Profilbild von bookmedworld

bookmedworld

Lesejury Profi
offline

bookmedworld ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookmedworld über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

„Willkommen zum Tanz von Licht und Schatten.“

When Shadows Darken the Sun
0

Mit When Shadows Darken the Sun von Nina Schilling taucht man in eine Welt ein, die zunächst klar geordnet wirkt – in Licht und Schatten, in Pflicht und Gefühlen, in Loyalität und Feindschaft. Aber jede ...

Mit When Shadows Darken the Sun von Nina Schilling taucht man in eine Welt ein, die zunächst klar geordnet wirkt – in Licht und Schatten, in Pflicht und Gefühlen, in Loyalität und Feindschaft. Aber jede Seite definiert sie für sich selbst. Und genau diese scheinbare Klarheit beginnt mit jeder Seite mehr zu bröckeln.

Die Geschichte setzt in einem System an, das von Generationen geprägt ist: Zwei Höfe stehen sich gegenüber, gefangen in Traditionen, Erwartungen und einem Machtgefüge, das kaum Raum für Individualität lässt. Was zunächst wie ein klassisches Setting wirkt, entwickelt sich schnell zu etwas Tieferem, weil es nicht bei der Oberfläche bleibt. Stattdessen stellt das Buch leise, aber eindringlich die Frage, wie viel von dem, woran wir glauben, wirklich unsere eigene Überzeugung ist – und wie viel davon einfach übernommen wurde.

Im Zentrum stehen Cass und Nox, zwei Figuren, die auf den ersten Blick gegensätzlicher kaum sein könnten. Eigentlich sollte ihre Begegnungen von Misstrauen und Vorurteilen geprägt sein, weil sie ihnen als Wahrheit vermittelt wurden. Doch genau das tun sie nicht. Sie treffen trotz ihrer Erziehung, wie sie miteinander umzugehen haben, nämlich als Feinde, mit viel Respekt aufeinander und entwickeln ihre eigene Dynamik. Nicht zu schnell, plötzlich oder überstürzt, sondern Schritt für Schritt. Jede Annäherung wirkt verdient, jede Veränderung nachvollziehbar.

Besonders gelungen ist dabei, wie viel Raum der inneren Entwicklung gegeben wird. Es geht nicht nur um die Beziehung zwischen zwei Menschen, sondern auch um die Auseinandersetzung mit sich selbst. Beide Figuren müssen lernen, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen, sich von vorgegebenen Rollenbildern zu lösen und Entscheidungen zu treffen, die nicht nur sie selbst betreffen. Diese innere Zerrissenheit zwischen Pflicht und eigenen Wünschen ist der Autorin sehr gut gelungen, ohne dass es zu viel oder gewollt wirkt. Stattdessen verleiht dies der Geschichte eine emotionale Tiefe, die über die eigentliche Handlung hinausgeht.

Gleichzeitig schafft es Nina Schilling, die Atmosphäre konstant dicht zu halten. Die Welt wirkt greifbar, ohne überladen zu sein, und die politischen Spannungen zwischen den Höfen bilden eine unterschwellige, aber stetige Bedrohung. Dadurch entsteht eine Balance zwischen persönlicher Geschichte und größerem Kontext, die das Buch durchgehend trägt.

Was besonders heraussticht, ist der Umgang mit Themen wie Vorurteilen und Perspektiven. Das Buch zeigt, wie einfach es ist, in vorgefertigten Denkmustern zu bleiben – und was es braucht, diese zu durchbrechen. Es geht nicht darum, einfache Antworten zu liefern, sondern darum, Fragen zu stellen. Fragen danach, wem wir glauben, warum wir glauben und was passiert, wenn wir beginnen, alles zu hinterfragen.

Auch stilistisch bleibt die Geschichte durchgehend zugänglich und gleichzeitig atmosphärisch. Die Sprache ist flüssig, bildgewandt und poetisch, und schafft es, sowohl die äußeren Konflikte als auch die inneren Prozesse der Figuren greifbar zu machen. Dadurch entsteht ein Lesefluss, der einen spannend durch die Geschichte trägt.

Am Ende bleibt vor allem eines: das Gefühl, dass diese Geschichte mehr ist als nur eine romantische Entwicklung zwischen zwei Figuren. Sie ist eine Auseinandersetzung mit Gegensätzen, mit Wahrheit und Wahrnehmung – und mit dem Mut, sich von dem zu lösen, was einem immer als richtig vermittelt wurde. Und der Plottwist - I did not see that coming! Ich saß da mit offenem Mund und konnte meinen Augen nicht trauen! 11/10!

Eine kleine Anmerkung gibt es jedoch meinerseits: die Einführung bzw. die Einleitung war meines Geschmacks etwas zu lang und hätte gekürzt werden können. Außerdem lege ich euch allen ans Herz, euch den Klappentext durchzulesen. Denn dieser gibt genau das wider, worum es im Buch geht: die Tag- und Nachtspiele sind nämlich nicht der einzige Fokus!

Ein gelungener Roman, der Lust auf mehr macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 12.04.2026

Einfach genial!

Coldhart - Strong & Weak
0

Lena Kiefer versteht es wie kaum eine andere, Geschichten in Bilder zu kleiden. Strong & Weak liest sich, als würde man durch eine Serie aus leuchtenden Szenen gehen, jede davon klar gezeichnet, atmosphärisch ...

Lena Kiefer versteht es wie kaum eine andere, Geschichten in Bilder zu kleiden. Strong & Weak liest sich, als würde man durch eine Serie aus leuchtenden Szenen gehen, jede davon klar gezeichnet, atmosphärisch dicht und emotional aufgeladen. Ihr Schreibstil ist kraftvoll und zugleich sensibel, bildgewaltig, ohne ins Überzeichnete abzudriften – genau jene Mischung, die ihre Bücher zu einem Erlebnis macht, das man nicht einfach konsumiert, sondern spürt.

Besonders beeindruckend ist die Welt, die Kiefer erschafft. Sie wirkt durchdacht, logisch vernetzt und voller Zusammenhänge, die nicht nur den Hintergrund bilden, sondern die Figuren und ihre Entscheidungen formen. Machtstrukturen, gesellschaftliche Unterschiede, politische Dynamiken – all das fließt organisch ineinander und lässt die Geschichte sowohl glaubwürdig als auch vielschichtig wirken. Die Kluft zwischen Arm und Reich steht dabei besonders im Fokus: Felicity, die aus einfachen Verhältnissen kommt, und Elijah, der in privilegierten Strukturen aufgewachsen ist, verkörpern diesen Kontrast auf den ersten Blick. Doch je tiefer man eintaucht, desto klarer wird, dass sie nicht nur Gegensätze sind, sondern zwei Menschen, die sich auf empfindsame Weise ergänzen.

Felicity ist eine Protagonistin, die sofort Präsenz zeigt: stark, tough, klar in sich selbst ruhend, verletzlich und gleichzeitig unerschütterlich. Sie weiß, was sie will, sie spricht aus, was sie denkt, sie steht für sich ein – und gerade deshalb berührt sie so sehr. Elijah hingegen trägt eine Vergangenheit mit sich, die Kiefer facettenreich und psychologisch fein ausarbeitet. Seine Geschichte wirkt nie aufgesetzt, sondern durchleuchtet seine Entscheidungen, seine Unsicherheiten und seine Art, Nähe zuzulassen. Die Auswirkungen seiner Vergangenheit sind nicht einfach ein erzählerisches Mittel, sondern tragen echte Schwere und formen seinen Weg.

Zwischen Felicity und Elijah entfaltet sich eine Liebesgeschichte, die unter der Haut brennt, ohne laut zu werden. Sie wirkt organisch, harmonisch und entwickelt eine Intensität, die nicht aus großen Gesten entsteht, sondern aus leisen Momenten, tiefen Blicken und dem Gefühl, dass zwei Seelen sich nicht zufällig begegnet sind. Es ist ein Miteinander, das heilt, zugleich fordert und schließlich etwas schafft, das größer ist als die Summe ihrer Einzelteile.

Kiefer legt viel Wert auf Emotionen, Spannungsbögen und feine Wendungen, die die Geschichte in Bewegung halten, ohne den Figuren ihre Tiefe zu nehmen. Nebenfiguren treten glaubwürdig auf, wirken wie echte Menschen mit eigenen Geschichten und tragen geschickt dazu bei, die Welt lebendig zu machen. All diese Elemente verbinden sich zu einem Roman, der mehr ist als eine Liebesgeschichte – er ist ein vielschichtiges Porträt zweier Menschen, die versuchen, ihren Platz in einer komplexen Welt zu finden.

Und natürlich endet das Buch – ganz typisch für Lena Kiefer – in einem „Kiefhanger“, der gleichermaßen frustriert, begeistert und das dringende Bedürfnis weckt, sofort weiterlesen zu wollen. Es ist dieses Gefühl der Unvollständigkeit, das zugleich Beweis dafür ist, wie sehr einem die Geschichte unter die Haut gegangen ist.

Strong & Weak ist ein Roman, der tief berührt, der mit Worten malt und mit Emotionen arbeitet, die lange nachhallen. Für alle, die bildstarke Sprache, starke Figuren und eine Liebesgeschichte suchen, die gleichermaßen zart wie intensiv ist, ist dieser Band eine klare Empfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Suchtpotential und Highlight!!!

Lost Girls − Breathing for the First Time
0

Was, wenn das Schwierigste im Leben nicht das Überleben ist – sondern wieder zu lernen zu atmen?

Denn genau das lernen wir mit Darcy in dieser Geschichte. Wie man einsieht, dass man ertrinkt, und nicht ...

Was, wenn das Schwierigste im Leben nicht das Überleben ist – sondern wieder zu lernen zu atmen?

Denn genau das lernen wir mit Darcy in dieser Geschichte. Wie man einsieht, dass man ertrinkt, und nicht mehr atmen kann, wie man sich aus dem Strudel rauskämpft und einen Rastplatz sucht. Wie man wieder zu sich findet und den ersten Atemzug macht. Wie man seine Stimme wiederfindet und sie für sich hebt. Wie man für sich aufsteht und in den Krieg zieht. Wie man sich selbst an erster Stelle stellt. Wie man Mut findet. Wie man wieder lebt. Und wie man sich einen Neuanfang aufbaut.

Manche Geschichten liest man, manche fühlt man und manche gehen unter die Haut. Weil sie intensiv sind. Bitter. Pur. Ehrlich. Ungefiltert. Einfach, weil sie typisch Nikola Hotel sind. Große Gefühle, wichtige und realitätsnahe Themen, auch wenn wir sie gerne verdrängen, aber doch für viele Frauen leider die Realität ist, intensives Mitfiebern, Bauchschmerzen, bittere und harte Realität, aber auch gefüllt mit ganz viel Liebe und Heilung. Nikola bricht uns, bevor sie uns wieder zusammensetzt.

Darcy ist jung und bemerkt, dass ihre Beziehung zu ihrem Mann nicht mehr das ist, was sie einmal war. Sie erlebt den dünnen Grat des Umschwungs von Liebe und Fürsorge zu Kontrolle und Toxizität. Lobenswert hierbei ist, dass Nikola es sehr realistisch darstellt, wie die 21 jährige langsam realisiert hat, dass sie in einer Parallelwelt lebt und ihr Leben selbst in die Hand nehmen muss. Denn sich das Eingestehen ist überhaupt ein schwieriger Schritt und nicht einfach so getan. Interessant fand ich, dass wir dieses Eingeständnis nicht live miterleben, zumindest nicht ganz, sondern teilweise durch die Rückblenden und Nacherzählungen.

Die Geschichte beginnt direkt sehr spannend, nämlich dem Plan bzw. Umsetzung, aus dem goldenen Käfig zu entkommen. Wir Leser werden also direkt ins Geschehen geworfen, direkt in die ungefilterte Gefühlswelt, und bangen mit Darcy, zweifelhaft nach einer Lösung zu finden. Denn dass es nicht so einfach klappen würde, wäre auch zu schön um wahr zu sein. Klar gab es einige Stellen, wo ich dachte, Mensch Darcy, sag was, tu was verdammt nochmal. Aber als Außenstehende sieht eh immer alles simpel und einfach aus.

Auch wenn wir durch ein Gewitter tigern, gibt es dennoch Elli, unser Lichtblick, die Sonne in dem Sturm. Er ist ruhig, besonnen und fest im Boden, mit viel Verständnis und Geduld. Und solche Eigenschaften sind nicht selbstverständlich. Elli hat schönen und frischen Wind in die Geschichte gebracht. Denn ich muss gestehen, es war sehr frustrierend, über Darcy‘s Mann und ihre Situation zu lesen. An so vielen Stellen wollte ich ihr helfen und unter die Arme greifen. Aber ich konnte nicht, ich konnte einfach nicht. Und dieses hilflose Zuschauen hat mich an meine Grenzen gebracht. Am liebsten wäre ich ins Buch gesprungen und hätte Jason mal meine medizinische Expertise spüren lassen!

Der Schreibstil ist einfach himmlisch, bildgewandt, und sehr gefühlvoll. Allein durch Nikolas Worte habe ich so vieles Emotionen erlebt. Von Angst, zu Panik, zu Unglauben, zu Zweifel, aber auch Liebe und letztendlich Geborgenheit. An vielen Stellen musste ich meinen Atem anhalten, weil Nikolas Worte mich überrollten. Aber genau dieses vollkommene Einnehmen hat mich abgeholt.

Die Geschichte nimmt an der richtigen Stelle Fahrt auf, legt passende Pausen ein, damit wir von der Intensität nicht überfahren werden. Und das Ende bildet einen Höhepunkt, der dann im Kreis sich schließt. Ich fand den Kontrast zu Darcy‘s vorherigem Leben zum Neuanfang sehr gut gelungen. Vor allem das Thema rund um ein reines Frauencollege war gut in die Geschichte eingebettet. Dass der kurzweilige Frieden nur ein trug ist, war ja klar. Aber die Überschneidungen und Berührungspunkte zu Darcy‘s altem Leben haben mir doch die Nerven geraubt. Denn ganz ehrlich, es stimmt doch, dass eine Frau es nicht leicht hat, den Finger auf ihren Ehemann zu zeigen. Und schon gar keine Chancen mehr hat, wenn der besagte Ehemann ein wichtiger NFL Player ist. Jeder hat sich eine Meinung gebildet, sieht das luxuriös Leben, aber nicht das, was wirklich zählt. Nämlich, ob man Respekt, Liebe, Fürsorge und Geborgenheit bekommt. Ob man gesehen wird. Gehört wird. Beachtet wird. Als Außenstehende kann man schlecht nachvollziehen, dass ein Mensch der Öffentlichkeit anders sein kann, als das, was man über ihn dachte. Und genau deshalb kommen viele ja glimpflich davon. Pretty privilege und Wichtigtuerei der Männer. Ob das moralisch vertretbar ist, sei mal dahingestellt.

Darcy, jung, schön und gebrochen. Jason, der Gott weiß welches Kabel im Gehirn falsch geschaltet hat und nur noch von Toxizität umgeben ist. Und Elli, unser Lichtblick, die Luft zum Atmen in dieser Geschichte.

Ein wichtiges Buch, auch wenn es sehr intensiv ist und Frustration hervorruft, uns von Angst über Panik alles spüren und fühlen lässt, das sehr gelungen ist in der Darstellung des Themas und das Finden einer Lösung. Von Anfang bis Ende ein mitreißendes Buch, recommending 11/10! Aber bitte beachtet die TW!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Emotionale Tiefe mit relevanten Themen

Infinity Falling - Change My Mind
0

Mit Infinity Falling – Change My Mind liefert Sarah Sprinz eine Fortsetzung, die weit über eine klassische New-Adult-Romance hinausgeht. Der Roman verbindet emotionale Tiefe mit gesellschaftlich relevanten ...

Mit Infinity Falling – Change My Mind liefert Sarah Sprinz eine Fortsetzung, die weit über eine klassische New-Adult-Romance hinausgeht. Der Roman verbindet emotionale Tiefe mit gesellschaftlich relevanten Themen und schafft es, eine Geschichte zu erzählen, die sowohl berührt als auch zum Nachdenken anregt.

Im Mittelpunkt stehen Holly und Ruben, zwei Charaktere, die beide im Managementbereich der Filmindustrie tätig sind. Ihre Zusammenarbeit ist zunächst von Konflikten geprägt – nicht nur aufgrund unterschiedlicher Persönlichkeiten, sondern auch wegen ihrer jeweiligen Positionen und Verantwortungen.

Das Setting rund um Filmproduktion, öffentliche Wahrnehmung und Machtstrukturen in der Branche verleiht der Geschichte eine besondere Dynamik. Es geht nicht nur um persönliche Beziehungen, sondern auch um berufliche Abhängigkeiten, Einfluss und die Frage, wie viel Kontrolle Einzelne tatsächlich haben.

Holly ist eine Protagonistin, die durch ihre Stärke und Professionalität überzeugt. Gleichzeitig wird im Verlauf der Geschichte deutlich, dass hinter dieser Fassade eine komplexe emotionale Welt steht. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und fein ausgearbeitet.
Ruben hingegen wirkt zunächst kontrolliert und distanziert. Doch auch bei ihm zeigt sich schnell, dass diese Haltung nicht ohne Grund existiert. Seine Tiefe entfaltet sich schrittweise, wodurch er als Figur greifbar und authentisch wird.
Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen den beiden. Ihre Beziehung entwickelt sich nicht abrupt, sondern basiert auf einem stetigen Wechsel zwischen Nähe und Distanz, Vertrauen und Zweifel. Genau diese Ambivalenz macht die Beziehung realistisch und intensiv.

Ein zentrales Merkmal des Romans ist sein inhaltlicher Tiefgang. Neben der romantischen Handlung werden wichtige Themen behandelt. Diese Themen werden nicht nur angerissen, sondern in die Handlung integriert und durch die Charaktere greifbar gemacht. Was dem Ganzen eine authentische und interessante Nuance verleiht.

Der Schreibstil von Sarah Sprinz ist einfach Sarah Sprinz: emotional, flüssig und gleichzeitig präzise. Besonders hervorzuheben ist die Art, wie innere Konflikte dargestellt werden. Gefühle werden nicht überdramatisiert, sondern wirken authentisch und nachvollziehbar.

Die Geschichte lebt weniger von großen Plot-Twists, wobei doch auch die ein oder andere unerwartete Wahrheit über die Vergangenheit und Realität der Charaktere zum Vorschein kommt, als von der Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehungen. Dadurch entsteht eine intensive Spannung, die den Leser durchgehend begleitet.

Infinity Falling – Change My Mind ist ein Roman, der zeigt, wie vielschichtig moderne Romance sein kann. Die Kombination aus emotionaler Tiefe, relevanten Themen und gut ausgearbeiteten Charakteren macht das Buch zu einer starken Fortsetzung der Reihe.
Die Geschichte ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Macht, Verantwortung und den Spuren, die Erfahrungen in uns hinterlassen.

Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern nachwirkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Schreib dich in die Seele

Write Me for You
0

Mit Write Me for You erzählt Tillie Cole eine Geschichte, die sich bewusst von klassischen Liebesromanen abgrenzt. Statt Leichtigkeit steht hier Vergänglichkeit im Mittelpunkt – und die Frage, was von ...

Mit Write Me for You erzählt Tillie Cole eine Geschichte, die sich bewusst von klassischen Liebesromanen abgrenzt. Statt Leichtigkeit steht hier Vergänglichkeit im Mittelpunkt – und die Frage, was von uns bleibt, wenn Zeit keine Selbstverständlichkeit ist.

Im Zentrum steht June, eine junge Frau, deren Leben durch eine schwere Krankheit geprägt ist. Schon früh wird deutlich, dass ihre Zukunft ungewiss ist. Diese Ausgangssituation bestimmt die gesamte Erzählung und verleiht ihr eine besondere Schwere.
June beginnt zu schreiben – nicht nur als Ausdruck ihrer Gedanken, sondern als Versuch, etwas Bleibendes zu schaffen. Worte werden zu einem Mittel, Kontrolle über eine Situation zu gewinnen, die sich eigentlich nicht kontrollieren lässt.

Als Jesse in ihr Leben tritt, entwickelt sich eine Beziehung, die von Anfang an unter anderen Voraussetzungen steht. Beide wissen, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt ist. Diese Gewissheit verändert die Dynamik ihrer Beziehung grundlegend.


June ist eine Protagonistin, die nicht durch Lautstärke überzeugt, sondern durch ihre innere Stärke. Ihre Gedanken, ihre Ängste und ihr Umgang mit der eigenen Situation wirken authentisch und nachvollziehbar.
Jesse ergänzt diese Dynamik auf eine ruhige, unterstützende Weise. Auch er bringt seine eigene Geschichte und Verletzlichkeit mit. Die Beziehung zwischen den beiden wirkt nicht idealisiert, sondern geprägt von Ehrlichkeit und dem Bewusstsein für die Realität.

Das zentrale Thema des Romans ist Vergänglichkeit. Doch darüber hinaus behandelt das Buch andere wichtige Themen. Neben den Umgang mit Krankheit und Endlichkeit, der Bedeutung von Erinnerungen und Geschichten geht es auch um Kontrolle vs. Loslassen und die Frage, was es bedeutet, „zu bleiben“. Besonders hervorzuheben ist, dass der Roman den Schmerz nicht romantisiert. Stattdessen wird er als Teil der Realität dargestellt.

Tillie Cole schreibt in einem ruhigen, emotionalen Stil. Die Sprache ist zugänglich, ohne oberflächlich zu wirken. Besonders die inneren Monologe und Gedanken der Protagonisten tragen die Geschichte und schaffen Nähe. Die Erzählweise ist weniger von Spannung im klassischen Sinne geprägt, sondern von einer stetigen emotionalen Intensität.

Write Me for You ist kein Buch, das man schnell wieder vergisst. Es ist eine Geschichte, die nachwirkt – leise, aber nachhaltig. Es richtet sich an Leser:innen, die bereit sind, sich auf emotionale Tiefe einzulassen und sich mit Themen wie Verlust, Vergänglichkeit und Liebe auseinanderzusetzen. Ein Roman, der zeigt, dass Geschichten manchmal nicht dazu da sind, ein Happy End zu haben – sondern um etwas zu hinterlassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere