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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

KBI - künstliche biologische Intelligenzen

REM
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Zuallererst haben mich der kurze, ausdrucksstarke Titel sowie das ästhetisch wunderschöne Cover angesprochen. Das Genre Horror-Thriller finde ich nur bedingt passend, vor allem die zweite Hälfte passt ...

Zuallererst haben mich der kurze, ausdrucksstarke Titel sowie das ästhetisch wunderschöne Cover angesprochen. Das Genre Horror-Thriller finde ich nur bedingt passend, vor allem die zweite Hälfte passt eher zu Fantasy oder Science-Fiction, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Dass es sich hier um ein Autoren-Duo handelt, lässt sich schwer herausfiltern, ich vermute, dass Annika Strauss hier den Hauptanteil beigesteuert hat. Wer die Thriller von Sebastian Fitzek kennt und gerne liest, wird sich hier kaum wiederfinden. Mir war das Buch inhaltlich zu wenig anspruchsvoll, zu wenig psychologischer Hintergrund, dafür zu viel Action durch Horror-Figuren, was sich in die Länge gezogen hat. Obwohl viel passiert, wiederholen und ähneln sich die Szenen zu stark, sodass wenig Spannung aufkommt.
Gut gelungen finde ich, dass die Erfindung des Somnakulars, eine fiktive VR-Brille, gut erklärt und in den Kontext eingebaut wurde. Die Charaktere waren zumeist unnahbar und es konnte beim Lesen kaum eine emotionale Bindung aufgebaut werden, mit Ausnahme von Alysee. Das Thema Schlafforschung und Träume oder wie man Albträume effektiv verhindern oder bewältigen kann, hätte mich noch näher interessiert, hier wird allerdings nicht in die Tiefe gegangen. Der Schwerpunkt liegt am Freilassen und Einfangen der fiktiven Monster und anderer Kreaturen. Meine Erwartungen an das Buch wurden leider nicht erfüllt, für Science-Fiction-Fans könnte es allerdings genau das Richtige sein.

Veröffentlicht am 09.04.2026

die Glücksformel

Happiness Falls
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Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen ...

Der Roman wird aus Sicht der 20-jährigen Mia erzählt und sie schildert sehr ausführlich, schweift immer wieder vom Thema ab, sodass mir der Einstieg nicht leichtgefallen ist. Ich wurde von Nebenthemen abgelenkt, musste mich erst einfinden und herausfiltern, was für den Background an Informationen wichtig ist und was Geplänkel und Lückenfüllerthemen sind. Mit der Zeit wird der Roman allerdings vielschichtiger und tiefgreifender. Nachdem der Vater von einem Spaziergang mit Eugene, dem 14-jährigen autistischen, stummen Sohn, nicht vom Spaziergang zurückkehrt, versucht Mia alle Puzzleteile, die ihr zur Verfügung stehen, zusammenzusetzen und herauszufinden, was geschehen ist. Eugene kann sich nicht verbal ausdrücken, wird von vielen dadurch nicht ernst genommen, vorverurteilt und als unintelligent eingestuft. Gerade Eugene wird hier ein großer Raum für seine Geschichte und für seinen persönlichen Charakter gegeben, das finde ich schön. Aus philosophischer Sicht steht die Frage danach, was wir als Glück empfinden und wie Glück messbar ist im Zentrum. Mia analysiert, erzählt, reflektiert – und wenn man sich erst an ihre Gedanken und ihren Erzählstil angepasst hat, kann man sie sehr gut verstehen und sich mitnehmen lassen auf ihre Gedankenreise von Logik, Wissenschaft, Philosophie bis hin zu ihrer eigenen Familiengeschichte.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Wer ist der Kuckuck?

Teufels Tanz
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Der Kriminalroman ist der dritte Band der Serie mit Fina Plank und ihrem Ermittlungsteam, das sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammengefunden hat, um konstruktiv zu arbeiten. Eine Mordserie an ...

Der Kriminalroman ist der dritte Band der Serie mit Fina Plank und ihrem Ermittlungsteam, das sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammengefunden hat, um konstruktiv zu arbeiten. Eine Mordserie an älteren Menschen erschüttert Wien und der Zusammenhang ist lange Zeit unbekannt, sodass es die Ermittlungen enorm erschwert. In den einzelnen Kapiteln wird auch „dem Kuckuck“ Platz gegeben, seine Sicht der Dinge zu schildern und als Leserin bekommt man einen guten Eindruck vom Täter, kann gewisse Rachegedanken auch nachvollziehen und wird so in einen Gewissenskonflikt gedrängt, was ich originell finde. Besonders die persönliche Ebene und der Beziehungsaufbau zum Täter ist sehr gelungen. Auch Fina lässt sich gefühlsmäßig auf private Beziehungen ein und nimmt den Konflikt mit ihrer Schwester in Angriff, sie entwickelt sich von Band zu Band weiter, das ist schön zu beobachten.
Bei den vorigen Teilen hat man besser erkennen können, dass der Krimi in Wien spielt, dies hat mir in diesem Teil etwas gefehlt. Es werden zwar zum Teil Straßen erwähnt oder die Oper, aber nicht so explizit, dass man als Leser
in das Flair eines Wienkrimis spüren würde.

Veröffentlicht am 07.04.2026

verfluchtes Herrenhaus

Die Rache der Freundin
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Der Thriller überzeugt mit seiner Atmosphäre, indem die Abgeschiedenheit, die schlechten Wetterbedingungen, das alte, renovierungsbedürftige Herrenhaus mit Charakter und das Treffen der Freundesgruppe ...

Der Thriller überzeugt mit seiner Atmosphäre, indem die Abgeschiedenheit, die schlechten Wetterbedingungen, das alte, renovierungsbedürftige Herrenhaus mit Charakter und das Treffen der Freundesgruppe nach einigen Jahren erzeugen eine Stimmung, die durchgehend unheilvoll und spannungsgeladen ist. Da nur eine begrenzte Anzahl an Charakteren vorkommen, hat man als Leserin die Möglichkeit, diese im Zuge ihres Kurzurlaubes genauer kennenzulernen. Außerdem erfährt man nach und nach auch Geschichten und Hintergründe aus ihrer gemeinsamen Schulzeit und Kindheit. Am spannendsten finde ich persönlich die Tagebucheinträge von Clara, einer vorherigen Bewohnerin des Herrenhauses und ihre tragische Familiengeschichte. Man hat auch das Gefühl, dass sich gewisse Ereignisse wiederholen. Im aktuellen Geschehen ist Luna die Person, aus deren Perspektive die Schilderungen erzählt werden und die auch mit ihrer Kamera alles bildhaft dokumentiert. Zwischenzeitlich gab es ein paar Längen, indem Wiederholungen vorkamen und zusätzliche Schleifen in der Erzählung gedreht wurden, die nicht unbedingt erforderlich gewesen wären, ansonsten war es durchgehend spannend, mystisch und nervenaufreibend.

Veröffentlicht am 04.04.2026

das beste kommt zum Schluss

Teure Täuschung
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Der zwölfte Teil der Serie ist zugleich auch der Abschluss, was ich einerseits schade finde, aber auch die Beweggründe der Autorin nachvollziehen kann, dass es wieder Zeit für etwas Neues für sie ist. ...

Der zwölfte Teil der Serie ist zugleich auch der Abschluss, was ich einerseits schade finde, aber auch die Beweggründe der Autorin nachvollziehen kann, dass es wieder Zeit für etwas Neues für sie ist. In diesem Teil ist Bastian persönlich involviert, indem seine Ex-Frau Nora einen entscheidenden Part innehat, und somit wird er zum Teil vom Fall abgezogen, sodass Silja und Sven auf sich alleine gestellt sind. Generell ziehen sich die Ermittlungen in diesem Fall oder kommen gar nicht erst richtig in Schwung, habe ich das Gefühl. Stressen lassen sich die Ermittler*innen nicht, es bleibt immer noch Zeit für den alltäglichen Pizzeriabesuch zu Mittag, da merkt man, dass es auf der Insel gemütlicher zu geht und die Wasserleiche läuft ja nicht mehr davon. Ich finde es nicht gut, dass Bastian und Silja eine private und eine berufliche Beziehung haben, das merkt man auch deutlich, wenn sie private Probleme haben, wirkt sich dies auf das gesamte Team aus, ist menschlich, aber auch unprofessionell. Der Journalist Fred Hübner und seine Freundin die Staatsanwältin kommen auch wieder vor, wobei beide milder geworden sind und schon fast sympathisch wirken. Der Nachspann hat mir am besten gefallen, hier gibt die Autorin noch einen Ausblick, wie sich die Charaktere in Zukunft entwickeln werden und wie es in ihren Lebenssituationen weitergehen könnte.