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Veröffentlicht am 12.10.2025

Bewegendes Familiendrama

Der Morgen nach dem Regen
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Als ich den Klappentext von „Der Morgen nach dem Regen“ gelesen habe, hätte ich niemals gedacht, dass mich dieser Roman mit voller Wucht trifft.

Es geht um Johanna und ihre Tochter Elsa die sich schon ...

Als ich den Klappentext von „Der Morgen nach dem Regen“ gelesen habe, hätte ich niemals gedacht, dass mich dieser Roman mit voller Wucht trifft.

Es geht um Johanna und ihre Tochter Elsa die sich schon lange nicht mehr nahe stehen. Elsa hat nie überwunden, dass ihre Mutter früher beruflich viel unterwegs war und wenig Zeit für die Familie hatte. Viele Jahre später erbt Johanna das Haus ihrer Tante Toni am Rhein, wo sie und Elsa herrliche Sommer miteinander verbracht haben. Als Elsa sie dort besucht, stellen sie sich endlich der Vergangenheit und Johanna offenbart ihrer Tochter ein schwerwiegendes Geheimnis.

Der Roman beschreibt tiefgründig und emotional die Zerrissenheit von Frauen zwischen Familie und Beruf. Ich konnte die Verbitterung von Elsa spüren, denn sie tritt Johanna nach wie vor als trauriges Kind entgegen, mit tiefen Verletzungen, da ihre Mutter aufgrund ihres Berufes viel unterwegs war. Johanna arbeitete bei der UNO und leistete humanitäre Hilfe, ein wichtiger, aber auch gefährlicher Beruf, und dennoch ist Elsa das Kind, dass die Mutter immer schmerzlich vermisste, egal ob bei Ballettaufführungen oder bei Krankheit.
Dennoch konnte ich Johanna gut verstehen, denn auch als Frau muss es möglich sein, Träume zu leben, beruflich Karriere zu machen. Die Gesellschaft gibt dies allerdings immer noch nicht her.

Melanie Levensohn hat in ihrem Roman zwei einzigartige Charaktere geschaffen, die vom Leben gezeichnet sind. Elsa durch ihre anstrengende Arbeit beim internationalen Strafgerichtshof, private Tiefschläge und der fehlenden Verbindung zur Mutter und Johanna durch den Verlust der wahren Liebe, Angst vor einem Neuanfang und dem Verzehren der Zuneigung zur Tochter. Ich war von Beginn an gefangen in der Geschichte, im Leben beider, Einblicke in Johannas Arbeit, der seichten Annäherung von Mutter und Tochter, dem Duft der Natur und gemeinsamen Erinnerungen.

Melanie Levensohn hat einen emotionalen und wunderbaren Roman geschrieben, den ich absolut empfehlen kann. Eine sehr schöne, aber auch traurige Geschichte, die Mut macht, ungesagtes auszusprechen.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Schöne Liebesgeschichte

How To End A Love Story
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Wer kann bitte an diesem wunderschönen Cover mit Farbschnitt vorbeigehen? Und dann empfiehlt Emily Henry noch das Buch! Also stand fest: Das muss ich lesen!

Es geht um Helen Zhang, die nach 13 Jahren ...

Wer kann bitte an diesem wunderschönen Cover mit Farbschnitt vorbeigehen? Und dann empfiehlt Emily Henry noch das Buch! Also stand fest: Das muss ich lesen!

Es geht um Helen Zhang, die nach 13 Jahren Grant Shepard wieder trifft. Die beiden verbindet ein schreckliches Ereignis und jetzt sollen sie noch zusammenarbeiten, was vor allem Helens Eltern nicht wissen sollen. Beide leiden unter den damaligen Ereignissen und ihre Zusammenarbeit ist kompliziert, aber auch elektrisierend….

Yulin Kuang konnte mich mit ihrem Schreibstil sofort fesseln und ich habe die Geschichte von Helen und Grant gerne verfolgt. Beide sind interessante Charaktere, die mit den Schatten der Vergangenheit zu kämpfen haben und obwohl es eigentlich ausgeschlossen ist, sich zu mögen, kommen sich die beiden dennoch näher. Zwar war es manchmal etwas anstrengend, wie die Protagonisten miteinander agieren, aber dennoch fand ich die langsame Annäherung realistisch, denn Helen und Grant hadern nicht nur mit inneren Konflikten, sondern auch psychischen Belastungen. Daher kann ihre Liebe überhaupt keine Chance haben, oder?

Am meisten hat mich allerdings die Beziehung von Helen zu ihren Eltern bewegt. Ich kann verstehen, dass sie ihren Eltern nichts von Grant erzählen will, dennoch fand ich die Mutter sehr übergriffig. Vielleicht wäre man bei dieser tragischen Vergangenheit auch geprägt, aber Kinder sollten immer die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln. Hier wird Helen aber von der gestörten Eltern-Kind-Beziehung derart beeinflusst, dass Selbstzweifel ihr Handeln bestimmen, sie Angst hat Beziehungen einzugehen und Nähe zuzulassen.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, obwohl sie für mich sehr vorhersehbar war. Letztlich war „How to End a Love Story“ aber eine schöne Liebesgeschichte mit tiefgründigen Themen und etwas spice. Kann ich empfehlen!

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Vielschichtiger Roman

Dream Count
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Nachdem ich so unglaublich viele begeisterte Stimmen zu dem Roman „Americanah“ von der Autorin gelesen habe, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch „Dream Count“.

In „Dream Count“ geht es um 4 nigerianische ...

Nachdem ich so unglaublich viele begeisterte Stimmen zu dem Roman „Americanah“ von der Autorin gelesen habe, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch „Dream Count“.

In „Dream Count“ geht es um 4 nigerianische Frauen, die in unterschiedlichen Lebensverhältnissen aufgewachsen sind, deren Weg sich kreuzt und alle einen Teil ihrer Lebensgeschichte erzählen.

Das Buch ist in 5. Kapitel gegliedert, jeweils aus der Perspektive einer der 4 Frauen, wobei die Erzählungen zum Schluss in einem Kapitel zusammenlaufen. Der Schreibstil der Autorin ist stark und feministisch, bedarf aber auch der Konzentration, einer besonderen Aufmerksamkeit.

Ich habe die Erzählungen über die 4 Frauen als ein auf und ab empfunden, wobei mich die Charaktere auf unterschiedliche Art und Weise bewegt haben. Zunächst Chiamaka, die aus einer reichen afrikanischen Familie stammt, dann Zikora, eine erfolgreiche Rechtsanwältin, die die Höhen und Tiefen des Lebens durchlebt und vor allem eine unerfüllte Liebe. Kadiatou, Chiamakas Haushaltshilfe und Chiamakas Cousine Omelogor, eine Bankerin, die nach wie vor in Nigeria lebt.

Die Geschichten der Frauen waren für mich sehr fremd, aber auch unglaublich beeindruckend. Sie machen mit Männern unterschiedliche Erfahrungen, aber immer auf der Suche nach Liebe und unter dem Druck der Gesellschaft. Dabei spielen auch ihre Herkunft, ihr sozialer Stand und ihre Hautfarbe eine Rolle und dennoch verbindet die Frauen, das Streben nach Liebe, einer erfüllten Beziehung und familiärem Halt. Wünsche, die sie jeweils auf ihre eigene Weise erleben.

Die Geschichten habe ich unterschiedlich erlebt und vor allem habe ich bei der Erzählung von Kadiatou am meistens mitgelitten, eine Tragik, an die ich mich sicherlich noch lange erinnern werde, wobei mich hingegen die Erzählung von Omelogor kaum überzeugen konnte. Auch hat mir leider etwas der Zusammenhang zwischen den einzelnen Frauenschicksalen gefehlt und dass vieles unerzählt bleibt.

Ich habe einiges über die nigerianische Kultur, Traditionen und die gesellschaftlichen Unterschiede, aber auch die persönlichen Träume der Frauen, gelernt, was ich sehr interessant fand, aber auch stellenweise für mich schwer nachvollziehbar war.

Für mich war es auf jeden Fall ein vielschichtiger Roman, der mich allerdings nicht vollends überzeugen konnte. Ich hätte mir einfach mehr Dynamik zwischen den Charakteren und teilweise weniger ausufernde Geschichten über Männerliebschaften gewünscht. Insgesamt für mich ein interessante Lesereise und ich kann mir vorstellen, dass es viele LeserInnen begeistern wird.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Frau der 60 er Jahre

Teddy
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Teddy, eine Diplomatengattin, die versucht ein glamouröses Leben mit ihrem Mann David in Rom im Jahr 1969 aufzubauen. Dabei erzählt sie in der Ich- Perspektive sowohl die gegenwärtigen als auch vergangene ...

Teddy, eine Diplomatengattin, die versucht ein glamouröses Leben mit ihrem Mann David in Rom im Jahr 1969 aufzubauen. Dabei erzählt sie in der Ich- Perspektive sowohl die gegenwärtigen als auch vergangene Ereignisse mit ihrem Mann, vorherigen Liebschaften und familiäre Gegebenheiten bis sie die Vergangenheit einholt und Teddy Entscheidungen treffen muss.

Ich muss ehrlich sagen, dass Teddy es mir etwas schwer gemacht hat. Teddy ist ein präsenter und starker Charakter und dennoch konnte ich keinen richtigen Zugang zu ihr finden. Sie wirkte auf mich etwas unnahbar und naiv. Die Erzählungen waren auch teilweise etwas langatmig, obwohl ich über das Leben der Frauen in den 60er Jahren, die Abhängigkeit von Männern, viel erfahren habe. Heute kaum noch nachvollziehbar, und dennoch so unglaublich spannend und fesselnd.

Die Handlung an sich ist eher ruhig, zwar ist von Anfang an klar, dass etwas einschneidendes passiert sein muss, aber ich hatte keine Ahnung wohin sich die Story entwickelt und was geschehen ist. Nach und nach nähert man sich beim Lesen einem großartigen Finale, dass mich dann begeistern konnte.
Ich hätte mir allerdings schon früher spannendere Aspekte gewünscht, sodass ich mich mehr auf das Ende hätte vorbereiten können.

Interessant sind auch die politischen Aspekte, die in die Story einfließen, was auf eine intensive Recherche der Autorin hinweist. Die Zeit war geprägt von Skandalen und Intrigen, nicht minder mehr oder weniger als heute und auch jagten Frauen nach einem Schönheitsideal. Parallelen, die auch heute noch unsere Zeit widerspiegeln.

Insgesamt für mich ein Buch, dass in seinen Erzählungen etwas komprimierter hätte ausfallen können und mit einem interessanten Ende überrascht.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Besondere Liebe

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
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„Der späte Ruhm der Mrs. Quinn“ ist wirklich ein ganz besonderer, herzerwärmender Debütroman von Olivia Ford. In der Geschichte stehen die beiden Hauptprotagonisten Jenny und Bernard im Fokus, ganz wunderbar ...

„Der späte Ruhm der Mrs. Quinn“ ist wirklich ein ganz besonderer, herzerwärmender Debütroman von Olivia Ford. In der Geschichte stehen die beiden Hauptprotagonisten Jenny und Bernard im Fokus, ganz wunderbar gezeichnete Charaktere, die sich durch ihren liebevoller Umgang miteinander, die freundliche und fürsorgliche Kommunikation und viele glückliche Ehejahre auszeichnen. Jenny hat schon immer gerne gebacken und als sie dann an einer Backshow teilnimmt, entfacht dies eine neue Liebe in ihr, aber auch Erinnerungen an ein Geheimnis, das sie schon lange mit sich herumträgt.

Die Autorin schaffte es mit jeden einzelnen Wort sich in mein Herz zu schreiben. Ich wollte unbedingt wissen was Jenny in frühen Jahren erlebt hat und ob sie als Gewinnerin der Backshow hervorgeht. Dabei muss sie allerdings einige Backrunden gegen ihre Gegner überstehen und viele Hürden überwinden, was von Seite zu Seite eine höhere Spannung aufbaut.

Am besten gefiel mir allerdings die innige Beziehung des alten Ehepaars. Die Erzählung sprüht eine derartige Liebe aus, die sich jede/r für seine eigene Partnerschaft bis ins hohe Alter wünscht. Aber auch die Handlung aus Jennys Vergangenheit war unfassbar fesselnd, allerdings auch traurig zugleich, sodass das Buch genau die richtige Mischung hatte.

Für mich war das Buch eine emotionale und wunderschöne Geschichte, die ich euch sehr ans Herz legen kann und einfach als Schicksal „Leben“ bezeichnen würde. Klare Leseempfehlung

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