Juwelen
Raub in der Wiener WerkstätteWien im Jahre 1907: in einigen Bezirken kommt es zu gehäuften Diebstählen wertvoller Juwelen. Als bei einem Einbruch eine Person ermordet wird, muss Oberkommissar Max von Krause ermitteln und trifft dabei ...
Wien im Jahre 1907: in einigen Bezirken kommt es zu gehäuften Diebstählen wertvoller Juwelen. Als bei einem Einbruch eine Person ermordet wird, muss Oberkommissar Max von Krause ermitteln und trifft dabei natürlich wieder auf die Putzfrau aus der Wiener Werkstätte, auf Lili Feigl.
Voller Atmosphäre und zahlreicher Details rund um die damalige Lebenssituation steckt auch der nunmehr dritte Band dieser wunderbaren Krimireihe aus Beate Malys Feder. Lebendige Charaktere und bildreiche Beschreibungen lassen den Leser tief eintauchen in eine längst vergangene Zeit, in welcher es noch Planetenverkäuferinnen und Strotter gegeben hat, prekäre Wohnverhältnisse nicht nur in der Freudenau und natürlich Frauen, die von ihren Vätern oder Ehemännern abhängig waren. Durch die eingehende Recherche wirken die Geschehnisse in den einzelnen Szenen sehr authentisch, auch ohne große Phantasie kann man sich alles bestens vorstellen und Max und Lili bei ihren Nachforschungen begleiten.
Das außerordentlich hübsche Titelbild fügt sich bestens in die Krimireihe ein und birgt einen mindestens ebenso spannenden Fall, welcher sich um das historisch belegte Hochwasser im Jahr 1907 rankt. Die gewitzte Lili und der kluge Oberkommissar Krause gehören ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten an; gerade deshalb ist es so erfrischend zu sehen, wie sie mit dem Verbrechen und dessen Aufklärung umgehen. Am Ende fügt sich alles perfekt zusammen, die logische Auflösung lässt keinerlei Fragen offen.
Ein Schreibstil, der das damalige Wien wieder lebendig werden lässt, eine Handlung, welche die Unterschiede zwischen Arm und Reich unterstreicht, ein Kriminalfall, der trotz freier Erfindung bestens durchdacht ist – hier passt einfach alles. Gerne schaue ich den beiden sympathischen Protagonisten auch beim nächsten Mal wieder über die Schulter.