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Veröffentlicht am 09.04.2021

Große Kleine Helden

Asphalthelden
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„Wenn du Wolken siehst, mach dich auf Regen gefasst. Wenn du eine Fuge vor dir im Asphalt siehst, heb die Füße. Und die Häuser, die du siehst, sehen jeden Tag gleich aus, weil Häuser sich nicht bewegen. ...

„Wenn du Wolken siehst, mach dich auf Regen gefasst. Wenn du eine Fuge vor dir im Asphalt siehst, heb die Füße. Und die Häuser, die du siehst, sehen jeden Tag gleich aus, weil Häuser sich nicht bewegen. Sie ändern sich nicht.“ (Seite 76)


Das Buch „Asphalthelden“ ist ein Kinder - und Jugendroman des US-amerikanischen Schriftstellers Jason Reynolds.

Aus der Sicht von unterschiedlichen Kindern einer Schulklasse erzählt der Autor in 10 Kurzgeschichten die Abenteuer, die die Kinder jeden Tag auf dem Nachhauseweg nach der Schule erleben. Mit unglaublich viel Feingefühl und Tiefe beschreibt er mit welchen Sorgen, Ängsten oder Schicksalen sie zu kämpfen haben. Es geht aber auch um Familie, Liebe und Freundschaft.

MEINE MEINUNG

Das Cover hat mich durch seine auffälligen Farben sofort angesprochen und beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass die Personen darauf die Charaktere aus dem Buch darstellen sollen, was mir sehr gut gefällt. Tatsächlich wäre noch ein Stadtplan im Umschlag schön gewesen, damit man die Wege der Protagonist: innen mitverfolgen hätte können.

Schon nach der ersten Geschichte war mir positiv der Schreibstil des Autors aufgefallen. Von Seite zu Seite hat er mich in seinen Bann gezogen und gezeigt, was mit Worten alles möglich ist.

Alle Kinder habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es war großartig ihre Gedanken, Pläne und Geschichten zu verfolgen, obwohl man sie ja nur für die kurze Zeit auf ihren Nachhausweg begleitet hat. Einige der Geschichten haben mir jedoch besser gefallen als andere.

Der Satz „Ein Schulbus, der vom Himmel fällt“ zieht sich durch das gesamte Buch und verbindet somit die einzelnen Geschichten. So hat am Ende alles perfekt zusammengepasst und der Kreis hat sich geschlossen.

Einige der Schicksale haben mich sogar zu Tränen gerührt. Auch, weil die Repräsentation von Themen wie Mobbing, Homosexualität, Soziale Medien, sowie Kinder mit Autismus oder anderen Beeinträchtigungen so gut umgesetzt wurde.

FAZIT

Das Buch hatte ich innerhalb kürzester Zeit beendet, da sich der Schreibstil super lesen lässt. Die Charaktere haben mich an mich selbst als Kind und an meinen Nachhauseweg nach der Schule erinnert. Da der Roman in kurze Geschichten unterteilt ist, ist er perfekt für den Unterricht an Schulen geeignet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin sehr froh, dass ich darauf aufmerksam geworden bin und es gelesen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2021

Mut Gemeinsam Zu Wachsen

The Music of What Happens
1

Jordan und seine spielsüchtige Mutter stehen kurz vor der Obdachlosigkeit. Gemeinsam mit einem Jungen namens Max, den er kaum kennt, soll er in den Sommerferien den alten Food-Truck seines verstorbenen ...

Jordan und seine spielsüchtige Mutter stehen kurz vor der Obdachlosigkeit. Gemeinsam mit einem Jungen namens Max, den er kaum kennt, soll er in den Sommerferien den alten Food-Truck seines verstorbenen Vaters wiederaufleben lassen. Doch unterschiedlicher könnten die beiden Teenager nicht sein: Max liebt und treibt viel Sport, ist ein richtiger Bro -Typ, während Jordan sich lieber zu Hause verkriecht und immer und überall Gedichte schreibt. Da Jordan und seine Mutter dringend Geld benötigen, raufen die beiden sich zusammen und stehen aber kurz darauf vor einigen Hürden. Und nebenbei merken sie ganz langsam, dass zwischen ihnen doch mehr als nur Freundschaft ist.

MEINE MEINUNG:

Das Buch wird aus zwei sich abwechselnden Sichten der Hauptpersonen Max und Jordan geschrieben. Ich fand, dass der Autor beide Protagonisten gut beschrieben hat, sodass die Charakter der beiden gut zur Geltung kamen. Jordan war von Anfang an etwas schwierig. Er hatte einen Hang zur Dramatik, hat vieles einfach falsch verstanden und dann grundlos ein Theater daraus gemacht. Zudem muss man allerdings sagen, dass er nicht einfach zu seiner Mutter gehen konnte, wenn er Kummer oder Sorgen hatte. Diese hat dann nämlich seine Probleme auf sich selbst bezogen und sich nur weiter Vorwürfe gemacht, anstatt ihm zu helfen. Max dagegen hatte ich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen. Er ist ein hilfsbereiter, ehrlicher Mensch mit einem guten Herz. Er war der ruhige Ausgleich zu Jordan.

Beide Jungen sind nicht „Einfach nur in der Pubertät“, womit manche vielleicht ihr Handeln erklären würden. Schließlich muss Jordan die Erwachsenenrolle übernehmen und mit den ständigen Anfällen seiner Mutter zurechtkommen, während Max mit einem sexuellem Missbrauch und dem täglichen Rassismus kämpft.

Ich fand, dass der Aspekt mit dem Food Truck an einigen Stellen sehr unlogisch war, aber darauf habe ich mich auch gar nicht so konzentriert. Viel wichtiger fand ich, dass die beiden gelernt haben, sich einander zu öffnen und zu merken, dass man alles zusammen lösen kann.

Die Geschichte war definitiv nicht das, was ich vom Klappentext erwartet hatte. Ich dachte es würde eine luftig, leichte Teenie Romanze werden, doch dieses Buch war weitaus mehr. Meiner Meinung nach haben die Charaktere eine große Veränderung durchlebt, bei der der Leser sie begleiten durfte.

FAZIT:

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, weil die Charaktere, mit all ihren Ecken und Kanten, realistisch dargestellt wurden und der Autor eine wirklich wichtige Message vermittelt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 15.10.2020

Gemischte Gefühle

Hiding Hurricanes
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Tagsüber eine schlagfertige, junge Frau in zu weiten, dunklen Klamotten und nachts eine talentierte Tänzerin in einem Stripclub. Lenny ist Studentin an der Universität im fiktiven Fletcher, in dem auch ...

Tagsüber eine schlagfertige, junge Frau in zu weiten, dunklen Klamotten und nachts eine talentierte Tänzerin in einem Stripclub. Lenny ist Studentin an der Universität im fiktiven Fletcher, in dem auch die vorherigen Bände „Burning Bridges“ und „Sinking Ships“ spielen. Ihr Doppelleben hält sie vor allen strengstens geheim. Selbst vor ihrem besten Freund und heimlicher Liebe Creed, der allerdings ein Auge auf die geheimnisvolle Tänzerin „Daisy“ geworfen hat. Er ahnt nicht, dass sich hinter der Maske und der blonden Perücke seine beste Freundin Lenny versteckt.

MEINE MEINUNG:
Am Anfang möchte ich erwähnen, dass ich es total interessant fand, dass in dem Buch das Thema bzw. der Beruf Stripper*in und die Sportrichtungen Showtanz und Poledance thematisiert wurden. Ich fand gut, wie Tami Fischer mit diesen, leider zu oft verurteilten, Berufen/Sportarten umgegangen ist und man hat deutlich gemerkt, dass sie sich vorher viel informiert hat. Mich hat jedoch sehr geschockt, wie wenig sich die Frauen selbst in dieser Branche unterstützen und supporten.

So kommen wir auch schon zu Lenny. In den vorherigen Teilen mochte ich sie wegen ihrer sarkastischen und toughen Art sehr gern, doch in „Hiding Hurricanes“ war das nur am Anfang so. Je mehr ich gelesen habe, umso mehr wurde sie mir unsympathischer. Sie hat ständig nur dieselbe Ausrede gehabt, warum sie Creed nicht ihre Gefühle gestehen sollte und ist lieber vor den Dingen davongelaufen. Ihre Backstory wurde nur ein paar Mal angeschnitten, wo ich mir noch ein wenig mehr Tiefe gewünscht hätte. Außerdem hat mich gestört, wie achtlos sie mit sich selbst und ihrem gesundheitlichen Zustand umgegangen ist. Erst, als sie von ihrem Chef, dem Besitzer des Stripclubs, in den Urlaub geschickt wurde, hat sie (gezwungenermaßen) angefangen, sich etwas zurückzunehmen.

Creed dagegen war einfach nur toll! Auch wenn er sich nicht besonders hervorhebt, wie ich finde. Er hat zwar einen sehr lustigen Humor und eine liebenswerte Art, aber man hat ihn trotzdem nur oberflächlich kennengelernt, da auch bei ihm die Tiefe gefehlt hat. Generell wurde an der Vorgeschichte der beiden Protagonisten sehr gespart, wo hingegen bei Lenny und Creeds ständigem hin und her zu viel war.
Gegen Ende des Buchs war ich ein paar Mal kurz davor, das Buch brüllend gegen die Wand zu knallen. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr nachvollziehen, warum die beiden sich so blöd anstellen.

Doch kommen wir zum Schreibstil, an dem ich nichts auszusetzen habe. Schon bei „Burning Bridges“, Tami Fischers Debut Roman, war ich sehr erstaunt, wie gut ihr Schreibstil ist. Das Cover ist meiner Meinung nach das Schönste der Reihe und auch der Titel hat mich sofort angesprochen.

FAZIT:
Trotz der Dinge, die ich zu bemängeln habe, hatte ich Spaß beim Lesen. Allerdings hatte ich von dem Buch vorher ein wenig mehr erwartet. Ein gutes Buch für nebenbei.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2021

Tiefgründiger Roman mit Schwachstellen

So wie du mich kennst
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„Was haben wir denn vom schönen Leben, wenn wir’s nicht sehen, wenn wir’s nicht wagen, es wissen auszufüllen?“ (S. 221)

Der Roman „So wie du mich kennst“ von der Autorin Anika Landsteiner, erschien am ...

„Was haben wir denn vom schönen Leben, wenn wir’s nicht sehen, wenn wir’s nicht wagen, es wissen auszufüllen?“ (S. 221)

Der Roman „So wie du mich kennst“ von der Autorin Anika Landsteiner, erschien am 28. April 2021 im FISCHER Krüger Verlag.

Als Kinder waren Karla und Marie fast ein und dieselbe Person. Doch dann gingen beide ihre eigenen Wege. Marie zog es in die weite Welt nach New York, während es Karla nie aus ihrem kleinen Heimatdorf hinausschaffte. Nun ist Marie tot und Karla muss sich fragen, ob sie ihre Schwester wirklich so gut gekannt hat, wie sie dachte.

MEINE MEINUNG

Die Geschichte ist aus den Sichten der beiden Schwestern geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat, weil man so das Geschehene aus mehreren Blickwinkeln betrachten kann.

Karla und Marie sind auf irgendeine Art total unterschiedlich, aber auch total ähnlich. Viellicht, weil sie als Kinder so unzertrennlich waren. Während Marie mutig, kreativ und große Träume hat, geht Karla lieber den sicheren Weg und zieht sich oft zurück. Die Kapitel, die aus Maries Sicht geschrieben sind, haben mir dabei besser gefallen als die von Karla, weil in ihren mehr passiert. Vor allem im Hauptteil und am Ende hatte ich kaum Motivation weiterzulesen, da Karlas Kapitel mich ein wenig gelangweilt haben. Außerdem fand bei Karla leider kaum eine Charakterentwicklung statt.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Jedoch wurden für meinen Geschmack manche Abschnitte und Kapitel zu abrupt abgebrochen, sodass ich aus meinem Lesefluss gerissen wurde.

Auf Maries Geheimnis bin ich relativ schnell allein gekommen, da es zu vorhersehbar war. Auf das, was die Mutter der beiden betraf, war ich jedoch nicht vorbereitet gewesen. Das Ende war mir zu unspektakulär und zu einfach gewesen. Dazu wurden mir zu viele Fragen offengelassen.

FAZIT

Der Roman war angenehm zu lesen und es gab viele tiefgründige Stellen, die mich berührt haben. Die Charaktere waren echt und realistisch beschrieben, sodass man sich mit einigen sehr gut identifizieren konnte. Doch leider war mir die Handlung zu vorhersehbar und zu langatmig. „So Wie Du Mich Kennst“ ist ein bewegender Roman, den ich jedem empfehlen kann, der sich mehr mit den Problemen von Frauen in der Gesellschaft auseinandersetzen möchte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2021

Ein unterhaltsamer aber nicht besonders außergewöhnlicher Roman

Die große Liebe fängt man mit dem Lasso
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„Vielleicht verwechseln sie Geld mit Glück. Oder sie wissen nicht, was sie in Wahrheit glücklich macht.“

Inhalt:

Für Tina könnte es gerade nicht besser laufen. Sie hat nicht nur ihre Prüfung mit Bestnoten ...

„Vielleicht verwechseln sie Geld mit Glück. Oder sie wissen nicht, was sie in Wahrheit glücklich macht.“

Inhalt:

Für Tina könnte es gerade nicht besser laufen. Sie hat nicht nur ihre Prüfung mit Bestnoten bestanden, sondern auch schon eine Architektenstelle in den USA in der Tasche. Davor ist aber erstmal ein Urlaub mit ihren Freundinnen in den wunderschönen Rocky Mountains geplant, bei dem sie und der verwegene Guide und Cowboy Cody sich näherkommen. Doch dass Tina Cody nach einer Woche verpasster Möglichkeiten so schnell wieder sehen würde, hätte sie sicher nicht gedacht. Denn ausgerechnet sie soll ihn überreden, seine geliebte Ranch zu verkaufen …

Meine Meinung:

Das Buch ist abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Tina und Cody geschrieben, wodurch der Leser die Chance hat, einen Blick in die Gedanken und Gefühlswelt der Protagonisten zu werfen.
Durch den bildhaften Schreibstil der Autorin war es fast, als würde ich selbst mit Tina und Cody durch die Berge reiten. Beide waren mir sehr sympathisch und auch die Nebencharaktere wurden humorvoll beschrieben, sodass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Ich muss jedoch zugeben, dass mein Humor nicht ganz getroffen wurde.
Die Handlung hatte außerdem keinen richtigen roten Faden und keine Höhepunkte. Zwischen Cody und Tina waren kaum Funken, und am Ende ging dann alles viel zu schnell.

Fazit:

Auch, wenn es der Geschichte an Spannung und ein wenig Romantik fehlt, punktet es mit seinem unglaublich schönen Setting. Man hat gemerkt, dass Kirsten Harder die Rocky Mountains mit Leib und Seele liebt und sehr gut kennt. Ich hatte auf jeden Fall Spaß beim Lesen und würde es allen empfehlen, die auf einen abenteuerlichen, jedoch nicht zu außergewöhnlichen Liebesroman stehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere