Etwas zu süß...etwas zu viel Märchen...etwas zu rosarot!
Picking Daisies on SundaysDie Leseprobe war märchenhaft und der Schreibstil locker leicht. Die Storyline war in meinen Augen schon etwas seltsam, aber der Text als solcher hat mich sofort in seinen Bann gezogen, so dass ich weiterlesen ...
Die Leseprobe war märchenhaft und der Schreibstil locker leicht. Die Storyline war in meinen Augen schon etwas seltsam, aber der Text als solcher hat mich sofort in seinen Bann gezogen, so dass ich weiterlesen wollte. Das Buch ist aus der Sicht der Protagonistin geschrieben und erst ganz am Ende bekommt man Einblick in eine andere Perspektive.
INHALT
Es geht um Daniella (Daisy), die Anfang zwanzig ist und in New York Modedesign studiert. Sie begegnet zufällig ihrer großen Highschool-Liebe Levi wieder und soll ihn als Fake-Freundin auf die Hochzeit seiner Schwester begleiten, worauf sie sich spontan einlässt. Die beiden haben sich nach dem Highschool-Abschluss 4 Jahre zuvor aus den Augen verloren, nicht zuletzt weil Daisy am Boden zerstört war, weil er beim Ball eine andere geküsst hat. Sie hat den Kontakt damals bewusst abgebrochen, um ihr Herz zu schützen. Nun läuft ihr Herz erneut Gefahr zu brechen, aber sie wünscht sich den Freund zurück, den sie damals verloren hat…
MEINE MEINUNG
Ich konnte es nachvollziehen, wieso sich Daisy auf das falsche Spiel eingelassen hat. Sie war in der Highschool mehrere Jahre sehr eng mit Levi befreundet und bereits in seine Familie integriert worden. Sie haben extrem viel miteinander geteilt in dieser Zeit. Aus Sicht von Daisy kann ich mir vorstellen, dass sie lieber ihre Gefühle für sich behalten wollte, so richtig klar scheint ihr ja auch erst am Ende beim Abschlussball geworden zu sein, dass sie so viel für ihn empfindet, dass eine Freundschaft schwierig bis unmöglich sein würde, sobald er eine Freundin hat. Aber wenn er die gleichen Gefühle auch für sie hatte, finde ich es schon seltsam, dass man sich nie näher gekommen ist, nie darüber geredet hat und dass körperliche Nähe auch Jahre nicht korrekt interpretiert wird.
Ich fand es am Ende zunehmend nervig, dass Daisy alles uminterpretiert hat, damit es in ihr altes Schema passt.
Sie muss doch fühlen, ob von der anderen Seite auch was kommt und erwidert wird und kann es nicht permanent leugnen. Diese ständige Selbstunsicherheit, die Daisy an den Tag gelegt hat, legte mir als Leser nahe, dass sie etwas zu verbergen hat, sich für irgendwas schämt. Davon war dann am Ende so gar nicht mehr die Rede, sie wurde als „schmale Gestalt“ bezeichnet, wurde von allen bewundert und von Männern angesprochen, hatte einen Dozenten, der offenbar an ihr interessiert war - für mich passte das alles nicht zusammen.
Auch habe ich erst sehr spät verstanden, was die einleitenden Worte vor jedem Kapitel zu bedeuten haben. Auch hier habe ich mich gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, die Originalsprache beizubehalten, weil durch Übersetzung sehr viel verloren geht, vor allem bei Poesie. Gerade die französische Sprache hat Charme, den man schlecht übersetzen kann.
Ich fand die Geschichte auf vielen Ebenen und in sehr vielen Details nicht sehr logisch und ziemlich künstlich, aber irgendwie war das Buch auch wie ein Märchen, so dass ich darüber zeitweise hinweg sehen könnte, dann aber auch wieder nicht.
Am Ende war ich froh, dass es endlich zu Ende war und war irgendwie genervt, dass alles so lange gedauert hat, bis Daisy endlich in die Realität gepurzelt ist. Alle Steine, die sich ihr in den Weg gestellt haben, hat sie selbst dort platziert, als wolle sie immer genau das haben, was sie nicht bekommen kann. Als würde sie sich sicherer fühlen, wenn sie in ihren falschen Annahmen bestätigt würde.
FAZIT
Wenn man das ganze als Märchen interpretiert, dann ist es zwar mit viel unnötigem Herzschmerz, aber immerhin mit Happyend. Und süß geschrieben ist es auf jeden Fall, deshalb gebe ich drei Sterne.