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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2022

Eine Holloday arbeitet nicht, sie lässt arbeiten ...

Die andere Seite des Himmels
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Man kommt nach dem Hören von „Die andere Seite des Himmels“ einfach nicht umhin voller Bewunderung für die beiden Hollady Mädchen zu sein. Zwei Kinder, die ihr ganzes junges Leben eigentlich auf sich selbst ...

Man kommt nach dem Hören von „Die andere Seite des Himmels“ einfach nicht umhin voller Bewunderung für die beiden Hollady Mädchen zu sein. Zwei Kinder, die ihr ganzes junges Leben eigentlich auf sich selbst gestellt waren. Väter, denn dass die Beiden unterschiedliche Exemplare hatten war schnell klar, waren nicht existent, und die Mutter flüchtet sich stets in eine Traumwelt, in der sie einerseits berühmte Sängerin und Songschreiberin ist und auf der anderen Seite eines der Mädchen und selbst wieder Kind sein will. Sie ist schlichtweg überfordert mit der Erziehung von Bean und Liz und so enden die Beiden nach einer selbst auf die Beine gestellten Busreise einmal quer durch die USA an der Westküste bei ihrem Onkel Tinsley, der die Beiden aufnimmt und auf seine eigene Art und Weise sofort ins Herz schließt. Hier erfahren sie zum ersten Mal was es heißt Familie zu haben, die einen auffängt, wenn es brenzlig wird …
Die Autorin Jeannette Walls, mir bereits bekannt aus ihrer Bestseller Autobiografie „Schloss aus Glas“, lässt den Leser/Hörer durch die Stimme der jüngeren Schwester Bean teilhaben am bewegten Leben der Hollodays, einer einst prominenten Südstaatenfamilie, deren besseren Tage hinter ihnen liegen. Sie verbindet das Schicksal von Liz und Bean geschickt mit den Problemen der damaligen 70er Jahre im Süden der USA, in denen Rassismus noch eine prominente Rolle spielte. Anders sein, dazu gehörte unter anderem auch die Hippiekultur, war nicht erwünscht. Der Ideal Amerikaner war weiß, Männer hatten das sagen und Frauen wussten, wo sie hingehörten. Ein liebevoll erzählter Roman, dem ich die volle Punktzahl gebe und für den ich eine überzeugte Lese- bzw. Hörempfehlung aussprechen möchte.

Veröffentlicht am 20.06.2022

Slowly but surely uncovering the past ...

Das Bootshaus an den Klippen
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Es kann nicht einfach sein, wenn man die geheime Geliebte war und nicht offiziell trauern darf. Wenn man sich dann der eigenen Schwester anvertraut und die einen im Nachhinein für diese Liebe verdammt, ...

Es kann nicht einfach sein, wenn man die geheime Geliebte war und nicht offiziell trauern darf. Wenn man sich dann der eigenen Schwester anvertraut und die einen im Nachhinein für diese Liebe verdammt, wird es Zeit die Koffer zu packen und die Wunden zu lecken. Genau das tut Phoebe als sie sich an das alte Bootshaus ihrer Großmutter erinnert und zu einem Trip nach Carraigmore aufbricht. Hier wird sie mit offenen Armen aufgenommen, alle erinnern sich gerne an die alte Dame. Als Phoebe jedoch über ihre alten Tagebücher stolpert kommt sie ins Grübeln. Wie hängen die ganzen alten Geschichten zusammen und vor allem, wie passt sie selbst in dieses Puzzle? Eine spannende Reise in die Vergangenheit beginnt …

Sehr flüssig zu lesen, macht dieses Buch unbedingt Lust auf Irland und lädt zum Träumen ein. Haupt- und auch Nebencharaktere fand ich wunderbar ausgearbeitet und so konnte ich das Buch nach vielen interessanten Lesestunden zufrieden zuklappen. Ich vergebe hier gerne vier von fünf Sternen und freue mich jetzt schon auf weitere Romane der Autorin. Von mir eine Empfehlung für diese schöne (Urlaubs)lektüre.

Veröffentlicht am 19.06.2022

In Wilna und dem Rest der Welt ... der Naziterror kannte keine Grenzen ...

Zorn der Lämmer
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Vor einigen Tagen beendete ich den aufwühlenden Roman „Zorn der Lämmer“ von Daniel Wehnhardt um hier nun an einem tatsächlichen Ort des Geschehens zu sitzen und meine Rezension zu dem Gelesenen zu schreiben. ...

Vor einigen Tagen beendete ich den aufwühlenden Roman „Zorn der Lämmer“ von Daniel Wehnhardt um hier nun an einem tatsächlichen Ort des Geschehens zu sitzen und meine Rezension zu dem Gelesenen zu schreiben. Ich befinde mich auf Besuch auf der Kanalinsel Guernsey, deren Bewohner in den Jahre 1940 bis 1945 unter deutscher Okkupation zu leiden hatten.

Im Buch lernen wir Abba, Vitka, Ruzka und Leipke kennen, die ihre Tage in einem Ghetto für jüdische Bewohner fristen. Die Vier sinnen auf Rache für den Hunger, die Entbehrungen und die Gewalt, die ihnen von den deutschen Soldaten willkürlich und unberechenbar angetan wird. Ihr Sinnen legt sich auch nicht, als die Nazis schließlich bezwungen werden und Frieden einzukehren scheint …

Der Autor nimmt in seinem Buch kein Blatt vor den Mund. Er schildert die Vorkommnisse realistisch ohne die Brutalität auf beiden Seiten zu beschönigen. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass er sich mit dem Schreiben von „Zorn der Lämmer“ einen Herzenswunsch erfüllt hat um gegen das Vergessen und vor allem gegen eine mögliche Wiederholung der Geschichte einzutreten. Mich hat er auf jeden Fall zu einer eigenen Recherche zu diesem Thema inspiriert.

Voller Bewunderung habe ich über diese tapferen Widerstandskämpfer gelesen, die sich weigerten sich zu ergeben. Ich glaube, diesen Mut hätte ich nicht aufgebracht. Ich vergebe für diesen aufrüttelnden Roman, der in großen Teilen auf wahren Tatsachen beruht, gerne satte vier von fünf Sternen und spreche eine Empfehlung für alle geschichtsinteressierten Leser und Leserinnen aus. Meinen Horizont hat das Buch definitiv erweitert!

Veröffentlicht am 19.06.2022

Wieder einmal rettet der Familienzusammenhalt der Hansens vor dem Untergang ...

Der große Aufbruch
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„Der große Aufbruch“ … es ist vollbracht! Auch dieser achte und somit leider letzte Teil der Hansen-Saga konnte mich wieder überzeugen. Abermals, dürfen wir alle alten Bekannten ein Stück des Weges begleiten, ...

„Der große Aufbruch“ … es ist vollbracht! Auch dieser achte und somit leider letzte Teil der Hansen-Saga konnte mich wieder überzeugen. Abermals, dürfen wir alle alten Bekannten ein Stück des Weges begleiten, uns mit ihnen freuen und immer wieder auf ein Happy End hoffen. Besonders mit Luise, die auch schon in den vergangenen Bänden eine dominante Rolle innezuhaben schien, geht es spannend weiter. Nach ihrer großen Enttäuschung mit ihrem Noch-Ehemann Hans und der großen Trauer um den Tod ihrer kleinen Tochter kehrt sie Deutschland den Rücken zu und macht sich auf nach Kamerun in der Hoffnung auf Trauerbewältigung. Doch das vermeintliche Glück ist kurzlebig, denn eine Rückkehr ist unumgänglich …

Auch die restlichen Familienmitglieder finden ihre Rolle in der Geschichte wieder, wenn ich auch ein wenig brauchte, um die Fäden wieder zusammenzuführen. Ellin Carsta schaffte es auch mit diesem Band mir die Familie Hansen ans Herz zu legen. Leider scheint die Geschichte nun vorbei sein, oder doch nicht? Mit großer Freude habe ich inzwischen entdeckt, dass sie durch die Augen der Hansen Kinder bald weiter erzählt werden wird … ich freue mich schon riesig auf „Schritte ins Licht“! In der Zwischenzeit vergebe ich aber gerne erstmal sehr verdiente vier von fünf Sternen und spreche eine Leseempfehlung für all die Leser aus, die auch die Vorgänger gelesen haben. Für mich ist bei dieser Saga das Einhalten der Reihenfolge ein absolutes Muss.

Veröffentlicht am 18.06.2022

The Higher you rise, the Harder you fall ...

Teatime mit Lilibet
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Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während ...

Auf dieses Buch und ein tiefes Eintauchen in das Leben von Lilibet, der jetzigen Queen Elizabeth II., hatte ich mich schon lange gefreut. Den Lesezeitraum hätte ich nicht besser wählen können, denn während die Bilder zum 70. Thronjubiläums der Monarchin durch die Medien flimmerten, bereitete ich mich auf eine Urlaubsreise auf die britische Kanalinsel Guernsey vor, die das Feeling perfekt machen würde. Schnell war ich eingetaucht in die Geschichte der beiden Prinzessinnen Elizabeth and Margret, die Töchter des Herzogs und der Herzogin von York (später König George VI und Königin Elizabeth), die aus dem Blickwinkel der schottischen Erzieherin und Gouvernante der Beiden, Marion Crawford, von der Autorin Wendy Holden erzählt wird. Marion hatte ursprünglich ambitionierte Pläne das Leben der Armen mit ihrem Wissen zu verbessern, es dauerte jedoch nicht lange bis sie ins Leben der Royals absorbiert wurde. „Crawfie“ wie die royalen Familienmitglieder sie bald liebevoll nannten, wurde bald unersetzlich …

Basierend auf extensiven Recherchen, zeichnet die Autorin ein authentisches Bild der damaligen Zeit hinter den Mauern der Burgen und Paläste. Schonungslos und zugleich liebevoll legt sie den Alltag der adligen Familie frei und dennoch ist bei mir der Funke nicht ganz übergesprungen. Über die Wissenslücken, die sie mit ihrem biografischen Roman bei mir geschlossen hat, habe ich mich sehr gefreut aber starke Emotionen hat er bei mir – obwohl ich durchaus Fan der britischen Monarchie bin – nicht wirklich ausgelöst, schade. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bin mir ein wenig unsicher bezüglich einer Empfehlung. Es schadet auf jeden Fall nicht, der Familie gegenüber interessiert eingestellt zu sein und eine gewisse Bewunderung für sie zu haben.

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