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Veröffentlicht am 09.01.2026

Universal Humanitarian Church ... Fluch oder Segen?

Das strömende Grab
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Ein besorgter Vater wendet sich an Cormoran Strike und Robin Ellacot, die sich mit ihrer Detektei darauf spezialisiert haben, schwierige Fälle zu lösen. In diesem bereits siebten Band der Reihe bekommen ...

Ein besorgter Vater wendet sich an Cormoran Strike und Robin Ellacot, die sich mit ihrer Detektei darauf spezialisiert haben, schwierige Fälle zu lösen. In diesem bereits siebten Band der Reihe bekommen sie nun den Auftrag Sir Colin Edensors Sohn Will aus den Fängen der UHC (Universal Humanitarian Church) zu befreien. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn Will scheint unerreichbar und wird von der Sekte vollkommen isoliert. Den beiden Detektiven bleibt nichts anderes übrig als Robin unter falschen Vorgaben auf dem Campus einzuschleusen. Dort angekommen erlebt sie am eigenen Leib, wie die Kirche operiert. Sie manipuliert ihre Mitglieder, unterzieht sie strengen, oft grausamen Ritualen, die bei Nichtbeachtung mit einer empfindlichen körperlichen Strafe belegt werden. In der Zwischenzeit tut Cormoran auf der anderen Seite sein Möglichstes, die dubiosen und sträflichen Machenschaften aufzudecken. Was ihm dabei zwischen die Finger kommt, lässt ihn erschauern und um das leibliche Wohl Robins bangen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und bringt das Duo hart an seine Grenzen …

Mit seinen gut 34 Stunden Hörvergnügen stellte das Hörbuch für mich eine wahre Herausforderung dar. Während ich die Geschichte durchaus als spannend empfand, hätte ich sie mir auch ohne den ein oder anderen Nebenschauplatz vorstellen können. „Weniger ist oft mehr“ wäre hier das Sprichwort meiner Wahl gewesen. Dennoch habe ich die Hörstunden genossen und freue mich auch sehr über die persönliche Entwicklung der Charaktere. So sehr, dass ich wohl auch zum nächsten Teil greifen werde ;). Insgesamt vergebe ich für „Das strömende Grab“ vier der verfügbaren fünf Sterne und freue mich nun auf Teil acht der Reihe rund um Cormoran und Robin!

Veröffentlicht am 09.01.2026

Keine leichte aber dafür sehr wichtige Kost ...

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Schnell wird beim Lesen des neuen Romans von Susanne Abel klar, warum der Titel „Du musst meine Hand fester halten, Nummer 104“ gewählt wurde. Diesen Satz bringt nämlich die elfjährige Margret auf dem ...

Schnell wird beim Lesen des neuen Romans von Susanne Abel klar, warum der Titel „Du musst meine Hand fester halten, Nummer 104“ gewählt wurde. Diesen Satz bringt nämlich die elfjährige Margret auf dem Weg zur Christmette 1947 gegenüber dem kleinen Hartmut über die Lippen. Die Beiden sind in einem der vielen Kinderheime in Deutschland untergebracht und der verschüchterte fünfjährige Junge, der mit niemandem spricht, droht auf dem Eis auszurutschen. Der Kleine kam mit einem Kindertransport aus Danzig und da der Name auf seinem Pappschild nicht mehr richtig leserlich war, nannte man ihn Hartmut und schätzte sein Geburtsdatum auf xx.xx.1942. Aus Hartmut wird Margret später liebevoll „Hardy“ machen. Auch Margret ist ein Waisenkind, sie war einst in Gelsenkirchen zu Hause. Als Margret bedingt durch den Erfolg des Kindersuchdiensts des Roten Kreuzes, das Glück hat von einer Tante gefunden und aufgenommen zu werden, verlieren sich die beiden Leidensgenossen vorübergehend aus den Augen. Der Zufall führt die zwei wieder zusammen und ihr gemeinsames Leben nimmt, wenn auch erst holprig, seinen wie vorbestimmten Lauf ...

In einem parallelen Handlungsstrang erfahren wir mehr über das spätere Leben von Margret und Hardy, die das Schicksal unwiederbringlich zusammengeschweißt zu haben scheint. Trotz des Altersunterschieds haben die beiden geheiratet und eine eigene Familie gegründet. Inzwischen sind sie recht jung Urgroßeltern geworden und wieder wird das Jugendamt auf die Familie aufmerksam. Schmerzhafte Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit werden zu Tage gefördert und Margret und Hardy fangen erneut an, um ihr seelisches Überleben zu kämpfen …

In ihrem berührenden neuen Roman nimmt die Autorin Susanne Abel kein Blatt vor den Mund und zartbesaitete Leserinnen und Leser mögen Probleme mit der schonungslosen Deutlichkeit haben, mit welcher Frau Abel die damalige Situation in den Kinderheimen beschreibt. Auch für mich waren diese offengelegten Tatsachen oft schwer zu ertragen, aber dennoch weckten sie in mir auch immer wieder die Hoffnung, dass Margret und Hardy die Dämonen der Vergangenheit besiegen werden. Während Hardy sein Leben lang der zupackende Praktiker bleiben wird, wächst Margret über sich hinaus und verwaltet ihre Familie wie ein kleines Unternehmen. Gefühlsausbrüche lässt sie bei sich nicht, sie ist nach außen hin immer die Starke, bis auch sie eines Tages an ihre Grenzen stößt …

Wie nicht anders erwartet, hat mich nach der „Gretchen“ Dilogie auch diese Geschichte aus der Feder Sabine Abels mehr als abgeholt. Das Buch zog mich derart in den Bann, dass es schwer war, es zur Seite zu legen, wenn dies auch zwischendurch bedingt durch die erschütternde Thematik notwendig war. Ich vergebe für diesen emotional ergreifenden Roman, der zwar als solcher fiktional ist, aber durchaus auf wahren Begebenheiten basiert, sehr überzeugte fünf Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung, da ich der Meinung bin, dass solche Themen niemals totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt werden dürfen!

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Jeder hat hier sein Päckchen zu tragen ...

Der Eispalast
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Dieser Auftaktband der Eislauftrilogie von Rena Rosenthal entführte mich ins Wien des 19. Jahrhunderts, wo ich auf Charaktere treffe, die von der Arbeiterklasse bis hin zur feinen Gesellschaft reichen. ...

Dieser Auftaktband der Eislauftrilogie von Rena Rosenthal entführte mich ins Wien des 19. Jahrhunderts, wo ich auf Charaktere treffe, die von der Arbeiterklasse bis hin zur feinen Gesellschaft reichen. Alle haben ein Ziel, sie wünschen sich ein besseres Leben, was auch immer das für jeden Einzelnen bedeuten mag. Die zurückgezogene Nikolett, deren hübsches Gesicht durch eine hässliche Narbe entstellt ist, wünscht nur eins … Eislaufen zu können. Die kämpferische Julianna verfolgt das gleiche Ziel auf ihre ganz eigene Weise. Als die Beiden schließlich aufeinandertreffen wird sich ihrer beider Leben von Grund auf ändern.

Durch den leicht zu lesenden, angenehmen Schreibstil konnte ich schnell in die Handlung eintauchen. Geschickt verwebt die Autorin Realität und Fiktion und gibt tiefe Einblicke in die Anfänge des Eislaufs, die mir so nicht bekannt waren. Ich litt mit den verschiedenen Figuren, freute mich aber auch über ihre errungenen Siege, auch wenn sie oft noch so klein waren. Die gut recherchierte Geschichte konnte mich überzeugen, so dass ich hier gerne vier funkelnde Sterne vergebe und mich schon heute auf den nächsten Band freue. Fans von Familiensagas und Geschichten über die Kraft der Freundschaft lege ich dieses Buch mit gutem Gewissen ans Herz.

Veröffentlicht am 07.01.2026

Was geschah in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg?

Sophie L.
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Mit seinem neuesten Werk „Sophie L.“ verspricht der Autor Matthew Blake seiner Leserschaft einen spannenden Psychothriller rund um die Gedächtnisexpertin Dr. Olivia Finn und ihre Großmutter. Beide kämpfen ...

Mit seinem neuesten Werk „Sophie L.“ verspricht der Autor Matthew Blake seiner Leserschaft einen spannenden Psychothriller rund um die Gedächtnisexpertin Dr. Olivia Finn und ihre Großmutter. Beide kämpfen mit den Geistern der Vergangenheit doch Gran Josephines Kampf wird schnell beendet, denn sie wird kurz nach ihrer Aussage, eine Mörderin zu sein, selbst ermordet. Scheinbar möchte jemand verhindern, dass ihr Geheimnis ans Licht kommt, doch wer könnte daran nach achtzig Jahren noch Interesse haben? Fieberhaft suchen nun Polizei und Olivia selbst nach Antworten und letztere bringt sich bald in tödliche Gefahr …

Mit viel Liebe zum Detail versucht der Autor Matthew Blake für seine Leser ein Bild von Olivia zu zeichnen, das sich leider mehr als einmal in zu vielen Nichtigkeiten verliert. Besser hingegen gelingt ihm die Darstellung der Vergangenheit im Jahr 1945 als Josephine und auch Sophie damit kämpfen, nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen wieder ins Leben zurückzufinden. Sein Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel halten die Leser bei der Stange. „Nur noch ein Kapitel …“ dachte ich oft beim Lesen und schon war wieder eine halbe Stunde vergangen. Dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen, so dass ich für „Sophie L.“ mit vier Sternen nicht ganz die volle Punktzahl vergeben. Ich werde diesen sehr sympathisch wirkenden Autor aber gerne im Auge behalten und seinem hoffentlich nächsten Werk gerne eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Kochen und Kampfgeist zeichnen die Protagonistin aus ...

Die Köchin - Lebe deinen Traum
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Die Bücher aus der Feder der talentierten und überaus sympathischen Autorin Petra Durst-Benning haben mich noch nie enttäuscht und so freute ich mich natürlich auch riesig darauf, den Auftaktband der Trilogie ...

Die Bücher aus der Feder der talentierten und überaus sympathischen Autorin Petra Durst-Benning haben mich noch nie enttäuscht und so freute ich mich natürlich auch riesig darauf, den Auftaktband der Trilogie rund um die junge Köchin Fabienne genießen zu dürfen. Ich begab mich also auf eine Reise nach Frankreich, um genannte Fabienne kennenzulernen. Sogleich fand ich mich in einem kleinen Schleusenwärterhaus wieder, wo Fabienne mit ihrer Mutter die Schiffer bewirtet, die bei ihnen vorbeikommen. Von ihrer Maman lernt sie die Liebe und Leidenschaft zum Kochen, die sie als „Mademoiselle Bon Appétit“ in ihren Gerichten zum Ausdruck bringt. Doch als die geliebte Mutter überraschend verstirbt, ist es mit der Idylle vorbei. Als sie dann auch noch von ihrem Geliebten Eric im Stich gelassen wird, kehrt sie ihrem bisherigen Leben den Rücken und flieht. Sie hat Glück im Unglück als die junge Adlige Stéphanie sich ihrer annimmt und ihr wieder Hoffnung gibt. Doch ist dieses Glück von Dauer oder liegen weitere Herausforderungen vor ihr, denen sie sich stellen muss?
Mit seiner spannenden Handlung aber auch seinem „genussvollen“ Schreibstil vermittelt der Roman ein – wie ich meine – recht authentisches Bild der damaligen Zeit. Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, welch gesellschaftlichen Hürden, die Frauen damals gegenüberstanden. Ein Überleben ohne einen Mann an der Seite schien schier unmöglich. Umso mehr freute ich mich über den Kampfgeist Fabiennes und ihren eisern Willen, es auch ohne einen solchen zu schaffen. Die bildhafte Beschreibung der Gerichte und seinen aromatischen Zutaten ließ mir beim Hören das Wasser im Munde zusammenlaufen und so kann ich natürlich nicht anders als von Herzen kommende fünf duftende Sterne zu vergeben. Der Folgeband liegt Gott sei Dank schon bereit, ich freue mich darauf!