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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2022

Wurde ich nicht warm mit ...

Die Vertraute
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Dieses Buch ist für mich schwer zu beschreiben. Gut, der Inhalt ist gleich erzählt. Lucy, eine bekannte Autorin, die sich mit ihrer eigenen Krimireihe einen Namen gemacht hat, ist mit Dan verheiratet. ...

Dieses Buch ist für mich schwer zu beschreiben. Gut, der Inhalt ist gleich erzählt. Lucy, eine bekannte Autorin, die sich mit ihrer eigenen Krimireihe einen Namen gemacht hat, ist mit Dan verheiratet. Dan tritt als ihr Manager auf, wäre jedoch eigentlich gerne selbst erfolgreicher Schriftsteller. Blind vertraut sie ihm mit allen Belangen und so kann er mit ihrem verdienten Geld schalten und walten, wie er will. So kauft er dann ohne ihr Wissen eine Villa ganz in der Nähe des Waldes, in dem vor vielen Jahren Lucys kleiner Bruder verschwand. Wie konnte er so herzlos sein? Er hätte wissen müssen, dass das in Lucy alte Wunden aufreißen würde …
Das Buch an sich liest sich spannend und die Seiten fliegen nur so dahin, dennoch gibt es von mir einige Kritikpunkte. Hält eine erwachsene Frau tatsächlich in jeder passenden und unpassenden Situation Rücksprache mit einer imaginären Kindheitsfreundin? Hört sie wirklich deren Stimme in ihrem Kopf und handelt nach deren Ratschlägen? Und lässt sich eine wiederum erwachsene, bodenständige Frau so von ihrem Mann einlullen und manipulieren? Diese Kritikpunkte haben mich dann doch ein wenig frustriert zurückgelassen, so dass ich leider nur noch drei von fünf Sternen vergeben kann.

Veröffentlicht am 07.07.2022

Grausame Morde auf der idyllischen Insel Guernsey ...

Das tote Mädchen vom Strand
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Es hätte perfekter nicht sein können. Ich habe diesen Guernsey Krimi während meines Urlaubs auf Guernsey gelesen und fühlte mich sofort abgeholt. Gemeinsam wandelte ich mit den Protagonisten auf der Insel ...

Es hätte perfekter nicht sein können. Ich habe diesen Guernsey Krimi während meines Urlaubs auf Guernsey gelesen und fühlte mich sofort abgeholt. Gemeinsam wandelte ich mit den Protagonisten auf der Insel und dachte beim Lesen immer wieder: „Hier bin ich auch schon gewesen, ich weiß genau, wo das ist!“ Einfach nur klasse.
In ihrem Debütroman stellt uns Lara Dearman, selbst auf der Insel Guernsey geboren und groß geworden, die Journalistin Jennifer Dorey und den DCI Michael Gilbert vor, die fast ein wenig unfreiwillig Verbündete in der Aufklärung eines vermeintlichen Selbstmords werden. Ein junges Mädchen, ihr Leben noch vor sich, kein Abschiedsbrief, so wirklich glauben Beide nicht an ein freiwilliges aus dem Leben scheiden. Unabhängig voneinander beginnen Jenny und Michael tiefer zu graben. Gleichzeitig bekämpfen die Beiden auch noch ihre eigenen Dämonen. Michael, der selbst den Verlust einer Tochter zu beklagen hat und Jenny, die ein dunkles Trauma zu verarbeiten zu versucht. Je tiefer sie in dem aktuellen Fall graben umso unheimlicher werden die Spuren …
Ich habe mich ja in letzter Zeit intensiv mit der Insel Guernsey, ihren Bewohnern, Gebräuchen und ihrem Glauben beschäftigt, so dass dieser Roman für mich eine wahre Bereicherung darstellte. Langsam aber sicher baut die Autorin Spannung auf, scheut sich nicht auch den folkloristischen Aberglauben mancher Inselbewohner mit einfließen zu lassen und flicht die deutsche Besatzung während des letzten Kriegs ohne erhobenen Zeigefinger ganz nebenbei mit ein. Die Auflösung ist schlüssig und macht Lust auf mehr Jennifer, Michael und die Insel Guernsey. Ich vergebe hier gerne die volle Punktzahl und freue mich auf den nächsten Teil.

Veröffentlicht am 07.07.2022

The Higher you rise, the Harder you fall ...

Teatime mit Lilibet
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Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während ...

Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während die Bilder zum 70. Thronjubiläums der Monarchin durch die Medien flimmerten, bereitete ich mich auf eine Urlaubsreise auf die britische Kanalinsel Guernsey vor, die das Feeling perfekt machen würde. Schnell war ich eingetaucht in die Geschichte der beiden Prinzessinnen Elizabeth and Margret, die Töchter des Herzogs und der Herzogin von York (später König George VI und Königin Elizabeth), die aus dem Blickwinkel der schottischen Erzieherin und Gouvernante der Beiden, Marion Crawford, von der Autorin Wendy Holden erzählt wird. Marion hatte ursprünglich ambitionierte Pläne das Leben der Armen mit ihrem Wissen zu verbessern, es dauerte jedoch nicht lange bis sie ins Leben der Royals absorbiert wurde. „Crawfie“ wie die royalen Familienmitglieder sie bald liebevoll nannten, wurde bald unersetzlich …
Basierend auf extensiven Recherchen zeichnet die Autorin ein authentisches Bild der damaligen Zeit hinter den Mauern der Burgen und Paläste. Schonungslos und zugleich liebevoll legt sie den Alltag der adligen Familie frei und dennoch ist bei mir der Funke nicht ganz übergesprungen. Über die Wissenslücken, die sie mit ihrem biografischen Roman bei mir geschlossen hat, habe ich mich sehr gefreut aber starke Emotionen hat er bei mir – obwohl ich durchaus Fan der britischen Monarchie bin – nicht wirklich ausgelöst, schade. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bin mir ein wenig unsicher bezüglich einer Empfehlung. Es schadet auf jeden Fall nicht, der Familie gegenüber interessiert eingestellt zu sein und eine gewisse Bewunderung für sie zu haben.

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Veröffentlicht am 27.06.2022

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt ...

Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang
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Fast meinte ich mich selbst leise stöhnen zu hören und zu sagen: „Mal wieder ein Roman um eine Hotelier Familie, der im Krieg angesiedelt ist. Hatten wir das Thema nicht schon zur Genüge ausgeschlachtet?“ ...

Fast meinte ich mich selbst leise stöhnen zu hören und zu sagen: „Mal wieder ein Roman um eine Hotelier Familie, der im Krieg angesiedelt ist. Hatten wir das Thema nicht schon zur Genüge ausgeschlachtet?“ Wie froh war ich dann doch mich selbst zu Räson gerufen und dem Palais Heiligendamm eine reelle Chance gegeben zu haben, denn die Familie Kuhlmann hat mein Herz im Sturm erobert!
Gespannt habe ich die hochtrabenden Pläne des Vaters verfolgt, der sich in Gedanken schon das Grandhotel überflügeln sieht. Gesegnet ist Heinrich Kuhlmann neben seinem unerschütterlichen Ehrgeiz mit seiner Frau Ottilie, und den Kindern Paul, Johanna, Elisabeth und Luise. Den „Hofstaat“ zieren neben dem Chefkoch Franz Brandmüller und Oberkellner Robert Breitscheider auch Liese, die Zofe, und Bertha und Minna, die beiden Stubenmädchen, die alle eine kleinere oder größere Rolle zugeteilt bekommen. Zu Wort kommt die mittlere Tochter Elisabeth, die sich gerne als Geschäftsführerin des Palais sehen würde, da ihr Bruder Paul sich lieber der Musik und den feinen Künsten widmet. Doch sie ist eine Frau und ihre Eltern machen ihr unmissverständlich klar, dass eine gute Heirat viel wichtiger als eine mögliche Karriere ist. Aber so schnell gibt sie sich nicht geschlagen und kämpft auch weiter als Julius Falkenhayn, Sekretär des Grafen von Seitz, auf der Bildfläche erscheint …
Betroffen gemacht hat mich die Beziehung zwischen Paul und Robert, die so fein und rein und doch so verboten ist. Ich konnte nicht anders als mitleiden, denn dass diese Liebe zum Scheitern verurteilt ist, ist ja leider unumgänglich ..
Und last but not least ist mir die junge Minna ans Herz gewachsen, die ihrer Dienstfamilie stets treu mit Rat und Tat zur Seite steht und auch von Höherem träumt. Eine Mamsell möchte sie werden, Kochen möchte sie lernen, das ist ihr innigster Wunsch …
Das großartig gesprochene Hörbuch endet – wie soll es anders sein – mit einem Cliffhanger. Doch ich brauche nicht zu verzagen, denn Teil zwei steht bei mir schon in den Startlöchern. Es geht gar nicht anders, die spannende Geschichte bekommt von mir die Bestnote verbunden mit einer Hör- bzw. Leseempfehlung. Freue mich schon aufs Weiterhören …

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Veröffentlicht am 23.06.2022

Wenn Frauen nach den Sternen greifen ...

Was der Morgen verspricht
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Vor über hundert Jahren hatte man es als Frau – ob aus reichem Hause oder eher der unteren Klasse zugehörig – wahrlich nicht leicht. Das müssen auch Hannah und Alma auf schmerzhafte Weise erfahren. Während ...

Vor über hundert Jahren hatte man es als Frau – ob aus reichem Hause oder eher der unteren Klasse zugehörig – wahrlich nicht leicht. Das müssen auch Hannah und Alma auf schmerzhafte Weise erfahren. Während Hannah, das „reiche“ Mädchen, nicht studieren darf, wie sie es sich wünscht, quält sich Alma, wie vor ihr schon viele andere Dienstmädchen, mit dem Sohn der Familie Sternberg. Hannah hat sich schon seit sie Lesen kann mit der Medizin beschäftigt, was ihr Großvater, der seine eigene Arztpraxis unterhält, nachhaltig unterstützt. Nachdem sie erfahren hat, dass ein Studium für sie außerhalb Berlins durchaus möglich ist, ist sie nicht mehr zu halten. Doch ihre Eltern haben den passenden Ehemann schon für sie ausgesucht. Auch Alma hat sich ihr Leben anders vorgestellt, bevor sie mit Schmach und Schande aus dem Haus der Familie Sternberg geschickt wird …

Mit dem Auftakt der Sternberg Familiensaga schafft es die Autorin Kristina Herzog auf charmante Weise ihre Leser in die Vergangenheit vor über hundert Jahren zurück zu versetzten. Sie erlaubt uns einen Blick hinter die Fassaden der wohlhabenden Familien zu werfen, die damals noch strengen Verhaltensregeln unterworfen waren. Die Bildung der Mädchen wurde eingegrenzt auf Haus und Heim, denn schließlich galt es eine „gute Partie“ zu machen. Wissenshungrige Mädchen wie Hannah waren nicht gerne gesehen und schränkten ihren Wert auf dem Heiratsmarkt ein. Kristina vermittelt dem Leser ein Gefühl der Zugehörigkeit, welches einen beim Lesen mit fiebern lässt und Lust auf mehr macht. Was ich ein wenig vermisste, war ein detaillierter Blick auf Politik und Weltgeschehen. Auch waren mir die letzten Kapitel ein wenig zu gerafft, hier hätte ich mir mehr Detail gewünscht. Dennoch vergebe ich absolut verdiente vier von fünf Sternen verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung. Da Teil Zwei ja quasi schon in den Startlöchern steht, freue mich sehr, dass es bald weitergehen wird mit Hannah, Alma, Daniel, den Kindern etc. … bin schon sehr gespannt.