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Veröffentlicht am 15.11.2019

Werkbuch- und Reisebuch

Die Wanderschriftsteller
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Inhalt:

Die Wanderhure, die Kastratin, die Pilgerin: Hinter diesen Bestsellern von Iny Lorentz steckt das Autoren-Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Die Inspiration zu ihren Geschichten erhalten die ...

Inhalt:

Die Wanderhure, die Kastratin, die Pilgerin: Hinter diesen Bestsellern von Iny Lorentz steckt das Autoren-Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Die Inspiration zu ihren Geschichten erhalten die beiden in erster Linie auf ihren Reisen mit ihrem Campingwagen. Dieser autobiografische Reisebericht nimmt uns mit auf die Entstehungsreise ihrer meistgelesenen historischen Romane. Er liefert authentische und vor allem persönliche Einblicke in das Leben und Denken der Autoren, die dem Leser helfen, ihre Romane noch besser zu verstehen. Ein Muss für jeden Iny-Lorentz-Fan!
Zwischen Apulien und dem Nordkap, zwischen Pyrenäen und dem östlichsten Polen waren sie mit ihrem Wohnwagen unterwegs. Auf den Spuren ihrer Pilgerin sind Iny und Elmar durch Frankreich gezogen, haben im Vatikan für die "Töchter der Sünde" recherchiert. Die Pfade, die Marie in den Wanderhuren-Romanen zwischen dem Schwarzwald, Konstanz und Böhmen gewandert ist, sind sie nachgereist.

Meine Meinung:

Iny Lorentz ist für viele Leser ein Begriff. Wer kennt nicht ihre Bestseller-Romane, allen voran „Die Wanderhure“. Hinter diesem Namen steht das Autoren-Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Sie geben uns in diesem Buch Einblick in die Recherchearbeit zu ihren Romanen. Mit ihrem Wohnwagen bereiste sie viele Schauplätze, die ihre Protagonisten bevölkern. Was mir aber besonders gefallen hat, war, Näheres über die Arbeitsweise des Autorenpaares an ihren Manuskripten zu erfahren. Wie gehen sie vor? Wer schreibt was? Ich konnte mir bisher nicht vorstellen, wie das gehen soll, gemeinsam an einem Manuskript zu arbeiten. Nun ist es raus: Ihre Geschichten erfinden sie gemeinsam. Elmar Wohlrath schreibt und Iny Klocke überarbeitet die Bücher.

Erwartet hatte ich mir allerdings ein bisschen mehr über die beiden zu erfahren. Da halten sie leider hinter dem Berg. Gut, wir erfahren wie sich kennen- und lieben gelernt haben, ihre Anfänge, wie sie in der SF-Szene erste Kurzgeschichten veröffentlichten, wie schwierig und steinig ihr Weg war. Aber so richtig Einblick in ihr Leben haben sie uns nicht gewährt. Es kamen keine Emotionen rüber. Das fand ich persönlich schade.

Fazit: Ich hatte mir mehr Persönliches von Iny und Elmar erwartet.

Veröffentlicht am 11.11.2019

Eisige Geheimnisse

Verborgen im Gletscher
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Inhalt:
In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns entdeckt. Damals wurde die Suche nach ihm eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des ...

Inhalt:
In den Tiefen des Langjökull-Gletschers wird die Leiche eines seit Jahrzehnten vermissten Geschäftsmanns entdeckt. Damals wurde die Suche nach ihm eingestellt. Zwar war ein Kollege des Mannes des Mordes verdächtigt worden, aber die Beweise fehlten. Kommissar Konráð blieb jedoch stets von dessen Schuld überzeugt. Inzwischen ist Konráð pensioniert, aber der Fund des Vermissten lässt die Erinnerungen wieder wach werden. Und Konráð beschließt, den Fall noch einmal aufzurollen. Mit dramatischen Folgen ...

Meine Meinung:
Nahezu 30 Jahre schlummerte die Leiche Sigurvins im Gletscher. Der Hauptverdächtige Hjaltaltin hat die Tat bis zu seinem Lebensende bestritten. Nur Konráð schien ihm zu glauben. Dieser Verdacht hat sein Leben überschattet und deshalb bittet der sterbende Hjaltaltin den pensionierten Konráð, wenn der den wirklichen Täter fasst „… lass es ihn spüren“.

Interessant ist auch Konráds Hintergrund, seine Vergangenheit und Familiengeschichte. Nach und nach erfährt der Leser vom Vater, der krumme Dinge drehte und der auf rätselhafter Weise zu Tode kam. Als Hjaltalin angesichts der Verdächtigungen irgendwann mal ausgerastet ist, eigentlich kein Wunder, reagierte Konráð darauf unangemessen aggressiv. Da schien sein Vater mit voller Wucht durchgeschlagen zu sein. Seine Schwester sagte irgendwo zu ihm: „Du weißt nicht, wieviel Vater in dir steckt?“ Conrad entgegnete: „Das weiß ich, Beta. Das musst du mir nicht sagen.“ Mir gefällt der Satz. Wir können unserer Vergangenheit nicht vollständig ablegen, wie man einen abgetragenen Mantel in die Tonne stopft.

Auch erhält man Einblicke in seine Ehe. Konrád führte eine langjährige glückliche Ehe mit Erna, der Liebe seines Lebens, die er durch eine Krebserkrankung verlor. Emotional angesprochen wurde ich von Ernas Einstellung zu ihrem nahen Tod. Sie nahm das Unabänderliche an. „Der einzige Weg, den Tod zu besiegen, ist, sich mit ihm abzufinden.“ Ein starker Satz.

Arnaldur Indriðason ist Islands erfolgreichster Krimiautor. Ich finde, zu Recht. Ich mag seinen Stil. Die Namen der Menschen und der Örtlichkeiten sind gewöhnungsbedürfig, aber okay ... wir sind in Island. Die Stimmung wird gut eingefangen, die Schauplätze sind gut beschrieben. Man "duzt" sich in dem wenig bevölkerten Land. Die Atmosphäre ist eher düster, wie auch bei den meisten skandinavischen Krimis.

Der Klimawandel ist in diesem Roman ein Thema, er wird zwar nur am Rande angesprochen, gibt dem Leser jedoch zu denken. Auch das Thema Alkoholmissbrauch scheint in Island ein Problem zu sein, bzw. gewesen zu sein. Ich habe nachgelesen, dass mittlerweile Islands Jugendliche zu den «cleansten» ganz Europas gehören.

Fazit: Mit hat dieser ruhige Krimi sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 18.10.2019

Stimmt nachdenklich

Wer im Himmel auf dich wartet
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Inhalt:

Annie und ihre Jugendliebe Paulo wollen ihre Hochzeitsreise mit einem romantischen Ballonflug krönen. Doch der Ballon stürzt ab...
Annie erwacht im Himmel wieder und sucht nach Paulo, von dem ...

Inhalt:

Annie und ihre Jugendliebe Paulo wollen ihre Hochzeitsreise mit einem romantischen Ballonflug krönen. Doch der Ballon stürzt ab...
Annie erwacht im Himmel wieder und sucht nach Paulo, von dem sie nicht weiß, ob er überlebt hat. Nacheinander trifft sie dort auf Menschen, die ihr seltsam bekannt und sogar vertraut vorkommen. Doch erst durch ihre Geschichten erfährt Annie, was für eine wichtige Rolle jeder einzelne von ihnen in ihrem Leben gespielt hat - und wie wenig ihr das bewusst war. Am spannenden Ende - mit einer überraschenden Wendung - realisiert sie deren Wert und auch, wie sehr jedes einzelne menschliche Leben zählt.

Meine Meinung:

Das Hörbuch wird hervorragend von Steffen Groth gesprochen. Seine warme Stimme macht es dem Hörer leicht der Geschichte zu folgen und sich in Annie, der Hauptprotagonistin, einzufühlen. Mir tat die junge Frau von Herzen leid, endlich wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume, Paulo wird ihr Ehemann, sie glaubt an eine glückliche gemeinsame Zukunft, doch diese endet jäh, ehe sie richtig begonnen hat.

Im Himmel begegnen ihr Personen, die ihr nicht unbedingt im Leben nahestanden, die aber ihren Weg auf die eine oder andere Art berührt haben, und die ohne, dass sie es wusste, wichtig für Leben waren.
Das Ende hat mich überrascht.

Fazit: Ein emotional berührendes und tiefsinniges Hörbuch, dass den Hörer in den Bann schlägt und zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Hatte mehr erwartet ;-(

Drei
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In dem Roman von Dror Mishani geht es um drei Frauen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen und Hintergründen.

Ronen hat sich von Orna wegen Ruth scheiden lassen und lebt jetzt in Nepal. Dass er seinen ...


In dem Roman von Dror Mishani geht es um drei Frauen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen und Hintergründen.

Ronen hat sich von Orna wegen Ruth scheiden lassen und lebt jetzt in Nepal. Dass er seinen Sohn Eran, der unter der Trennung leidet, nicht mal zum Geburtstag anruft oder ihm ein Geschenk zukommen lässt, ist mehr als schäbig. Die einsame Orna lernt auf einem Datin-Portal Gil kennen. Aber insgeheim denkt sie noch viel an Ronen. Bald stellt sie fest, irgendetwas stimmt nicht mit Gil. Orna bemerkt Dinge an ihm, die ihr nicht gefallen. Später stellt sich heraus, er hat sie belogen. Er ist verheiratet.

Emilia, eine Pflegerin aus Lettland, die nur schlecht die hebräische Sprache beherrscht, hat ihren Job verloren. Auch sie ist einsam und auf sich gestellt. Gil, der Rechtsanwalt, bietet ihr Hilfe an.

Und Ella eine, einsame Hausfrau und Mutter dreier Kinder, möchte ihren Masterabschluss nachholen. Sie verbringt ihre Vormittage im Café zum Arbeiten Hier lernt sie Gil, den Rechtsanwalt kennen.

Der Schreibstil ist leicht lesbar, trotzdem muss der Leser ein bisschen Geduld aufbringen, es ist nicht von Anfang an klar, wohin die Story hinausläuft. Ich habe mit den Frauen gelitten, konnte ihre Dilemmas nachempfinden. Gil war mir als Mensch total unsympathisch. Ich fragte mich, was diese Frauen in ihm sahen. Mich konnte der Roman nicht durchgehend fesseln. Es fehlte an Spannung.

Den Hype um das Buch kann ich nicht nachvollziehen. Ich muss zugeben, ich hatte mehr erwartet.

Veröffentlicht am 22.09.2019

Enttäuschend

Die einzige Zeugin
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Im Prolog räumt die Krankenschwester Ulla Andersson Mitte der 90iger Jahre ihren Spind in der aufgegebenen psychiatrischen Einrichtung Beckomberga aus. Von einem Geräusch aufgeschreckt sieht sie ein Gesicht ...

Im Prolog räumt die Krankenschwester Ulla Andersson Mitte der 90iger Jahre ihren Spind in der aufgegebenen psychiatrischen Einrichtung Beckomberga aus. Von einem Geräusch aufgeschreckt sieht sie ein Gesicht vor dem Fenster und dann einen Mann in Patientenkleidung, der wegläuft. Diese Szene fand ich gruselig.

Jahre später wird aus dem Anstaltsgelände ein Wohnviertel. Svante Levander zieht hier mit seiner neuen Freundin Jannike ein. Seine Ex Eva ist immer noch hinter ihm her. Und als Svante umgebracht wird gerät diese in Verdacht. Einzig eine Bettlerin könnte Eva entlasten, aber diese ist wie von Erdboden verschluckt.

Kurze eingeschobene Kapitel in denen ein Mann wirre Reden führt, geben zusätzlich Rätsel auf.

Trotzdem konnte mich dieser Krimi nicht fesseln. Es fehlte an Spannung. Streckenweise war „Die einzige Zeugin“ sehr ermüdend. Für die Hauptprotagonistin Eva konnte ich mich leider nicht erwärmen.Unverständlich blieb mir auch ihr Verhältnis zu ihrem Sohn.

Einzig positiv zu bewerten ist: Ich habe viel erfahren über die Welt der Bettler, insbesondere der Sinti und Roma, über ihre Geschichte und Lebensumstände.

Auch die autonome Szene im Berlin durfte ich ein bisschen kennenlernen.

Die furchtbaren Zustände in der Psychatrie Mitte d. vorigen Jh. machten mich sehr betroffen. Von Lobotomie hatte ich bis dato noch nie was gehört.

Fazit: Wer Spannung erwartet, wird leider enttäuscht.

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