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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

Die Psychologie des Tennis

Tennis ist Kopfsache
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Meine Meinung
So spannend wie ich Psychologie und mentale Gesundheit finde, in Hinblick auf Leistungssport war das bisher definitiv ein Thema, mit dem ich mich ehrlicherweise gar nicht so stark auseinandergesetzt ...

Meine Meinung
So spannend wie ich Psychologie und mentale Gesundheit finde, in Hinblick auf Leistungssport war das bisher definitiv ein Thema, mit dem ich mich ehrlicherweise gar nicht so stark auseinandergesetzt habe.

Spannend gemacht fand ich daher tatsächlich die Umsetzung der Kombination aus Einblicken in den Sport und psychologischer Analyse der einzelnen Spielsituationen. Stilistisch war das Buch in meinen Augen zwar eher etwas für wirkliche Tennisfans, da es wirklich viele ausführliche Schilderungen einzelner Tennisspiele gab, die sich wie ein Fernsehbild lasen und ehrlicherweise in der Masse nicht ganz meinen Geschmack getroffen haben. Wer wirklich leidenschaftliche Tennis schaut oder spielt, dem dürften diese Erinnerungen aber sicherlich gefallen, zumal es auch einige Bildserien gab, die den reinen Text durchaus aufgelockert haben.

Rein von den psychologischen Aspekten her fand ich das Buch insgesamt aber wirklich spannend, da die Auseinandersetzung mit dem Thema an sich zwar nicht unbedingt irgendwelche bahnbrechenden Geheimnisse zu Tage gefördert hat, ich die Überlegungen zum Thema mentale Stärke aber durchaus spannend fand, und das auch ohne, dass ich selbst Leistungssport betreiben würde.

Die Idee dieses Buches ist meiner Meinung nach daher auf jeden Fall lesenswert, eine gewisse Grundbegeisterung für Tennis ist aber sicherlich sehr hilfreich, um beim Lesen wirklich Spaß zu haben.


Fazit
Wirkliche Tennisfans werden an diesem Buch sicherlich deutlich mehr Freude habe als ich, auch wenn ich die Umsetzung durchaus spannend und das Grundprinzip aus Spielberichten, Analysen und Bildern schon gelungen fand. Wer sich mehr für den Tennis und vielleicht nur zweitrangig für die Psychologie hinter dem Sport interessiert, dem dürfte dieses Buch aber noch einmal deutlich besser gefallen als mir.

Dafür vergebe ich vier Bücherstapel.

Veröffentlicht am 18.05.2026

Spannendes Konzept mit schwächelnder Umsetzung

Das Lied der Tiefe
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Worum geht’s?
Imogen ist eine Sirene, gleichermaßen gefürchtet wie begehrt und wird in ihrem Königreich mehr als nur blutig verfolgt. Als sie auf König Theo aus dem Nachbarland trifft, müssen die beiden ...

Worum geht’s?
Imogen ist eine Sirene, gleichermaßen gefürchtet wie begehrt und wird in ihrem Königreich mehr als nur blutig verfolgt. Als sie auf König Theo aus dem Nachbarland trifft, müssen die beiden wohl oder übel zusammenarbeiten – und kommen sich dabei näher, als Imogen lieb gewesen wäre.


Meine Meinung
Mit dem Thema Sirenen hat dieses Buch auf jeden Fall einen unglaublich spannenden Aspekt aufgegriffen, der definitiv ausschlaggebend dafür war, dass ich die Geschichte unbedingt lesen wollte. Die Umsetzung hat mich dann allerdings leider nicht ganz so überzeugt, was ich ausgesprochen schade finde.

Gut gemacht war der Einstieg in meinen Augen zunächst schon, da ich wirklich gerne wissen wollte, wie Imogens Geschichte ausgehen würde und wie die Macht der Sirenen konkret funktioniert. Wirklich zufriedenstellen erklärt wurden dann jedoch weder die Charaktere, noch das Worldbuilding, was mein Interesse an der Geschichte ehrlicherweise etwas gedämpft hat.

Besonders schade fand ich dabei, dass das Buch in Hinblick auf seine Länge eigentlich genug Platz geboten hätte, um sich näher mit der Magie und dem Weltenbau zu beschäftigen, was für meinen Geschmack aber einfach zu wenig der Fall war.

Auch die Beziehung zwischen Imogen und Theo habe ich leider nicht ganz so gefühlt, was in meinen Augen vor allem daran lag, dass man beim Lesen häufig das Gefühl hatte, Entwicklungsschritte verpasst zu haben und daher kein wirklicher Teil ihrer Gefühlswelt zu sein. Mir fiel es so leider sehr schwer, die beiden als authentisches Paar wahrzunehmen und wirklich mit ihnen mitzufiebern, auch wenn ich das eigentlich wirklich gerne gewollt hätte und durchaus Potenzial in ihrer Geschichte gesehen habe, das nur leider nicht vollständig ausgeschöpft wurde.


Fazit
Die Grundidee dieses Buches war auf jeden Fall spannend und hatte jede Menge Potenzial, auch wenn meiner Meinung nach bei der Umsetzung einiges davon verschenkt wurde. Grundsätzlich hatte ich trotzdem durchaus Freude beim Lesen, wirklich begeistern konnte mich die Geschichte dabei aber leider nicht.

Dafür gibt es noch knappe drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 18.05.2026

Düstere Märchenadaption für Action-Fans

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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Worum geht’s?
15 Jahre nach ihrem Happy End ist Schneewittchen alles andere als eine freundliche Königin in ihrem Schloss. Nachdem sie die Macht an sich gerissen hat, terrorisiert sie gemeinsam mit der ...

Worum geht’s?
15 Jahre nach ihrem Happy End ist Schneewittchen alles andere als eine freundliche Königin in ihrem Schloss. Nachdem sie die Macht an sich gerissen hat, terrorisiert sie gemeinsam mit der Wilden Jagd das Reich auf der Suche nach Magie – und versetzt dabei nicht nur ihr Volk in Angst und Schrecken, sondern metzelt jeden nieder, der es wagt, sich ihr in den Weg stellen zu wollen.


Meine Meinung
Als großer Fan von Märchenadaptionen war für mich relativ schnell klar, dass auch diese Geschichte auf meine Wunschliste wandern würde. Die Umsetzung war dabei definitiv neu für mich, was gleichermaßen spannend wie teils auch etwas ernüchternd war.

Gut gefallen haben mir zunächst einmal Schreibstil und Tempo der Geschichte, da ich gerade zu Beginn einen direkten Einstieg in die Handlung gefunden habe und definitiv wissen wollte, wie es mit den Figuren und dem Krieg an sich weitergeht.

Auch die Figuren an sich waren in meinen Augen wirklich cool weiterentwickelt, da ich eigentlich bei keinem Märchencharakter so wirklich wusste, wie die bekannten Elemente mit dieser neuen Figur verknüpft werden würden. Bei all diesem Potenzial waren mir tatsächlich aber nicht alle Bezüge klar, was ich angesichts der Tatsache, dass ich mich eigentlich für relativ orientiert im Bereich der Märchen gehalten habe durchaus überraschend fand.

Mein einziger wirklicher Kritikpunkt bezieht sich allerdings tatsächlich weniger auf die Figuren und ihre Charakterisierung, auch wenn da in meinen Augen durchaus noch ein wenig Luft nach oben gewesen wäre, sondern eher auf die „losen Enden“ und teils eher dahinplätschernde Handlung, die trotz der vielen Wendungen bei mir nicht immer den Eindruck eines stringenten roten Fadens hinterlassen hat. Für den grundsätzlichen Lesespaß ist das sicherlich für einige Zeit förderlich, ich persönlich hätte mir stellenweise jedoch etwas weniger lustige Abschweifungen und dafür etwas mehr Konzentration auf den Gesamtplot gewünscht, auch wenn das sicherlich reine Geschmackssache ist.


Fazit
Märchen-Fans und Action-Liebhaber werden bei dieser Märchenadaption auf jeden Fall ihren Spaß haben, denn dafür sorgen schon die vielen Anspielungen und Figuren, deren Zusammenhänge man hier erraten kann. Für mich persönlich wäre ein wenig mehr Geradlinigkeit innerhalb der Geschichte wünschenswert gewesen, wen grundsätzlich unterhaltsame Abschweifungen allerdings nicht stören, dem dürfte das herzlich egal sein.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Coming-of-Age trifft Coming-Out

The Lesbiana's Guide to Catholic School
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Worum geht’s?
Eigentlich soll der Wechsel auf eine katholische Privatschule einen kompletten Neuanfang für Yamilet darstellen. Neben Geldsorgen und ihrem dauerhaft Streit suchendem Bruder will sie sich ...

Worum geht’s?
Eigentlich soll der Wechsel auf eine katholische Privatschule einen kompletten Neuanfang für Yamilet darstellen. Neben Geldsorgen und ihrem dauerhaft Streit suchendem Bruder will sie sich auch auf gar keinen Fall verlieben – erst recht nicht in Bo, das einzige offen queere Mädchen an ihrer Schule, das ihr Herz zwar höher schlagen lässt, sie damit aber auch vollkommen aus dem Konzept bringt.


Meine Meinung
Dieses Buch ist thematisch auf jeden Fall eine ganze Menge, was ich auf den ersten Blick für ein Jugendbuch ziemlich überwältigend, in der Umsetzung insgesamt aber auch wirklich gelungen fand.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und insbesondere durch den immer wieder eingestreuten Humor auch sehr locker und flott weg zu lesen. Gleichzeitig gingen insbesondere die durchaus ernsten Themen nicht gänzlich dahinter unter, was mir in der Mischung wirklich gefallen hat und was in meinen Augen darüber hinaus auch wichtig ist, um Repräsentation und Gesellschaftskritik nicht zu sehr zu verwässern und präsent zu halten.

Mit den Figuren wurde ich ehrlicherweise nicht ganz so warm, wie ich es mir eigentlich erhofft hätte, was aber eventuell auch einfach dem Genre und dem Tempo des Handlungsbogens geschuldet sein kann. Nichtsdestotrotz habe ich Yamilet wirklich gerne begleitet, denn sympathisch und durchaus authentisch gestaltet fand ich sie definitiv schon, und insbesondere im Jugendbuchbereich bin ich durchaus der Meinung, dass man sich nicht zu einhundert Prozent mit einer Figur identifizieren muss, um sie gerne begleiten zu wollen.

Hinsichtlich des Handlungsbogens hätte das Buch in meinen Augen dann allerdings die ein oder andere Seite weniger vertragen können, da es stellenweise schon eine kleine Diskrepanz zwischen dem gab, was eine Aussage an Platz benötigt hätte und dem, was sie an Platz eingeräumt bekommen hat. In gewisser Weise wurden so zwar wichtige Aussagen und Haltungen bezüglich Toleranz und Akzeptanz normalisiert, der Geschichte an sich hätte ein kleines bisschen mehr Tempo stellenweise aber trotzdem nicht geschadet.


Fazit
Auch wenn der Handlungsbogen meiner Meinung nach durchaus ein wenig gestrafft hätte werden können, mochte ich die Figuren und die Geschichte an sich wirklich gerne. Wem Themen wie Selbstbestimmung, Offenheit und Toleranz auch in Jugendbüchern wichtig sind, dem kann ich diese Geschichte nur absolut ans Herz legen und eine klare Leseempfehlung aussprechen.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein Buch, mit dem ich mich wirklich schwer getan habe

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Worum geht’s?
In einem Keller sitzen 40 Frauen in einem Käfig, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne zu wissen, wie und warum sie dort unten gelandet sind. Als eines Tages dann ihre Gefängniswärter verschwinden ...

Worum geht’s?
In einem Keller sitzen 40 Frauen in einem Käfig, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne zu wissen, wie und warum sie dort unten gelandet sind. Als eines Tages dann ihre Gefängniswärter verschwinden und sie unversehens in die Freiheit gelangen, ist ihre Verwirrung groß – doch die Jüngste unter ihnen ist nicht bereit, die neu gewonnene Welt dort draußen zu lassen und will erfahren, was sie alles verpasst hat.


Meine Meinung
Bei diesem Buch war mir schon vor dem Lesen klar, dass ich eventuell eine Enttäuschung erleben würde. Tatsächlich war das dann leider auch eher der Fall, da ich die Geschichte an sich zwar relativ schnell beendet habe, mir aber ehrlicherweise nicht sicher bin, ob ich sie überhaupt richtig verstanden habe.

Zu Beginn der Geschichte bin ich noch durchaus schnell vorab gekommen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es überhaupt zu dieser wirklich bizarren Ausgangslage gekommen ist und wie die Frauen es aus der Gefangenschaft heraus schaffen würden. Trotz der eigentlich wenigen Seiten habe ich mich dann jedoch recht schnell eher schwer damit getan, wirklich vorwärts zu kommen, was in meinen Augen vor allem daran lag, dass es einfach keine Antworten auf meine Fragen gab.

Den Grundgedanken einer so vollkommen unklaren Welt finde ich zwar nach wie vor grundsätzlich ganz spannend, die Ungewissheit, in der sowohl die Figuren, als auch man selbst beim Lesen dann allerdings bleibt, ist alles andere als zufriedenstellend. Darüber hinaus habe ich mich wirklich schwer damit getan, eine feministische Perspektive in dieser Geschichte zu finden, den gerade das war ein Punkt, der mir immer wieder als Begründung dafür genannt wurde, warum ich dieses Buch unbedingt lesen sollte. Da die Frauen untereinander eher blass geblieben sind – was insofern konsequent beschrieben war, da die Protagonistin sich sozial überhaupt nicht entwickeln konnte – war es für mich auf emotionaler Ebene praktisch unmöglich, wirklich mit ihnen mitzufiebern, da ich schon die Namen kaum einer konkreten Figur zuordnen konnte und das für die Handlung auch ehrlicherweise gar keine Rolle gespielt hat.

In austauschbaren Charakteren, einem vollkommen im Dunkeln bleibenden Worldbuilding und der Menge an unbeantworteten Fragen, mit denen ich nach dem Lesen dieses Buches zurückgeblieben bin, sehe ich für mich leider keinen Mehrwert, der über die reine Lesezeit und das damit verbundene Gedankenexperiment einer dystopischen Welt hinaus geht. Den begeisterten Stimmen zu dieser Geschichte kann ich mich daher leider eher weniger anschließen, auch wenn ich persönlich durchaus Potenzial in dieser Idee sehe und eine etwas andere Ausarbeitung vielleicht mit mehr Freude gelesen hätte.


Fazit
Auch wenn ich die Idee dieser Geschichte im Grunde spannend fand und auch vergleichsweise schnell mit dem Buch fertig war, habe ich die Kernaussage vermutlich einfach nicht verstanden. Die Ausgangslage hat unglaublich viele Fragen bei mir aufgeworfen, die leider zum Großteil unbeantwortet geblieben sind, was mich zwar nachhaltig beschäftigt, aber leider definitiv nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt.

Dafür gibt es noch knappe drei Bücherstapel von mir.