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Veröffentlicht am 06.12.2025

Hausfrau im Geheimdienst-Thriller – etwas unrealistisch

Down Cemetery Road
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In sieben Kapiteln entwickelt sich aus einer ungewöhnlichen Dinner-Szene mit nachbarlicher Explosion im verstaubten Oxford ein Geheimdienst-Plot mit ungemütlichen und für tot erklärten Kandidaten auf ...

In sieben Kapiteln entwickelt sich aus einer ungewöhnlichen Dinner-Szene mit nachbarlicher Explosion im verstaubten Oxford ein Geheimdienst-Plot mit ungemütlichen und für tot erklärten Kandidaten auf einer unbenannten Insel vor Schottland. Die zunächst unscheinbare Hauptfigur Sarah Tucker, gelangweilte Hausfrau, kommt auf ihrer Suche nach dem 4-jährigen Mädchen Dinah recht unglaubwürdig daher. Ihr Agieren mit dem Privatdetektiv Joseph Silvermann erscheint unrealistisch, durchsetzt von Nebensächlichkeiten. Sarahs langsame Verwandlung in eine rationale, unerschrockene Person an der Seite des Soldaten Michael Downey wirkt glaubwürdiger. Der ruhige Vorort von Oxford versprüht leider nicht das besonders geheimnisvolle Ambiente einer altehrwürdigen Universitätsstadt, sorgt aber bis zu den stürmischen Vorkommnissen an der schottischen Küste am Ende des Plots für einen spannenderen Handlungsverlauf mit zunehmender Vehemenz. Zoë Boehm als Ermittlerin der Detektei Oxford Investigations JOSEPH SILVERMANN BA. taucht erst spät und wenig überzeugend in der Handlung an der Seite von Sarah auf. Das Netz der kaltblütigen Söldner, die im Auftrag der britischen Regierung aufräumen, wird teilweise zu langatmig beschrieben. Der Schreibstil gefällt in seiner humorigen bis sarkastischen Art.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Überzeugende Motive – Morde schlüssig enträtselt.

Die weiße Nacht
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Das Cover zeigt eine historische Schwarz-Weiß- Aufnahme des beschädigten Reichtaggebäudes in Berlin mit Erwachsenen auf einem fahrenden Kettenkarussell davor, festgehalten durch ein Objektiv. Der fehlende ...

Das Cover zeigt eine historische Schwarz-Weiß- Aufnahme des beschädigten Reichtaggebäudes in Berlin mit Erwachsenen auf einem fahrenden Kettenkarussell davor, festgehalten durch ein Objektiv. Der fehlende Schnee und die leichte Bekleidung der Personen lassen eher auf eine sommerliche Periode schließen. Der Buchtitel verrät jedoch schon den Schneezauber und die Kälte im Hungerwinter 1946/47. Mit Kriminalkommissar Alfred König und der Fotografin Lou Faber als Hauptfiguren werden nicht nur Mordfälle aufgeklärt, sondern auch deren tragische Vergangenheit mit ihren kaum zu verschleiernden Geheimnissen. Die bedrückende Atmosphäre voller Kälte, Hunger, Mangelwirtschaft und Improvisation in der 4-Sektorenstadt steht lebendig und überzeugend neben der glaubwürdigen Figurenzeichnung zwischen beklemmenden Nachkriegsruinen. Thematisiert werden Widerstandsbewegungen wie z.B. der Kreisauer Kreis, das Zuchthaus und die Sicherungsanstalt Brandenburg-Görden oder auch die Städtische Nervenklinik für Kinder und Jugendliche Wiesengrund. Dass viele führende Repräsentanten des NS-Staates schuldfrei aus den Nürnberger Prozessen davonkamen, fand verständlicherweise wenig positives Echo in der Bevölkerung, auch nicht bei dieser Mordkommission.
Eine gelungene Verknüpfung deutscher Geschichte mit einem atmosphärisch bedrückenden Nachkriegskrimi.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Ein hartes Krankheits-Schicksal in Mutter-Tochter-Beziehung

Elf ist eine gerade Zahl
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Auf zwei Erzählebenen verlaufen zeitlich parallel im Wechsel sehr verschiedene Abläufe: Zunächst geht es um eine spezielle Mutter-Tochter-Beziehung in nicht alltäglicher Situation rund um eine erneute, ...

Auf zwei Erzählebenen verlaufen zeitlich parallel im Wechsel sehr verschiedene Abläufe: Zunächst geht es um eine spezielle Mutter-Tochter-Beziehung in nicht alltäglicher Situation rund um eine erneute, schwerwiegend belastende Krankheit mit erneuter OP. Im Verlauf des kritischen Krankenhausaufenthalts der Tochter setzt die Erzählung der Mutter Katja Altenberg ein, um ihre kranke, angstvolle Tochter Paula zu beruhigen. Diese fantasievolle Geschichte, betitelt Der Fuchs und das Mädchen, nimmt zu viel Raum ein. Besonders die körperlichen und seelischen Belastungen der überfürsorglichen Mutter werden betont. Auch der normalerweise schon schwierige Umgang mit Teenagern wie Paula im Alter um 14 Jahre wird gut beschrieben. Die Belastung im Finden der richtigen Worte bis zum Aushalten von Schweigen bei allen Beteiligten rund um den einschneidenden Lungeneingriff bei Paula ist zwar spürbar, erfasst jedoch im Schreibstil emotional nicht tiefgehend.

Ein wichtiges Thema, doch ist der Roman insgesamt keine stimmige Einheit. 2,5 *

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Eine Serienmörderin in einem politischen Ambiente

Düsteres Tal
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Der 1.v on drei Teilen dieses Thrillers spielt in Nairobi und endet mit einem Terroranschlag auf den norwegischen Entwicklungsminister. Die unerschrockene Hauptfigur Clara Lofthus wird in ihrem Heimatland ...

Der 1.v on drei Teilen dieses Thrillers spielt in Nairobi und endet mit einem Terroranschlag auf den norwegischen Entwicklungsminister. Die unerschrockene Hauptfigur Clara Lofthus wird in ihrem Heimatland als Heldin nach diesem Attentat gefeiert. Zurück in Olso, erneut in machtvoller politischer Position, holen diese Ich-Erzählerin ihre skrupellosen Taten aus 2 Vorgängern dieser Trilogie ein, während ihr Gesetzentwurf zum Kinderschutzgesetz nur relativ kurz Erwähnung finden. Ihr Partner Axel und Erik Heier, investigativer Journalist, sorgen aus ihrer Perspektive abwechselnd für weitere spannungsvolle Momente. Wird der Charakter von Axel als naiv, schwach und gelangweilt gezeichnet, erscheint Erik Heier mit seinen Potcasts engagiert und zielstrebig zu sein. Im 2. Teil zeigt sich Clara weiterhin als emotionslose Karrierefrau, die erneut mit mörderischem Kalkül vorgeht. Schließlich konzentriert sich der Plot im 3. Teil auf Clara Lofthus als furchtlose Psychopathin, deren Spuren sich in Westnorwegen schließlich verlieren. Dieses Mysterium um sie wird nicht entschlüsselt. Das offene Ende mag nicht jedem Leser gefallen, einige Fragen zur Widersprüchlichkeit von Claras Charakter – hier soziales Engagement für Kinderschutz und zu Frauenrechten, dort manipulative, emotionslose Racheakte - mögen keine klare Antworten finden.
Insgesamt ein Thriller mit moderatem Spannungsbogen.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Ein Krimi im Krimi – kreativ und detailliert ausgearbeitet.

Tod zur Teestunde
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Auf zwei Zeitebenen in verschiedenen Schrifttypen verlaufen spannende Erzählstränge, im Stil an Agatha Christie erinnernd: Eliot Crace verarbeitet in seinem Manuskript zu Atticus Pünds letzter Fall die ...

Auf zwei Zeitebenen in verschiedenen Schrifttypen verlaufen spannende Erzählstränge, im Stil an Agatha Christie erinnernd: Eliot Crace verarbeitet in seinem Manuskript zu Atticus Pünds letzter Fall die Geschichte seiner eigenen unglücklichen Kindheit um 1955, seiner Familie und den von ihm behaupteten Giftmord an seiner sehr erfolgreichen Großmutter, der Kinderbuchautorin. Seine Zusammenarbeit 2023 mit der Lektorin Susan Ryeland in London entwickelt sich allmählich ebenso zu einem mysteriösen, für ihn tödlichen Kriminalfall. Alle Familienmitglieder in herrschaftlichem Herrenhaus-Ambiente sind detailliert charakterisiert, ausgestattet mit überzeugenden Mordmotiven. Historische Fakten wie z.B. der Kunstraub im 2. Weltkrieg oder die Einbeziehung der Nazca-Linien in Südamerika als bisher vernachlässigtes Naturdenkmal bringen ungewöhnliche Gestaltungsmomente in diesen spannenden Plot. Die Zusammenarbeit am Buch und in Eliots Privatleben zwischen der rationalen, ruhigen Susan Ryeland und dem teils sehr aggressiven Eliot Crace erscheint zu persönlich, zu unrealistisch, wogegen die Ermittlungsarbeit von Atticus Pünd und Kommissar Voltaire in Südfrankreich durch ihre wachsende Freundschaft überzeugender wirkt. Insgesamt führt die raffinierte Verschachtelung mit pragmatischen bis zu schrulligen Charakteren zu sehr viel Spannung in elegantem Schreibstil.

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