verlor sich die Geschichte für mich dann irgendwann. Da gab es zu viele Handlungen, viele skurrile Einfälle aber keine klare Geschichte mehr. Spannung konnte sich dadurch auch nicht entwickeln. Das war sehr schade, da die Idee für mich sehr interessant war.

Wer charmante Absurdität und eigenwillige Figuren liebt, könnte Freunde an dem Roman haben.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Naja

Der Sommer, der uns blieb
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Britta, Pia und Martin waren in ihrer Jugend richtig gute Freunde. Ein Sommer sollte alles verändern. Zehn Jahre später treffen sie sich wieder. Martin lebt noch in der Kleinstadt wie damals, die beiden ...

Britta, Pia und Martin waren in ihrer Jugend richtig gute Freunde. Ein Sommer sollte alles verändern. Zehn Jahre später treffen sie sich wieder. Martin lebt noch in der Kleinstadt wie damals, die beiden Frauen kehren zurück. Was ist damals geschehen? Und können Britta, Pia und Martin an ihre Freundschaft von damals anknüpfen?

Das Buch ist optisch ein wahres Highlight. Das Cover ist so schön, es gibt einen passenden Farbschnitt und noch ein farbiges Bild innen. Das Setting ist auch richtig schön. Eine idyllische Kleinstadt, Sommer, wunderbar. Die Story war für mich auch sehr interessant aber leider hat mich der Schreibstil nicht überzeugen können. Er wirkte auf mich sehr distanziert, eher etwas seicht. Die Charaktere hätte ich mir auch gern tiefgründiger gewünscht. Die Themen im Buch hätten es durchaus hergegeben. Manche Themen wurden angerissen, viel zu schnell abgehandelt. Das machte es für mich nicht so leicht.

Wer allerdings eine leichte Sommerlektüre sucht, dürfte hier fündig werden. Auch wenn der Roman mich nicht so richtig abholen konnte, er wird vielen Lesern Freude bereiten.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Emotional

The Night We Met
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Eine Nacht, eine Entscheidung. Als Larissa eines Nachts auf die besten Freunde Chris und Mike trifft, darf sie sich entscheiden wer sie nach Hause fahren soll. Sie entscheidet sich für Sunnyboy Mike. Chris ...

Eine Nacht, eine Entscheidung. Als Larissa eines Nachts auf die besten Freunde Chris und Mike trifft, darf sie sich entscheiden wer sie nach Hause fahren soll. Sie entscheidet sich für Sunnyboy Mike. Chris ist eher zurückhaltend und hat kurz davor seine Mutter verloren. Leider ist Mike nicht der, für den sie ihn gehalten hat. Chris agiert im Hintergrund um Schadensbegrenzung zu betreiben. Dadurch verbringt Chris viel Zeit mit Larissa. Die Gefühle werden immer stärker und lassen sich kaum noch verbergen. Aber Mike liebt Larissa. Sein Herz würde brechen. Was nun?

Eine sehr emotionale Liebesgeschichte mit ganz viel Herzschmerz und auch ernsten Themen. Die Charaktere sind sehr intensiv gezeichnet. Dadurch wirken sie auf mich sehr nahbar und authentisch. Larissa lebt in ärmlichen Verhältnissen, hat Schulden. Chris dagegen führt ein recht geordnetes Leben. Beide verbindet die Liebe zu Büchern. Mike dagegen hat psychische Probleme und dadurch auch mit dem Alkohol. Auch das ist toll eingefangen. Die Dynamik zwischen Chris und Larissa ist ganz zart und baut sich sehr langsam auf. Durch kleine Momente nähern sie sich an, finden Vertrauen zum anderen. Das hat mir richtig gut gefallen. Einen kleinen Kritikpunkt hab ich allerdings. Manchmal war die Story etwas klischeehaft aber hat jetzt nicht so groß gestört.

Insgesamt eine warmherzige, emotionale Liebesgeschichte, mit viel Herz und Humor. Empfehle ich euch gern weiter.

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