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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2019

Moderner Märchenprinz trifft auf Enthüllungsjournalistin - kann das gut gehen?

Mister Romance
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„Mister Romance“ ist der erste Teil der Masters-of-Love-Reihe, eines Liebesroman-Duos von Leisa Rayven, die man vielleicht bereits durch ihren Bestseller „Bad Romeo & Broken Juliet“ kennt.

ZUM INHALT:

Die ...

„Mister Romance“ ist der erste Teil der Masters-of-Love-Reihe, eines Liebesroman-Duos von Leisa Rayven, die man vielleicht bereits durch ihren Bestseller „Bad Romeo & Broken Juliet“ kennt.

ZUM INHALT:

Die junge Journalistin Eden Tate hält sich in der Redaktion der New Yorker Nachrichten- und Entertainment-Website Pulse mit Memes und Clickbait-Artikeln mehr schlecht als recht über Wasser und steht kurz vor dem Rausschmiss. Da kommt der Hinweis ihrer Schwester Asha über den sagenumwobenen „Mister Romance“, der in Big Apple sein Unwesen treibt und für viel Geld die Bedürfnisse zahlreicher Frauen befriedigt, indem er Träume wahr werden lässt, wie gerufen. Eden beginnt zu recherchieren, aber ganz so einfach ist es nicht, Kontakt zu der Person herzustellen, die sich hinter dem Pseudonym verbirgt, da er in den höheren Kreisen der Gesellschaft verkehrt, zu denen Leuten wie Eden der Zutritt gerne mal verwehrt wird. Aber Eden, die in Männern per se nur Sexobjekte zur anonymen Befriedigung sieht und der Romantik abgeschworen hat, ist hartnäckig und stur. Sie will ihre Story, koste es was es wolle. Doch schon bald wendet sich das Blatt, denn ihr Zielobjekt scheut weder Mittel noch Wege, die zunächst lästige Reporterin davon zu überzeugen, dass der Schein trügt. Die beiden gehen einen Deal ein. Ein Verwirrspiel beginnt. Nur eines haben beide nicht bedacht, dass eine neue Variable - nämlich bis dato unbekannte Gefühle - ins Spiel kommen könnten…


MEINE MEINUNG:

Leisa Rayven schreibt sehr flüssig und bildhaft, so dass die Geschichte wie ein Film an einem vorbei zieht, ohne dass man dafür viel tun müsste. Dies ist in dem vorliegenden Roman nicht anders, so dass ein gewisser Unterhaltungsfaktor gesichert ist. Allerdings weist der Roman inhaltlich ein paar Schwachstellen auf, die mich gestört haben. Es ist, als wäre der Einfachheit halbe nochmal über alles drüber gebügelt worden, damit es rund wird. Beide Protagonisten sind vom Charakter her eher schwammig dargestellt bzw. die anfängliche Charakterisierung wird im Laufe des Buches peu a peu aufgelöst, teilweise sogar ins Gegenteil verkehrt. Vor allem der Charakter von Max aka „Mister Romance“ ist abgesehen von den vielen vorgefertigten Rollen, die er annimmt, sehr schwach und wenig greifbar. So war es natürlich vorhersehbar, dass eins ins andere greift und alles passt wie die Faust aufs Auge. Selbst eingebaute Hürden lösen sich auf oder werden geschickt umschifft. Eine Eier legende Wollmilchsau als Lektüre sozusagen.

Als modernes Märchen mit Happy End taugt die Geschichte sicher etwas, aber für mehr fehlt definitiv der Clou und der Tiefgang. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir die Grundidee des „Mister Romance“-Geschäftsmodells durchaus gefallen hat.

Ein Liebesroman im Mittelfeld - ich hatte aufgrund der Leseprobe und generell von der Autorin mehr erwartet, schade!

  • Atmosphäre
  • Gefühl
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 01.10.2019

Wer hätte es gedacht: Freundschaft und Sex sind zweierlei ;O)

Never Too Close
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In „Never too close“ von Morgane Moncomble geht es um die junge Modedesign-Studentin Violette, die mit ihren beiden BFFs Loan, dem Feuerwehrmann, und Zoé, ihrer Kommilitonin, in einer Zweizimmerwohnung ...

In „Never too close“ von Morgane Moncomble geht es um die junge Modedesign-Studentin Violette, die mit ihren beiden BFFs Loan, dem Feuerwehrmann, und Zoé, ihrer Kommilitonin, in einer Zweizimmerwohnung in Paris lebt.

Violette ist blond, hübsch und unkompliziert. Sie ist ein wahrer Chocoholic, notorisch unpünktlich und redet sich um Kopf und Kragen, wenn sie nervös ist, was sie besonders sympathisch macht.
Loan hingegen ist sehr verschlossen, aber eben auch ein echter Kumpeltyp, der sehr ehrlich und loyal und immer für seine Freunde da ist.
Zoé ist eine Chaotin, sowohl optisch als auch vom Charakter her. Sie repräsentiert das Gegengewicht zu „Violan“ in der WG.

Auch wenn Violette immer dann in Loans Bett schläft, wenn Zoé Männerbesuch hat, und sie sich gegenseitig uneingeschränkt vertrauen, so ist ihre Beziehung doch rein platonisch, denn sie wollen ihre enge Freundschaft nicht gefährden. Daher ist Violettes Idee, Loan darum zu bitten, sie zu entjungfern, weil sie da jemanden kennengelernt hat und nicht prüde und unerfahren rüberkommen will beim ersten Mal, zunächst einmal nicht unbedingt völlig abwegig, denn einmal ist keinmal – oder?
Aber so einfach ist es am Ende dann eben doch nicht, wenn der Verstand nicht das alleinige Sagen hat…

Leider ist der rote Faden der Geschichte mehr als vorhersehbar und alles, was unerwartet dazu kommt, wird auf wenigen Seiten gleich wieder vom Tisch gefegt. Gerade im letzten Drittel passiert neben der Hinhaltetaktik, die auf Dauer nervt, zu viel des Guten.

„Never too close“ ist im Grunde eine Bestätigung dafür, dass enge Freundschaften zwischen heterosexuellen Männern und Frauen nur sehr bedingt mit einer gewissen Distanz möglich sind. Die Autorin hat klar herausgearbeitet und hinterfragt, wo der schmale Grat zwischen Liebe, Beziehung und Freundschaft verläuft, und dass die Umwelt weit mehr an dem Konstrukt beteiligt ist, als man auf den ersten Blick so denkt.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und das Buch hat dadurch einen gewissen Unterhaltungswert, der allerdings sehr an der Oberfläche bleibt. Mich hat das Buch nicht wirklich überzeugen können. Meine Erwartungen nach der Leseprobe wurden leider nicht erfüllt. Daher gebe ich 3 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 11.06.2019

Die Liebe, die Schule und ganz viel dazwischen!

Fünf Sterne für dich
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In „Fünf Sterne für dich“ von Charlotte Lucas geht es um den alleinerziehenden Konrad, dessen 12jährige Tochter Mathilda nach einem Umzug nun in die siebte Klasse eines Hamburger Gymnasiums geht, und die ...

In „Fünf Sterne für dich“ von Charlotte Lucas geht es um den alleinerziehenden Konrad, dessen 12jährige Tochter Mathilda nach einem Umzug nun in die siebte Klasse eines Hamburger Gymnasiums geht, und die junge Lehrerin Pia, die Mathildas Klasse als ihre erste eigene zusammen mit ihrem erfahrenen Kollegen Tom übernommen hat und sehr perfektionistisch an die Sache heran geht.

Konrad ist professioneller Produktrezensent und lebt nach der Maxime „Lass alles weg, was dir nicht guttut!“. Und genau dies führt zu einer gewissen Fluchtstrategie, die ihm selbst gar nicht so bewusst ist. Mathilda will mehr über ihre Mutter wissen, als Konrad bereit ist, zu offenbaren, bis er in die Enge getrieben wird. Er engagiert sich in der Schule und kommt damit zwangsläufig Pia näher. Wenn da nur nicht Unsicherheit und verletzte Gefühle im Weg stehen und Verwicklungen und Probleme in der Klassendynamik das Ganze zusätzlich verkomplizieren würden, wäre alles doch ganz einfach…oder nicht? Weit gefehlt!

Ich kannte die Autorin bereits und mag den lockeren Schreibstil sehr, der vor Tiefe keinen Halt macht. Der Perspektivenwechsel zwischen Konrads und Pias Sicht gibt dem Leser eine Art Vogelperspektive, die sehr zum besseren Verständnis beiträgt.
In dem Buch werden zahlreiche mitunter hochaktuelle Themen geschickt miteinander verknüpft. Dazu bedient sich die Autorin so mancher Übertreibung, die sich aber im Nachhinein nur logisch und notwendig für das Gesamtkonstrukt entpuppt. Das Buch gibt einem auf diese Art sehr viele Denkanstöße, ohne penetrant auf Problemen und Schwachstellen im Schulsystem herumzutrampeln, wobei das nicht mal das einzige große Thema im Buch ist. Jeder, der ein schulpflichtiges Kind hat, wird sich gleich wiederfinden und viele Situationen aus eigener Erfahrung kennen. Mathildas vorbildhaftes Verhalten sollte dabei als angestrebtes Ziel in Sachen Charakterstärke betrachtet werden, und zwar auf der ganzen Linie.

Das Buch ist perfekt als unterhaltsame Sommerlektüre – nicht nur am Strand!
Ich vergebe daher alle 5 Sterne und das nicht, um dem Titel, sondern vielmehr um dem Inhalt gerecht zu werden!

Vielen Dank an die Lesejury, die mir das Manuskript im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde zur Verfügung gestellt hat.

  • Cover
  • Geschichte
  • Idee
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 29.04.2019

BFF gibt’s auch bei Jungs oder: Der schlaue Greg und der naive Rupert

Ruperts Tagebuch - Zu nett für diese Welt!
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„Ruperts Tagebuch - Zu nett für diese Welt! Jetzt rede ich!“ ist der neue Comic-Roman von Jeff Kinney, dem Autor der beliebten Reihe „Gregs Tagebuch“, die inzwischen bereits 13 Bände umfasst. Diesmal kommt ...

„Ruperts Tagebuch - Zu nett für diese Welt! Jetzt rede ich!“ ist der neue Comic-Roman von Jeff Kinney, dem Autor der beliebten Reihe „Gregs Tagebuch“, die inzwischen bereits 13 Bände umfasst. Diesmal kommt Rupert zum Zug und erzählt seine persönliche Sichtweise der Vorkommnisse in Schule und privat. Da Greg Ruperts bester Freund ist, handeln sie in der erster Linie von den beiden.

Mit Ruperts Tagebuch scheint auf den ersten Blick eine zweite Reihe zu beginnen, auf den zweiten Blick allerdings entpuppt sich diese eher als Ergänzung denn als Konkurrenz zu Gregs Tagebüchern und kann das gewohnte Niveau nicht ganz halten. Der Schreibstil ist zwar unverkennbar aus derselben Feder, allerdings handelt es sich entgegen dem Titel nicht um ein Tagebuch.

Da der Text diesmal aus Ruperts Sicht geschrieben wurde, wurden Bilder und Schrift leicht modifiziert. Die Bilder sind deutlich einfacher und detailärmer gestaltet als bei Greg und die Schrift ist etwas breiter und größer. Beides wurde an Ruperts Charakter angepasst und ist nachvollziehbar.

Rupert wurde in Gregs Tagebüchern immer als ein dicklicher Junge dargestellt, der etwas treudoof ist und im Grunde alles tut, was Greg von ihm verlangt und dabei öfter mal den Kürzeren zieht. Dieser Eindruck wird in Ruperts Geschichten nicht nur bestätigt, sondern deutlich verschärft dargestellt. Hier ist Greg der coole Junge, der ohne Rücksicht auf Verluste zum Teil richtig üble Streiche spielt und stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Und Rupert ist der naive Freund, der nichts schnallt und Greg anhimmelt.

Anders als bei Gregs Geschichten erfährt man im Grunde nichts über gegenwärtige Geschehnisse, daher ist der Begriff „Tagebuch“ hier vielleicht nicht ganz korrekt. Vielmehr sind es mehr oder weniger chronologisch sortierte Geschichten über die Freundschaft von Greg und Rupert aus der Vergangenheit, die das Buch füllen, aber ich finde das vollkommen in Ordnung. Durch den Perspektivenwechsel bekommt alles einen neuen Anstrich, was den Leser bei Laune hält.

Auch wenn es am Anfang ungewohnt ist und man sich zwischendrin des öfteren fragt: „Ist Greg wirklich so gemein und hinterlistig oder liegt es an der verzerrten Wahrnehmung von Rupert?“ steht das Buch im Unterhaltungswert den Tagebüchern von Greg ins nichts nach. Die Charaktere kommen allerdings bei Ruperts Geschichten beide nicht sonderlich gut weg. Meines Erachtens wird man dadurch weder Greg noch Rupert wirklich gerecht. Aber vielleicht muss man das Ganze auch nicht auf die Goldwaage legen und sich einfach sagen, dass alles eine Frage der subjektiven Wahrnehmung ist. Es sind halt Schulfreunde und keine Erwachsenen - und die Zielgruppe umfasst nach wie vor Grundschüler.

Von mir gibt es klare 4 Sterne.

  • Cover
  • Humor
  • Geschichte
  • Figuren
  • Zeichnungen
Veröffentlicht am 25.03.2019

Ist ein Spenderherz mehr als nur ein lebensverlängerndes Organ?

Dein fremdes Herz
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In „Dein fremdes Herz“ von Kati Seck geht es um Nela Harolds, eine junge Frau von 29 Jahren, deren Leben komplett aus den Fugen gerät, als Ellen, die Ehefrau ihres verstorbenen Vaters, welcher den Kontakt ...

In „Dein fremdes Herz“ von Kati Seck geht es um Nela Harolds, eine junge Frau von 29 Jahren, deren Leben komplett aus den Fugen gerät, als Ellen, die Ehefrau ihres verstorbenen Vaters, welcher den Kontakt zu ihr bereits in ihrer Kindheit abgebrochen hat, sie unvermittelt 15 Jahre nach dessen Tod per Post kontaktiert und dazu ermuntert, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. Dabei gewinnt Nela Erkenntnisse, an die sie nicht im Traum gedacht hätte, und die ordentlich an den bis dato so stabil und eingefahren wirkenden Grundfesten ihrer Existenz und ihre Lebensstils rütteln, denn es ist das Herz ihres Vaters, das nach seinem Tod gespendet wurde und ihr nun - 15 Jahre später - den Weg in die Zukunft weist.

Ich fand die Geschichte unterhaltsam, auch wenn ich Nelas Geschichte, also den Hauptstrang in der Gegenwart, recht vorhersehbar war. Der Stilwechsel zwischen der Briefform einerseits und der Textform aus Nelas Perspektive andererseits hat mir sehr gut gefallen. Die Briefe von Ellen im Tagebuchstil sind sehr emotional, dramatisch und tiefgründig. Sie haben die eher flache Geschichte sehr stark aufgewertet und die Balance wieder hergestellt.

Besonders hervorzuheben sind die Poesie, die vielen eingestreuten Wortspiele und geflügelten Worte, die man gerne im Kopf behält, und die das Buch wirklich zu etwas Besonderem machen.

In Kati Sechs Buch wurde ein sehr wichtiges Thema eingebettet in eine packende und emotional anrührende Geschichte. Das Thema Organspende zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Allerdings sollte man sich über das Buch, das ich eher als Denkanstoß empfinde, hinaus noch einmal eingehender informieren und mit dem Thema auseinandersetzen, um für sich selbst die richtige Entscheidung treffen zu können. So viel ist allerdings spätestens nach der Lektüre dieses Buches sicher: ein Organspendeausweis ist in jedem Fall empfehlenswert, wenn man möchte, dass im eigenen Sinne entschieden wird, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist.

Eine klare Leseempfehlung und ein großer Dank an die Lesejury, die mir das Buch im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde zur Verfügung gestellt hat.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Thema
  • Charaktere