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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

Mit Mut statt Magie

Trials of Magic (Die Krone von Isandia 1)
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Isandia wird von einem menschlichen König regiert, der Magie fürchtet, mit tödlichen Konsequenzen. Alle 21-jährigen Hexen und Hexer müssen einmal im Jahr ein lebensgefährliches Trial absolvieren. Wer überlebt, ...

Isandia wird von einem menschlichen König regiert, der Magie fürchtet, mit tödlichen Konsequenzen. Alle 21-jährigen Hexen und Hexer müssen einmal im Jahr ein lebensgefährliches Trial absolvieren. Wer überlebt, wird in die königliche Armee eingezogen. Schon dieses Grundsetting ist düster und packend.
Im Mittelpunkt steht Amara, die leider überhaupt keine Magie besitzt, was keiner wissen darf. Stattdessen schlägt sie sich mit Klugheit, Beobachtungsgabe und Geschick durch die Prüfungen. Das macht sie zu einer angenehmen Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Die Prüfungen sind spannend, abwechslungsreich und sehr bildhaft beschrieben. Auch die Nebenfiguren sind interessant angelegt, ganz besonders der General des Königs, an den Amara ihr Herz verliert.
Der Schreibstil ist lebendig und flüssig, man fliegt nur so durch die Seiten. Das Ende kommt unerwartet und sorgt dafür, dass man sofort zum nächsten Band greifen möchte. Ein echtes „Nur noch ein Kapitel“-Buch.
Als Hörbuch ebenfalls sehr gelungen: Chiara Haurand und Magnus Rook lesen atmosphärisch und passend zu den Figuren. Insgesamt ein starker Reihenauftakt mit großem Suchtfaktor.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Leise erzähltes Schicksal

Das unglaubliche Talent der Bailey Dowery
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Das unglaubliche Talent der Bailey Dowery überrascht. Der Mordfall, der zunächst wie der zentrale Motor wirkt, rückt unerwartet in den Hintergrund und wird geschickt in das Gesamtgeschehen eingewoben. ...

Das unglaubliche Talent der Bailey Dowery überrascht. Der Mordfall, der zunächst wie der zentrale Motor wirkt, rückt unerwartet in den Hintergrund und wird geschickt in das Gesamtgeschehen eingewoben. Genau das macht den Reiz aus: Es geht weniger um das „Wer war’s?“ als um Menschen, Machtverhältnisse und Abhängigkeiten.

Besonders stark ist die Atmosphäre. Der Roman vermittelt eindringlich ein Gefühl für das Leben im Amerika der Rassentrennung der 1950er Jahren. Ungerechtigkeit, soziale Enge und unterschwellige Gewalt sind allgegenwärtig, ohne je platt erklärt zu werden.

Die Figuren polarisieren deutlich: Ingrid ist unsympathisch, manipulativ und schwer zu ertragen. Bailey hingegen wirkt apart, eigenständig, fast entrückt. Charlene bringt mit ihrer Art einen Hauch von Vulgarität hinein, der auffällt, aber passt. Niemand ist glatt, niemand eindeutig sympathisch – das macht die Geschichte glaubwürdig.

Ein großes Plus: Das Cover trifft Baileys Charakter und Erscheinung erstaunlich genau. Der Schreibstil ist gut lesbar, flüssig, ohne Längen oder unnötige Abschweifungen.

Fazit: Kein klassischer Krimi, sondern ein starker Roman mit gesellschaftlichem Blick, prägnanten Figuren und stimmiger Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

politisch, spannend, brisant

Oxen. Interregnum
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OXEN INTERRREGNUM fährt gleich mehrere schwere Geschütze auf und verwebt drei wesentliche Handlungsstränge, die es in sich haben.
Ganz persönlich wird es, als Oxens Sohn Magnus Opfer eines lebensgefährlichen ...

OXEN INTERRREGNUM fährt gleich mehrere schwere Geschütze auf und verwebt drei wesentliche Handlungsstränge, die es in sich haben.
Ganz persönlich wird es, als Oxens Sohn Magnus Opfer eines lebensgefährlichen Überfalls wird. Dieser Strang geht nahe, gibt der Geschichte emotionale Tiefe und zeigt Oxen einmal mehr als Vater, nicht nur als Kämpfer.

Parallel dazu werden chinesische Austauschstudenten verfolgt. Was zunächst rätselhaft wirkt, entpuppt sich als Teil eines perfid geplanten Machtspiels, hinter dem die chinesische Regierung steckt. Politisch hochbrisant, beklemmend und leider nicht völlig abwegig.

Der dritte Strang ist der wohl düsterste: Zwei einflussreiche Personen der dänischen Regierung, seit zehn Jahren im „Schläfertum“, werden wieder aktiv, um Danehof aus der Versenkung zu holen. Ziel: ultrarechte Werte neu zu beleben und politischen Einfluss zurückzuerlangen. Das ist beunruhigend aktuell und zieht sich wie ein kalter Schatten durch den Roman.

Alles zusammen ist spannend, intelligent konstruiert und komplex. Man muss allerdings aufmerksam bleiben, sonst verliert man leicht den Überblick. Kein schneller Thriller für zwischendurch, sondern ein politischer Spannungsroman mit Anspruch.

Fazit:
Stark, düster, vielschichtig – kleine Längen und hohe Komplexität kosten einen Stern, aber Oxen-Fans kommen voll auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

In der Zwischenwelt

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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Als Erstes möchte ich anmerken, dass das Cover absolut genial zum Inhalt passt.
House of Hollow ist düster, verstörend und zieht einen schnell in seinen Bann. Drei Schwestern, ein rätselhaftes Verschwinden ...

Als Erstes möchte ich anmerken, dass das Cover absolut genial zum Inhalt passt.
House of Hollow ist düster, verstörend und zieht einen schnell in seinen Bann. Drei Schwestern, ein rätselhaftes Verschwinden in der Kindheit und eine Atmosphäre, die permanent unter die Haut geht. Die Geschichte lebt weniger von Tempo als von Stimmung – unheimlich, märchenhaft und stellenweise richtig creepy.
Besonders gelungen sind die Bilder und Metaphern: schön, aber unter der Oberfläche ekelhaft und faulig. Das ist nicht so meins, aber scheinbar gehört das zu einer Horrorstory dazu.
Die Schwestern wirken fremd, beschädigt, nie ganz richtig in dieser Welt.
Allerdings hat das Buch auch Längen. Manche Passagen drehen sich zu sehr um Atmosphäre, ohne die Handlung wirklich voranzubringen. Gegen Ende hätte ich mir etwas mehr Klarheit und Konsequenz gewünscht.
Kein klassischer Thriller, eher Horror mit literarischem Einschlag. Für Fans von leiser, schleichender Gänsehaut sehr empfehlenswert.
Leider wird der Eindruck des Hörbuchs durch die Sprecherin deutlich geschwächt. Die Lesung wirkt sehr mechanisch, fast emotionslos, was der eigentlich intensiven und unheimlichen Geschichte viel Spannung nimmt. Das ist schade, denn gerade hier hätte eine nuancierte Interpretation viel ausmachen können.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Starke Stimmung, zu viel Wald

Knochenkälte
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Atmosphärischer Thriller mit starkem Setting: eisige Kälte, Abgeschiedenheit und ein David Hunter, der buchstäblich von der Umwelt abgeschnitten ist. Die Dorffehde, die Leichenfunde und ein Mörder, der ...

Atmosphärischer Thriller mit starkem Setting: eisige Kälte, Abgeschiedenheit und ein David Hunter, der buchstäblich von der Umwelt abgeschnitten ist. Die Dorffehde, die Leichenfunde und ein Mörder, der tötet, um eigene Spuren zu verwischen, sorgen für ordentlich Spannung – zumal Hunter selbst zunehmend in Lebensgefahr gerät. Besonders hervorzuheben: das Hörbuch ist ausgezeichnet vorgelesen von Johannes Steck, sehr dicht und stimmungsvoll. Allerdings ziehen sich manche Passagen unnötig, vor allem das ständige Umherirren im Fichtenwald hätte deutlich kürzer ausfallen können. Trotzdem ein packender Krimi mit bedrückender Atmosphäre und starkem Plotkern. Solide 4 Sterne.

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