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Veröffentlicht am 22.03.2017

Die Geschichte ist zwar sehr spannend erzählt und wirklich flüssig zu lesen, kam mir aber streckenweise etwas wirr und unrealistisch vor.

The Couple Next Door
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Anne und Marco Conti sind bei den Nachbarn Cynthia und Graham zum Abendessen eingeladen. Da das Kindermädchen abgesagt hat, lassen sie die sechs Monate alte Cora alleine zurück, bewachen sie per Babyfon ...

Anne und Marco Conti sind bei den Nachbarn Cynthia und Graham zum Abendessen eingeladen. Da das Kindermädchen abgesagt hat, lassen sie die sechs Monate alte Cora alleine zurück, bewachen sie per Babyfon und schauen jede Stunde nach ihr. Der Alkohol fließt in Strömen und Cynthia schmeißt sich hemmungslos an Marco ran. Als sie dann endlich nach Hause aufbrechen, finden sie die Haustüre unverschlossen und Cora ist verschwunden. Anne ruft sofort die Polizei und hat dann einen Zusammenbruch. Als das ganze Haus von Einsatzkräften wimmelt, fragt sie sich, wie die ganze Szene auf die Polizei wirken muss.

Im nächsten Kapitel wechselt die Sicht zum zuständigen Detective Rasbach. Er hat die Details von den Eltern aufgenommen, aber irgendwas fühlt sich für ihn intuitiv falsch an. Rasbach ist immer analytisch, nie emotional. Die Eltern stehen zwar offensichtlich unter starkem Schock, aber er verdächtigt auch sie, denn er hat gelernt, dass die Menschen zu allem fähig sind.

Es entsteht der Verdacht, dass es sich um eine geplante Erpressung handeln könnte, da Annes Eltern reich sind. Das weitere Geschehen, als die Großeltern am Tatort eintreffen, erleben wir dann aus Marcos Sicht. Durch die wechselnden Perspektiven erhält man einen umfassenden Blick auf alle Beteiligten und ihre Vorgeschichten. Rasbach wendet sich bei seinen Ermittlungen auch den Nachbarn zu. Es kommt dann zu einer krassen Enthüllung über Cynthia und Graham.

Der Detective lässt nicht von den Eltern ab, auch wenn es kaum Spuren oder Beweise gibt, hat er vornehmlich sie im Verdacht. Auch das über die Medien angebotene Lösegeld hat zu keiner Reaktion geführt, jetzt will er in Annes früherer Schule mehr über sie erfahren. Dann trifft zusammen mit Corsas Strampler doch noch eine Lösegeldforderung bei den Eltern ein, sie wollen wir gefordert die Polizei nicht einschalten.

Irgendwie verlässt mich in der Mitte der Geschichte etwas die Lust am Buch, da nun alles so offensichtlich erscheint. Später kommt es aber zu neuen unglaublichen Verwicklungen bzw. Verknüpfungen, plötzlich kommt einem ein ganz neuer Verdacht und es wird dadurch wieder spannend.

Keine der Figuren aus dem Buch „The Couple Next Door“ von Shari Lapena kommt einem näher oder ist sympathisch. Man kann sich mit keinem der Charaktere wirklich identifizieren. Besonders Marcos Reaktionen sind rückwirkend betrachtet kaum glaubhaft.

Die Geschichte ist zwar sehr spannend erzählt und wirklich flüssig zu lesen, kam mir aber streckenweise etwas wirr und unrealistisch vor. Mir war das Ende zu konstruiert und unglaubwürdig.

3,5 von 5 Punkten

  • Figuren
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 16.01.2017

Sehr atmosphärischer Roman um eine spannende Schnitzeljagd im historischen London

Das Haus in der Nebelgasse
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Das Buch beginnt mit einem Prolog, der in London im Jahr 1665 spielt, zur Zeit der großen Pestplage. Die siebzehnjährige Katie versteckt mit letzter Kraft im Keller des Elternhauses hinter einem losen ...

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der in London im Jahr 1665 spielt, zur Zeit der großen Pestplage. Die siebzehnjährige Katie versteckt mit letzter Kraft im Keller des Elternhauses hinter einem losen Stein einen geheimnisvollen Kasten.

Dann springt die Geschichte zeitlich mit dem ersten Kapitel in das Jahr 1900. Wir lernen die junge unverheiratete Matilda Gray und ihre verwitwete Vermieterin Mrs. Westlake kennen. Matilda Gray ist seit einem Jahr in London Lehrerin an der Mädchenschule Riverview. Es ist gerade der Anfang des Schuljahres und gleich am ersten Tag erscheint ihre siebzehnjährige Lieblingsschülerin Laura Ancroft nicht zum Unterricht. Sie wurde anscheinend von ihrem gutaussehenden Vormund Mr. Charles Easterbrook abgeholt. Er ist ein angesehener Rechtsanwalt.

Im zweiten Kapitel geht es mit einem Rücksprung um 3 Monate weiter, Mathilda erinnert sich. Laura hat sie zu einem unzulässigen Buch angesprochen, das wohl ihre Leidenschaften geweckt hat und sich mit der Liebe zwischen Frauen beschäftigt. Laura scheint sich in Mathilda verliebt zu haben, aber Mathilda muss sie abweisen. In den folgenden Ferien hat sich Mathilda manche Gedanken und Sorgen um die Schülerin gemacht. War Laura wegen dieser Zurückweisung nicht zur Schule zurück gekehrt? Sie erfährt, dass sie mit ihrem Vormund aus gesundheitlichen Gründen eine Reise nach Griechenland und Italien machen wird. Als Laura ihr eine Postkarte mit einem versteckten Rätsel schickt, lässt es Mathilda keine Ruhe mehr. Mit den Hinweisen auf der Karte findet sie in Lauras Zimmer einen verborgenen hölzernen Kasten. So beginnt eine wahre Schnitzeljagd, nach den wahren Hintergründen zu Lauras Verschwinden. Jeder Lösungsschritt birgt nur wieder neue Rätsel. Mathilda versucht sie neugierig und abenteuerlustig zu lösen.

Nach einem Drittel des Buches betritt dann der Historiker Professor Flemming die Bühne. Er unterstützt sie höflich und witzig mit Rat und Tat bei der Aufklärungsarbeit. Im Laufe der Geschichte werden sie miteinander vertrauter und genießen die gegenseitige Anwesenheit.

Lauras Vormund gerät in Verdacht, sie mochte ihn wohl nicht und hat ihm nicht vertraut.

Während sie sich immer weiter der Lösung entgegen rätseln, kann sich die zart aufkeimende Romanze zwischen Mathilda und dem Professor doch nicht so ungetrübt entwickeln wie man vielleicht zunächst denkt.

Gegen Ende des Buches, nach Aufklärung der Rätsel, sind aber noch einige mutige, beherzte Schritte notwendig um Laura wirklich zu helfen. Zum Ende kommt es zu einer klassischen Konfrontation der Beteiligten bei der alle Karten auf den Tisch gelegt werden.

Als letztes bildet das wiedergefundene historische Schriftstück von Katie mit dem Beginn der Geschichte einen gelungenen Rahmen um die Handlung.

Das Buch ist flüssig zu lesen, man folgt Mathilda gespannt von Rätseln zu Rätsel. Sie wird von einem unermüdlichen Forscherdrang getrieben. Die Beschreibungen von Straßen, Gebäuden, Menschen und Ereignissen sind historisch detailliert und lebendig. Man erfährt viel über das historische London und kann sich gut in das damalige Leben hinein versetzen. Die Autorin Susanne Goga macht wie Professor Flemming in seinen Vorlesungen die Geschichte erlebbar.

Es handelt sich um einen sehr atmosphärischen Roman. Bei den Ermittlungen herrscht eine schaurige, geheimnisvolle Stimmung vor, wobei die Umgebung der Vermieterin heiter und gemütlich wirkt. Das Buch passt sehr gut in die jetzige Winterzeit.

Geschichten, in denen Autoren vorkommen, mag ich sehr gerne. Die Vermieterin Mrs. Westlake ist eine gelungene Figur, ihre Einfälle für ihre eigenen Heftromane um Adela Mornington ergänzen die Hauptgeschichte auf heitere Art. Quasi ein Buch im Buch.

Das Cover und der Titel passen hervorragend zur Geschichte.

Interessant sind auch die anschließenden Anmerkungen der Autorin zur Entstehungsgeschichte des Romans und den verwendeten Orten in London. Den Zugang zum geheimen Fluß werden wir sicher bei einer der nächsten Reisen nach London aufsuchen.

Veröffentlicht am 16.01.2017

Eine Geschichte mit einer sehr außergewöhnlichen Grundidee.

Alleine bist du nie
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Zu Beginn der Geschichte erleben wir Zoe Walker auf der Heimfahrt in der Bahn. Am Ende ihrer Zeitungslektüre entdeckt sie plötzlich zufällig ihr eigenes Bild bei einer rätselhaften Kontaktanzeige.

Dann ...

Zu Beginn der Geschichte erleben wir Zoe Walker auf der Heimfahrt in der Bahn. Am Ende ihrer Zeitungslektüre entdeckt sie plötzlich zufällig ihr eigenes Bild bei einer rätselhaften Kontaktanzeige.

Dann springt die Geschichte zu Kelly Swift. Es wird erzählt, wie sie in der Central Line unterwegs ist, aufmerksam die Menschen beobachtet und dann am Ende ihres Arbeitstages nach kurzer Verfolgungsjagd einen Flüchtigen verhaftet.

Im nächsten Kapitel folgen dann in abgesetzter Schrift die Beobachtungen von Mitfahrern in der Bahn, wiederum aus einer anderen Perspektive. Heimlich macht der Akteur eine Aufnahme einer Mitfahrerin. Aufgrund seiner schon länger andauernden akribischen Beobachtungen kennt er sie erschreckend genau.

Die drei wechselnden Erzählstränge werden fortgesetzt. Mit der Situation in den Öffentlichen kann ich mich ganz gut identifizieren, da ich sie auch jahrelang benutzt habe. Das Zusammenleben von Zoes Patchworkfamilie mit ihrem Partner Simon und den erwachsenen Kindern Katie und Justin wird sehr aktuell und authentisch beschrieben. Zoe ist mir mit ihrem chaotischen, stressigen Leben spontan sympathisch.

Dann klärt sich auf, dass sich Zoe und Kelly aus ihrer Arbeit bei einer Spezialeinheit kennen. Es geht um eine weitere Frau, deren Foto unfreiwillig unter den Kontaktanzeigen in der Zeitung gelandet ist.

Dann nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und die Zusammenhänge werden klarer. Die Kapitel in anderer Schrift aus Sicht eines Täters sind unheimlich und gruselig, man ahnt böses. Die Ermittlungen sind spannend zu verfolgen. Immer wieder verlaufen Spuren im Sand. Man fiebert mit und grübelt, ob der Täter einer der bekannten Protagonisten sein könnte.

Mit Zoe und Kelly kann ich mich sehr gut identifizieren. Dieses Patchworkfamilienleben und die Teile um Kellys Zwillingsschwester sind sehr realitätsnah dargestellt. So kann man sich Polizeiarbeit sehr gut vorstellen.

Immer wieder wird das interessante Thema aufgegriffen, wie unterschiedlich Opfer mit dem jeweiligen Tatgeschehen hinterher umgehen und was das für Ermittlungen bzw. eine Anklage bedeutet.

Zoe verdächtigt auch immer wieder Menschen aus ihrem Umfeld, aber da ist sie zunächst nur halbherzig in der Recherche. Doch dann gehen sie und Katie es konsequent an und die Geschichte nimmt eine plötzliche Wendung. Die Geschichte reißt einen mit und man muss zügig weiterlesen. Ein irrsinniges Spiel mit drastischem Ende nimmt seinen Lauf. Nach dem dramatischen Show Down müssen die Ermittlungen noch abgeschlossen werden. Es folgt ein logisch gut durchdachtes Ende. Der Epilog öffnet einem jedoch noch mal die Augen und man bleibt mit einem gruseligen Gefühl zurück.

Die Ermittler Nick und Lucinda können als Nebenfiguren besonders überzeugen.

Eine Geschichte mit einer sehr außergewöhnlichen Grundidee.

Das Buch passt mit seinem winterlichen Setting sehr gut in die jetzige Jahreszeit.

  • Cover
  • Charaktere
  • Recherche
  • Spannung
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 10.01.2017

Für ein Debüt ist es eine außerordentliche Leistung

Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet
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Das Buch beginnt in der Gegenwart mit eine Dinner-Party, die Jack und Grace für zwei befreundete Paare geben. Grace versucht alles perfekt zu machen und mustert Jack ständig auf seine Reaktionen. Die Freunde ...

Das Buch beginnt in der Gegenwart mit eine Dinner-Party, die Jack und Grace für zwei befreundete Paare geben. Grace versucht alles perfekt zu machen und mustert Jack ständig auf seine Reaktionen. Die Freunde sollen den Eindruck eines vollkommenen Paares haben. Grace bedenkt immer wieder, wie sie wohl auf die beiden Paare wirken.

Im nächsten Kapitel mit dem Titel Vergangenheit, das 18 Monate zurück springt, erfahren wir dann mehr über das vergangene Leben von Grace. Über ihre Kindheit und Jugend, über ihre siebzehnjährige Schwester Millie, die das Down Syndrom hat. Grace hat Millie versprochen sich nach deren Internataufenthalt um sie zu kümmern. Es ist geplant, dass Millie mit Grace leben wird, die Eltern sind nach Neuseeland ausgewandert. Grace berichtet über ihre damalige Jobsuche und ihre spannende Arbeit im Gemüsehandel von Harrods. Dann lernt Grace jedoch völlig überraschend den rennomierten Staranwalt Jack Angel kennen und lieben, dabei war ein Mann in ihrem zukünftigen Leben mit Millie nicht unbedingt mehr eingeplant.

Man fragt sich schon bald, worin wohl das zu vermutende Verbrechen bestehen wird und es schleicht sich schnell ein beklemmends, unfreies Gefühl ein.

Jack ist gutaussehende und tritt charmant und liebevoll auf. Schnell kommt es zu einem Antrag und zur folgenden Hochzeit. Eine Hochzeitsreise, ein Traumhaus und der spätere Zuzug von Millie sollen das Glück perfekt machen.

Das Buch hat zwei abwechselnde Erzählstränge, die immer mit Vergangenheit und Gegenwart überschrieben sind, beide geschildert aus der Ich-Perspektive von Grace.

B.A. Paris nimmt sich Zeit die Vorgschichte und die aktuelle Situation von Grace, Jack und Millie zu erzählen, aber spätestens nach dem ersten Drittel wird klar, in welcher schlimmen Situation Grace gefangen ist.

Man lernt verstehen, warum nicht alle Opfer zu flüchten vermögen. Es entwickelt sich ein bösartiges Psycho Duell. Es scheint sich um ein perfekt geplantes Verbrechen zu handeln. Wie kann Grace dem bloß entkommen?! Die Angst und das Grauen werden fühlbar. Man kann das Buch gar nicht aus der Hand legen, so fiebert man mit. Grace wächst einem richtig ans Herz und man kann mit ihr mitfühlen.

Das Böse nimmt im Buch viel Raum ein, man sollte nicht zu zart besaitet sein. Es ist wirklich grausam, perfide und brutal. Man hat ein mulmiges, furchtsames Gefühl und hofft ganz fest auf einen guten Ausgang.

Zum Ende treffen dann die beiden Erzählstänge zusammen. Sie haben sich durch das ganze Buch nicht nur zeitlich aufeinander zu gesteigert. Es gibt eine vollständige Aufklärung und einen zufriendenstellenden Abschluss.

Millie, Janice und die Freundinnen von Grace sind sehr sympathische Nebenfiguren.
Im Nachhinein betrachtet passen der Buchtitel und das schöne dreidimensionale Cover sehr gut zum Inhalt.

Für ein Debüt ist es eine außerordentliche Leistung der britischen Autorin B.A. Paris.

Veröffentlicht am 29.12.2016

Im letzten Viertel wurde leider das gute Potenzial des Buches verschenkt

Ein Mann für alle Nächte
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Das Buch beginnt mit einem Tagebucheintrag von der jungen Vivien Leigh Rochet. Wir erfahren von ihrem Leben als Kind und Jugendliche auf dem Anwesen der Whitley-Shulers, wo sie mit ihren Mutter fürs Putzen ...

Das Buch beginnt mit einem Tagebucheintrag von der jungen Vivien Leigh Rochet. Wir erfahren von ihrem Leben als Kind und Jugendliche auf dem Anwesen der Whitley-Shulers, wo sie mit ihren Mutter fürs Putzen zuständig war. Irgendwie ist sie mit den Söhnen des Hauses Henry und Spence aufgewachsen, aber dann aufgrund der drastisch unterschiedlichen Lebensumstände auch wieder nicht. Wie für junge Menschen in dem Alter durchaus nicht ungewöhnlich, konnten sie sich oft nicht ausstehen, haben sich Streiche gespielt oder sich gegenseitig ausgeschnüffelt. Vivien traut Henry keine drei Schritte weit.

Dann springt das Buch in die Gegenwart. Vivien wurde von der Todesmitteilung ihrer Mutter überrascht und ist überhastet direkt in ihre alte Heimatstadt Charleston aufgebrochen. Als sie dann im Haus ihrer Mutter quasi einen Zusammenbruch erlebt, sammelt ausgerechnet Henry sie auf und bringt sie in ihr altes Zuhause auf dem Anwesen. Auch Ms. Eleanor Whitley-Shuler kommt dann schnell auf den Plan. Eine Beerdigung muss organisiert werden und Vivien will auf keinen Fall das Interesse der Medien auf sich ziehen. Denn inzwischen ist sie ein großer Hollywoodstar.

Beide Protagonisten tragen weit mehr mit sich herum, als ihre äußeren Masken erkennen lassen. Beide haben schlechte Zeiten und prägende Erfahrungen hinter sich. Aber werden sie über diese äußeren Mauern hinweg kommen können? Werden sie zueinander vordringen? Mal scheint die Beziehung zu reifen, dann sind sie wieder wie die Kinder miteinander. Gegen Ende kommt ein erstaunliches Familiengeheimnis ans Licht, das die Situation nur noch komplizierter macht.

So schrecklich wie Vivien die Familie Whitley-Shuler immer darstellt, ist sie gar nicht, stellt sich nach und nach heraus. Sie können einem als Nebencharaktere durchaus ans Herz wachsen. Vivien ist auch nicht gerade einfach, ohne Assistentin kann sie sich scheinbar nicht mal einen Kaffee kaufen und ihre Angst vor den Medien hat schon eine Spur von Verfolgungswahn.

Die immer wieder eingestreuten Tagebucheinträge geben weitere Einblicke in Viviens nicht so einfache Jugend mit ihrer kranken Mutter. Der witzige Titel und das bunte Cover sind etwas irreführend, es werden schon sehr ernsthafte menschliche Probleme, Erfahrungen und Beziehungsthemen behandelt.

Die Liebesszenen sind etwas lieblos, gewohnheitsmäßig abgehandelt und gegen Ende des Buches kommt dann auch noch eine etwas abgenutzte Wendung des Plots zum Einsatz, die auch das Happy-End leider nicht unbedingt sehr glaubhaft macht.

Im letzten Viertel wurde von Rachel Gibson leider das Potenzial des Buches verschenkt.

4 von 5 Punkten