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Veröffentlicht am 16.07.2018

Ein sehr außergewöhnlicher, bewegender Roman

Hyde
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INHALT
Seit sie denken kann, ist Hyde Katrinas Zuhause gewesen. Hier ist sie aufgewachsen, mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater. Jetzt ist Hyde verschwunden – und Katrina auf sich allein gestellt. Von ...

INHALT
Seit sie denken kann, ist Hyde Katrinas Zuhause gewesen. Hier ist sie aufgewachsen, mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater. Jetzt ist Hyde verschwunden – und Katrina auf sich allein gestellt. Von dem, was geschehen ist, weiß sie nur noch Bruchstücke. Als sie beginnt, ein verfallenes Haus zu renovieren, mit dem sie sich auf seltsame Weise verbunden fühlt, führt sie dies auf die Spur eines ungeheuren Geheimnisses. Ist sie überhaupt diejenige, die sie glaubt zu sein?
(Quelle Klappentext Beltz Verlag)
MEINE MEINUNG
Mit „Hyde” hat die deutsche Autorin Antje Wagner einen außergewöhnlichen, fesselnden und bewegenden Roman geschrieben, der sich nicht so einfach einem bestimmten Genre zuordnen lässt. Die gelungene Mischung aus mitreißender Coming of age-Geschichte, abenteuerlichem Jugendroman und düsteren Mystery-Elementen macht den besonderen Reiz aus – ein äußerst vielschichtiger Roman mit sehr anschaulich und realistisch umgesetzten Themen, der durchaus auch ältere Leser zu begeistern weiß. Schon bald entspinnt sich um die faszinierende, sehr mysteriöse Protagonistin Katrina eine unheilvolle, sehr tiefgründige und teilweise emotional aufwühlende Geschichte, die man noch lange Zeit in Gedanken mit sich trägt.
Sehr gelungen ist der lebendige, einfühlsame Schreibstil der Autorin. Die sehr eindringlich erzählte, sehr komplexe Geschichte bietet dem Leser zudem zwischen den Zeilen viel Stoff zum Rätseln und Spekulieren über Katrinas Schicksal und kann oftmals mit sehr unerwarteten Wendungen überraschen. Darüber hinaus versteht es die Autorin, mit die aufgebaute Spannung immer weiter zu steigern und eine wundervoll düstere, unheilvolle Grundstimmung in die Handlung einzuweben. Sehr fesselnd ist der stetige Perspektivwechsel zwischen gegenwärtigen Ereignissen und Katrinas Rückblicken in die Vergangenheit, denn erst nach und nach enthüllen sich dem Leser ihre Motive, die dunklen Geheimnisse ihrer Kindheit und Jugend und erklären die rätselhaften Hintergründe für ihr mysteriöses Verhalten. Wir erleben die gesamte Handlung aus Sicht der anfangs sehr rätselhaften Ich-Erzählerin und einsamen Einzelgängerin Katrina. Je mehr man über sie und die Hintergründe der Schicksalsschläge in ihrem Leben erfährt, desto besser kann man sich in ihr Innenleben und ihre Handlungen hineinversetzen. Die vielschichtige Charakterisierung von Katrinas interessanter Persönlichkeit mit all ihrer Verletzlichkeit, ihren Selbstzweifeln und ihrem Gefühlschaos durch die tragischen, schmerzlichen Erlebnisse ist der Autorin hervorragend gelungen und sehr authentisch. Sehr bewegend ist es, ihre charakterliche Reifung und ihren Aufarbeitungsprozess mit zu verfolgen und zu erleben, wie sie sich ihren Ängsten stellt, um schließlich ihren eigenen Weg in die Zukunft zu beschreiten.
Gekonnt fügen sich allmählich immer mehr Puzzlestückchen zusammen. So erfährt der Leser erst zum Ende hin die verschiedenen Facetten von Katrinas tragischer und sehr berührender Lebensgeschichte. Das sehr faszinierende Gesamtbild ist in sich stimmig und klingt noch lange nach, auch wenn sich nicht alle Geschehnisse rational erklären lassen.
FAZIT
„Hyde“ ein wundervoll geschriebener, tiefgründiger und äußerst bewegender Roman mit tollen Mystery-Elementen und einer interessanten Protagonistin, der mich sehr fasziniert und gefesselt hat. Nicht nur für Jugendliche sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 07.07.2018

Sehr gelungene, abwechslungsreiche Wohlfühlgeschichte

Wo die Dünen schimmern
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INHALT
„Solange du etwas bewegst, lebst du. Solange du etwas bewegst, gehen die Dinge voran, und es gibt Hoffnung.“ S. 76
Jessieanna lebt in Kalifornien. Sie arbeitet in der Kosmetikfirma ihrer Großmutter. ...

INHALT
„Solange du etwas bewegst, lebst du. Solange du etwas bewegst, gehen die Dinge voran, und es gibt Hoffnung.“ S. 76
Jessieanna lebt in Kalifornien. Sie arbeitet in der Kosmetikfirma ihrer Großmutter. Ihr großes Ziel ist es, eine Lotion herzustellen, die nicht nur auf die Haut, sondern auch auf die Seele wirkt. Doch der perfekte Duft dafür will ihr nicht gelingen.
Als ihr Vater darauf besteht, dass sich Jessieanna nach einer schweren Lungenerkrankung in seiner alten Heimat auskuriert, ist sie alles andere als begeistert. Was soll sie in der Fremde auf der kalten Nordseeinsel Amrum? Dafür müsste sie ihre Hochzeit mit Ryan verschieben!
Doch auf der Insel gibt es jemanden, der ihr zu der fehlenden Komponente für ihre Lotion verhelfen könnte. Doch wie soll sie ihm sein Geheimnis entlocken? Bei ihren Bemühungen hilft ihr jemand, der sie völlig unerwartet in Verwirrung stürzt...
(Quelle Klappentext Fischer )
MEINE MEINUNG
Mit „Wo die Dünen schimmern“ ist nun nach „Wenn die Wellen leuchten“ endlich der zweite Band der wundervollen Nordsee-Trilogie von Patricia Koelle herausgekommen. Es ist die gelungene Fortsetzung einer gefühlvoll erzählten, bewegenden und vielschichtigen Familien-Saga, die im Leser ein tolles Urlaubsfeeling erweckt und ihn mühelos dem tristen Alltag entfliehen lässt.
Wie schon im ersten Band wird der Leser vom sonnigen Kalifornien in den Hohen Norden, auf die windige, urige Insel Amrum, entführt und fühlt sich dank der lebendigen, sehr bildlichen Beschreibungen von „Land und Leuten“ schon bald wie zu Hause.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte äußerst abwechslungsreich an verschiedenen Handlungsorten und in unterschiedlichen Handlungssträngen aus den jeweiligen Perspektiven der Hauptfiguren Jessieanna und ihres Vaters Pinswin. Zudem erfolgt ein spannungsvoller Wechsel zwischen zwei verschiedenen Zeitebenen, die zum einen um 1949 sowie um 2004 - 2005 angesiedelt sind. Sehr geschickt nimmt die Autorin auch den Faden aus dem vorherigen Band wieder auf, verwebt ihn weiter mit der aktuellen Geschichte und lässt uns zugleich bereits liebgewonnene, bekannte Charaktere wiederbegegnen. Der Roman lebt von den vielen interessanten und bewegenden Lebensgeschichten rund um ihre Figuren Jessieanna, ihr Vater Pinswin, Filine und ihre sympathische Tochter Rhea. So finden sich in jedem Kapitel immer mehr Details und ergeben schließlich ein fesselndes, facettenreiches Bild von ihrem Leben und der Familie aber auch ihren Träumen, Verlusten und Enttäuschungen. Die einfühlsame, vielschichtige Figurenzeichnung der vielen, so unterschiedlichen Charaktere bis hin zu den Nebenfiguren ist der Autorin hervorragend gelungen. Sie werden derart lebensecht mit all ihren positiven und negativen Charaktereigenschaften beschrieben, dass man sich sehr schnell für sie erwärmen und ins Herz schließen kann. Mein absoluter Favorit ist übrigens der alte kauzige, aber sehr liebenswerte Skem, der uns noch so manches Geheimnis vorenthält.
Hervorragend gelingt es Koelle, ihrer wendungsreichen Geschichte mit einigen magischen Elementen wie beispielsweise der Mythos des legendären Töveree zusätzlich einen wundervollen, mystischen Touch zu verleihen und den Leser in seinen Bann zu ziehen.
Zum Ende des Romans ist man richtig traurig, dass der wunderschöne Nordseeurlaub auf Amrum schon zu Ende geht. Ich habe mich mit den sehr liebenswerten, warmherzigen Figuren sehr wohl gefühlt und bin nach dem originellen Ausklang im Epilog schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und den letzten Band der tollen, unterhaltsamen Nordsee-Trilogie von Patricia Koelle!
FAZIT
Eine sehr gelungene, abwechslungsreiche Wohlfühlgeschichte mit vielen liebenswerten Charakteren, die ein herrliches Urlaubsfeeling aufkommen lässt und hervorragend unterhält.

Veröffentlicht am 07.07.2018

Packender Thriller

Der Flüstermann: Thriller
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INHALT
>Jeder verdient eine zweite Chance. Doch wenn du sie nicht nutzt, stirbst du!<
Ein grauenvolles Video taucht im Internet auf. Eine junge Frau wird vor den Augen aller Welt ermordet. Der Täter flüstert ...

INHALT
>Jeder verdient eine zweite Chance. Doch wenn du sie nicht nutzt, stirbst du!<
Ein grauenvolles Video taucht im Internet auf. Eine junge Frau wird vor den Augen aller Welt ermordet. Der Täter flüstert ihr vorher etwas ins Ohr, das Laura Kern zutiefst schockiert. Die Spezialermittlerin arbeitet auf Hochtouren, doch bereits nach kurzer Zeit wird ein neues Video veröffentlicht. Der Killer scheint seine Opfer wahllos von der Straße zu holen. Bevor er tötet, testet er sie. Laura jagt ein Monster, das ihr immer einen Schritt voraus ist. Erst viel zu spät entdeckt sie ein dunkles Geheimnis, das sie auf die Spur des Serienmörders bringt. Aber der hat das nächste Opfer längst in seiner Gewalt, und niemand vermag zu sagen, ob Laura ihn rechtzeitig stoppen kann.
(Quelle Klappentext Kafel Verlag)
MEINE MEINUNG
Mit „Der Flüstermann“ ist der deutschen Autorin Catherine Shepherd nach den ersten beiden Bänden „Krähenmutter“ und „Engelsschlaf“ ein äußerst packender dritter Band ihrer erfolgreichen Thriller-Reihe um die sympathische Ermittlerin Laura Kern gelungen. Auch optisch schließt dieser mit der ansprechenden Aufmachung des Covers nahtlos an die Vorgänger an. Da jeder der Fälle in sich abgeschlossen ist, ist auch ein Quereinstieg für neue Leser der Reihe auch ohne Vorkenntnisse völlig problemlos möglich.
Schon mit dem aus Sicht eines Opfers geschriebenen Prolog, der seine letzten Gedanken und angsterfüllten Momente kurz vor seinem grauenvollen Tod schildet, gelingt es der Autorin bereits Spannung zu erzeugen und rasch in die packende Handlung zu ziehen. Die Veröffentlichung eines schockierenden Snuff-Videos auf Youtube lässt die Spezialermittlerin Laura Kern und ihr Ermittlerteam nicht mehr zur Ruhe kommen. Schon bald wird klar, dass sie es mit einer grausamen Mordserie und einem skrupellosen Psychopathen zu tun haben, der seine Opfer scheinbar zufällig auswählt und zu Tode quält. Die äußerst gelungene Umsetzung des Falls ist voller packender Szenen, unerwarteter Wendungen und durch die Perspektivwechsel sehr nervenaufreibend gestaltet. Sehr fesselnd sind auch die eingeschobenen Passagen mit Rückblenden auf Ereignisse, die 6 Jahre zurückliegen, von einer Tunesienreise junger Leute berichten und viele Anhaltspunkte für Spekulationen liefern. Für Gänsehautmomente pur sorgen beim Lesen zudem die detailliert geschilderten Passagen aus Sicht der Opfer. Während die Ermittlungen in so manche Sackgasse führen und keine heiße Spur zu liefern scheinen, ist der Täter den Ermittlern stets einige Züge im Voraus – ein gnadenloses Katz- und Mausspiel entwickelt sich und lässt uns bei der Suche nach dem Motiv des Mörders und den Zusammenhängen kaum noch zum Durchatmen kommen.
Mit ihrem angenehmen, temporeichen und mitreißenden Schreibstil versteht es die Autorin, die Spannung immer weiter ansteigen und in einem dramatischen, fesselnden Showdown gipfeln zu lassen. Der gut konstruierte, in sich nachvollziehbare Thriller beantwortet alle offenen Fragen und klingt mit einem passenden Ende aus.
Ausgezeichnet gefallen haben mir auch die Protagonisten in diesem Band, die sehr lebendig und facettenreich angelegt sind und mit ihren Handlungen, insbesondere ihre ausdauernden und hartnäckigen Ermittlungsarbeit durchweg überzeugen können. Dabei kommen sich die sympathische Spezialermittlerin Laura und der recht undurchsichtige Taylor langsam immer näher, so dass man sich schon auf ein Wiedersehen mit dem interessanten Team und einen neuen, packenden Kriminalfall im nächsten Band freut.
FAZIT
Ein wirklich packender Thriller mit einem supersympathischen Team, der für hervorragende Unterhaltung sorgt!

Veröffentlicht am 06.07.2018

Alles rund um naturnahes Kochen!

Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund
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MEINE MEINUNG
In seinem im Insel Verlag erschienenen Buch “Naturnahes Kochen – Rezepte und Warenkunde“ präsentiert Autor Erwin Seitz eine gelungene Zusammenstellung vieler nützlicher Tipps, ausführlicher ...

MEINE MEINUNG
In seinem im Insel Verlag erschienenen Buch “Naturnahes Kochen – Rezepte und Warenkunde“ präsentiert Autor Erwin Seitz eine gelungene Zusammenstellung vieler nützlicher Tipps, ausführlicher Warenkunde mit allerlei Wissenswertem und einfacher Rezeptideen für tolle, abwechslungsreiche Gerichte, die schnell und unkompliziert aus saisonalen Zutaten zubereitet werden können. Seitz ist gelernter Koch, Gourmetkritiker und freier Journalist aus Berlin.
Schon die sehr ansprechende, optische Aufmachung des Kochbuchs mit vielen stimmungsvollen Fotos von Jens Gyarmaty ist ein richtiger Hingucker und macht neugierig auf all die abgebildeten Köstlichkeiten. Neben Fotos von den Gerichten und den naturnahen Zutaten finden sich auch sehr stimmungsvolle Bilder aus dem ländlichen Umfeld. Insbesondere die Bilder der fertigen Speisen wirken sehr natürlich, authentisch und sind keine vom Foodstylisten eigens aufgepeppten Kunstphotos.
Das 223 Seiten starke Kochbuch ist neben einem Inhaltsverzeichnis, einem kurzen Vorwort „An den Leser“ und einer Danksagung in insgesamt vier Abschnitte unterteilt.
In seiner lesenswerten Einleitung vermittelt uns Seitz seine Einstellung zur „naturnahen Küche“ als eine Art „zeitgenössischer Form der Hausmannskost“ und zur abwechslungsreichen, gesunden Lebensweise fernab von einseitigen, weltanschaulichen Ideologien.
Im nächsten, 70 Seiten umfassenden Abschnitt „Warenkunde“ geht es in unterschiedlichen Kapiteln um allerlei Wissenswertes zu Milch und Milcherzeugnisse, alten Getreidesorten über Kräuter, Salat, Gemüse bis hin zu Fisch und Wildgeflügel. In diesem Art Wegweiser finden sich sehr informatives Hintergrundwissen, praktische Einkaufstipps und allerlei nützliche Hinweise zu den verschiedensten Nahrungsmitteln sowie am Ende der Kapitel Beispiele für Bezugsquellen.
Im eingeschobenen Essay „Horizonte“ erläutert Seitz wie die europäisch-mediterrane Lebensart und Küche ihn bei seinen Rezept-Kreationen beeinflusst und inspiriert hat.
Äußerst gelungen ist auch der etwa 100 Seiten umfassende Abschnitt mit insgesamt 24 Rezepten, in dem Seitz eine bunte, abwechslungsreiche Mischung zu unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Anlässen zusammengestellt hat. So finden sich neben nicht allzu aufwändigen Rezepten, auch recht einfache Gerichte für Einsteiger sowie recht anspruchsvolle und außergewöhnliche Rezepte wie beispielsweise Wachtel auf Belugalinsen mit Holunderrahm und Haselnüssen. Nach einer vorangestellten, allgemeinen Einleitung mit persönlichen Anmerkungen des Autors und hilfreichen Tipps zum jeweiligen Gericht und den Zutaten folgen eine Auflistung der Zutaten für eine Person und eine ausführliche Beschreibung der Zubereitung. Die Grundrezepte im Buch sind insgesamt gut verständlich beschrieben und laden darüber hinaus zum Variieren der Zutaten ein. In einigen Fällen ist es allerdings sehr fraglich, ob die als Limit angesetzten 30 Minuten für die Zubereitung des Essens ausreichend sind.
Neben Frühstück, Salat, verschiedenen originellen Hauptspeisen gibt es natürlich auch köstliche Leckereien für Naschkatzen – bei dieser Vielfalt sollte eigentlich für jeden Geschmack und jedes Können das Richtige dabei sein. Man nimmt das Buch einfach gerne in die Hand, lässt sich beim Durchblättern von den vielen interessanten Rezeptideen inspirieren und bekommt richtig Lust darauf, die abgebildeten Köstlichkeiten für die nächste Feier mit Familie und Freunden auszuprobieren.
Etwas unangenehm fällt allerdings ein recht penetranter Chemiegeruch auf, der einem beim Aufschlagen der Seiten entgegen strömt und der sich leider bisher noch nicht verflüchtigt hat.
FAZIT
Ein äußerst gelungenes Buch mit Rezepten und Warenkunde rund um naturnahes Kochen - mit vielen ansprechenden Fotos, nützlichen Tipps und jeder Menge neuer Anregungen.
Sehr empfehlenswert für alle, die an einer „einfachen, guten und gesunden“ Küche Interesse haben!

Veröffentlicht am 02.07.2018

Solider, aber nicht ganz überzeugender Auftakt einer neuen Fantasy-YA-Trilogie

Children of Blood and Bone
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INHALT
Die siebzehnjährige Zélie erinnert sich gut an die Zeit, als Orïsha noch von Magie erfüllt war. Jeder Maji-Clan bezog eine andere Macht von den Göttern. Wasserhüter beherrschten die Gezeiten, Seher ...

INHALT
Die siebzehnjährige Zélie erinnert sich gut an die Zeit, als Orïsha noch von Magie erfüllt war. Jeder Maji-Clan bezog eine andere Macht von den Göttern. Wasserhüter beherrschten die Gezeiten, Seher konnten in die Zukunft blicken, und Seelenfänger wie Zélies Mutter hatten die Macht über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als der machthungrige König von Orïsha einen Weg fand, die Maji von ihren Kräften abzuschneiden, und sie alle töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung. Jetzt hat Zélie die Chance, die Magie zurückzuholen, bevor sie für immer verschwindet. Mit Hilfe ihres Bruders, ihrer treuen Löwenesse und einer abtrünnigen Prinzessin begibt sie sich auf einen Weg, auf dem unzählige Gefahren lauern. Vor ihr liegen undurchdringliche Dschungel, glühende Wüsten und mystische Tempel. Und der Feind ist ihr immer auf den Fersen. Inan, der Kronprinz von Orïsha, wird alles daran setzen zu verhindern, dass die Magie je wiederkehrt. (Quelle FischerVerlage)
MEINE MEINUNG
„Children of Blood and Bone - Goldener Zorn“ ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Tomi Adeyemi und zugleich Auftakt einer neuen Fantasy-Trilogie. Die Autorin hat für ihren Jugendroman eine faszinierende, ganz eigene Fantasywelt erdacht, die in einem westafrikanisch angehauchten Ambiente mit jeder Menge Magie und einer geheimnisvollen Götterwelt angesiedelt ist.
Die Besonderheiten der Fantasywelt mit ihren exotischen Mythen fand ich anfangs sehr fesselnd und vor allem originell. Die Autorin führt uns die sehr angespannte, intolerante Atmosphäre im Königreich anhand von Zélies Alltag gekonnt vor Augen. In verschiedenen Szenen zeichnet sie sehr anschaulich eine Welt der schwelenden Animositäten, ein Kampf ums tägliche Überleben und permanenter Unterdrückung der dunkelhäutigen, aber hellhaarigen Divînés und Maji durch eine Führungselite und die hellerhäutigen Adligen. Zélies Wunsch nach Veränderung der Machtverhältnisse und ihre Hoffnung auf Gleichberechtigung der Völker ist sehr nachvollziehbar. Adeyemis Anliegen, die Leserschaft auf die Diskriminierung von Menschen aufgrund rein äußerlicher Unterschiede zu sensibilisieren, ist ein überaus aktueller und sehr interessanter Ansatz für einen Roman.
Leider hat es die Autorin aber nicht geschafft, ihre originelle Ausgangsidee mit dem faszinierenden Setting in eine ebenso außergewöhnliche, mitreißende und schlüssige Geschichte umzusetzen. Die von ihr erschaffene Welt mit ihrer interessanten, magisch-mythischen Hintergrundgeschichte enthält einige logische Schwächen und Ungereimtheiten und wirkt insgesamt mit ihren etwas schwammigen Beschreibungen wenig ausgereift. Auch der Handlungsverlauf erscheint oftmals wenig einfallsreich, vorhersehbar und lässt einen raffinierten Spannungsaufbau vermissen. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, uns mit temporeichen Passagen und actionreichen, blutigen Kampfszenen in Atem zu halten, doch finden sich leider auch immer wieder Längen, in denen die Spannung deutlich abflacht.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Zélie sowie der Prinzessin Amari und ihrem Bruder Kronprinz Inan, wodurch von Anfang an eine besondere Nähe zu den Figuren geschaffen und rasch Spannung aufgebaut wird. Einen besonders intensiven Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt der Figuren erhält der Leser aus dieser Sichtweise dennoch nicht und kann daher einige charakterliche Entwicklungen und Motive für ihre überraschenden Handlungen nicht nachvollziehen. Eine einfühlsame, differenzierte Figurenzeichnung ist der Autorin vor allem bei ihren zwei starken Heldinnen Zélie und Amari gelungen, deren Weiterentwicklung und das Über-sich-Hinauswachsen im Kampf für das Gute sehr nachvollziehbar dargestellt wird. Insbesondere die Figur der besonnenen Prinzessin Amari mit ihren inneren Konflikten ist ein vielschichtiger, sympathischer Charakter, den ich bald in mein Herz geschlossen habe – ein gelungener Kontrast zur eher extrovertierten, rebellischen Zélie, die mit ihrer oft unüberlegten, naiven Art für jede Menge Probleme sorgt. Die männlichen Charaktere Prinz Inan und Zélies Bruder Tzain wirken mit ihren recht schwachen Persönlichkeiten hingegen blass und geben wenig Einblicke in ihr Innenleben. Gleich zwei Liebesgeschichten lässt die Autorin sich anbahnen, wobei die eine von ihnen doch sehr klischeehaft, konstruiert und unglaubwürdig auf mich wirkte.
Der mitreißende Schreibstil der Autorin ist für ein Jugendbuch recht einfach gehalten, lässt sich aber angenehm lesen. Sehr hilfreich wäre allerdings ein Glossar für die vielen fremden Begriffe gewesen, deren Bedeutung man sich im Laufe der Geschichte zusammenreimen muss.
Der erste Band der Trilogie endet schließlich in einem ziemlich rasanten Finale, das an Spannung und Dramatik kaum noch zu überbieten ist. Der fiese, vielversprechende Cliffhanger am Schluss lässt viele Fragen für die Nachfolgebände offen und macht neugierig auf eine Fortsetzung der Geschichte in dieser interessanten, atmosphärisch dichten Fantasy-Welt.
Man kann nur hoffen, dass es der Autorin nach diesem recht schwachen ersten Band noch gelingen wird, das enorme Potential von Setting und Ausgangsidee zu nutzen und ihren Ideenreichtum stimmiger und packender umzusetzen.
FAZIT
Ein solider, unterhaltsamer Auftakt einer neuen Fantasy-YA-Trilogie mit einem faszinierenden Setting, starken Frauenfiguren aber leider auch einigen Schwächen im Plot, der mich allerdings nicht völlig überzeugen konnte!