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Veröffentlicht am 19.06.2026

Reminiszenz an James Bond und John le Carré

Die Queen, die aus der Kälte kam
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Mittlerweile befinden wir uns im Jahr 1961 und die Queen fährt mit dem königlichen Zug, bevor es mit der Britannia nach Italien geht. Gab es wirklich eine Leiche in Sichtweite des Zuges, die beseitigt ...

Mittlerweile befinden wir uns im Jahr 1961 und die Queen fährt mit dem königlichen Zug, bevor es mit der Britannia nach Italien geht. Gab es wirklich eine Leiche in Sichtweite des Zuges, die beseitigt wurde, oder hat Sandra Pole sich das eingebildet? Die Queen und Joan McGraw ermitteln wieder in bereits bekannter Manier.

Das Cover von "Die Queen, die aus der Kälte kam" ist dieses Mal Fliederfarben gestaltet und zeigt zusätzlich einen Corgi im Sprung. Das erinnert sofort an die vorigen Bände der Reihe, ein großer Wiedererkennungswert. Der Titel ist eine Reminszenz an John le Carrés "Der Spion, der aus der Kälte kam" und verbeugt sich vor ihm und James-Bond-Autor Ian Fleming.

S.J. Bennett versteht es, ihre Leser zu unterhalten. Sie verbindet historische Gegebenheiten der Queen mit Krimi-Elementen und ich ertappe mich stets dabei, dass ich mir sage, so könnte es gewesen sein, wenn die Queen wirklich ermittelt hätte! Das gefällt mir so an dieser Reihe, der Humor und die "literarische Verbeugung" vor einer großen Frau. Die letzten Bände haben etwas geschwächelt, dieser gefällt mir deutlich besser. Weiter so, Mrs. Bennett!

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Könnte es so weitergehen?

Die Auferstehung
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Ein Hommage an die Helden unserer Kindheit, eine Weiterentwicklung für erwachsene Leser & Krimi-Fans. Die drei Fragezeichen sind zurück - und sind nicht nur erwachsen, sondern alt geworden, wie sie selbst ...

Ein Hommage an die Helden unserer Kindheit, eine Weiterentwicklung für erwachsene Leser & Krimi-Fans. Die drei Fragezeichen sind zurück - und sind nicht nur erwachsen, sondern alt geworden, wie sie selbst feststellen...

Das Cover von Andreas Eschbachs "Die Auferstehung" erinnert durch den Verlag und ähnliche Aufmachung an die "alten" drei Fragezeichen-Bücher. Das dunkle, wie ein altes Blatt Papier aussehende Cover hat geprägte drei Fragezeichen und zwei wie Masken aussehende, sich teilweise überlappende Frauengesichter in weiß, rot und blau, den Farben der drei Fragezeichen. Eine stimmige Coverumsetzung, die gerade so viel verrät, um neugierig zu machen. Sehr passend.

Andreas Eschbachs Bücher und sein Schreibstil sind spannend. Daran ändert sich auch hier nichts, wenngleich man merkt, dass er sich große Mühe gegeben hat, an die Originale heranzureichen. Wenn man wie ich das letzte drei Fragezeichen-Buch als Kind gelesen ist, was durchaus schon eine Zeit her ist, dann muss man Eschbach für seinen Mut, sich an solche "Idole" heranzuwagen und jetzt für Erwachsene zu schreiben, bewundern. Ein Stück Nostalgie, ein Stück Irritation, ein Stück Bewunderung. Das trifft es für mich am besten. Die Geschichte war gut, aber kein Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Es war schön, mal wieder nach Rocky Beach zurückzukehren, aber insgesamt brauche ich keine weitere Fortsetzung mehr, das wäre mir zu viel.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Bitterböse & extrem unterhaltsam

Opernball
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Steffi Sargnagel mit "Entourage" auf dem Wiener Opernball, was für ein Erlebnis!

Das Cover von "Opernball. Zu Besuch bei der Hautevolee" zeigt die Autorin als Comicfigur mit einem Glas Sekt und einer ...

Steffi Sargnagel mit "Entourage" auf dem Wiener Opernball, was für ein Erlebnis!

Das Cover von "Opernball. Zu Besuch bei der Hautevolee" zeigt die Autorin als Comicfigur mit einem Glas Sekt und einer Wurst, von der Ketchup tropft. Oder Blut? Nach der Lektüre des Büchleins kann man nicht mehr sicher sein... Auf der Rückseite dann ein Foto von der Autorin mit Opernglas, Leberkässemmel und einigen Getränken. Sehr lustig und passend zum Buch.

Steffi Sargnagel hat einen bitterbösen Sinn für Humor, den sie mit diesem Büchlein komplett ausspielt. Allein die Szene - Vorsicht, Spoiler! - mit den "Orden", die sich ihr männlicher Begleiter an die Brust geheftet hat - genau mein Humor! Manche Szenen driften so sehr ins Groteske ab - Stichwort Ohrläppchen und der am Kronleuchter schwingende Politiker - dass man die Szenen nochmal lesen muss, um zu überprüfen, ob das wirklich so da steht. Den Humor der Autorin muss man mögen, mit diesem Büchlein treibt sie es auf die Spitze, was nicht jedem gefällt. Vielleicht kann man auch besser darüber lachen, wenn man kein Österreicher ist?!

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Eine spannende Theorie...

Ein Zimmer für sich allein
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...dass jede Frau ein Zimmer für sich alleine und jährlich 500 £ haben sollte, um unabhängig zu sein und schreiben zu können! In diesem bekannten Essay verkündet Virginia Woolf eine Reihe von "Weisheiten", ...

...dass jede Frau ein Zimmer für sich alleine und jährlich 500 £ haben sollte, um unabhängig zu sein und schreiben zu können! In diesem bekannten Essay verkündet Virginia Woolf eine Reihe von "Weisheiten", die fast 100 Jahre alt sein und von denen ein Großteil nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Das Cover von "Ein Zimmer für sich allein" zeigt ein Ölgemälde aus dem Jahr 1899, das eine Frau schreibend am Fenster sitzend zeigt. Auch wenn es für ein aus dem Jahr 1929 stammendes Essay fast schon wieder unmodern ist, passt es insgesamt doch sehr gut zum Titel und zum Buch.

Virginia Woolf macht hier interessante Aussagen, vertritt Thesen, für die sie zu Recht in der Frauenbewegung der 1970er-Jahre viel gelesen und zitiert wurde. Auch wenn nicht jeder schreiben möchte und bestimmt auch nicht jeder schreiben sollte, kann man dieses Beispiel des Schreibens auf viele andere Aktivitäten anwenden. Diese 160 Seiten sollten von jeder Frau gelesen, verstanden und entsprechend umgesetzt werden!

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Auf in die Vergangenheit

Die Mitternachtsreise
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Wilbur stirbt. Und findet sich an einem Bahnhof wieder, wo ihn der Mitternachtszug abholt, ihm sein Leben zeigt und an wichtigen Stationen anhält. Was wird er im Rückblick an Erkenntnissen gewinnen?

"Die ...

Wilbur stirbt. Und findet sich an einem Bahnhof wieder, wo ihn der Mitternachtszug abholt, ihm sein Leben zeigt und an wichtigen Stationen anhält. Was wird er im Rückblick an Erkenntnissen gewinnen?

"Die Mitternachtsreise" hat ein mitternachtsblaues Cover, man sieht den Nachthimmel, Mond und Sterne und im Zugfenster die Silhouetten eines Mannes und einer Frau vor buntem Licht. Das eigentliche Buch und der Schutzumschlag unterscheiden sich, auf dem Schutzumschlag sind hellere Sterne und eine Katze läuft auf dem Zugdach, außerdem liest man links und rechts vom Zugfenster noch "Eine Reise, die alles verändert" und "Eine Liebe, die alles überdauert". Ein wunderschönes Cover, das direkt neugierig macht und optisch ein wenig an "Die Mitternachtsbibliothek" erinnert. Sowohl Cover als auch Titel passen perfekt zum Roman. Auch die liebevoll gestalteten Extras wie die Fahrkarten für den Zug, am Anfang "neu", am Ende eingerissen weil entwertet, sind Details, die ein Buch schöner machen.

Matt Haig ist es mit seinem Schreibstil gelungen, mich sofort in die Geschichte zu bringen und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ein sehr gutes Zeichen. Auch hier faszinierte mich die Grundidee hinter dem Buch, für mich ist dieser Roman wesentlich besser als der Vorgänger "Die Mitternachtsbibliothek". Vielleicht liegt es daran, in welcher Lebensphase man sich gerade befindet, dieser Roman hat mir aus der Seele gesprochen und wird mich mit seinen Lebensweisheiten und "Sprüchen" gedanklich noch eine Weile beschäftigen. Die "Mitternachtsreise" beschreibt eine Variante von "Was wäre, wenn du die Zukunft kennen würdest, was würdest du ändern oder würdest du überhaupt etwas ändern?", die sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens stellen und viele würden sich diese Möglichkeit wünschen. Ein tolles Gedankenspiel, ein kluger Roman, ein Märchen, ein Lebensratgeber, alles in einem. Ich werde das Buch definitiv weiterempfehlen und kann es auch jüngeren Lesern nur dringend ans Herz legen. Für mich bisher das beste Buch, was ich in 2026 gelesen habe. Danke, Matt Haig!

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