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Veröffentlicht am 26.05.2026

Juwelen

Raub in der Wiener Werkstätte
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Wien im Jahre 1907: in einigen Bezirken kommt es zu gehäuften Diebstählen wertvoller Juwelen. Als bei einem Einbruch eine Person ermordet wird, muss Oberkommissar Max von Krause ermitteln und trifft dabei ...

Wien im Jahre 1907: in einigen Bezirken kommt es zu gehäuften Diebstählen wertvoller Juwelen. Als bei einem Einbruch eine Person ermordet wird, muss Oberkommissar Max von Krause ermitteln und trifft dabei natürlich wieder auf die Putzfrau aus der Wiener Werkstätte, auf Lili Feigl.

Voller Atmosphäre und zahlreicher Details rund um die damalige Lebenssituation steckt auch der nunmehr dritte Band dieser wunderbaren Krimireihe aus Beate Malys Feder. Lebendige Charaktere und bildreiche Beschreibungen lassen den Leser tief eintauchen in eine längst vergangene Zeit, in welcher es noch Planetenverkäuferinnen und Strotter gegeben hat, prekäre Wohnverhältnisse nicht nur in der Freudenau und natürlich Frauen, die von ihren Vätern oder Ehemännern abhängig waren. Durch die eingehende Recherche wirken die Geschehnisse in den einzelnen Szenen sehr authentisch, auch ohne große Phantasie kann man sich alles bestens vorstellen und Max und Lili bei ihren Nachforschungen begleiten.
Das außerordentlich hübsche Titelbild fügt sich bestens in die Krimireihe ein und birgt einen mindestens ebenso spannenden Fall, welcher sich um das historisch belegte Hochwasser im Jahr 1907 rankt. Die gewitzte Lili und der kluge Oberkommissar Krause gehören ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten an; gerade deshalb ist es so erfrischend zu sehen, wie sie mit dem Verbrechen und dessen Aufklärung umgehen. Am Ende fügt sich alles perfekt zusammen, die logische Auflösung lässt keinerlei Fragen offen.

Ein Schreibstil, der das damalige Wien wieder lebendig werden lässt, eine Handlung, welche die Unterschiede zwischen Arm und Reich unterstreicht, ein Kriminalfall, der trotz freier Erfindung bestens durchdacht ist – hier passt einfach alles. Gerne schaue ich den beiden sympathischen Protagonisten auch beim nächsten Mal wieder über die Schulter.


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Veröffentlicht am 25.05.2026

Antonia und die Hugenotten

Schwesternland
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Seit dem Tod des Vaters ist in der Familie nichts mehr, wie es war. Erst dreizehn Monate später, zu Großmutter Henriettes 100. Geburtstag, treffen sich alle wieder im Havelland. Ein Geburtstagsgeschenk ...

Seit dem Tod des Vaters ist in der Familie nichts mehr, wie es war. Erst dreizehn Monate später, zu Großmutter Henriettes 100. Geburtstag, treffen sich alle wieder im Havelland. Ein Geburtstagsgeschenk dreht sich um ein Ahnengutachten, welches Antonias Interesse auf sich zieht, ist sie doch selbst Geschichtsstudentin. Insbesondere das Schicksal von Jeanne Beauvais erweckt ihre Aufmerksamkeit, einer Hugenottin, welche im 17. Jahrhundert aufgrund eines Ediktes von Ludwig XIV. aus Frankreich hat fliehen müssen. Was, wenn diese Frau tatsächlich eine Vorfahrin von Antonia war?

Auf zwei beeindruckenden Zeitebenen erzählt Katharina Fuchs diese bewegende Geschichte, lässt Jeannes Flucht stellvertretend für viele Vertriebene lebendig werden und begleitet Antonia auf der Suche nach ihrem Stammbaum und sich selbst. Bewegende Szenen im Jahre 2025 fesseln den Leser ebenso wie die erschütternden Momente 1685/86. Die akribische Recherche spürt man in jeder Zeile, sei es der abenteuerliche Marsch über die Berge, seien es die Details rund um das Weben und Färben von hochwertigen Stoffen. Die Figuren und Örtlichkeiten sind von Anfang an überaus plastisch beschrieben, sodass man schnell das Gefühl hat, selbst mitten im Geschehen zu sein, auch die Übergänge zwischen den zeitlichen Ebenen sind besonders geschickt gewählt und lassen das Ganze zu einem großen Gemeinsamen verschmelzen. Nicht nur zwei einzelne Schicksale – jene von Antonia und Jeanne – bildet dieser Roman ab, sondern wirft auch Fragen auf, wie Religion einen Lebensweg beeinflussen kann und wie über Generationen hinweg Zusammenhänge ersichtlich werden, welche Parallelen auch mehrere hundert Jahre später noch zutage treten. Ausgesprochen interessante Themen werden bestens verwoben mit sehr persönlichen Erlebnissen, sodass die knapp 500 Seiten durchgehend spannend und kurzweilig zu lesen sind. Am Ende gibt es zudem noch eine gelungene Überleitung zu einer weiteren Geschichte, in welcher Antonias ältere Schwester Chiara in den Mittelpunkt gerückt wird. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Schwesternland – ein Roman, der durch seine angenehme Schreibweise ebenso punktet wie durch die zahlreichen wahren Begebenheiten, auf welchen diese berührende Geschichte fußt. Von mir gibt es eine Empfehlung!


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Veröffentlicht am 21.05.2026

Vor zehn Jahren

Home Before Dark
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Vor zehn Jahren ist Stína (Kristín) spurlos verschollen, ihre jüngere Schwester Marsí (Marsibil) will sich nun endlich Klarheit verschaffen und kehrt aus Reykjavík in ihr Elternhaus am Land zurück.

Aufgebaut ...

Vor zehn Jahren ist Stína (Kristín) spurlos verschollen, ihre jüngere Schwester Marsí (Marsibil) will sich nun endlich Klarheit verschaffen und kehrt aus Reykjavík in ihr Elternhaus am Land zurück.

Aufgebaut ist dieser großartige Spannungsroman (Psychothriller) auf zwei Zeitebenen und verquickt zudem die Sichtweisen von Stína und Marsí sehr geschickt, sodass Erinnerungen und jeweils aktuelles Geschehen mühelos ineinandergreifen und nicht nur Marsí verwirren. Mit schlafwandlerischer Sicherheit geraten wohl auch etliche Leser auf Irrwege, tappen bis zum Ende im Dunklen, selbst wenn sie bereits vor Ende des ersten Abschnittes meinen, die Lösung zu kennen. Die Ruhe, mit welcher die Autorin auch diesmal das Geschehen einfängt, trägt perfekt zum Spannungsaufbau bei; ohne stete Brutalität fesselt einen die Handlung rund um die verschwundene Jugendliche. Realistisch und gut nachvollziehbar erleben wir die jungen Schwestern im Jahre 1967, erfahren von Cliquen, Partys und Geheimnissen, aber ebenfalls von Mobbingopfern und der Sehnsucht nach Geborgenheit und Freundschaft. Zehn Jahre später begibt sich Marsí auf Spurensuche und entdeckt Unglaubliches, bis sie selbst unglaublich reagiert.

Nach den Island-Krimis mit Elma als hartnäckiger Ermittlerin bin ich auch von Home Before Dark überzeugt und empfehle es aufgrund des einnehmenden Schreibstils und der gelungenen Überraschungen sehr gerne weiter.

Veröffentlicht am 18.05.2026

Die Podcasterin

Bachelorette Party
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Podcasterin Tessa ist zu einem Junggesellinnenabschied auf einer entlegenen Insel eingeladen. Gemeinsam mit fünf anderen Frauen wird sie einige Tage mit Yoga, Zurückgezogenheit und einfach viel Zeit mit ...

Podcasterin Tessa ist zu einem Junggesellinnenabschied auf einer entlegenen Insel eingeladen. Gemeinsam mit fünf anderen Frauen wird sie einige Tage mit Yoga, Zurückgezogenheit und einfach viel Zeit mit ihren Freundinnen verbringen. Tatsächlich aber ist Tessa daran interessiert, was zehn Jahre zuvor auf dieser Insel geschehen ist, warum damals vier Frauen spurlos verschwunden sind.

Auf unterschiedlichen Zeitebenen und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt Camilla Sten vom Geschehen, weiters tragen die kurzen Kapitel dazu bei, die Neugierde auf die verborgenen Hintergründe zu wecken. Trotz der interessanten Andeutungen kommt allerdings keine wirkliche Spannung auf, bleiben die Figuren unnahbar und fremd, bis auf Tessa, welche über weite Strecken in der Ich-Form spricht. Ein kleines Eiland in der schwedischen Schärenwelt, eine Braut mit ihren Freundinnen und ein zehn Jahre lang zurückliegendes Unglück – beste Zutaten für einen fesselnden Thriller, der Klappentext verspricht diesmal leider mehr als das Buch tatsächlich hält. Ich habe mir mehr Atmosphäre erwartet und aufregendere Momente während der gesamten Handlung, das Ende war im Vergleich dazu fast zu intensiv.

Die perfekte Kulisse und etliche Gedankenspiele bieten Platz für vielfache Spekulationen, der Spannungsbogen ist allerdings nicht so hoch wie erwartet.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Positano

Sommertage am Meer
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Positano ist das jährliche sommerliche Ferienziel für Dafne und Amelia. Hier verleben sie unbeschwerte Tage bei ihrer Tante Carmen im Strandbad, genießen die unendliche Weite von Meer und Freiheit und ...

Positano ist das jährliche sommerliche Ferienziel für Dafne und Amelia. Hier verleben sie unbeschwerte Tage bei ihrer Tante Carmen im Strandbad, genießen die unendliche Weite von Meer und Freiheit und lernen Nino kennen. Viele Jahre später ist die Tante tot, die Schwestern sollen das Strandbad erben, allerdings sprechen sie schon seit langer Zeit nicht mehr miteinander …

Ein malerischer Ort, bunte Häuschen, steile Treppen, duftende Blumen und verführerische Speisen bilden die perfekte Kulisse für diesen auf den ersten Blick lockeren Roman, der auf den zweiten Blick aber doch viel Tiefgründiges und Nachdenkliches bereit hält für seine Leser. Die Amalfiküste mit dem farbenfrohen Positano versprüht Urlaubsflair, insbesondere, wenn man selbst gerade erst von dort zurückkehrt und einige Plätze noch frisch in Erinnerung hat. Viele Details aus Carmens Erklärungen zu Positano und seiner Historie fügen sich zu einem wunderbaren Bild zusammen, die Geschichte aufgrund des Testaments ist stimmig. Neben dem beschwingten Grundton fließen auch etliche ernsthafte Punkte ins Geschehen ein, der stete Wechsel der Zeitebenen sorgt für Spannung und nähert sich Schritt für Schritt der finalen Überraschung. Die Kraft der Familie, die tiefe Verbundenheit zwischen zwei Schwestern und ein scheinbar unüberbrückbarer Vertrauensbruch werden zu wesentlichen Grundpfeilern, welche diese ruhige Geschichte tragen.

Der angenehme Schreibstil Roberta Gregorios und die besondere Beziehung der Figuren untereinander sind in diesem Roman die herausstechenden Pluspunkte für eine sommerliche Lektüre mit Tiefgang.