Interessant!
Ein Sommer am Ufer des DnjeprIch hatte mal wieder Lust auf eine richtig gute Coming of Age-Geschichte - da kam das Buch von Andre Bergelt wie gerufen. Der Klappentext klang super interessant.
Wir folgen Anton ins Jahr 1979 in die ...
Ich hatte mal wieder Lust auf eine richtig gute Coming of Age-Geschichte - da kam das Buch von Andre Bergelt wie gerufen. Der Klappentext klang super interessant.
Wir folgen Anton ins Jahr 1979 in die Ukraine. Er ist gerade 9 Jahre alt, ein musikalisches Talent, hochbegabt. Anton als Charakter hat mir gut gefallen, er war intelligenter als manch anderer, hat sich sehr gewählt ausgedrückt, was an manchen Stellen sehr amüsant war, wenn man im Hinterkopf behält, dass er ein neunjähriger Junge ist. Er verbringt den Sommer mit seiner Oma Mina, mit anderen Kindern kann er eigentlich wenig anfangen. Doch dann lernt er den elfjährigen Timur kennen, später auch die 15-jährige Lina und beide Begegnungen prägen ihn und seinen Sommer.
Auch Timur war mir sehr sympathisch und die Szenen, in denen sie einfach Kinder sind, er Anton über Punk, Musik und alles Mögliche aufklärt, habe ich sehr gerne gelesen. Es hat Spaß gemacht, die beiden auf ihren Abenteuern zu begleiten und die Dialoge zu lesen. Die Stimmung und Atmosphäre im Buch war toll - der Autor schaffte es, mich in eine ganz andere Zeit zu versetzen. Gleichzeitig kann man auch noch ein bisschen was mitnehmen, auch wenn die historischen Hintergründe doch auch eher rar gestreut werden. Die Vergangenheit der Ukraine mit Bürgerkrieg und dem Kampf um die Unabhängigkeit spielt eine große Rolle in Oma Minas Vergangenheit. Das hätte ruhig auch etwas mehr sein können, denn so hatte ich das Gefühl, hier ein Buch für eher Jugendliche Leser*innen zu lesen.
Leider plätschert die Handlung etwas sehr vor sich hin. Ich hatte nicht unbedingt das Bedürfnis, immer weiterlesen zu wollen. Ich wurde gut unterhalten, keine Frage, aber ob man es gelesen haben muss? Ich denke nicht. Ich kann auch nicht genau erklären, woran es lag. Ich schätze, manchmal fehlt einfach das gewisse Etwas. Packen konnte es mich zwar nicht, aber es war definitiv kein schlechtes Leseerlebnis. 3⭐️