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Veröffentlicht am 12.04.2026

Leider bleibt es beim mahnenden Ton, es gibt wenig "so kannst du es besser machen"

Moor Myrte und das Zaubergarn
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Ich hatte große Hoffnungen auf Moor Myrte und das Zaubergarn, und ein wichtiger Punkt wurde auch erfüllt. Aber ich wurde leider überwiegend enttäuscht. Aber lest selbst.

Zuerst etwas, das mir gefällt: ...

Ich hatte große Hoffnungen auf Moor Myrte und das Zaubergarn, und ein wichtiger Punkt wurde auch erfüllt. Aber ich wurde leider überwiegend enttäuscht. Aber lest selbst.

Zuerst etwas, das mir gefällt: Es ist keine Neuigkeit mehr, dass uns die Erde unter den Füßen wegschmilz und -brennt, aber es mangelt meiner Meinung nach immer noch an eindrücklichen Kinderbüchern, in der die Dringlichkeit dieses Problems dargestellt wird (Solartopia für Zwölfjährige ist ein schönes aktuelles Beispiel). Ohne komplizierte Worte, mit einfachsten Mitteln erzählt. Moor Myrte setzt genau da an und überträgt „Mutter Natur“ in eine körperliche Form, die einfach irgendwann genug von menschlicher Gier und Rücksichtslosigkeit hat, aber auch verzeiht, wenn man sich nur genug bemüht. Die Idee ist nicht neu, auf dieselbe Weise funktionierten schon Märchen und Gruselgeschichten, mit denen zum Beispiel Kinder von gefährlichen Orten ferngehalten werden sollten.

Und genau wie die oft gruseligen Figuren in diesen alten Geschichten ist auch der übergroße Spinnenkörper von Moor Myrte kein schöner Anblick. Sie ist nachtragend und vergibt nur langsam menschliche Fehltritte. Wer aber nur nimmt, nimmt, nimmt und keinen Gedanken daran verschwendet, dass Ressourcen endlich sind, der muss mit den Konsequenzen der eigenen Taten leben, bevor er – hier wortwörtlich – von der Natur gefressen wird. Diese bildliche Darstellung finde ich sehr gelungen.

Aber damit bin ich leider auch schon bei meinem negativen Punkt: Magnolia bekommt keine Chance, aus ihren Fehlern zu lernen. Wenn dieses Buch einen Lerneffekt haben soll, wenn die jungen Lesenden verstehen sollen, wie sie es besser machen können als Magnolia, dann reicht meiner Meinung nach Beatrices verträumte Weltsicht als Vorbild nicht: Beatrice reflektiert ihr eigenes Handeln ebenso wenig wie Magnolia, ihr naiver Gang durch die Welt ist einfach ihre Art zu leben.

Die beiden Schwestern sind zwar offensichtlich als Positiv- und Negativbeispiel beim Umgang mit der Natur angelegt, aber es sind solche Extreme, dass sich kaum Identifikationspotenzial für das achtjährige Zielpublikum finden lässt. So bleiben sie nur Figuren in einem Buch, keine „echten Menschen“, die etwas richtig oder falsch machen.

Während Beatrices Erfahrung mit der Rachsüchtigkeit bzw. Gnade der Natur wirklich schön und sinnvoll dargestellt ist, finde ich Magnolias Erlebnis etwas zur kurz gedacht:

Beatrice nimmt unter anderem den schönsten Stein des Waldes mit, Moor Myrte ist wütend und beruhigt sich, als sie von Beatrices Zurücklegen des Steins erfährt. Beide freuen sich zusammen über die Schönheit des Steins in seiner angedachten Umgebung und Moor Myrte gibt Beatrice ein Geschenk. Lektion: Nimm der Natur nichts weg und falls das doch mal nötig sein sollte, dann sorge dafür, dass sie es zurückbekommt. (Ich dachte hierbei zum Beispiel an die Wiederaufforstung von Wäldern.) Die Natur wird es dir danken.

Magnolia wirft ihren Pullover, aus Zaubergarn gefertigt, einfach in den Wald und hat auch auf Nachfrage nicht vor, ihn wieder aufzuheben. Sie wird sofort in eine Fliege verwandelt und von Moor Myrte gefressen. Lektion: Hinterlasse keinen menschengemachten Müll in der Natur, auch, wenn er ursprünglich aus natürlichen Materialien bestand, sonst wirst du – getötet?

An dieser Stelle habe ich kurz gestutzt und war fest davon überzeugt, dass die Geschichte hier einen Schritt zurückgehen würde, nach dem Motto „das hätte Magnolia zwar verdient, aber vorher …“

Es ist zwar nicht falsch – Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Verlust von Lebensraum und schließlich die Unmöglichkeit zu überleben ist eine logische Abfolge. Und doch fehlt mir eine kurze Szene, in der Magnolia als Lernmoment für die Lesenden genutzt werden kann.

Moor Myrte hätte sie fragen können, warum sie ihren Pullover nicht wieder aufhebt. Warum sie so viel Geld verdienen will. Warum sie Beatrice so schlecht behandelt. Warum sie den Wollverkäufer aus seinem Geschäft wirft. Warum sie überhaupt so griesgrämig und freudlos ist. Das Erklären und damit Hinterfragen ihrer Handlungen hätte für Lesende meiner Meinung nach mehr Potenzial zum Aufrütteln als das schlichte Ende, das hier gewählt wurde. Ich habe kein Problem damit, wie Magnolia ihr Ende findet. Ich hätte es nur besser gefunden, wenn das fünf Seiten später passiert wäre.

Optisch funktioniert der Zeichenstil gut mit der Geschichte: rund und bunt, wo Beatrice im Fokus steht, kalt, kantig und düster bei Magnolia und gleichzeitig konsequent in der Darstellung. Manche Szenen haben mich durch Gesichtsausdrücke oder Positionierung der Figuren etwas an den Struwwelpeter erinnert, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass ich nicht recht warm damit wurde. Doch zur Erzählung passt es sehr gut.

Kurzgefasst freue ich mich darüber, dass dieses Thema für Kinder in einer so unkomplizierten Form aufbereitet wurde, wenn Moor Myrte auch teilweise schwere Vokabeln verwendet („Genossenschafts-Buchhandlung“). Der Apell zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ist vorhanden, auch der mahnende Charakter des Buches ist unübersehbar. Ich habe allerdings mehr „so kannst du es besser machen, falls du bisher auf dem falschen Weg warst“ erwartet und wurde darin enttäuscht: Es bleibt beim plakativ erhobenen, mahnenden Zeigefinger. Den erwünschten Lehrmoment für die jungen Lesenden habe ich bis zum Ende vermisst.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Über dieses Buch musste ich länger nachdenken

Der Spiegel des Drachen - Weltenwandel
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Es fiel mir anfangs etwas schwer, mich in Der Spiegel des Drachen – Weltenwandel hineinzufinden, aber nachdem ich ein Gefühl dafür bekommen hatte, aus wessen Perspektive ein Kapitel erzählt wird und was ...

Es fiel mir anfangs etwas schwer, mich in Der Spiegel des Drachen – Weltenwandel hineinzufinden, aber nachdem ich ein Gefühl dafür bekommen hatte, aus wessen Perspektive ein Kapitel erzählt wird und was diese Personen ausmacht, war ich ziemlich schnell gefesselt. Ich mag die Idee der Weltenfresser und sehe viel Potenzial, noch mehr aus diesem Universum herauszuholen – auch, weil die Schreibweise so gut zur Geschichte passt. Es ist fast ein bisschen schade, dass die Geschichte nach diesem einen Band fertig erzählt ist.

Aber so gut es mir auch gefällt, dass aktuelle Diskurse und reale gesellschaftliche Probleme (Feminismus, Macht-Ungleichheiten, Tierschutz und allem voran die Klimakrise) ihren Weg in diese Geschichte finden, hat es mich doch stellenweise etwas aus der Story gerissen. Denn während sich der Großteil der Welt eher mittelalterlich anfühlte, wirkte die Art, wie diese Elemente erzählt wurden, zwar nicht total fehl am Platz, aber doch etwas zu modern.

Andererseits: Wer sagt, dass mittelalterliche Fantasy, in der ein Königshaus regiert, Assassinen ihre eigenen Ideen auch gern gewaltvoll durchsetzen und man sich auf die Suche nach einem Drachen macht, nicht auch Frauenrechte oder Klimathemen behandeln darf? Ich glaube, dass diese Autorin mit noch etwas mehr Übung richtig gute Ideen mit fast unmerklich eingeflochtenen Lehren umsetzen wird, ohne die jetzt noch etwas holprig wirkenden Bildungsmomente zwischendurch.

Kommen wir zu unseren Helden. Die vier ungleichen Gefährten brechen in Der Spiegel des Drachen wie auch Tolkiens Abenteurer auf zu einer gefährlichen Reise, wobei sie nicht nur das große Ganze im Blick behalten, sondern auch erst einmal als Gruppe zueinander finden müssen. Dabei kommen ihre sehr unterschiedlichen Charaktere schön zur Geltung.

Bis zum Ende war mir nicht ganz klar wie alt die Figuren eigentlich sind. Dadurch öffnet sich diesem Buch ein großes Zielpublikum. Auch, weil auf übermäßige Erotik oder, das andere Extrem, übermäßig „gewollt jugendliche“ (unreife) innere Monologe verzichtet wurde. Meiner Meinung nach können hieran fünfzehnjährige Leser*innen genauso Freude finden wie fünfunddreißigjährige.

Obwohl in Der Spiegel des Drachen die Handlung immer wieder neue Bogen schlug, sich immer wieder steigerte und immer neue Handlungsstränge dazu kamen (ich schließe mich der Rezension von Thomas S. auf NetGalley an, dass ein zweiter Band absolut möglich wäre), bleibt die Erzählweise doch überwiegend unaufgeregt. Ich war neugierig, was als nächstes passiert, und wurde das eine oder andere Mal von einer Wendung überrascht, und doch war es für mich eher ein gemütliches Lesen als ein hektisches Inhalieren.

Mir hat Der Spiegel des Drachen. Weltenwandel richtig gut gefallen und ich werde definitiv die Augen offen halten nach neuen Büchern von April Wynter.

Veröffentlicht am 12.04.2026

BL-Serie im Buchformat

Playing Games
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Playing Games zu lesen hat sich angefühlt wie eine BL-Serie zu schauen: keine allzu großen Überraschungen, das Ende ist früh vorhersehbar, aber es geht auch nicht darum, OB sie zusammenkommen, sondern ...

Playing Games zu lesen hat sich angefühlt wie eine BL-Serie zu schauen: keine allzu großen Überraschungen, das Ende ist früh vorhersehbar, aber es geht auch nicht darum, OB sie zusammenkommen, sondern WIE es passiert. Große Gefühle, realistische Abläufe, vorstellbare Konflikte – für mich waren alle Zutaten für ein tolles Buch vorhanden.

Ich habe Playing Games in einer Nacht durchgelesen. Das liegt vor allem am Schreibstil: es wird so flüssig erzählt und die Handlung so zügig vorangetrieben, dass ich gar keine gute Stelle zum Unterbrechen finden konnte! Ganz besonders die Dialoge voller Sarkasmus und Sticheleien haben es mir angetan! Die beiden könnten nicht einmal aufhören miteinander zu flirten, wenn sie es wirklich wollten…

Ty und Brax sind zwar umgeben von recht oberflächlich gezeichneten Nebencharakteren – normalerweise stört es mich, wenn Freunde und Verwandte nur Kulissen sein sollen und kaum eigene Charakterzüge haben – und doch wurden sie gut eingesetzt, um zum Beispiel Brax‘ unerwiderte Fürsorglichkeit seinem Bruder gegenüber oder Tys soziales Umfeld als Allies darzustellen. Die Details der Nebencharaktere wurden also genau so weit reduziert, dass gerade genug übrig bleiben, um einen Mehrwert für Playing Games zu bieten anstatt die Charaktere im Namen des Minimalismus aus der Geschichte zu streichen.

Mit dem Plot wird das Rad nun wirklich nicht neu erfunden: Junge trifft Junge, einige Jahre sehnen sie sich heimlich nacheinander, irgendwann bricht der Bann und dann können sie nicht mehr die Finger voneinander lassen, während ein Teil ihres Umfelds ihnen ein paar Steine in den Weg legt und ein anderer darauf wartet, dass sie etwas miteinander anfangen. Hier kommt allerdings die Ebene der Selbstverwirklichung dazu, was für mich Playing Games das gewisse Etwas verleihen konnte. Ty und Brax kämpfen für ihre eigenen Träume und lassen sich nicht von den Erwartungen anderer Menschen in die eine oder andere Richtung drängen – selbst, wenn sie das manchmal an ihre persönlichen Grenzen treibt.

Wie eingangs schon erwähnt erinnerte mich Playing Games manchmal an asiatische BL-Serien. Durch die erzeugte Stimmung, die beschriebenen Momente, die Gefühlswelten der Hauptcharaktere, vielleicht auch durch die Zusammenstellung der Figuren (besonders Brax‘ Grandma war ein Highlight für mich – jede Szene mit ihr war einfach großartig!). Ich hatte oft bildlich vor Augen, mit welchen Kameraperspektiven man wohl einzelne Szenen zeigen oder welche Musik man für den Hintergrund aussuchen würde.

Obwohl in Playing Games die körperliche Ebene sehr häufig und ausführlich thematisiert wird, minimiert das nicht die Bedeutsamkeit der emotionalen Ebene dieser Beziehung. An einer Stelle wird es sogar angedeutet: die beiden werden miteinander und aufgrund des jeweils anderen erwachsen. Es hat mir großen Spaß gemacht, diese Entwicklung zu verfolgen. Jetzt mache ich mich auf die Suche nach anderen Büchern der Autorin – sie schreibt laut Verlag unter mehreren Pseudonymen, da müssten also noch so einige Geschichten auf mich warten!

Für die Reihe um die Franklin University sind nach aktuellem Stand 6 Bände geplant, Band 2 erscheint im März und Band 3 im Mai.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Griechische Mythologie und eine tolle Liebesgeschichte - Anwärter auf mein Jahreshighlight!

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Hui, was für eine Gefühlsachterbahn! The Games Gods Play. Schattenverführt wirft einen direkt ins Geschehen und verliert zwischendurch nur in wenigen, kurzen Momenten an Spannung. Es passiert wahnsinnig ...

Hui, was für eine Gefühlsachterbahn! The Games Gods Play. Schattenverführt wirft einen direkt ins Geschehen und verliert zwischendurch nur in wenigen, kurzen Momenten an Spannung. Es passiert wahnsinnig viel in kurzer Zeit und doch konnte es mir kaum schnell genug vorangehen.

Griechische Mythologie fand ich schon früh spannend, sodass es keine Überraschung ist, Bücher wie Percy Jackson (Rick Riordan), Mythos Academy (Jennifer Estep) oder Göttlich verdammt (Josephine Angelini) in meinem Regal zu finden. Mit Lore Olympus (Rachel Smythe) hat sich kürzlich auch eine Hades-und-Persephone-Interpretation dazugesellt. The Games Gods Play brachte einen so interessanten Klappentext (und ein wirklich toll designtes Cover) mit, sodass ich es unbedingt lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht, obwohl meine Erwartungen ziemlich groß waren.

Lyra habe ich schon auf den ersten Seiten ins Herz geschlossen, vor allem wegen ihrer großen Klappe und ihres noch größeren Herzens. Hades – naja, er ist halt Hades: groß, auf den ersten Blick düster, gutaussehend, immer mit einem Plan in der Hinterhand, aber er erfüllt eben auch das Klischee von „selbst wenn er gemein zu allen anderen ist, mich behandelt er gut (und außerdem hat er gute Gründe für sein Verhalten anderen Leuten gegenüber)“.

Beide sind ein Paradebeispiel von harte Schale, weicher Kern. Die Autorin Abigail Owen und die Übersetzerin Julia Schwenk brauchten kaum drei Kapitel, um mich mit The Games Gods Play in meinen muss-lesen-Schlaf-wird-überbewertet-Modus zu bringen: Schreibstil und Geschichte passen sehr gut zusammen und, wie schon erwähnt, es kommen kaum Momente der Langeweile auf.

Die Liebesgeschichte ist sehr nachvollziehbar. Auf sofortige erste Anziehung folgt vorsichtige Neugier, die hinter oberflächlicher Ablehnung versteckt ist aber immer wieder durchschimmert. Je mehr Zeit Lyra und Hades miteinander verbringen, desto deutlicher wird für Lyra, was wir Lesenden schon längst wissen: sie ist ihm mit Haut und Haaren verfallen, und ihm geht es nicht anders. Trotz dieser knisternden Spannung und offensichtlicher Chemie dauert es fast bis zum Ende von The Games Gods Play, bis sie einander ganz nachgeben, von einigen wenigen Küssen abgesehen. Slow Burn ist hierfür wirklich ein guter Begriff, den der Verlag auch im Marketing treffend einsetzt.

Und die Szene, in der sie dann endlich miteinander im Bett landen, ist wahrlich schön geschrieben: Nicht nur spicy oder nur romantisch, sondern wirklich schön und bedeutsam. Lyra bringt keine früheren körperlichen Erfahrungen mit und das wird in der Handlung auch so widergespiegelt. Keine akrobatischen Übungen, keine Körperteile mit Monster-Maßen, sondern ein sehr menschlicher und realistischer Moment – obwohl eine Gottheit beteiligt ist und obwohl es ziemlich heiß her geht. Und trotzdem ist es romantisch und schön. Die Entscheidung, es so darzustellen, hat mir sehr gefallen und schon allein deshalb bin ich neugierig, was Abigail Owen neben The Games Gods Play sonst noch geschrieben hat oder schreiben wird.

Der größte Teil von The Games Gods Play wird jedoch von dem sogenannten Crucible eingenommen, den 100-jährlichen Spielen, die die griechischen Gottheiten mit menschlichen Champions veranstalten und damit den neuen König der Gött:innen festlegen. Wie in The Hunger Games (Suzanne Collins) ist es bei den „Heldentaten“ des Crucible absolut normal, dass Menschen sterben, und sie werden ebenso wenig freiwillig dafür ausgesucht. Allerdings gibt es hier zumindest eine Chance aufs Überleben, wenn man die Hintertürchen in Rätseln erkennt oder die körperliche Stärke für die Aufgaben mitbringt.

Eine der größten Herausforderungen, vor der die Champions, Lyra eingeschlossen, stehen, ist der menschliche Charakter. Fairness und Teamgeist sind kaum zu erkennen und Lyra verzweifelt häufig an den Intrigen und dem Streben nach Macht ihrer Gegner. Dabei erkennt sie aber immer wieder (und erinnert uns Lesende netterweise daran), dass diese Gegner auch nur unfreiwillig in diesem Spielchen der Gött:innen stecken und sich wohl kaum freiwillig für die Tortur gemeldet hätten.

Und während The Games Gods Play es für uns Lesende einfach macht, uns auf die Seite von Lyra zu stellen, die immer wieder die menschliche (das heißt in diesem Fall: hilfsbereite und freundliche) Entscheidung trifft anstatt in Machtgier oder Hass zu verfallen, erleichtert die Tatsache, dass diese Situation durch Gottheiten und nicht durch einfache Menschen herbeigeführt wurde auch gleichzeitig das Akzeptieren der Gewalt:

Es ist leichter zu sagen, okay, das ist stellenweise ziemlich brutal und unnötig hinterhältig (es gibt vermeidbare Todesfälle), aber das sind nun mal unsterbliche Gött:innen, die sich nichts aus einem kurzen menschlichen Leben machen. Ich finde es schwerer zu akzeptieren, dass Menschen grauenhafte Spiele inszenieren, wie es in The Hunger Games oder Gameshow (Franzi Kopka) der Fall ist.

Ich habe The Games Gods Play innerhalb weniger Tage verschlungen, nachdem ich etwas länger auf den richtigen Moment, die richtige Stimmung zum Lesen dieses Buches gewartet hatte. Und das Warten war es wirklich wert!

Zum Ende hin wurde ich von einem Cliffhanger überrascht, denn in der Zwischenzeit hatte ich vergessen, dass es eine Fortsetzung geben und die Geschichte in diesem Band nicht abgeschlossen würde. Jetzt warte ich gespannt auf Band 2 mit dem vielversprechenden Titel The Things Gods Break, der für Oktober 2025 angekündigt ist, und kann es kaum erwarten zu lesen, wie es mit Lyra und Hades weitergeht!

Veröffentlicht am 12.04.2026

Tolle Message kreativ vermittelt - aber die Illustrationen gefallen mir nicht

Dein magisches Buch. Fantasy, die Achtsamkeit & Selbstbewusstsein stärkt. Kinderbuch ab 8 Jahren
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Eine mutmachende Geschichte voller Magie mit kniffligen Rätseln – Dein magisches Buch passt perfekt für die Altersgruppe!

Zunächst war ich etwas besorgt, wie Dein magisches Buch die eigentliche Geschichte ...

Eine mutmachende Geschichte voller Magie mit kniffligen Rätseln – Dein magisches Buch passt perfekt für die Altersgruppe!

Zunächst war ich etwas besorgt, wie Dein magisches Buch die eigentliche Geschichte mit der Botschaft von Selbstbewusstsein und Mut verknüpfen würde: sehr oft wirkt es dick aufgetragen und wie ein nachträglich eingefügter Gedanke, damit ein Buch nicht einfach nur ein Abenteuer enthält, sondern auch eine Moral. Dadurch erscheinen mir solche Elemente oft irgendwie unpassend zur Geschichte.

Hier hat Nica Stevens aber einen ganz guten Mittelweg gefunden: Die Geschichte von Milo dient als Beispiel, als Vorbild, während Dein magisches Buch im Anschluss an jedes Kapitel die „Lektionen“ aufgreift und etwas deutlicher formuliert. In Form von „Pandoras Weisheiten“ sind dann noch weitere Ratschläge eingestreut. Das hat zwar stellenweise einen ziemlich belehrenden Charakter, aber weil es außerhalb der eigentlichen Story passiert, stört es mich nicht so sehr wie erwartet.

Besonders in Kombination mit den 14 Rätseln, aus deren Ergebnissen ein Lösungswort gebildet werden soll, passen diese ergänzenden Elemente ziemlich gut. Ich muss gestehen, bei einigen der Rätselaufgaben bin ich doch etwas ins Knobeln gekommen oder musste in meiner eBook-Version an die Suchbilder heranzoomen, was mit dem gedruckten Buch nicht möglich sein wird. Ich hoffe, die Bilder werden eine hervorragende Auflösung haben, denn die Lösung ist im Buch nicht enthalten. Sie ergibt sich zwar am Ende aus dem Zusammenhang, doch für die rätselnden Kinder könnte es frustrierend werden, die Lösung für einzelne Aufgaben nicht herausfinden zu können – zumal Selbstzweifel mit diesem Buch eigentlich abgebaut werden sollen.

Milos Geschichte ist an sich nichts total Besonderes; ich habe einige Elemente aus anderen Büchern wiedererkannt: Eragon, Harry Potter (lies auch: meine Rezension zur Schmuckausgabe von Harry Potter und der Stein der Weisen) und noch etwas drittes, das mir bekannt vorkommt, ich aber nicht klar benennen kann. Das Design von Milo erinnert mich an den Animationsfilm Arthur und die Minimoys. Für diesen Umfang und die Zielgruppe aus achtjährigen Lesenden ist das aber meiner Meinung nach in Ordnung.

Die Message ist klar und deutlich zu erkennen und es gibt viele Szenen, mit denen sich die jungen Lesenden identifizieren können: das Gefühl vom Anders-Sein durch Aussehen, Herkunft oder Fähigkeiten, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, Ängste, fehlender Zuspruch, um nur die offensichtlichsten zu nennen. An diesen Punkten setzt Dein magisches Buch an und reicht die helfende Hand voller Empathie und „du bist gut so, wie du bist. Glaub an dich.“

Den Plottwist am Ende habe ich nicht kommen sehen, obwohl ich die ganze Zeit gegrübelt habe, was es denn nun mit diesem namenlosen Buch voller Ratschläge und Rätsel auf sich hat. Das ist sehr gut gelungen!
Auch die nebenbei erwähnte Möglichkeit, das Buch im eigenen Regal stehen zu lassen und wieder danach zu greifen, wenn man sich verloren fühlt und eine Art warme Umarmung braucht, finde ich super. (Besonders in der heutigen Konsumgesellschaft, in der es immer etwas Neues sein muss und die Wertschätzung von Bekanntem verdrängt wird, finde ich diesen deutlichen Hinweis durchaus angemessen. Denn: Die positiven Auswirkungen auf die mentale Gesundheit durch das Lesen oder Schauen eines bereits bekannten Buches, Films oder einer bekannten Serie sind inzwischen erforscht!)

Insgesamt ist der sprachliche Stil gut gelungen. Selbst wenn die deutlichen grafischen Abgrenzungen mit Hintergründen und Schriften nicht wären, könnte man doch deutlich unterscheiden, ob gerade Milos Geschichte erzählt wird oder das Buch mit seinen Rätseln spricht.

Das einzige, was mir an Dein magisches Buch nicht recht gefallen will, sind die Illustrationen. Das ist immer Geschmackssache, natürlich, aber ich möchte es zumindest erwähnen. Die Zeichnungen wirken manchmal unfertig; die Buntstiftstrukturen sind deutlich erkennbar und wahrscheinlich auch gewollt. Ich habe anhand des Covers einfach einen anderen Stil erwartet, mehr perfektionierte, „polierte“ Bilder und weniger diesen etwas kindlich wirkenden Buntstiftstil. Das ist mir insbesondere in den seitenfüllenden Illustrationen in Milos Kapiteln aufgefallen, dort gefällt mir die Darstellung zum Beispiel von Pandoras Haaren oder den Gesichtern nicht; die Rätsel und kleinere Bilder gefallen mir weitaus besser.