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Veröffentlicht am 04.03.2020

Ein Fremder, eine Hexe und eine Feder

Die Silbermeer-Saga - Der König der Krähen
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Edda und ihr Bruder, Tobin, leben, mit ihrem Ziehvater, Ruben, in einem kleinen Fischerdorf. Die beiden wurden vor langer Zeit im Dorf gefunden und von Ruben aufgenommen. Die Dorfbewohner sind eine eingeschworene ...

Edda und ihr Bruder, Tobin, leben, mit ihrem Ziehvater, Ruben, in einem kleinen Fischerdorf. Die beiden wurden vor langer Zeit im Dorf gefunden und von Ruben aufgenommen. Die Dorfbewohner sind eine eingeschworene Gemeinschaft, denn sie stellen Colmin her. Kaum jemand anderes in der bekannten Welt vermag dies, weshalb die Kunst der Colminherstellung streng geheim abläuft. Alle im Dorf sind an der Herstellung beteiligt, aber ansonsten gehören Edda und Tobin nicht wirklich dazu. Sie sehen schon ganz anders aus und sie fühlen sich fehl am Platz. Jedes Jahr in den Kaltwochen verschwindet ein Kind spurlos und niemand hat sich je auf gemacht sein Kind zu suchen. In diesem Jahr trifft es sogar zwei Kinder und eines davon ist Tobin. Alle erwarten, dass Edda nach ihrer zugestandenen Trauerzeit zur Tagesordnung übergeht, aber das kann und will sie nicht.

Ein Fremder, eine Hexe und eine Feder

Der Fremde, der seit einiger Zeit im Dorf lebt, übt eine seltsame Anziehungskraft auf Edda aus. Sie ist fest entschlossen ihren Bruder zu suchen, aber dafür müsste sie mit dem Fremden, furchteinflößenden Mann Kontakt aufnehmen. Die Wochen vergehen, sie weiß nichts über den Fremden, sie weiß kaum etwas über die Welt außerhalb von Colm, ihre Verzweiflung wird immer größer, denn sogar ihr bester Freund Teofin kann sie nicht mehr verstehen. Alle erwarten, dass sie Tobin vergisst, aber das will und kann sie nicht. Deshalb macht sie sich eines Nachts auf, um die Hexe Maron um Hilfe zu bitten. Jahrelang wurde ihr eingetrichert bloß nicht zu ihr zu gehen und jetzt sitzt sie, vor Angst erstarrt, in der Höhle der Hexe und fragt sich, ob sie leben oder sterben wird.

Fazit

Dies ist wirklich ein Buch nach meinem Geschmack. Es erfüllt für mich im Moment alle Kriterien einer großen Saga. Edda erlebt einige Abenteuer und erfährt einiges, sie entdeckt viele seltsame Wesen und trotzdem sind sehr geschickt neue Fragen und Abenteuer eingebaut, dass mir die Zeit bis zum zweiten Teil jetzt schon zu lang ist. Der Schreibstil ist sehr schön, eine tolle Sprache, liebevolle Buchgestaltung und mir ist kein Schreibfehler aufgefallen, was in den heutigen Büchern eher selten ist. Wenn mir das zweite Buch auch gefallen wird, könnte es sogar in mein Lieblingsregal aufsteigen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2020

Expansion, komme was wolle?

Das Netz der Sterne
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Die Milchstraße wird, überwiegend, von Interkosmika kontrolliert. Diese Institution hat die größte Macht und nutzt diese auch skrupellos aus. Tess Sagitarius Rosengarten lebt auf einem, von Interkosmika ...

Die Milchstraße wird, überwiegend, von Interkosmika kontrolliert. Diese Institution hat die größte Macht und nutzt diese auch skrupellos aus. Tess Sagitarius Rosengarten lebt auf einem, von Interkosmika kontrollierten, Planeten und hat nur einen großen Traum. Sie möchte, mit ihrem Partner Sinclair, auf dem Planeten Harmonie leben und dort Musik studieren. Doch plötzlich wird sie von Interkosmika geholt, damit sie die Schulden ihrer Familie abarbeiten kann. Eigentlich war ihre Schwester verpflichtet, diese ist aber untergetaucht. Sinclair entscheidet sich mitzugehen und die Hälfte der verpflichtenden Jahre zu übernehmen. Beide werden dem erfahrenen Kartografen; Horace, zugeteilt. Sie treten ihren ersten Auftrag an und geraten in Umstände, die niemand voraussehen konnte. Plötzlich sehen sie sich einer unbekannten Gefahr gegenüber, die schon vielen Menschen das Leben gekostet hat.

Fazit

Dies war mein erstes Buch von Brandhorst und ich bin echt zufrieden. Mir wurden seine Bücher immer wieder empfohlen, aber in letzter Zeit hatte ich, neben Perry Rhodan, mehr Fantasy und Thriller gelesen. Ich fand es wirklich gut zu lesen und ich konnte, mit Tess, schnell auf eine ungewöhnliche Reise gehen. Mir hat auch die Art zu Reisen gut gefallen. Eine interessante Lösung, um Strecken zurückzulegen, für die Menschen sonst einige Generationen benötigen. Tess, und ihre Begabung, bringen immer wieder spannende Aspekte zum Vorschein und auch das Ende ist sehr gelungen, weil es kein klassisches Happy End ist. Ein gutes Buch, dass ich sicher weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Hass und Schweigen

Nebeljagd
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Die ehemalige Anwältin für Wirtschaftsrecht, Linn Geller, ist nun an einer kleinen Kanzlei beteiligt. Sie wollte es nach ihrem schweren Unfall etwas entspannter angehen lassen. Außerdem stellt Sie sich ...

Die ehemalige Anwältin für Wirtschaftsrecht, Linn Geller, ist nun an einer kleinen Kanzlei beteiligt. Sie wollte es nach ihrem schweren Unfall etwas entspannter angehen lassen. Außerdem stellt Sie sich als Pflichtverteidigerin zur Verfügung und bekommt den Fall gegen Johann Haug zugesprochen. Er soll seine Stiefmutter brutal ermordet und ihr beim Sterben auch noch zugesehen haben, aber Jo Haug beteuert immer wieder seine Unschuld. Der Tod der Stiefmutter rückt aber auch einen alten Mordfall wieder ins Rampenlicht. Vor fünfzehn Jahren soll Haug seine Freundin brutal ermordet haben, was aber nie wirklich zu beweisen war. Auch damals hat Haug seine Unschuld beteuert, aber niemand glaubt ihm.

Hass und Schweigen

Schon nach ihren ersten Gesprächen mit den Bewohnern des Dorfes, kämpft Linn gegen eine Mauer aus Schweigen und Hass an. Selbst der Polizist vor Ort ist fest davon überzeugt, dass Haug beide Morde begangen hat. Nur sehr wenige Zeugen sind bereit mit ihr zu sprechen, die meisten beschuldigen ihren Mandanten, aber es gibt ein paar kleine Ausnahmen. Linn ist Anwältin aus Überzeugung und sie geht, trotz massiver Zweifel, von der Unschuldsvermutung aus. Leider ist auch die Staatsanwaltschaft so sehr von Haugs Schuld überzeugt, dass sie sogar den alten Fall wieder neu aufrollen. Plötzlich sieht sich Linn mit zwei Mordfällen konfrontiert, bei deren Ermittlungen sie von allen Seiten mit Wut und Hass überschüttet wird. Trotz Warnungen legt sie ihr Mandat nicht nieder und fährt immer wieder Nach Ochsenwang, bis dies ihr fast zum Verhängnis wird.

Fazit

Für einen Krimi fand ich ihn wirklich sehr spannend. Ich hatte keine Lust mein Lesen zu unterbrechen. Die Story gefällt mir gut und ich finde sie meistens auch sehr glaubwürdig. Da ich sehr dörflich aufgewachsen bin, und mehr als zehn Jahre in der Nähe vom echten Ochsenwang gelebt habe, kenne ich die Gegend und die Leute dort recht gut. Ich glaube schon, dass es Dorfgruppierungen gibt, die so eng zusammenhalten, finde die Darstellung dann doch etwas zu überspitzt. Aber, dass sie sich gegen Auswärtige stellen, um ihre Gemeinschaft zu schützen, glaube ich schon. Ich persönlich habe in den Dörfern, in denen ich gelebt habe, keine solche Erfahrungen gemacht. Zu der Story hier hat es aber doch noch gut gepasst. Ich wusste nie zu welcher Partei ich halten sollte. Auch der oder die Täter wechselten bei mir mehrmals, was mir gut gefällt. Am Ende hatte ich nur teilweise recht, auf jeden Fall ein Buch, dass ich weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.01.2020

Alte Ängste, neue Gefahren

Diabolic – Fatales Vergehen
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Fünfzehn Jahre haben Shiloh, Ruth und Kat versucht den schrecklichsten Tag ihres Lebens zu vergessen. Mittlerweile ist viel passiert, alle drei haben sich ein Leben eingerichtet, in dem sie recht gut verdrängen ...

Fünfzehn Jahre haben Shiloh, Ruth und Kat versucht den schrecklichsten Tag ihres Lebens zu vergessen. Mittlerweile ist viel passiert, alle drei haben sich ein Leben eingerichtet, in dem sie recht gut verdrängen können, dass sie damals nur knapp einem Vergewaltiger entkommen waren. Kat ist in Prairee Creek geblieben und, wie ihr Vater, zur Polizei gegangen. Shiloh verließ an jenem schrecklichen Abend Prairee Creek, arbeitete auf verschiedenen Ranches, und ist jetzt zum Tod ihrer Mutter zurückgekehrt. Ruth ging nach dem Abschluss der Schule weg und wurde Psychologin. Vor einiger Zeit kam sie nach Prairee Creek zurück, um ihrer acht jährigen Tochter eine schöne Kindheit in der Natur zu ermöglichen. Keine der drei Frauen rechnete damit, dass sie die Vergangenheit einholen könnte.
Alte Ängste, Neue Gefahren
Kaum sind alle drei wieder in Prairee Creek verschwindet ein junges Mädchen spurlos. Bei der breitflächigen Suche wird eine Frauenleiche gefunden, es ist eine Frau, die vor langer Zeit, als junges Mädchen, verschwand. Außerdem fühlen sich die Drei immer wieder beobachtet und verfolgt. Als dann auch noch die Ermittlungen gesteigert werden, und fast alle Männer im Ort verdächtigt werden, erhält jede von ihnen einen geheimnisvollen Briefumschlag. Die Lage spitz sich zu, als Ruths achtjährige Tochter von einem Fest verschwindet.
Fazit
Das Buch ist flüssig und leicht zu lesen, es nimmt einen sehr schnell mit in die Story. Mir gefallen die drei Frauen sehr gut, und wie jede mit ihrem Trauma umgeht finde ich sehr glaubwürdig. Für mich war schön, dass es so viele Verdächtige gibt und man zwar schon ab und an glaubt den richtigen zu kennen, aber dann treten wieder so viele Zweifel auf. Das einzige, was ich seltsam finde, ist die Beschreibung der Männer. Alle guten, netten, liebenswerten sehen aus wie Adonis und die kräftigen, grobschlächtigen haben alle einen miesen Charakter. So kam es mir zumindest rüber, das hat mir nicht so gut gefallen. Alles in allem ist das Buch gut und es hat mir Spaß gemacht darin zu lesen. Es ist spannend und auch das Ende ist nach meinem Geschmack. Also es gibt keine offenen Fäden.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2019

Gefährliche Geheimnisse

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
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Allison überlebt einen Flugzeugabsturz. Das einzige, was für sie jetzt noch zählt ist zu überleben. Vor ein paar Tagen war ihr Leben noch schön. An der Seite des Mannes, den sie liebt, verlobt und ohne ...

Allison überlebt einen Flugzeugabsturz. Das einzige, was für sie jetzt noch zählt ist zu überleben. Vor ein paar Tagen war ihr Leben noch schön. An der Seite des Mannes, den sie liebt, verlobt und ohne Geldsorgen. Was hat sie sich nur gedacht, als sie diesen unüberlegten Anruf getätigt hat, aber sie wollte nach zwei Jahren der Irrungen endlich mal wieder etwas richtig machen. Nun ist sie auf der Flucht, muss sich verstecken und überleben.
Gleichzeitig stürzt für Allisons Mutter, Maggie, eine Welt zusammen. Ihre Tochter ist tot. Sie ist zusammen mit ihrem Verlobten mit seinem Flugzeug abgestürzt. Ihre Leiche wurde zwar noch nicht gefunden, aber die Behörden sind sich sicher, dass Allison tot ist. Seit dem Tod ihres schwer kranken Mannes hatte sie keinen Kontakt mehr zu Ally und nun ist es zu spät für eine Versöhnung. Maggie kann und will aber nicht glauben, dass sie nicht mehr lebt. Ein Gefühl, tief in ihrem Herzen sagt ihr, dass sie noch lebt, aber alle halten sie für überdreht. Deshalb macht sie sich heimlich nach Kalifornien auf, um das neue Leben ihrer Tochter kennen zu lernen.

Gefährliche Geheimnisse

Während Ally sich verletzt durch die Wildnis kämpft, denkt sie oft an ihre Mutter, und dass sie im Zorn von Zuhause weggegangen ist, In Kalifornien steht Maggie vor einer Wand aus Schweigen. Niemand will mit ihr über Ally reden, selbst die zukünftigen Schwiegereltern weigern sich mit Maggie zu sprechen. Es scheint, als hätte ihre Tochter nie dort gelebt. Verzweifelt fliegt Maggie zurück nach Hause, um die Trauerfeier für Ally zu halten. Tief in ihrem Innern weiß sie aber, dass Ally noch lebt. Als dann plötzlich ein netter, älterer Herr auftaucht, hofft Maggie, dass er ihr wenigstens glaubt und sie unterstützt.

Fazit

Der Einstieg fiel mir etwas schwerer, da ich kein Freund der Ich-Perspektive bin. Dann kam noch der häufige Wechsel zwischen den Schauplätzen dazu, aber nach einiger Zeit war ich so gefangen von der Story, dass mir die Ich-Perspektive total egal war. Mir hat die Story gut gefallen, denn es gab bis fast zum Schluss noch überraschende Aspekte. Ich bin zwar kein Überlebenskünstler und auch kein Fan von Survivaltrips, aber Ally hat ja viel von ihrem Vater gelernt, wodurch es für mich schon ziemlich glaubwürdig war. Für mich muss eine Story auch nicht absolut realistisch sein, ich möchte mitgerissen und gut unterhalten werden. Dies war hier auf jeden Fall gegeben. Ich fand das Buch besser, als ich nach der Leseprobe erwartet hätte.

  • Cover
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