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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Solides Grundwissen, bleibt aber oberflächlich

Feminism is for everyone!
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Feminism is for Everyone habe ich in einem feministischen Lesekreis, der von Mareike von Crow and Kraken organisiert wurde, gelesen. Die Diskussionen, insbesondere über Grundfragen des intersektionalen ...

Feminism is for Everyone habe ich in einem feministischen Lesekreis, der von Mareike von Crow and Kraken organisiert wurde, gelesen. Die Diskussionen, insbesondere über Grundfragen des intersektionalen Feminismus, haben mir immer richtig Spaß gemacht – es gab so viele verschiedene Perspektiven! Wir waren uns alle einig, dass dieses kleine Büchlein, das als Taschenbuch nur 7€ kostet, recht oberflächlich bleibt. Allerdings bietet es eine solide Grundlage für Anfänger:innen, auf der man aufbauend weiter recherchieren kann.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nicht mein Geschmack

Feminist Fight Club
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Ich habe mir einige Passagen markiert, aber so richtig überzeugt bin ich von den Tipps, die die Autorin Jessica Bennett hier für das Berufsleben an Frauen gibt, leider nicht. Ein paar Beispiele: Wenn ein ...

Ich habe mir einige Passagen markiert, aber so richtig überzeugt bin ich von den Tipps, die die Autorin Jessica Bennett hier für das Berufsleben an Frauen gibt, leider nicht. Ein paar Beispiele: Wenn ein Mann die Rednerin unterbricht, einfach weiterreden. Die Argumente von weiblichen Kolleginnen (mit Credit) wiederholen, um sie zu unterstützen. Männern gegenüber einen bestimmenden Ton an den Tag legen, wenn sie von oben herab agieren oder versuchen, die eigenen Lorbeeren einzuheimsen.

Sorry, aber diese Ratschläge sind so allgemein, dass es dafür kein Buch mit über 300 Seiten braucht. Scheinbar stehe ich mit dieser Meinung nicht alleine da, denn inzwischen ist das erst 2018 erschienene Buch schon vergriffen und nur noch gebraucht erhältlich.

Sprachlich versucht Feminist Fight Club betont witzig zu sein, was meinen Geschmack oft nicht trifft, und es sind einige blöde Rechtschreibfehler durchs Lektorat gerutscht – aus NASA wird einfach einmal NSA, wie der Kontext verrät. Ein Pluspunkt sind die Fußnoten, die weitere Recherche ermöglichen und ein Minuspunkt die Tatsache, dass sich die meisten Beispiele aus der US-amerikanischen Arbeitswelt nicht international übertragen lassen. Für mich war das wichtigste Element von Feminist Fight Club die Hilfestellung dabei, Alltagssexismus als solchen zu erkennen – aber ob man das auf über 300 Seiten strecken muss, das stelle ich in Frage.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Tolles Kinderbuch über Colorism

Sulwe
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Auf Instagram bin ich über Sulwe gestolpert, als der Verlag viel Werbung mit der durch den Kinofilm Black Panther berühmten Autorin gemacht hat. Und ich war neugierig, wie die Thematik „ich bin ein Schwarzes ...

Auf Instagram bin ich über Sulwe gestolpert, als der Verlag viel Werbung mit der durch den Kinofilm Black Panther berühmten Autorin gemacht hat. Und ich war neugierig, wie die Thematik „ich bin ein Schwarzes Kind und werde deshalb diskriminiert“ in eine kindgerechte Geschichte verpackt würde.

Als mein Neffe noch klein war hatte ich erstmals einen persönlichen Bezug zu dem Thema und mir fiel auf: Ja, tatsächlich gibt es vergleichsweise sehr wenige Kinder- und Jugendbücher mit Schwarzen Figuren oder BIPoC auf dem Cover, geschweige denn als Hauptfiguren. Das war nichts wirklich etwas grundlegend Neues für mich, aber mein privates Interesse daran hat meinen Blick darauf doch etwas geschärft.

Inzwischen gehört das große Poster, das als Beilage im Buch war, meiner Nichte und ich habe endlich Worte gefunden, um dieses tolle Bilderbuch zu beschreiben.

Meiner Meinung nach ist Sulwe ein großartiges Bilder- und Vorlesebuch für Kinder zwischen 2 und 5 Jahren. Die Geschichte führt auf fantasievolle, aber leicht verständliche Weise an den Konflikt heran und zeigt dem kleinen Mädchen Sulwe, dass Schwarze Haut genauso wunderschön ist wie jede andere Hautfarbe und die Welt aus verschiedenen Eigenschaften bei verschiedenen Menschen besteht. Es geht in Sulwe dabei weniger um Rassismus, sondern viel mehr um Colorism: Menschen derselben race werden unterschiedlich behandelt, je nach Dunkelheit ihrer Hautfarbe.

Besonders toll finde ich die Illustrationen, die ohne Klischees auskommen und Schwarzes Haar in seiner Struktur großartig abbilden. Das ist leider nicht immer der Fall, weshalb es mir hier so positiv aufgefallen ist.

Vielleicht ist ein Grund dafür die Tatsache, dass an der Produktion dieses Kinderbuchs scheinbar ausschließlich Schwarze Frauen beteiligt waren, von Autorin über Verlegerin bis hin zur deutschen Übersetzung. Man merkt beim Lesen und Betrachten der Seiten, dass der Fokus auf den richtigen Aspekten lag, um die gewünschte Message zu übermitteln.

Mein einziger Kritikpunkt, wenn ich unbedingt einen nennen sollte, ist dieser: weil die Hauptfigur der Geschichte, Sulwe, eindeutig weiblich zu lesen ist, fällt damit den Jungs erfahrungsgemäß möglicherweise die Identifikation schwer. Vielleicht hätte die Geschichte auch funktioniert, wenn das Kind nicht einem Geschlecht zugeordnet wäre, und hätte damit mehr Kinder an einem wichtigen Punkt in ihrem Leben abgeholt, an dem sie die hier erzählte Botschaft von „Du bist toll so, wie du bist!“ so dringend brauchen.

Da es aber wirklich in erster Linie um kleine Mädchen geht, die hier erreicht werden sollen, ist das nur ein kleiner Gedanke am Rande – und so, wie das Buch jetzt ist, ist es auch schon großartig genug, um nie wieder mein Bücherregal zu verlassen.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Starker Anwärter auf mein Jahres-Highlight!

The Serpent and the Wolf
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The Serpent and the Wolf ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, und ein starker Anwärter auf mein Jahres-Highlight!

Originelle Fantasy, interessante Magiekonzepte und die wahnsinnig ...

The Serpent and the Wolf ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, und ein starker Anwärter auf mein Jahres-Highlight!

Originelle Fantasy, interessante Magiekonzepte und die wahnsinnig natürlich wirkende Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren haben mich sogar Gefallen an den politischen Machtspielchen und Strategiesitzungen finden lassen, die mich sonst eher langweilen. Schon die allererste Szene von The Serpent and the Wolf hat mich um den Finger gewickelt, indem unsere Heldin mich an die starken Frauenfiguren von Patricia Briggs (zum Beispiel Mercy Thompson) und Jeanine Frost (ganz besonders Cat)erinnert hat. Und auch ihr männlicher Gegenpart sammelte schnell Sympathiepunkte, als er die Entscheidung über bestimmte Dinge der Person überlässt, die diese Entscheidung treffen sollte, anstatt sie an sich zu reißen (wie es viele Männer in seiner Position getan hätten).

Vaasas Situation hat mich ab und zu an Daenerys Targaryen aus Game of Thrones erinnert: die Eltern tot, vom Bruder per Heirat an einen Feind verkauft, um sich Macht gegen einen weiteren Feind zu sichern – und diese eine Misskalkulation des Bruders eröffnet ihr dann plötzlich ganz neue Möglichkeiten.

Ich habe es nicht durchgehend analysiert, aber mein Eindruck ist, dass in der Welt von Vaasa und Reid Feminismus und Respekt ziemlich groß geschrieben werden – abgesehen von ein paar idiotischen, traditionsversessenen machthungrigen Männern. Es gibt queere Paare, deren Existenz kaum kommentiert oder infrage gestellt wird – das war sehr angenehm zu lesen. Eines hat sogar mindestens ein Kind, was ich bisher sehr selten insbesondere in Fantasyromanen gesehen habe.

Gegen Ende war ich unsicher, ob die Geschichte in diesem Band abgeschlossen würde, aber der Cliffhanger und schließlich die Websites von Verlag und Autorin klären auf: es folgen noch zwei Bände. Ich werde die Fortsetzung auf jeden Fall lesen!

Hinweis: Auf der Website des deutschen Verlags dtv wird The Serpent and the Wolf einer Trilogie zugeordnet, die Autorin schreibt in ihrer Danksagung von einer Dilogie und auf der Website der Autorin ist inzwischen auch von einer Trilogie die Rede. Die Geschichte war also wahrscheinlich mal für zwei Bände entwickelt worden, was sich mit der Zeit zu drei Bänden entwickelt hat.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Anekdotischer female rage

Die Furien – Frauen, Rache und Gerechtigkeit
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Beim Lesen von Die Furien schwankte ich immer wieder zwischen glühendem Zorn und hilfloser Verzweiflung angesichts der beschriebenen Frauen und ihrer Situationen. Wer Die Furien lesen möchte, sollte sich ...

Beim Lesen von Die Furien schwankte ich immer wieder zwischen glühendem Zorn und hilfloser Verzweiflung angesichts der beschriebenen Frauen und ihrer Situationen. Wer Die Furien lesen möchte, sollte sich vorher vergewissern, dass die behandelten Themen vertragen werden können – es wird stellenweise sehr explizite Gewalt in verschiedensten Formen beschrieben. Dieses Buch gibt keine explizite Triggerwarnung, allerdings ist das meiner Meinung nach auch nicht nötig: Klappentext und Titel beschreiben die Inhalte deutlich genug, um von vornherein klarzustellen, dass es hier nicht um leichte Themen geht.

Etwas schwergetan habe ich mich mit dem Schreibstil: sehr anekdotisch springt die Autorin zwischen unterschiedlichen Situationen, Personen und Zeitabschnitten hin und her, wobei sie oft Expert*innen bestimmter Bereiche oder andere Bücher/Artikel zitiert. Für einen allgemeinen Überblick ist das sicherlich förderlich, das hat es aber auch schwieriger gemacht, mich in den jeweiligen Puzzleteilen ihrer Erzählungen zurechtzufinden.

Die Furien hat mir einen Einblick in drei Einzelschicksale verliehen, die exemplarisch für viele Frauen stehen und ebenso viele beeinflusst haben. Ich habe außerdem einen genaueren Überblick über bestimmte geopolitische Konflikte erhalten und die ans Buch angehängte Bibliografie gibt die Möglichkeit, selbst weiter zu recherchieren.

So schwer mir das Lesen zwischendurch wegen der emotional belastenden Inhalte auch fiel, so lange wird das Buch in mir nachhallen. Ich stelle es in eine Reihe mit Alle drei Tage. Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen, das ich vor einigen Jahren rezensiert habe.