Hochspannung mit etwas wackeligem Ende
Weil sie lügtWorum geht’s?
Das Verschwinden ihrer älteren Schwester Juli stürzt das Leben von Anna ins komplette Chaos. Nur mit Mühe hält sie eine halbwegs normale Fassade für ihren Bruder aufrecht – bis ihr Vater ...
Worum geht’s?
Das Verschwinden ihrer älteren Schwester Juli stürzt das Leben von Anna ins komplette Chaos. Nur mit Mühe hält sie eine halbwegs normale Fassade für ihren Bruder aufrecht – bis ihr Vater angeblich den Mord gesteht, und die Suche nach Juli erneut beginnt.
Meine Meinung
Dieses Buch hat mich wirklich positiv überrascht, denn schon lange habe ich keine Geschichte mehr in der Hand gehabt, die ich tatsächlich in einem Rutsch durchlesen konnte und dabei so gefesselt wurde, wie das hier der Fall war.
Das Verschwinden von Juli war gleichermaßen mysteriös wie auch unheimlich beschrieben, was es mir leicht gemacht hat, mich in der Atmosphäre zu verlieren. Insbesondere Anna kam mir dabei als Figur sehr authentisch vor, da man ihre Sorgen, Ängste, Zweifel und Selbstvorwürfe wirklich greifen konnte und unbedingt wissen wollte, ob sie oder eine der anderen Figuren nicht vielleicht doch etwas zu verbergen hat.
Durch die Perspektivwechsel zwischen Anna und Ermittlerin Katharina blieb die Handlung bis zum Schluss dynamisch, was mein Lesetempo unglaublich erhöht hat. Der ein oder andere Cliffhanger kam mir dabei ehrlicherweise wie ein schlechter Köder vor, da sich die Handlung aber selbst in solchen Momenten weiterentwickelt hat, konnte ich darüber recht gut hinweg sehen.
Die Ermittlungsarbeiten sowohl auf Annas, wie auch auf Seiten der Polizei fand ich sehr spannend zu verfolgen, da die unterschiedlichen Informationen und Spuren zwar jeweils ganz unterschiedliche Bilder gezeichnet haben, ich aber an keiner Stelle die Augen wegen unglaubwürdiger Entwicklungen verdreht habe. Beim Lesen bekommt man so trotzdem keine ganz genaue Vorstellung davon, was wirklich passiert ist, weshalb meine Spannung tatsächlich bis zum Schluss unglaublich hoch war.
Nicht ganz so elegant gelöst fand ich dann leider tatsächlich nur die Hinführung zur Auflösung, da ich zwar grundsätzlich mit Interesse dabei war, gleichzeitig aber leider den Eindruck hatte, dass es keine vernünftige Zusammenführung der Ermittlungen mit den tatsächlichen Ereignissen gab. Der Plottwist war daher zwar überraschend und hat für einen wirklichen Schreckmoment gesorgt, ehrlicherweise hatte ich aber auch den Eindruck, dass hier absichtlich Informationen verschwiegen wurden, die mit der ein oder anderen Andeutung mehr einen wesentlich authentischeren Übergang für mich dargestellt hätten.
Fazit
Auch wenn ich mir eine etwas frühere Anknüpfung der Ermittlungen an die Ereignisse, die dem Plottwist vorausgingen gewünscht hätte, konnte mich dieses Buch insgesamt begeistern. Ich war beim Lesen wirklich wahnsinnig gespannt auf die Auflösung und konnte die Geschichte gar nicht mehr zur Seite legen, was mir auch das etwas wackelig konstruierte Ende nicht mehr vermiesen konnte.
Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.