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Veröffentlicht am 09.03.2020

Dieses Buch hat seine eigene Magie! Katharina Seck erzählt atmosphärisch, poetisch und unglaublich schön

Die letzte Dichterin
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Nicht nur Katharina Secks Schreibstil ist verzaubernd wie immer, auch ihr neuestes Buches ‚Die letzte Dichterin‘ präsentiert sich magisch. Auch wenn es hier und da noch ausbaufähig gewesen wäre, hat es ...

Nicht nur Katharina Secks Schreibstil ist verzaubernd wie immer, auch ihr neuestes Buches ‚Die letzte Dichterin‘ präsentiert sich magisch. Auch wenn es hier und da noch ausbaufähig gewesen wäre, hat es mich überzeugt und in seinen Bann gezogen.

Wer schon andere Bücher der Autorin gelesen hat, weiß was ihn erwartet: ein bildhafter, sehr poetischer Schreibstil. Die ganze Geschichte ist sehr atmosphärisch und ruhig erzählt, gefühlvoll und detailreich. Ich kann mich in den Worten richtig verlieren und genieße jedes einzelne.

Gerne möchte ich auch noch die liebvoll ausgearbeitete Karte Phantopiens, die Zeichnungen zu jedem Teil des Buches und die Auszüge aus der Historie Phantopiens erwähnen. So etwas gefällt mir immer gut und zeigt, wie viel Mühe sich mit der Gestaltung gemacht und wie intensiv sich der Autor mit seiner Welt beschäftigt auch. Die Namen der Charaktere fand ich auch genial: Minna Fabelreich, Finn Minengräber, Malwine Wüstenherz, Valerian Ohneruh, Raffgier. Sie sind so schön plakativ und passen perfekt zur Geschichte.

Protagonistin Minna, titelgebende letzte Dichterin, ist mir auf Anhieb sympathisch. Sie versucht nicht aufzufallen, mit den Schatten zu verschmelzen und das Beste aus ihrem ärmlichen Leben zu machen. Sie will den Leuten ihre Geschichten näher bringen und sie unvergessen machen, irgendwann zur größten Dichterin des Landes aufsteigen. Wie könnte sie da eine Einladung der Königin ablehnen, die zum großen Dichterwettstreit aufruft? Doch wie soll sie Fernab finden, den einzigen Ort Phantopiens, an dem die Magie noch nicht verschwunden ist?

Gott sei Dank bekommt sie Finn zur Seite gestellt, ein bisher nicht ganz so erfolgreicher Schatzsucher, der von den anderen seiner Zunft wegen seiner verkümmerten Hand als unwürdig angesehen wird. Doch er will beweisen, dass er mehr kann, als sie von ihm erwarten. Wäre da ein Besuch der legendären magischen Stadt Fernab nicht der beste Beweis?

Nach einigen Unstimmigkeiten zwischen Minna und Finn machen sie sich schließlich auf den Weg nach Fernab. Ich liebe es ja, wenn Protagonisten auf Reisen gehen. Noch dazu wird eine Karte zur Verfügung gestellt. Und dann sind sie schwuppsdiwupps am Ziel angekommen. Das fand ich so schade, gerne hätte ich mehr von ihrer Reise gelesen, Phantopien besser kennengelernt, seine Bewohner und Bräuche.

Fernab selbst lernen wir als Leser schon sehr früh können. Neben Kapiteln von Minna und Finn bekommt auch die Königin Phantopiens eine eigene Sichtweise. Ich wusste zu Beginn nicht, was ich von ihr halten soll. Sie wirkt unnahbar und skrupellos und gibt sich sehr geheimnisvoll hinsichtlich ihrer Pläne. Doch schon bald wird klar, dass ihr Vorhaben düster ist und Gefahr bedeutet.

Der Plot ist spannend und schlüssig, mit einer sehr überraschenden Auflösung, die mir aber recht gut gefallen hat. Es wurde auch nicht auf Biegen und Brechen eine Liebesgeschichte konstruiert, sie hätte auch nicht wirklich gepasst. Und doch wäre die Geschichte ausbaufähig gewesen. Neben einer detaillierteren Beschreibung der Reise, von Land und Leuten, hätte ich mir auch noch gewünscht, das Magiesystem besser kennenzulernen. Wie hat die Magie funktioniert, wer konnte sie ausüben? Einfach, um als Leser noch mehr in das Land, in die Geschichte eintauchen zu können. Und um den traumhaften Schreibstil noch ein paar Seiten lang mehr lesen zu können. 4 Sterne.

  • Cover
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Fantasie
Veröffentlicht am 07.03.2020

Gefühlvoll und mit Gespür schreibt Emma Scott die Geschichte weiter und zeigt, dass Liebe und Freundschaft alles zu überwinden vermögen

Light Up the Sky
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Emma Scott hat es geschafft. Sie hat mich mit den ersten zwei Büchern, die ich von ihr gelesen habe, sehr berührt. Ihr Schreibstil, ihre gefühlvollen Beschreibungen, ihr Gespür. Ich habe ‚Light Up The ...

Emma Scott hat es geschafft. Sie hat mich mit den ersten zwei Büchern, die ich von ihr gelesen habe, sehr berührt. Ihr Schreibstil, ihre gefühlvollen Beschreibungen, ihr Gespür. Ich habe ‚Light Up The Sky‘ an einem Nachmittag gelesen, denn der einfache, aber einnehmende Stil der Autorin hat mich schier durch die Geschichte getragen. Auch wenn man schon von Anfang an wusste, worauf alles hinauslaufen könnte, war der Plot für mich sehr lesenswert und hat mir teilweise sogar neue Sichtweisen eröffnet. Und ist es nicht schön, wenn ein Buch das schafft?

Da es sich bei ‚Light Up The Sky‘ um den zweiten Teil einer Dilogie handelt, der auf dem ersten Teil aufbaut, enthält diese Rezension Spoiler zu Teil Eins. Und da ich erklären möchte, warum ich auch diesen Teil sehr mochte, muss ich leider auch dazu spoilern.

Ein kleiner Satz am Ende des ersten Teils hat klar gemacht, was uns im zweiten Teil erwartet: „Weiter unten war nichts“.. Connor und Wes wurden aus Syrien gerettet, sind am Leben, doch was ist ein Leben wert, wenn man sich innerlich grämt, überlebt zu haben?

Wes wird wohl nie wieder laufen können. Nicht mal ohne Hilfe aufstehen. Er wurde von einer Kugel derart verletzt, dass er querschnittgelähmt ist und sein Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen sein wird. Und hier hat mich Emma Scott wirklich beeindruckt: authentisch und ungeschmückt beschreibt sie Wes‘ Leben, seine Wut, seine Enttäuschung. Seine Probleme im Alltag, da es noch viel zu viele Hindernisse für Rollstuhlfahrer gibt. Und sie beschreibt, wie manchen Leute sich in Gegenwart eines Rollstuhlfahrers verhalten: unsicher, gar überheblich, die wenigsten normal. Ich selbst wüsste nicht, wie ich mich verhalten würde. Ich glaube, dass ich sehr unsicher wäre. Nicht absichtlich, aber ich hätte Angst, falsch mit dem Menschen umzugehen, den dieses Schicksal getroffen hat. Könnte man mir deswegen einen Vorwurf machen? Ich denke schon, denn nichts anderes ist der Mensch in einem Rollstuhl. Ein Mensch. Der es verdient hat, also solcher behandelt und wahrgenommen zu werden.
Ich finde, dass das die schönste Botschaft des Buches war. Die Liebesgeschichte war natürlich auch in diesem zweiten Teil vorhanden, ich habe sie aber im ersten Teil intensiver wahrgenommen und gespürt. Aber trotzdem haben die Personen selbst dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.

Wes, der Kämpfer, der zunächst aufgibt, um sich dann umso vehementer zu engagieren. Für seine Freundschaft mit Autumn. Sie ist nämlich sein Fels in der Brandung, steht an seiner Seite, akzeptiert ihn als den Menschen, der er ist. Ich finde, dass sie eine sehr tolle Persönlichkeit hat. Selbstbewusst, ohne arrogant zu sein, willensstark, ehrgeizig. Sie stellt sich auch mal in Frage, ohne dabei zu jammern oder im Selbstmitleid zu zerfließen. Ihre Emotionen kommen bei mir an und ihr Handeln wirkt echt und nachvollziehbar.

Connor hingegen gibt sich die Schuld an Wes‘ Zustand und kann den Anblick seines Freundes nicht ertragen. Auch wenn er sich mit seiner Reaktion nicht mit Ruhm bekleckert, kann ich ihn irgendwie auch ein bißchen verstehen. Der Meinung zu sein, dass man Schuld daran wäre, dass jemand nie mehr laufen, nie mehr aufstehen kann und diesen Menschen dann jeden Tag sehen zu müssen, sein Leiden, seine Hilflosigkeit, das stelle ich mir schrecklich vor. Mein erster Gedanke war intuitiv „Feigling“, aber nicht jeder ist mutig genug, um sich mit seiner Schuld oder Nichtschuld auseinanderzusetzen. Vor allem, wenn der Krieg einen selbst traumatisiert hat.

Doch Freundschaft und Liebe sind so starke Verbindungen, die selbst die größten Hindernisse zu überqueren vermögen. Und vielleicht ist die Freundschaft und Liebe von Autumn, Wes und Connor ja auch stark genug, um die dunklen Wolken, die Widrigkeiten, die ihnen das Leben bereitet, beiseite zu schieben und den Himmel wieder zu erhellen. 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2020

Ein wahres Meisterstück! Spannend, anspruchsvoll, mit einem Ende, das alles zusammenfügt.

Die dreizehn Gezeichneten - Der Krumme Mann der Tiefe
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Mit dem Finalband ihrer Trilogie ‚Die 13 Gezeichneten‘ ist Judith und Christian Vogt ein wahres Meisterstück gelungen. Spannend, anspruchsvoll und mit einem Ende, bei dem sich alles passend fügt.

Der ...

Mit dem Finalband ihrer Trilogie ‚Die 13 Gezeichneten‘ ist Judith und Christian Vogt ein wahres Meisterstück gelungen. Spannend, anspruchsvoll und mit einem Ende, bei dem sich alles passend fügt.

Der Schreibstil der Vögte ist wie in den Vorgängerbänden durch die Bank flüssig und an sich einfach zu lesen. Doch braucht es trotzdem die vollste Konzentration, um den Geschehnissen folgen zu können, um nichts zu verpassen oder eine entscheidende Szene zu unaufmerksam zu lesen. Der Finalband ist ebenfalls wieder nichts für Zwischendurch, nichts, bei dem man mit den Gedanken abschweifen darf. Das mag ab und an etwas anstrengend sein, ich habe aber eine Passage lieber nochmal gelesen, bevor ich nicht mehr genau wusste, was ich denn jetzt eigentlich gelesen hatte. Denn man kann nicht immer voll dabei sein. Aber das hat das Buch, das hat die Geschichte, in jeder Hinsicht verdient.

Denn sie ist zwar im Fantasybereich angesiedelt, könnte aber genauso gut irgendwo auf unserer Welt spielen. Sygna hat sich von seinen Besatzern befreit und schon steht der nächste Despot in den Startlöchern, in autokratischer Manier schwingt sich Zachari Erdhand zum Zunftmeister auf. Mit einer schattenhaften Unterstützung im Hintergrund lässt er sich zum Stadtoberhaupt wählen, tritt die Gesetze mit Füßen. Alles mit der Rechtfertigung von Frieden und Gleichheit. Ja, das fühlt sich nicht viel anders an zu Zeiten der aquinzischen Besatzer. Und auch Erdhand hat mit den gleichen Widersachern zu kämpfen: mit den Gleichwerkern, mit der ‚Stimme der Freiheit‘. Doch der Aufstand ist ins Stocken geraten, einige inhaftiert. Kilianna Erdhand, die sich öffentlich gegen ihren Vater stellt, wird nach dem gescheiterten Gerichtsverfahren in einer Ausnüchterungszelle festgehalten, Ismayl sitzt in Isolationshaft. Dawyd und Lysandra irren durch die Verkehrten Stadt, keiner weiß jedoch, wo sie sich befinden. Nun liegt es in Elisabedas Hand und in der der Zeichenträger und sonstigen Unterstützer auf ihrer Seite, die Gefangenen zu befreien, die ganze Stadt zu befreien. Es herrscht nun Bürgerkrieg in Sygna, so brutal wie man ihn sich vorstellt. Gardisten gegen Gleichwerker, Nachbar gegen Nachbar, Angst beherrscht sie gleichermaßen.

Und in den ganzen Kriegswirren, zwischen Befreiungsaktionen und Rückeroberungen folgen wir erneut den uns bekannten Personen, liebgewonnen oder nicht. Aber es sind allesamt tolle Charaktere, detailliert gezeichnet und so individuell wie du und ich. Selbst im Finalband überraschen sie mich noch mit ihren Aktionen, ihrer Loyalität und ihren Ideen, entwickeln sich weiter und sind nicht nur schwarz oder weiß. Sie stehen ein für ihre Überzeugungen, bis in den Tod. Solche Menschen, selbst wenn sie nur fiktiv sind, bewundere ich sehr. Ihren Mut und ihren Glauben an eine bessere Welt, eine freie und gleiche Welt.

Und doch muss auch eine noch so toll geschriebene und klug durchdachte Geschichte irgendwann zu Ende gehen. Umso schöner ist es, wenn sich alles zusammenfügt und den Leser zufrieden zurücklässt. Selbst wenn jemand auf der Strecke bleibt. Denn so ist das nun mal, eine Revolution fordert ihre Opfer. Doch der Gewinn ist unbezahlbar: Freiheit, Gleichheit, Frieden.
Nun, was ist mit dir? Hörst du sie auch schon, die Stimme der Freiheit?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

High Fantasy at its best!

Battle Mage - Kampf der Magier
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Du suchst High Fantasy at its best? Herzlichen Glückwunsch, du hast es gefunden. Denn ‚Battle Mage – Kampf der Magier‘ hat alles, was ein mitreißendes High Fantasy-Werk braucht: ein tolles Worldbuilding, ...

Du suchst High Fantasy at its best? Herzlichen Glückwunsch, du hast es gefunden. Denn ‚Battle Mage – Kampf der Magier‘ hat alles, was ein mitreißendes High Fantasy-Werk braucht: ein tolles Worldbuilding, einen Held, der nicht danach ausschaut, Drachen, Magier, eine dunkle Bedrohung. Und lohnt es sich auch? Definitiv!

Peter A. Flannerys ‚Battle Mage‘ ist sein erster Ausflug in dieses Genre. Achja, um Verwechslungen vorzubeugen: Peter A. Flannery ist nicht der bekannte Drehbuchautor gleichen Namens. Nein, auf seiner Homepage weist er darauf hin, dass er der andere ist, der, der nicht so bekannt ist. Das „A.“ soll das wohl verdeutlichen. Doch zurück zum Thema. Peter A. Flannery kann High Fantasy. Das hat er hier bewiesen.

Sein Schreibstil ist sehr fesselnd und flüssig, trägt einen durch’s Buch, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Klar, die Geschichte ist super. Doch auch eine gute Geschichte braucht einen angenehmen Schreibstil. Und eine Welt, die zur Geschichte passt.

Die Welt von Grimm basiert auf einer langen Entwicklung. Die Karte dazu ist im Buch abgebildet und ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Peter A. Flannery gibt auf seiner Homepage einen Einblick darauf, wie diese Karte entstanden ist. Ihm war nach eigener Aussage vor allem wichtig, dass die Welt die Protagonisten unterstützen kann, dass die Ereignisse und Gefühle, die in der Welt stattfinden, einen angemessen Platz finden. Selbst der Sonnenuntergang wurde berücksichtigt, denn es wäre glatt ein Ding der Unmöglichkeit, würde die Königin von Grimm diesen nie sehen. Die Königreiche von Grimm sind angelehnt an unsere mittelalterliche Welt und doch haben sie natürlich ihre Besonderheiten. Es werden Drachen zum Leben erweckt, Magier und Kampfmagier streiten um die Vorherrschaft, eine dunkle Bedrohung in Gestalt von seelenlosen Besessenen, angeführt von Dämonen, formiert sich an den Grenzen. Und nur die Kampfmagier können gegen die Angreifer bestehen. Doch die Zeiten haben sich geändert, immer weniger Drachen hören die Beschwörung eines Kampfmagiers. Ihr Bündnis ist einfach zu schwach geworden. Und die Gefahr, dass der beschworene Drache schwarz ist, ist allgegenwärtig. Denn schwarze Drachen sind gefährlich, haben nur Wut im Herzen und sind dem Wahnsinn verfallen.

Und nun zum Protagonisten, dem diese Welt eine Heimat ist: Falco Danté, ein schwacher, kränklicher Junge, der im Dienste eines ehemaligen Kampfmagiers steht. Als wäre er mit seinem Gebrechen noch nicht genug bestraft, ist er der Sohn eines Verräters. Eines Verräters, der dem Wahnsinn verfallen ist und seinesgleichen ermordet hat. Und auch wenn Falco eher unscheinbar ist, eher im Hintergrund bleibt, hat er doch ein gütiges Herz und sogar Mitleid mit jenen, die ihm Böses wollen oder gar antun.
Er ist mir von Anfang an sympathisch, im Laufe der Geschichte kann ich eine tolle Verbindung zu ihm aufbauen, sein Handeln nachvollziehen, seine Sorgen und Ängste spüren. Er ist kein aufdringlicher Protagonist, auch keiner der jammert – obwohl er allen Grund dazu hätte. Nur das Schicksal seines Vaters lässt ihm keine Ruhe. Warum ist dieser zum Verräter geworden? Und was hat es mit den gefürchteten schwarzen Drachen auf sich? Um zu verstehen, was seinen Vater angetrieben hat, trifft Falco eine schwerwiegende und impulsive Entscheidung. Diese führt ihn schließlich zur Kriegsakademie, wo Falcos Schicksal seinen Lauf nimmt..

Neben Falco hat Flannery auch tolle Nebencharaktere geschaffen. Denn in einer Welt, die derart schwierig ist für Menschen wie Falco, für jene, die schwach sind und eher unscheinbar, sind Freunde und Verbündete das Wichtigste. Menschen, auf die man sich verlassen kann, die einen durch schwere Zeiten helfen, unterstützen und für einen da sind. Denn viele Menschen verachten Falco dafür, was sein Vater getan hat. Aber wohin würde es führen, wenn wir die Kinder für die Verbrechen ihrer Eltern verurteilen? So bekommt Falco z.B. seinen besten Freund Malaki zur Seite gestellt, ein Müllerssohn, geschickt mit dem Schwert und bärenstark. Und doch war er nicht immer so. Mit seinem Feuermal wurde er gehänselt und Falco war der einzige, der ihn verteidigt hat. Das ist das Fundament, auf dem diese Freundschaft aufgebaut ist, sie ist Loyalität, Vertrauen und Bestärken. Bestärken darin, dass man zwar der Sohn seiner Vaters ist, aber nicht zwangsläufig so werden muss wie er. Bestärken darin, dass man zwar den selben Weg beschreiten, aber das Ziel trotzdem ein anderes sein kann..

Ja, ihr merkt, diese Geschichte hat mich gefesselt und in ihren Bann gezogen. Flannery hat einzigartige Charaktere geschaffen, eine detaillierte Welt mit einem interessante Magiesystem, in dem Kampfmagier Seite an Seite mit Drachen kämpfen. Das ist High Fantasy, wie ich sie liebe! Einziger Wermutstropfen an der ganzen Sache: das Buch wurde im Deutschen auf zwei Teile aufgeteilt. Doch Band 2 erscheint schon im Mai, deshalb muss ich nicht mehr lange warten. Und für euch ist noch Zeit, um dieses unglaubliche Buch zu lesen und genauso zu lieben wie ich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2020

Spannend und beklemmend, jedoch nicht perfekt!

Die Wälder
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Hast du Angst vor den Wäldern? Angst vor der Dunkelheit und den Geheimnissen, die dort lauern? Willst du dich dem Unbekannten trotzdem stellen? Dann komm und lese diesen Thriller. Denn auch wenn mich die ...

Hast du Angst vor den Wäldern? Angst vor der Dunkelheit und den Geheimnissen, die dort lauern? Willst du dich dem Unbekannten trotzdem stellen? Dann komm und lese diesen Thriller. Denn auch wenn mich die Story nicht hundertprozentig überzeugt hat, hat sie doch einen derartigen Sog entwickelt, der mich schier an die Seiten gefesselt hat.

Denn das kann die Autorin. Mit Worten eine beklemmende Stimmung schaffen, an den richtigen Stellen gerade so viel verschweigen, dass es fast unmöglich ist, nicht weiterzulesen, nicht erfahren zu wollen, was diese Szene nun bedeutet hat. Raabes detaillierte Beschreibungen setzen dem Ganzen die Krone auf. Denn wenn man neben der unheimlichen Atmosphäre noch solch realistische und präzise Beschreibungen der Situation bekommt, ist Anspannung und Nervosität garantiert.

Protagonistin Nina ist obendrein eine Person, die ich sehr sympathisch gefunden habe. Sie hat den unbändigen Willen (manche würden es Sturheit nennen), Tims Schwester zu finden und so geht sie ehrgeizig auf die Suche nach der Verschwundenen. Und hält sich dabei nicht nur an den konventionellen Weg.

Trotz alledem finde ich die Geschichte etwas unrund. Nicht die Auflösung. Obwohl diese auch etwas erzwungen wirkt. Nein, der Erzählstrang um die Kinder im Dorf. Da ich darlegen möchte, was genau mich daran gestört hat, werden die nächsten Zeilen massive Spoiler enthalten. Wenn du also nicht wissen möchtest, was im Buch passiert:

HIER STOP! SPOILER!

Den Szenen in der Vergangenheit muss ich nämlich vorwerfen, dass sie mir zu gewollt geheimnisvoll und undurchsichtig waren. Das ist natürlich von der Autorin beabsichtigt. Aber ich fand es zu konstruiert. Warum mussten die Kinder Spitznamen haben, damit erst nach vielen, vielen Seiten klar ist, dass es sich dabei um die Protagonisten handelt? Anfangs dachte ich, die Geschehnisse spielen in der Gegenwart. Walkie Talkies, die David seinem Neffen geschenkt hat. Kantes Onkel, der Polizist ist. Das Aufeinandertreffen beim Fleischer. Gloria, die weg ist. Lange Zeit wird nicht erwähnt, wann genau sie denn verschwunden ist. Kleine Details, dich mich viel zu lange glauben ließen, die Beschreibungen wären zeitlich parallel zum Haupterzählstrang anzusetzen. Ja, irgendwann hatte ich die Vermutung, dass es sich um Nina, Tim, David und Henri handeln muss. Doch bis dahin wurde alles so gewollt verschleiert, dass man kaum darauf kommen konnte. Das mag dann ein großer Aha-Effekt gewesen sein, mir gefiel es nicht so gut.

Nichtsdestotrotz waren die Schilderungen in der Vergangenheit ungemein fesselnd. Genauso wie jene in der Gegenwart. Wie gesagt, dass Buch ist keineswegs schlecht – ganz im Gegenteil. Aber die kleine Unstimmigkeit macht dieses Buch nicht ganz so perfekt für mich. Trotz des kleinen Makels spreche ich eine klar Leseempfehlung aus. Denn dieses Buch ist spannend, entwickelt einen Sog und hat eine durchwegs beklemmende Atmosphäre. Es hat also alles, was ein guter Thriller braucht. 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
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