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Veröffentlicht am 29.12.2025

Zwischen Faszination und Überforderung – meine Reise durch Alchemised

Alchemised
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Als „Alchemised“ überall in aller Munde war, war für mich schnell klar, dass ich den Hype ebenfalls verstehen möchte. Und auch wenn das Buch für mich kein absolutes Lebenshighlight geworden ist, was es ...

Als „Alchemised“ überall in aller Munde war, war für mich schnell klar, dass ich den Hype ebenfalls verstehen möchte. Und auch wenn das Buch für mich kein absolutes Lebenshighlight geworden ist, was es für viele andere offenbar ist, hat es mir dennoch gut gefallen.
„Alchemised“ ist in drei unterschiedlich lange Teile gegliedert, wobei der zweite mit Abstand den größten Umfang einnimmt. Im ersten Teil erleben wir die Geschichte aus der Perspektive von Helena, einer Gefangenen, die ihr Gedächtnis verloren hat. Dadurch wirkt vieles zunächst sehr verwirrend, da wir die Ereignisse und Zusammenhänge gemeinsam mit ihr entdecken. Da sowohl das Worldbuilding als auch das Magiesystem äußerst komplex sind, fiel mir der Einstieg ziemlich schwer – um genau zu sein habe ich etwa die ersten 200 Seiten gebraucht, um wirklich in der Geschichte anzukommen. Gerade als ich mich richtig in Teil eins eingefunden hatte, wechselte die Handlung in den zweiten Teil, in den ich mich erst erneut einlesen musste. Doch das Durchhalten lohnt sich! Nichtsdestotrotz ist „Alchemised“ definitiv kein Buch für zwischendurch. Man sollte sich Zeit und Geduld nehmen, um vollständig in diese umfangreiche Story einzutauchen. Dabei empfiehlt es sich sehr, regelmäßig einen Blick in das ausführliche Glossar am Ende des Buches zu werfen.
Helena und Kaine sind spannende Charaktere und auch als Paar durchaus interessant, wenngleich ihre Beziehung stellenweise sehr toxisch ist. Die sogenannten „Freunde“ von Helena – die Mitglieder der Ewigen Flamme (die Anführungszeichen setze ich bewusst, da ich diese Freundschaften teilweise fragwürdig fand) – wirkten auf mich hingegen oft eher kindisch und dadurch gelegentlich auch nervig. Zudem hatte ich den Eindruck, dass Szenen mit ihnen einige Längen aufwiesen. Auch das Ende empfand ich nach der intensiven und mitreißenden Geschichte rund um Helena und Kaine als etwas underwhelming und zu langgezogen.
Trotzdem hat mich das Buch in vielen Momenten emotional berührt und stark gefesselt – so sehr, dass ich es tagelang kaum aus der Hand legen konnte. Die düstere Atmosphäre ist sehr anziehend, ohne dabei erdrückend zu wirken. Allerdings ist „Alchemised“ definitiv nichts für schwache Nerven: Die Gewalt wird häufig sehr detailliert und brutal dargestellt und ist somit sicher nicht für jede Person geeignet.
Empfehlen würde ich das Buch vor allem Fans von Dark Fantasy, die Slow-Burn- und Enemies-to-Lovers-Dynamiken mögen und bereit sind, sich auf eine große, komplexe Welt einzulassen.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Fake-Dating? Achievement unlocked!

Novel Haven - Match of Fate
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Lange habe ich mich auf diese Fortsetzung gefreut und ich muss sagen, ich habe tatsächlich ein neues Lieblingsbuch gefunden. Wow, was für ein Lesegenuss!
Schon der erste Band rund um Lara und Luca war ...

Lange habe ich mich auf diese Fortsetzung gefreut und ich muss sagen, ich habe tatsächlich ein neues Lieblingsbuch gefunden. Wow, was für ein Lesegenuss!
Schon der erste Band rund um Lara und Luca war für mich ein echtes Highlight, aber die Geschichte von Nataly und Dylan hat das Ganze noch einmal übertroffen.
Inhaltlich spielt Gaming wieder eine große Rolle, allerdings aus ganz neuen Blickwinkeln: Dylan, der erfolgreiche E-Sportler und Nataly, die smarte Marketingexpertin von Novel Haven, könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Durch einen unglücklichen Vorfall geraten die beiden jedoch in eine gemeinsame Situation, die nicht nur für sie selbst, sondern auch öffentlich für Aufsehen sorgt. Um den entstandenen Skandal zu entschärfen, entscheiden sie sich für eine Fake-Dating-Strategie – und genau hier beginnt das emotionale Feuerwerk. Dabei lernen sie sich immer weiter kennen und bemerken, dass jeder von ihnen sein Päckchen zu tragen hat.
Der wunderschöne Schreibstil hat mich sofort abgeholt. Ich war so oft von Gänsehautmomenten gepackt und musste gleichzeitig regelmäßig schmunzeln. Dylan und Nataly liefern sich herrlich witzige Schlagabtäusche, die ihre ohnehin schon starke Dynamik noch lebendiger machen. Dylan ist – ähnlich wie Luca aus Band 1 – eine absolute Green Flag und für mich ein rundum gelungener Bookboyfriend. Nataly hingegen ist eine kluge, zielstrebige Frau, die sich zu häufig in ihrem Leben anpassen musste und nun beginnt, endlich ihren eigenen Weg zu gehen. Ihre Entwicklung hin zu mehr Selbstbestimmung hat mich echt berührt.
Auch das langsame Zusammenwachsen der beiden, bei dem das Fake im Fake Dating zunehmend verblasst, ließ mich vollkommen mitfühlen. Trotz der vielen ernsthaften Themen wie toxische Beziehungen, Leistungsdruck und Selbstzweifel, bleibt der Roman ein echtes Wohlfühlbuch, das mich mit einem warmen Gefühl zurückgelassen hat.
Ich empfehle diese Geschichte absolut allen Fans von Fake Dating, Enemies to Lovers, Forced Proximity und natürlich Gaming. Aber keine Sorge: Auch ohne Gaming-Vorwissen lässt sich der Roman wunderbar lesen.
Jetzt freue ich mich umso mehr auf Arias Geschichte!

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Eine Liebesgeschichte im Morgenlicht von Boston

Mornings in Boston - The Stories We Tell
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Als ich zum ersten Mal von „Mornings in Boston – The Stories We Tell“ gehört habe, war ich mir zunächst unsicher, ob mich das Setting wirklich abholen würde. Doch dann dachte ich mir: „Es ist Anna Lane ...

Als ich zum ersten Mal von „Mornings in Boston – The Stories We Tell“ gehört habe, war ich mir zunächst unsicher, ob mich das Setting wirklich abholen würde. Doch dann dachte ich mir: „Es ist Anna Lane – was soll schon schiefgehen?“ Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht: Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen in seinen Bann gezogen.
Der Schreibstil ist wie gewohnt wunderbar leicht, warm und atmosphärisch. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in der Geschichte angekommen. Besonders gut hat mir gefallen, wie mühelos Anna Lane ernste Themen, zwischenmenschliche Spannungen und romantische Momente miteinander verwebt. Nichts wirkt künstlich – im Gegenteil, die Geschichte entfaltet sich sehr organisch und mit einem tollen Gespür für Timing. Auch die Charaktere haben mich überzeugt: Penelope ist eine starke, ehrgeizige junge Frau, die auf beeindruckende Weise ihren Weg in der Journalismuswelt geht. Ein schwerer Schicksalsschlag hat sie geprägt und beeinflusst immer wieder ihre Entscheidungen und ihre Art, mit Menschen umzugehen. Genau dieser Mix aus Verletzlichkeit und Stärke macht sie so greifbar und sympathisch.
Connor hingegen wirkt auf den ersten Blick kühl, arrogant und verschlossen. Doch je tiefer die Geschichte geht, desto mehr erkennt man, dass diese Fassade nur ein Schutzmechanismus ist. Seine Entwicklung und die sanften Einblicke in seine Gefühlswelt haben mir besonders gefallen. Zusammen bilden Penelope und er ein faszinierendes Duo voller unterschwelliger Spannung, witziger Sticheleien und echter Verbundenheit.
Der „Enemies/Rivals-to-Lovers“-Aspekt ist wunderbar getroffen und auch die „Grumpy x Sunshine“-Dynamik bringt eine schöne Leichtigkeit und viel Charme in die Story. Gleichzeitig bleibt die Handlung emotional, sodass man sehr gut mit beiden mitfühlen kann.
Für mich ist „Mornings in Boston“ eine rundum gelungene Workplace Romance mit interessanten Figuren, einer fesselnden Storyline und genau dem richtigen Maß an Herz und Tiefe. Ich bin gespannt auf den zweiten Band!

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Wenn das Schicksal Zeit braucht

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
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* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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Zuerst einmal: Ich liebe den Schreibstil dieser ...

* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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Zuerst einmal: Ich liebe den Schreibstil dieser Autorin – und ich liebe ihren ersten Band „Bride“. Er gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und hat mich damals nach einer langen Leseflaute wieder zum Lesen gebracht. Entsprechend hoch war meine Vorfreude auf die Fortsetzung „Mate“. Gleichzeitig blieb jedoch eine gewisse Skepsis: Serena fand ich im ersten Teil zwar okay, aber so richtig warm wurde ich mit ihr nicht. Würde mir ein ganzes Buch aus ihrer Perspektive gefallen?
Wie erwartet bin ich schnell wieder in Ali Hazelwoods Schreibstil eingetaucht. Ich mag ihre humorvollen, bildhaften und cleveren Elemente sehr – für mich hebt sie sich damit deutlich von anderen Autorinnen ab. Ihre Bücher haben für mich etwas ganz Besonderes. Doch in die Geschichte selbst habe ich zunächst überraschend schwer hineingefunden. Meine anfängliche Skepsis gegenüber Serena blieb – und das ziemlich lange. Auch Koen konnte ich anfangs nicht richtig greifen. Insgesamt war mir über die ersten 140 Seiten hinweg nicht klar, wohin die Story eigentlich steuern soll. Es wirkte ein wenig, als müsste sich die Autorin zunächst selbst sortieren und so wirklich passiert ist in diesem Abschnitt auch nicht viel.
Dann kam jedoch für mich die Wendung und ab diesem Moment war ich völlig gepackt. Plötzlich wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Serenas Art wuchs mir zunehmend ans Herz, ebenso wie Koens. Den restlichen Verlauf der Geschichte habe ich wirklich geliebt, sodass „Mate“ für mich am Ende doch noch zu einem richtig guten Leseerlebnis wurde. Besonders gefreut haben mich auch Miserys Gastauftritte. Davon hätte ich mir sogar noch mehr gemeinsame Szenen mit Serena gewünscht, denn die waren herrlich witzig.

Ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen. Aber man sollte sich bewusst sein, dass es etwas Zeit braucht, bis die Geschichte vollständig zündet. Wer außerdem die Tropes „Fated Mates“ und „Morally Grey“ mag, wird hier auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Zwischen Frost und kalifornischer Sonne

Falling Like Snow
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Ähnlich schön wie das Äußere ist auch der Inhalt dieser Geschichte. Sie handelt von Ivy, einem Mädchen aus Kanada, das mit 17 Jahren ihren Vater verloren hat und nun zu ihrem Patenonkel und dessen Sohn ...

Ähnlich schön wie das Äußere ist auch der Inhalt dieser Geschichte. Sie handelt von Ivy, einem Mädchen aus Kanada, das mit 17 Jahren ihren Vater verloren hat und nun zu ihrem Patenonkel und dessen Sohn Mason nach Kalifornien ziehen muss. Trotz Ivys Schicksalsschlag zeigt sich Mason wenig begeistert von ihrer Ankunft und lässt sie das auch deutlich spüren. Doch mit der Zeit fühlt sich Ivy immer stärker zu ihm hingezogen.
Die Autorin überzeugt mit einem wundervollen, stellenweise fast poetischen Schreibstil. Besonders bildhafte Vergleiche – etwa, dass das Herz dem Schnee gleiche – haben mich sehr berührt. Auch die Beschreibungen Kanadas und Ivys tiefe Verbundenheit zu ihrem Heimatland fand ich faszinierend, da sie mich die Landschaft lebhaft vor Augen sehen ließen. Dadurch fiel mir der Einstieg in diesen Young-Adult-Roman besonders leicht.
Ivy ist eine eher schüchterne, introvertierte Protagonistin, die gern ihr eigenes Ding macht. In Kalifornien jedoch ist sie gezwungen, mehr aus sich herauszukommen. Das war eine Entwicklung, die ich mit Interesse verfolgt habe. Ihre äußere Erscheinung hebt sie zudem von ihrer neuen sonnendurchfluteten Umgebung ab, was sie zu einer besonderen Figur macht. Mason hingegen ist groß, stark, extrovertiert und nebenbei ein talentierter Boxer – aber auch sehr von sich überzeugt. Anfangs wirkt er unsympathisch, doch im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass ebenfalls er Geheimnisse und Verletzungen mit sich trägt. Die Dynamik zwischen den beiden und die Umsetzung des Enemies-to-Lovers-Tropes sind der Autorin hier sehr gut gelungen.
Zwischendurch bringt ein spannender Suspense-Anteil zusätzlich Dramatik ins Spiel. Denn Ivys Vater war eine bekannte Persönlichkeit, die ihr etwas hinterlassen hat, worauf auch andere ein Auge geworfen haben. Dadurch wurde deutlich Spannung geschaffen und ich war sehr gefesselt von den Ereignissen.
Lediglich das Ende hat sich für mich etwas gezogen, denn einige Szenen hätten meiner Meinung nach weggelassen werden können. Insgesamt aber hatte ich große Freude beim Lesen und finde, dass Erin Doom hier eine wirklich schöne Geschichte gelungen ist.
Wer also Enemies-to-Lovers, Forced Proximity und Suspense sucht, der wird diesen Young-Adult-Roman sicher genießen.

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