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Veröffentlicht am 10.02.2021

Intrigen, Unsympathen, Verwirrung - kein Thriller, nichtsdestotrotz fesselnd

Flieh, so weit du kannst
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"Flieh, so weit Du kannst" von Naomi Joy ist im Januar 2021 als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.
Cover und Klappentext sind klasse und versprechen einen spannenden, möglicherweise blutigen ...

"Flieh, so weit Du kannst" von Naomi Joy ist im Januar 2021 als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.
Cover und Klappentext sind klasse und versprechen einen spannenden, möglicherweise blutigen und perfiden Thriller.
Bekommen tut man allerdings etwas ganz anderes...

Zur Handlung:
Ava, eine junge Frau, die in London lebt und arbeitet, muss sich von ihrem Freund trennen, da er trinkt, sie schlägt, kontrolliert und stalkt. Da sie nicht weiß wohin, nimmt sie mit gemischten Gefühlen das großzügige Angebot ihres Chefs David an, erstmal in das Haus seiner verstorbenen Tochter Olivia zu ziehen.
Allerdings erwartet ihr Chef scheinbar mehr von ihr, als es in einem normalen Arbeitsverhältnis angemessen wäre und Ava bekommt nun außerdem ständig Drohbriefe. Sind die von ihrem Ex Charlie?!
Und auch in der Firma läuft nicht alles rund, es geht um den Posten als Teamleiterin, wegen dem Ava in einen erbitterten Konkurrenzkampf mit ihrer Kollegin Jade gerät...
Und dann wäre da noch das Geheimnis, das Ava mit sich herumträgt - ständig meldet sich ihre innere Stimme (sinngemäß) mit der anklagenden Frage "Was hast Du getan?!"...

Meine Meinung:
Naomi Joy hat einen durchaus fesselnden Schreibstil, der den Leser nur so durch die Seiten fliegen lässt.
Die Handlung ist nicht so leicht durchschabar, die Autorin versteht es immer wieder, den Leser zu verwirren.
Das Buch is außerdem aus unterschiedlichen Erzählperspektiven geschrieben, was es ungemein rasant macht.
Man kann sich Ava und ihre Arbeitskollegen perfekt vorstellen, die wirre und von sich absolut überzeugte Jade, die überdrehte Georgette, den Schönling Josh und David, den Chef sowie die Randfiguren dieses illustren Kreises.
Anfangs kommt Ava sehr sympathisch rüber, was sich im Verlauf der Geschichte allerdings ein wenig ändert, weil man ihre Handlungsweisen definitiv nicht nachvollziehen kann.
Jade, ihre Kollegin, ehemalige Freundin und nun erbittertste Konkurrentin ist absolut durchgeknallt und wirklich psychisch krank. Sie setzt alles daran, Ava Steine in den Weg zu legen und sie fertigzumachen. Sie ist von Neid zerfressen und von sich selbst überzeugt.
Josh, der Ziehsohn des Chefs, ist der einzig sympathische Charakter in diesem perfiden Spiel.
David, der Chef, ist schlecht durchschaubar und hat eindeutig andere Absichten, als er nach außen hin vorgibt.
Das Buch ist schon wirklich fesselnd und spannend geschrieben, hat aber das Problem, in die falsche Kategorie eingeordnet worden zu sein. Der Leser geht mit den falschen Erwartungen heran...dieses Buch ist kein Thriller, sondern eine überspitzt gezeichnete Story über Konkurrenzkämpfe, Geheimnisse, Intrigen und Drogen in einem mondänen Büro. Dazu kommt noch, dass die Charaktere fast durchweg unsympathisch sind.

Mein Fazit:

Selten ist es mir so schwergefallen, ein Buch zu bewerten...Ich vergebe 3,5 Sterne und würde es denjenigen empfehlen, die nicht so sehr einen Thriller suchen, sondern ein fesselndes Buch über Klatsch und Tratsch, Intrigen und Bösartigkeiten a la Dallas oder Denver-Clan (wer das noch kennt...)

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Veröffentlicht am 09.02.2021

Von Helden und Abenteuern - Kimba und Filou auf Tour

Katzenwetter
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"Katzenwetter" von Martina Grünbaum, Untertitel "Ein tierischer Sauerlandkrimi" ist ein wirklich toller Krimi, in dem Kater Kimba die Hauptrolle spielt. Das Cover ist so süß und zeigt die Katzendame Filou, ...

"Katzenwetter" von Martina Grünbaum, Untertitel "Ein tierischer Sauerlandkrimi" ist ein wirklich toller Krimi, in dem Kater Kimba die Hauptrolle spielt. Das Cover ist so süß und zeigt die Katzendame Filou, Kimba kann man auf der Rückseite bewundern.

Kimba ist nicht mehr der Jüngste und wird mittlerweile gemächlich, da setzen ihm seine Menschen eine junge, agile Mitbewohnerin mit ins Steinnest, Filou aka "die Bunte".

Als wäre das nicht schon aufregend genug, wird im Nachbarhaus eingebrochen. Und um sich und vor allem Filou zu beweisen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört und nur in der Sonne liegend das Katzenwetter geniesst, macht er sich mit ihr und einem Streunerkater auf den Weg, um den Dieben auf die Spur zu kommen. Dabei geraten sie alle 3 in große Gefahr...

Martina Grünbaum hat hier einen Krimi aus der Sicht der Tiere geschrieben, Erzähler ist der schwarze Kater Kimba. Der Schreibstil ist klasse, es ist Spannung in der Story und vor allem Humor. Denn hier wird man sich als "Dach-über-dem-Kopf-Geber" eines Tieres erstmal bewusst, wie seltsam diese viele unserer Verhaltensweisen finden könnten.

Sind die Zweibeiner schwerhörig, weil sie zwischendurch immer mal die Namen ihrer Tiere laut herausschreien? Warum essen sie nur diese roten und grünen Bälle, die von den Bäumen fallen?

Diese und unzählige weitere Fragen über das Menschenvolk stellen sich die Katzen im Verlauf der Handlung. Und wie teilt man den Zweibeinern mit, wenn jemand Hilfe braucht? Denn das große Abenteuer erweist sich als äußerst spannend und auch etwas dramatisch, man fiebert beim lesen mit, weil die Katzen so hilflos zu sein scheinen. Wird sich alles fügen und können die Diebe überführt werden?

In Kimba war ich sofort verliebt, ich konnte ihn mir wunderbar vorstellen, wie er in der Sonne liegt und auf gutes Futter wartet. Und dann kommt diese Kätzin ins Spiel, Filou, da legt man sich doch nochmal richtig ins Zeug - und dann steht die irgendwie auf diesen Streuner, diesen dürren, grauen Kater - was ist denn da bloß los?! Alle drei und auch die weiteren Figuren wie Gretzky oder Zippu sind wunderbar individuell und haben ihren ganz eigenen Kopf, jeder für sich...da findet sich sicher jeder Katzenbesitzer wieder und auch Kinder werden ihre Freude an "Katzenwetter" haben:o)

Lest dieses tolle Buch und ihr werdet es erfahren, liebe Zweibeiner :o))

Mir hat die Lektüre superviel Spaß gemacht und ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen...

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Veröffentlicht am 08.02.2021

Brander und die Puppen - ein toller, fesselnder Regionalkrimi

Schwabentod
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"Schwabentod" von Sybille Bäcker ist September 2020 als Taschenbuch mit 336 Seiten bei emons erschienen.

Es handelt sich um den neunten Fall für Kommissar Andreas Brander und sein Team, kann allerdings ...

"Schwabentod" von Sybille Bäcker ist September 2020 als Taschenbuch mit 336 Seiten bei emons erschienen.

Es handelt sich um den neunten Fall für Kommissar Andreas Brander und sein Team, kann allerdings komplett unabhängig ohne Kenntnisse der Vorgängerbände gelesen werden, ohne dass beim Lesen irgendwelche Infos fehlen o.ä.

Eine männliche Leiche wird auf einem einsamen Hof gefunden, komplett rosa lackiert und drapiert wie eine Marionette. Augenzeugen: sechs "lebensechte" Silikonpuppen, die kommunizieren und aufnehmen (Bild und Ton) können.

Das Team um Andreas Brander beginnt emsig zu ermitteln, es wird äußerst spannend, denn niemand weiß, wie man an die Daten der Puppen herankommt - das Opfer war der "Vater" / Programmierer der Puppen und seine Freundin mauert und hat angeblich von nichts eine Ahnung...und schon bald gibt es die nächste rosa Leiche! Die Verbindung der Opfer untereinander ist schnell hergestellt, aber wie passt das zusammen bzw. wo ist das Motiv?

Der Schreibstil der Autorin hat mir wahnsinnig gut gefallen und mich von Anfang an gefesselt. Aber das Lesen ist nicht nur spannend, sondern zugleich auch humorvoll und gespickt mit einer guten Portion Lokalkolorit. Außerdem lernt man auch das gesamte Ermittlerteam (das clever agiert und mir sehr gefallen hat) samt Umfeld auf sympathische Weise privat kennen. Einfach eine perfekte Mischung!

Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, man kann sich gut in die Figuren hineindenken und mitfiebern und vor allem auch miträtseln nach dem Täter und seinen Motiven.

Brander kümmert sich liebevoll um seine Pflegetochter Nathalie, die einiges an Zuwendung braucht und dabei ist, erwachsen zu werden. Auch sein Freund Karsten hat so seine Probleme, und Brander trinkt im Verlauf der Handlung den ein oder anderen besonderen Whisky bei ihm.

Die Thematik mit den Puppen / der Künstlichen Intelligenz fand ich total interessant und hochaktuell, das hat wirklich Spaß gemacht.

Bis zum Ende bleibt es spannend, die Autorin lockt den Leser gekonnt immer wieder auf falsche Fährten und die Auflösung kommt dann doch noch recht überraschend.

Ein super Regionalkrimi, der mir unterhaltsame Lesestunden geschenkt hat. Absolut empfehlenswert! :o)


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Veröffentlicht am 26.01.2021

Ein erschütterndes und bewegendes Zeitzeugnis über die Frauen im zweiten Weltkrieg

Die verratene Generation
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"Die verratene Generation" von Christian Hardinghaus ist als Hardcover mit 336 Seiten im Oktober 2020 bei Europa Verlage erschienen.

Der Historiker Christian Hardinghaus hat hierfür Gespräche mit einigen ...

"Die verratene Generation" von Christian Hardinghaus ist als Hardcover mit 336 Seiten im Oktober 2020 bei Europa Verlage erschienen.

Der Historiker Christian Hardinghaus hat hierfür Gespräche mit einigen Zeitzeuginnen geführt und die erlebten Geschichten von 13 Frauen wiedergegeben. Außerdem wird in diversen Passagen des Buches über Themen wie Vertreibung und Flächenbombardements berichtet bzw. erwägt, wie diese bewertet werden in der heutigen Gesellschaft und welche anderen Betrachtungsweisen möglich sind. Das Ganze ist sehr informativ und hochinteressant, ohne zu bewerten.

Insbesondere die Berichte der Zeitzeuginnen sind sehr bewegend und haben mich zumeist sehr erschüttert. Der Autor hat mit den einzelnen Zeitzeuginnen gesprochen und ihre Geschichten so wie sie sind wiedergegeben, ohne sie in irgendeiner Weise reißerisch aufzuarbeiten oder zu verschnörkeln. Und gerade das, die Erzählweise dieser Frauen, die natürlich eine gewisse Distanz zum Erlebten aufgebaut haben (wegen der langen Zeitspanne, in erster Linie aber natürlich, um selbst damit fertigzuwerden) und darum oft eher pragmatisch herüberkommen, macht es in meinen Augen so schlimm.

Der Leser erfährt von den Vertreibungen der Frauen aus dem Osten, den Vergewaltigungen, der ständigen Angst. Vom ständigen Abtauchen in die Luftschutzbunker, dem Gefühl, wenn der eigene Strassenzug in Schutt und Asche liegt, dem Ausgebombtsein usw.

Das Buch ist wirklich sehr gut zu lesen, interessant und vor allem unheimlich wichtig. Für mich war es zugleich ein Buch, das ich immer nur häppchenweise lesen konnte, da ich das Gelesene erst "verdauen" musste. Definitiv keine Lektüre zum schnellen Vergnügen, sondern ein beschäftigendes und nachhallendes Werk.

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Veröffentlicht am 21.01.2021

Ein hochbrisanter Fall für Gordon Rabe - mega spannend!

Der Tod kommt auf Bestellung
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"DER TOD KOMMT AUF BESTELLUNG: Gordon Rabes fünfter Fall" von H.C. Scherf ist im Dezember 2020 erschienen.

Es handelt sich zwar (wie der Titel ja bereits sagt) um den fünften Fall für den Ermittler Gordon ...

"DER TOD KOMMT AUF BESTELLUNG: Gordon Rabes fünfter Fall" von H.C. Scherf ist im Dezember 2020 erschienen.

Es handelt sich zwar (wie der Titel ja bereits sagt) um den fünften Fall für den Ermittler Gordon Rabe und sein Team, allerdings kann man ihn unabhängig und ohne Vorkenntnis der anderen Bände lesen ohne das Gefühl, dass Informationen fehlen.

Diesmal geht es um ein hochbrisantes Thema: den Handel mit menschlichen Organen. Nach einem Leichenfund bekommen Hauptkommissar Gordon Rabe und sein Team alle Hände voll zu tun, und die Spuren führen schon bald in das Milieu skrupelloser Organhändler, die vor nichts zurückschrecken.

Außerdem wird es sehr persönlich für Gordon Rabe, denn die Russenmafia hat noch eine Rechnung mit ihm offen - er und seine Familie bekommen Drohbriefe, und mit den Gegner ist definitiv nicht zu spaßen!

Der Schreibstil von H.C. Scherf ist wieder einmal großartig, fesselnd von Beginn an. Der Autor schreibt unverblümt, bildreich, es ist teilweise recht brutal und blutig, aber an diesen Stellen dann nicht zu detailliert. Die Charaktere sind sehr gut ausgedacht und werden dem Leser sehr nahe gebracht, wodurch die Protagonisten sehr authentisch herüberkommen.

Die Thematik wurde offensichtlich ausführlich und gründlich recherchiert und so bekommt man interessante und spannende Einblicke in die kriminellen Machenschaften organisierter Banden.

Wer Gordon Rabe schon kennt, der bewundert hier sicherlich seine Stärke, die noch mehr als üblich gefordert ist, und fiebert permanent mit ihm mit. Wer ihn noch nicht kannte, wird ihn nun garantiert auch sehr mögen!

Gordon Rabes fünfter Fall hat mir einige spannende Lesestunden beschert und ich kann ihn uneingeschränkt weiterempfehlen :o)

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