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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2025

Regt zum Nachdenken an

Das Lieben danach
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Dass ein Blurb direkt auf das Cover gedruckt wird, ist selten – umso neugieriger war ich auf diesen Roman, da Gabriele von Arnim ihn dort lobt. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch.

„Das Lieben danach“ ...

Dass ein Blurb direkt auf das Cover gedruckt wird, ist selten – umso neugieriger war ich auf diesen Roman, da Gabriele von Arnim ihn dort lobt. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch.

„Das Lieben danach“ ist definitiv keine leichte Kost. Helene Bracht verarbeitet das Thema Missbrauch auf eine sehr interessante Weise. Nicht immer ist er offensichtlich, manchmal nur subtil angedeutet. Genau das macht den Roman so eindringlich: Er bleibt nicht an der Oberfläche, sondern zeigt, wie vielschichtig und schwer greifbar solche Erfahrungen sein können. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und bleibt nach der Lektüre noch eine Weile im Kopf.

Passt meine Leseerfahrung nun zum Blurb? Nicht so ganz. Ich hatte definitiv meine guten Minuten mit dem Roman, fand ihn aber nicht ganz so herausragend wie von Arnim es beschreibt. Vielleicht liegt es einfach daran, dass das Thema ein sehr schwieriges ist. Trotzdem: Ein wichtiger, gut geschriebener Roman, der schwierige Themen mit Feingefühl behandelt. Empfehlenswert für alle, die sich auf eine anspruchsvolle Lektüre einlassen möchten.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

in einem Zug gelesen

In einem Zug
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Daniel Glattauer beweist in In einem Zug erneut, dass er ein Meister darin ist, aus alltäglichen Begegnungen etwas Besonderes zu machen. Der Roman mag kurz sein, aber er steckt voller Charme, Esprit und ...

Daniel Glattauer beweist in In einem Zug erneut, dass er ein Meister darin ist, aus alltäglichen Begegnungen etwas Besonderes zu machen. Der Roman mag kurz sein, aber er steckt voller Charme, Esprit und Überraschungen.

Die Geschichte beginnt mit einer scheinbar harmlosen Frage: Eine fremde Frau spricht einen Autor im Zug an und fragt, ob sie sich kennen. Die Annahme, er sei ihr ehemaliger Englischlehrer, führt zu einem Dialog, der einen so sehr fesselt, dass man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte – ganz passend zum Titel.

Glattauer gelingt es, die beiden Charaktere so lebendig und interessant zu gestalten, dass man sich sofort in ihre Unterhaltung hineinversetzt fühlt. Der Autor und die geheimnisvolle Frau schenken sich nichts und doch wächst zwischen ihnen eine Art Verbindung, die weit über das Gewöhnliche hinausgeht. Die Spannung bleibt bis zum Ende bestehen, und mit der Auflösung des Romans hätte ich niemals gerechnet – sie hat mich völlig überrascht und beeindruckt.

Dieses Buch zeigt, dass ein einfacher Zugmoment zu einer fesselnden, kurzweiligen und doch tiefgründigen Lektüre werden kann. Daniel Glattauer versteht es, mit wenigen Worten und einem präzisen Stil eine Atmosphäre zu schaffen, die nachhallt. In einem Zug ist ein kleines literarisches Juwel und ein absolutes Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 27.01.2025

hinter den Erwartungen

Sing mir vom Tod
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Sing mir vom Tod von Ivy Pochoda ist ein Roman mit einem vielversprechenden Konzept, das mich neugierig gemacht hat, letztlich aber nicht vollständig überzeugen konnte.

Die Ausgangssituation – zwei Frauen, ...

Sing mir vom Tod von Ivy Pochoda ist ein Roman mit einem vielversprechenden Konzept, das mich neugierig gemacht hat, letztlich aber nicht vollständig überzeugen konnte.

Die Ausgangssituation – zwei Frauen, Florida und Dios, die sich im Gefängnis begegnen – fand ich spannend und originell. Besonders die Frage, ob Frauen zu denselben grausamen Taten fähig sind wie Männer, hat den Roman für mich zu einem interessanten Gedankenspiel gemacht. Leider bleibt das Buch hinter diesem spannenden Ansatz zurück.

Während Pochoda sicherlich eine dichte Atmosphäre schafft und interessante Themen behandelt, konnte mich der Schreibstil nicht wirklich fesseln. Einige Passagen ziehen sich, und die Handlung verliert dadurch stellenweise an Dynamik. Besonders ab dem Moment, als Dios Florida nach der Entlassung gegen deren Willen folgt, wirkt die Geschichte auf mich zu langgezogen. Bis zum Ende konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, warum Dios so besessen von Florida ist. Diese fehlende Klarheit hat es mir schwer gemacht, eine tiefere Verbindung zur Geschichte aufzubauen.

Trotz dieser Schwächen wirft der Roman wichtige und nachdenklich stimmende Fragen auf, die zum Reflektieren anregen. Für Leser*innen, die gerne tief in die Psyche von Charakteren eintauchen, mag dies eine lohnenswerte Lektüre sein. Für mich war es ein Buch mit großem Potenzial, das nicht ganz ausgeschöpft wurde.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

nicht überzeugend

Gefährliche Betrachtungen
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Leider hat es sehr lange gedauert, bis ich diesen Roman beendet hatte, und das spricht bereits für sich. "Gefährliche Betrachtungen" hat mich nie wirklich in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war für ...

Leider hat es sehr lange gedauert, bis ich diesen Roman beendet hatte, und das spricht bereits für sich. "Gefährliche Betrachtungen" hat mich nie wirklich in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war für meinen Geschmack einfach zu wenig spannend. Ich hatte große Hoffnungen, das Buch wegen Thomas Mann als Protagonist zu lesen. Allerdings stand er nicht so sehr im Vordergrund wie erhofft, was meine Erwartungen enttäuschte.

Der Schreibstil von Tilo Eckardt konnte mich ebenfalls nicht fesseln. Es fehlte die nötige Spannung und Tiefe, um mich wirklich in die Geschichte hineinzuziehen. Auch der litauische Übersetzer von Thomas Mann, der ebenfalls eine zentrale Rolle im Buch spielt, konnte mich als Protagonist nicht wirklich reizen.

Insgesamt ein eher durchschnittliches Leseerlebnis, das leider nicht meinen Erwartungen entsprach.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

guter zweiter Teil

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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Nach der überraschenden Wendung im ersten Teil der Reihe kam der zweite Teil, "Almost isn't enough: Echoes of the past," zwar etwas weniger überraschend daher, hat mich aber dennoch sehr berührt. Jennifer ...

Nach der überraschenden Wendung im ersten Teil der Reihe kam der zweite Teil, "Almost isn't enough: Echoes of the past," zwar etwas weniger überraschend daher, hat mich aber dennoch sehr berührt. Jennifer Bright schafft es erneut, eine gefühlvolle Geschichte zu erzählen, die mich in ihren Bann gezogen hat.

Die Charaktere, Damian und Hazel, haben mir besonders gut gefallen. Damian mag auf den ersten Blick verbittert wirken, aber ich habe ihn trotzdem schnell ins Herz geschlossen. Seine tieferliegenden Gefühle und sein Umgang mit der Vergangenheit machen ihn zu einem faszinierenden Protagonisten. Hazel war mir ebenfalls von Anfang an sympathisch, trotz der vielen Geheimnisse, die sie mit sich trägt. Ihre Komplexität und ihre Stärke haben mich beeindruckt.

Das wunderschön designte Cover und der Farbschnitt sind ein echter Hingucker und ergänzen die emotional packende Geschichte perfekt. Besonders liebenswert fand ich Hazels Opa und seine gemütliche Buchhandlung. Seine Weisheit und Herzlichkeit haben der Geschichte eine warme, einladende Atmosphäre verliehen.

Insgesamt ein gelungener zweiter Teil, der zwar weniger überraschend als der erste, aber dafür genauso gefühlvoll und fesselnd ist. Vier Sterne!

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