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Veröffentlicht am 30.06.2021

Fünf abwechslungsreiche Kurzgeschichten zum Thema Angst

ANGST
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In „Polaroid“ wird ein Mann von einem immer wiederkehrenden Geräusch verfolgt und in den Wahnsinn getrieben. In „Sarah“ entwickelt sich die Autofahrt von Franziska und ihrer Tochter zu einem wahren Alptraum. ...

In „Polaroid“ wird ein Mann von einem immer wiederkehrenden Geräusch verfolgt und in den Wahnsinn getrieben. In „Sarah“ entwickelt sich die Autofahrt von Franziska und ihrer Tochter zu einem wahren Alptraum. Auch „Todesangst“ beschreibt den Alptraum einer Mutter, als ihr Kind plötzlich spurlos vom Spielplatz verschwindet. In „Versteckt“ landet ein angetrunkener Mann in der Nacht im falschen Haus und hat dort eine unheimliche Begegnung. Und in der letzten Geschichte „Dämonen“ dürfen / müssen wir am stetigen Verfall des Autoren Dan teilhaben.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen bzw. bösen Schlusspointen treibt der Autor seine gut aufgebauten Geschichten voran und kommt dabei ziemlich schnell auf den Punkt. Seine Figuren sind aber dennoch gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, von einigen hätte ich gerne noch etwas mehr gelesen.

Auch wenn in einer solchen Sammlung erfahrungsgemäß nicht alle Geschichten den persönlichen Lesegeschmack in Gänze treffen können, ist hier die Trefferquote schon ziemlich hoch. Zugleich machen die Geschichten auch neugierig auf das weitere Schaffen des Autoren, den ich auf jeden Fall im Blick behalten werde.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Spannender Rache-Thriller, der etwas braucht, bis er richtig auf Touren kommt, dann aber mit einem furiosen Schlussakt aufwartet

SCHULD! SEID! IHR!
7

In diesem Thriller schickt der Autor Michael Thode Hauptkommissar Rolf Degenhardt und seine Kollegin Jana Liebisch von der Kriminalinspektion Nordheide in ihren zweiten Fall, der zwar etwas braucht, bis ...

In diesem Thriller schickt der Autor Michael Thode Hauptkommissar Rolf Degenhardt und seine Kollegin Jana Liebisch von der Kriminalinspektion Nordheide in ihren zweiten Fall, der zwar etwas braucht, bis er richtig in die Gänge kommt, mich dann aber mit einem furiosen Schlussakt doch noch komplett überzeugen konnte.

Grundsätzlich kann man das Buch auch dann problemlos lesen und verstehen, wenn man, so wie ich, den ersten Band noch nicht kennt. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Da der erste Fall hier aber immer mal wieder in einer Nebenhandlung eine gewisse Rolle spielt, empfiehlt es sich schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen hier über weite Strecken der Geschichte nicht etwa die Ermittler, sondern „Der Gehängte“, ein geheimnisvoller Rächer, der eiskalt und skrupellos einen perfiden Plan verfolgt, bei dem er seine Opfer vor eine schreckliche Wahl stellt. Sein Name leitet sich von der gleichnamigen Tarot-Karte ab, die er in unterschiedlichen Versionen an den Tatorten zurücklässt. Auf den ersten Blick gibt es dabei zwischen den Opfern keine Verbindung, erst nach und nach zeichnet sich das Motiv und die grausame Hintergrundgeschichte ab.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt mit kurzen Kapiteln und ständigen Perspektivwechseln für ein ziemlich hohes Erzähltempo. Dabei erleben wir das Geschehen abwechselnd aus der Sicht des Täters und seiner Opfer, dadurch erhält man dann auch einen ziemlich umfassenden und intensiven Blick auf die Abläufe. Der Strang um Hauptkommissar Degenhardt und Jana Liebisch fällt dagegen zunächst doch deutlich ab, da er sich lange Zeit eher mit dem Privatleben der Ermittler und Machtspielchen auf der Kriminalinspektion beschäftigt. Erst im letzten Drittel des Buches greifen die Ermittler so richtig ins Geschehen ein. Hier verdient sich das Buch dann doch noch die Bezeichnung Thriller, neben reichlich Spannung und Dramatik wird dabei auch eine überzeugende Auflösung geboten, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, obwohl am Ende noch ein wenig Interpretationsspielraum zurückbleibt. Getragen wird die Geschichte von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Trotz kleinerer Kritikpunkte überwiegen am Ende dann doch die positiven Leseeindrücke bei weitem. Wer auf packende Rache-Thriller steht, wird mit diesem Buch somit insgesamt sehr gut bedient und unterhalten.

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  • Handlung
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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.06.2021

Abgründiger Krimi um ein namenloses Dorf am Rande der Eifel, in dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint

Es wird jemand sterben
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In diesem historischen und ziemlich abgründigen Kriminalroman schickt uns der Autor Herbert Pelzer in ein namenloses Dorf am Rande der Eifel und lässt uns hautnah am Verfall der Dorfgemeinschaft teilhaben. ...

In diesem historischen und ziemlich abgründigen Kriminalroman schickt uns der Autor Herbert Pelzer in ein namenloses Dorf am Rande der Eifel und lässt uns hautnah am Verfall der Dorfgemeinschaft teilhaben. Der Titel des Buches ist dabei eine deutliche Untertreibung, denn die Liste der Toten ist am Ende schon ziemlich lang.

Im Jahr 1955 herrscht in dem Dorf eine seltsame Mischung aus Niedergeschlagenheit durch den verlorenen Krieg bzw. seinen Folgen und Vorfreude auf den kommenden Wirtschaftsaufschwung, der sich so langsam am Horizont abzeichnet. In dieser Stimmung setzt das Verschwinden der jungen Ursula eine unheilvolle Entwicklung in Gang, die tiefe Risse in der eigentlich verschworenen Dorfgemeinschaft erzeugt und dabei so manche Lebenslüge offenbart. Am Ende zeigt sich, das hier nichts so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Und das vor allem nichts wieder so sein wird, wie es einmal war.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und facettenreiche Geschichte voran und treibt den Verfall der Dorfgemeinschaft gnadenlos und konsequent voran. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der Focus liegt dabei eindeutig auf den Dorfbewohnern, der im Klappentext erwähnte Kommissar Kaul taucht erst auf den letzten knapp 100 Seiten des Buches auf und bleibt eigentlich bis zum Schluss eher eine Nebenfigur, auch wenn er am Ende den Fall löst. So sprengt das Buch auch immer wieder die Grenzen des Kriminalromans und stellt darüber hinaus ein rundherum gelungenes und gut recherchiertes Sittengemälde der damaligen Zeit dar.

Wer auf historische und atmosphärisch dichte Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mich konnte das Buch auf jeden Fall auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2021

Bei ihrem siebten Job wird Karen selbst zum Opfer einer perfiden Intrige, die bis in höchste Kreise reicht

Strahlender Sieg
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Mit diesem Buch legt der Autor Erich H. Franke den siebten Band seiner inzwischen bereits auf 9 Bände angewachsenen Thriller-Reihe um Karen C. Mulladon, der Agentin einer Behörde des US-amerikanischen ...

Mit diesem Buch legt der Autor Erich H. Franke den siebten Band seiner inzwischen bereits auf 9 Bände angewachsenen Thriller-Reihe um Karen C. Mulladon, der Agentin einer Behörde des US-amerikanischen Geheimdienstes, vor.

Man kann diesen Band aber grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten Bänden lesen und verstehen, da alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als Karen auf eine scheinbare Routinemission nach Deutschland geschickt wird, freut sie sich in erster Linie auf das bevorstehende Wiedersehen mit ihrem Freund und Kollegen Martin Weilmann. Doch plötzlich steht sie selbst im Mittelpunkt einer Intrige und wird beschuldigt, rechtsradikale Terroristen zu unterstützen und einen von ihnen mit Waffengewalt aus den Händen der Deutschen befreit zu haben. Derweil untersucht Martin den Diebstahl von radioaktiven Stoffen in Guatemala und stößt auf eine Reihe von ähnlichen Diebstählen. Wird hier etwa ein Anschlag vorbereitet und dient die Aktion gegen Karen nur als Ablenkungsmanöver ?

Auch diesmal gelingt es dem Autoren wieder, auf knapp 280 Seiten eine komplexe und atmosphärisch dichte Geschichte mit wechselnden Handlungsorten und einer schlüssigen Auflösung zu erzählen. Mit einem packenden Schreibstil, überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo treibt er das Geschehen voran und lässt es schlussendlich in einen furiosen Showdowns münden, der in Sachen Spannung keine Wünsche offen lässt. Bei der Figurenzeichnung hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas mehr Tiefe gewünscht, um die Handlungsweisen der Akteure besser nachvollziehen zu können, am Ende überwiegen dann aber doch die positiven Leseeindrücke bei weitem.

Wer auf spannende Agenten-Thriller mit Verschwörungen und überraschenden Wendungen steht, wird hier insgesamt gut bedient und bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 23.06.2021

Auch der zweite Fall mit Frederike Stier bietet reichlich Krimispannung und viel Ruhrgebietsflair

Doppelbock
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In diesem Buch schickt der Autor Thomas Salzmann die inzwischen ehemalige Hauptkommissarin Frederike Stier in ihren zweiten Fall, der neben reichlich Krimispannung auch noch eine Menge Ruhrgebietsflair ...

In diesem Buch schickt der Autor Thomas Salzmann die inzwischen ehemalige Hauptkommissarin Frederike Stier in ihren zweiten Fall, der neben reichlich Krimispannung auch noch eine Menge Ruhrgebietsflair aufweist und mich damit auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Grundsätzlich braucht man hier keinerlei Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Hauptfigur in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Nach ihrem Herzinfarkt vor einem Jahr ist Frederike Stier inzwischen in den Ruhestand versetzt worden und tut sich ziemlich schwer damit. Bei ihrer Reha hat sie nicht nur Hartmut, zu dem sie schnell zarte Bande geknüpft hat, sondern auch den Umweltaktivisten Alexander Röttgen kennengelernt und auch danach den Kontakt zu ihm gehalten. Umso größer ist der Schock, als sie im Schatten der Zeche Zollverein vor seiner Leiche steht. Als ihn die schwangere Freundin des Opfers bittet, in dem Fall zu ermitteln, weil sie der Polizei nicht traut, zögert sie dann auch zum Ärger ihrer ehemaligen Kollegen nicht lange und taucht tief ein in die Machenschaften zwischen Ewigkeitslasten, Klimaveränderung und skrupelloser Umweltverschmutzung, denen Alexander auf der Spur war. Oder kommt der Mörder doch aus einer ganz anderen Richtung ?

Neben einer spannenden und gut aufgebauten Geschichte bietet dieser Kriminalroman auch noch tiefe Einblicke in die inzwischen vergangene Zechenkultur des Ruhrgebietes, mit deren Spätfolgen die Region noch ewig zu tun haben wird. Mit einem packenden Schreibstil und fein dosiertem Humor, der bisweilen auch ziemlich gallig ausfällt, treibt der Autor das Geschehen voran und lässt es schließlich in einem klassischen Showdown auf Zeche Zollverein münden, der neben reichlich Spannung auch eine überzeugende Auflösung bietet. Hatte es mir Frederike Stier im ersten Band mit ihrer zuweilen ziemlich ruppigen Art lange Zeit nicht wirklich leicht gemacht, sie zu mögen, ist sie mir inzwischen doch ziemlich ans Herz gewachsen. Auch scheint sie durch ihre Erkrankung ein wenig altersmilde geworden zu sein, auch wenn die „alte“ Frederike immer wieder mal hervorkommt. Aber auch die übrigen Protagonisten sind gut gezeichnet und durchgehend vielschichtig angelegt.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Auf Frederikes nächsten Auftritt, der bereits angekündigt ist, bin ich schon sehr gespannt.

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