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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2026

italienisches Flair, aber leider keine Energie

Was am Ufer lauert
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Der zweite Fall mit Gianna Pitti als Lokalreporterin am Gardasee startet spannend und gibt auch einen Einblick in die schöne Landschaft rund um den Gardasee sowie den örtlichen Gepflogenheiten. Die Aufklärung ...

Der zweite Fall mit Gianna Pitti als Lokalreporterin am Gardasee startet spannend und gibt auch einen Einblick in die schöne Landschaft rund um den Gardasee sowie den örtlichen Gepflogenheiten. Die Aufklärung der Geheimnisse rund um Winston Churchill war allerdings für Gianna und ihre Familie eine Nummer zu groß. Für mich ist der historische Aspekt nicht richtig hervorgehoben worden und die Ermittlungen und das Betreiben der Zeitung waren auch eher Nebenstränge, die nicht so spannend waren, wie im ersten Teil. Die Rückkehr von Giannas Vater und die Neusortierung der familiären Beziehungen finde ich spannend, alles weitere konnte mich leider nicht so fesseln und begeistern, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mit dem ersten Teil der Serie konnte der zweite Teil leider nicht mithalten. Es war italienisches Flair spürbar, aber ansonsten fehlte dem Krimi die Energie.

Veröffentlicht am 27.05.2026

frische Idee

Sag mir, dass du mir vertraust
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Der Thriller hat mich zuerst aufgrund der originellen Idee angesprochen, über eine Playlist Hinweise zu übermitteln. Im Nachhinein betrachtet finde ich die Umsetzung doch etwas umständlich, es wäre auch ...

Der Thriller hat mich zuerst aufgrund der originellen Idee angesprochen, über eine Playlist Hinweise zu übermitteln. Im Nachhinein betrachtet finde ich die Umsetzung doch etwas umständlich, es wäre auch einfacher machbar gewesen, aber dennoch mal eine erfrischende Idee, die sich durch die Geschichte zieht. Die Frage, wie gut kennt Marissa den Mann an ihrer Seite, den sie liebt, wirklich? – sucht nach Antworten, die teilweise auch in eine andere Richtung deuten, als sie es sich gedacht hätte. Die Spannung wird zu Beginn schnell aufgebaut und bleibt konstant hoch, es gibt auch zahlreiche Wendungen und Cliffhanger, die dies noch zusätzlich untermauern. Als Charakter finde ich Melissa glaubwürdig, sie lässt uns Leser*innen auch an all ihren Emotionen teilhaben, von Wut, Trauer, Hoffnung – und immer im Vordergrund das Wohl ihres Sohnes. Zu den weiteren Charakteren konnte ich aufgrund des Tempos weniger Tiefe aufbauen, was ich etwas schade finde. Das Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen.

Veröffentlicht am 27.05.2026

zu viel, zu schnell, zu gewollt

Sieben letzte Tage
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Der Justizthriller beginnt spannend und man fühlt sich als Leserin sofort mitten im Thema, da keine Zeit vergeudet wird, sondern jede Seite mit Informationen und Aktionen gefüllt ist. Im Mittelpunkt steht ...

Der Justizthriller beginnt spannend und man fühlt sich als Leserin sofort mitten im Thema, da keine Zeit vergeudet wird, sondern jede Seite mit Informationen und Aktionen gefüllt ist. Im Mittelpunkt steht die Verurteilung von Alices Vater, wobei nun neu aufgerollt werden soll, ob er ein Mörder oder ob er selbst ein Opfer einer Verschwörungsaktion ist. Nachdem Alice nun selbst Strafverteidigerin ist, kann sie die Tatsachen aus zwei Perspektiven betrachten, beruflich und privat als Tochter. Sie beginnt selbst zu recherchieren und hat nur noch wenig Zeit, sodass sie nahezu unmenschliches leisten und beweisen müsste. Obwohl Alice als Charakter sehr intensiv beschrieben wird, ist es mir dennoch schwergefallen, einen persönlichen Bezug zu ihr herzustellen. Die Familiengeschichte ist emotional und psychologisch geschickt eingefädelt, aber das Tempo steigert sich mit der Zeit enorm und auch die Handlungen rauschen nur so dahin, sodass es mir bis zum Schluss zu schnell, zu geladen, zu actionreich wurde – von allem ein wenig zu viel, um glaubwürdig zu bleiben. Man hat auch kaum Zeit sich als Leserin in eine neue Situation hineinzuversetzen oder gar in die Tiefe zu gehen, das kommt leider zu kurz. Etwas Entschleunigung und ein authentischer Schluss hätten mir besser gefallen.

Veröffentlicht am 26.05.2026

Gesellschaftsstudie

Lauter kleine Lügen
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Der Roman spielt in den 1970er Jahren in einem australischen Vorort und liest sich wie eine Gesellschaftsstudie. Nachdem ein brutaler Mord in der Nachbarschaft verübt worden ist und nach und nach die einzelnen ...

Der Roman spielt in den 1970er Jahren in einem australischen Vorort und liest sich wie eine Gesellschaftsstudie. Nachdem ein brutaler Mord in der Nachbarschaft verübt worden ist und nach und nach die einzelnen Leichenteile auftauchen, beginnen auch die Nachbarn sich gegenseitig genauer zu beobachten und misstrauisch zu werden. Wem würde man so einen brutalten Mord zutrauen und welche Motive könnten dahinterstecken? Interessanterweise verbirgt sich in jedem Haus ein kleines oder größeres Geheimnis, das es vor den Nachbarn zu verheimlichen gilt und auch wenn man sich nach außen hin gesellig und zuvorkommend gibt, wird hinter dem Rücken getuschelt. Mitten im Chaos findet sich auch die 12jährige Tammy wieder, die gerade Schulferien hat und somit viel Zeit, um ihre Mitmenschen genauer unter die Lupe zu nehmen, vor allem, da man als Kind anders wahrgenommen wird und sich auch besser heimlich anschleichen und verstecken kann. Mir gefällt die Leseatmosphäre sehr gut, die Stimmung wird mit der Zeit immer angespannter und die einzelnen Familien werden angespannt und misstrauisch, dies ist sehr gut spürbar. Wenn man die Nachbarn besser kennenlernt, kann man auch ihre Hintergründe verstehen, warum sie in gewissen Situationen handeln oder reagieren, wie sie es tun. Viele Vorurteile beherrschen noch immer das Zusammenleben, rassistische Vorurteile, Gewalt und Unterdrückung gegenüber Frauen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Affären, alles wird verurteilt und gemaßregelt. Die Dorfgemeinschaft bekommt immer mehr Risse und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich nicht nur das Gewitter entlädt, sondern auch die angestauten Konflikte. Als Ergänzung dazu werden immer wieder kurze Vergleich zum Zusammenleben von Ameisen gezogen.

Veröffentlicht am 20.05.2026

gewaltig

Unter Wasser
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Der Roman ist gewaltig – und das in mehrfacher Hinsicht: Das Cover finde ich ästhetisch und gewaltig schön, die Ausdrucksweise ist naturverbunden, detailliert und sprachgewaltig und zudem untermauert durch ...

Der Roman ist gewaltig – und das in mehrfacher Hinsicht: Das Cover finde ich ästhetisch und gewaltig schön, die Ausdrucksweise ist naturverbunden, detailliert und sprachgewaltig und zudem untermauert durch Metaphern und einer starken Symbolik. Die Grundstimmung ist geprägt durch Trauer und Verlust, zwischenzeitlich kommen aber auch kleine Lichtblicke durch die Beschreibung der wunderschönen Naturphänomene durch. Als Leser*in sollte man sich für den Roman Zeit nehmen, denn man kann nicht schnell durch die Seiten rauschen, man muss sich emotional auf den Zustand und die jeweilige Situation einlassen und hat dann ein äußerst intensives Leseerlebnis, auch wenn es an manchen Stellen emotional schwierig wird. Marissa vermisst Arielle immer noch gleich stark wie am ersten Tag, manchmal schwelgt sie in schönen Erinnerungen, manchmal überwiegt die Trauer und manchmal ist sie einfach nur wütend. Sie wird auch damit konfrontiert, wie lange Trauer „üblicherweise“ dauern darf, vor allem, wenn es sich nicht um Familienangehörige, sondern um Freunde handelt, diesen Aspekt finde ich spannend aufgegriffen. Marissa versucht weiterhin zu überleben, betäubt ihren Kummer und ihren Schmerz mit extrascharfer Chillie und lässt niemanden mehr nahe an sich heran, aus Verlustangst, daher hat sie hauptsächlich nur One-Night-Stands. Auch nach all den Jahren spürt und sieht sie Arielle immer noch an ihrer Seite und macht sich Gedanken, was sie in der jeweiligen Situation sagen oder machen würde. Echte Trauer hört niemals auf und es ist auch immer wichtig, dass man sich an die schönen und glücklichen Zeiten zusammen erinnert. Der Roman ist emotional herausfordernd und ich kann ihn empfehlen, wenn man sich selbst in einer psychisch stabilen Lebensphase befindet.