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Veröffentlicht am 05.02.2025

What to do?

Mr. Loverman
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Durch „Mr. Loverman“ darf ich mich mal wieder auf eine Reise begeben. Diesmal geht es nach London, genau genommen in den Stadtteil Hackney, der nordöstlich des Stadtzentrums liegt. Barry, ursprünglich ...

Durch „Mr. Loverman“ darf ich mich mal wieder auf eine Reise begeben. Diesmal geht es nach London, genau genommen in den Stadtteil Hackney, der nordöstlich des Stadtzentrums liegt. Barry, ursprünglich von Antigua nach Großbritannien ausgewandert, ist zwischenzeitlich im Rentenalter, fühlt sich aber noch keineswegs zum alten Eisen gehörend. Seit er denken kann, trägt er ein Geheimnis in sich, das ihn nicht ruhen lässt. Er ist Männern, im Speziellen seinem Freund Morris, zugetan, der seine Gefühle durchaus erwidert. In Rückblicken erfahre ich beim Lesen viel über sein Leben mit einer Frau, die stets viel Misstrauen ihm gegenüber hegte, obwohl sie nicht ahnen konnte, was in ihm vorging. Auch Barry hadert mit sich, ob er ein Coming-out wagen kann, oder ob es dafür zu spät ist.

Mit vielen interessanten Irrungen und Wirrungen führt mich die sehr beliebte und bekannte Autorin Bernadine Evaristo durch das Buch. „Mr. Loverman“ ist ihr inzwischen sechster Roman und als erste schwarze Autorin erhielt sie für eines ihrer Bücher den Booker Prize. Mit vielen „little plays on words“ und Slangeinlagen spickt sie die Story, die durchaus unterhaltsam ist und gleichzeitig nachdenklich macht. Dennoch kam mir beim Lesen oft der Gedanke, dass durch die deutsche Übersetzung einiges verloren ging, was im englischen Original sicher besser rüberkommt. Sollte ich nochmal einen Roman dieser Autorin lesen, dann nicht in der Übersetzungsfassung. Von mir gibt es diesmal eider nur drei von fünf Sternen mit einer bedingten Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Das Schiff mit den zwölf Namen ...

Fernwehland
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Wer von uns Wessis hätte gewusst, dass es in der ehemaligen DDR Kreuzfahrtschiffe gab? Ich auf jeden Fall nicht und so war ich doch sehr gespannt auf den inzwischen vierten Roman der mir gut bekannten ...

Wer von uns Wessis hätte gewusst, dass es in der ehemaligen DDR Kreuzfahrtschiffe gab? Ich auf jeden Fall nicht und so war ich doch sehr gespannt auf den inzwischen vierten Roman der mir gut bekannten und sehr sympathischen Autorin Kati Naumann. Durch ihre Augen und vor allem durch ihre wunderbare, intensive Recherche durfte ich auf dem Schiff reisen, das die ProtagonistInnen Dora, Erwin, Frida, Simone und Henri nachhaltig geprägt hat. Jeder von ihnen verbindet eine eigene Geschichte mit diesem Schiff, das selbst eine bewegende Vergangenheit hinter sich hat. Zwölf Namen und eine Kollision, das muss erstmal ein Schiff nachmachen! Wie schon in den drei vorangegangenen Büchern zeichnet sich „Fernwehland“ durch die bildhafte Sprache aus, die mir ganz wunderbares Kopfkino bescherte. Fast meinte ich zu glauben, selbst „Seemannsbeine“ entwickelt zu haben, als ich beim Lesen so manchen Sturm miterlebte. Mit Dora, ihrem Sohn Erwin und dessen Sohn Henri sowie Simone erfuhr ich, was die wahre Liebe zur See bedeutet und wie sie Menschen kämpfen lässt, ihre Träume wahr werden zu lassen. Die Schwierigkeiten, die damit in der DDR einhergingen, waren glaubhaft beschrieben, ohne anzuklagen. Auch Frida und Elli beeindruckten mich, denn Beide erfüllten sich mit dieser Reise einen eigenen Traum, wenn sich dies auch nicht von Anfang an abzeichnete. Alles in allem hat mich die Geschichte beeindruckt, bewegt und abgeholt. Ich vergebe sehr gerne 4,5 von 5 Sternen und spreche natürlich eine absolute Leseempfehlung für „Fernwehland“ aus. Und natürlich freue ich mich heute schon auf das nächste Buch von Kati Naumann. Ein kleiner Hinweis dazu ist wohl in diesem Buch versteckt, das macht mich umso neugieriger ...

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Juste un peu de courage ...

Die Schwestern von Krakau
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Mit ihrem bewegenden Roman „Die Schwestern von Krakau“ nimmt die Autorin Bettina Storks ihr Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die für Édith und Tatjana endlich Aufklärung und somit Frieden ...

Mit ihrem bewegenden Roman „Die Schwestern von Krakau“ nimmt die Autorin Bettina Storks ihr Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die für Édith und Tatjana endlich Aufklärung und somit Frieden in ihr Leben bringen soll. Die beiden Cousinen, die zuvor nichts von ihrer gegenseitigen Existenz wussten, setzen alles daran die Lücken zu füllen, die ihre eigene Lebensgeschichte prägen. Wie war es damals im deutsch-besetzten Polen, in dem Familie Wagner mit ihren beiden Töchtern Lilo und Helene lebte? Wie erlebten es die Wagners und vor allem auch die Polen und polnischen Juden, für die die Luft zum Atmen immer dünner wurde? Als Édith und Tatjana, die Enkeltöchter der Schwestern Helene und Lilo sich nach dem Tod von Édiths Vater Simon zum ersten Mal in die Augen sehen wissen sie, dass ihnen eine schwere Aufgabe bevorsteht, deren Lösung schöne Momente aber auch furchtbare Dinge ans Licht bringen wird …

Ich bekam einen wunderbaren Einblick in den neuesten Roman der sympathischen und äußerst talentierten Autorin als ich in ihrer Heimatstadt Fellbach, in der auch Teile der Geschichte spielen, einer Lesung beiwohnte und konnte es kaum erwarten, mich darauf einzulassen. Einmal angefangen ist es ein Buch, das man schwer zur Seite legen kann, wenn man auch zwischendurch immer mal wieder das Gefühl bekommt, keine weiteren Gräueltaten mehr ertragen zu können. Ich wollte mich fremdschämen für meine eigenen Landsleute, die den Polen und unter ihnen natürlich hauptsächlich den Juden, das Leben so schwer gemacht hatten. Umso mehr aber bin ich auch voller Bewunderung für die mutigen Menschen, die den Widerstand wagten, was die meisten von ihnen schlussendlich mit dem Leben bezahlen mussten. Wie ich es schon aus vorherigen Büchern aus der Feder Bettina Storks gewohnt war, hat sie auch diesmal eine akribische Recherche betrieben und stets sichergestellt, dass die realen Fakten korrekt dargestellt wurden. Die kurzen Kapitel sorgen trotz vieler Zeitsprünge mit ihren Überschriften für einen ungetrübten Lesefluss und durch die bildhafte Sprache fühlte ich mich ganz an der Seite der jeweiligen Charaktere, die sie liebevoll gezeichnet hat. „Die Schwestern von Krakau“ ist ein Roman gegen das Vergessen mit dem ausdrücklichen Bestreben, die Fehler der Vergangenheit niemals zu wiederholen. Er steht aber auch für die Hoffnung und die Liebe zum Leben und hat mich persönlich tief beeindruckt. Ich vergebe die absolute Bestnote für diesen eindringlichen Roman, natürlich verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. Danke, liebe Bettina, dass du mir diesen Teil der Geschichte nähergebracht hast.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Ein Haus im Wechsel der Zeiten ...

Torstraße 1
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Ganz anders als vermutet, aber nicht uninteressiert begleite ich Vicky, Harry, Wilhelm, Martha und natürlich als Hauptpersonen Elsa und Berhard, die beide am gleichen Tag im Jahr 1929 das Licht der Welt ...

Ganz anders als vermutet, aber nicht uninteressiert begleite ich Vicky, Harry, Wilhelm, Martha und natürlich als Hauptpersonen Elsa und Berhard, die beide am gleichen Tag im Jahr 1929 das Licht der Welt erblicken. Für Vicky ist es nicht einfach, denn der Vater der kleinen Elsa darf sich nicht zu ihr bekennen und so muss sie Kindererziehung, ihre Arbeit und vor allem die Vorurteile der Menschen um sie herum allein unter einen Hut bringen. Auch für Wilhelm ist es nicht immer leicht, denn seine Frau leidet unter Depressionen und so muss auch er viel jonglieren, um das Leben seiner kleinen Familie zu managen. Ganz unschuldig hingegen scheint die besondere Freundschaft, die Elsa und Bernhard verbindet, sie ahnen noch nichts von den Kämpfen, die ihre Eltern auszufechten haben. Über die Jahre jedoch verlieren sie sich aus den Augen und auch das schöne Gebäude in der Torstraße 1 muss immer wieder Änderung über Änderung über sich ergehen lassen. Viele Jahre gehen ins Land, bis sich die beiden Wahlgeschwister schließlich wieder sehen dürfen, viele Tränen werden vergossen, viele Kinder werden geboren und die Politik scheint willkürlich über alle verfügen zu wollen. Eine spannende Reise in die Vergangenheit nimmt ihren Lauf …

Während das Kaufhaus Jonass, das in der Torstraße 1 im Osten Berlin als „Kreditkaufhaus auf Pump“ zu Anfang der Geschichte noch sehr im Mittelpunkt steht, tritt es mit jeder Seite, die im umblätterte, immer mehr in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Geschichte um die teilnehmenden Charaktere, wobei ich gestehen muss, dass es mir beim Lesen immer schwerer fiel, den Zugang zu ihnen zu finden. Verwirrend fand ich zudem die Namensähnlichkeit von Elsa, Elisa und wie hieß nochmal die Dritte? Schade, ich hatte mir hier eine flüssigere Geschichte versprochen und vergebe hier diesmal leider nur 3,5 von 5 Sternen. Aber macht euch selbst ein Bild, vielleicht bin ich ja auch ein wenig zu kritisch?

Veröffentlicht am 10.01.2025

"Qui qu'a vu Coco?"

Coco und die Revolution der Mode
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Wer kennt es nicht, das Modelabel von Coco Chanel mit den zwei verschlungenen Cs … auch mir war es natürlich schon vor dem Genuss des Hörbuchs ein Begriff, wenn es auch eher außerhalb meiner finanziellen ...

Wer kennt es nicht, das Modelabel von Coco Chanel mit den zwei verschlungenen Cs … auch mir war es natürlich schon vor dem Genuss des Hörbuchs ein Begriff, wenn es auch eher außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten liegt. Aber die Geschichte, die hinter dieser erfolgreichen Designerin steckt, interessierte mich dann doch und so widmete ich mich gerne dem biografischen Roman „Coco und die Revolution der Mode“ von der mir bestens bekannten Autorin Lena Johannson. Coco, die damals noch Gabrielle hieß, wurde im Jahr 1883 als zweite uneheliche Tochter des Hausierers Henri-Albert Chasnel und der Wäscherin Eugénie Jeanne Devolle in einem Armenhaus in Saumur an der Loire geboren. Erst 1884 heiraten ihre Eltern. Sie hat fünf Geschwister, zwei Schwestern, Julia und Antoinette, sowie drei Brüder, Alphonse, Lucien und Augustin, letzterer starb allerdings schon nach wenigen Monaten. Geld gibt es in der Familie wenig bis keins und so bringt der Vater sie und ihre Schwester Julia in ein Kloster, wo Gabrielle bis zu ihrem 18. Lebensjahr lebt. Danach schlägt sie sich mit allerlei Arbeiten durch, bis sie schließlich mit viel, viel Ehrgeiz, ein wenig Glück und ein bisschen Liebe ihre Berufung gefunden haben zu scheint …

Beim Hören des Buchs wird mir bewusst, wie wenig ich doch bis dato von Gabrielle Chasnel alias Coco Chanel wusste. Sie war trotz ihres eher herausfordernden Starts im Leben – oder vielleicht gerade deshalb? – eine sehr strebsame und zielbewusste Frau. Sie wollte geldlich frei und unabhängig sein und verstand schon früh, das meiste aus sich herauszuholen. Ich muss sagen, ich bewundere sie, wenn sie auch oft mit sich selbst haderte. Der Roman an sich hat mir gut gefallen. Nicht immer gut aufgehoben gefühlt habe ich mich leider mit Ann-Kathrin Hinz als Hörbuchsprecherin, da mir ihre Interpretation der männlichen Protagonisten so gar nicht lag. Des Weiteren hätte ich am Ende des Buchs mir einen kleinen Epilog mit einer Zusammenfassung von Cocos weiterem Leben gewünscht. Hier fühlte ich mich irgendwie mittendrin rausgeschmissen. Dennoch haben mich die ersten ungefähr 30 Jahre ihres Lebens beeindruckt und dafür vergebe ich „modische“ vier von fünf Sternen. Jedem, den die Entstehung einer neuen Modelinie und Coco Chanel interessieren, sei dieses (Hör)buch ans Herz gelegt.