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Veröffentlicht am 09.05.2026

Wunderbarer Abschlussband !!!

Die Schneiderei in der Fliedergasse - Neue Hoffnung
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Nahtlos schließt sich dieser zweite Band der Dilogie rund um die Zwillinge Susanne und Leonard an den Vorgängerband an. Meine kleine Sorge, ich könnte nicht wieder in die Geschichte rein finden, nachdem ...

Nahtlos schließt sich dieser zweite Band der Dilogie rund um die Zwillinge Susanne und Leonard an den Vorgängerband an. Meine kleine Sorge, ich könnte nicht wieder in die Geschichte rein finden, nachdem es doch schon ein Weilchen her war, dass ich den ersten Teil gelesen hatte, war somit vollkommen unbegründet. Ein toller Einstieg bot der Prolog aus dem Jahr 1956, der mich als Leserin sofort damit abholte, wie die Geschichte und somit das Zwillingspärchen, entstanden waren. In der Gegenwart, im Jahr 1977, kämpfen Susanne und Leonard gemeinsam mit ihrer Mutter leider immer noch um den Erhalt der kleinen Schneiderei, der nicht nur ihre Lebensgrundlage bildet, sondern auch mit vielen Erinnerungen verknüpft ist. Die Stadt Tübingen ist dabei gnadenlos in ihren Bestrebungen um eine authentische Sanierung und Unterstützung scheint für die Familie dabei keine in Sicht. Also wagt die Mutter verzweifelt den verhassten Schritt und kontaktiert den leiblichen Vater der Zwillinge. Erst als sich die bisher unbekannte Colette einschaltet, kommen mehr Steine ins Rollen, als alle je für möglich gehalten hätten…

Wie schon im ersten Teil, behandelt das sympathische Autorinnenduo bestehend aus Andrea Bottlinger und Claudia Hornung, die sich hinter dem Namen Katharina Oswald verbergen, aktuelle Themen der 1970er Jahre und beschert dem Roman dadurch eine authentische Kulisse. Die kleine Zeitreise in die beiden wunderbaren Städte Tübingen und Straßburg ließen mich tief eintauchen in die Geschichte, sind sie mir doch beide bestens bekannt und sehr von mir geliebt. Auch konnte ich mir die Musik der französischen Band wunderbar vorstellen, bin ich doch selbst mit Mike Oldfield und Emerson, Lake and Palmer und Co. großgeworden und auch die politischen Proteste der Studenten sind mir noch in vager Erinnerung. Die meiner Meinung nach sehr realistischen Gedankengänge der Zwillinge sind gut nachvollziehbar und die junge Verliebtheit der Beiden setzt dem ganzen noch das Sahnehäubchen auf. „Die Schneiderei in der Fliedergasse“ ist ein Wohlfühlroman mit warmherzigem Schreibstil, der dennoch mit überraschend viel Tiefgang punkten kann. Von mir gibt es deshalb wohlverdiente und funkelnde fünf Sterne. Gut gemacht, Mädels, freue mich schon heute auf das nächste Buch aus eurer Feder!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Wo soll sie hingehen, die eigene Reise des Lebens?

Mirabellentage
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Die Haushälterin Anna, selbst in ihren frühen 50ern, ist, seit sie denken kann ein Mensch, der sich selbstlos für Andere einsetzt, ganz besonders natürlich für „ihren“ Pfarrer Josef. Umso härter trifft ...

Die Haushälterin Anna, selbst in ihren frühen 50ern, ist, seit sie denken kann ein Mensch, der sich selbstlos für Andere einsetzt, ganz besonders natürlich für „ihren“ Pfarrer Josef. Umso härter trifft sie sein unerwarteter und viel zu früher Tod, der ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellt. Als schließlich ein junger Nachfolger angekündigt wird, muss sie ihr eigenes Leben, und was sie noch damit anfangen möchte, überdenken. Eine Reise ins Unbekannte – in mehrfacher Hinsicht – beginnt, und sie muss alles geben, um hier nicht abgehängt zu werden …

Ich kenne Martina Bogdahns Debütroman „Mühlensommer“, der viele Wochen auf der Bestseller Liste stand, leider nicht und so wusste ich bei ihrem zweiten Roman „Mirabellentage“ nicht, was mich atmosphärisch erwarten würde. In dieser Hinsicht wurde ich positiv überrascht, denn die Autorin schreibt in einem warmherzigen Stil, in dem man sich schnell zu Hause fühlt. Dennoch konnte sie mich nicht 100%ig überzeugen, denn manche Passagen fand ich etwas zu überzogen, ja manchmal auch ein wenig langweilig. Martina Bogdahn, selbst auf einem Einödhof und somit sehr ländlich groß geworden, kann sich sicher mit ihrer Geschichte besser identifizieren als ich, die im Leben viel rumgekommen ist und sich solch ein abgeschiedenes Leben schwerlich vorstellen kann. Aber trotzdem möchte ich für diese fast ein wenig märchenhaft anmutende Geschichte vier von fünf möglichen Sternen vergeben verbunden mit einer Empfehlung an alle, die einfach mal lesetechnisch in eine kleine Wohlfühloase eintauchen möchten.

Veröffentlicht am 07.05.2026

Toller Auftaktband ...

Feuer in der Hafenstadt
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Mich zog es lesetechnisch mal wieder in den hohen Norden und schon beförderte mich ein beherzter Griff ins heimische Bücherregal nach Glückstadt vor gut 130 Jahren. „Feuer in der Hafenstadt“ ist ein Reihenauftakt ...

Mich zog es lesetechnisch mal wieder in den hohen Norden und schon beförderte mich ein beherzter Griff ins heimische Bücherregal nach Glückstadt vor gut 130 Jahren. „Feuer in der Hafenstadt“ ist ein Reihenauftakt und gleich zu Anfang lerne ich Kapitän Hauke Sötje kennen, der eigentlich mit seinem eigenen Leben gedanklich schon abgeschlossen hat. Doch zwei Dinge will er vorher noch erledigen, nämlich Blumen auf das Grab seiner Frau und dem kleinen Sohn legen, den er nie kennenlernen durfte. Und er möchte den Schuldigen finden, dem er nicht nur den Untergang seines Schiffs, sondern auch den Tod seiner 54köpfigen Mannschaft zu verdanken hat. Bald wird er jedoch in Machenschaften verwickelt, die sich seiner Kontrolle zu entziehen scheinen und mit denen er mehr als einmal in Lebensgefahr gerät.
Auch eine zauberhafte Protagonistin hat bald ihren ersten Auftritt im Roman. Sie ist das einzige Kind in der Fabrikantenfamilie Struwe und sehr zum Leidwesen ihres Vaters - nicht zuletzt durch ihren eigenen Dickkopf – noch nicht unter der Haube. Hier soll Tante Dora Abhilfe schaffen, doch auch sie scheint sich die Zähne an Sonja auszubeißen. Der Fabrikleiter Struwe ist einer der Vorstände der neugegründeten Heringsfischerei AG, die für Glücksstadt eine wichtige Rolle spielt und die Wirtschaft vor Ort ankurbeln soll. Doch Struwe steckt in finanziellen Nöten und entzieht sich mit einem Selbstmord aus der Affäre. Seine Tochter steht nun mittellos und allein in der Welt da, doch da begegnet ihr Hauke und von nun an kämpfen sie Seite an Seite für die Gerechtigkeit …
Man braucht als Leserin schon ein wenig Geduld um die vielen Charaktere ihren jeweiligen Parts zuordnen zu können, doch diese Geduld zahlt sich aus, denn am Ende fügen sie alle kleinen Puzzlesteinchen zu einem wunderbaren Ganzen zusammen. Ich habe diesen Auftaktband sehr gerne gelesen und so bekommt er von mir solide vier von fünf Sternen. Ich freue mich schon aufs Weiterlesen dieser Reihe und habe mir doch gleich mal den zweiten Band bestellt.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Mir schwirrt ein wenig der Kopf ...

Hildur – Die Toten am Meer
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Kaum bin ich aus meinem eigenen Urlaub in Albanien zu Hause, mache ich mich – wenn diesmal auch nur literarisch – schon wieder auf die Reise, diesmal mit Ziel Island. Dort treffe ich die mir inzwischen ...

Kaum bin ich aus meinem eigenen Urlaub in Albanien zu Hause, mache ich mich – wenn diesmal auch nur literarisch – schon wieder auf die Reise, diesmal mit Ziel Island. Dort treffe ich die mir inzwischen bestens bekannte Hildur und ihren strickenden Kollegen Jakob, die diesmal mehr als genug zu tun haben. Sie werden konfrontiert mit dem plötzlichen Kindstod eines Babys, treffen auf einen blutüberströmten Küchenhelfer, der aus einem vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff stolpert, schlagen sich mit mysteriösen Einbrüchen in hiesigen Sommerhäuser rum und sind schlussendlich noch bei der Entdeckung von vier Skeletten in Hildurs ehemaligen Elternhaus beteiligt. Als schließlich noch die beste Freundin von Hildurs lange verstorbenen Mutter in eines unerwarteten Todes im Seniorenheim stirbt, war bei mir eigentlich das Maß übervoll.
Während ich mich auch in diesem vierten Band schnell wieder zurechtfand, waren mir das diesmal doch zu viele Baustellen, die die Autorin aufreißt, um danach wichtige Themen wie Fischfangquoten und Menschenhandel im Sande verlaufen zu lassen. Doch dem nicht genug … privat fragt sich Hildur, wie es wohl mit ihrer spontanen, kurzen Affäre mit Anton und der Beziehung zu ihren Schwestern weitergehen soll und Jakob kämpft mit Problemen, die sein Sohn nach dem Tod von dessen Mutter zu haben scheint.
Am Ende war ich wieder einigermaßen versöhnt, da sich die Fälle nach und nach aufklären und auch gewisse Zusammenhänge bestehen, dennoch gehört dieser Band für mich einem der schwächeren der Reihe. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich heute schon auf den fünften Teil dieser isländischen Krimireihe. Für Band vier gibt es von mir vier von fünf Island-Sternchen.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein Jahr in den Weinbergen Goldbergs ...

Heimatsommer
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Kaum war ich in Goldberg – einem kleinen, fiktiven Ort im Remstal – angekommen, fühlte ich mich gleich heimisch. Der Schauplatz im neuen Roman der bekannten Autorin Petra Durst-Benning war mit seinen Weinbergen ...

Kaum war ich in Goldberg – einem kleinen, fiktiven Ort im Remstal – angekommen, fühlte ich mich gleich heimisch. Der Schauplatz im neuen Roman der bekannten Autorin Petra Durst-Benning war mit seinen Weinbergen und den dadurch einhergehenden Sorgen und Nöten so authentisch dargestellt, dass man selbst sofort loslegen wollte mit schneiden, biegen, Pflege und natürlich der Lese, dem Highlight in jedem „Wengert“. Doch schon lange merken Fleur, deren Mutter Helene – ein Herzstück Goldbergs – erst vor ein paar Tagen verstorben war, und ihre Freundin Eleonore, dass vieles im Argen liegt in dem kleinen Weindorf. Gemeinsam mit dem Weltenbummler Jean-Claude, Eleonores Bruder und Sohn von Helenes bester Freundin Agnes, beginnen sie deshalb Ideen zu entwickeln, die den Zusammenhalt in Goldberg wieder stärken und vor allem auch Jung und Alt wieder an einen Tisch bringen sollen. Doch manche Dinge entwickeln schnell eine Eigendynamik, die nicht immer für positive Überraschungen sorgt …

Zunächst möchte ich einmal wieder die exzellente Recherchearbeit Petras hervorheben, die ihre Romane so besonders macht. Als ehemalige Nebenerwerbs-Weinbäuerin habe ich selbst einen tiefen Einblick in die Materie und ich muss sagen, Petra hat alles sehr authentisch und korrekt geschildert. Die im Buch dargestellten Ideen, um wieder neuen Wind im Dorf wehen zu lassen, waren allesamt großartig, aber irgendwann dachte ich beim Lesen, dass es fast ein wenig unwahrscheinlich wirkte, diese alle – meist auf Volontärbasis - umsetzen zu können. So viel Heimatliebe wäre großartig, aber meiner Meinung nach etwas unrealistisch. Auch fand ich die begleitenden Liebesgeschichten leider oft ein bisschen vorhersehbar … schade.

Dennoch empfand ich „Heimatsommer“, nicht zuletzt durch den gewohnt angenehm flüssigen Schreibstil, als einen Roman, in den man sich fallen lassen und in dem man wegtauchen konnte. Von mir gibt es dafür aufgerundete vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung an alle Leserinnen und Leser, die sich mal eine kleine Auszeit vom eigenen Leben gönnen möchten.