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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Nichts für zarte Nerven ...

Warum sie sterben musste
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Der Kriminalroman „Warum sie sterben musste“ von Linn Lornsen weckte schon durch seinen interessanten Titel meine Neugier. Und „Warum sie sterben musste“ ist natürlich auch die Frage, der sich der Kommissar ...

Der Kriminalroman „Warum sie sterben musste“ von Linn Lornsen weckte schon durch seinen interessanten Titel meine Neugier. Und „Warum sie sterben musste“ ist natürlich auch die Frage, der sich der Kommissar – früherer Rechtsmediziner – Dr. Ivo Beddenbrook und seine Kollegin Cinzia Rix stellen müssen. „Sie“ ist die Abiturientin Carolin Hau, die während einer dramatischen Sturmflut erhängt an einem Brückenpfeiler tot im Wasser aufgefunden wird. Der damals verdächtigte Henrik, ein vermeintlicher Stalker Carolins, gerät schnell ins Visier der Ermittler, worauf er spurlos verschwindet. Fünfzehn Jahre später wird ebendieser Henrik selbst während einer Sturmflut ermordet im Wasser aufgefunden. Der damalige Fall wird wieder aufgerollt und mit Henriks Tod in Verbindung gebracht. Schnell werden Ungereimtheiten aufgedeckt, die die Ermittler im Dunkeln tappen lassen. Doch nach und nach verbinden sich die Puzzleteile zu einem großen Ganzen und dunkle Machenschaften kommen ans Tageslicht, die alle involvierten Parteien bald erschaudern lassen …

Die Autorin schafft es auf bewundernswerte Weise den Spannungsbogen durch den ganzen Roman hindurch hochzuhalten und ließ mich förmlich an den Seiten kleben. Zugegeben, es ist kein Buch, das man mal eben so nebenher weg lesen kann, denn die Vielzahl an Akteuren sowie die Handlungen, die auf einigen verschiedenen Zeitebenen stattfinden, verlangen ihrer Leserschaft einiges an Konzentration ab. Aber einmal eingetaucht, fand ich mich in einem atmosphärisch dichten Thriller wieder, den ich schwer aus der Hand legen konnte. Sehr zu meiner Freude informierte uns die Autorin in einer Leserunde bereits darüber, dass es einen weiteren Teil rund um das Ermittlerteam Beddenbrock und Rix geben wird, auf den ich mich heute schon freue. Nun möchte ich aber erstmal für diesen ersten Band mit fünf Sternen die wohlverdiente Bestnote vergeben und eine Empfehlung an alle Thriller Leser oder solche, die es werden wollen, aussprechen!

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Gnadenlose Ausbeutung verbunden mit einem mutigen Kampf dagegen ... Empfehlung!

Das Haus in Charlottenburg
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Mit dem neuesten Roman aus der Feder der Autorin Beate Sauer, die mir bereits durch ihre Fernsehschwestern-Trilogie bestens bekannt ist, darf ich mich diesmal auf eine etwas längere Zeitreise begeben. ...

Mit dem neuesten Roman aus der Feder der Autorin Beate Sauer, die mir bereits durch ihre Fernsehschwestern-Trilogie bestens bekannt ist, darf ich mich diesmal auf eine etwas längere Zeitreise begeben. Beim Aufschlagen des Buchs finde ich mich im späten 19. Jahrhundert wieder, und bin ganz überwältigt von dem Lärm und dem Gestank der Großstadt Berlin. Die Millionenstadt ist gerade im vorletzten Jahrhundert so sprunghaft angewachsen, dass die große Wohnungsnot eigentlich niemanden mehr überraschen kann. Auch die Protagonistin Elise, eine junge ehrgeizige Schneiderin, und ihre Familie sind davon betroffen, bekamen sie doch bereits am eigenen Leib zu spüren, was es heißt, einem skrupellosen Miethai zum Opfer zu fallen. Doch Elise kämpft für sich und ihre Familie, auch wenn sie in der Baronin Rienäcker eine gnadenlose Gegnerin hat, die sich zunächst als Gönnerin tarnt. Als sie schließlich den jungen Architekten Johann kennen und lieben lernt, wird auch ihre eigene Motivation entfacht, sich in der Immobilienbranche für mehr Gerechtigkeit einzusetzen. Noch ahnt sie nicht, wie mächtig ihre Gegner wirklich sind …

Beate Sauer schafft es mit ihrem Roman „Das Haus in Charlottenburg“ auch in mir den Gerechtigkeitssinn zu wecken. Gespannt hänge ich beim Lesen an den Lippen der guten und der bösen Charaktere und lassen mich entführen in eine vergangene Zeit. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch ein wenig mehr Informationen zum genossenschaftlichen Bauen gewünscht, dennoch möchte ich für diese spannende Story, die mich das Buch in Rekordzeit verschlingen ließ, mit fünf funkelnden Sternen die Bestnote vergeben. Es hat mir viel Spaß gemacht, in die Berliner Geschichte eintauchen zu dürfen und mit Elise und Johann durch die Berliner Gassen zu wandeln. Von mir gibt es eine dicke Empfehlung für das Buch, dem ich viele neugierige und interessierte Leser wünsche.

Veröffentlicht am 18.02.2026

Die Sechzigerjahre haben die Welt geprägt ...

Teddy
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Teddy Carlyle ist das typische „Produkt“ ihrer Herkunft und Gesellschaft. Sie wird in eine der politisch einflussreichen und nicht unvermögenden Familien der 60er Jahre geboren. Ihr sind von vorne rein ...

Teddy Carlyle ist das typische „Produkt“ ihrer Herkunft und Gesellschaft. Sie wird in eine der politisch einflussreichen und nicht unvermögenden Familien der 60er Jahre geboren. Ihr sind von vorne rein eigentlich schon die Hände gebunden und sie steht unter stetiger Beobachtung. In jungen Jahren versucht sie ihren Fesseln zu entkommen, woran sie leider kläglich scheitert, und so meint sie, mit ihrem Ehemann und der „Flucht“ nach Rom nun endlich ihre Bestimmung und Freiheit gefunden zu haben. Leider ein Trugschluss, wie sich bald herausstellt, denn David hat keinerlei Ambitionen, sie in die neue Gesellschaft einzuführen. Parties, Glitzer und Glamour gelten für die anderen Ehefrauen, doch nicht für sie. Als er sie endlich doch einmal auf ein Social Event mitnimmt, endet dieses in einem mittleren Desaster. Zu allem Unglück scheint sie nun auch noch ein Fehltritt aus der Vergangenheit einzuholen und ein gefährliches Versteckspiel droht ihr das Genick zu brechen …

Geschickt wechselt die Autorin zwischen Gegenwart und Vergangenheit und lässt ihr Leser immer wieder glauben zu wissen, was passiert war, nur um sie dann wieder mit Enthüllungen zu überraschen, die deren Glauben zunichtemachen. Ich finde, die Atmosphäre der damaligen Zeit rund um Kennedy und Co. ist wunderbar rübergebracht. Ein paar Längen haben dem Roman die Bestnote gekostet aber für solide vier Sterne reicht es allemal. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Dieses Buch konnte mich leider nicht ganz überzeugen ...

Fünf Fremde
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Ein schreckliches Ereignis überschattet den Sommer 1995 auf einer einsamen Wattinsel. Zwei Jugendliche verschwinden in der Nacht vor ihrer Heimreise nach dem Schullandheim Aufenthalt. Was war geschehen? ...

Ein schreckliches Ereignis überschattet den Sommer 1995 auf einer einsamen Wattinsel. Zwei Jugendliche verschwinden in der Nacht vor ihrer Heimreise nach dem Schullandheim Aufenthalt. Was war geschehen? Wo sind sie abgeblieben?
Im zweiten Abschnitt begeben wir uns lesetechnisch dreißig Jahre in die Zukunft, genauer gesagt in den Herbst 2025. Ich finde mich auf der Fähre wieder, die die Insel Neuwerk im Hamburgischen Wattenmeer ansteuert. Fünf Menschen begeben sich auf die Insel, unter ihnen eine Polizistin, deren Mutter auf Neuwerk lebt und nicht mehr allein gelassen werden kann, eine Journalistin sowie der Meteorologe Mats, der damals im Jahr 1995 dabei war. Was verbindet die Fünf, was oder wer hat ihre ungewollte Wiedervereinigung herbeigerufen?
Kurze Kapitel – mal in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit – schleusen mich durch das Buch und seine Geschichte. Nicht nur menschlich braut sich ein gefährlicher Sturm zusammen, sondern auch wettertechnisch geht es bald zur Sache. Die Autorin schafft es ganz wunderbar, den aufkommenden Orkan in lebendige Worte zu fassen, so dass ich beim Lesen bald das Gefühl bekam, mitten in einem Windkanal zu stehen. Leider gelingt ihr dieses Kunststück nicht so ganz bei den Protagonisten. Während sich die Ereignisse bald überschlagen, hatte ich beim Lesen das Gefühl, weniger wäre mehr gewesen. Einige Logikfehler bremsten zudem meinen Lesefluss und so kann ich hier leider nicht ganz die Bestnote vergeben, obwohl ich weiß, dass Romy Fölck durchaus fesselnde Kriminalromane schreiben kann. Von mir gibt es hier drei Sterne und nur eine bedingte Empfehlung. Dennoch wünsche ich der Autorin viel, viel Erfolg mit ihrem Thriller. Viele der bereits platzierten Bewertungen sind ja sehr euphorisch, aber so sind eben die Geschmäcker verschieden.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 17.02.2026

Mit der Glasbläserei auf einer besonderen Zeitreise ....

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Was für einen außergewöhnlichen Roman mir die Autorin Tracy Chevalier mir mit „Das Geheimnis der Glasmacherin doch präsentiert hat – ich bin ganz verzaubert in diese Geschichte.

Der Klappentext, den ich ...

Was für einen außergewöhnlichen Roman mir die Autorin Tracy Chevalier mir mit „Das Geheimnis der Glasmacherin doch präsentiert hat – ich bin ganz verzaubert in diese Geschichte.

Der Klappentext, den ich – ich gestehe – nur überflogen habe, machte mich glauben, dass es sich um eine Geschichte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts handelt, die sich um eine junge Glasmacherin dreht. Weit gefehlt, denn sie ist so viel mehr! Sie beginnt tatsächlich im Jahr 1468 auf Murano und die Tochter des Glasmachermeisters steht bald im Mittelpunkt. Orsola, so heißt die junge Frau, kämpft nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters um den Weiterbestand seines Betriebs und somit auch um das Überleben ihrer Familie. Obwohl es eigentlich den Männern vorbehalten ist als Glasbläser zu arbeiten, lernt sie heimlich die Perlenherstellung und trägt damit erheblich zur Rettung ihrer Familie bei …

So weit, so gut. Das wirklich Spannende an diesem Roman ist jedoch, dass Orsola zwar ganz normal älter und von ihren Lieben begleitet wird, gemeinsam machen sie jedoch eine Reise durch die Zeit und kommen schließlich in unserer eigenen Gegenwart an. Die Autorin lässt ihre Leserschaft in verschiedene Epochen Venedigs und Muranos eintauchen, lässt die Rossos unter anderem die Pest, Napoleons Herrschaft und sogar die Corona Pandemie überstehen, bis sie schließlich im hier und jetzt gelandet sind. Noch nie habe ich eine derartige Idee umgesetzt in Form einer spannenden Romanzeitreise gelesen und bin ganz begeistert! Der Roman ist eine Liebeserklärung an Murano, die Kunst der Glasbläserei und eine Hommage an mutige Frauen, die sich nicht durch Konventionen einschränken lassen. Tracy Chevalier hat mir viele aufregende Hörstunden geschenkt und dafür meiner Ansicht nach die absolute Bestnote verdient. In der venezianischen Sonne funkelnde fünf Sterne und eine absolute Lese- bzw. Hörempfehlung schenke ich ihr dafür. Sie ist wirklich eine sehr vielseitige und außergewöhnliche Autorin! Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher von ihr.