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Veröffentlicht am 12.04.2026

Hörbuch-Rezension

Dunkle Künste und ein Daiquiri
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Der erste Band Drei Magier und eine Margarita war eines meiner Highlights im letzten Jahr. Auch der erste Band der Ableger-Reihe Guild Codex: Demonized hat mir extrem gut gefallen. Daher war es gar keine ...

Der erste Band Drei Magier und eine Margarita war eines meiner Highlights im letzten Jahr. Auch der erste Band der Ableger-Reihe Guild Codex: Demonized hat mir extrem gut gefallen. Daher war es gar keine Frage, ob ich diese Reihe fortsetzen würde! Band 2 habe ich nun als Hörbuch gehört.

Weil Dunkle Künste und ein Daiquiri der zweite Band der Reihe Guild Codex: Spellbound ist, kann diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für den ersten Band Drei Magier und eine Margarita enthalten. Meine Rezension zum ersten Band findest du hier.

Eines vorweg: Die Hörbuchsprecherin Yeşim Meisheit macht in Dunkle Künste und ein Daiquiri einen extrem guten Job! Einen so guten, dass ich direkt nach weiteren von ihr gelesenen Hörbüchern gesucht und mit Bite the Bride eines gefunden habe, das ich jetzt gerade höre. Sie bringt Tori fast genau so rüber, wie ich es erwartet habe. Klar, am Anfang muss man sich immer erst einmal kurz an eine neue Sprecherin gewöhnen, aber das hat für mich bei Dunkle Künste und ein Daiquiri nur etwa ein Kapitel gedauert.

Inhaltlich holt mich Dunkle Künste und ein Daiquiri fast genauso ab wie der erste Band Drei Magier und eine Margarita. Ich mag, dass die Handlung quasi direkt an den Vorgänger anschließt und vieles für unsere Hauptfigur Tori weiterhin neu und mysteriös ist. Diesmal ist sie für einen Gildenauftrag undercover, wodurch ihr die Rückendeckung durch „ihre“ drei Magier Aaron, Kai und Ezra fehlt. Sie muss sich auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen und auf das, was sie bisher bei der Gilde über die Mystiker-Welt gelernt hat. Es gefällt mir gut, dass sie dadurch zeigen kann, wie sehr sie wirklich eine „starke weibliche Protagonistin“ ist.

Mit Dunkle Künste und ein Daiquiri wird die Welt der Guild Codex: Spellbound-Reihe um einiges größer. Während sich Band 1 um die Mitglieder der Gilde drehte und Konflikte zwischen verschiedenen Gilden in den Fokus stellte, wimmelt es in dieser Fortsetzung von Feen, Abtrünnigen, Gilden aus Übersee, einem Druiden, der mit Drachen redet, entführten Jugendlichen und übernatürlichen Hausbesetzern. Dieses Gewusel erinnerte mich stark an die komplexe Welt von Mercy Thompson oder die Elemental Assassin Reihe, die ich beide so liebe, nur vielleicht für etwas jüngere Leser*innen.

Obwohl so viele neue Lebewesen und Charaktere entsprechend viele Einleitungen und Erklärungen benötigen, hat die Story nur ein, zwei Momente, in denen es mir nicht schnell genug voran ging. Über diese kleinen Durchhänger kann man daher problemlos hinwegsehen.

Weil fast ein Jahr vergangen ist, seit ich Band 1 gelesen habe, hatte ich vergessen, wie alt die einzelnen Charaktere waren. Dass Tori erst 21 ist hat mich deshalb etwas überrascht – ich hatte sie aufgrund ihres abgebrühten Auftretens auf Ende 20, vielleicht sogar Anfang 30 geschätzt. Die Männer, die sie umgeben, scheinen allesamt wesentlich älter zu sein – Anfang bis Mitte dreißig, würde ich behaupten. Dieser große Altersunterschied in Kombination mit dem Machtgefälle (erfahren vs. unerfahren im Umgang mit Magie) lässt mich deshalb leider nicht recht los, so gut mir der Rest von Dunkle Künste und ein Daiquiri auch gefällt.

Das bringt mich zum Thema Romance: In meiner Rezension zum Vorgänger Drei Magier und eine Margarita hatte ich vom „second lead syndrome“ gesprochen (den Begriff kenne ich aus der K-Drama-Community und finde ihn sehr passend), also von meinem Gefühl, dass sich Tori eigentlich für einen anderen der drei Magier hätte entscheiden sollen. Dieses Gefühl setzt sich in Dunkle Künste und ein Daiquiri fort: Während Tori mit Aaron flirtet, halte ich Ausschau nach Ezras Reaktion.

Die Autorin Annette Marie spielt aber auch so gekonnt mit diesen Szenen, dass ich weiterhin glaube, dass Tori sich am Ende nicht für Aaron entscheiden wird. Es ist genug Subtext da, um eigentlich alle Optionen offen zu halten: Aaron, Ezra, Kai und mit Zack sogar eine vierte Person, die in diesem Band neu auftaucht. Das kann man schon mit dem trope „reverse harem“ benennen, oder? Ich bin sehr gespannt, wie sich die Liebesgeschichte im Lauf der Reihe weiterentwickeln wird!

Ich mag also die Romance, mit kleinen Kritikpunkten, und auch die Handlung sagt mir zu. Was mich aber wieder einmal am meisten fesselt und mich Großes von dieser Reihe und dieser Autorin erwarten lässt, ist der Schreibstil. Extrem humorvoll und sarkastisch, mit klarem Blick auf eine komplexe Urban Fantasy Welt erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die von allerlei schrulligen Charakteren und magischen Abenteuern umgeben ist und dabei nur immer mehr zu sich selbst findet anstatt sich selbst zu verlieren. Genau das holt mich ab!

Vielleicht sollte ich mal recherchieren, welche Bücher neben diesem von Jeannette Bauroth (der Inhaberin des Second Chances Verlags, der diese Bücher auf Deutsch veröffentlicht) übersetzt wurden. Möglicherweise ist es wie bei der Übersetzerin Vanessa Lamatsch, die viele von mir geliebte Bücher ins Deutsche übertragen hat (allen voran Patricia Briggs, Jennifer Estep, J. Lynn). Wie auch immer: Band 3 liegt schon bereit …

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Großartige Fortsetzung!

The Things Gods Break – Schattenverführt
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Nach dem fiesen Cliffhanger von Band 1, The Games Gods Play, war ich extrem neugierig auf diese Fortsetzung – es ist lange her, dass ich derart gespannt auf einen zweiten Band gewartet habe. Und das Beste? ...

Nach dem fiesen Cliffhanger von Band 1, The Games Gods Play, war ich extrem neugierig auf diese Fortsetzung – es ist lange her, dass ich derart gespannt auf einen zweiten Band gewartet habe. Und das Beste? The Things Gods Break enttäuscht nicht!

Weil The Things Gods Break der zweite Band der Reihe Schattenverführt ist, enthält diese Rezension, ebenso wie der Klappentext, kleine Spoiler für Band 1, The Games Gods Play. Meine Meinung zum ersten Band findest du hier.

Wie schon im ersten Band rasen wir auch in The Things Gods Break nur so mit Lyra durch die Geschichte, einem unbekannten Strippenzieher hinterher und immer auf der Suche nach einem Weg, aus dem Tartaros herauszukommen und zu Hades zurück zu gelangen. Es hat mir großen Spaß gemacht, Lyras kurze Zeitreisen in verschiedene Momente der Vergangenheit zu verfolgen. Diese werden ausgelöst durch eine mysteriöse Macht im Tartaros. Der Schmetterlingseffekt (eine Kleinigkeit in der Vergangenheit zu verändern kann große Auswirkungen auf die Gegenwart haben) spielt eine wichtige Rolle, sodass Lyra nach und nach begreift, warum sich Hades in bestimmten Szenen auf eine bestimmte Weise verhalten hat.

Solche Details mag ich sehr: Ich bekomme dadurch den Eindruck, dass die Autorin ihre Geschichte von Anfang bis Ende geplant und beim Schreiben keine Zufälle zugelassen hat. Oder sie schafft es außerordentlich gut, die Fragezeichen aus Band 1 nachträglich in Band 2 aufzulösen.

Auch die Charakterentwicklung hat mir in The Things Gods Break gut gefallen. Der Titel ist super gewählt, denn er kann vielschichtig interpretiert werden: Einerseits sind Menschen gegenüber den griechischen Gottheiten einfach sehr zerbrechlich und können ihren gelegentlichen Gewaltausbrüchen kaum etwas entgegensetzen, wie man im sogenannten Crucible, den Spielen der Götter mit menschlichen Champions aus Band 1, gut sehen konnte. Andererseits spielt es auch auf die Beziehungen an, die im Lauf der Handlung durch die Götter zerstört, neu aufgebaut oder verändert werden.

Lyra wächst an ihren Aufgaben und mit ihrer neuen Umgebung. Hades, dessen Perspektive wir in vereinzelten Kapiteln einnehmen, zerbricht an seinen Gefühlen und dem Versuch, nicht auszurasten (vergeblich – wie gesagt, die Götter haben eine kurze Zündschnur und neigen zu Gewaltausbrüchen). Neu dazu kommen die Titanen und andere Personen, denen Lyra im Tartaros begegnet und die einen ganz neuen Blickwinkel auf das bieten, was bisher als Realität wahrgenommen wurde. Das ist der Autorin extrem gut gelungen, ohne irgendwie konstruiert zu wirken!

Auch die vielen Anspielungen an die griechische Mythologie finde ich toll. Ich bin sicher, dass ich einige gar nicht bemerkt habe, aber die, die mir auffielen, sind extrem geschickt in die Handlung verwoben, ohne klobig, störend oder belehrend zu wirken.

Mir fällt nur ein Kritikpunkt ein, wenn ich über The Things Gods Break nachdenke: Ich hätte gern mehr Zeit mit Hades oder sogar anderen Figuren außerhalb des Tartaros verbracht. Klar, Lyra ist die Hauptfigur, in deren Kopf wir meistens stecken. Es ergibt absolut Sinn, den Fokus auf sie zu legen. Leider führt das meiner Meinung nach dazu, dass einige Ereignisse gegen Ende etwas aus dem Nichts kommen, weil wir den Weg dorthin nicht begleiten und damit besser nachvollziehen konnten.

Neben Hades wäre da beispielsweise Persephone, die Lyra im Tartaros kennenlernt, oder auch Boone, dessen Rolle in The Things Gods Break größer ist als im ersten Band. Sogar die anderen Götter aus dem ersten Band – Zeus, Hermes, Aphrodite und so weiter – hätte ich gern ein Stück weit beobachtet. Dass jemand nach so langer Zeit plötzlich in den Tartaros gezogen wird müsste doch für Aufruhr sorgen! Was passiert auf dem Olymp, während Lyra im Tartaros feststeckt?

Vielleicht wäre das Buch zu dick geworden und die Geschichte zu lang (und langweilig), wenn auf diese Perspektiven mehr Rücksicht genommen worden wäre. Es ist gut möglich, dass diese Version der Geschichte die sinnvollste ist. Ich hätte mir einfach für einige Momente etwas mehr Hintergrundgeschichte gewünscht und hoffe, dass es vielleicht in Band 3 weitere Details dazu gibt.

Beim Lesen habe ich immer wieder selbst versucht, das neue Rätsel zu lösen, vor dem Lyra nun steht, und dabei wurde mir nicht langweilig. Das Buch hatte ich innerhalb von 3-4 Tagen durch und konnte es tagsüber kaum erwarten, nach Feierabend weiterlesen zu können. Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen! The Things Gods Break ist definitiv ein Highlight des Jahres für mich!

Jetzt warte ich wieder auf die Fortsetzung, die erst Ende 2026 erscheint – denn auch The Things Gods Break endet wieder in einem heftigen Cliffhanger!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Etwas schwächer als Bd. 1 - auch, weil der Rote Faden fehlt

Vows and Ruins
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Der erste Band Blood and Steel hat mich total vom Hocker gehauen. Dieser zweite Teil der vierbändigen Reihe fällt für mich leider etwas schwächer aus, wie es so oft mit zweiten Bänden ist. Das liegt in ...

Der erste Band Blood and Steel hat mich total vom Hocker gehauen. Dieser zweite Teil der vierbändigen Reihe fällt für mich leider etwas schwächer aus, wie es so oft mit zweiten Bänden ist. Das liegt in diesem Fall an zwei Dingen, die beide stark mit der Handlung zusammenhängen. Trotzdem ist Vows and Ruins insgesamt wieder ein richtig gutes Buch, größtenteils genau nach meinem Geschmack.

Positives

Der Schreibstil ist weiterhin super, sodass ich beim Lesen geradezu durch die fast 550 Seiten geflogen bin und Vows and Ruins nach 2 Tagen durch hatte. Die Autorin und auch die beiden Übersetzerinnen beherrschen ihr Handwerk sehr gut.
Auch die Charaktere machen mir weiterhin großen Spaß: Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebencharaktere wachsen mir zunehmend ans Herz. Und die Charaktere, die man eindeutig nicht mögen soll, bleiben ihren negativen Merkmalen treu. Thea wächst an ihren Aufgaben und der neuen Verantwortung.
Die Welt wird in Vows and Ruins nach und nach größer und die politischen Verflechtungen komplizierter, während sich die mit der Prophezeiung verbundene Vergangenheit langsam offenbart.

So weit, so gut – richtig gut.

„Spicy Romantasy“

Was mir in Vows and Ruins dagegen weniger Spaß gemacht hat als im ersten Band: Die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren Thea und Wilder. Sie springen bei jeder Gelegenheit ins Bett – wenn sie keines finden können, dann werden sie kreativ – und in den gemeinsamen Momenten, in denen sie das nicht tun können, fallen sie zumindest in Gedanken übereinander her. Das nahm für mich einfach zu viel Raum ein. Wie soll ich als Leserin denn die angeblich so tiefe emotionale Bindung zwischen den beiden nachvollziehen können, wenn sich alles mit nur sehr wenigen Ausnahmen rein körperlich abspielt?

Du hast dich verletzt und mir nicht Bescheid gesagt? Lass uns in einer Besenkammer übereinander herfallen, um uns lebendig zu fühlen, obwohl du Schmerzen hast. Morgen ist ein wichtiger Kampf, für den wir ausgeruht sein sollten? Lass uns die ganze Nacht wach bleiben und Sex haben, bis die Sonne aufgeht, sodass wir absolut nicht genug Schlaf bekommen, was aber nie erwähnt wird oder irgendwelche Konsequenzen hätte. Wir haben eine Woche nicht miteinander geredet, weil wir jeweils unseren eigenen emotionalen Ballast verarbeiten mussten? Sobald wir einander wiedersehen, müssen wir unserem aufgestauten Begehren nachgeben.

Es ist einfach an einigen Stellen so überflüssig! Im letzten Drittel von Vows and Ruins habe ich deshalb einige solcher Szenen wirklich nur noch überflogen, auf der Suche nach inhaltlich wichtigen Dialogfetzen, oder sogar ganz übersprungen.

Viel besser gefallen mir die Momente, in denen Wilder nicht nur in inneren Monologen, sondern auch vor ihren Freunden ihre Beziehung zu akzeptieren beginnt oder Thea schlichte körperliche Nähe und Geborgenheit bei Wilder sucht. Leider scheint der Fokus mehr auf den explizit und detailliert beschriebenen Sexszenen zu liegen, die dann aber insgesamt sehr zahm bleiben und repetitiv werden. Kein Wunder, dass diese Reihe es in die BookTok Trends geschafft hat.

In meiner Rezension zu Band 1 habe ich kritisiert, dass das Buch als Spicy Romantasy beworben wird, weil die dazugehörigen Szenen größtenteils fehlten und es sich dadurch ein bisschen wie fehlgeleitetes Trendmarketing anfühlte. Gleichzeitig habe ich betont, dass mir Blood and Steel gerade durch dieses „Will they, won’t they?“ zwischen Thea und Wilder und die dadurch aufrecht erhaltene Spannung so gut gefällt. Vows and Ruins passt nun sehr viel besser in die Kategorie Spicy Romantasy (obwohl sich „spicy“ eher mild ausdrückt) – leider zu meinem Nachteil.

Kein roter Faden mehr erkennbar

Der zweite Grund, aus dem mir die Handlung in Vows and Ruins nicht so gut gefällt wie in Blood and Steel, ist die Undurchsichtigkeit. Die zunehmend komplizierten politischen Verstrickungen habe ich oben ja schon erwähnt. Das ist eigentlich etwas Gutes, denn es gehört für mich zu einem Fantasyroman wie diesem dazu, besonders bei Themen wie Krieg zwischen verschiedenen Völkern. Doch während Blood and Steel noch einen klaren Fahrplan hatte, wohin die Reise gehen würde und welche Ziele die einzelnen Charaktere verfolgen, verliert Vows and Ruins diesen roten Faden etwas.

Die teilweise sehr überraschenden Wendungen gefallen mir genauso gut wie die zunehmend offenbarten Facetten der Persönlichkeiten unserer Helden. Aber leider gerät die Handlung dadurch etwas ins Schwimmen. Manches lässt sich schon in Band 1 erahnen, wodurch einzelne Entwicklungen und Veränderungen absolut Sinn ergeben. Doch anderes kommt total aus dem Nichts und wirft in Vows and Ruins Dinge über den Haufen, die bisher als feststehende Tatsachen behandelt wurden, ohne dabei einen Ausblick darauf zu bieten, was diese Veränderung nun für die Geschichte bedeutet.

Das ist, neben den viel zu häufigen Sexszenen, mein Hauptproblem mit dieser eigentlich guten Fortsetzung: Die Figuren hangeln sich über Missionen und Kämpfe hin zu einem Ziel, das sich nicht mehr richtig erkennen lässt. Klar, die Menschen wollen ihre Königreiche vor den Dämonen und Halbdämonen schützen, aber was will die Gegenseite, deren Perspektive wir zwischendurch auch mal kurz – sehr oberflächlich – einnehmen? Was ist eigentlich der Grund für diesen Krieg?

Als Leserin weiß ich nicht mehr so recht, worum es in dieser Reihe eigentlich geht. Nicht nur fehlt der rote Faden, sondern die wenigen „Richtungsweiser“, wenn man so will, gehen auch noch zwischen den spicy Szenen in Vows and Ruins unter. Es ist klar, dass dies keine reine Gut-gegen-Böse-Geschichte ist, und dass beide Seiten vielschichtig aufgebaut sind. Leider bekommen wir in diesem Band keinen richtigen Einblick in diese Schichten.

Dadurch verliert Vows and Ruins für mich etwas an Spannung. Ich lese gern über die Abenteuer der Hauptfiguren und verfolge interessiert die Entwicklung der jeweiligen Beziehungen, der Freund- und Feindschaften. Aber mit zunehmender Undurchsichtigkeit über das Ziel dieser Reisen und Entwicklungen baut sich für mich eine Distanz auf, die es mir nicht erlaubt, mich so richtig in die Geschichte fallen zu lassen.

Ich hoffe, dass der rote Faden oder zumindest das große Ziel in den beiden noch kommenden Bänden Fate and Furies (erscheint auf deutsch im Februar 2026) und Shadow and Storms (Mai 2026) wieder etwas deutlicher zu erkennen ist.

Weiterlesen möchte ich diese Reihe auf jeden Fall.

Das Cover

Abschließend ein kleiner Exkurs über das Coverdesign, das mir schon bei Blood and Steel nicht gefallen hat und mich auch bei Vows and Ruins wieder stört: Obwohl ich bei näherer Betrachtung der ganzen Reihe mag, dass anhand der Schwerter auf den Titelbildern der einzelnen Bände Theas Entwicklung als Kämpferin und als Wächterin erkennbar ist – das Konzept also einen deutlichen Bezug zum Inhalt hat – wirken die Umsetzung mit den Farbwirbeln und das Design insgesamt auf mich trotzdem irgendwie unfertig, unpassend und uninteressant.

Ich bin mir nicht sicher, ob das daran liegt, dass das Verlagslogo nicht auf dem Cover abgebildet ist und dadurch der Eindruck eines Selfpublishing-Titels entsteht (was, nur um das klarzustellen, nichts Schlechtes ist, sondern schlicht etwas anderes als das, was ich von Verlagstiteln erwarte). Ob es an den intensiven Farben liegt, die so gar nicht zu der mittelalterlichen Welt und den praktisch veranlagten Krieger*innen passen wollen, oder daran, dass der Dolchgriff auf dem Cover von Blood and Steel wie billiges Plastik und das Metall von Dolch, Schilden und Schwertern (mit Ausnahme der Schwerter vom vierten Band) durch den stumpfen Glanz wie silbern angemaltes Holz wirkt.

Ob ich zuletzt einfach zu viele Fantasy-Romane mit Schwertern und Schnörkeln auf dem Cover gesehen und dieses ausgelutschte, nichtssagende Motiv satt habe, zumal bis auf die Gegenstände und den Titelschriftzug nichts auf dem Cover irgendwie zur Geschichte passt.

Woran es auch liegen mag: Wenn es keinen extra Newsletter von NetGalley für den ersten Band gegeben hätte und der Klappentext von Blood and Steel mich nicht angesprochen hätte, dann wäre diese Reihe allein aufgrund seines Äußeren garantiert an mir vorbeigegangen – obwohl sie inhaltlich doch so gut meinen Geschmack trifft.

Der Blick ins Impressum von Vows and Ruins zeigt übrigens, dass das Originaldesign von Maria Spada stammt und dass die Agentur Guter Punkt, deren Arbeit ich bisher sehr positiv wahrgenommen habe, mit der Anpassung für die deutsche Ausgabe beauftragt wurde.

Eine kurze Recherche offenbart: Auch die anderen Buchcover der Künstlerin gefallen mir nicht so gut. Es ist ein Einheitsbrei mit einigen sehr schönen Designs, aber insgesamt sehr nichtssagend und mit vielen wiederholten Motiven in minimaler Abwandlung. Im Vergleich mit ihrem restlichen Portfolio ist dieses Cover eines der – meiner Meinung nach – schwächeren. Guter Punkt hat nur die Schriften übersetzt und angepasst, soweit ich es beurteilen kann.

Ich verstehe, dass man einem Buch, das im Original – mit dem Originalcover – in visuellen Medien wie TikTok Bekanntheit erlangt hat, in der Übersetzung nur ungern ein neues Cover zuordnet. Meiner Meinung nach passt es einfach nicht zum Buch – bzw. zur ganzen Reihe – und für mich wird es diesem in seiner Qualität auch nicht gerecht.

Aus welchem Grund das Droemer Knaur Verlagsimprint Bramble außerdem sein Logo auf all seinen Büchern nur auf dem Buchrücken, nicht aber auf dem Cover sehen will, das ja insbesondere auf TikTok und Instagram – wo sich die Hauptzielgruppe von Bramble aufhält – genau der Teil des Buches ist, der in die Kamera gehalten wird und dem Zielpublikum dadurch erlauben würde, den Bezug zum Verlag herzustellen: Das würde mich sehr interessieren.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Tolles Spin-Off und großartiger Reihenauftakt!

Ein Cookie für den Dämon
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Nachdem ich zuletzt etwas mit langen High-Fantasy-Romanen oder gar Sammelbänden kämpfen musste, las sich Ein Cookie für den Dämon unfassbar schnell und entspannt. So war es mir schon mit dem ersten Band ...

Nachdem ich zuletzt etwas mit langen High-Fantasy-Romanen oder gar Sammelbänden kämpfen musste, las sich Ein Cookie für den Dämon unfassbar schnell und entspannt. So war es mir schon mit dem ersten Band der Reihe Guild Codex: Spellbound gegangen, und auch dieser Reihenauftakt, der in derselben Welt spielt und in dem einige Charaktere aus der anderen Reihe hier am Rande ebenfalls auftauchen, trifft einfach genau meinen Geschmack.

Ein Cookie für den Dämon ist lockere Urban Fantasy: Eine uns Lesenden bekannte, moderne Welt mit einer großzügigen Prise Übernatürlichkeit wie beispielsweise Supernatural, aber keine komplett eigene Welt wie zum Beispiel Mittelerde aus Der Herr der Ringe. In diesem Fall liegt der Fokus auf Dämonenbeschwörung mitsamt all ihren Tücken und Details. Robin ist eine Hauptfigur, die wie für mich geschrieben ist: eher still und introvertiert, an Büchern interessiert, wissbegierig, und wenn man ihr und ihren Liebsten krumm kommt, dann nimmt sie das – nachdem sie sich selbst gut zugeredet hat – nicht einfach so hin.

Weil es schon etwas her ist, dass ich Drei Magier und eine Margarita gelesen habe, konnte ich mich nicht mehr an alle Details der Welt erinnern; an die politischen Strukturen und die Agentur, die alles Übernatürliche organisiert, die Gilden und so weiter. Hier hätte ich mir tatsächlich einmal gewünscht, dass es in den ersten paar Kapiteln ein bisschen mehr Erklärungen gäbe.

Es hat mir gut gefallen, dass Robin und ihr Dämon Zylas über Umwege mit denselben Leuten zu tun bekommen die ich aus der anderen Reihe schon kenne. Diese Cameos, und das finde ich sehr gut gelungen, schreibt die Autorin nicht „Robin begegnet Person sowieso“, die man dann namentlich erkennen müsste. Stattdessen es ist eher so: „Robin sieht ein paar komische Leute, die sich sonderbar verhalten, und läuft ihnen immer öfter über den Weg – vielleicht sind die wichtig?“

Bis kurz vor dem Ende von Ein Cookie für den Dämon werden ihre Namen nicht genannt, sodass man die Charaktere zusammen mit der Hauptperson in diesem und den folgenden Bänden kennenlernen kann, ohne Vorwissen über die anderen Guild Codex-Bücher zu brauchen. Wenn ich das andere Buch nicht gelesen hätte, wären es einfach irgendwelche Nebenfiguren gewesen, und so sollte diese Art von Cameos meiner Meinung nach immer funktionieren.

Der Schreibstil ist für mich wieder ein absolutes Highlight! Ungelogen, ich habe diese etwa 300 Seiten innerhalb von 4 Stunden inhaliert. Wie eingangs schon beschrieben ist das nach vielen sehr langen, sehr zähen Büchern wie Jay Kristoffs Das Reich der Verdammten und V. E. Schwabs Shades of Magic geradezu eine Wohltat gewesen. Der Humor und der Tonfall, mit dem alles beschrieben wird, war sehr unterhaltsam und erinnerte mich wieder einmal an Patricia Briggs‘ Stil, den ich in ihrer Reihe um Mercy Thompson so lieben gelernt habe.

Ich hatte zum ersten Mal seit Längerem wieder so richtig Spaß am Lesen und weniger das Gefühl, eine Aufgabe zu erfüllen.

Jetzt habe ich große Lust, direkt weiterzulesen! Und da Robins Geschichte in Ein Cookie für den Dämon gerade erst beginnt, weshalb die Fortsetzung dieser Guild Codex: Demonized-Reihe noch nicht erschienen ist, werde ich mich nun wohl endlich in die Fortsetzung der Guild Codex: Spellbound-Reihe stürzen, dessen fünfter Band im Oktober 2025 erscheint und damit zum Greifen nah ist.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Marketing lässt mehr Liebesgeschichte vermuten, dabei ist es stellenweise fast Horror - Triggerwarnung!

Guardian 1. Seelenwächter
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Das Autorinnen-Pseudonym Priest ist mir schon häufiger begegnet, mindestens eine Serienadaption ihrer Bücher habe ich sogar angesehen. Guardian – Seelenwächter ist jedoch das erste Buch, das ich von ihr ...

Das Autorinnen-Pseudonym Priest ist mir schon häufiger begegnet, mindestens eine Serienadaption ihrer Bücher habe ich sogar angesehen. Guardian – Seelenwächter ist jedoch das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Ich erwartete fantastische Wesen, spannende Polizeiarbeit und vor allem starke Gefühle zwischen den beiden Hauptfiguren.

Sprachlich abwechslungsreich

Bevor ich diese Elemente, die Seelenwächter auch tatsächlich bietet, aber genießen konnte, musste ich mich erst einmal an den Schreib- und Erzählstil gewöhnen. Da es sich um eine Übersetzung handelt, kann ich schwer beurteilen, ob es an der Autorin, der Übersetzung oder dem Lektorat liegt, dass ein paar Stellen extrem holprig wirken: „So, wie er dastand, wirkte er wie ein Model aus der Parfümwerbung […], wie er so schweigend eine Weile dastand.“ (eBook, Position 1223)

Während ich mir manche Sätze und Formulierungen markiert habe, weil sie einfach SO GUT sind („[Der Mann] war auf die Nase gefallen. Und der Stein, über den er gestolpert war, hieß „einseitige Liebe“.“ Position 2374), habe ich andere mehrfach lesen müssen, um mir der Bedeutung sicher zu sein oder, wie in dem ersten Beispiel oben, weil mich merkwürdige Wiederholungen aus dem Lesefluss rissen.

Die Beschreibungen sind sehr bildhaft und besonders die Monster ließen regelrecht kleine Filmsequenzen in meinem Kopf ablaufen. Ich habe mich durch das Design der Geister an Studio Ghiblis Chihiros Reise ins Zauberland erinnert gefühlt oder auch an A Magic Steeped in Poison und Das Mädchen, das in den Wellen verschwand. Aber auf diese bildhafte Sprache folgten immer wieder ganze Abschnitte, in denen irgendwie der Funke nicht überspringen wollte – weder zwischen der Geschichte und mir, noch zwischen Zhao Yunlan und Shen Wei.

Erst im zweiten Teil des Buches konnte ich die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren mit Freude verfolgen. Beide Männer sind deutlich aneinander interessiert, halten sich aber lange zurück, während sie (naja, einer von ihnen) hemmungslos flirten. Die Nebencharaktere sind mal sehr unterhaltsam, dann wieder etwas befremdlich – das passt perfekt zur Geschichte.

Kulturelle Einflüsse

In Seelenwächter verflochten finden sich einige offensichtliche kulturelle Unterschiede zu der westlichen Literatur, die ich eher gewohnt bin – beispielsweise die Art der Geister, die Rituale oder die Selbstverständlichkeit, mit der die Existenz übernatürlicher Wesen von der breiten Bevölkerung akzeptiert wird. Dieses über-den-Tellerrand-Schauen mag ich sehr gern.

Triggerwarnung?

Aber Seelenwächter enthält auch etwas subtilere Details, die ich an kulturellen Hintergründen festmachen würde. (Keine Sorge, die hier genannten Beispiele sind spoilerfrei!)

Zum Beispiel der Umgang mit (oder eher: die Bewertung von) Suizid im akademischen Kontext oder der Verpflichtung den älteren Familienmitgliedern gegenüber. Einige kurze Szenen fand ich schwer zu verdauen, nachdem mir diese Details auffielen: In einem Satz wird beinahe nebensächlich der Geist eines abgetriebenen Fötus mit aufgebrochenem Schädel und zerfetztem Gehirn beschrieben – eine grausame Vorstellung, die für die Handlung keinen anderen Zweck hatte als zu schockieren, sowohl eine bestimmte Figur als auch uns Lesende. Diese Szenen beschränken sich überwiegend auf den ersten Teil, wenn auch der zweite nicht weniger grausam ist – nur auf andere, für mich angenehmere Weise.

Vielleicht wäre für Seelenwächter eine Triggerwarnung angemessen, da der Klappentext sich mehr auf Romantik und Geheimnisse konzentriert und weniger auf herausgerissene Eingeweide oder Massenmord und Sklaverei innerhalb eines inzwischen ausgestorbenen Volksstammes: Es ist nur die Rede von einer „übernatürlichen Mordserie“ oder einem „furchtbaren Todesfall“.

Sowohl ein Glossar, als auch Hilfen zur Aussprache der wahrscheinlich chinesischen Namen (Dicker Pluspunkt!) und Übersichten der Figuren sind am Ende des Buches enthalten. Eine Seite mehr mit einer Auflistung potenziell schwieriger Themen wäre daher meiner Meinung nach auch noch drin gewesen.

Zum Ende hin immer besser

Der zweite Abschnitt von Seelenwächter war nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich mehr nach meinem Geschmack: weniger Horrorelemente und klassische Mordermittlung (mit übernatürlichem i-Tüpfelchen), dafür mehr Humor, Mythologie und Historie. Hier wurde auch eine Identität enthüllt, die ich schon in den ersten Kapiteln erahnt hatte und die mich sehr neugierig macht, wie sich manche Dinge nun entwickeln werden.

Diese Zweiteilung des Buches liest sich übrigens ein bisschen wie zwei Episoden einer Serienverfilmung. Vielleicht hätte die Geschichte für mich besser funktioniert, wenn ich sie als Serie verfolgt hätte? Womöglich ist sie auch bewusst so angelegt, damit sie sich leicht adaptieren lässt, wenn man die bisherigen Erfolge der Autorin betrachtet. Das ist nur meine Vermutung, aber dieser Eindruck drängte sich mir mehr als einmal auf.

Ich bin zwiegespalten, ob ich die Fortsetzung lesen möchte. Einerseits wird es gegen Ende erst so richtig spannend, was Zhao Yunlan und Shen Wei betrifft. Ich möchte wirklich verfolgen, wie sich ihre Beziehung entwickelt. Gleichzeitig reizt es mich überhaupt nicht, den Rest der Geschichte zu lesen. Die Welt ist zwar gut gebaut und die Handlung nicht langweilig, aber mich interessierte eben am meisten die Beziehung und die kam auf diesen 400 Seiten echt zu kurz, obwohl Yunlan oft nichts anderes im Kopf hatte. Ja, es ist der erste Band, da müssen sie sich erst einmal aneinander herantasten. Ja, das Ende deutet an, dass es im zweiten Band anders laufen könnte. Und doch lassen mich Schreibstil und Erzähltempo zögern.

Fazit

Guardian – Seelenwächter erzählt eine von Mysterien und Monstern durchzogene Geschichte mit einer kleinen Prise Romantik. Leider lassen Cover, Klappentext und Werbung fälschlicherweise einen Fokus auf die Liebesgeschichte erwarten, die in diesem ersten Band eher nebensächlich erscheint. Auch an den Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen, sodass die Freude an der bildlich beschriebenen Welt und ihren Eigenarten erst ab etwa der Hälfte des Buches einsetzte und mich zwar insgesamt positiv auf Seelenwächter zurückblicken lässt und wirklich neugierig auf die Fortsetzung macht, aber so richtig Lust weiterzulesen habe ich trotzdem nicht.

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