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Veröffentlicht am 11.02.2026

Ein typischer Strobel-Thriller

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Die 22jährige Medizinstudentin Luise Menkhoff sieht eine Frau auf einem Vermißtenplakat, die sie kennt. Nicole Klement war vor 17 Jahren bei Luisas Entführung an der Seite des Entführers. Luisa verfügt ...

Die 22jährige Medizinstudentin Luise Menkhoff sieht eine Frau auf einem Vermißtenplakat, die sie kennt. Nicole Klement war vor 17 Jahren bei Luisas Entführung an der Seite des Entführers. Luisa verfügt über ein eidetisches Gedächtnis und kann sich deshalb an alle Details von damals erinnern. Aus dem Grund wendet sie sich auch an die Polizei und kommt mit Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner in Kontakt. Er ist gerade im Begriff, eine eigene Abteilung für Cold Cases aufzubauen, jedoch dieser Vermißtenvorgang beschäftigt ihn erst mal vorrangig. Sowohl sein derzeitiger als auch sein künftiger Chef sind damit einverstanden, daß er und sein Team diesen Fall bis zum Ende bearbeiten. Luisa ist sich sicher, daß ihr Entführer Dr. Joachim Lichner seine damalige Geliebte Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Sie unterstützt die Beamten durch ihre Erinnerungen tatkräftig, aber als weitere Mädchen entführt werden, gerät sie dabei selbst in höchste Gefahr als sie dem Täter zu nahe kommt. Können sie die verschwundenen Mädchen, Nicole Klement und Dr. Lichner finden?


Ich kenne sehr viele Bücher von Arno Strobel und dieser erste Band einer neuen Reihe hat mich wieder voll in seinen Bann gezogen. Fesselnd und in rasantem Tempo wurde die Geschichte aufgedröselt – ein echter Pageturner. Von der ersten bis zur letzten Seite war es spannend zu lesen und das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus anderen Bänden hat mir persönlich viel Freude bereitet. Die einzelnen Personen wurden detailliert charakterisiert, so daß ein echtes Kopfkino ablaufen konnte. Die Ermittlungen wurden realistisch beschrieben, man konnte mit raten und dann gab es Twists, die wieder alles auf den Kopf stellten und in eine andere Richtung führten.

Ramin und Luise als Team fand ich positiv, erfrischend und die Zusammenarbeit erfolgreich. Kollege Grohmann wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer und Tewes als neue Figur interessant. An nur einem Tag bin ich durch das Buch geflogen und jetzt warte ich gespannt, was sich der Autor zu diesem Team noch einfallen lassen wird.

Von mir bekommt dieser neue Thriller eine Leseempfehlung und ich bin bei Band 2 auf jeden Fall dabei!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Ermittlungen in der eisigen Kälte Alaskas

Unter der Erde Alaskas
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Kate Shugak, Ex-Ermittlerin der Staatsanwaltschaft in Anchorage erhält einen neuen Auftrag. Der Haupteigner des Ölfeldes in der Prudhoe Bay, die RPetCo Royal Petroleum Company, engagiert sie für Ermittlungen ...

Kate Shugak, Ex-Ermittlerin der Staatsanwaltschaft in Anchorage erhält einen neuen Auftrag. Der Haupteigner des Ölfeldes in der Prudhoe Bay, die RPetCo Royal Petroleum Company, engagiert sie für Ermittlungen bezüglich des Drogenkonsums, denn hier kam es sogar zu einem ersten Todesfall. Der Bohrtechniker Chuck Cass wurde vollkommen zugedröhnt mit Kokain tot im Pool gefunden Das Gebiet befindet sich am Rand des Arktischen Ozeans und die Angestellten werden im wöchentlichen Rhythmus hierher geflogen. Diese kasernenartige Abgeschiedenheit des Personals könnte durchaus an dem Lagerkoller verbunden mit dem Drogenkonsum schuld sein. Der Geschäftsführer, John King erteilt seinem Sicherheitschef, Lou Childress die Anweisung, alle erforderlichen Unterlagen und Informationen an Kate weiter zu geben. Kate wird undercover eingeschleust und Toni Hartzler als Fahrerin zugeteilt. Toni ist zuständig für die Außendarstellung des Unternehmens und alle Kommunikation läuft bei ihr zusammen. Für die Ermittlungen ein perfektes Arbeitsumfeld für Kate, denn so kann sie während ihrer Arbeitszeit das gesamte Gelände durchqueren, wenngleich sie erschwerend jetzt vom Schneemobil auf die Fahrt mit dem Bus über Schotterpisten umsteigen muß. Von der Küche und dem opulenten Essensangebot ist Kate begeistert, jedoch weniger von den ausufernden Partys. Außerdem trifft sie einen alten Bekannten, den Arztassistenten Jerry McIsaac und unter nicht so angenehmen Bedingungen ihren Cousin Martin Shugak.

Nachdem sie Unterlagen zu den Angestellten und ihren Dienstzeiten erhalten hat, erkennt Kate Zusammenhänge und kommt den Kokainlieferungen auf die Spur. Allerdings kommt sie dadurch persönlich in größte Gefahr. Aber das ist nicht das alleinige Thema. Das Leben der indigenen Bevölkerung Alaskas und das Verhökern ihrer Kunst, stellt einen weiteren Aspekt des Krimis dar.


Die Autorin hat in diesem mittlerweile 4. Band Alaska - die Geographie/Landschaft, das Leben und vor allem die indigene Bevölkerung mit ihrer Mentalität sehr ausführlich beschrieben und man hat beim Lesen sehr viel Interessantes erfahren, das weit über die Krimihandlung hinausging. Der Krimi ist spannend, der Schreibstil flüssig zu lesen und aufgrund ihres eigenen Lebens, weiß die Autorin wovon die schreibt.

Mich hat Dana Stabenow mit diesem Band wieder überzeugt und ich empfehle ihn sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Wer ist die Moorleiche?

Die Leiche im Moor
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Fin Macleod kehrt nach dem Tod des Sohnes und einer gescheiterten Ehe von Edinburgh auf die schottischen Hebriden, die Insel Lewis, zurück. Er möchte sein Elternhaus renovieren und bewohnbar machen, derzeit ...

Fin Macleod kehrt nach dem Tod des Sohnes und einer gescheiterten Ehe von Edinburgh auf die schottischen Hebriden, die Insel Lewis, zurück. Er möchte sein Elternhaus renovieren und bewohnbar machen, derzeit zeltet er auf dem Grunstück. Gerade wurde im Hochmoor eine Leiche gefunden und der Polizeibeamte George Gunn ist mit der Identifizierung beschäftigt. Damals war die Leiche ca. 20 Jahre alt, 41 kg schwer, 1,73 m groß, am Kopf eine OP-Narbe, weil eine Metallplatte implantiert worden war und hatte ein Tattoo von Elvis sowie dem Schriftzug Heartbreak Hotel. Aufgrund von Abdrücken wurde festgestellt, daß er am Ende für Stunden in Decken gehüllt war. Todesursache waren anscheinend Stiche in die Brust und außerdem wurde ihm die Kehle durchgetrennt. Doch wer ist dieser Mann? Wegen der Elvis-Tattoos kann er erst nach 1956 gestorben sein und aus dieser Zeit liegt keine Vermißtenmeldung vor.

In einem Parallelstrang lernt der Leser den dementen Tormod Macdonald mit seinen Erinnerungen/Gedanken kennen und ist damit den Ermittlern voraus. Eine DNA-Test ergibt, daß er mit der Leiche verwandt sein muß. Von ihm sind allerdings keine brauchbaren Informationen zu erwarten und auch seine Tochter Marsaili kann nichts Erhellendes zur Familiengeschichte beisteuern.



Es ist der zweite Band um Fin Macleod, allerdings handelt es sich bei diesem Band um keine Neuerscheinung. Das vorliegende Buch ist bereits 2016 unter einem anderen Titel erschienen.

Der Krimi startet langsam und ich dachte mir ziemlich schnell, die Verbindung gefunden zu haben – aber weit gefehlt. Die Klärung der Identität einer alten Moorleiche hatte bei der Polizei keinen hohe Priorität. Als dann allerdings der Einsatz eines Beamten aus der Stadt für die nächste Woche avisiert wurde, bekam die Angelegenheit einen zeitlichen Druck, weil George und Fin die Angelegenheit selbst aufklären wollten. Sie mußten mühevoll Puzzlestück für Puzzlestück zusammentragen. Fin und Marsaili, seine erste große Liebe und Tochter von Tormod, geraten dabei allerdings selbst in große Gefahr. Sehr berührend fand ich den Part mit den Erinnerungsfetzen des Dementen über seine schwere Kindheit, sein jetziges Leben mit all den vielen Menschen, die er nicht mehr zuordnen kann, und deshalb verbunden mit einer Verzweiflung, die er nicht mehr kommunizieren kann. Die Auflösung dieses komplexen Falles war nicht vorhersehbar, ist aber schlüssig. Der Autor hat die Atmosphäre der Hebriden, das Wetter, die Wichtigkeit der Religion und die Menschen sehr gut und authentisch beschrieben. Man spürte förmlich die Einsamkeit und die Verschlossenheit der Gesellschaft, sowie die karge Landschaft. Nach den letzten Sätzen schließt man das Buch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

Ich hatte spannende Lesestunden und empfehle den Krimi gerne weiter.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Komplexe Cold Cases

Bornholmer Spur
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Sarah Pirohl hat gerade zwei besondere cold cases zu bearbeiten. In Kellenhusen wurde bei einer Haussanierung im Keller die Leiche von Nils Holby entdeckt. Er ist vor 10 Jahren verschwunden, war damals ...

Sarah Pirohl hat gerade zwei besondere cold cases zu bearbeiten. In Kellenhusen wurde bei einer Haussanierung im Keller die Leiche von Nils Holby entdeckt. Er ist vor 10 Jahren verschwunden, war damals Student, Hobbyhacker und hat mit einer Gruppe sehr intensiv über Wirtschaftskriminalität und Rechtsextremismus recherchiert, u.a. auch zu Rechtsanwalt Joseph May und seine Mandanten. Offensichtlich hat er hier zu tief gegraben und etliche Personen aufgeschreckt.

Der Hamburger RA Joseph May selbst, sowie seine Frau und seine zwei Kinder wurden 2013 in dem Ferienhaus getötet. Die Leichen wurden vom Adoptivsohn gefunden. Er war auch alleiniger Erbe und ist inzwischen selbst ein erfolgreicher Jurist. Damals war das Haus aufgrund der Ereignisse unverkäuflich, aktuell wird es für einen Verkauf renoviert. Das ist der Grund, weshalb man überhaupt auf die Leiche von Nils Holby gestoßen ist.

Und dann gibt es womöglich noch Zusammenhänge zu den Morden an Vater und Sohn Sander, die auf die gleiche Weise getötet wurden. Sarah hat also insgesamt 7 Opfer, deren Täter gefaßt werden muß. Die Tatabläufe sind quasi in einem dichten Nebel, aber Sarah ist davon überzeugt, daß es Zusammenhänge gibt und verbeißt sich wie ein Terrier in die Aufklärung. Unterstützt wird sie dabei von Kollegen (aus Kiel, Hamburg und Berlin), aber auch von ihrem Ex-Partner Frederick, der nach einigen Vorkommnissen jetzt im dänischen Zeugenschutz abgetaucht ist. Ebenso aus dem Off hat sie Kontakt und erhält Infos vom sehr geheimnisvollen Krølle. Am Ende können die komplexen Fälle schlüssig aufgelöst werden.

Von Katharina Peters (Pseudonym von Manuela Kuck) habe ich schon zahlreiche Krimis (auch mit Romy Beccare, Hannah Jacob und Emma Klar) gelesen und sie haben mich alle überzeugt. Ihr Schreibstil und ihre Storys fesseln mich jedes Mal. Sie schreibt flüssig und als Leser kann man sehr gut mit rätseln bzw. ermitteln. Hier waren es anfangs sehr viele Figuren, die eingeführt wurden. Sie beschreibt die Personen sehr lebendig und facettenreich. Als Leser hat man sie vor Augen, ebenso die Verflechtungen untereinander und die Frage „Wer sagt die Wahrheit, wem kann sie vertrauen?“ Die Perspektivenwechsel tragen dazu bei, daß das Tempo hoch gehalten wird und man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Die Fälle waren diesmal nicht einfach zu lösen, aber sie hat es geschafft und das Ende des Buches war hoffentlich nicht der Schlußpunkt für Sarah Pirohl.

Ich hatte spannende und unterhaltsame Lesestunden und empfehle diesen Krimi sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Etwas Ungutes liegt in der Luft

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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In der Gegend um Weilheim herrscht im Moment schlimmstes Wetterchaos. Die Regenfälle haben zu Überflutungen geführt, es müssen Menschen evakuiert werden und leider werden auch schon etliche Personen als ...

In der Gegend um Weilheim herrscht im Moment schlimmstes Wetterchaos. Die Regenfälle haben zu Überflutungen geführt, es müssen Menschen evakuiert werden und leider werden auch schon etliche Personen als vermißt gemeldet. Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber haben alle Hände voll zu tun und gehen dabei körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Huber übernimmt sehr umsichtig die Einsatzleitung der Rettung und Alexa kümmert sich um die Listen der Geretteten, stimmt sie mit der Liste der Vermißten ab und kümmert sich persönlich um Einzelschicksale. Und dann wird von einem Heli ein Toter in einer Schlucht entdeckt – ermordet!

In Innsbruck erhält zeitgleich Chefinspektor Bernhard Krammer von Dr. Gehringer eine Meldung, daß seine jugendlichen Zwillinge Benjamin und Merle zusammen mit Freunden zu einer Berghütte unterwegs sind und ihre Ankunft dort nicht gemeldet haben. Auf Krammers Suche bekommt er eine Information, die ihn über die Grenze in nach Andechs führt, wo er Nachforschungen zu einem Wanderpärchen aufnimmt. Hier treffen dann die Suche von Österreich und Deutschland zusammen, denn Alexa hatte u. a. eine Meldung von einer verletzten Wanderin.

In einem kursiv gedruckten Text beschreibt eine Mutter ihr unsägliches Leid und verwahrt den Brief in einer Plastikflasche in der Hoffnung, daß diese gefunden wird.

Am Ende werden alle Stränge verwoben und auch dieser 6. Fall kann erfolgreich abgeschlossen werden.


Wie bereits in den Vorgängerbänden hat Anna Schneider bewiesen, daß sie spannend schreiben kann. In diesem 6. Fall wurde das Wetter zu einem dominanten Thema. Die Angst ums Überleben wurde sehr realistisch und authentisch beschrieben. Durch die ständigen Perspektivwechsel hat die Autorin die Spannung und das Tempo hoch gehalten. Als Leser springt man von der Einsatzzentrale zur Berghütte, zum Bauernhof der Schorns, zur schreibenden Mutter und zu den Ermittlern Alexa Jahn mit Hund Oskar und Bernhard Krammer. Alexa und Florian sind auch im vorliegenden Fall sehr sympathisch, harmonieren in ihrem Arbeitsalltag und geben alles was ihnen in dieser Ausnahmesituation möglich ist. Bernhard Krammer hingegen ist etwas in Sorge um Alexas Privatleben und will seine Tochter vor einem falschen Freund bewahren. Seine Kollegin Roza Szabo ist immer hilfreich an seiner Seite. Sehr berührend und bewegend ist die Geschichte der Mutter, mehr will ich dazu nicht verraten.


Das Cover ist perfekt auf die Geschichte abgestimmt.

Für mich war das der beste Fall dieser Reihe, ich hatte packende Lesestunden und von mir bekommt der Krimi eine unbedingte Leseempfehlung!

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