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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2026

ein zweiter Blick

Die Toten auf Föhr
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Da es bereits der 10. Band der Reihe mit Lena Lorenzen und ihrem Team ist, empfehle ich, zumindest einige der vorigen Bücher zu lesen, damit man vor allem die persönlichen Hintergrundgeschichten der Charaktere ...

Da es bereits der 10. Band der Reihe mit Lena Lorenzen und ihrem Team ist, empfehle ich, zumindest einige der vorigen Bücher zu lesen, damit man vor allem die persönlichen Hintergrundgeschichten der Charaktere und ihre Entwicklung im Laufe der Jahre nachvollziehen kann. Der Ermittlungsfall selbst ist in sich abgeschlossen und könnte auch alleine gelesen werden, aber es fehlt dann der persönliche Bezug dazu, da vor allem das Privatleben und die Beziehungsgeschichten einen großen Stellenwert haben und auch hier wieder thematisiert werden, vor allem Paarbeziehungen, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Der Fall startet mit dem Aufrollen eines grausamen Falles, indem eine Mutter scheinbar ihre beiden Kinder und sich selbst getötet hat. Recht schnell wurde dies so festgestellt, obwohl es Zweifel gab und von höheren Instanzen die Ermittlungen stark zurückgefahren. Lena und ihr Team begeben sich auf die Insel Föhr und rollen den Fall neu auf, was nicht ganz einfach ist und sich mit der Zeit noch dramatisiert, indem der Fall mit immer neuen Zusammenhängen größer wird als er am Anfang den Anschein hatte. Mir gefallen die ruhigen, strukturieren Ermittlungsansätze, das Einbeziehen, dass Ermittler*innen auch Personen mit Privatleben neben ihrem Beruf sind und mit alltäglichen Sorgen und Problemen kämpfen sehr gut. Zudem wirken die Charaktere authentisch und emotional, das Inselflair kommt ebenfalls gut zur Geltung, sodass ich gerne noch viele weitere Fälle von ihnen lesen möchte.

Veröffentlicht am 16.06.2026

Gleichgewicht

Nebelbeute
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Da es sich um den dritten Teil einer Thriller-Reihe handelt, empfehle ich die beiden vorigen Teile zuerst zu lesen, damit man mit den Hauptcharakteren und ihren Vorgeschichten vertraut ist und dann auch ...

Da es sich um den dritten Teil einer Thriller-Reihe handelt, empfehle ich die beiden vorigen Teile zuerst zu lesen, damit man mit den Hauptcharakteren und ihren Vorgeschichten vertraut ist und dann auch im aktuellen Fall mehr Lesespaß hat.
Der Einstieg ist nahezu sanft, es wird nochmals kurz zusammengefasst, was vorher geschehen ist und warum Mila sich auf die Suche nach einem Serientäter macht, was ihr persönliches Anliegen dazu. Die Anreise von Mila in das abgelegene Dorf mit den vielen Wäldern und Wanderrouten und die anfängliche Routine hat fast schon einen gemütlichen Urlaubscharakter, auch wenn sie dort als Einzelgängerin und Außenseiterin auffällt.
Schon bald taucht der erste Tote auf und ab diesem Zeitpunkt wird es spannend und gefährlich für Mila und plötzlich ist sie selbst mittendrinnen im Geschehen und dann auch verschwunden. Dies ruft ihre Kolleginnen aus der Gruppe 4 auf den Plan, die sofort ohne zu Zögern anreisen und nicht nur nach Mila suchen, sondern auch die örtlichen Ermittlerinnen in der Aufklärung der Todesfälle unterstützen. Die Inszenierungen haben ein persönliches Motiv und einen psychologischen Hintergrund, der zum Miträtseln einlädt.
Gut gelungen finde ich die Atmosphäre, denn durch die ungemütlichen, kalten Temperaturen und vor allem durch den lästigen Dauernebel bekommt die Stimmung noch einen zusätzlichen Dämpfer. Die Wilderei und die Aktionen um das Sägewerk samt Umweltschutzaktivistinnen finde ich eine gelungene und wertvolle Nebenerzählung und ergänzt den Hauptstrang auch sehr gut. Generell sind die Natur und die örtlichen Gegebenheiten und die Eigenheiten des Dorfes und deren Bewohnerinnen eine schöne Ergänzung, sodass man sich auch als Leser*in sehr gut einfinden kann.
Am Ende gibt es ein paar Wendungen und die Anzahl an Aktionen und das Tempo nehmen zu, sodass sich die Spannung zum Schluss hin steigert. Sehr gut gelungen finde ich auch den Epilog, in dem zwar vieles aufgeklärt wird, auch aus den vorigen Teilen, aber ein kleiner Faktor bleibt dennoch offen.

Veröffentlicht am 15.06.2026

Schuldzuweisungen

Alles ihre Schuld
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Der Thriller beginnt mit Alltagssituationen aus dem Familienleben von Marissa und ihrem kleinen Sohn Milo, die schon sehr bald eskaliert. Als Marissa Milo bei der angegebenen Adresse vom Playdate abholen ...

Der Thriller beginnt mit Alltagssituationen aus dem Familienleben von Marissa und ihrem kleinen Sohn Milo, die schon sehr bald eskaliert. Als Marissa Milo bei der angegebenen Adresse vom Playdate abholen möchte, ist er nicht da, nie dort gewesen und auch die Adresse stimmt nicht. Die Situation wird so realistisch dargestellt, dass sie bei mir sofort ein ungutes Gefühl ausgelöst hat und von da an hat mich die Sogwirkung nicht mehr losgelassen.
Ab dem Zeitpunkt des Verschwindens von Milo beginnen auch die gegenseitigen Schuldzuweisungen und das schlechte Gewissen, denn scheinbar hat auch die eine oder andere Person ein kleines oder größeres Geheimnis.
Nachdem vermutet wird, dass Milo von einer Nanny einer anderen Familie entführt wurde, wird Jenny, die Mutter der Familie, bei der die Nanny beschäftigt ist, vorverurteilt und stark kritisiert. Interessant ist hier auch, dass alle auf Jenny herumhacken, sie ist berufstätig, sie hat sich die Referenzen der Nanny nicht gut genug angesehen, aber niemand verurteilt ihren Ehemann. Die Thematik der berufstätigen Mütter und ihre Schuldgefühle war zwar nur eine Randerscheinung, ist aber umso wichtiger und hat hier ebenfalls Platz gefunden, das finde ich toll.
Bei der Suche nach Milo stellt sich heraus, wer wahre Freunde sind, auf die man sich verlassen kann, die mithelfen und unterstützen und auf wen man in Zukunft verzichten kann. Am Ende wird das Schuldthema nochmals aufgerollt und auch verständlich nachvollziehbar erklärt, da zuvor häufig Andeutungen erfolgt sind, aber nicht konkret, was vorgefallen war. Der Schluss hält noch ein paar weitere Überraschungen parat, die ich hier natürlich nicht verraten werde.
Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, die Spannung war auch die größte Zeit über hoch und vor allem die psychologischen Kniffe und emotionalen Kontexte finde ich gelungen, sowie auch die einzelnen Kapitel, die aus der Perspektive der betroffenen Personen geschildert wurden. Einzig im Mittelteil hätte die Geschichte etwas straffer sein können, da sich hier die Szenen im Kreis drehen und viele Wiederholungen vorkommen, aber ansonsten ein empfehlenswerter Thriller für spannende Lesestunden zum Mitfiebern!

Veröffentlicht am 15.06.2026

überraschender Richtungswechsel

Die Festung
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Der Thriller ist modern aufgebaut und hat über eine längere Zeitspanne einen Escape-Room-Charakter, sodass die Stimmung äußerst angespannt ist und das spürt man auch im Verhalten der einzelnen Charaktere ...

Der Thriller ist modern aufgebaut und hat über eine längere Zeitspanne einen Escape-Room-Charakter, sodass die Stimmung äußerst angespannt ist und das spürt man auch im Verhalten der einzelnen Charaktere deutlich. Die Aufgabenstellungen werden immer gefährlicher und die Gruppendynamik verändert sich, es bilden sich Zweckgemeinschaften und gegnerische Parteien, vor allem, wenn auch die Lebensmittel und das Trinkwasser knapp werden. Bonnie ist als Teilnehmerin auf der Festung als Kandidatin dabei, da sie für ihre Schwester eingesprungen ist und muss schon sehr bald an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen. Der Thriller lebt von der Atmosphäre und von den unterschiedlichen Charakteren, die bald ihre wahren Gesichter zeigen. Bald schon ist auch klar, dass nicht alle das Spiel lebend verlassen werden, somit haben sich die Bedingungen verhärtet und jede*r kämpft ums Überleben. Im letzten Drittel gibt es eine plötzliche Wende und die Geschichte nimmt eine andere Richtung ein, die ich so nicht erwartet hätte und es wird noch spannender, aber auf andere Art und Weise. Mehr möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten, ich kann nur empfehlen, den Thriller selbst zu lesen.

Veröffentlicht am 12.06.2026

zu einfach zu durchschauen

Sophie L.
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Der Thriller hat eine spannende Thematik, in der es darum geht, inwieweit wir unseren Erinnerungen trauen können und wie nach Traumata Erinnerungen verändert werden können. Nachdem Olivia als Expertin ...

Der Thriller hat eine spannende Thematik, in der es darum geht, inwieweit wir unseren Erinnerungen trauen können und wie nach Traumata Erinnerungen verändert werden können. Nachdem Olivia als Expertin in diesem Gebiet arbeitet hätte ich mir vor ihr mehr Expertise, eine bessere analytische Selbsteinschätzung und generell eine intensivere und tiefgreifendere Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht, das eher laienmäßig und oberflächlich abgehandelt wurde. Die zwei Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen und wurden auch gut miteinander verwoben. Besonders die dramatischen Erlebnisse von Sophie und Josephine in der Kriegszeit der 1940er Jahre habe ich historisch und persönlich interessant empfunden. Die aktuelle Geschichte rückt hiermit fast sogar in den Hintergrund. Wer hinter dem Tod von Olivias Großmutter stecken könnte, war für mich keine große Überraschung, sondern schon von Anfang an ziemlich klar, daher habe ich am Ende nicht so mitfiebern können. Der Einstieg war spannend, der Mittelteil leider abgeflacht und wiederholend, die Geschichte drehte sich im Kreis und das Ende keine große Überraschung, somit war es für mich ein mittelmäßig spannendes Leseerlebnis, das nicht mit „Anna O“ verglichen werden kann.