Leider völlig an meinen Erwartungen vorbei
Don't let me fall # 01Ich lese unheimlich gerne Sports Romance, weshalb ich sehr gespannt auf „Don't let me fall“ war, den Auftakt der “steamy Sports-Romance-Reihe mit Suchtpotenzial” [Zitat Klappentext] um ein College-Eishockey-Team. ...
Ich lese unheimlich gerne Sports Romance, weshalb ich sehr gespannt auf „Don't let me fall“ war, den Auftakt der “steamy Sports-Romance-Reihe mit Suchtpotenzial” [Zitat Klappentext] um ein College-Eishockey-Team. Die Geschichte dreht sich um Ashley, die eigentlich mit Logan zusammen ist, aber seinen Mitbewohner Colt nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Als sie ihm dann auch noch Nachhilfe geben soll, ist das Chaos vorprogrammiert. Nachdem ich den Umschlag und Klappentext gelesen hatte, erwartete ich mir - abgesehen von der Sports-Romance - eine süße Lovestory und mit Colt einen Hauptcharakter, der „einfach mal nett“ ist. Leider wurden meine Erwartungen in fast allen Punkten enttäuscht.
Mit Sport hat die ganze Story am Ende nämlich überhaupt nicht viel zu tun. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass man hier marketingtechnisch einfach auf den aktuellen College-Eishockey-Hype aufspringen wollte. Das erzeugt unnötig falsche Vorstellungen; es hätte völlig gereicht, das Buch als reine College-Romance zu verkaufen. Auch das Thema „Forbidden Love“ wirkte auf mich total gezwungen. Wie eng die Freundschaft zwischen den Mitbewohnern Colt und Logan wirklich ist, wurde mir bis zum Schluss nicht klar, weshalb das angebliche Tabu kaum nachvollziehbar ist. Statt emotionaler Tiefe dreht sich die Handlung für meinen Geschmack auch viel zu sehr um Sex.
Generell fehlt es der Geschichte an Glaubwürdigkeit. Die Charaktere bleiben durchgehend oberflächlich, zeigen kaum Weiterentwicklung und verhalten sich absolut unreif. Richtig gestört hat mich zudem die teils problematische Darstellung von Beziehungen: Die männlichen Figuren verhalten sich reihenweise respektlos oder übergriffig – da hilft es auch nicht, wenn es angeblich „gut gemeint“ war. Die Frauen wiederum müssen ständig von den großen, starken Hockey-Jungs beschützt werden, selbst wenn sie vorher als unabhängig beschrieben wurden. Dass viele Handlungen durch plötzliche Zeitsprünge unmotiviert oder völlig überstürzt passierten, macht es nicht besser.
Zusätzlich konnte ich mich nicht so richtig an den Schreibstil gewöhnen. Es wirkt stellenweise holprig übersetzt – Begriffe wie „Puck-Häschen“ klingen in meinen Ohren auf Deutsch einfach etwas seltsam – was den Lesefluss für mich zusätzlich gestört hat.
Trotzdem muss man sagen, dass sich das Buch durch die kurzen Kapitel und die unkomplizierte Sprache sehr leicht und schnell weglesen lässt. Viele Ideen hatten eigentlich gute Ansätze, wurden hier aber einfach holprig umgesetzt. Wer andere Erwartungen mitbringt und mehr Spaß an College-Partys und etwas unreiferen Charakteren hat, kommt hier vielleicht eher auf seine Kosten. Ich hoffe für die Reihe, dass sich das in den weiteren Teilen bessert…ich werde sie vermutlich nicht lesen.