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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2020

Ich habe mein Hezensbuch gefunden...

When We Fall
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Inhalt/Klappentext:
Nachdem ein Foto von ihnen im Internet aufgetaucht ist, müssen Ella und Jae-yong einsehen, dass sie nicht zusammen sein können – egal, wie sehr sie es sich auch wünschen. Ella ist eine ...

Inhalt/Klappentext:
Nachdem ein Foto von ihnen im Internet aufgetaucht ist, müssen Ella und Jae-yong einsehen, dass sie nicht zusammen sein können – egal, wie sehr sie es sich auch wünschen. Ella ist eine normale Studentin aus Chicago. Jae-yong ein K-Pop-Star, der Millionen von Fans hat und dessen Management es ihm verbietet, eine Beziehung zu führen. Tief in ihrem Herzen weiß Ella, dass es richtig war, Jae-yong gehen zu lassen. Schließlich hätte sie niemals gewollt, dass er für sie seine Musikkarriere aufgibt. Und doch kann sie ihn einfach nicht vergessen …

Eindruck:
Nachdem ich “When we dream” im Frühjahr hoffnungslos verfallen bin, konnte ich es kaum erwarten, endlich “When we fall” in den Händen zu halten und freue mich deshalb umso mehr, meine Gedanken und Gefühle dazu nun mit euch teilen zu können. Obwohl ich mich bei der Gestaltung des Buches gar nicht lange aufhalten möchte, muss ich euch noch von dem wundervollen Cover vorschwärmen, das zwar schlicht gehalten ist, das dominierende K-Pop Thema aber dennoch gelungen verkörpert. Ich liebe es, wie die komplette Aufmachung der Trilogie zusammen harmoniert, möchte euch nun aber nicht mehr länger auf die Folter spannen und versuche meine Liebe zu dieser Geschichte in Worte zu fassen.

Ein Grund warum ich die “Love NXT” Reihe so sehr liebe ist, der Rückzugsort, den Anne Pätzold hier für alle LeserInnen geschaffen hat. Sobald man die Bücher aufschlägt, empfängt einen der bekannte Geruch von Wärme und Vertrautheit, dem man nur schwer wieder entfliehen kann. Es fällt mir wahnsinnig schwer zu beschreiben, wie wohl ich mich zwischen den Seiten dieser Geschichte fühle, da ich jedes Wort, das die Autorin auf Papier schreibt, einfach tief in mir spüre. Hinzu kommt die Sanftheit des Geschriebenen, das mich auf jeder Seite erneut verzaubert, sodass es mich schon glücklich stimmt, auch nur an die Bücher zu denken. So angenehm und liebevoll Anne Pätzold auch schreibt, umso schneller fliegen die Seiten leider dahin und das Ende des Buches kommt in großen Schritten auf den Leser zu. Vorfreude, da ich mir für Ella und Jae-Yong das langersehnte Happy End wünsche und Trauer, dass die Geschichte schon bald ihr Ende nehmen wird, sind die zwei Emotionen, die sich einen ständigen Kampf liefern und mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle nehmen.

“When we Fall” ist eine großartige Fortsetzung und ein gewaltig schöner Liebesroman, der mich auf ganz vielen Ebenen begeistern konnte. Stellt euch diese Fortsetzung einfach vor wie “When we dream”, nur in viel besser, denn Anne Pätzold konnte sich tatsächlich noch einmal selbst übertreffen. Mir fällt es nach wie vor wahnsinnig schwer, Worte für diese einzigartige, atemberaubende Atmosphäre zu finden, die einen in diesem Fall erwarten. Sie macht die “Love NXT” Reihe zu einer absoluten Wohlfühlreihe und würde sogar behaupten, hiermit meine Herzensbücher gefunden zu haben, die ich nicht mehr loslassen möchte. Nicht nur das, denn Anne Pätzold schafft mit Ella und Jae-Yong die wohl wundervollsten Protagonisten und genau so tolle Nebencharaktere, die sich ihren Platz in meinem Herzen definitiv sichern konnten.

Ella ist einfach unfassbar toll, zuckersüß und vor allem mutig. Es ist mir schon lange nicht mehr so leicht gefallen, mich mit einer fiktiven Person so intensiv zu identifizieren, denn ich finde in ihr so viel von mir selbst wieder. Ich begleite Ella unheimlich gerne auf ihrem Weg, verfolge mit ganz viel Staunen ihre tolle Entwicklung und beneide sie insgeheim um Jae-Yong, der mein Herz höher schlagen lässt. In traurigen und emotionalen Momenten habe ich das Bedürfnis Ella eine lange Umarmung schenken zu müssen, genau wie ich mich bei fröhlichen Dingen mit ihr freue, als wäre sie eine enge Freundin. Unbedingt erwähnen muss ich auch noch die Authentizität und Echtheit, die Ella als Person ausstrahlt und die Geschichte damit viel realistischer macht.

Jae-Yong ist ebenfalls ein außergewöhnlicher, einzigartiger Charakter, der abseits von jeglichen New Adult Klischees ausgelegt ist. Er ist nicht der typische Bad Boy, der keinen an sich heran lässt, sondern ein wahnsinnig liebevoller, gutmütiger und von Herzen ehrlicher Mensch, der seine Ecken und Kanten hat. Wunderschön zu sehen finde ich, wie er Ella Mut schenkt, sie zu Veränderungen ermutigt, ihr hierbei aber Zeit und Raum gibt. ”Babyschritte” sind hier wohl das richtige Stichwort... Zudem ist es in meinen Augen großartig zu lesen, wie viel Leidenschaft für seine Musik Jae-Yong an den Tag legt, dabei aber sowohl die Licht-, als auch die Schattenseiten eines Weltstars vermittelt. Besonders gelungen ist deshalb das letze Kapitel, das als Einziges aus seiner Sicht verfasst ist. Insgesamt ist hat er einfach großes Bookboyfriend Potential, gerade weil er so einzigartig ist.

Auch von den Nebencharakteren kann ich nur schwärmen, denn Liv, Mel, Josh, Erin und sogar Jae-Yongs Bandmitglieder, sind mir allesamt ans Herz gewachsen. Sie sind nicht anders als die Protagonisten, mit viel Liebe im Detail ausgearbeitet und geben der wundervollen Geschichte den letzten Feinschliff. Zusammenhalt und tiefe Freundschaft sind hier wohl die richtigen Stichpunkte, mit denen ich die grandiose Harmonie der Charaktere hoffentlich ausreichend beschreiben kann.

Ehrlich gesagt war ich anfangs ziemlich abgeneigt davon, die Reihe überhaupt zu beginnen, da K-Pop einfach nicht meinen Musikgeschmack trifft und vermutlich auch niemals treffen wird. Trotzdem habe ich den Schritt gewagt und bin der Geschichte schlussendlich schon nach den ersten Seiten hoffnungslos verfallen. Warum...? Ganz einfach, weil Anne Pätzold den Leser auf eine angenehme Art und Weise in diese spezielle und einzigartige Thematik einführt und einen nicht plötzlich ins kalte Wasser wirft. Sie sorgt dafür, dass man neue Kulturen, Sprachen und Länder kennenlernt, für die ich zuvor nur wenig Interesse aufbringen konnte. Natürlich steht Korea in diesem Fall im Vordergrund, doch ihr glaubt gar nicht, wie viele spannende Ecken dieses in den Hintergrund gerückte Land besitzt. Anne Pätzold schafft hier also nicht nur zauberhafte Charaktere, sondern sorgt mit ihrem großartigen Umgang mit Worten für viel Staunen meinerseits. Sie hat es geschafft mein Interesse für Neues auf Anhieb zu wecken, so konnte ich nicht genug von ihren bildgewaltigen und anschaulichen Beschreibungen bekommen.

K-Pop ist zwar ein dominanter Begriff in “When we fall”, allerdings geht es hier um so viel mehr als das. Freundschaft, Familie, Liebe, den Umgang mit Verlusten, die Überschreitung seiner eigenen Grenzen. All diese Themen, sind mit einer herzerwärmenden Liebesgeschichte verwoben, der ausreichend Zeit zum Wachsen gegeben wird. Hinzu kommen die Leidenschaften der Protagonisten wie Kunst, Bücher - Jeder Harry Potter Fan kommt hier auf seine Kosten - und Musik, die den Leser verzaubern und die eigene Welt um sich herum kurzzeitig vergessen lassen. Die Autorin schafft hiermit einen grandiosen, meisterhaften New Adult Roman, mit dem ich mein Herzensbuch finden konnte, da er alles mitbringt, was ich von einer meisterhaften Liebesgeschichte erwarte. Ich habe schon einige Bücher aus besagtem Genre gelesen, in denen Dramatik, ein ständiges Hin und Her und überladene Klischees die Handlung ausmachten. “When we Fall” zeigt, dass Spannung auch ohne unnötiges Drama und derbe Erotikszenen funktioniert. Genau deshalb schätze ich dieses Buch so sehr.

Bitte was? Das Buch kann unmöglich an dieser Stelle enden... Wo bleiben die Antworten, die ich unbedingt brauche? Wie soll ich es bis Dezember zur Fortsetzung aushalten?
All diese Fragen zu dem fiesen Ende der Geschichte schwirren mir gerade im Kopf herum. Das Einzige, was ich ich jetzt abschließend noch sagen kann ist: Lest diese Reihe, lasst euch von den einzigartigen Charakteren und einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte verzaubern, nehmt euch in Acht vor einem schlimmen Ende und erwartet Momente, die euer Leserherz höher schlagen lassen.

Fazit:
Eine wahnsinnig starke Fortsetzung, die mich auf vielen Ebenen begeistern konnte. Anne Pätzold schreibt mit “When we fall” eine Geschichte, die alles mitbringt, was ich von meinem Herzensbuch erwarte. Im Endeffekt kann ich euch nur eine große Leseempfehlung aussprechen und dem Buch mit meinen Worten hoffentlich ganz viel Liebe schenken. Lasst euch verzaubern und taucht ein in die wunderbare Welt von Ella und Jae-Yong !
5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2020

Ein unterhaltsamer Reihenauftakt, der kleine Schwächen zeigt !

Celestial City - Akademie der Engel
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Inhalt/Klappentext:
Als pechschwarze Flügel aus Brielles Rücken wachsen, ist klar, dass etwas völlig falsch läuft.Kann es sein, dass in ihr ein Dämon schlummert? Dennoch wird sie an der Fallen Academy ...

Inhalt/Klappentext:
Als pechschwarze Flügel aus Brielles Rücken wachsen, ist klar, dass etwas völlig falsch läuft.Kann es sein, dass in ihr ein Dämon schlummert? Dennoch wird sie an der Fallen Academy der Engel aufgenommen. Mit ihren schwarzen Flügeln ist sie dort allerdings eine Außenseiterin. Da hilft es auch nicht, dass der attraktive Lincoln Grey ihr das Leben noch schwerer macht. Dann wird ihre Zugehörigkeit an der Academy von höchster Stelle angezweifelt, und damit ist das Chaos für Brielle perfekt ...

Eindruck:
“Celestial City” ist der Auftakt einer neuen Jugendfantasy Reihe, an dem auch ich, als großer Fantasy Liebhaber nicht vorbeigehen konnte. Dafür sorgt nicht nur der interessante Klappentext, der eine spannende Geschichte im Kampf zwischen Engeln und Dämonen verspricht, sondern auch das wunderschöne Cover, das mich sofort in seinen Bann ziehen konnte. Neben der gelungenen Farbgestaltung, überzeugen hier auch die liebevollen Details, die sich sogar auf den eigentlichen Inhalt des Buches beziehen und die Neugierde des Lesers definitiv wecken !

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar locker, flüssig und reißt den Leser auf Anhieb mit in die Welt der Engel und Dämonen. Einmal angefangen, konnte ich das Buch unmöglich aus den Händen legen und schon lange hatte keine Geschichte mehr so großen Suchtfaktor für mich. Ausschlaggebender Punkt ist hier eindeutig der Humor, den Leia Stone wahnsinnig gut gelungen mit den spannungsgeladenen Momenten verwebt. Insbesondere die sarkastisch angehauchten Wortgefechte und Neckereien zwischen den Charakteren konnten mich hervorragend unterhalten und sorgten sicherlich nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen LeserInnen, für das ein oder andere Schmunzeln. Stellenweise etwas kurz gekommen ist mir tatsächlich der Tiefgang, den ich mir in intensiveren Momenten noch ausgeprägter gewünscht hätte.

Der Erzählstil konnte mich dafür aber wieder umso mehr überzeugen, so erfährt man ausschließlich aus Brielles Perspektive, einiges über “Celestial City” und wird zu Beginn der Geschichte, regelrecht in das Geschehen geworfen. Gut gefallen hat mir ebenso der weitläufige Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonistin, die ich somit wahnsinnig gerne auf ihrem Weg verfolgt habe. Ein wenig unscheinbar bleibt allerdings Lincoln, über den ich im Laufe der Fortsetzung gerne noch mehr erfahren würde.

Brielle ist eine durchaus sympathische Protagonistin, die mir mit der Zeit wirklich ans Herz gewachsen ist. Man lernt sie zunächst als taffes, schlagfertiges und mutiges junges Mädchen kennen, dem es an Selbstvertrauen eindeutig nicht mangelt. Im Laufe ihres Lebens musste sie schon einiges durchmachen, so erlebte sie auch den Krieg zwischen Engeln und Dämonen mit, in den die Menschheit verwickelt wurde. Durch diese Kämpfe wurden die Menschen entweder mit damönischen oder himmlischen Kräften versehen, die zum 18. Lebensjahr, bei Erweckungszeremonien sichtbar werden. Brielles Schicksal scheint besiegelt, so ist sie sich sicher, an der dämonischen Tainted Academy zu studieren. Was sie nicht erwartet ist, dass sie eine der seltenen Celestials ist, der allerdings pechschwarze, anstatt strahlend weiße Flügel aus dem Rücken wachsen. So landet sie plötzlich auf der Fallen Academy, wo wir als Leser sie nun begleiten dürfen. Es hat mir wirklich unheimlichen Spaß bereitet ihr Schicksal mitzuverfolgen, so bin ich Brielles Humor auf Anhieb hoffnungslos verfallen. Schade finde ich es allerdings nach wie vor, dass sie manchmal den typischen, hormongesteuerten und naiven Teenager hervorkommen lässt und sich kindisch und trotzig gegenüber Lincoln verhält.

An diesem Punkt möchte ich direkt anknüpfen, denn mit Lincoln wusste ich lange nichts anzufangen. Er ist der typische, heiße und undurchschaubare Lover, zu dem auch ich zunächst nicht durchdringen konnte. Seine Abneigung gegenüber Brielle ist schon in den ersten Zügen der Geschichte deutlich zu spüren, so definieren seinen Charakter einige Klischees, die eine standard Liebesgeschichte - auf die ich später nochmal näher eingehen werde - ausmachen. Mit fortlaufender Handlung öffnet er sich dem Leser zwar und ermöglicht einen Einblick hinter seine mürrische Fassade, doch sein Charakter bleibt mir nach wie vor zu oberflächlich und undurchsichtig. Unrealistisch erschien mir auch seine plötzliche Liebe zu Brielle, die von der einen auf die nächste Sekunde existierte. Trotz den vielen Kritikpunkten sehe ich in seiner Person eindeutiges Potential, das in der Fortsetzung hoffentlich ausgeschöpft wird.

Von den Nebencharakteren kann ich hingegen nur schwärmen, da sie in meinen Augen eine große Bereicherung für die Geschichte sind. Sowohl Luke, Shea und Chloe, als auch die vier Erzengel und Bri’s Trainer, lockern die Geschehnisse um einiges auf und sorgen für eine zusätzliche Prise des unvergleichlichen Humors. Auch Sera - wer und was sie ist, müsst ihr selbst lesen - konnte mein Herz im Sturm erobern und sorgt für das gewisse, außergewöhnliche Etwas in der Handlung.

Wie schon erwähnt, entpuppte sich die Liebesgeschichte als größte Schwachstelle der Geschichte. Einerseits hat mich Brielles ständiges gesabber und gehechel hinter Lincoln mit der Zeit ziemlich genervt und ich konnte irgendwann nur noch die Augen verdrehen. Das ständige hin und her, sowie das kindliche verknalltsein, konnten mich schlichtweg nicht mitreißen und auch Lincolns schlagartige Gefühlswechel tragen zu einer eher unrealistischen Liebesgeschichte bei. Die Entwicklung der Gefühle gingen einfach zu rasant vonstatten, sodass die Beziehung zwischen Brielle und Lincoln ziemlich oberflächlich bleibt. Zudem gibt es unnötiges Drama, das nicht hätte sein müssen, einzig die unzähligen Schlagabtausche konnten mein Leserherz erobern.

Die Grundidee der Geschichte hat mir dafür aber umso besser gefallen und auch die allgemeine Umsetzung des Themas, lässt nicht zu wünschen übrig. Die Story ist von der ersten, bis zur letzen Seite spannend, nicht vorhersehbar und obwohl sich der Fokus der Handlung zwischenzeitlich ändert, bleibt der Spannungsbogen konstant erhalten. Der Konflikt zwischen Gut und Böse, die actionreichen Momente und die zahlreichen unerwarteten Wendungen, bilden einen gelungenen Reihenauftakt, der mich fesseln konnte. Zudem erwarten den Leser bildhafte und anschauliche Beschreibungen der verschiedenen dämonischen Wesen und Engeln, die mein Interesse zwischenzeitlich wieder hochschraubten. Etwas mehr Liebe im Detail wünsche ich mir für Brielles schulische Ausbildung, in Bezug auf das Lernen von Fähigkeiten, das Beherschen der Magie etc. Insgesamt hatte ich trotz einiger Kritikpunkte, großen Lesespaß, der mich hoffentlich auch in der Fortsetzung wieder erwartet !

Fazit:
Ein gelungener Auftakt einer neuen Jugendfantasy Reihe, der mit einer großartigen Grundidee und einem wahnsinnig tollen Setting überzeugt. Einzig die Charaktere zeigen auf manchen Ebenen noch kleinere Schwächen und auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz überzeugen, was sich in der Fortsetzung aber hoffentlich noch ändert. Trotz Kritik, gibt es meine eindeutige Leseempfehlung, insbesondere wenn ihr nach humorvoller und unterhaltsamer Fantasy sucht.
4/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2020

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen...

An Ocean Between Us
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Inhalt/Klappentext:
Avery Cole will nichts anderes als Ballett tanzen, doch dann zerstört ein schwerer Autounfall ihren Lebenstraum. Sie wird nie wieder tanzen können.
Am Boden zerstört beginnt Avery ein ...

Inhalt/Klappentext:
Avery Cole will nichts anderes als Ballett tanzen, doch dann zerstört ein schwerer Autounfall ihren Lebenstraum. Sie wird nie wieder tanzen können.
Am Boden zerstört beginnt Avery ein Studium am LaGuardia Community College – obwohl sie eigentlich gar nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Und dann begegnet sie in ihrer ersten Vorlesung auch noch einem Typen, der arrogante Kommentare über ihre Verletzung ablässt: Theo Jemison, dem gefeierten Star-Schwimmer des Colleges. Nur dumm, dass Schwimmen eine der wenigen Sportarten ist, die Avery mit ihrem kaputten Rücken noch bleiben. Und natürlich ist es ausgerechnet Theo, der ihren Kurs trainiert. Wohl oder übel verbringt sie mehr Zeit mit ihm und lernt eine völlig andere und viel nettere Seite von ihm kennen, die er sorgsam hinter der arroganten Fassade verbirgt. Doch als er sie plötzlich wieder von sich stößt, muss sich Avery fragen, wer der wahre Theo ist ...

Eindruck:
Ich als großer College Geschichten Liebhaber konnte natürlich nicht an der Neuerscheinung “An ocean between us” vorbei gehen und wurde schon lange vor dem eigentlichen Erscheinungstermin auf das Buch aufmerksam. Nicht nur der spannende Klappentext rief das typische “Das Buch musst du unbedingt lesen !” in meinem Kopf hervor, sondern auch das wunderschöne Cover konnte mich auf Anhieb in seinen Bann ziehen. Ich liebe einfach den Verlauf der verschiedenen Blautöne, sowie die optisch ansprechenden Regentropfen und vor allem die Glitzerschrift ist ein absoluter Hingucker. Aus all diesen Gründen hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an die Geschichte, die im Endeffekt leider nicht wirklich erfüllt werden konnten.

Der Schreibstil der Autorin konnte mich direkt zu Beginn positiv überraschen. Nina Bilinszki schreibt zwar recht einfach, aber dennoch wunderbar locker und flüssig, sodass die Seiten nur so dahin geflogen sind. Ich habe die Avery’s und Theo’s Geschichte in einem Rutsch durchgelesen und konnte meinen angenehmen Lesefluss nur schwer stoppen. “An ocean between us” - im Übrigen mein erstes Buch der Autorin - beinhaltet zudem einige humorvolle Szenen und eine Vielzahl großartiger Wortgefechte, die für viel Unterhaltung und Lesespaß meinerseits sorgten. Einzig die Emotionen und der Tiefgrund kamen für mich an einigen Stellen etwas zu kurz, wodurch die Handlung teilweise ziemlich oberflächlich dahinplätscherte. Alles in allem konnte mich Nina Bilinszkis Art zu schreiben aber definitiv mitreißen und ich bin nicht davon abgeneigt weitere Bücher von ihr zu lesen.

Erzählt ist die Geschichte abwechselnd aus der Sicht unserer Protagonisten Theo und Avery in Ich-Perspektive, was mir in New Adult Büchern generell immer zusagt. Ich konnte somit einen angenehmen Einblick in beide Gedanken- und Gefühlswelten bekommen und mich problemlos in die Lage der Charaktere hineinversetzen. Leider war dieser eigentlich positive Einblick stellenweise sogar zu groß, denn schon in den ersten Zügen der Geschichte konnte ich den Plot grob voraussehen und den Ausgang des Ganzen erahnen - dazu aber später mehr.

Averys Leben wendete sich nach einem schrecklichen Unfall um 180 Grad und auch ihr großer Traum eine Karriere als Profitänzerin zu starten, verpuffte damit schlagartig. Zurück bleiben nur eine schmerzhafte Verletzung, ein geplatzter Traum, sowie ein Leben ohne Zukunft, das sie nun, am Boden zerstört, am La Guardia Community College beginnt. Hier dürfen wir sie als LeserInnen nun begleiten und ihre Schritte zurück ins Leben verfolgen. Schon an dieser Stelle muss ich sagen, dass ich es wirklich schade finde, sie nicht direkt nach dem Unfall begleitet zu haben. Ich glaube ich hätte mich so um einiges besser mit ihr identifizieren und insbesondere mit ihr mitfühlen können. Abgesehen davon erschien mir Avery zunächst recht sympathisch, wobei ich stellenweise trotzdem stark mit ihr zu kämpfen hatte. Sie ist schlagfertig, durchsetzungsfähig und fest entschlossen, das kann ich nicht abstreiten, doch sowohl die vielen Vorurteile, als auch ihre trotzige Art, lassen ihre Antipathie schnell hervorblitzen. Des Weiteren habe ich nichts greifbares an ihrem Charakter gefunden und konnte ihre zwar vorhandene Entwicklung, leider nicht nachvollziehen. Hier hätte ich mir eine deutlich intensivere Beziehung zu ihr gewünscht !

Auch Theo konnte nicht wirklich zu mir durchdringen, da es auch seinem Charakter deutlich an Tiefe fehlt. Während er oftmals ziemlich egoistisch und arrogant rüberkommt, zeigt er in intensiveren Momenten auch seine verletzliche und sympathische Seite, weshalb ich ihn einfach nicht einzuschätzen wusste. Seine anfangs wahnsinnig dummen Sprüche gingen mir deutlich zu weit unter die Gürtellinie und ich konnte mir dabei keine zukünftige Beziehung mit Avery vorstellen. Urplötzlich - und ich kann mir bis heute nicht erklären warum - behandelt er sie wie zerbrechliches Glas und bietet ihr dauerhaft seine Hilfe an. Das macht ihn mir noch undurchschaubarer als zuvor und genau wie bei Avery, konnte ich auch zu ihm keine brauchbare Beziehung aufbauen. Hinzu kommt noch, dass sein Charakter austauschbar, nichtssagend und flach wie das Papier ist, auf dem geschrieben wurde und Theo als Person anscheinend nichts, außer seinem Sport ausmacht.

Von den Nebencharakteren kann ich zur Abwechslung mal wirklich schwärmen, denn mit Lizzy, Virginia, Kayson und Noah, zeichnet die Autorin abwechslungsreiche und interessante Persönlichkeiten, die mich definitiv zum Weiterlesen anregen. Die Freundschaft der Sechs war eindeutig mein Highlight der Geschichte und sorgt für herzerwärmende, unterhaltsame Momente, die ich wirklich genossen habe. Genau das wünsche ich mir auch für die Fortsetzung der Reihe, mit Izzy und Kayson !

Die Liebesgeschichte entpuppte sich für mich als die größte Schwachstelle der Geschichte. Es liegt bei Weitem nicht nur daran, dass ich den Handlungsverlauf und insbesondere den Plot-Twist schon zu Beginn des Buches voraussehen konnte, denn auch alle weiteren Knackpunkte einer guten Liebesgeschichte, konnten in meinen Augen nicht erfüllt werden. Als Leserin möchte ich abgeholt werden, abgeholt, um mit den Protagonisten mitzufiebern und die Entwicklung ihrer Beziehung, bei vorhandenem Spannungsbogen zu verfolgen. Es geht mir darum, die Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, mit ihnen zusammen zu überwinden, was mir hier leider nicht möglich war. Einerseits sind die mangelnde Tiefe und die nur sporadisch vorhandenen Gefühle ein ausschlaggebender Grund. Andererseits konnte mich die sprunghafte und nicht nachvollziehbare Handlung nicht wie gewollt abholen. Während Avery und Theo sich zunächst überhaupt nicht leiden können, fallen sie im nächsten Moment gefühlt übereinander her und zeigen plötzliches Interesse. Als Leser frage ich mich einfach nur: “Wo kommt das denn plötzlich her ?” Des Weiteren gab es zwar einige vermeintlich berührende Szenen, die allerdings keinerlei Gefühle in mir auslösen konnten. Um es auf den Punkt zu bringen, hat mich das unnötige und nicht nachvollziehbare hin und her ab einem gewissen Punkt einfach nur genervt und die Liebesgeschichte konnte meine Erwartungen nicht erfüllen.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass das Buch, trotz der aufgeführten Kritikpunkte, kein kompletter Flop für mich war. Die Geschichte hat eindeutiges Potential, weshalb ich sicher bin, dass sich in der Fortsetzung mit mehr Tiefgang, greifbareren Charakteren und bedeutungsvolleren Momenten, noch einiges entwickeln kann. Zudem würde ich mir mehr Authentizität und eine realistischere Handlung wünschen, die das Buch zu mehr als zur einer Zwischendurchlektüre machen.

Fazit:
Eine nette Geschichte, die meine Erwartungen aber leider nicht erfüllen konnte. Auf der Suche nach einer angenehmen Lektüre für zwischendurch, wird man hier definitiv fündig. Wer allerdings nach einer tiefgründigen, unvorhersehbaren und ergreifenden New Adult Geschichte sucht, sollte hiervon lieber die Finger lassen.
3/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2020

Gelungener Auftakt einer High Fantasy Dilogie !

Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch
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Inhalt/Klappentext:
Als Sheera festgenommen und in den Palast der Hochalben gebracht wird, fürchtet sie um ihr Leben. Denn sie ist nicht nur eine gesuchte Diebin, sondern auch eine Nachtalbe – ein geächtetes ...

Inhalt/Klappentext:
Als Sheera festgenommen und in den Palast der Hochalben gebracht wird, fürchtet sie um ihr Leben. Denn sie ist nicht nur eine gesuchte Diebin, sondern auch eine Nachtalbe – ein geächtetes Wesen der Dunkelheit. Ihre Festnahme hat allerdings einen anderen Grund: Sheera soll an einem Wettstreit um den Königsthron teilnehmen. Wenn sie das tödliche Spiel überleben will, darf sie niemandem vertrauen – weder ihren adeligen Konkurrentinnen noch dem jungen Kommandanten der Armee. Doch Sheera wird schon bald einem weitaus gefährlicheren Feind gegenüberstehen: dem Kronprinzen des Menschenreichs …

Eindruck:
Den Titel „Moonlight Touch“ hatte ich zunächst nicht auf dem Schirm und auch der Name der Autorin war für mich bislang unbekannt. Nachdem ich dann aber auf das Buch gestoßen bin, konnte der Klappentext mich sofort überzeugen und ich war unheimlich neugierig, endlich in die Welt der Alben und Menschen abzutauchen. Obwohl ich die Farbgebung, als auch die schimmernden Tropfen auf den Cover toll gelungen finde, bleibt mir die Person im Vordergrund leider ein Dorn im Auge. Die Innengestaltung gefällt mir dafür aber umso besser und hält mich nicht davon ab vorwegzunehmen: Es ist zwar mein erstes, aber definitiv nicht letztes Buch der Autorin !

Jennifer Alice Jager schreibt unheimlich flüssig, locker leicht und führt den Leser wunderbar durch die vorerst noch unbekannte, magische Welt. Es fiel mir wirklich schwer meinen angenehmen Lesefluss zu stoppen, sodass die Seiten nur so an mir vorbei geflogen sind. Auch das Wordbuilding ist schlichtweg faszinierend und konnte mich auf Anhieb in seinen Bann ziehen. Aufgrund der bildhaften Beschreibungen, die mit viel Liebe im Detail ausgearbeitet wurden, hat es mir großen Spaß bereitet Amberan und Fahir zu erkunden und ich bin zudem großer Fan des mittelalterlichen Touches, der den Leser durch die Geschichte begleitet. Zusammen mit der mystischen und geheimnisvollen Atmosphäre entstehen also ein grandioses Setting, sowie eine Welt, die einen so schnell nicht mehr loslässt.

Erzählt ist die Geschichte einerseits aus der Sicht unserer Protagonistin Sheera in Ich-Perspektive und andererseits aus Lysanders Sicht aus der 3. Person. Einen Perspektivwechsel auf diese Art, habe ich bisher noch nie gesehen und bin deshalb nach wie vor fasziniert von diesem Einfall der Autorin. Man konnte so definitiv einen weitläufigen Einblick in Sheeras Gedanken- und Gefühlswelt bekommen und in diesem Zuge auch einen Eindruck aus dem Leben der Alben. Zu ihr konnte ich sofort einen Bezug herstellen, was sich bei Lysander zunächst ziemlich schwierig gestaltet. Er wirkte auf mich leider zu undurchsichtig, unnahbar und schlichtweg nicht greifbar, was sich im Laufe der Geschichte auch nicht wirklich besserte - dazu aber später mehr.

Die Protagonistin Sheera konnte mich schon in den ersten Zügen der Geschichte von sich überzeugen. Man lernt sie als gefürchtete und geächtete Nachtalbe kennen, die es als Vollwaise nicht leicht im Leben hat und sich somit als Diebin über Wasser hält. Eines Tages wird sie allerdings unerwartet von der Armee der Königin gefasst und muss sich schlussendlich in einem Wettbewerb um die Krone Fahirs behaupten. Verzweifelt versucht sie an diesem Ort voller Intrigen am Leben zu bleiben und ihr Schicksal führt sie eines Tages ins Menschenreich, wo sie dem Kronprinzen Lysander über den Weg läuft... Sofort war ich begeistert von Sheeras kämpferischen und schlagfertigen Art, mit der sie durchs Leben geht. Sie ist taff, lässt sich nichts gefallen und sorgt in einigen Momenten für ordentlich Zündstoff. Zudem ist sie facettenreich, authentisch und mit ihren Ecken und Kanten gezeichnet, was sie zu einer gelungenen Protagonistin macht.

Mit dem Menschenprinz Lysander hatte ich lange meine Probleme und konnte auch im Laufe der Geschichte einfach nicht richtig zu ihm durchdringen. Er blieb in meinen Augen durchgängig blass, unsichtbar und unantastbar, sodass ich keine wirkliche Beziehung zu ihm aufbauen konnte. Trotzdem hat sich seine anfangs noch ziemlich oberflächliche Person definitiv entwickelt, weshalb ich für den weiteren Verlauf der Geschichte deutliches Potential in ihm sehe. Was ich allerdings loben muss, sind die großartigen und wunderbar unterhaltsamen Schlagabtausche zwischen den beiden Protagonisten. Es war ein herrlicher Genuss, das erste Aufeinandertreffen der Beiden mitzuverfolgen und man hat sich oft gefragt, wer hier wem zuerst den “Kopf abreißen“ wird !

Eine Liebesgeschichte ist in diesem Auftakt leider noch nicht wirklich präsent, wobei ich es ehrlich gesagt ziemlich erfrischend finde, dass die eigentliche Handlung in diesem Fall erstmal im Vordergrund steht. Ich stelle jetzt einfach trotzdem einmal die Vermutung auf, dass sich zwischen Lysander und Sheera noch etwas anbahnen wird, denn erste Anzeichen dafür sind hier eindeutig zu erkennen. Zwar fehlt es bislang noch an Leidenschaft, Tiefgrund und Gefühlen, doch ich wage zu behaupten, dass eine gewisse Anziehungskraft, sowie ein leichtes Knistern schon zu spüren sind. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Fortsetzung in Bezug auf die Liebesgeschichte so zu bieten hat.

Der Plot an sich ist aber einfach nur großartig und total mitreißend. Hier hat die Autorin ganze Arbeit geleistet und mich stellenweise mit offenstehendem Mund zurückgelassen ! Die verschiedenen Handlungsstränge halten den Spannungsbogen konstant oben, sodass ich im Laufe der Geschichte nur minimale Längen erkennen konnte und es mir unmöglich erschien, das Buch wieder aus den Händen zu legen. Ich würde es trotz mangelndem Tiefgang als Achterbahnfahrt der Gefühle bezeichnen, da ich im einen Moment schockiert, im Anderen hoffnungsvoll und im Nächsten schon wieder überrascht und erleichtert darüber war, dass die Charaktere sich wieder einmal retten konnten. Vor allem im letzten Drittel des Buches jagt eine unerwartete Wendung die Nächste, was das Leseerlebnis einfach großartig gestaltet. Zudem wusste ich im Verlauf der Geschichte irgendwann nicht mehr, wem ich während dieses spannenden Wettstreits um die Krone überhaupt noch trauen kann. So erwarten den Leser dauerhaft Intrigen und Machtspiele, die einen stets an der Nase herumführen. Nachdem das Ende mit einem Cliffhanger kulminiert, kann ich es kaum abwarten, die Fortsetzung endlich in den Händen zu halten und erneut in die Welt der Alben abzutauchen.

Fazit:
Trotz der bisher mangelnden Liebesgeschichte und einem ziemlich blassen, unsichtbaren Protagonisten, eine eindeutige Leseempfehlung, sowie ein echter High-Fantasy Geheimtipp. Neben unerwarteten Wendungen, einigen Intrigen und einem fiesen Cliffhanger erwartet den Leser in “Moonlight Touch” ein grandioses Wordbuilding, das mich auf Anhieb in seinen Bann ziehen konnte !
4/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2020

Humorvolle Charaktere, freche Dialoge und ein überraschend ernstes Thema !

The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission
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Inhalt/Klappentext:
Echte Männer lesen Liebesromane. Findet zumindest Geschäftsmann Braden Mack. Er gehört einem geheimen Buchclub an, in dem Männer über Romances diskutieren, um Frauen und deren Wünsche ...

Inhalt/Klappentext:
Echte Männer lesen Liebesromane. Findet zumindest Geschäftsmann Braden Mack. Er gehört einem geheimen Buchclub an, in dem Männer über Romances diskutieren, um Frauen und deren Wünsche besser zu verstehen. Theoretisch klappt das bestens, praktisch stellt ihn Liv, die kratzbürstige Schwägerin seines Freundes Gavin, vor ein Rätsel. Für sie sind Liebesromane nichts als Zeitverschwendung. Als sie ihren Job verliert, weil ihr Chef sexuelle Belästigung für ein Berufsrisiko hält, ist das die perfekte Mission für Mack: Er hilft Liv, diesen widerlichen Mistkerl zu ruinieren, und beweist ihr nebenbei, dass es auch im echten Leben Happy Ends gibt …

Eindruck:
Nachdem mir das Thema eines reinen Männer-Buchclubs schon im ersten Teil zu „The secret bookclub“ unheimlich gut gefallen hat, konnte ich es kaum erwarten, die Verkupplungsversuche der Jungs in der Fortsetzung erneut zu verfolgen. Auch in diesem Fall gefällt mir die Ausarbeitung des Covers und insbesondere dessen Farbgestaltung wieder unheimlich gut. Es harmoniert nicht nur hervorragend mit dem Vorgänger der Reihe, sondern lässt zudem auch hier wieder auf eine einzigartige und spannende Liebesgeschichte hoffen.

Der Schreibstil der Autorin konnte mich wieder sofort in seinen Bann ziehen. Flüssig und locker leicht erzählt Lyssa Kay Adams auch in diesem Buch eine einzigartige Geschichte, die mich so schnell nicht mehr los lies. Die Seiten sind nur so dahin geflogen und ich konnte meinen wirklich angenehmen Lesefluss kaum stoppen, was wohl verstärkt dem grandiosen Humor zu verdanken ist, den die Autorin an den Tag legt. Die amüsanten Einschübe, sowie die unterhaltsamen und spritzigen Schlagabtausche der Protagonisten haben mir einen riesengroßen Lesespaß beschert und im Laufe der Geschichte für das ein oder andere Schmunzeln bei mir gesorgt. Toll finde ich auch, dass Lyssa Kay Adams in dieser Fortsetzung auf einige ernste Themen setzt, die für Tiefgang, Emotionen und mehr Authentizität sorgen. Ich bin begeistert !

Ein kleiner Dorn im Auge ist mir auch in diesem Fall wieder die Erzählperspektive, mit der ich mich wohl nie wirklich anfreunden werde. Wie in Teil 1, darf man auch Braden‘s und Liv‘s Geschichte in der 3. Person verfolgen und beide auf ihrem Weg begleiten. Zwar ist es der Autorin in diesem Fall deutlich besser gelungen, dem Leser die Gefühle und Gedanken der Protagonisten nahezubringen und in meinen Augen wirken die Charaktere hier um einiges greifbarer, allerdings hat mir erneut die enge und intensive Verbindung zu ihnen gefehlt. Das ist und bleibt aber Geschmacksache, weshalb es die meisten Leser wohl nicht stören wird.

Meine Erwartungen an die Geschichte hielt sich diesmal in Grenzen, da mir Liv als Nebencharakterin in Teil 1 einfach unheimlich unsympathisch war. Ich konnte mir bei bestem Willen nicht vorstellen, wie das einst nervige und naive Mädchen in einer Liebesgeschichte harmonieren soll und doch hat Liv es geschafft, mich schon auf den ersten Seiten von sich zu überzeugen. Man lernt sie zunächst als Konditorin im Savoy kennen, als sie ihren heuchlerischen Chef dabei erwischt, eine Kollegin sexuell zu belästigen. Im Zuge dessen wird sie bedroht, anschließend gekündigt und setzt es sich fest in den Kopf, diesem Unfug ein Ende zu setzen. Dabei bekommt sie Unterstützung von Braden Mack und seinem Buchclub, wodurch eine impulsive Zusammenarbeit beginnt. Ich liebe die kämpferische, taffe und vor allem freche Liv, die definitiv kein Blatt vor den Mund nimmt. Noch besser gefallen hat mir allerdings, dass sie im Laufe der Geschichte auch etwas von ihrer verletzlichen und liebenswerten Art zeigt, die ihre Person noch authentischer und realistischer macht. Es hat lange gebraucht, bis sie sich dem Leser gegenüber geöffnet hat, doch im Endeffekt war es wundervoll eine weitere Seite der schlagfertigen Protagonistin kennenzulernen.

In Braden Mack habe ich mich direkt auf Anhieb verliebt und ihn auch schon im Vorgänger in mein Herz geschlossen. Er ist charmant, gutaussehend und wirft mit seinen sarkastischen Bemerkungen nur so um sich. In diesem Zusammenhang haben mir insbesondere die wahnsinnig tollen Wortgefechte zwischen ihm und Liv gefallen, die der Geschichte das gewisse Etwas verliehen haben. Positiv hat mich bei ihm, aber auch seine weitere Seite überrascht, die ich so nicht erwartet hätte. Hinter dem einstigen Macho steckt tatsächlich ein fürsorglicher, liebevoller und ziemlich tollpatschiger junger Mann, der nach einer festen Beziehung sucht. Zwar übertreibt Mack es manchmal mit seinen romantischen Gesten und schießt über das Ziel hinaus, doch insgesamt bin ich ihm und seinem unvergleichlichem Humor einfach hoffnungslos verfallen.

Die Nebencharaktere sind auch in Band 2 wieder toll gelungen, doch vor allem Rosie und Hop sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Beiden unterstützen Liv auf vielen Ebenen und erzählen mehr oder weniger ihre eigene Geschichte, was mir wahnsinnig gut gefallen hat. Die Jungs des Buchclubs konnten mich erneut gelungen unterhalten, wobei sie mir hier, genau wie Liv‘s Schwester Thea, etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt sind. Insgesamt sind aber alle Charaktere facettenreich und toll ausgearbeitet, worauf ich auch in Band 3 wieder hoffe.

Die Handlung und das Thema „sexuelle Belästigung“ im generellen, hat mich wirklich überrascht. Dadurch, dass mir im Vorgänger die Tiefe und mehr oder weniger auch die Ernsthaftigkeit gefehlt hat, konnte die Fortsetzung definitiv genau damit punkten. Meine Sorge, dass das sozialkritische Thema zu plump und langweilig umgesetzt wird, ist schlagartig verpufft, denn auch in diesem Buch legt die Autorin wieder einen fabelhaften Humor an den Tag. Spritzige Dialoge und unterhaltsame Momente, sorgten für ein breites Grinsen auf meinem Gesicht, doch auch die Spannung kam in diesem Fall nicht zu kurz. Es gibt einige unerwartete Wendungen, die den Spannungsbogen aufrecht erhalten und für einen brisanten Plot sorgen. Tiefgang und intensive Gespräche sind dem Leser ebenfalls geboten, wodurch es keinerlei Längen in der Geschichte gibt.

Das Buchclub Thema hätte in meinen Augen stärker dominieren können, da es genau darum ja eigentlich gegen soll. Es ist mir im Laufe des Buches einfach zu stark in den Hintergrund gerutscht und hatte wie auch schon in Band 1 nur einen kleinen Anteil an der Geschichte. Nichts desto trotz spürt man ein gewaltiges Knistern, sowie eine unverwechselbare Anziehungskraft zwischen den Charakteren, welche die Liebesgeschichte an sich in jedem Fall aufrecht erhalten. Auch das Ende des Buches verlief in einem angenehmen Tempo, sodass nichts zu überstürzt oder gewollt wirkte. Alles in allem bin ich wirklich begeistert und hoffe auf einen mindestens genau so tollen Band 3 !

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte, die mich auf vielen Ebenen begeistern konnte. Den Leser erwarten authentische Charaktere, witzige Gespräche, freche Wortgefechte, sowie eine spannende und überraschend ernste Handlung. Einzig das Buchclub Thema kam mir etwas zu kurz, was mich aber nicht davon abhält, eine Leseempfehlung auszusprechen !
4.5/5🌟

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere