Profilbild von bookslinesmagic

bookslinesmagic

Lesejury Star
online

bookslinesmagic ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookslinesmagic über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2021

Eine zuckersüße, schwerwiegende Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen !

The Music of What Happens
0

Inhalt/Klappentext:
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft ...

Inhalt/Klappentext:
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft …

Eindruck:
Im letzten Jahr habe ich LGBTQ+ Bücher zum ersten Mal kennen und lieben gelernt, weshalb ich nun umso gespannter auf die Übersetzung zu „The music of what happens“ war. Hier hat mich aber nicht nur der vielversprechende Klappentext wahnsinnig neugierig gemacht, sondern auch das zuckersüße Cover konnte mein Interesse auf Anhieb wecken ! Der strahlend blaue Himmel, die kleinen Wolken als Details und die beiden Jungen, die vermutlich unsere Protagonisten Jordan und Max darstellen sollen, geben schon einen kleinen Eindruck, was den Leser inhaltlich erwarten wird und machen definitiv Lust auf mehr. Und ich meine, ein Food Truck, zwei Jungen, die charakterlich ein Unterschied wie Tag und Nacht sind und eine Freundschaft, die von Seite zu Seite mehr wird... Was steht einem guten Buch da noch im Weg ? Ob mir die Geschichte wirklich so gut gefallen hat wie anfangs gehofft, könnt ihr nun selbst lesen !

Zunächst möchte ich ein wenig auf den Schreibstil des Autors eingehen, mit vor allem zu Beginn der Geschichte, leider meine Probleme hatte. Obwohl Bill Konigsberg wunderbar flüssig und locker leicht schreibt, so dass ich buchstäblich durch die Seiten geflogen bin, gab es etwas, das mich gestört, beziehungsweise, das mir gefehlt hat. Es waren die Gefühle, die mich leider nicht erreichen konnten und durch deren Fehlen die ganze Geschichte ziemlich platt und unerreichbar auf mich wirkte. Zwar verbreitet das Geschriebene eine wundervolle Message, mit der mir der Autor von der Seele spricht, allerdings geschieht das in meinen Augen mit wenigen Emotionen. Außerdem hatte ich teilweise auch das Gefühl, dass Bill Konigsberg viele belanglose Einzelheiten aneinanderreiht, die überhaupt nichts gemeinsam haben, sondern einfach nur dazu dienen die Geschichte zu füllen. Das und insbesondere auch der Humor, der nicht meiner ist und mit dem ich somit auch nur wenig anfangen konnte, waren ein kleiner Störfaktor. Was ich aber unbedingt loben muss, sind die wunderschönen und inspirierenden Gedichte, die den Leser auf einigen Seiten erwarten und das Leseerlebnis um einiges versüßen. Dieser Aspekt hat mir definitiv gut gefallen und die kleinen Anekdoten werden mir sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.

Mit den Protagonisten stehe ich auch etwas im Zwiespalt, da ich Jordan und Max zwar unheimlich sympathisch finde, mir aber auch in der Charakterausarbeitung der gewisse Tiefgrund gefehlt hat. So ist beispielsweise Jordan der typische, introvertierte Einzelgänger, der sich nicht traut auf Menschen zuzugehen und seine Gedanken somit lieber selbst und insbesondere in Gedichten verarbeitet. Er ist zudem großer Träumer, der somit auch mal schnell in seine Tagträume abtaucht und kurzzeitig alles um sich herum vergisst. Besonders das, aber auch seine tollpatschige und unbeholfene Art haben dafür gesorgt, dass er mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Auch seine Situation, die in der Vergangenheit mit dem Tod seines Vaters beginnt und in der Gegenwart mit seinem durchwachsenen Verhältnis zu seiner Mutter abschließt, hat mir unheimlich viel gegeben und gezeigt wie schnell ein Familienglück eigentlich zerbrechen kann. Trotzdem muss ich sagen, dass sein Charakter mehr von Klischee, als allem anderen lebt, da er in meinen Augen der typisch schlacksige, unattraktive und mit mangelndem Selbstbewusstsein geprägte Junge von nebenan ist. Seine Entwicklung und die Tatsache, dass er durch Max immer mehr an Selbstbewusstsein gewinnt, hat mir dafür umso besser gefallen.

Mit Max konnte ich tatsächlich schon mehr anfangen als mit Jordan, da er dem Leser schlichtweg einen weitläufigeren Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt gibt und somit viel facettenreicher auf mich wirkt. Zwar lebt auch er von einer guten Portion Klischee, allerdings merkt man schnell, dass mehr hinter seinem Dauergrinsen steckt, was mir wirklich gut gefallen hat. Seine Wandlung vom typischen, charmanten und sportlichen „Bro“ zu einem vielfältigen Jungen, der auch seine verletzliche Seite zeigt, konnte mich schnell überzeugen. So zeigt er bald seine echten Gefühle, versteckt sich nicht mehr hinter seiner coolen Fassade und entdeckt seine Leidenschaft für das Zeichnen und Kochen, die er sonst immer vor seinen Freuden und der ganzen Schule versteckt hat. Auch seine Hilfsbereitschaft gegenüber Max und die Tatsache, dass er ihm geholfen hat aus seiner Komfortzone rauszukommen und ihn so akzeptiert und liebt wie er ist, konnte mein Herz erwärmen. Insgesamt ist er also der intensivere und authentischere Protagonist, zu dem ich im Laufe des Buches auch eine Verbindung aufbauen konnte.

Zu den Nebencharakteren muss ich auch unbedingt noch ein paar Worte verlieren, da mich sowohl „die Ehefrauen“ (so nennen sich Jordans Freundinnen), als auch die „Amigos“ (Max Freundeskreis) an ein wandelndes Klischee erinnert haben. Erstere sind die typischen Mädchen, die ihr Leben mit kichern, shoppen und tratschen verbringen und Jordan in meinen Augen auch nicht so behandeln, wie er es verdient hätte. Gerade weil Jordan ein mangelndes Selbstbewusstsein und keine anderen Freunde hat, hätte ich hier deutlich mehr Einfühlsamkeit und Verständnis für seine Situation erwartet. Stattdessen hatte ich mehr das Gefühl, dass sie ihn tyrannisieren und nicht wertschätzen. Auch die „Amigos“, die geläufigen Sportlerkollegen, die ihre Freizeit mit Zocken verbringen, waren dem ganz ähnlich, wobei ich ihre spätere Wandlung wirklich schön anzusehen finde. Die einzige, die ich wirklich sympathisch finde, ist Max Mutter, die eine liebevolle Bezugsperson, auch für Jordan, ist uns sich wundervoll um ihren Sohn kümmert.

Die im Vordergrund stehende Liebesgeschichte ist zart, wundervoll leicht und schreitet in kleinen Schritten voran. Obwohl Jordan und Max zunächst unterschiedlich wie Tag und Nacht zu sein scheinen, ist das gewisse Prickeln und die Anziehungskraft zwischen ihnen auf Anhieb zu spüren, was mir unheimlich gut gefällt. Schön finde ich zudem, dass sich beide Hälften in allem unterstützen, sich gegenseitig so akzeptieren wie sie sind und sich trotz vielen Hürden und holprigen Wegen niemals unterkriegen lassen. Die Message dahinter ist wunderschön und hat mir sehr viel gegeben. Teilweise hätte ich mir aber auch hier ein wenig mehr Gefühle und Emotionen gewünscht, da mir die komplette Handlung etwas zu sachlich erscheint. In Bezug darauf hätte ich ein paar intensivere Momente zwischen den beiden schön gefunden. Alles in allem war es aber wunderbar mitzuverfolgen wie Max und Jordan sich immer weiter annähern und dabei das ein oder andere Abenteuer miteinander erleben.

Zwischen all den Kritikpunkten hat mir das allgemeine Thema der Geschichte aber am allerbesten gefallen. Zunächst finde ich das Thema bezüglich des Food-Trucks unglaublich toll, außergewöhnlich und einzigartig. Es war wirklich interessant und beeindruckend mit anzusehen, was Jordan und Max gemeinsam auf die Beine stellen und welche Leidenschaft sie dabei für ihren Job aufbringen. Die tägliche Arbeit dort und die zahlreichen Abenteuer und Erlebnisse die damit einhergehen, haben mir einige Male ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und die Geschichte abwechslungsreich gestaltet. Toll finde ich auch die Message, die Bill Konigsberg mit „The music of what happens“ verbreitet, da einige (auch potentiell triggernde) Themen aufgegriffen und schön ausgearbeitet werden. Von sexueller Vergewaltigung bis zur Sucht auf einem speziellen Gebiet ist alles mit dabei, womit der Autor uns eine wahnsinnig große Vielfalt bietet. Zwar wurde die von mir erwartete, leichte Lektüre damit etwas schwerwiegender und die Stimmung etwas bedrückender, doch das hat mich keineswegs gestört, vor allem da die Darstellung der Bandbreite von Themen sehr gut gelungen ist. Insgesamt also eine zuckersüße Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen, die zudem wichtige Themen aufgreift.

Fazit:
Obwohl ich mit den Charakteren und dem Schreibstil des Autors etwas im Zwiespalt stehe, hat mir die einzigartige Thematik der Geschichte unheimlich viel auf den Weg gegeben, weshalb ich in Bezug darauf trotzdem eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen möchte !
3.5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2021

Spannend, originell und wahnsinnig interessant - ein rundum gelungener Reihenauftakt !

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
0

Inhalt/Klappentext:
Wenn die 17-jährige Emilia eines liebt, dann sind es Rätsel. Als sie bei einem Museumsbesuch das sagenumwobene Voynich-Manuskript lesen kann, spürt sie, dass sie einem unglaublichen ...

Inhalt/Klappentext:
Wenn die 17-jährige Emilia eines liebt, dann sind es Rätsel. Als sie bei einem Museumsbesuch das sagenumwobene Voynich-Manuskript lesen kann, spürt sie, dass sie einem unglaublichen Mysterium auf der Spur ist – denn das Dokument gilt als eines der größten, nie entschlüsselten Geheimnisse der Menschheit. Dann trifft sie auf den attraktiven, aber sehr verschlossenen Goldalchemisten Ben, und die Ereignisse überschlagen sich: Emilia ist eine Nachfahrin des uralten Silberordens! Schnell gerät sie ins Kreuzfeuer rivalisierender Geheimlogen, und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

Eindruck:
„Kaleidra“ von Kira Licht steht schon länger auf meiner Wunschliste und das, obwohl mir die Autorin bislang unbekannt war. Trotzdem hat der Klappentext des Buches etwas ganz besonderes und faszinierendes an sich, das mich sofort in seinen Bann ziehen konnte. Ich meine Alchemisten, eine verbotene Liebe und die ewige Stadt Rom miteinander vereint? Das kann nur genial werden und ich verspreche euch, das ist es auch ! Doch bevor ich im Anschluss genauer auf den Inhalt des Buches eingehen werde, muss ich unbedingt noch von dem wunderschönen Cover schwärmen, das meine Entscheidung diese wunderbare Geschichte zu lesen zugegebenermaßen ziemlich beeinflusst hat... Die dunkelgrünen Farben, die goldene Schrift und die filigranen Zeichnungen sind nicht nur atemberaubend schön, sondern spiegeln sich tatsächlich auch in der magischen und komplexen Handlung wider, die mich wahnsinnig begeistern konnte. Nun verliere ich mich aber nicht in der Außengestaltung sondern verrate euch etwas über das Innenleben, das meine Erwartungen um einiges übertroffen hat... Aber lest selbst !

Zunächst muss ich Kira Lichts fantastischen Schreibstil loben, den ich so zugegebenermaßen gar nicht erwartet hätte. Nicht nur schreibt die Autorin wundervoll flüssig und locker leicht, so dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin... Nein, sie arbeitet auch mit so viel Liebe im Detail, mit der die von ihr geschaffene Welt wahnsinnig authentisch dargestellt wird. Ihr glaubt nicht wie problemlos ich durch die Seiten geflogen bin und wie schnell ich in der faszinierenden Geschichte versunken bin, aus der ich schlussendlich gar nicht mehr auftauchen wollte. Besonders beeindruckt hat mich hierbei aber, dass die Länge des Buches, die mir anfangs ziemliche Sorge bereitet hat, nicht ein einziges Mal spürbar war. Meine Sorgen haben sich auf Anhieb in Luft aufgelöst und das obwohl Kira Licht einiges an komplexen Informationen einbaut, die mich übrigens noch viel mehr begeistern. In Bezug darauf wurde von Seite zu Seite offensichtlicher wie viel Wissen die Autorin selbst über die Alchemie, das Voynich-Manuskript und viele historische Hintergründe hat, was mich buchstäblich vom Hocker gerissen hat. Und dieses umfassende Wissen auch noch kinderleicht und spielerisch mit einem spannenden Handlungsstrang zu verweben... Ich bin sprachlos wie viel Liebe und Leidenschaft in diesem Buch steckt ! Zudem kann ich mit voller Freude sagen, dass Kira Licht auch einen fantastischen Humor in der Geschichte integriert, der mich wunderbar unterhalten konnte. Ich liebe sowieso Neckereien und kleine Wortgefechte, die hier eindeutig nicht lange zu suchen sind !

Der Protagonistin Emilia stand ich anfangs noch etwas skeptisch gegenüber, da sie zwar auf Anhieb sympathisch und clever wirkt, ab und an aber auch naiv, leichtsinnig und unbedacht handelt. Trotzdem konnte ich mich sofort in ihre Lage hineinversetzen, da sie, genau wie der Leser, zu Beginn der Geschichte ziemlich planlos ist und sich erstmal in ihrer neuen Situation finden muss. So begleitet man Emilia auf ihrem steinigen Weg, der viele Überraschungen bereit hält, sie mehr als nur einmal völlig aus der Bahn wirft, dafür aber hochspannend ist. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Emilias Entwicklung in diesem Maße nicht erwartet hätte. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sie von einem überlauten, naiven jungen Mädchen, zu einer so reifen Frau wird, die sich immer mehr mit ihren Fähigkeiten anfreundet. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mal nicht den einfachen, sondern den harten und mutigen Weg geht. Und ich hätte mir ebenfalls nie ausgemalt, dass die Goldloge ein zweites Zuhause für sie wird und sie auf diese Art und Weise in ihrem neuen Leben ankommt.

Auch Ben, den mysteriösen Goldalchemisten, wusste ich anfangs auf keiner Ebene einzuschätzen, da er einfach gesagt ziemlich kompliziert ist. Die Worte verschlossen, unnahbar und abweisend beschreiben seine Person wohl am besten. Doch was steckt wirklich hinter ihm? Das müsst ihr natürlich selbst lesen, doch ich kann euch schon mal vorwegnehmen, dass man Ben nach und nach immer besser verstehen und schlussendlich auch tief ins Herz schließen kann. Es war zwar ein auf und ab, eine reine Gefühlsachterbahn und teilweise ein Unterschied wie Tag und Nacht mit ihm, doch lasst euch gesagt sein: Seine innere Zerrissenheit, seine Verzweiflung und sein Drang den sich anstauenden Gefühlen Freiraum zu geben, obwohl er dies nicht darf, gehen tief unter die Haut und verleihen der Geschichte neben spannenden Plot-Twists und aufregenden Abenteuern die gewissen Emotionen, die mich wirklich berühren konnten. Ach so, und Ben hat mit seinem unübersehbaren Charme auch eindeutiges Bookboyfriend Potential...

Zu den Nebencharakteren muss ich auch unbedingt noch ein paar Worte verlieren, da mich vor allem die Mitglieder der Goldloge wirklich begeistern konnten. Ob Oliver, Murphy, Annmary oder Larkin; sie alle tragen ihren Teil zur Geschichte bei und erzählen jeder für sich eine eigene, kleine Geschichte. Wie auch Ben und Emilia sind sie nicht nur wahnsinnig authentisch, facettenreich und greifbar ausgearbeitet, sondern auch für einige Überraschungen gut. Mein geheimer Liebling ist ja immer noch Larkin, der mit seiner locker leichten Art, seinem Charme und seinen wunderbaren Sprüchen immer wieder für einen Lacher (oder auch für einen genervten Seufzer :)) gut ist. Auch die quirlige Tizi und der ausgelassene Matti, Emilias beste Freunde, sind ausschlaggebend für die fortlaufende Handlung und eventuell auch für den ein oder anderen Plot-Twist...

Die Liebesgeschichte in „Kaleidra“ ist dezent gehalten und spielt sich ziemlich im Hintergrund der Handlung ab und doch wirkt sie irgendwie immer präsent. Aus diesem Grund sollte man keinen ausgeprägten Szenen oder detailreiche Beschreibungen erwarten, da sich das, was zwischen Ben und Emilia steht, sehr langsam und zart entwickelt. Trotzdem habe ich, die wenn auch nur kurzen, intensiven und tiefen Momente immer genossen und konnte die sprühenden Funken eindeutig spüren. Besonders gereizt hat mich hier vor allem die Thematik der verbotenen Liebe, die alles nochmal fesselnder machte. Deshalb bin ich umso gespannter wie sich die Beziehung zwischen Ben und Emilia in den zwei Folgebänden noch entwickeln wird.

Die allgemeine Thematik konnte mich ebenfalls absolut begeistern. Insbesondere die magischen Elemente in Bezug auf chemische Abläufe wie der Ouroborus oder den Aspekt der Alchemisten, die in verschiedene Orden (Silber-, Gold- und Quecksilberorden) geteilt sind, finde ich wirklich interessant und vor allem originell. Auch die Entschlüsselung des Voynich-Manuskripts bringt geheimnisvolle und mystische Elemente mit in die Geschichte, die wahnsinnig viel Spannung aufgebaut haben. Diese ebbte im Mittelteil zwar etwas ab, wurde zum Ende hin aber wieder stärker, so dass mich der actionreiche Abschluss und der wirklich fiese Cliffhanger total neugierig auf die Fortsetzung machen. Ich bin gespannt und freue mich somit sehr auf Band 2 !

Fazit:
Spannend, außergewöhnlich und originell - Grandiose Urban-Fantasy, die mit einer Prise Humor und einem Hauch von Liebe definitiv Lust auf mehr macht !
4.5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2021

Eine wundervolle Fortsetzung mit der perfekten Mischung aus spannenden, humorvollen und tiefgründigen Momenten !

Don't HATE me
0

Inhalt/Klappentext:
KENZIE hat sich geschworen: nie wieder Kontakt mit dem Henderson-Clan. Nachdem Lyall ihr Herz gebrochen hat, will sie sich nur noch auf ihr Studium konzentrieren. Doch dann erhält sie ...

Inhalt/Klappentext:
KENZIE hat sich geschworen: nie wieder Kontakt mit dem Henderson-Clan. Nachdem Lyall ihr Herz gebrochen hat, will sie sich nur noch auf ihr Studium konzentrieren. Doch dann erhält sie von Theodora Henderson das verlockende Angebot, ein Resort auf Korfu mitzugestalten. Kenzie ergreift die Chance – ohne zu wissen, was sie dort erwartet.
LYALL versucht alles, um Kenzie zu vergessen, nachdem sie ihn als Lügner entlarvt und verlassen hat. Die Pläne für den Familienkonzern stehen für ihn nun an erster Stelle. Als seine Mutter Hilfe bei ihrem Hotel-Projekt in Griechenland benötigt, überlegt er nicht lange. Er ahnt jedoch nicht, wie sehr sein Herz dort auf die Probe gestellt werden wird ….

Eindruck:
Nach dem wirklich bösen Cliffhanger des Reihenauftakts „Don‘t love me“ konnte ich es kaum abwarten die Fortsetzung endlich in den Händen zu halten und habe dieser sehnsüchtig entgegengefiebert. Wie wird es mit Lyall und Kenzie weitergehen? Wird Lyalls Vergangenheit eine Beziehung unmöglich machen? Welche Hürden warten noch auf unsere beiden Protagonisten? Diese Fragen und noch viele mehr schwirrten mir einen endlosen Monat lang im Kopf herum, bis dieser grandiose Band 2 erschienen ist. Doch bevor ich euch erzähle, warum Lena Kiefer mich restlos überzeugen konnte, muss ich nochmal ein paar Worte zu der Gestaltung des Buches verlieren. Wie auch schon beim Vorgänger, bin ich leider nicht der größte Fan des Covers, was dem Inhalt der Geschichte aber keinen Abbruch macht. Woran es liegt kann ich nicht genau sagen, trotzdem finde ich auf paradoxe Art und Weise, dass es die Henderson Familie und deren Reichtum fantastisch widerspiegelt. Bevor ich mich aber in den Äußerlichkeiten des Buches verliere, ist es nun an der Zeit euch etwas über den wundervollen Inhalt zu erzählen... Aber lest selbst !

Lena Kiefers Schreibstil schafft es nach wie vor, mich auf vielen verschiedenen Ebenen zu begeistern und kontinuierlich mitzureißen. Nicht nur schreibt die Autorin wunderbar flüssig und locker, so dass ich auf Anhieb tief in der Geschichte versunken bin... Sie legt auch wahnsinnig viele Emotionen an den Tag, die mich abwechselnd glücklich und verzweifelt zurückgelassen haben. So gingen Lenas Worte tief unter die Haut und gestalten die Handlung zu einer reinen Achterbahnfahrt der Gefühle. Neben diesen wunderschönen Gänsehaut Momenten, beschert uns die Autorin aber auch tolle, unvergessliche und erfrischende Augenblicke auf Korfu, einer griechischen Insel, die sowohl atemberaubend schön beschrieben wurde, als auch ein wenig Wärme in die kalten Wintermonate Deutschlands bringt. Mein Highlight ist aber wie immer die gute Portion Humor, die Lena Kiefer zusätzlich in die Geschichte integriert und die das Lesen wunderbar angenehm für den Leser gestaltet. Hier stechen insbesondere die unbefangenen und gelassenen Gespräche zwischen Lyall und Kenzie hervor, die der gesamten Handlung ihr gewisses Etwas verleihen. Ich persönlich liebe ja neckische Auseinandersetzungen zwischen den Protagonisten und genau das ist hier nicht lange zu suchen !

Kenzie, die Protagonistin, konnte mein Herz schon in “Don’t love me” im Sturm erobern, weshalb ich mich auch hier wieder problemlos in ihren wahnsinnig sympathischen, motivierten und hilfsbereiten Charakter hineinversetzen konnte. Besonders faszinierend finde ich insbesondere ihre schlagfertige und starke Art, die Tatsache, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt und sich nicht auf Anhieb von Lyalls Charme rumkriegen lässt. Andererseits liebe ich aber auch ihre verletzliche Seite, die sie zwischenzeitlich zeigt und der Geschichte damit den gewissen und von mir gewünschten Tiefgrund verleiht. So verdeutlicht Kenzie gegenüber Lyall, dass er sie mit seinen Lügen tief verletzt hat, leugnet gleichzeitig aber auch nicht, dass sie noch wahre Gefühle für ihn zeigt. Ihre Gedanken und die Emotionen gingen mir tief unter die Haut und ihre innere Zerrissenheit hat sogar mich als Leserin mitfühlen lassen.

Auch Lyall ist ein wundervoller Protagonist, der mich trotz und vielleicht auch genau wegen seiner düsteren Vergangenheit magisch anzuziehen scheint. Vor allem nachdem man im Reihenauftakt nur kleine Andeutungen seiner Geschichte erfährt, war meine Neugierde umso größer welche Geheimnisse noch hinter seinem anfangs sehr mysteriösen Charakter stecken. So taucht man als Leser mit der Zeit also tiefer in die Handlung ein, deckt zusammen mit Kenzie und Lyall Lügen und Wahrheiten auf und lernt ihre wahren Personen kennen. Ich bin unglaublich überrascht, was im Laufe der Geschichte alles ans Licht kommt und konnte Lyalls Leiden durchgängig und nahezu am eigenen Körper spüren. Man merkt, dass er Kenzie wirklich unendlich liebt und schwer damit zu kämpfen hat, dass diese Gefühle nicht erwidert werden. Trotzdem hat mich der eigentlich charmante, hilfsbereite, selbstlose und liebevolle Lyall am Ende überzeugt, indem er eine große und wichtige Entscheidung für seine und Kenzies Zukunft trifft. Warum das Buch dann trotzdem mit einem wahnsinnig fiesen Cliffhanger endet ? Das müsst ihr selbst lesen !

Zu den Nebencharakteren muss ich unbedingt auch noch ein paar Worte verlieren, denn insbesondere Finlay und Edina haben sich in Lichtgeschwindigkeit in mein Herz geschlichen. Schon in “Don’t love me” sind mir die beiden, zusammen mit ihrer verbotenen Liebe, aufgefallen und auch in dieser Fortsetzung hat mir ihr Schicksal das Herz in tausend Stücke zerbrochen und bislang noch nicht wieder zusammengesetzt. Ich liebe Edina, ihre unverwechselbare Gabe aufzufallen und anderen den Rücken zu stärken. Ich liebe auch Finlay, der es schafft die kuriosesten Momente mit seinem unvergleichlichen Humor aufzulockern; wenn jemand für einen lustigen Moment gut ist, dann er. Die Tatsache, dass die beiden sich krampfhaft versuchen voneinander fernzuhalten und trotzdem die tiefsten Gefühle füreinander verspüren, berührt mich zutiefst. Auch die neuen Nebencharaktere wie Bella, Elliot, Martha und Dionys haben die Geschichte um einiges abwechslungsreicher gemacht und mich mit ihren durchgängigen Kabbeleien wunderbar unterhalten.

Die Liebesgeschichte zwischen Lyall und Kenzie beginnt genau so wie sie in Band 1 endet... schmerzhaft, gebrochen und nahezu zerstört. Doch trotz der anfänglichen Versuche der beiden, ihre Gefühle für den jeweils anderen auf krampfhafte Art und Weise zu unterdrücken, spürt man als Leser eine unendliche Anziehungskraft, die mir stellenweise den Atem geraubt hat !
Ihr glaubt nicht wie stark die innere Zerrissenheit der beiden ist, wie sehr sich die beiden vermissen und ihre Liebe aber gleichzeitig verfluchen. Mein Leserherz hat sich bei den ersten Begegnungen der beiden ganz schmerzhaft zusammengezogen, da ihre Verletzlichkeit unübersehbar ist. Ob die beiden sich im Endeffekt wieder vertrauen können, das müsst ihr selbst lesen, aber macht euch auf atemberaubende Momente, heiße Küsse und knisternde Augenblicke gefasst, die mich wirklich überzeugt haben. Schlussendlich hat mir zwar der letzte Funke zum Highlight gefehlt, doch ich bin sicher, dass das spannende Finale noch einmal alles rausholen wird !

Über die allgemeine Handlung habe ich zwar schon in meiner Rezension zu Band 1 gesprochen, trotzdem möchte ich diesen Punkt auch hier nochmal aufgreifen. Ich muss einfach wieder sagen, dass ich absolut begeistert von der Innenarchitekten-Thematik bin, über die ich in diesem Maße noch nie etwas gelesen habe. Die Idee der Renovierung eines Hotels, bei der Kenzie mitwirken darf, ist grandios und zusammen mit zahlreichen Intrigen und Machenschaften, die sich dahinter verbergen, hat mir das Buch stets den Atem geraubt. Auch die hinterhältigen Spielchen der Henderson-Group, sind fabelhaft mit der restlichen Handlung verwoben und sorgen damit für einen extra Kick Spannung. Von Seite zu Seite hat mich die Geschichte mehr in ihren Bann gezogen, so dass der Cliffhanger am Ende die Kirsche auf der Sahne war. Hier wurde mir erneut das Herz aus der Brust gerissen, weshalb ich nun ganz ungeduldig auf das Finale der Trilogie hinfiebere, das zum Glück schon ganz bald erscheint !

Fazit:
Spannung, Humor und tiefe Gefühle... All das verpackt Lena Kiefer in einer grandiosen Geschichte, die mich mehr als nur überzeugen konnte !
4.5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2021

Magisch, atmosphärisch und faszinierend - Ein wundervoller Reihenauftakt !

Die Tiermagierin – Schattentanz
0

Inhalt/Klappentext:
Leena ist eine Tiermagierin. Mit ihren Kräften kann sie eine einzigartige, tiefe Verbindung zu magischen Wesen herstellen. Doch der Prozess birgt Gefahren. Ist das Tierwesen zu mächtig, ...

Inhalt/Klappentext:
Leena ist eine Tiermagierin. Mit ihren Kräften kann sie eine einzigartige, tiefe Verbindung zu magischen Wesen herstellen. Doch der Prozess birgt Gefahren. Ist das Tierwesen zu mächtig, endet er meist mit dem Tod des Tiermagiers.
Noc ist ein Assassine. Seine Welt sind die Schatten. Liebe darf er sich nicht erlauben, ebenso wenig wie Gnade. Denn hat er erst mal einen Auftrag angenommen, zwingt ihn die dunkle Magie seiner Gilde, ihn auszuführen. Oder selbst zu sterben.
Leena und Noc. Magierin und Mörder. Er soll sie töten, sie macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Es ist undenkbar, dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Unmöglich. Und doch geschieht genau das …

Eindruck:
Schon als die Kyss Vorschau eine New Adult Geschichte mit Fantasy Elementen angekündigt hat, war es um mich geschehen, und ich konnte es kaum abwarten von fantastischen Tierwesen und einem gefährlichen Assassinen verzaubert zu werden. Doch nicht nur der Klappentext klingt wahnsinnig vielversprechend; auch das atemberaubend schöne Cover konnte mich auf Anhieb in seinen Bann ziehen. Mit den bräunlichen Farben, die wunderbar mit den hervorgehobenen, goldenen Extras harmonieren und dem Leser damit direkt einen kleinen Einblick in den Inhalt der Geschichte geben, ist das Cover zu „Schattentanz“ mein absoluter Favorit aller von Kyss gestalteten Büchern. Und wenn dann auch noch der Inhalt überzeugt, wie es hier der Fall ist, steht einem grandiosen Buch wohl nichts mehr im Weg... Aber lest selbst !

Zunächst muss ich allerdings zugeben, dass mir der Einstieg in das Geschehen unerwartet schwer gefallen ist. Die komplette Handlung hat sich ziemlich in die Länge gezogen, was aber wohl daran liegt, dass dem Leser eine neue, unbekannte und weitläufige Welt gegenübersteht, die es erstmal zu erforschen gilt. Glücklicherweise hat mein Einstiegsproblem von Seite zu Seite immer mehr an Bedeutung verloren und mit der Zeit konnte ich problemlos vollständig in die wundervolle Geschichte eintauchen. Besonders aufgefallen ist mir hierbei Maxym M. Martineau‘s Schreibstil, der nicht nur erfrischend flüssig und locker, sondern auch faszinierend malerisch und bildhaft ist. Es ist kaum zu überlesen mit wie viel Liebe im Detail die Autorin hier arbeitet und was für eine gigantische Welt sie damit erschafft. So wurde Cruor mit der Zeit nicht nur zu Noc‘s, sondern auch zu meinem absoluten Wohlfühlort, den ich nur schweren Herzens wieder verlassen konnte. Auch mit dem atemberaubenden Wordbuilding hat Maxym meinen Geschmack getroffen, so dass mich vor allem die Tierwesen absolut in ihren Bann ziehen konnten. Doch nicht nur ein märchenhaftes und atmosphärisches Setting voller Magie ist in Hülle und Fülle vorhanden, auch Emotionen, Tiefgrund und eine gute Prise Humor sind nicht lange zu suchen. Zudem gestaltet die Autorin wahnsinnig greifbare und schlichtweg begeisternde Charaktere, die ich euch nun näher vorstellen möchte.

Leena ist eine wahnsinnig sympathische und furchtlose Protagonistin, die mein Herz im Sturm erobern konnte. Ich für meinen Teil liebe starke und kämpferische weibliche Hauptcharaktere, weshalb Leena in diesem Fall kein Wunsch offen lässt. Mutig, selbstbewusst und furchtlos scheut sie keine Herausforderung und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Sie weiß sich zudem zu wehren, ist tapfer und strahlt dabei eine faszinierende Gelassenheit aus, die sich automatisch auch auf den Leser überträgt. Trotzdem, und das macht sie so wunderbar authentisch und greifbar, zeigt sie zwischenzeitlich auch eine verletzliche und sensible Seite, die der Geschichte das gewisse Etwas und damit den von mir gewünschten Tiefgrund verleiht. Man kann also gar nicht anders als mit Leena ununterbrochen mitzufiebern, mitzuleiden und sich vor ihrem unendlichen Mut zu verneigen.

Mit Noc hingegen konnte ich zunächst nicht wirklich umgehen, da ich ihn ziemlich schlecht einzuschätzen wusste. Grund dafür ist insbesondere, dass er auf den ersten Blick kalt und distanziert wirkt und sich dem Leser und auch Leena erst gegen Ende des Buches öffnet. Für mich war er deshalb eher der kaltblütige Assassine, als der warmherzige und charmante Bookboyfriend. Besonders toll finde ich deshalb, auf welche Art und Weise man von seinen Beweggründen und den Auslösern seiner starken Distanziertheit erfährt. Ich würde es als eine Mischung von spannenden und intensiven Momenten beschreiben, die mich abwechselnd mit offenstehendem Mund oder einem gerührten und teils auch gebrochenem Herzen zurückgelassen haben. So habe ich mich von Seite zu Seite und von Wort zu Wort immer mehr in ihn verliebt und musste gegen Ende sogar überraschend ein paar Tränchen bezüglich seines Schicksals verdrücken.

Zu den Nebencharakteren muss ich unbedingt auch ein paar Worte verlieren, denn insbesondere Noc‘s und später auch Leenas Assassinen-Freunde, haben es mir angetan. Sowohl Calem, als auch Ozias und sogar Kost sind mir mit der Zeit unerwartet stark ans Herz gewachsen, so dass mir vor allem Calems Schicksal tief unter die Haut gegangen ist. Außerdem muss ich davon schwärmen wie toll ich es finde, dass jeder seine eigene kleine Geschichte erzählt, die jedem Charakter seine eigenen Züge verleiht. Ich bin einfach begeistert !

Auch die Tierwesen konnten mein Herz erobern und haben mich mit ihrem Konzept zugegebenermaßen ziemlich stark an Harry Potter erinnert. Trotzdem unterscheidet sich die Umsetzung glücklicherweise stark davon, da jedes der unzähligen Tierwesen detailreich und auf seine eigene Art und Weise ausgearbeitet wurde. Mein Highlight dabei war tatsächlich das Bestiarium, das nicht nur wundervoll und atmosphärisch mit in der Geschichte verwoben, sondern auch noch einmal gesondert, am Ende des Buches, nachzulesen ist. Zwischen den Seiten hat es mir deshalb unfassbar großen Spaß gemacht, immer mal wieder darin zu lesen, was mich nur noch mal tiefer in die einzigartige Welt gezogen hat.

In Bezug auf die Liebesgeschichte zwischen Noc und Leena kann ich sagen, dass mich auch diese nicht enttäuscht hat. Sie wurde nicht nur gelungen mit in den Plot integriert, sondern hat der Geschichte im gleichen Zug auch noch die nötige Tiefe und die Gefühle verliehen, die ich mir gewünscht habe. Hier hat mich besonders der Aspekt der verbotenen und gefährlichen Liebe angesprochen, der in meinen Augen hervorragend umgesetzt wurde. Es war einfach wunderschön mit anzusehen wie intensiv und tief sich Noc und Leena ineinander verlieben. Trotzdem verläuft im Laufe der Geschichte nicht alles perfekt und klischeehaft. Die beiden Protagonisten erleben Höhen und Tiefen miteinander, sie bezwingen zahlreiche Hürden und gehen einen steinigen Weg, der eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit sich bringt. Wie ihr merkt konnten mich die beiden ziemlich begeistern und mitreißen.

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die allgemeine Handlung eingehen. Wie schon erwähnt ist mir der Einstieg in die Geschichte ein wenig schwergefallen, aber dennoch ist der Plot durchaus gelungen. Es wurde zu passenden Zeitpunkten nahezu unerträgliche Spannung aufgebaut und einige überraschende Plottwists konnten mich als Leserin in den unerwartetsten Augenblicken umhauen. Zudem hat Maxym M. Martineau ihr tolles Wordbuilding fantastisch umgesetzt und mich damit wie ein Teil der dargestellten Welt fühlen lassen. Insgesamt konnte „Schattentanz“ meine Erwartungen also erfüllen und mich trotz einem letzten Fünkchen, das im Endeffekt gefehlt hat, absolut begeistern
!

Fazit:
Maxym M. Martineau schafft mit “Schattentanz“ eine magische, einzigartige und atmosphärische Welt, die mich wirklich begeistern konnte.
4.5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2020

Ein absolutes Lesehighlight 2020 !

One Last Song
0


Eindruck:
Die Autorin Nicole Böhm war mir bisher unbekannt, weshalb ich auch auf „One last song“ mehr oder weniger zufällig und durch begeisterte Blogger gestoßen bin. Dementsprechend bin ich mit keiner ...


Eindruck:
Die Autorin Nicole Böhm war mir bisher unbekannt, weshalb ich auch auf „One last song“ mehr oder weniger zufällig und durch begeisterte Blogger gestoßen bin. Dementsprechend bin ich mit keiner wirklichen Erwartung an Rileys und Julians Geschichte herangegangen und wurde deshalb umso mehr von diesem wundervollen Buch überrascht. Bevor ich euch aber verrate, warum die Geschichte zu meinen absoluten Lesehighlights 2020 zählt, muss ich unbedingt noch von der zauberhaften Aufmachung des Buches schwärmen... Das gold-braune Cover mit den vielen kleinen Details konnte mein Interesse nicht nur auf Anhieb wecken, sondern spiegelt die Musikwelt auch wunderbar wieder. Doch nicht nur das, denn auch die Portraits der Sängerinnen und Sänger, die dem Buch ihren Teil beigetragen haben, waren am Ende noch einmal ein wunderbares Extra für mich. Bessere Vorraussetzungen kann es für eine überzeugende Geschichte doch gar nicht geben und wenn auch noch der Inhalt so unglaublich schön, musikalisch und gefühlvoll ist, steht einem Lesehighlight wohl nichts mehr im Weg... Aber lest selbst !

Der Schreibstil der Autorin konnte mich auf Anhieb in seinen Bann ziehen. Nicole Böhm erschafft mit der perfekten Mischung aus lockeren und humorvollen Szenen und intensiven und emotionalen Momenten ein einzigartiges Leseerlebnis, das ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Die Art wie sie mit Worten umgeht und diese mit so unfassbar viel Gefühl auf den Leser überträgt, ist schlichtweg großes Kino. Zudem bin ich wirklich begeistert, mit welcher Leichtigkeit Nicole Böhm uns hier durch die Seiten fliegen lässt sodass es nahezu unmöglich für mich war, meine Augen auch nur einmal vom Papier zu lösen. Sie schafft es einfach, den Leser ohne großes Drama, mit puren Emotionen, viel Gefühl und einer guten Portion Humor in den Bann zu ziehen und sorgt somit mit viel Authentizität für eine außergewöhnliche Liebesgeschichte.

Auch die Ausarbeitung der Charaktere lässt keine Wünsche offen, da Nicole Böhm ihr großes Talent auch zeigt, indem sie facettenreiche und wahnsinnig vielschichtige Bilder unserer Protagonisten zeichnet. So habe ich beispielsweise Riley schon auf den ersten Seiten der Geschichte in mein Herz geschlossen und konnte mich mit ihrer herzlichen, liebevollen und gutmütigen Art sofort identifizieren. Ihr Traum auf der Bühne zu stehen, Menschen mit ihrer Musik zu begeistern und die Leidenschaft zum Beruf zu machen, ist unheimlich authentisch dargestellt und konnte mich auf vielen verschiedenen Ebenen tief berühren. Man merkt als Leser einfach, wie stark Riley für die Musik brennt und wie ausgeprägt ihr Ehrgeiz und Kampfgeist in Bezug darauf eigentlich ist. Hier erkennt man auch schön, dass Riley weder das unscheinbare Mauerblümchen, das im Schatten des erfolgreichen Künstlers steht, noch eine künstliche und unsympathische Schauspielerin, die nur nach Geld und Aufmerksamkeit hechelt, ist. Riley ist natürlich. Sie ist greifbar, authentisch, hat ihre Ecken und Kanten, ihre Höhen und Tiefen im Leben und genau das finde ich so toll... Die Realität, die viele gescheiterte Versuche und falsche Entscheidungen fordert, bis man seinen Traum endlich leben kann. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, Riley auf ihrem Weg zu begleiten, besagte Höhen und Tiefen mit ihr zusammen zu erleben und gemeinsam mit ihr neue Menschen kennenzulernen, die später zu einer zweiten Familie geworden sind. Wie ihr seht bin ich unheimlich begeistert von Rileys Charaktertiefe, die es mir leicht gemacht hat, mich in ihre Person hineinzuversetzen.

Genau wie Riley, konnte auch Julian mein Herz im Sturm erobern, obwohl es bei ihm seine Zeit gebraucht hat, bis er sich dem Leser und auch Riley gegenüber geöffnet hat. Man lernt ihn als erfolgreichen Sänger und Star kennen, der den Weg, den Riley einschlagen möchte, seine Leidenschaft als Sänger zum Beruf zu machen, bereits gegangen ist. Trotzdem ist sein Leben alles andere als perfekt, denn sowohl der Druck, der als weltbekannter Sänger auf ihm lastet, als auch ein prägendes Ereignis der Vergangenheit, das ihn immer wieder einholt, legen ihm viele Steine in den Weg. Die Einblicke, die Nicole Böhm uns in das Leben eines Stars gewährt, sind wahnsinnig vielseitig und nicht nur das Positive, sondern auch die dunklen Schattenseiten werden wunderbar hervorgehoben. Hierbei stehen vor allem unendlicher Stress, der Druck, neue Songs zu schreiben und die hinterlistigen Medien, die für schlimme Skandale sorgen, im Vordergrund und machen die Geschichte um einiges interessanter. Besonders toll finde ich aber, dass Julian trotz der genannten Aspekte ein so unheimlich bodenständiger, hilfsbereiter und selbstloser Mensch bleibt. Er ist - anders, als ich jemals erwartet hätte - alles andere als arrogant und für ihn steht in Bezug auf Berühmtheit nicht das Geld oder die Aufmerksamkeit der Medien im Vordergrund. Ihm geht es vielmehr um den Spaß, die Tatsache, Menschen mit seiner Musik zu berühren und seine Gefühle und Gedanken in Form eines Liedtextes auf Blatt Papier zu bringen. Das ganze ist pure Leidenschaft, die ich absolut geliebt habe !

Auch die Nebencharaktere sind schlichtweg wundervoll und es gab keinen, der nicht seine eigene, wenn auch nur kleine Geschichte erzählt hat. Ob es Amy, die neue beste Freundin von Riley ist, die uns einen kleinen und in ihrer eigenen Geschichte hoffentlich einen größeren Einblick in das Leben der NYMSA gewährt. Oder alle Bandmitglieder von Beyond Sanity, die uns das Leben als Musiker etwas näher bringen. Allesamt sind ganz wunderbar, weshalb ich es kaum erwarten kann, endlich die beiden Fortsetzungen der Reihe in den Händen zu halten.

Zur Liebesgeschichte muss ich unbedingt auch noch ein paar Worte verlieren, da wie alles andere, auch diese schlichtweg gelungen ist. Vom Anfang bis zum Ende konnte mich die Entwicklung der Beziehung zwischen Julian und Riley begeistern, da alles weder zu übereilt, noch zu langsam oder zäh wirkte. Das Tempo ist perfekt, weshalb auch die Gefühle ohne Umwege, direkt mein Herz erreichen konnten. Zudem herrscht seit der ersten Begegnung, die mit ihrem Humor, den gesamten Fortgang der Geschichte prägt, eine gewisse Anziehungskraft und ein stetig zunehmendes Knistern zwischen Julian und Riley. So erkennt Letztere sofort, dass Julian kein eingebildeter und hochnäsiger Star ist, sondern tief in seinem Inneren anders ist, als alle anderen. Trotzdem verläuft nicht alles rosig, da von beiden Seiten Probleme und Sorgen auftauchen. Der Weg zusammenzufinden ist holprig, steinig und beinhaltet viele Hürden, die es zu überwinden gilt. Dennoch ist jeder Moment, jeder noch so kleine Augenblick zwischen den beiden etwas ganz besonderes, wobei es mir vor allem der musikalische Aspekt sehr angetan hat. Für Julian und Riley ist die Musik nicht nur aneinandergereihte Töne und Noten... Sie ist Rückzugsort, Mittel zum Ausdruck von Gefühlen und genau das, was die beiden anzieht. Die Gefühle, die in ihren Liedern stecken, mit denen sie sich untereinander geben, was sie brauchen, gingen auch mir tief unter die Haut. Die beiden passen zusammen wie Topf und Deckel, Ying und Yang oder der Mond und die Sterne und bilden somit ein wunderbar echtes Paar !

Ganz allgemein ist die Rockstar Thematik zwar nichts besonderes mehr in der Welt der Bücher, allerdings schafft Nicole Böhm es, sie in ganz neuem Glanz wiederaufleben zu lassen. Besonders gut gefallen hat mir hier vor allem die NYMSA - kurz für „New York Musik & Stage Academy“ - die mir unheimlich viel gegeben hat. Ich persönlich liebe Musik, egal zu welchem Zeitpunkt. Vergöttere auch attraktive Sänger, die es mit der Zeit an die Spitze der Weltstars geschafft haben. Und doch wusste ich nicht, wie hart der Weg, den diese Menschen gehen mussten, wirklich ist. Genau das hat mir „One last song“ gezeigt. Die Erfahrungen mit Castings, die wirkliche Härte der Schule der Musik, des Theaters und des Tanzes und die traurigen und herzzerreißenden Momente, die damit einhergehen, konnten mich absolut erreichen. So hat mich das gesamte Setting sowie die Atmosphäre dieses Buches einfach nur fasziniert und wirklich begeistert.

Insgesamt hat sich „One last song“ also ohne jegliche Erwartungen zu einem absoluten Lesehighlight entwickelt, da ich das Buch mit seinen zauberhaften Charakteren, dem wahnsinnig tollen Setting und der wundervollen Thematik, die mich tief berühren konnte, einfach nur liebe. Ich fiebere nun ganz gespannt auf die Fortsetzungen hin und freue mich sehr darauf, noch weitere Male in die aufregende und faszinierende Welt der Musik eintauchen zu können !

Fazit:
Eine große Leseempfehlung und ein überraschendes Highlight 2020 !
5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere