Packend, spannend und schockierend
Tödliche TiefenDamon droht im Meer zu ertrinken und sieht im Sterben Bilder seines Lebens vor seinen Augen ablaufen, darunter ist auch ein toter Junge. Damon wird im letzten Moment wiederbelebt und fragt sich fortan, ...
Damon droht im Meer zu ertrinken und sieht im Sterben Bilder seines Lebens vor seinen Augen ablaufen, darunter ist auch ein toter Junge. Damon wird im letzten Moment wiederbelebt und fragt sich fortan, wer der Tote war. Er entwickelt eine seinen Alltag überlagernde Obsession und geht mehr als einmal bis zum Äußersten, um die Wahrheit über den toten Jungen herauszufinden, der ihm auch in Halluzinationen erscheint.
Erzählt wird aus Damons Ich-Perspektive und von einem personalen Erzähler aus Sicht von Melissa, Helena und Laura: die eine seine geschiedene Frau, die ihm freundschaftlich verbunden ist, die andere seine kurzzeitige Pflegemutter als Jugendlicher und Laura ist eine verstörende Figur aus einen früheren Buch John Marrs, die er hier wieder auftauchen lässt. Melissa und Helena bittet Damon um Hilfe und je mehr er unternimmt, um seine Erinnerungslücken hinsichtlich seiner Kindheit zu füllen, je mehr er herausfindet, desto spannender wird die Geschichte, dazu tragen auch häufige Cliffhanger am Kapitelende und Perspektivwechsel bei. Bis zum Ende schwanke ich zwischen Mitgefühl und Entsetzen.
John Marrs schreibt bildhaft, lebendig und fesselnd, seine Figurenzeichnung überzeugt. Die Charaktere sind komplex und glaubhaft, ihre Dialoge erscheinen mir realistisch und geschilderte Gewissenskonflikte leuchten ein und sind nachvollziehbar, genau so wie die Gefühle der Protagonisten Damon, Melissa und Helena, die mich betroffen machen.
Die temporeiche Geschichte ist düster und bedrückend, es gibt auch schockierende Szenen, trotzdem war es schwierig für mich, eine Lesepause einzulegen. John Marrs ist ein psychologisch tiefgründiger, spannender und packender Thriller gelungen, der bis zum Ende überrascht und mir sehr gut gefallen hat.