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Veröffentlicht am 11.07.2018

Lesenswert und geeignet für Ackerman-Neulinge

Racheopfer
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"Racheopfer" ist ein Kurzthriller des Autors Ethan Cross und gehört zur "Ich bin..." Reihe mit Protagonist und Serienkiller Francis Ackerman jr. .
Das Buch erschien 2018 mit 160 Seiten erstmals als Paperback-Ausgabe ...

"Racheopfer" ist ein Kurzthriller des Autors Ethan Cross und gehört zur "Ich bin..." Reihe mit Protagonist und Serienkiller Francis Ackerman jr. .
Das Buch erschien 2018 mit 160 Seiten erstmals als Paperback-Ausgabe im Bastei Lübbe Verlag.



"Racheopfer" wurde als Vorgeschichte des Serienkillers Francis Ackerman jr. beworben und weckte dadurch meine Neugier, da mir die eigentliche Buchreihe zu dem Zeitpunkt noch unbekannt war und ich den Kurzthriller somit als Einstieg nehmen wollte. Doch obwohl man sich auf den ca. 160 Seiten einen guten Eindruck über den Hauptprotagonisten machen kann, so umfasst seine Vergangenheit/Vorgeschichte lediglich ein paar Zeilen und Andeutungen.


Der/die Leser/in lernt in "Racheopfer" einen sehr intelligenten Menschen mit einer unglaublich schnellen Auffassungsgabe und Lösungsfindung kennen. Sein einziger Makel: angebliche Fehlentwicklungen im paralimbischen Gewebe und seiner Amygdala, was ihn laut Forschern zu einem Serienkiller gemacht hat.
Genau an dieser Stelle setzt der Kurzthriller ein, denn Ackerman soll die neue Testperson in der Klinik werden und an einer Therapie teilnehmen.


Doch jeder der gerne Thriller liest, der weiß bereits an dieser Stelle, dass nichts so einfach läuft wie geplant.

Persönliche Rachegefühle und Traumata spielen hier eine ganz besondere Rolle und beherrschen die Protagonisten Dr. Jennifer Kelly und David McNamara in ihrem Handeln, wodurch sich weitreichende Konsequenzen, nicht nur für die Klinik, ergeben. Dadurch wird die Wahl des Buchtitels deutlich, denn sowohl Einzelpersonen sind hier Opfer ihrer eigenen Rache als auch Unschuldige werden aus Rachsucht in Mitleidenschaft gezogen.


Das Cover des Buches lässt jedenfalls auf Grund seiner Einfachheit wenig Interpretationsspielraum. Der rote Titelschriftzug auf schwarzem Untergrund macht aufmerksam und wirkt gleichzeitig auf eine Art gefährlich, da sich im selben Rotton eine Art Qualm um den Titel zieht.


Ethan Cross' Schreibstil ist sehr gut verständlich und lässt sich flüssig lesen. Unbeachtet seiner restlichen Werke bin ich hier allerdings bei der Charaktererstellung und der Schnelligkeit des Kurzthrillers ein wenig enttäuscht.

Die meisten Charaktere, inbesondere Jennifer und David, ernten kaum bis gar keine Sympathie. Auf Grund ihrer jeweiligen Ausbildung und dem Wissensstand Ackerman betreffend wirken ihr Denken und Handeln teils unnachvollziehbar, unlogisch und nervig.

Doch Klinikleiter Dr. Stewart Kendrick schießt sich schließlich noch an die Spitze meiner Unsympathie-Liste. Das er seinen Ruf und Erfolg vor das Leben anderer setzt lässt mich persönlich genauso den Kopf schütteln wie die Tatsache, dass in der Klinik die Forschung an Straftätern unteranderem mit Hilfe von Medikamenten erfolgt, da im Buch keinerlei Hinweis darauf zu finden ist, ob dies auf freiwilliger Basis geschieht.


Ab der zweiten Hälfte des Kurzthrillers geht die Handlung rasant vorran und Francis Ackerman jr. fasziniert damit, wie schnell er Umdenken kann und neue Fluchtmöglichkeiten und -pläne findet. Doch so schnell und spannend es weitergeht, umso lieber hätte ich manche Szene gerne noch mit ein paar mehr Details und psychischen Spielen seitens Ackerman genossen. Insbesondere die Konfrontation zwischen Jennifer und Francis hätte für meinen Geschmack etwas umfangreicher sein können, in dem sie z.B. als ausgebildete Psychiaterin ihn mehr analysiert oder der Mord an ihrer Familie detaillierter geschildert wird.


Das Ende von "Racheopfer" ist offen gehalten, was durchaus verständlich ist, da es sich ja, wie bereits erwähnt, um eine Vorgeschichte ergänzend zu bereits erschienenen Büchern handelt.

Besonderen Anklang am Ende fand aber bei mir der gewählte Vergleich zwischen Ackerman und einem Wolf, den der Hauptprotagonist selbst stellt, nachdem er sich Auge in Auge mit dem Tier gegenüber steht.

(Zitat Seite 155/156: "Er empfand eine merkwürdige Verwandtschaft zu dem Tier. Sie beiden waren in eine Welt geboren, in der es ihnen bestimmt war, die Bösen zu sein, und keiner von ihnen konnte etwas dagegen tun. Keiner konnte sein Wesen ändern. Es war bedeutungslos, ob Ackerman mehr sein wollte, als er war. Die Welt hatte ihm seine Rolle zugewiesen und die Menschen hatten bestimmte Erwartungen an ihn.")

Eine gute Beschreibung mit Anspielung auf eine Welt voller Vorurteile.


Trotz kleinerer Kritikpunkte halte ich "Racheopfer" für absolut lesenswert und auch für Ackerman-Neulinge, wie mich, gut geeignet.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Konnte mich nicht überzeugen

Liebe ist so scheißkompliziert
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"Liebe ist so scheißkompliziert" ist ein Jugendbuch der Autorin Sabine Schoder und erschien 2018 als Paperback mit 400 Seiten im Fischer Verlag.

Die Autorin hat einen flüssigen und leichten Schreibstil, ...

"Liebe ist so scheißkompliziert" ist ein Jugendbuch der Autorin Sabine Schoder und erschien 2018 als Paperback mit 400 Seiten im Fischer Verlag.

Die Autorin hat einen flüssigen und leichten Schreibstil, der sich zusammen mit der gewählten Ich-Perspektive (aus der Sicht von Hauptprotagonistin Nele) gut ins Jugendbuchgenre einfügt.
Allerdings sorgte die Genrezuordnung im weiteren Verlauf bei mir für einige Kritikpunkte.


Doch beginne ich erst einmal mit den Charakteren.
Die Hauptprotagonistin von "Liebe ist so scheißkompliziert" ist die 17 jährige Nele, die, typisch für einen Teenie, mit sich selbst unzufrieden ist, was durch ihre Körpergröße von 1,90 m noch verstärkt wird. Obwohl Nele ansonsten "normal" ist, verbringt sie ein recht einsames und zurückgezogenes Leben, denn außer ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester gibt es nur noch Tom.
Tom ist Neles bester Freund und lebt seit Kindertagen im Nachbarhaus, was wahrscheinlich mit der ausschlaggebende Punkt der Freundschaft ist, da Tom ansonsten genau das komplette Gegenteil von Nele ist: 1,64 m, Freundeskreis, etwas rebellischer, Drogenkonsum.

Und genau letzter Punkt in der Aufzählung war meine erste Kritisierung an dem Buch. Toms Drogenkonsum ist mit die herrschende Kraft im ersten Drittel, dargestellt als völlig normal mit kaum bis eigentlich gar keiner Kritisierung. Sätze, wie z.B. auf S. 17 "Rauchen entspannt dich total. Du solltest es mal ausprobieren." gehören nach meiner persönlichen Meinung ohne gegenteilige Argumentation und Nachworte und Anlaufstellen am Ende des Buches nicht in einen Roman für Jugendliche bzw. Heranwachsende (Verlagsempfehlung ab 14 Jahren).
Doch natürlich dreht sich der Jugendroman nicht um Drogen, sondern hauptsächlich um die Geschichte von Nele und Jerome, schneidet aber auch hierbei immer wieder ernstzunehmende Themen, wie z.B. Mobbing, an, für die es ebenfalls keine Anlaufstellen oder Täterkonsequenzen bietet, wonach sich, meiner persönlichen Meinung nach, leicht ein falsches Lebensbild vermitteln lässt.


Jerome ist als Basketballer der Schulschwarm und gibt sich sehr cool und selbstbewusst, was natürlich auch Nele nicht verborgen bleibt und das Herz des 1,90 m großen Mädchens hüpfen lässt. Doch wie bei Teenies üblich entsteht eine süße Liebesgeschichte nun einmal nicht ohne Komplikationen, was natürlich der Titel "Liebe ist so scheißkompliziert" schon aussagt. Der Klappentext (Quelle Verlagshomepage: Auf einer Party stürzt Nele mit Jerome ab, der alles verkörpert, wonach sie sich immer gesehnt hat. Als sie sich zum ersten Mal küssen, hat Nele hunderttausend Schmetterlinge im Bauch. Doch am nächsten Tag kursiert ein Video von ihr im Netz, auf dem sie eindeutig zu wenig anhat. Eigentlich kann nur Jerome dieses Video gemacht haben. Aber Nele ahnt, dass die Wahrheit viel komplizierter ist ...) allerdings führt auf eine falsche Fährte, denn laut diesem scheint ein leichtbekleidetes Video von Nele und dessen Entstehen Leitfaden des Buches zu sein. Dem muss ich jedoch widersprechen, denn bis dorthin ist es erst einmal ein Weg durch 1/3 des Buches, in dem sehr wenig passiert außer dem ersten Kennenlernen mit allen Charakteren, die im Roman eine Rolle spielen, wofür ich 1/3 (ca. 126 Seiten) schon recht viel halte.
Nach dem Video geschieht (Achtung, eventuell leichte Spoiler!) dann aber das für mich nicht mehr ganz nachvollziehbare. Nele scheint es fast völlig kalt zu lassen und die Suche nach der Wahrheit schon vergessen, verdrängt von Gefühlen: der Liebe.

Dies ist auch mit ein Grund, wieso ich mit keinem der Protagonisten bis zum Ende wirklich warm wurde und Sympathien verteilt habe. Eine Nachvollziehbarkeit in Taten und Gedanken hätten die Charaktere menschlicher und sympathischer auf mich wirken lassen, auch wenn trotz Altersunterschied zu mir eine Identifikation schon nicht einfach war.


"Liebe ist so scheißkompliziert" bietet einem Jugendlichen bestimmt kurzzeitig Unterhaltung und die ein oder andere emotionsgeladene Stelle (auf die ich wegen zu großen Spoilern nicht eingehen kann) vergisst aber anhand der Themen eine Botschaft zu hinterlassen.

Da ich bereits dem entsprechenden Alter entwachsen bin und mit einem "kritischeren" und "erwachsenerem" Blick an die Beurteilung herantrete, kann mein Empfinden durchaus ein anderes sein als das eines z.B. 16 jährigen Mädchens, welches dieses Buch liest.
Doch abschließend kann ich nur sagen, dass mich das Buch als Gesamtwerk nicht abgeholt hat und ich es weder der entsprechenden, noch einer anderen Altersgruppe, empfehlen würde.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Besser als die beiden Vorgänger

Bridget Jones' Baby
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"Bridget Jones' Baby" ist der dritte Teil der erfolgreichen Serie der Autorin Helen Fielding und erschien 2016 als Paperback mit 256 Seiten im Goldmann Verlag der Random House Gruppe.

Nachdem mich die ...

"Bridget Jones' Baby" ist der dritte Teil der erfolgreichen Serie der Autorin Helen Fielding und erschien 2016 als Paperback mit 256 Seiten im Goldmann Verlag der Random House Gruppe.

Nachdem mich die beiden Vorgänger ("Schokolade zum Frühstück" und "Am Rande des Wahnsinns") wenig bzw. gar nicht überzeugen konnte, bin ich an den dritten Band rund um Bridget Jones mit recht geringen Erwartungen rangegangen.

Der Aufbau des Buches glich den vorherigen und behielt auch den üblichen Tagebuchstil, der immer wieder mal deutlicher durchscheinte.
Jedoch muss ich sagen, dass ich beim Einstieg in diese Aufmachung erheblich weniger Probleme hatte und mich die Geschichte bereits zu Anfang mehr mit sich auf Reise genommen hat.

Bridget Jones' Charakter hat sich trotz der vergangenen Jahre nicht geändert. Sie ist und bleibt tollpatschig und verpeilt, schlägt sich mit ihrer Art aber durchaus erfolgreich durchs Leben. Nur der richtige Mann und die eigene kleine Familie fehlt ihr zu ihrem persönlichen Glück und wird, schneller als gedacht, zu ihrem kleinen Albtraum, denn Bridget ist schwanger und es gibt zwei mögliche Väter.

Was mir am Buch gefällt, ist das es dort, im Gegensatz zum Film, noch den "bad guy" Daniel Cleaver gibt, der mich während des Lesens oftmals durch sein Verhalten innerlich vor Wut zum kochen gebracht hat.
Doch auch Marc weckte in diesem Band mal wieder nicht nur Sympathie in mir, auch wenn ich seine Reaktionen teils in gewisser Weise nachvollziehen konnte, so sollte man sich der eventuellen Verantwortung trotzdem bis zur eindeutigen Klärung stellen.

Das Intro des Buches, welches ein Brief von Bridget an ihren Sohn Billy ist, fand ich eine sehr schöne Idee und ließ sich auch als Einstieg direkt gut lesen und auf den Roman einstimmen.

Damit bekommt "Bridget Jones' Baby" zwar eine positive Kritik, jedoch fällt meine Leseempfehlung geringer aus, da es sich hier um den dritten Band einer Reihe handelt, auch wenn sich dieser eventuell eigenständig lesen lassen würde, und die Vorgänger von mir eher negativ bewertet wurden.

Veröffentlicht am 07.10.2018

Eine Fortsetzung die super anknüpft

Mondlichtkrieger
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"Mondlichtkrieger" der Autorin Ava Reed erschien 2018 mit 220 Seiten im Drachenmond Verlag und ist die Fortsetzung des Romans "Mondprinzessin".

"Mondlichtkrieger" ist alleine vom Cover her wieder ein ...

"Mondlichtkrieger" der Autorin Ava Reed erschien 2018 mit 220 Seiten im Drachenmond Verlag und ist die Fortsetzung des Romans "Mondprinzessin".

"Mondlichtkrieger" ist alleine vom Cover her wieder ein richtiger Hingucker und passt sich durch dieselbe Gestaltung, sowohl Innen als auch Außen, perfekt dem vorherigen Band an.

Die Geschichte des Mondlichtkrieger Juri knüpft relativ bündig an das Ende des ersten Bandes an, sodass man sich direkt in die Gefühlswelt des Protagonisten hineinfinden kann und Verständnis für sein Handeln aufbringt.
Anhand des emotionalen Gesichtspunkt muss ich allerdings sagen, dass mich "Mondlichtkrieger" weniger erreichen konnte, obwohl ich bei Juris Kampf um Rache für Lynns Tod mitgefiebert habe. Jedoch hatte ich ein emotionales Highlight, welches sich im Epilog befand und die Geschichte um Lynn und Juri perfekt abgerundet hat.

Was ich bereits bei "Mondprinzessin" an der Gestaltung sehr schön fand, fand sich auch in diesem Buch wieder, nämlich die wunderbaren kurzen Zitate/poetischen Zeilen vor jedem Kapitel, die perfekt für die Handlung ausgewählt wurden.

Geschrieben ist das Buch wieder in der Ich-Perspektive, welche deutlich anhand von Überschriften in die Sichtweise zwischen Juri, Lynn und Malik unterteilt sind, aber Juri als Hauptprotagonist natürlich deutlich dominiert.
Der Schreibstil von Ava Reed ist auch hier wieder flüssig und einfach zu lesen, bietet aber weniger kleinere eingebaute Details, was vielleicht einfach diesmal an der "männlicheren" Sicht- bzw. Erzählweise liegt.

"Mondlichtkrieger" hat mir auch wieder sehr gut gefallen, auch wenn ich der Fortsetzung kritischer gegenüber getreten bin. Für mich ist dieser zweite Band trotz allem lesenswert und hat seinen Regalplatz bei mir verdient.

Veröffentlicht am 30.09.2018

Gelungener zweiter Band

Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss
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"Redwood Love - Es beginnt mit einem Kuss" ist der zweite Teil der Trilogie um die O'Grady Brüder der Autorin Kelly Moran und erschien 2018 als Paperback mit 368 Seiten im Rowohlt Verlag.

Wie bereits ...

"Redwood Love - Es beginnt mit einem Kuss" ist der zweite Teil der Trilogie um die O'Grady Brüder der Autorin Kelly Moran und erschien 2018 als Paperback mit 368 Seiten im Rowohlt Verlag.

Wie bereits bei dem ersten Band ("Redwood Love - Es beginnt mit einem Blick") ist auch bei Band 2 das Cover ähnlich gestaltet. Lediglich einzelne Fotos wurden geändert und die Holzoptik verdunkelt, was ich dementsprechend interepretiere, dass Hauptprotagonist Flynn der mittlere Bruder ist, dementsprechend "aus einem älteren und dunkleren Holz".

Nach dem Aufschlagen des Buches landet man kurz darauf bei der Widmung ("Dieses Buch ist für all die Mädels, die übersehen wurden oder in der Friendzone gelandet sind. Liebe ist möglich." ), mit der die Autorin mit ziemlicher Sicherheit viele Leserinnenherzen erreicht hat und neue Hoffnung erzeugt, die noch viel neugieriger auf die Geschichte, und vor allem deren Ausgang, von Flynn und Gabby macht.

Trotz der Tatsache, dass die Autorin ihrem Schreibstil treu geblieben ist und man durch die Erzählperspektive wunderbare Einblicke in die Gefühlswelten der beiden Protagonisten bekommt, hat mich die Geschichte weniger in ihren Bann gezogen als die in Band 1 von Cade und Avery.
Die Idee hinter der Liebesgeschichte, dass sich zwei Menschen schon über Jahrzehnte kennen und befreundet sind und gar nicht merken was sie wirklich für einander empfinden, finde ich total toll und hat mich die ersten 100 Seiten auch sehr stark begeistert. Doch dann wurden es mir langsam zu viele Selbstzweifel, er findet sich wegen der Behinderung nicht gut genug für sie, sie hadert auch, beide wollen sich, aber kriegen sich nicht richtig bzw. wollen es langsam angehen lassen.

Während Kelly Moran im ersten Band viel Wert auf Witz gelegt hat, liegt das Augenmerk in diesem Band in der Romantik, welche besonders zu Anfang und erneut zum Ende eine große Rollen spielen. Dies passt besonders gut zu Flynn, der durch seine Taubheit sehr ruhig ist und im Zusammenspiel mit seinem liebevollen Umgang mit Tieren super in die Nische des hoffnungslosen Romantikers passt. Seine persönliche Entwicklung im Verlauf des Romans finde ich zwar herzerwärmend, allerdings nicht komplett verständlich im Sinne von "Warum dauerte das 30 Jahre?". In wie weit Flynns geschilderte Behinderung, Umgang und Entwicklung dessen, der Realität entspricht vermag ich selbst nicht zu beurteilen, weswegen dies nicht in meine Bewertung mit einfließen wird.

Gabby ist irgendwie das typische Mädchen. Unbewusst verliebt sie sich in ihren besten Freund und merkt gar nicht, wie viele ihrer verrichteten Kleinigkeiten gar nicht so selbstverständlich sind. Hoffnungsvoll wartet sie auf ihre große Liebe, den Richtigen, und muss auf ihrer Suche ein paar Fehlschläge bzw. Fehlinterpretationen ertragen. Auch wenn sie nach Außen oftmals stark und selbstbewusst wirkt, so ist sie im Inneren eine kleine zarte Blume, die durch den falschen Windstoß traurig ein paar Blütenblätter verliert, aber dann durch die Sonnenstrahlen des Lebens (Freunde, Zuspruch, Liebe) neue bildet und neu erstrahlt. Gabby ist bisher in Redwood die selbstloseste Person die ich während des Lesens kennen gelernt habe, was im Anblick der heutigen Gesellschaft ein sehr seltenes Menschenbild ist.

Was mich ebenfalls an diesem zweiten Band begeistern konnte ist, dass nebenbei die Geschichte der beiden Protagonisten aus Band 1, Cade und Avery, weiter erzählt und sogar mit der von Flynn und Gabby verbunden wurde.

Auch wenn mich "Redwood Love - Es beginnt mit einem Kuss" emotional nicht so gepackt und an sich gebunden hat, bietet dieses Buch so viele postivie Aspekte, dass ich es als Fortsetzung trotzdem nur empfehlen und loben kann und mich auf den dritten und letzten Teil über die O'Grady Brüder freue.