Niedliche Liebesgeschichte mit wichtiger Botschaft
A Poet's Heart (Broken Artists, Band 1)Worum geht’s?
Nach einer mehr als unglücklich geendeten Beziehung möchte Yva eigentlich bloß ihre Ruhe haben. Als sie dann jedoch überraschend in die Wohnung neben der WG ihres besten Freundes ziehen kann, ...
Worum geht’s?
Nach einer mehr als unglücklich geendeten Beziehung möchte Yva eigentlich bloß ihre Ruhe haben. Als sie dann jedoch überraschend in die Wohnung neben der WG ihres besten Freundes ziehen kann, trifft sie auf Musiker Fenn. Der ist nicht nur ihr neuer Nachbar, sondern bringt sie außerdem mit seiner Musik völlig aus dem Konzept – auch wenn er selbst kein Interesse daran zu haben scheint, auch nur ein Wort mit Yva zu wechseln.
Meine Meinung
Bei dieser Geschichte war ich mir zu Beginn wirklich nicht sicher, ob ich die Figuren und ihre Konstellation überhaupt mögen würde, beim Lesen haben mich dann aber weder die Handlung, noch die Charaktere an sich enttäuscht.
Gut gefallen hat mir insgesamt, dass hier eine Menge wichtiger Themen angesprochen wurde. In der Menge, insbesondere in Hinblick auf die übrigen Figuren und die weiteren Bände der Reihe ist das zwar sicherlich ein bisschen viel, grundsätzlich hatte ich beim Lesen dieses Buches aber nicht das Gefühl, restlos mit Traumata überschüttet worden zu sein. Viel wichtiger war in meinen Augen daher ohnehin der wertschätzende Umgang mit Problemen, Triggern und den Schwierigkeiten menschlichen Zusammenlebens, was ich insgesamt sehr schön beschrieben fand.
Protagonistin Yva war in meinen Augen eine wirklich liebe Figur, die ich grundsätzlich gerne hatte und durchaus mit Interesse verfolgt habe. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass sie als Persönlichkeit trotzdem relativ blass geblieben ist und selbst in ihrer Reflektiertheit und Geduld mit Fenn kaum Substanz für mich hatte. Ihre Leidenschaft für Kunst, ihr Studium und selbst ihr Job als wichtige Kulisse wurden mitunter nur am Rande erwähnt, was bei mir in Kombination mit den Zeitsprüngen mitunter den Eindruck erweckt hat, dass sie eigentlich gar nicht wirklich lebt bzw. man beim Lesen gar nicht wirklich mitbekommen sollte, wie ihr Leben und ihr Alltag eigentlich wirklich aussehen.
Mit Fenn konnte ich eigentlich ebenfalls mitfühlen, da er mir aufgrund seiner Vergangenheit und seiner Erfahrungen mit anderen Menschen wirklich leid getan hat. Richtig greifen konnte ich ihn manchmal aber leider trotzdem nicht, was ich allerdings gar nicht so nervig fand, wie ich anfangs vermutet hätte.
Schwierig fand ich dann allerdings den Aufbau und die Lösung des finalen Konfliktes, mit dem man es sich in meinen Augen einfach etwas zu leicht gemacht hat. Dass ein lebenslanges Stottern innerhalb von zwei Wochen bis auf ein einziges Wort weg therapiert werden könne, kam mir persönlich einfach unglaubwürdig vor. Darüber hinaus fand ich die Umstände dieser Situation einfach seltsam, denn egal welche Entscheidung Fenn getroffen hätte, rechtzeitig, fair und wertschätzend kommuniziert hätte er mit Yva zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr, sodass der Konflikt meiner Meinung nach sowieso nicht mehr zu verhindern gewesen wäre. Dass Yva ihm das Ghosting dann außerdem so ohne große Probleme verzeiht, fand ich auch ein wenig sehr gutmütig und vor dem Hintergrund seiner recht unaufgeregten Reaktion und der Menge an Verständnis, die sie ihm entgegenbringt, irgendwie etwas unpassend.
Fazit
Abgesehen von dem in meinen Augen etwas sehr flott und den Umständen entsprechend etwas arg reibungslos abgearbeiteten Ende fand ich die Geschichte insgesamt sehr schön gemacht, angenehm zu lesen und inhaltlich sehr wichtig. Die Überleitung zum nächsten Band der Reihe fand ich dabei tatsächlich ebenfalls sehr interessant, weshalb ich durchaus neugierig darauf bin, den Figuren erneut zu begegnen und zu erfahren, was die anderen Mitglieder der Freundesgruppe so erleben werden.
Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.