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Veröffentlicht am 16.04.2021

schönes Buch über das Leben der Chanel Schwestern

Die Schwestern Chanel
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"Die Schwestern Chanel" ist ein schöner Roman von Judithe Little erschienen im Harper Collins Verlag.

Es geht um die Schwestern Chanel, die tatsächlich in armen Verhältnissen in Frankreich aufwachsen. ...

"Die Schwestern Chanel" ist ein schöner Roman von Judithe Little erschienen im Harper Collins Verlag.

Es geht um die Schwestern Chanel, die tatsächlich in armen Verhältnissen in Frankreich aufwachsen. Der Vater gibt die drei Schwestern nach dem Tod der Mutter im Waisenhaus ab, sodass der Alltag der Mädchen von harter Arbeit geprägt ist. Allerdings will Gabrielle Chanel ihr Schicksal nicht hinnehmen, erkämpft sie sich ihre Freiheit und wird zur größten Modeikone der Welt - Coco Chanel -.

Meine Meinung: Das Buch wird aus der Perspektive von Antoinette Chanel, der jüngeren Schwester von Coco, erzählt, was ich zunächst etwas verwunderlich fand. Allerdings wird in dem Buch skizziert, dass Gabrielle Chanel es mit der Wahrheit nicht immer so genau nahm, sodass die Erzählperspektive für die Geschichte genau richtig war. Der Schreibstil der Autorin hat mir unglaublich gut gefallen. Er ist flüssig und spiegelt das Leben der Schwestern treffend wider. Ich fand es sehr interessant, etwas über das Leben von Coco Chanel zu erfahren. Gerade im ersten Teil des Buches wird über die harte Kindheit der drei Mädchen, Gabrielle, Antoinette und Julia- Berthe berichtet und ich fand es faszinierend durch welchen Zusammenhalt, die drei Schwestern den Weg aus der Armut gefunden haben. Auch im weiteren Verlauf habe ich viel über den Start des Modeimperiums erfahren und ich war überrascht, dass Antoinette und Gabrielle mit einem Hutgeschäft angefangen haben.

Die Charaktere werden in den Buch von der Autorin sehr gut beschrieben und sympathisch dargestellt. Es war wirklich schön, das Leben der Frauen zu verfolgen. Auch historisch war der Roman gut recherchiert und vor allem im Nachwort stellt die Autorin klar, was in dem Buch historisch untermauert und was Fiktion war. Dieses Zusammenspiel war sehr passend, sodass ich mich in das Leben gut hineinversetzen konnte, vor allem auch in die Zeit des 1. Weltkrieges. Anders als gedacht, hat sich Coco Chanel ihr Modeimperium hart erarbeitet, viel einstecken und herbe Einschläge besonders in der Liebe hinnehmen müssen. Leider endet das Buch, da es aus Sicht von Antoinette erzählt wird, im Jahr 1921. Das fand ich etwas Schade, da man über das tatsächliche spätere Modeimperium nichts mehr erfährt. Hierzu werde ich sicherlich noch ein anderes Buch lesen.

Fazit: Für mich ein schöner Roman, den ich empfehlen kann. Ich weiß jetzt wie Gabrielle Chanel zu ihrem Namen Coco kam und das sollte man lesen. Ich vergebe daher 4/5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Anders als erwartet

Geiger
5

"Geiger" von Gustaf Skördemann aus dem Bastei Lübbe Verlag ist das Debüt des Autors und der Auftakt einer Trilogie.

Es geht um Agneta, die mit ihrem Mann in einem Haus auf dem Land in Schweden wohnt. ...

"Geiger" von Gustaf Skördemann aus dem Bastei Lübbe Verlag ist das Debüt des Autors und der Auftakt einer Trilogie.

Es geht um Agneta, die mit ihrem Mann in einem Haus auf dem Land in Schweden wohnt. Sie winkt den Enkelkindern noch zum Abschied zu als das Telefon klingelt. "Geiger" sagt die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung und Agneta holt eine Waffe aus dem Versteck, setzt den Schalldämpfer auf und schießt ihrem Mann in den Kopf. Kommissarin Sara Nowak, die schon seit ihrer Kindheit mit der Familie befreundet ist, nimmt Ermittlungen auf, um ihre Kollegen zu unterstützen.

Meine Meinung: Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, vor allem, da ich skandinavische Thriller gerne lese und der Klappentext mich unglaublich neugierig gemacht hat. Das Buch begang auch richtig spannend und die Geschichte hat mich sofort gepackt. Dies lag vor allem an dem flüssigen und typisch skandinavischen Schreibstil, der den Leser direkt fesselt.

Allerdings muss ich sagen, dass die Spannung sehr schnell nachgelassen hat. Über die Hälfte des Buches geht es um Sara, die eigentlich in einem anderen Dezernat arbeitet, und ihren Kollegen vom Morddezernat nunmehr bei den Ermittlungen hilft. Dies wird leider meiner Meinung nach etwas unrealistisch dargestellt, da sie vieles im Alleingang vornimmt. Zudem wird unglaublich viel aus ihrer Kindheit und ihrem Privatleben berichtet, was zum einen sehr langatmig war und zum anderen die Spannung aus dem Buch herausnahm. Sara war durch ihre Handlungen daher sehr unnahbar.

Außerdem hatte ich mir unter dem Buch ein anderes Thema vorgestellt. Weder aus dem Klappentext noch aus der Leseprobe ergibt sich, dass das Thema vom kalten Krieg, der DDR und der Stasi handelt. So wird das Buch letztlich zu einem geschichtlichen und politischen Thriller, der sehr anspruchsvoll zu lesen ist. Dies liegt vor allem auch an den vielen Personen, die im Buch beschrieben werden, sodass das Buch höchste Aufmerksamkeit benötigt und nicht nebenbei gelesen werden kann. Ich fand das Thema an sich interessant, aber für mich war dies insgesamt zu verwirrend dargestellt.

Auch habe ich mich beim Lesen des Mittelteils des Buches mehrfach dabei ertappt, dass meine Gedanken abgeschweift sind. Hier fehlte es schlichtweg an der nötigen Spannung des Buches. Erst im letzten Drittel nahm die Geschichte sodann endlich an Fahrt auf und die Ereignisse überschlugen sich. Dieses Ende war tatsächlich die ganze Zeit nicht vorhersehbar und es gab überraschende Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Letztendlich konnte mich dies allerdings nicht vollständig von dem Buch überzeugen.

Ich gebe daher eine Leseempfehlung für politisch Interessierte, die die Thematik anspricht und 3/5 Sternen.

  • Cover
  • Handlung
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2021

Geschichte aus der Sicht einer Katze

Das Geschenk eines Regentages
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Der Roman "Das Geschenk eines Regentages" von Makoto Shinkai und Naruki Nagakawa aus dem S. Fischer Verlag beschreibt die Geschichte von Miyu, die an einem verregneten Frühlingstag einen kleinen Kater ...

Der Roman "Das Geschenk eines Regentages" von Makoto Shinkai und Naruki Nagakawa aus dem S. Fischer Verlag beschreibt die Geschichte von Miyu, die an einem verregneten Frühlingstag einen kleinen Kater am Straßenrand findet und bei sich aufnimmt. Der Kater Chobi lebt sich schnell ein und geht auf Streifzüge, wo er andere Katzen und den Hund John sowie die Geschichten der Nachbarn kennenlernt.

Meine Meinung: Das Buch berichtet auf nur 255 Seiten in 4 Kurzgeschichten über 4 unterschiedliche Katzen und 4 unterschiedliche Frauen, die noch auf der Suche nach dem Glück ihres Lebens sind. Der Leser erfährt einiges über das Schicksal der Frauen und wie jede von ihnen zu einer Katze gefunden hat, die ihrem Leben eine neue Wendung gibt.

Ich hatte bislang noch kein Buch eines japanischen Autors gelesen, war allerdings überrascht. Der Schreibstil ist sehr einfach, passt jedoch durch die poetische Sprache sehr gut zum Inhalt des Buches. Die jeweiligen Geschichten werden sowohl aus der Perspektive der Katze als auch der Frauen geschildert und so bekommt der Leser ein inniges Verhältnis zu beiden.

Die einzelnen Geschichten haben mich sehr aufgewühlt. Der Leser erfährt viel über die einzelnen Schicksale der Protagonistinnen und es ist beeindruckend welchen Einfluss die Katzen auf die Gefühlswelt der Frauen haben. Sie helfen den Protagonistinnen zu neuem Lebensmut, spenden Trost und ebnen Freundschaften. Das Buch zeigt schlichtweg, wie bereichernd es ist, ein Tier zu haben.

Ich fand es auch erfrischend, die Welt einmal aus Katzensicht geschildert zu bekommen, allerdings wirkten die Dialoge für mich doch sehr menschlich. Außerdem war es für mich schwierig mich in die japanische Kultur hineinzuversetzen, da die Mentalität und die Umgangsformen der Japaner mit unserer Lebensweise nicht vergleichbar sind, sodass ich doch in manchen Situationen den Kopf geschüttelt habe. Leider endet das Buch dann noch mit dem Einfluss von Übersinnlichem, was mir etwas zu viel war.

Insgesamt dennoch ein sehr interessantes Buch und wirklich mal eine Lektüre, die ich bislang noch nicht gelesen habe. Ich spreche daher ein Leseempfehlung für Katzenliebhaber aus und vergebe 3,8 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2021

Podcast Thriller

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden
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"Der Countdown Killer - Nur du kannst ihn finden" von Amy Suiter Clarke aus dem S. Fischer Verlag hat mich nochmal absolut überrascht.

Es geht um die True- Crime- Podcasterin Elle Castillo, die Gerechtigkeit ...

"Der Countdown Killer - Nur du kannst ihn finden" von Amy Suiter Clarke aus dem S. Fischer Verlag hat mich nochmal absolut überrascht.

Es geht um die True- Crime- Podcasterin Elle Castillo, die Gerechtigkeit für die Opfer des Countdown Killers will, deren Verbrechen nie aufgeklärt wurden. CK entführte immer Opfer im dreitägigen Rhythmus und jede war binnen 7 Tagen tot bis sein 10. Opfer entkam. Die Morde stoppen für viele Jahre, doch plötzlich wird wieder eine junge Frau entführt. Gehen die Morde weiter?

Meine Meinung: Ich fand das Buch unglaublich interessant. Mich hat sofort das Cover und der Klappentext des Buches angesprochen. Inhaltlich ist es so aufgebaut,  dass die Erzählungen von Elle in der Gegenwart sich mit den Podcastfolgen abwechseln, die von den damaligen Morden des CK in Dialogform berichten. Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen und die Podcastfolgen waren eine geniale Idee um Spannung und Abwechslung in die Geschehnisse zu bringen.

Auch Elle als private Ermittlerin fand ich gut dargestellt, wenn auch die Ermittlungsarbeit teilweise etwas waghalsig und übertrieben war. So hätte ich mir schon gewünscht, dass die Polizei sie mehr in ihre Schranken weist.

Amy Suiter Clarke hat es mit ihrem Debütroman geschafft, die Spannung die ganze Zeit auf hohem Niveau zu halten. Ich konnte das Buch tatsächlich kaum aus der Hand legen. Schade war leider nur, dass die Story für mich in Teilen vorhersehbar war und ich schon früh einige Sachen wusste. Dennoch kam zum Ende ein derartiger Showdown, der mich absolut gefesselt hat.
Super waren im Übrigen auch die Podcasts zum Buch die beim Verlag gehört werden können.

Für mich daher ein sehr guter Thriller,  den ich gerne empfehlen kann. 4,5/5⭐

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2021

Spannender Thriller

Trauma - Kein Entkommen
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"Trauma - Kein Entkommen" von Christoph Wortberg aus dem dtv Verlag ist der 1. Band der Trauma- Triogie um die Ermittlerin Katja Sand.

In München werden zwei Leichen gefunden, ein Toter im See und der ...

"Trauma - Kein Entkommen" von Christoph Wortberg aus dem dtv Verlag ist der 1. Band der Trauma- Triogie um die Ermittlerin Katja Sand.

In München werden zwei Leichen gefunden, ein Toter im See und der andere Tote im Kühlschrank. Der Traumaexperte, bei dem die beiden Toten in Behandlung waren, geht von einem Suizid aus. Allerdings zweifelt die Ermittlerin Katja Sand hieran und ermittelt gemeinsam mit ihrem Assistenten Rudi Dorfmüller. Die beiden stoßen auf einen vertuschten Skandal bei der Bundesmarine und versuchen die Hintergründe zu erforschen, aber je näher sie der Wahrheit kommen, umso mehr wächst der Druck von oben und Katja hat mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen.

Meine Meinung: Zunächst beginnt das Buch mit einem sehr spannenden Prolog aus der Vergangenheit über ein Kind, der mich zunächst etwas kurzatmig werden ließ. Danach springt das Buch allerdings in die Gegenwart und wird insgesamt etwas ruhiger. Während des gesamten Buches erfährt der Leser nämlich sehr viel aus dem Privatleben von Katja Sand und ihrem gestörten Verhältnis zu Mutter und Tochter. Dies ist in Teilen sehr langatmig, deutet aber darauf hin, dass dieses ggf. für die weiteren beiden Bände noch entscheidend sein könnte.

Ansonsten fand ich sowohl Katja Sand als auch Rudi Dorfmüller als charakterstarke Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten absolut gelungen. Es hat richtig Spaß gemacht, den beiden bei ihren Dialogen zuzuhören.

Die Ermittlungen von Sand in Bezug auf die beiden Toten fand ich ebenfalls sehr spannend. Gerade der vertuschte Skandal innerhalb der Bundesmarine, war unglaublich interessant. Der Autor hat es zunächst geschafft, mich dadurch zu verwirren und auf eine falsche Fährte zu locken. Dies lag sicherlich auch an dem guten Schreibstil des Autors, der mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Immer wieder lässt der Autor kurze Passagen von dem traumatisierten Kind einfließen und setzt den Leser so nochmal in körperliche Anspannung. Letztlich kommt es zum Schluss zu einem sehr temporeichen und spannenden Ende.

Mir hat das Buch insgesamt wirklich gut gefallen und da für mich einige Fragen offen blieben, freue ich mich schon auf die Fortsetzung. Von mir daher eine klare Leseempfehlung und 4/5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere