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Veröffentlicht am 26.03.2026

Zum Nachdenken!

Solange ein Streichholz brennt
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In vier Kapiteln geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr konträren, ungleichen Charakteren, zwischen dem Obdachlosen Daniel Bohm, 35 und der zuletzt wenig erfolgreichen Fernsehjournalistin ...

In vier Kapiteln geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr konträren, ungleichen Charakteren, zwischen dem Obdachlosen Daniel Bohm, 35 und der zuletzt wenig erfolgreichen Fernsehjournalistin Alina Alev. Anfangs platziert in typisch kölsches, traditionelles Milieu am Karnevalsdienstag mit Nubbel-Verbrennung werden beide Einzelgänger in ihrem kontrastierenden Außenseiter-Milieu vorgestellt: hier bildhaft vorgestellte Obdachlosigkeit mit Kälte, Nässe, ohne Schlafsack – dort Karriere bei RTI immer nahe am Abgrund. Spannungsaufbauende Details wie Bohms Geheimnis um einen ungeöffneten Brief, wie die Flohmarkt-Szene um die „Million-Dollar-Maus“ und den kleinen Hund Fox zeichnen ihn menschlich, nicht verroht, eher mit schmerzhafter Vergangenheit. Die anfangs spielerische Allianz Alinas bei dem neuen TV-Projekt mit Jakob und seiner Geste „Peng, peng, peng!“ unterliegt ebenso einem dramatischen Spannungsbogen mit gewaltsamem Konfliktpotential. In dieses atmosphärische Setting in Köln mit krasser sozialer Schere zwischen der harten Realität deutscher Obdachlosigkeit und unethischer, scheinheiliger Medienwelt tritt mehrfach das Motiv des brennenden Streichholzes auf als Symbol für glimmende Hoffnung, für kurze Momente des Lichts in ansonsten dunkler, schmerzhafter Umgebung. Für beide gegensätzlichen Hauptfiguren entwickeln sich neue, berührende Lebenswege nach sensiblem Abtasten moralischer Grenzen. Wie sich beide langsam aufeinander zu bewegen, ist einfühlsam beschrieben.
Ein sehr emotionaler Roman über Menschenwürde, zweite Chancen im Leben und darüber, dass das Leben manchmal unerwartete Wege nehmen kann.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Hochaktuell und fesselnd!

Dunkelmann
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Dieser dänische Spionagethriller bietet nicht nur spannende Unterhaltung rund um Grönland mit seinen kostbaren, seltenen Rohstoffen, sondern auch Fiktion in die kriminelle Machtpolitik der Chinesen, arbeiten ...

Dieser dänische Spionagethriller bietet nicht nur spannende Unterhaltung rund um Grönland mit seinen kostbaren, seltenen Rohstoffen, sondern auch Fiktion in die kriminelle Machtpolitik der Chinesen, arbeiten sie doch immer noch hartnäckig an der Umsetzung der Neuen Seidenstraße in arktischen Gefilden, der sog. Belt-and-Road-Initiative. Rasante Agenteneinsätze weltweit mit dem Analysten des dänischen Geheimdienstes Daniel Hartmann und der Führungsoffizierin Maja Birk sorgen für ein risikoträchtiges Ambiente, auch schon vor der suspekten Einreise einer mehrköpfigen chinesischen Delegation. Besonders ein wichtiger Teilnehmer mit falscher Identität sorgt für explosive Akzente. Wie sehr sich die berufliche Agententätigkeit unter Einhaltung der Verschwiegenheitsklausel negativ auf das jeweilige Privatleben auswirken kann, wird auch thematisiert. In drei Teile gegliedert, mit riskanten Etappen in der Türkei, in Dänemark und schließlich in Grönland, erinnert das Finale sehr an aktuelle, beunruhigende Machtinteressen mehrerer Großmächte.
Die Figurenzeichnung, auch die der Nebenfiguren wie z.B. die der chinesischen Studentin Jia Ling, ist hinsichtlich ihrer Authentizität gelungen. Durch Perspektivwechsel wirkt der Schreibstil fesselnd, mit mitmenschlicher Note.

Explosive Thriller-Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Was für ein nettes Monster dieser Manno doch ist!

Manno Monster und ich
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Es geht in dieser lustigen Monstergeschichte nicht nur um Angst im Dunkeln, um Albträume. Angerissen wird auch eine zu große Erwartungshaltung der Erwachsenen ihrem Schulkind gegenüber. Hier agiert der ...

Es geht in dieser lustigen Monstergeschichte nicht nur um Angst im Dunkeln, um Albträume. Angerissen wird auch eine zu große Erwartungshaltung der Erwachsenen ihrem Schulkind gegenüber. Hier agiert der überfürsorgliche Vater zu massiv gegenüber seinem empfindsamen, ängstlichen Sohn Jussi, sodass zu viel Leistungsdruck aufgebaut wird. Die Altersempfehlung ab 7 Jahren könnte eher ab 3. Klasse Grundschule (ab 9 J.) lauten, geht es hier bei Jussi doch um einen guten Notendurchschnitt bei angestrebter Schul-Empfehlung zum Gymnasium. Die auf 13 Kapitel verteilten, diversen Interaktionen umfassen Malen, Multiple Choice Ticks und Kreativ-Schriftliches. Manche Wortwahl im Text erscheint jedoch nicht altersgerecht gewählt zu sein wie z.B. Lebenskrise, Erstbegegnungen, Artgenossen oder unterdrücke Impuls. Das Rechnen in Kapitel 3 mit Schokolinsen im Hunderterbereich, die Jussi verzehrt, ist vielleicht nicht so empfehlenswert, ebenso wenig wie die Notlüge in Kapitel 12 auf Seite 130 wegen des zerstörten Vogelhauses im Keller. Hier hat Jussi ohnehin ein schlechtes Gewissen und der Vater schimpft doch ohnehin nie bei Bruch. Warum ist dann eine solche Lüge notwendig? Überdies ergibt sich in Kapitel 11 auf den Seiten 124 und 143 folgender Logikfehler: Wie kann Jussi im dunklen Keller das Gespenst Manno ansehen und ihm ein unauffälliges Zeichen zum leise Entschwinden geben? Jussis Kontakt zu dem coolen, negroiden Klassenkameraden Adam und zum frustrierten Scheidungskind Vince wirken als Nebencharaktere sehr konstruiert. Neben diesen Freundschaftsbekundungen und abschließend auch mit dem Monster Manno bleibt die finale, beruhigende, hoffnungsvolle Botschaft haften: Es gibt viele Begabungen und viele unterschiedliche Wege zum Glück und dabei selber klar kommen. Die eingestreuten Illustrationen gefallen in ihrer zarten Strichführung und Farbgebung, den Text sinnvoll unterstützend.
Vielleicht ist diese Gruselmission noch nicht altersgerecht und im Wortlaut kindgemäß genug?

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Kein überzeugendes Horrorszenarium!

REM
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Das Cover in 3d Optik zeigt in schwarz-weißer Farbgebung ausdrucksstark ein linkes menschliches Auge mit gesplitterter Linse, passend zum Buchinhalt. Der Buchtitel REM weist auf den Traumschlaf hin, entscheidend ...

Das Cover in 3d Optik zeigt in schwarz-weißer Farbgebung ausdrucksstark ein linkes menschliches Auge mit gesplitterter Linse, passend zum Buchinhalt. Der Buchtitel REM weist auf den Traumschlaf hin, entscheidend auch zur wichtigen emotionalen Verarbeitung von Traumatisch-Erlebtem.
»Du darfst nicht einschlafen!« Das hört die Hauptfigur Alysee wiederholt mit 4 Jahren in panischem Sprachduktus ihres Vaters. Thematisiert wird zunächst im weiteren Verlauf nach 21 Jahren ihre tief verwurzelte Angst vor dem Träumen von angsteinflößenden Erlebnissen, da sie im Plot emotional gekoppelt ist an den existentiellen Verlust des Vaters. Mit Freund/Bruder Nico erlebt sie im geerbten Hotel de Ville, einem abgeschiedenen Lost Place, einiges an Deja-Vus aus ihrem erstellten Computerspiel und unvorhersehbaren Horror-Szenen in Richtung Science Fiction. Ausgeweitet wird die Traum-Grundidee auf Traumaufzeichnung in Schlaflabors. Dabei ist das Somnakular, eine Art VR-Brille, ein zentrales, brisantes, mysteriöses Objekt im Kontext von Albträumen und möglichen gefährlichen Horrorszenarien. Begriffe wie Polysomnografie und Antidot-Therapie finden neben EEG, EKG etc. ebenfalls kurz Beachtung.
Randfiguren wie die Rechtsanwältin Emilia Bergmann und der Mitarbeiter des Jugendamts Herr Klaus Tarin spielen insgesamt eine sehr unrealistische, unglaubwürdige, exzentrische Rolle. Überhaupt überzeugt das fiktive Horrorambiente rund um das alte Hotel wenig durch den starken Hang zu Sci-Fi.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Kein gewöhnlicher Sommerthriller!

Ultramarin
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Kein Wohlfühlbuch! Auch wenn das Cover mit Steilküste an ultramarin blauem Wasser einen verführerischen Sommer verspricht. Alles nur Machtmissbrauch, Manipulation, auch starkes queeres Begehren zwischen ...

Kein Wohlfühlbuch! Auch wenn das Cover mit Steilküste an ultramarin blauem Wasser einen verführerischen Sommer verspricht. Alles nur Machtmissbrauch, Manipulation, auch starkes queeres Begehren zwischen den zwei Hauptfiguren Lou und Raf - auf zwei Erzählebenen erzählt aus der Ich-Perspektive des ängstlichen, unterwürfigen, liebenden Lou! Dunkle Abgründe, bereits im Prolog angekündigt, entwickeln sich allmählich während heißen Sommertagen im alten Ferienhaus zwischen dänischen Dünen. Die ambivalente, teils intime, teils destruktive Beziehung zwischen dem unsicheren, stillen, queeren Lou und dem charismatischen, bisexuellen, launischen Raf wird noch dynamischer und unausgewogener durch die Anwesenheit einer dritten Person im Plot: Nora. Während in den Rückblenden besonders die gemeinsame Schulzeit nebst Sommerurlauben auch mit Jacob und Rafs Schwester Sophie beleuchtet wird, konzentriert sich die toxische Dreieckskonstellation mit Nora innerhalb von sieben Wochentagen auf das flirrende, scheinbar leichte Urlaubsambiente, gespickt mit zahlreichen zwischenmenschlichen Disharmonien – sprachlich überzeugend zum Ausdruck gebracht. Neben der selbstsicheren, taktisch klug agierenden Nora wirkt Lou noch hilfloser, verwirrter und naiver, total verblendet.
Insgesamt eine gelungene, sehr prägnante Charakterzeichnung der Akteure und exzellente Atmosphäre-Beschreibungen.

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