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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2022

Alles eine Frage der Herkunft ...

Was ich nie gesagt habe
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Nachdem wir im ersten Band namens „Stay away from Gretchen“ in Rückblicken die Geschichte von Toms Mutter Greta und ihrer kleinen Marie erfahren durften, macht Tom sich diesmal auf die Suche nach der Wahrheit ...

Nachdem wir im ersten Band namens „Stay away from Gretchen“ in Rückblicken die Geschichte von Toms Mutter Greta und ihrer kleinen Marie erfahren durften, macht Tom sich diesmal auf die Suche nach der Wahrheit um seinen Vater Konrad, zu dem er fast sein ganzes Leben ein eher gestörtes Verhältnis hatte. Getriggert wird die Neugier durch das Auftauchen eines vermeintlichen Halbbruders, welches eine ganz Lawine loszutreten scheint. Doch Tom ist verliebt und hat die rosarote Brille auf, da lässt sich vieles leichter ertragen, meint er zumindest. Zu Anfang ahnt er nicht, welche Geheimnisse hier noch an die Oberfläche treten werden. Conny, wie sein Vater also Kind liebevoll genannt wurde, kämpfte selbst gegen die Dämonen der Vergangenheit, die sein eigenes Leben sowie das seiner Frau Greta und seines Sohnes Tom belasteten und ihn zu dem kühlen und wortkargen Menschen werden ließen, der er nie sein wollte …
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, euch aber ein spannendes Buch mit mehr als einem brisanten Thema nahelegen. Auch „Was ich nie gesagt habe“ präsentiert Susanne Abel wieder als gut geschriebene Story mit einem interessanten Plot. Ein Sternchen Abzug gibt es von mir für die Dopplungen, die immer wieder auftreten, weil eben gleiche Vorkommnisse durch unterschiedliche Augen geschildert werden. Dennoch möchte ich dieses Buch allen Lesern von „Stay away from Gretchen“ ans Herz legen, rundet es doch die Geschichte ab und beantwortet so manche offen gebliebene Frage. Von mir gibt es vier von fünf Sternen mit Empfehlung. Ich habe wieder viel dazugelernt und mich hat das Buch sehr nachdenklich zurückgelassen.

Veröffentlicht am 29.08.2022

Anita Berber: Kometenhafter Aufstieg und trauriger Fall ...

Die rote Tänzerin
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Inzwischen bin ich ein geübter Romanbiografien Leser, haben doch gerade in den letzten Wochen und Monaten so einige davon den Weg in mein Bücherregal gefunden. Und dennoch bin ich immer wieder positiv ...

Inzwischen bin ich ein geübter Romanbiografien Leser, haben doch gerade in den letzten Wochen und Monaten so einige davon den Weg in mein Bücherregal gefunden. Und dennoch bin ich immer wieder positiv überrascht, wie jede Autorin, jeder Autor seinen Schreibstil der Zeit und der ausgewählten Persönlichkeit anzupassen versteht. So gelingt es dann auch einer meiner Lieblingsautorinnen das Leben der wilden Anita Berber auf Papier gekonnt zu verewigen. Ich gestehe, der Schreibstil mit seinen Zeitsprüngen ist zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig. Es ist definitiv kein Buch zum „nebenher weglesen“. Hat man sich aber eingelesen, wird es von Seite zu Seite spannender und man kann nicht anders als „Die Berber“ an manchen Stellen für ihr Verhalten zu verdammen und dann wieder so viel Mitleid für sie aufzubringen, dass es fast schmerzt. Aber Achtung, es wird Ihnen, liebe zukünftigen Leser, nicht anders gehen als mir. Es wird Ihnen in den Fingern jucken das Internet zu befragen und zusammen mit Anita die Phasen ihres Lebens und ihr Umfeld zu erforschen. Es war definitiv eine Zeit der Extreme, der Exzesse, der Drogen und des Alkohols und nicht nur Anita musste deshalb viel zu früh sterben. Aber es muss auch eine aufregende Zeit gewesen sein und es macht Spaß, sie gemeinsam mit der Berber in Joan Wengs Roman „Die rote Tänzerin“ zu erleben. Trotz leichter Anfangsschwierigkeiten vergebe ich für dieses Buch mit fünf Sternen die volle Punktzahl und spreche eine Leseempfehlung aus für alle, die sich auch mal durch die Roaring Twenties tanzen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2022

Es sind die kleinen Dinge, die das Leben so lebenswert machen ...

Die Glücksbringerin
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Was für ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das ich hier im Zuge einer Leserunde genießen durfte. Es geht primär um Emma, die zwar das Herz am rechten Fleck trägt, sich deshalb aber schnell mal ausnutzen oder ...

Was für ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das ich hier im Zuge einer Leserunde genießen durfte. Es geht primär um Emma, die zwar das Herz am rechten Fleck trägt, sich deshalb aber schnell mal ausnutzen oder überrumpeln lässt. So ist sie dann auch vor Schreck ganz vor den Kopf gestoßen als Änderungen im Rathaus anstehen, die auch ihr eigenes Leben auf den Kopf stellen werden. Auf einen Schlag muss sie eine Meisterin im Organisieren und Trösten werden und dabei merkt sie nicht, wie ihr eigenes Leben in den Hintergrund gedrängt zu werden scheint. Doch noch ist nicht aller Tage Abend und mit Hilfe ihrer Freude kommt auch sie bald wieder zum Zug, wo sie doch noch so viele Ideen im Kopf hat …

Mehr kann und möchte ich zum Inhalt nicht verraten, doch eine unbedingte Leseempfehlung für alle diejenigen aussprechen, die sich gerne mal entführen lassen in eine Welt der kleinen, aber feinen Geschichten, die das Leben so lebenswert machen. Obwohl dieses Buch eigentlich nicht so wirklich meinem Beuteschema ist, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe gerne wohlverdiente vier Sterne und wünsche der Autorin Maia Franke mit ihrem Debütroman noch eine große Leserschaft und viel, viel Erfolg!

Veröffentlicht am 29.08.2022

Was war das denn?

Mit dem Rücken zur Wand
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Es passiert wirklich selten, dass ich eine derart schlechte Note vergebe, und ich möchte anmerken, dass mir die vorangegangen Bücher der Autorin, die auf wahren Begebenheiten basieren, durch die Bank gut ...

Es passiert wirklich selten, dass ich eine derart schlechte Note vergebe, und ich möchte anmerken, dass mir die vorangegangen Bücher der Autorin, die auf wahren Begebenheiten basieren, durch die Bank gut bis sehr gut gefallen haben. So war ich dann auch schon sehr gespannt auf Saras Story, die zusammengefasst im Klappentext doch recht tragisch anmutete. Der Vater, ein Narzisst, der seine Familie über viele Jahre terrorisiert, scheint endlich seine gerechte Strafe zu erhalten. Nicht nur gegen seine inzwischen verstorbene Frau, sondern auch gegenüber Tochter Sara und seiner jetzigen Freundin wird er immer wieder gewalttätig und das Maß ist voll. Wie kann man dann aber, so fragte ich mich beim Hören des Buchs immer wieder, als Tochter direkt nebenan einziehen und das Glück, sich als Erwachsene endlich von diesem Psychopaten gelöst zu haben, so leichtfertig aufs Spiel zu setzen? Über viele Stunden versuchen Protagonistin und Autorin diese Konstellation zu rechtfertigen. Aber nicht nur diese, sondern auch warum Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen die Antwort bringt sie in Erklärungsnot. Sicher, man spürt die Verzweiflung und Hilflosigkeit aber möchte Sara gleichzeitig schütteln und ihr raten, das Weite zu suchen. Verzweifelt kämpft die Hörbuchsprecherin Svenja Pages gegen die Langeweile, die den Hörer trotz der ganzen Tragik befällt, denn die Geschichte dreht sich immer wieder im Kreis und lässt leider keinen Spannungsbogen zu. Es tut mir leid, aber diesmal konnte Hera Lind bei mir nicht punkten und ich war fast froh, als das Hörbuch endlich zum Ende kam. Von mir gibt es aufgerundet gut gemeinte zwei von fünf Sternen für dieses Werk.

Veröffentlicht am 29.08.2022

Ingeborg und Max ... eine vierjährige Beziehung zwischen Nähe und Distanz ...

Ingeborg Bachmann und Max Frisch – Die Poesie der Liebe
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„Die Poesie der Liebe“ … ein schon fast zärtlich anmutender Titel für ein wunderschönes Buch über zwei Künstler, das man sich als Liebhaber der Literatur nicht entgehen lassen sollte. Und so hatte ich ...

„Die Poesie der Liebe“ … ein schon fast zärtlich anmutender Titel für ein wunderschönes Buch über zwei Künstler, das man sich als Liebhaber der Literatur nicht entgehen lassen sollte. Und so hatte ich mit diesem biografischen Roman das Glück, zwei interessante Menschen, nämlich Ingeborg Bachmann und ihren Wegbegleiter Max Frisch, kennenzulernen. Doch kann man es auch als Glück bezeichnen, dass die Beiden sich im Juli 1958 in einem Pariser Café trafen und ineinander verliebten? Beim Lesen wird man schnell gewahr, dass es sich bei den beiden Literaten um Extremmenschen handelt und das meine ich im positiven wie im negativen Sinne. Max Frisch, der ordnungsliebende Pedant, fühlt sich von der liebenswert chaotischen Ingeborg zwar magisch angezogen und droht dennoch an ihrem Chaos zu verzweifeln, während sie sich oft eingeengt und kontrolliert fühlt und ständig auf der Suche ist, dieser Enge zu entrinnen. Während Beide in ihrem beruflichen Umfeld einen Erfolg nach dem anderen feiern, ist es um die himmelhochjauchzende, zu Tode betrübte Beziehung nicht zum Besten bestellt. Frischs krankhafte Eifersucht und seine cholerischen Anfälle tun der freiheitsliebenden Ingeborg nicht gut. Nach nur vier Jahren ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt …
Die talentierte Autorin Bettina Storks, die mir bereits aus vorangegangen Büchern bestens bekannt ist, hat sich mit diesem besonderen Werk einen Herzenswunsch erfüllt. Es kann nicht einfach gewesen aus dem vorhanden Recherchematerial eine Geschichte zu kreieren, die den beiden Schreibkünstlern gerecht wird. Dennoch ist es ihr gelungen ein vielschichtiges und extrem einfühlsames Buch zu schreiben, das mich beeindruckt hat. Chapeau, liebe Bettina, ich wünsche dir noch viele interessierte Leser und einen riesigen Erfolg mit diesem Roman!