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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2020

ganz in Ordnung, aber ziemlich vorhersehbar

Zwei Brüder, plus ich, gleich Chaos
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Allie ist neu in der Stadt. Die beiden Brüder Oliver und Ethan helfen beim Umzug, und irgendwie faszinieren sie beide. Oliver ist so hell und zugänglich, wie Ethan dunkel und verschlossen ist.
Allie ringt ...

Allie ist neu in der Stadt. Die beiden Brüder Oliver und Ethan helfen beim Umzug, und irgendwie faszinieren sie beide. Oliver ist so hell und zugänglich, wie Ethan dunkel und verschlossen ist.
Allie ringt mit sich und ihren Gefühlen, für wen wird sie sich entscheiden?

Der Schreibstil der Autorin ist in diesem Buch sehr einfach gehalten, einem Jugendbuch entsprechend.

Die Charaktere waren mir zu vorhersehbar. Ich wusste schon immer vorher, was gleich passieren würde. Allie verliebt sich Hals über Kopf und trotz Warnungen aus ihrem Umfeld in Ethan. (Ich glaube nicht, dass das unter Spoiler fällt, da es sowas von offensichtlich war, dass es so weit kommt)
Allie war mir in vielerlei Hinsicht zu naiv und kindisch. Sie handelt oft bockig und trotzig, ohne dass es einen nennenswerten Grund gibt.

Das Problem zwischen den Brüdern wird immer wieder thematisiert, kratzt aber nur an der Oberfläche.
Gar nicht behandelt werden Ethans illegale Aktivitäten. Das scheint Allie komplett egal zu sein, was absolut unglaubwürdig ist.

Der Fokus hier liegt auf Drama, Herzschmerz und großer Romantik. Ernste Themen werden angekratzt, Tiefgang sucht man vergeblich.

Ich hatte mehr von diesem Buch erwartet, daher kann ich leider nicht mehr als 2,5 Sterne vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2020

gemischte Gefühle

Blinde Rache
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Mara Billinsky ist alles, aber keine gewöhnliche Polizistin. Schon ihr Aussehen macht sie zur Außenseiterin: schwarze Kleidung, dunkles Make-Up, Tattoos und Piercings. Auch mit ihrer Art kommt sie bei ...

Mara Billinsky ist alles, aber keine gewöhnliche Polizistin. Schon ihr Aussehen macht sie zur Außenseiterin: schwarze Kleidung, dunkles Make-Up, Tattoos und Piercings. Auch mit ihrer Art kommt sie bei den Kollegen nicht besonders gut an.
Eine Reihe von grausamen Foltermorden überschwemmt Frankfurt und es scheint absolut keinen Zusammenhang zu geben.
Als Mara endlich Ergebnisse vorweisen kann, wird sie von ihrem Vorgesetzten von dem Fall abgezogen.
Doch einfach aufgeben und abwarten ist so gar nicht Maras Art, und so ermittelt sie auf eigene Faust weiter...

Für mich ist das der erste Roman des Autors und ich bin durch die wahren Begeisterungsstürme in den Rezensionen auf die Reihe aufmerksam geworden.

Der Schreibstil hat mir recht gut gefallen. Das Buch ist leicht zu lesen, und durch die vielen kurzen Kapitel fällt es nicht schwer, dranzubleiben.
Außerdem wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt, was dem Buch mehr Tiefe verleiht, aber auch oft die Spannung schmälert. Man versteht erst gegen Ende, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen und man braucht immer etwas, bis man nach einem Perspektivwechsel wieder in dem entsprechenden Strang ankommt.

Mit Mara Billinsky hat der Autor eine interessante Hauptfigur geschaffen. Sie entspricht endlich mal nicht der Norm, obwohl auch sie, wie üblich, eine schwere Vergangenheit hatte.
Durch ihre schroffe und burschikose Art war sie mir sofort sympathisch. Sie hält nichts davon, den Menschen nach dem Mund zu reden und sie scheut sich nicht davor, auf ein paar Füße zu treten, selbst wenn es sie ihre Karriere kosten könnte.

Die anderen Figuren der Geschichte bleiben leider sehr blass und oberflächlich, sie sind nur Randfiguren der Handlung.

Der Thriller-Aspekt kam mir in diesem Buch leider zu kurz. Natürlich, die Morde sind grausam und werden auch so beschrieben, aber die Ermittlungsarbeit besteht nur aus Befragungen und Fischen im Trüben.
Ich hätte mir da wesentlich mehr Spannung und Tempo gewünscht, außerdem wusste ich schon sehr früh, wer der Mörder war und auch das Motiv war nicht schwer zu erraten.

Das große Finale am Ende fällt leider sehr kurz aus. Es ist gar nicht wirklich als großer Höhepunkt der Handlung erkennbar. Es gibt kein Drama, keine Schießerei, keine Konfrontation. Es ist dann nach einem Gespräch einfach irgendwie vorbei. Da war ich wirklich enttäuscht, ich hatte mehr erwartet.

Für mich war das Buch leicht zu lesen, hatte aber wenig Spannung und Tempo, wenig Ermittlungsarbeit, dafür hat man die Protagonistin gut kennengelernt. Es drehte sich viel um ihr Privatleben und ihre eigenen Probleme, Ängste und die Vergangenheit.
Vielleicht wird das im nächsten Band besser. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen, weil mir Mara Billinsky sehr gut gefallen hat.

Von mir gibt es eine eingeschränkte Empfehlung. Die Begeisterungsstürme der anderen Leser kann ich nicht nachvollziehen, das Buch ist in Ordnung, aber keine literarische Meisterleistung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2020

Amazing Grace

180 Seconds - Und meine Welt ist deine
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Allison hat eine schwere Kindheit hinter sich. Sie wurde von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht und so hat sie das Vertrauen in andere Menschen verloren.
Die Zeit auf dem College verbringt ...

Allison hat eine schwere Kindheit hinter sich. Sie wurde von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht und so hat sie das Vertrauen in andere Menschen verloren.
Die Zeit auf dem College verbringt sie allein und als Außenseiterin - bis sie an einem sozialen Experiment teilnimmt: sie soll einem Fremden 180 Sekunden ununterbrochen in die Augen sehen.
Weder sie noch Esben rechnen damit, dass diese 180 Sekunden alles verändern...

Oh mein Gott, ich habe dieses Buch einfach GELIEBT!!!

Der Schreibstil der Autorin ist toll, sie schreibt sehr sanft und leise, besser kann ich das nicht beschreiben. Die Geschichte hat mich eingehüllt, wie eine warme Decke, ich bin total versunken.

Allison ist ein interessanter Charakter, sie hatte es nicht leicht. Sie hat sich total in sich selbst zurückgezogen, aus Angst verletzt zu werden.
Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, und ich denke, ich bin nicht die Einzige. Deshalb weiß ich, wie verdammt viel Mut, Arbeit, Kraft und Willensstärke es braucht, wieder Kontakt zu Außenwelt aufzunehmen, bzw. jemanden an sich heran zu lassen.
Das wird hier mehr als deutlich beschrieben, der ganze Prozess ist authentisch und nachvollziehbar.

Esben war mir anfangs ein bisschen zu perfekt. Aber mit der Zeit habe ich verstanden, worum es bei den Beiden auch geht. Allison fürchtet sich vor Esbens Perfektion, aber er zeigt ihr, dass auch er zerbrochen ist. Allison hält sich für zerbrochen, aber Esben zeigt ihr, dass sie unter den Scherben auch perfekt ist.

Gott, die Liebesgeschichte war so unfassbar schön, so unglaublich romantisch, ich habe immer noch Gänsehaut.

Den letzten Teil des Buches hätte ich persönlich nicht unbedingt gebraucht, aber er lässt Allison und Esben noch enger zusammenwachsen.

Ich habe auf den letzten 50 Seiten wirklich eine Gefühlsachterbahn durchlebt. Ich habe gelacht, war gerührt und ich habe bitterlich geweint.

Die Autorin hat mich so mitgenommen, dass ich wirklich getrauert habe und so berührt vom Mitgefühl anderer Menschen war, dass ich echt nicht anders konnte, als zu weinen. Dazu kam dann noch das Lied "Amazing Grace", das hat mir dann wirklich den Rest gegeben.

Ich frage mich noch immer, ob das alles in der Realität wirklich so passieren könnte.
Wenn ja, dann würde ich auch sehr gerne an so einem 180-Sekunden-Experiment teilnehmen.

Ich kann das Buch nur ganz klar empfehlen, ich bin begeistert

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2020

Altes Thema ganz gut umgesetzt

Isola
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Vera fliegt zusammen mit 11 weiteren Jugendlichen auf eine einsame Insel in Brasilien. Sie wissen nur, dass sie ständig von Kameras überwacht werden.
Teil des Aufenthalts auf der Insel ist ein Spiel. ...

Vera fliegt zusammen mit 11 weiteren Jugendlichen auf eine einsame Insel in Brasilien. Sie wissen nur, dass sie ständig von Kameras überwacht werden.
Teil des Aufenthalts auf der Insel ist ein Spiel. Einer der Jugendlichen wird zum "Mörder" und bringt nach und nach die anderen Teilnehmer um.
Als dann aber ein echter Mord geschieht, bricht Panik aus...

Mir hat das Thema der Geschichte gut gefallen. Es ist nicht neu, aber die Umsetzung war nicht schlecht. Ich hätte mir mehr Tempo und Spannung gewünscht, aber das hier ist schließlich ein Jugendbuch und kein Psychothriller.

Die Charaktere sind authentisch und großteils auch sympathisch, trotzdem entspricht jeder einem Klischee und agiert auch so.

Die Liebesgeschichte geht ziemlich unter, bekommt nur wenig Raum, entwickelt sich dann aber sehr schnell.

Alles in allem konnte mich das Ende auch nicht unbedingt überzeugen. Mir war schon ziemlich früh klar, was gespielt wird. Das hat für mich die Spannung ziemlich verdorben, trotzdem ist der Schreibstil der Autorin angenehm und die Seiten fließen dahin.

Mein Fazit:
Ein gutes Buch für Zwischendurch, kein übermäßiges Tempo oder Spannung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2020

Wunderschöne Geschichte, die einen träumen lässt.

New Beginnings
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Lena kommt als Au-Pair nach Green Valley. Dort trifft sie auf ihre sehr nette Gastfamilie. Nicht gerechnet hat sie mit Ryan, dem Bruder ihres Gastvaters. Er hatte einen schweren Unfall und musste deshalb ...

Lena kommt als Au-Pair nach Green Valley. Dort trifft sie auf ihre sehr nette Gastfamilie. Nicht gerechnet hat sie mit Ryan, dem Bruder ihres Gastvaters. Er hatte einen schweren Unfall und musste deshalb seine Ski-Karriere aufgeben. Ryan fällt in ein tiefes Loch und weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Lena ist die Einzige, die zu ihm durchdringt und ihn wieder ins Leben holt.

Soweit so gut. Ich bin durch das tolle Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Die hellen Farben, ein bisschen Glitzer, nicht so überladen, genau so, wie ich es mag.

Der Schreibstil der Autorin hat mir wahnsinnig gut gefallen. Es war ganz leicht, ins Buch zu finden. Lilly Lucas beschreibt so bildlich und authentisch, dass man wirklich das Gefühl hat, man wäre dort, bzw sie wäre dort gewesen und sich nicht nur ausdenken, was sie schreibt.

Das Buch wird aus der Sicht von Lena erzählt. Sie weiß noch überhaupt nicht, was sie mit ihrem Leben anstellen soll, das Jahr in der USA ist ihre letzte Chance, das herauszufinden. Ich konnte mich sehr gut in Lena einfühlen, konnte ihre Ängste miterleben und verstehen, die Ratlosigkeit, die vielen Möglichkeiten. Sie ist unsicher, ist in einer neuen Umgebung und setzt sich selbst unter Druck. Dann trifft sie auf Ryan, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat und sie geraten aneinander. Wann immer sie aufeinander treffen, es fliegen die Fetzen. Aber wo Rauch ist, ist auch Feuer, und so nähern sich die beiden an.

Ich konnte mich auch gut in Ryan hineinversetzen, die Zerrissenheit, die Wut, die Angst, alles konnte ich gut verstehen. Die zarte Annäherung an Lena und dann etwas, das beide wieder auseinanderreißt. Was passiert ist, wird hier nicht verraten, aber ich hätte Ryan am liebsten geschüttelt. Auf der anderen Seite konnte ich seine Entscheidung verstehen. Natürlich gibt es am Ende ein Happy End, das ich den Beiden auch von Herzen gewünscht und gegönnt habe.
Mein Fazit:
Absolute Leseempfehlung an alle NA-Fans da draußen. Ich hatte ein paar wunderbar unbeschwerte Stunden mit diesem Buch, das mich den Alltag und eigene Probleme vergessen ließ. Die Geschichte ist nicht neu, aber man kann das Rad ja schließlich nicht immer wieder neu erfinden. Wer also eine Geschichte erwartet, die er so noch nie gehört hat, ist hier falsch. Alle anderen, die gerne romantische Geschichten mit gutem Ende lesen:Kauf das Buch unbedingt.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere