Platzhalter für Profilbild

fredhel

Lesejury Star
offline

fredhel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit fredhel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2024

Netter historischer Roman

Das Erbe der Pandora Blake
0

Pandora Blake hat ihre Eltern schon sehr früh verloren. Sie starben bei einer Ausgrabung. Seitdem führt Onkel Hezekiah das elterliche Antiquitätengeschäft weiter; aber er lässt es zu einem Ramschladen ...

Pandora Blake hat ihre Eltern schon sehr früh verloren. Sie starben bei einer Ausgrabung. Seitdem führt Onkel Hezekiah das elterliche Antiquitätengeschäft weiter; aber er lässt es zu einem Ramschladen verkommen, um seine Schwarzmarktgeschäfte zu tarnen. Kein Wunder, dass Pandoras Erbe unter seiner Geschäftsführung dahinschmilzt. Sie versucht stattdessen, als Goldschmiedin Fuß zu fassen. Kein leichtes Unterfangen im Jahr 1799, in dem Frauen noch keine Rechte hatten.
Den Wendepunkt bringt eine geheimnisvolle Amphore im Keller des Ladens. Wunderschön und gut erhalten, von Hezekiah gehütet wie ein Goldschatz. Pandora/Dora findet Zugang zum Keller und beginnt mit einem jungen Mann, der leider nicht so ganz uneigennützig handelt, das Objekt zu untersuchen.
Die Atmosphäre der damaligen Zeit, vor allem die geringe Stellung der Frau, aber auch die Situation im Hafen und auf den Straßen wird von der Autorin ausgezeichnet wieder gegeben. Die Protagonisten sind auf interessante Weise eigenwillig und in Dora hat man schnell eine Sympathieträgerin gefunden.
Der Schreibstil ist ausdrucksstark, dabei gut lesbar. Vielleicht fehlt es insgesamt ein wenig an Spannung, aber dennoch ist das hier ein sehr unterhaltsamer Roman für zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2024

Menschen ohne innere Werte

Die Auszeit
0

Für sich allein genommen ist dieser Thriller ein absoluter Eyecatcher mit seinen Schockfarben und dem Farbschnitt. Das Cover hat schon mal einen direkten Bezug zum Inhalt. Vielleicht hat man dieses moderne ...

Für sich allein genommen ist dieser Thriller ein absoluter Eyecatcher mit seinen Schockfarben und dem Farbschnitt. Das Cover hat schon mal einen direkten Bezug zum Inhalt. Vielleicht hat man dieses moderne Gebäude vor Augen, wenn man sich mit der Autorin auf die Spuren der Influencerin Viktoria Kaplan begibt. Diese bezieht mit ihren engsten Freunden/Mitarbeitern für ein Wochenende das besagte Retreat in den Alpen. Es sind allesamt verwöhnte junge Menschen, entweder reich geboren oder schnell sehr reich geworden durch Social Media. So genau weiß man das nicht. Jedenfalls ist einer unsympathischer als der andere, wie man schnell merkt. Der Alkohol fließt in Strömen und die zwischenmenschlichen Probleme kommen immer näher an die Oberfläche heran. Als Krönung wird eine Person der Gruppe ermordet und der Mörder kann nur einer von ihnen sein.
Ich vergebe hier gutgemeinte vier Lesesterne, denn dieses Buch hat durchaus Unterhaltungswert. In meinen Augen spielt es jedoch noch nicht in der Liga der guten deutschen Krimiautoren wie zum Beispiel Fitzek oder Strobel, selbst wenn die Werbetrommel so laut gerührt wird.
Schnelle Szenenwechsel, verbunden mit einem Wechsel des Erzählers, sowie einem steten Hin- und Herspringen in der Zeit vor und der Zeit nach dem Mord, sorgen für eine gewisse Lebendigkeit, erhöhen jedoch nicht die Spannung. Die Charaktere sind nichtssagend. Mit keinem kann man als Leser eine Beziehung aufbauen. Die vielen Personen sind dann auch das große Manko der Hörbuchversion, bei der man oft die Übersicht verliert, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird. Da hilft leider auch der ausgezeichnete Vortrag von Leonie Landa nicht weiter.
Die Grundidee ist wirklich gut und hat Potenzial, aber der Schreibstil der Autorin wirft beim Leser/Hörer noch kein Kopfkino an. Da ist noch Potenzial nach oben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2024

Ein gelungener Abschluss

Tränenschwur
0

Endlich ist der letzte Teil der Sacramento-Reihe von Karen Rose erschienen. Natürlich wieder ein richtig dicker Wälzer mit 800 Seiten voller Spannung, aber auch Romantik.
Die geheime Sekte Eden, in der ...

Endlich ist der letzte Teil der Sacramento-Reihe von Karen Rose erschienen. Natürlich wieder ein richtig dicker Wälzer mit 800 Seiten voller Spannung, aber auch Romantik.
Die geheime Sekte Eden, in der ehemalige Straftäter Unterschlupf gefunden haben, ist weiterhin auf der Flucht. Ihr Notquartier befindet sich tief in den Bergen. Die Vorräte werden knapp und vor allem der schwangeren Hayley, die gegen ihren Willen dort festgehalten wird, rinnt die Zeit davon. Die Geburt steht kurz bevor, und eine der Sektenschwestern wird ihr dieses Baby wegnehmen.
Das FBI ist der Glaubensgemeinschaft dicht auf den Fersen. Es müssen allerdings auch ehemalige Sektenmitglieder vor einem Scharfschützen abgeschirmt werden, der Eden lange Jahre betrogen hat und dessen Geschäfte nun aufzufliegen drohen.
Erzählt wird die Handlung gewohnt mitreißend, wie man es eben von Karen Rose kennt. Als Leser wird man direkt mit einer Unzahl von Personen geflutet. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Einfach strikt weiterlesen, allmählich kommt man auch ohne Personenregister in den Flow. Eine Spezialität der Autorin ist, frühere Protagonisten in späteren Werken immer wieder mal auftauchen zu lassen, so kommt für Vielleser eine Art familiäres Feeling auf.
Grundsätzlich findet man auch eine Liebesgeschichte in ihren Thrillern. Dieses Mal geht es um Tom und LIza. Leider muss ich sagen, dass dieser Handlungsstrang etwas überstrapaziert ist. Das ewige Zaudern auf beiden Seiten nimmt viel zu viel Raum ein.
Es gibt viele Personen, viele Handlungsstränge und auch viele Erzählperspektiven. Die Handlung wird sehr dicht erzählt und weist bis auf besagte Liebeständeleien keine Längen auf. Ein reizendes kleines Mädchen und ein verspielter Doggenwelpe sorgen zwischendurch immer mal für muntere Szenen.
Dies ist wieder ein Thriller, den man in einem Rutsch durchlesen würde, wenn er nicht so dick wäre.
Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2024

Erfrischende Urban Fantasy

Drei Magier und eine Margarita
0

Tori kann sich in keinem Job lange halten. Sie reagiert heftig auf Ungerechtigkeiten und das ist ungut fürs Geschäft, vor allem, wenn man als Kellnerin arbeitet. Ihr schlechter Ruf eilt ihr voraus, sodass ...

Tori kann sich in keinem Job lange halten. Sie reagiert heftig auf Ungerechtigkeiten und das ist ungut fürs Geschäft, vor allem, wenn man als Kellnerin arbeitet. Ihr schlechter Ruf eilt ihr voraus, sodass sie als letzten Strohhalm einen Job als Barkeeperin in einer ziemlichen Spelunke annimmt. Die Gäste sind ganz schön schräg drauf, aber man ist begeistert, wie sie völlig unbeeindruckt kontert und sich nicht einschüchtern lässt. Hier scheint Tori am rechten Fleck gelandet zu sein. Doch dann kommt ein unüberwindbares Problem auf: Tori ist ein Mensch und muss erkennen, dass ihr Arbeitsplatz Treffpunkt für übersinnlich Begabte ist. Von da an steigt die Spannung, denn die Gruppe wird von der Konkurrenz angegriffen.
Dieser Roman ist absolut erfrischend in seiner humorvollen Art. Tori gewinnt sofort alle Sympathiepunkte des Lesers, weil sie sich nicht verbiegt, sondern für ihre Überzeugung einsteht. Genauso, wie sie völlig selbstlos später für ihre neu gewonnenen Freunde eintritt. Auch die anderen Personen haben interessante Charaktere und ihre magischen Fähigkeiten machen sie einzigartig. Die kontrastreiche Handlung zwischen normaler Realität und der mythischen Welt macht diesen Roman absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2024

Selbstbestimmt

Issa
0

Issa ist als schwarzes Mädchen im tiefsten Hunsrück aufgewachsen. Ihre Mutter war übertrieben streng zu ihr, schreckte auch vor Schlägen nicht zurück. Doch nun ist Issa schwanger mit ihrem ersten Kind. ...

Issa ist als schwarzes Mädchen im tiefsten Hunsrück aufgewachsen. Ihre Mutter war übertrieben streng zu ihr, schreckte auch vor Schlägen nicht zurück. Doch nun ist Issa schwanger mit ihrem ersten Kind. Nachdem die Mutter immer alles dafür getan hatte, dass Issa die deutschen Ansprüche an Normalität erfüllte, so dringt sie jetzt darauf, dass Issa in Kamerun alte Rituale über sich ergehen lässt, damit ihr und dem Ungeborenen eine gesunde Zukunft gesichert ist.
In Kamerun erwartet sie eine riesige Verwandtschaft, die große Ansprüche an die vermutlich reiche Frau aus Europa hat. Aber sie begibt sich auch auf einen Weg der inneren Einkehr, auf dem sie losgelöst von den Ansprüchen der Mutter und des Kindsvaters ihre eigene Seele findet, die bislang zwischen der afrikanischen und der deutschen Welt orientierungslos vor sich hin existierte. Am Ende dieses Weges sehen wir in Issa eine selbstbestimmte Frau, die im Einklang mit sich selbst ein gesundes Mädchen gebärt.
Die Autorin schreibt in einfachen Sätzen. Doch auch eine einfache Sprache kann sehr eindringlich von den Schrecken der Kolonialzeit erzählen, die nicht nur als gemischtrassige Nachkommen bis in die Gegenwart hineinwirken.
Die besagten Rituale sind gleichermaßen befremdlich als auch interessant, aber man sollte sie vorurteilsfrei zur Kenntnis nehmen, denn sie haben die Frauen schon seit Jahrhunderten begleitet und ihnen ein Gefühl von Schutz gewährt.
Ich persönlich habe aus dem Buch gelernt, dass, je mehr ich über Afrika erfahre, umso mehr weiß ich, wie wenig ich weiß.
Die Autorin liest ihr Werk in der Hörbuchversion selbst ein. Da glaube ich, eine routinierte Sprecherin wäre eine bessere Wahl gewesen, auch wenn Mahns Timbre wirklich angenehm und die Aussprache sehr deutlich ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere