Profilbild von blackbeard

blackbeard

Lesejury Profi
offline

blackbeard ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit blackbeard über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Leider völlig an meinen Erwartungen vorbei

Don't let me fall # 01
0

Ich lese unheimlich gerne Sports Romance, weshalb ich sehr gespannt auf „Don't let me fall“ war, den Auftakt der “steamy Sports-Romance-Reihe mit Suchtpotenzial” [Zitat Klappentext] um ein College-Eishockey-Team. ...

Ich lese unheimlich gerne Sports Romance, weshalb ich sehr gespannt auf „Don't let me fall“ war, den Auftakt der “steamy Sports-Romance-Reihe mit Suchtpotenzial” [Zitat Klappentext] um ein College-Eishockey-Team. Die Geschichte dreht sich um Ashley, die eigentlich mit Logan zusammen ist, aber seinen Mitbewohner Colt nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Als sie ihm dann auch noch Nachhilfe geben soll, ist das Chaos vorprogrammiert. Nachdem ich den Umschlag und Klappentext gelesen hatte, erwartete ich mir - abgesehen von der Sports-Romance - eine süße Lovestory und mit Colt einen Hauptcharakter, der „einfach mal nett“ ist. Leider wurden meine Erwartungen in fast allen Punkten enttäuscht.

Mit Sport hat die ganze Story am Ende nämlich überhaupt nicht viel zu tun. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass man hier marketingtechnisch einfach auf den aktuellen College-Eishockey-Hype aufspringen wollte. Das erzeugt unnötig falsche Vorstellungen; es hätte völlig gereicht, das Buch als reine College-Romance zu verkaufen. Auch das Thema „Forbidden Love“ wirkte auf mich total gezwungen. Wie eng die Freundschaft zwischen den Mitbewohnern Colt und Logan wirklich ist, wurde mir bis zum Schluss nicht klar, weshalb das angebliche Tabu kaum nachvollziehbar ist. Statt emotionaler Tiefe dreht sich die Handlung für meinen Geschmack auch viel zu sehr um Sex.

Generell fehlt es der Geschichte an Glaubwürdigkeit. Die Charaktere bleiben durchgehend oberflächlich, zeigen kaum Weiterentwicklung und verhalten sich absolut unreif. Richtig gestört hat mich zudem die teils problematische Darstellung von Beziehungen: Die männlichen Figuren verhalten sich reihenweise respektlos oder übergriffig – da hilft es auch nicht, wenn es angeblich „gut gemeint“ war. Die Frauen wiederum müssen ständig von den großen, starken Hockey-Jungs beschützt werden, selbst wenn sie vorher als unabhängig beschrieben wurden. Dass viele Handlungen durch plötzliche Zeitsprünge unmotiviert oder völlig überstürzt passierten, macht es nicht besser.

Zusätzlich konnte ich mich nicht so richtig an den Schreibstil gewöhnen. Es wirkt stellenweise holprig übersetzt – Begriffe wie „Puck-Häschen“ klingen in meinen Ohren auf Deutsch einfach etwas seltsam – was den Lesefluss für mich zusätzlich gestört hat.

Trotzdem muss man sagen, dass sich das Buch durch die kurzen Kapitel und die unkomplizierte Sprache sehr leicht und schnell weglesen lässt. Viele Ideen hatten eigentlich gute Ansätze, wurden hier aber einfach holprig umgesetzt. Wer andere Erwartungen mitbringt und mehr Spaß an College-Partys und etwas unreiferen Charakteren hat, kommt hier vielleicht eher auf seine Kosten. Ich hoffe für die Reihe, dass sich das in den weiteren Teilen bessert…ich werde sie vermutlich nicht lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Sports-Romance mit ernstem Thema

Chasing Hearts
0

Ich lese wirklich gerne Sports Romance Stories, unter einer Voraussetzung: Der Sport-Teil darf nicht zu kurz kommen und muss sich realistisch anfühlen. Bei „Chasing Hearts“ hat das für mich super funktioniert. ...

Ich lese wirklich gerne Sports Romance Stories, unter einer Voraussetzung: Der Sport-Teil darf nicht zu kurz kommen und muss sich realistisch anfühlen. Bei „Chasing Hearts“ hat das für mich super funktioniert. Ich bin zwar kein Formel-1-Profi, aber die Atmosphäre und die Hintergründe rund um die Rennstrecke klangen für mich absolut glaubwürdig.
Gut gefallen hat mir, dass es nicht nur eine Lovestory ist, sondern ebenso das etwas ernstere Thema männlicher Dominanz im Spitzensport betrachtet. Grace Newman hat das Thema „Frauen im Männersport“ gut rübergebracht, ohne dass es sich gezwungen anfühlt. Es ist einfach Teil der Geschichte und der Lovestory, ohne alles andere zu erschlagen.

Grundsätzlich mag ich die „Enemies-to-Lovers“-Trope sehr, vor allem wegen der eigentlich schon vorprogrammierten Schlagabtausche. Die Chemie zwischen Georgia und Luca hat für mich gestimmt. Luca wird zwar erst als der typische Posterboy und Sohn eines berühmten Vaters eingeführt, ist aber – wie man es sich für eine gute Story wünscht – natürlich nicht so oberflächlich, wie es scheint. Was ich dabei wirklich mochte: Luca ist eigentlich ein „Netter“. Ich kann es nicht leiden, wenn die Frau in solchen Geschichten nur dazu da ist, ihr männliches Pendant anzuschmachten. Das hätte hier auch wirklich gar nicht zu Georgias starker Persönlichkeit gepasst. Beide Figuren begegnen sich auf Augenhöhe und Luca kann akzeptieren, dass Georgia manche Dinge einfach besser macht.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist Georgias extreme Reaktion auf ein geplatztes Date von früher. Luca ist damals nicht aufgetaucht, und dass sie ihn deshalb jahrelang regelrecht hasst, fand ich etwas drüber. Aber okay, sie war da Anfang 20 und steckte voller Träume – und irgendwie muss der „Hass“-Teil der Geschichte ja begründet werden, damit die Trope am Ende funktioniert.

Fazit:
Insgesamt ein echt schönes Buch für zwischendurch. Wer Lust auf eine Lovestory mit echtem Rennsport-Feeling und Charakteren hat, die sich nicht nur gegenseitig anschmachten, sondern sich wirklich was zu sagen haben, macht hier nichts falsch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2026

Die Akte Nordsee wird wieder geöffnet

Akte Nordsee - Die letzte Predigt
2

Dies ist Teil 4 der ‘Akte Nordsee’ - Reihe von Eva Almstädt. Ich meine, man kann das Buch auch eigenständig lesen, hat aber vermutlich deutlich mehr Spaß, wenn man die anderen 3 Teile bereits kennt.
Das ...

Dies ist Teil 4 der ‘Akte Nordsee’ - Reihe von Eva Almstädt. Ich meine, man kann das Buch auch eigenständig lesen, hat aber vermutlich deutlich mehr Spaß, wenn man die anderen 3 Teile bereits kennt.
Das trifft bei mir auf jeden Fall zu - ich kenne alle!. Und auch nachdem ich schon so viele Bücher von Eva Almstädt gelesen habe, muss ich einfach wieder feststellen, dass ich ihren Schreibstil unheimlich gerne mag. Selbst wenn ich an der Geschichte mal etwas auszusetzen habe, liest es sich doch immer wieder sehr flüssig und angenehm. Auch dieses Buch war da keine Ausnahme: Kaum hatte ich angefangen, war ich auch schon beinahe wieder durch.

Wer allerdings einen rasanten Thriller erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Die Autorin bedient wie so oft ein Genre, das irgendwo zwischen Krimi und Urlaubsroman liegt. Zu Beginn geht es erst einmal recht ausführlich um Zwischenmenschliches und die üblichen privaten Problemchen rund um Fentje, Niklas und seine Katze Blofeld. Wer die ersten drei Bände kennt, weiß vermutlich, wovon ich spreche... So dauert es fast ein Drittel des Buches, bis der Fall so richtig Fahrt aufnimmt, aber was manch einen stören mag, gehört für mich bei dieser Reihe einfach dazu. Ich erwarte es mittlerweile gar nicht mehr anders und mag das gewohnte Dorf- und Familiengeplänkel.

Ein Punkt, der mir in letzter Zeit leider häufiger bei Almstädts Küstenkrimis auffällt, ist jedoch der Klappentext. Den kann man leider nur als irreführend bis schlichtweg falsch bezeichnen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was der Verlag damit bezwecken will. Im besten Fall ignoriert man es beim Lesen, im schlimmsten Fall führt es einfach zu falschen Erwartungen und Frust beim Publikum.

Am Ende bekommt man hier einen spannenden Kriminalfall geboten, der zwar etwas Anlauf braucht, aber durch das gemütliche Drumherum getragen wird. Teil 4 fügt sich für mich nahtlos in die Reihe ein und ich freue mich schon auf Teil 5.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 24.05.2026

Sehr spaßig und mit muter Gessage

Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen
0

Als großer Fan der Känguru-Chroniken war ich sehr neugierig, wie Marc-Uwe Kling seinen typischen Humor in einem Kinderbuch umsetzt, bisher habe ich noch keines seiner Kinderbücher gelesen. Die Idee mit ...

Als großer Fan der Känguru-Chroniken war ich sehr neugierig, wie Marc-Uwe Kling seinen typischen Humor in einem Kinderbuch umsetzt, bisher habe ich noch keines seiner Kinderbücher gelesen. Die Idee mit dem Fehlerteufelchen, das sich einfach seine ganz eigene Rechtschreibung überlegt, fand ich sehr charmant und dass Tina dem Klugscheißerchen bereits in der Leseprobe Kontra gibt, hat mich dann endgültig davon überzeugt, dass ich dieses Buch (vor)lesen möchte.

Das Vorlesen hat dann auch wirklich großen Spaß gemacht. Die Geschichte ist zwar für Kinder geschrieben, aber auch als Erwachsene musste ich immer wieder schmunzeln.

Insbesondere die Figuren sind wirklich liebevoll ausgearbeitet. Man könnte ja meinen, dass ein Klugscheißerchen ein ziemlich nerviges Tier ist, weil es ständig alles und jeden verbessert. Stattdessen schließt man es überraschend schnell ins Herz. Es hat irgendwie sehr menschliche Züge, was es total liebenswert macht..

Und am Ende überzeugt mich die Message, die wir uns in unserer Gesellschaft meiner Meinung nach häufiger zu Herzen nehmen sollten: Es geht um die Vorzüge von Andersartigkeit und darum, dass man Menschen (und Fabelwesen) vielleicht einfach so lassen sollte, wie sie sind – mit all ihren kleinen Fehlern, Macken und Eigenheiten.

Das Vorlesen hat, wie gesagt, sehr viel Spaß gemacht. Beim Selberlesen bin ich mir nicht ganz sicher, wie schwierig das Buch am Ende ist. Das hängt wahrscheinlich sehr stark vom jeweiligen Kind ab. Da sich das Buch natürlich um Rechtschreibung (und Rechtschreibfehlern) dreht, ist es vermutlich eher etwas für kleine Leserinnen und Leser, die sich in der Schule bereits mit korrekter Schreibweise befassen wollen oder müssen, um die Wortwitze auch richtig zu verstehen.

Fazit:
Ein absolut gelungenes Buch zum Vorlesen für die ganze Familie. Es bringt nicht nur den typischen Kling-Humor mit, sondern transportiert auch eine wichtige und warmherzige Botschaft über Toleranz und Akzeptanz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Rache auf den Schären

Bachelorette Party
0

Camilla Stens Thriller "Bachelorette Party" entführt die Leser auf eine einsame schwedische Schäreninsel, wo ein vermeintlich idyllischer Junggesellinnenabschied schnell zum Albtraum wird. Die Ausgangslage ...

Camilla Stens Thriller "Bachelorette Party" entführt die Leser auf eine einsame schwedische Schäreninsel, wo ein vermeintlich idyllischer Junggesellinnenabschied schnell zum Albtraum wird. Die Ausgangslage mit Yoga am Strand und Quality Time schlägt schlagartig um, sobald die Gruppe feststellt, dass sie auf der Insel gefangen ist – ein Ort, der zudem mit einem düsteren Cold Case belastet ist, der die True-Crime-Podcasterin Tessa nicht loslässt.

Die Geschichte beginnt zunächst ruhig und plätschert fast schon gemächlich los, entwickelt sich dann aber zu einem echten Pageturner, den man gegen Ende kaum noch aus der Hand legen kann. Die Story ist dabei meiner Meinung nach hervorragend konstruiert und verzichtet erfreulicherweise auf die oft typischen Logiklücken. Es gibt keine losen Handlungsfäden, die unbefriedigend im Raum stehen bleiben oder unlogisch zusammengeführt werden, was für mich ein extrem wichtiges Merkmal für die Qualität eines Krimis ausmacht.

Die Handlung springt die ganze Zeit zwischen der Gegenwart und den Ereignissen von vor zehn Jahren hin und her. Die angenehm kurz gehaltenen Kapitel sorgen dabei für ein flüssiges Leseerlebnis und stellen sicher, dass man trotz der Zeitsprünge nie den Überblick verliert. Unterstützt wird dieser Lesefluss durch einen sehr flüssigen Schreibstil, der besonders bei den Interaktionen der Figuren sehr natürlich und niemals aufgesetzt wirkt.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich jedoch die Ausarbeitung der Charaktere, zu denen ich bis zum Ende keinen richtigen Zugang gefunden habe. Diese emotionale Distanz führte dazu, dass manche Handlungsentscheidungen auf mich etwas übertrieben wirkten. Auch die Beziehungsgeflechte unter den Frauen blieben teilweise etwas oberflächlich; insbesondere die Dynamik zwischen den Schwestern Lena und Tessa hätte für mein Empfinden noch deutlicher greifbar sein können.

Insgesamt ist "Bachelorette Party" dennoch ein absolut gelungener und spannender Krimi mit einer sehr starken, wasserdichten Story. Wer über die Schwächen bei der Charakterentwicklung hinwegsehen kann, findet hier die perfekte Strandlektüre für den kommenden Sommer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere