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Veröffentlicht am 29.11.2021

Genialer Jugendthriller zu brisantem Thema

Shelter
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"Shelter" ist der neue Thriller von Ursula Poznanski. Es geht um eine Gruppe von Studenten, die aus einer Katerlaune heraus eine Geschichte erfinden und diese im Internet verbreiten. Außerirdischen sollen ...

"Shelter" ist der neue Thriller von Ursula Poznanski. Es geht um eine Gruppe von Studenten, die aus einer Katerlaune heraus eine Geschichte erfinden und diese im Internet verbreiten. Außerirdischen sollen unter uns sein. Immer mehr Leute halten die Aussage für wahr und es bilden sich sogar Gruppen auf Instagram. Dann meldet sich Octavio und gibt sich als wahrer Anführer der Alien Anhänger aus. Als Benny die Sache stoppen will, ist es schon zu spät. Er wird zur Zielscheibe und bringt sich in Lebensgefahr...

Meine Meinung: Ich bin ein riesiger Fan der Jugendthriller der Autorin. Daher war es für mich absolut klar, dass ich auch das neue Buch unbedingt lesen wollte. Der Schreibstil war gewohnt flüssig und die Charaktere sehr gut gezeichnet. Das Thema hat mich sofort abgeholt. Ich fand es absolut erschreckend wie realitätsnah die Autorin das Thema Verschwörungstheorien in dem Buch dargestellt. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass es möglich ist über die sozialen Netzwerke, Theorien in dieser Art und Weise zu verbreiten. Das Thema ist, obwohl es sich hier um eine Alieninvasion handelt, brisanter denn je. Denn gerade im Moment werden wir mit Verschwörungstheorien nur so überschüttet.

Die Autorin schafft es von Beginn an, den Spannungsbogen kontinuierlich hoch zu halten. Wer ist Octavio? Und warum kann Benny die Theorie nicht mehr stoppen? Es war wirklich eine Achterbahn der Gefühle. Ich habe mit Benny mitgefiebert, wollte die Alienanhänger schütteln und war erschrocken von der sich gebildeten Gewaltbereitschaft der Anhänger.

Obwohl sich die Verfolgungsjagd sehr lange hinzieht, wurde das Buch nicht langweilig. Ich habe die ganze Zeit gerätselt, wer Octavio ist und warum er es auf Benny abgesehen hat. Letztendlich wurde ich total überrascht, da ich mit dieser Auflösung überhaupt nicht gerechnet hatte. Das Buch nimmt zum Ende hin eine interessante Wendung, die unvorhersehbar und nachvollziehbar war, wenngleich für mich nicht vollständig überzeugend. Es war vielleicht doch etwas weit hergeholt, aber dennoch stimmig.

Insgesamt mal wieder ein sehr genial konstruierter Jugendthriller der Autorin.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 21.11.2021

Gutes Buch, aber kein Psychothriller

Sie beobachtet dich
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Edie und Heather sind in der Kindheit beste Freundinnen, doch dann trennen sich ihre Wege aufgrund eines einschneidenden Ereignisses. Nach vielen Jahren steht Heather nun wieder vor Edies Tür. Edie ist ...

Edie und Heather sind in der Kindheit beste Freundinnen, doch dann trennen sich ihre Wege aufgrund eines einschneidenden Ereignisses. Nach vielen Jahren steht Heather nun wieder vor Edies Tür. Edie ist schwanger und lässt Heather wieder in ihr Leben. Was will Heather und was ist damals wirklich passiert?

Meine Meinung: Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt, aus Heathers Sicht in der Vergangenheit und aus Edies Sicht in der Gegenwart. Schnell wird klar, dass sich zwischen den damals besten Freundinnen etwas schreckliches abgespielt hat, sodass die beiden keinen Kontakt mehr hatten. Die Autorin hat die Charaktere sehr gut gezeichnet und es tatsächlich geschafft, dass ich mit Heather in der Vergangenheit und mit Edie in der Gegenwart Mitleid hatte. Das Verhalten beider in der Vergangenheit war völlig konträr zur Gegenwart.

Der Schreibstil hat mir sehr zugesagt. Die Autorin schafft es eine düstere Atmosphäre zu erzeugen und durch die Wechsel der Perspektiven jeweils endend mit einem Cliffhanger die Story interessant zu halten. Ich wollte unbedingt wissen, was damals geschehen ist und ob Edie es schafft nach ihrer postnatalen Depression wieder ins Leben zurückzufinden.

Dennoch war das Buch für mich kein wirklicher Psychothriller. Die Story erinnert mehr an ein Drama und es fehlten mir für die Kategorie "Psychothriller" die Spannungselemente. Vielmehr war es eine tragische Geschichte zweier Frauen, die aufgrund der Ereignisse aus der Jugend versuchen, mit ihrem Leben klar zu kommen. Die Story beinhaltet Tragik, Verzweiflung und die Hoffnung auf einen Neuanfang.

Insgesamt sicherlich ein gutes Buch, aber eben kein Psychothriller.

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Traf nicht meinen Lesegeschmack

Pirlo - Gegen alle Regeln
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Pirlo, Strafverteidiger aus Düsseldorf, verliert seinen Job und richtet sich eine Wohnzimmerkanzlei ein. Er erhält einen lukrative Strafverteidigung, denn eine Unternehmergattin ist des Mordes angeklagt. ...

Pirlo, Strafverteidiger aus Düsseldorf, verliert seinen Job und richtet sich eine Wohnzimmerkanzlei ein. Er erhält einen lukrative Strafverteidigung, denn eine Unternehmergattin ist des Mordes angeklagt. Diese kommt gerade recht, denn er soll für seinen Bruder Schulden begleichen. Den Preis dafür bezahlen, dass er sich von der Familie losgesagt hat. Dazu muss er den Fall gewinnen und gemeinsam mit Sophie Mahler arbeiten er an einem Freispruch.

Meine Meinung: "Pirlo Gegen alle Regeln" ist der erste Fall für Strafverteidiger Pirlo. An den Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen. Er ist zwar leicht und einfach, allerdings fand ich die Aneinanderreihung derart vieler kurzer Sätze über das gesamte Buch als störend, genauso wie die Definitionen aus dem Strafrechtskommentar.

Auch zu den Charakteren fand ich am Anfang des Buches überhaupt keinen Zugang. Pirlo selbst wirkte unsympathisch, überheblich und unorganisiert und auch seine Mandantin war nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sophie hingegen, die Pirlo als junge und ambitionierte Anwältin zur Seite gestellt wird, wirkte authentisch und vor allem der Einblick in Sophies Privatleben beeinflusste die Story positiv.

Das Buch beginnt natürlich erst zu einem Zeitpunkt als der Mord schon geschehen ist und Pirlo als Strafverteidiger beauftragt wird.
Hier haben mir die Ermittlungen und vor allem die Szenen im Gerichtssaal gut gefallen. Gerade die Vernehmungen der Zeugen und das strategische Vorgehen fand ich spannend und hiervon hätte ich gerne noch mehr gelesen. Der Rest der Story traf  nämlich leider nicht meinen Lesegeschmack und vor allem der Handlungsstrang rund um das Privatleben von Pirlo und seinen Brüdern war meines Erachtens nach völlig überflüssig und unrealistisch, vor allem das Ende. Zudem werden im Buch für meinen Geschmack zu viele Klischees bedient... Clanleben, Frauenbild, Highsociety Düsseldorfs und die attraktive Polin, die sich einen reichen Unternehmer angelt...Das fand ich insgesamt sehr oberflächlich dargestellt.

Für mich daher ein Justizkrimi, den man lesen kann, aber nicht unbedingt muss

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Veröffentlicht am 16.11.2021

Guter Thriller

Raubtieraugen
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"Raubtieraugen" ist das erste Buch von Tobias Quast und ich hoffe, dass noch einige Bücher folgen werden...

Es geht Julius, der ursprünglich aus München kommt, jetzt aber in London wohnt und arbeitet. ...

"Raubtieraugen" ist das erste Buch von Tobias Quast und ich hoffe, dass noch einige Bücher folgen werden...

Es geht Julius, der ursprünglich aus München kommt, jetzt aber in London wohnt und arbeitet. Er verliert plötzlich seine Arbeit, seine Wohnung und soll sogar ausgewiesen werden. Er lernt die Hardings kennen, die ihn und seine Tochter, die zu Besuch ist, auf Wargrave Castle einladen. Dort scheint es aber nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Julius Handy ist weg und überall sind Schritte zu hören. Emilia ist fast ausschließlich mit den Hardings zusammen und dann passieren sonderbare Dinge.....

Das Buch beginnt zunächst mit der Pechsträhne des Protagonisten, der wirklich alles verliert. Der Autor schafft es von Anfang an, die Geschehnisse packend darzustellen und ließ nach und nach immer mehr Spannungselemente einfließen, die sich bis zum Ende hin steigerten. Durch den genialen und flüssigen Schreibstil von Tobias Quast wirkte dabei alles sehr bildlich und ich konnte mich in die Story gut hineinversetzen.

Interessant waren auch die beiden Handlungsstränge des Buches, nämlich die Erzählungen aus dem Jahr 1945 und von heute. Lange hatte ich keine Ahnung wie die Geschehnisse zusammenpassen könnten, die der Autor zum Schluss gut miteinander verwoben hat.

Das Buch war tatsächlich bis zum Ende extrem spannend und Tobias Quast hat vor allem auf dem Schloss eine düstere, unheimliche Atmosphäre geschaffen. Die Charaktere waren super gezeichnet und der Autor ließ gekonnt und portioniert einige Horrorelemente in die Handlung einfließen.
Leider war mir die Auflösung dann etwas "zu einfach" und es blieben auch noch ein, zwei Fragen offen. Das Ende hätte daher meines Erachtens noch ein paar Seiten länger ausfallen können.

Insgesamt fand ich es aber ein sehr geniales erstes Buch des Autors. Ich gehe davon aus, dass wir noch einiges von ihm lesen werden, denn in der Feder steckt Talent. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung und 4,5 ⭐

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Düsterer Krimi

Spätsommermord
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"Spätsommermord" war mein erstes Buch von Anders de la Motte und wird sicherlich nicht mein letztes bleiben...

Es geht um Anna, die als Polizeichefin einen neue Stelle im südschwedischen Nedanas beginnt, ...

"Spätsommermord" war mein erstes Buch von Anders de la Motte und wird sicherlich nicht mein letztes bleiben...

Es geht um Anna, die als Polizeichefin einen neue Stelle im südschwedischen Nedanas beginnt, da ihr Mann verstorben ist. Sie zieht mit ihrer Tochter um und dort wird sie mit einem vor 27 Jahren geschehenen ungeklärten Mordfall konfrontiert, bei dem ein Jugendlicher in einem Steinbruch beim Sprung ins Wasser getötet wurde. Die Mutter des Opfers glaubt nicht an einen Unfall und als ein weiterer Mord geschieht, der mit den damaligen Ereignissen zusammenhängt, ermittelt Anna in beiden Fällen, was bei der Bevölkerung allerdings auf Missfallen stößt, vor allem beim früheren Polizeichef. Anna findet einiges heraus und begibt sich dadurch selbst in Gefahr.

Meine Meinung: Anders de la Motte erzählt in diesem Buch verschiedene Geschichten, die zum Schluss perfekt ineinander fließen. Zum einen aus der Vergangenheit, den "Unfall" im Steinbruch und die Erlebnisse in dieser Nacht sowie die Erzählungen um den Tod von Annas Mann. Zum anderen den neue Mordfall in der Gegenwart. Das Buch wird somit auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, sodass ich insgesamt einen guten Einblick in die Geschehnisse von damals sowie die heutigen Ermittlungen hatte. Der Schreibstil des Autors war flüssig und er hat es "mit leisen Tönen" geschafft, den Spannungsbogen aufzubauen und zu halten. Das Buch vermittelt eine düster atmosphärische Stimmung, die Charaktere sind dadurch allesamt eher unsympathisch, aber genau das passt zum Buch. Tatsächlich rückt keiner der Protagonisten mit der Sprache heraus, was damals wirklich geschah und Anna trifft zudem auf eine konsequente Ablehnung der Bewohner des gesamten Dorfes, was es ihr nicht leichter macht.

Hervorzuheben möchte ich nochmal, dass es sich um einen Kriminalroman ohne Blutvergießen und viel Action handelt. An einigen Stellen waren mir die Ausführungen zwar etwas zu lang und ich hätte mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, dennoch war die Story insgesamt stimmig. Besonders das Ende hatte ich so nicht erwartet und hier kommt noch einmal richtig Spannung auf. Dies war schlichtweg genial konzipiert.

Für mich ein Buch, dass eher als Drama mit kriminalistischen Bezügen zu qualifizieren ist. Die Story lebt vor allem von den Erzählungen aus der Vergangenheit und den Emotionen der Charaktere, die alle ein Päckchen zu tragen haben. Insgesamt kann ich den Kriminalroman in jedem Fall empfehlen

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