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Veröffentlicht am 10.08.2020

Blutige Neuinterpretation der Artussage

Cursed - Die Auserwählte
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Worum geht’s?
Als die Roten Paladine ihr Heimatdorf überfallen und niederbrennen, bricht für Nimue eine Welt zusammen. Die letzten Worte ihrer sterbenden Mutter galten einem geheimnisvollen Schwert, welches ...

Worum geht’s?
Als die Roten Paladine ihr Heimatdorf überfallen und niederbrennen, bricht für Nimue eine Welt zusammen. Die letzten Worte ihrer sterbenden Mutter galten einem geheimnisvollen Schwert, welches Nimue dem Zauberer Merlin bringen soll – Doch der hat mit dem Verlust seiner Fähigkeiten und dem Misstrauen seines Königs Uther zu kämpfen und daher ganz eigene Pläne, die es zu verfolgen gilt. Auf sich alleine gestellt zieht Nimue also los, um sich an den Truppen von Pater Carden zu rächen. Begleitet wird sie dabei von dem jungen Söldner Arthur, dessen Schwester unerwartete Unterstützung für Nimue bereithält und sie darin bestärkt, auf die Botschaft zu hören, die das Schwert der Macht ihr zuzuflüstern scheint.


Meine Meinung
Die Artussage mochte ich schon immer sehr gerne, und egal in welcher Form auch immer sie verarbeitet wird – wenn es eine Neuinterpretation dieser Geschichte gibt, bin ich praktisch gezwungen, da mal einen Blick drauf zu werfen.

Das Cover von Cursed ist an sich eher schlicht gehalten, das knallige rot lässt das Schwert aber doppelt so gut zur Geltung kommen und gefällt mir richtig gut.

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, insbesondere weil er die beeindruckende Kulisse der Geschichte ohne zu verworrene Ausdrücke illustrieren konnte und das Erzähltempo gleichzeitig nicht verringert hat. Teilweise hatte ich so ein wenig das Gefühl, dass das Buch vor allem darauf ausgelegt war, als Serie produziert zu werden, was die vielen blutigen Kampfhandlungen erklären würde. Auch wenn das manchmal ein wenig viel war, kam die Fortführung der Handlung nicht dauerhaft zu kurz, was für mich ein guter Kompromiss war.

Die Protagonistin fand ich eigentlich ganz sympathisch, auch wenn sie mir über den Verlauf der Geschichte hinweg irgendwie ziemlich distanziert vorkam. Im Vergleich zu den übrigen Figuren war sie jedoch emotional immer noch am greifbarsten, denn durch die häufigen Perspektivwechsel bekam man kaum authentische Einblicke in die Gefühlswelt der zahlreichen anderen Charaktere.

Besonders interessant gemacht fand ich an dieser Version der Artussage, dass das Narrativ der Geschichte mal ein völlig anderes war, der Ursprungsbezug durch die Namensgebung aber immer noch erkennbar war. Ob eine mögliche Fortsetzung diese Standards aufrecht erhalten kann, wird sich noch zeigen. Wünschenswert wäre es aber auf jeden Fall, denn eine weibliche Heldin in einem Zeitalter, in dem eher männliche Protagonisten geschrieben wurden, sollte definitiv mehr Bildfläche erhalten.


Fazit
Cursed – Die Auserwählte ist sicherlich nicht für jeden etwas. Doch auch wenn es wirklich blutig zugeht und man manchmal das Gefühl hatte, dass es eher um bildgewaltige Szenerien als um das Vorantreiben der Handlung ging, hat mir die Geschichte gut gefallen. Ob ich mir die Serie zum Buch auch noch ansehe – das weiß ich noch nicht. Auf einen zweiten Teil der Geschichte wäre ich allerdings durchaus gespannt.

Dafür gibt es von mir fünf Bücherstapel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2020

Eine Liebe auf Umwegen

Kisses from the Guy next Door
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Worum geht’s?
Dass Brooklyn von ihrem Verlobten vor dem Altar stehen gelassen wird, nachdem er sie per SMS abserviert, damit hat sie wohl am wenigsten gerechnet. Voller Wut wirft sie mit seinen Sachen ...

Worum geht’s?
Dass Brooklyn von ihrem Verlobten vor dem Altar stehen gelassen wird, nachdem er sie per SMS abserviert, damit hat sie wohl am wenigsten gerechnet. Voller Wut wirft sie mit seinen Sachen um sich und trifft dabei blöderweise ihren neuen Nachbarn – Mitten ins Gesicht. Auch wenn die beiden einen denkbar schlechten Start hatten, entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen ihnen. Schon bald können sie die gegenseitige Anziehung nicht mehr leugnen, doch aus Respekt vor der kürzlichen Trennung wagt es Wyatt nicht, den nächsten Schritt zu gehen. Die geplatzte Hochzeit ist jedoch nicht das einzige Hindernis für die beiden: Wyatt ist nicht nur – wie er vorgibt – der neue Manager des Hotels, in dem Brooklyn als Zimmermädchen arbeitet. Seinem Vater gehören mehrere große Hotelketten, und sollte Wyatt die neuste Errungenschaft des Whithmore – Imperiums in finanziell sichere Fahrwasser manövrieren, darf er mit einem eigenen Hotel rechnen – Doch eine Beziehung zu einer Angestellten ist so ziemlich das letzte, was der seinem Sohn verzeihen würde.


Meine Meinung
Ich war schon nach Band eins total verliebt in die Geschichten rund um die Familie Bailey und das kleine Städtchen Lake Starlight. Über die Fortsetzung habe ich mich da natürlich sehr gefreut und konnte es gar nicht erwarten, wieder in diese Welt mit ihren verschiedenen Charakteren eintauchen zu können.

Es hat nur wenige Seiten gedauert, bis ich wieder voll im Setting drin war. Der Schreibstil ist gewohnt angenehm zu lesen und erzählt die Geschichte mit einem kleinen Augenzwinkern. Im Vergleich zum ersten Band sprechen die Protagonisten den Leser hier deutlich häufiger direkt an, was mir persönlich aber irgendwie das Gefühl gegeben hat, noch ein wenig näher an der Geschichte dran zu sein.

Brooklyn war mir sofort sympathisch. Sie ist ein absolut lieber Mensch mit einem großen Harmoniebedürfnis, manchmal allerdings auch ein wenig naiv – was sie allerdings nie zugeben würde. Ihr Wunsch nach einer Familie steht unglücklicherweise so ziemlich genau im Gegensatz zu dem, was Wyatt für seine Zukunft fest eingeplant hat, weshalb ich mir zu Anfang nicht sicher war, ob es die beiden wirklich bis zum Happy End schaffen würden.

Dieser Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass scheinbar niemand so wirklich für die Beziehung von Brooklyn und Wyatt zu sein schien – wenn man mal von den nebenberuflichen Kupplerinnen in Lake Starlight absieht. Auch die Szenen auf der Hochzeit von Wyatts Schwester, zu der ihn Brooklyn begleitet, haben nicht gerade dazu beigetragen, dass ich beruhigt durch die Seiten blättern konnte. Im direkten Vergleich zu Band eins findet man in Kisses from the Guy next Door deutlich mehr Drama und kann dementsprechend über lange Zeit hin ordentlich mitfiebern. Für mich hat sich das aber noch in einem absolut aushaltbaren Rahmen bewegt, weshalb ich das überhaupt nicht negativ sehe.

Sehr schön fand ich, dass die gesamte Familie Bailey in dieser Geschichte eine große Rolle spielt und man so nicht nur auf die Protagonisten aus Lessons from a One – Night – Stand - Austin und Holly – trifft, sondern auch den Rest der Großfamilie und deren Umfeld besser kennen lernt. Dem wundervollen Setting war das auf jeden Fall nur zuträglich, weshalb ich das Lesen dieses Buchs wirklich genossen habe.


Fazit
Die Geschichte von Brooklyn und Wyatt hat mir richtig gut gefallen, auch wenn sie deutlich mehr Drama aufweisen kann als Band eins. Das ist glücklicherweise mehr oder weniger schnell gelöst, sodass am Ende vor allem eines übrig bleibt: Eine Geschichte zum Wohlfühlen. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bücher über Lake Starlights bekannteste Familie und fiebere dem Wiedersehen mit all den liebgewonnenen Protagonisten entgegen.

Für mich sind die Baileys nicht nur einzelne Bücher, sondern gleich eine ganze Reihe, die absolut glücklich macht und maximales Suchtpotenzial hat.

Dafür verteile ich fünf verliebte Bücherstapel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2020

Bekannte Ideen neu gedacht

Jouline Johnson
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Worum geht’s?
Der Tod ihrer Mutter bringt Joulines Leben völlig durcheinander. Hinter der Fassade der harmlosen Romanautorin scheint sich ein dunkles Geheimnis zu verbergen, welches Tamara Johnson schlussendlich ...

Worum geht’s?
Der Tod ihrer Mutter bringt Joulines Leben völlig durcheinander. Hinter der Fassade der harmlosen Romanautorin scheint sich ein dunkles Geheimnis zu verbergen, welches Tamara Johnson schlussendlich das Leben gekostet hat. Doch Jouline hat nicht nur mit ihrer Trauer zu kämpfen – In ihrer Umgebung häufen sich die seltsamsten Ereignisse, und ein äußerst verdächtiger Mann schleicht ständig um sie herum. Je tiefer Jouline in ihrer Familiengeschichte gräbt, desto näher kommt sie einem Geheimnis – und das bringt nicht nur sie, sondern auch ihre besten Freunde in Gefahr.


Meine Meinung
Vampirgeschichten finde ich ja schon aus Prinzip interessant, auch wenn mitunter für meinen Geschmack schon mal etwas zu tief in die Klischeekiste gegriffen wird. Erfrischend fand ich daher, dass dies hier weniger der Fall war.

Der Schreibstil war flüssig und ganz angenehm zu lesen, auch wenn das leider nichts daran geändert hat, dass ich zu Anfang nicht ganz geschmeidig in die Geschichte rein gekommen bin. Mir hat zunächst so ein wenig die Zielstrebigkeit in der Handlung gefehlt, da einfach nur eine Menge unerklärlicher Dinge passiert sind und sich mir daraus nicht erschließen wollte, worauf die Geschichte schlussendlich hinaus wollte.

Als dann aber endlich der im Titel erwähnte Fluch auch im Text behandelt wurde, hat mich die Handlung absolut packen können. Diese Idee wurde spannend mit den einzelnen Ereignissen verknüpft, was insbesondere das letzte Drittel der Geschichte extrem temporeich gemacht hat.

Die Protagonisten waren im Großen und Ganzen eigentlich sympathisch, kamen mir teilweise aber nicht ganz alterskonform vor. Besonders die Beziehung zwischen Jouline und ihrem Freund wirkte ein wenig seltsam auf mich, da die andauernden kleinen Streitigkeiten den Fortgang der Handlung teils ziemlich unnötig aufgehalten haben und ein wenig kindisch wirkten.

Abgesehen davon fand ich die Geschichte um den Fluch und die Familiengeschichte von Jouline aber sehr interessant konzipiert. Die übernatürlichen Elemente wurden neu gedacht und haben der Geschichte so eine individuelle Note gegeben, die diese Vampirgeschichte nicht langweilig hat werden lassen.


Fazit
Auch wenn die Geschichte etwa eher zum Punkt hätte kommen können und ich mich nicht so ganz mit den Protagonisten identifizieren konnte, hat mich das Buch gut unterhalten. Als der erste von zwei Bänden weckt die Geschichte daher definitiv das Interesse am weiteren Verlauf der Handlung und macht Lust auf mehr.

Dafür vergebe ich vier Bücherstapel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2020

Kein klassischer Thriller, aber trotzdem spannend

American Spy
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Worum geht’s?
Als die ehemalige FBI – Agentin Marie Mitchell eines Nachts einen bewaffneten Mann in ihrem Schlafzimmer erschießen muss, wird ihr deutlich vor Augen geführt, wie trügerisch die vermeintliche ...

Worum geht’s?
Als die ehemalige FBI – Agentin Marie Mitchell eines Nachts einen bewaffneten Mann in ihrem Schlafzimmer erschießen muss, wird ihr deutlich vor Augen geführt, wie trügerisch die vermeintliche Sicherheit war, in der sie sich mit ihren beiden Söhnen gewiegt hat. In den achtziger Jahren als einzige schwarze Frau in einer Behörde voller weißer Männer zu arbeiten, war keine leichte Aufgabe für sie. Von ihren Vorgesetzten unterschätzt plagt sie sich überwiegend mit Papierkram herum und möchte doch eigentlich nur eins: Richtige Spionagearbeit verrichten. Als ihr die Teilnahme an einer geheimen Operation in Westafrika angeboten wird, scheint sie endlich ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können – Doch dieser Auftrag verändert nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Sicht auf die Arbeitsweise des amerikanischen Geheimdienstes und lässt sie an all dem zweifeln, woran sie einmal geglaubt hat.


Meine Meinung
Spionagegeschichten finde ich ja schon aus Prinzip spannend, besonders dann, wenn die Protagonisten mindestens genauso interessant wie die Geschichte selber sind – und das war hier definitiv beides der Fall. Was man jedoch auf jeden Fall festhalten muss ist, dass die abgedruckten Lobreden auf dem Buch mehr Thrillerfeeling versprechen, als letztendlich geboten wird. Insofern darf man nicht mit allzu hohen Erwartungen an den Spannungsaufbau der Geschichte gehen, denn ein klassischer Thriller ist American Spy definitiv nicht.

Der Schreibstil war zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, da die Protagonistin ihre Erinnerungen als Tagebucheinträge für ihre Söhne festhält und diese daher direkt anspricht. Nach einiger Zeit fällt das jedoch kaum noch auf und lässt sich erstaunlich gut weg lesen.

Die Protagonistin Marie fand ich von ihrer Konzipierung her sehr interessant, nicht nur weil sie es als schwarze Frau in Amerika nicht gerade leicht hat. Besonders spannend fand ich an ihr, wie sich ihre Sicht auf die Politik und auf ihren Beruf verändert hat und wie genau man dabei verfolgen konnte, was im Einzelnen so auf sie eingewirkt hat.

Ein wenig anstrengend fand ich die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, da mir die Orientierung zwischen Maries Kindheit und Jugend, ihrer Zeit in Westafrika und der Gegenwart mit ihren Kindern nicht immer ganz leicht fiel. Abgesehen davon hat Lauren Wilkinson aber eine absolut fesselnde Geschichte geschrieben, die die wirkliche Spionagearbeit meiner Meinung nach ziemlich authentisch widerspiegelt.


Fazit
Auch wenn American Spy kein klassischer Spionagethriller ist und dementsprechend die Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte, die diese Genrebezeichnung bei mir geweckt hat, fand ich die Geschichte super spannend und abwechslungsreich geschrieben. Wer mit Spionagearbeit nicht ausschließlich Action à la James Bond verbindet, der wird mit diesem Buch spannende Lesestunden verbringen können.

Dafür gibt es von mir vier Bücherstapel

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2020

Witzige Kindergeschichte, sprachlich aber nicht immer verständlich

König Pups
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Worum geht’s?
König Pups hat ein großes Problem – Egal was er isst oder trinkt, ständig muss er pupsen. Das ist ihm nicht nur sehr peinlich, sonder riecht auch noch unangenehm und verschafft ihm eine unerwünschte ...

Worum geht’s?
König Pups hat ein großes Problem – Egal was er isst oder trinkt, ständig muss er pupsen. Das ist ihm nicht nur sehr peinlich, sonder riecht auch noch unangenehm und verschafft ihm eine unerwünschte Bekanntheit in seinem Königreich. Keiner der Ratschläge seiner Berater hilft ihm, und so weigert er sich irgendwann, das Schloss zu verlassen.


Meine Meinung
Die Zeichnungen sind leicht zu verstehen und illustrieren die Texte schön, sodass auch schon die ganz Kleinen mehr oder weniger problemlos „mitlesen“ konnten.

Sprachlich wurde es dann nämlich leider ein wenig schwierig. Die Reime haben zwar für Begeisterung gesorgt, verstanden hat dann leider nicht jedes Kind alles. Immer wieder musste man erst ein Wort oder sogar einen ganzen Satz erklären, da diese nicht bekannt waren.

Insgesamt hat das Thema für einige Lacher gesorgt, auch wenn ich den Kindern hinterher trotzdem erklären musste, dass ein Pups vielleicht ein wenig peinlich, aber noch lange kein Weltuntergang ist. Die Reaktion des Königs war da eventuell ein wenig überzogen dargestellt, denn kleinere Kinder neigten ziemlich schnell dazu, sich die selben Gedanken zu machen – was ich pädagogisch nicht so wertvoll finde.


Fazit
Die Idee hinter der Geschichte ist eigentlich ganz witzig, und auch die Illustrationen waren ganz nett gestaltet. Die Reimform kam sehr gut an, doch sprachlich hätte man versuchen können, ein wenig leichter verständliche Begrifflichkeiten zu wählen. Nicht alle Ausdrücke waren ohne Erklärung bekannt, was beim gemeinsamen Lesen den Spaß leider ein wenig gedämpft hat.

Insgesamt gibt es dafür dreieinhalb Bücherstapel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere