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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2025

Tiefgang und Ernsthaftigkeit sind auf der Strecke geblieben

Mickey und Arlo
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2 Halbschwestern, 1 Vater und zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf ihn. Aber auch 5 Millionen gute Gründe für Mickey, die geforderten Therapiesitzungen zu absolvieren. Nichtsahnend treffen die beiden ...

2 Halbschwestern, 1 Vater und zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf ihn. Aber auch 5 Millionen gute Gründe für Mickey, die geforderten Therapiesitzungen zu absolvieren. Nichtsahnend treffen die beiden Halbschwestern Mickey und Arlo aufeinander, ohne jedoch die familiäre Verbindung zu kennen.

Erwartet hatte ich eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Vater. Warum wird er so unterschiedlich wahrgenommen? Wie war die jeweilige Beziehung? Was haben beide Halbschwestern erlebt und wo gibt es Unterschiede? Kann man sich über den Austausch während der Therapiesitzungen annähern und das Bild des Vaters vielleicht korrigieren? Unterschwellig kam dies auch vor. Aber der Weg dahin war steinig, voller Umwege und auch Irrwege.

Leider hatte mich das Buch insgesamt überhaupt nicht gepackt und berührt. Die Kapitel sind abwechseln aus der Sicht von Arlo oder Mickey geschrieben. Aber ich musste mich regelrecht zum Lesen zwingen und habe nach jedem Kapitel eine Pause eingelegt. Ein Lesefluss wollte sich nicht einstellen. Die Halbschwestern waren mir nicht sympathisch, eher nervig und unreif.

Im besten Fall hätte dies ein flüssiger und leichter Schreibstil sein können. Ich empfand ihn nach und nach aber als zu flapsig. Obwohl weitere ernste Themen vorkamen, konnte man sie leider nicht ernst nehmen. Die Halbschwestern scheinen sich mit ihren eigenen Problemen nicht auseinanderzusetzen oder sie wenigstens ernst zu nehmen. Wie bitte soll ich die Probleme dann als Leser ernst nehmen können!?

Und auch nach Beendigung des Buches kann ich leider nicht sicher sagen, ob dieses Buch uns Leser etwas mit auf den Weg geben möchte. Schade, Potenzial verschenkt.

Veröffentlicht am 26.03.2025

Übertötung

Der Nachtgänger
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Ein Axtmörder geht um. Keine Frage also, dass Joona unter Druck steht, diesen Fall aufzuklären.
Dabei stützt er sich auf Hugo. Einen Schlafwandler, der am Tatort des ersten Mordes gefunden wurde. Joona ...

Ein Axtmörder geht um. Keine Frage also, dass Joona unter Druck steht, diesen Fall aufzuklären.
Dabei stützt er sich auf Hugo. Einen Schlafwandler, der am Tatort des ersten Mordes gefunden wurde. Joona setzt all seine Hoffnung darauf, dass Hugo während des Schlafwandelns etwas mitbekommen und in seinem Unterbewusstsein abgespeichert hat.

Hugo ist für mich der Held des Buches. Seine Wahrnehmungen während des Schlafwandelns sind tiefgreifend und verstörend. Und trotzdem erklärt er sich bereit, unter Hypnose befragt zu werden, um damit bei der Aufklärung helfen zu können.

Generell sind die Morde geprägt von Brutalität, Aggressivität, Blut bis hin zu Gewaltexzessen. Zimperlich darf man hier nicht sein. Mir war das ehrlich gesagt zu viel. Ich kann dies grundsätzlich in Büchern lesen, aber das hier beschriebene Ausmaß hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass ich es schlicht und ergreifend nicht mehr lesen MÖCHTE. Ein Krimi / Thriller muss auch anderweitig spannend sein. Und die Autoren zeigen, dass sie es können. Ich denke dabei unter anderem an Hugos Wahrnehmungen während des Schlafwandelns. Die Beschreibungen sind äußerst anschaulich, aber auch sehr beklemmend.

Joona und seine Ermittlungen sind mir leider etwas zu blass geblieben. Zu Beginn gab es noch einige vielversprechende Spuren, die sich später als Sackgassen entpuppten. Einige klassische Ermittlungsansätze über die Verbindung der Opfer werden hier jedoch überhaupt nicht angesprochen. Hatten sie gemeinsame Ärzte, Interessen, Freunde in Social Media, …? So bleibt das Motiv und wie der Mörder seine Opfer findet bis zum Schluss im Dunkeln.

Trotz meiner Kritikpunkte lässt sich das Buch sehr flüssig und zügig lesen. Auch abseits der Morde ist es spannend und das Thema Schlafwandel wurde geschickt verwoben. Auch wenn die ein oder andere falsche Spur zu offensichtlich gelegt war und ich deswegen die Person als Mörder ausgeschlossen habe, war die Aufklärung nicht offensichtlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 07.03.2025

Ungewöhnlich, aber auch gut?

Schmerz
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Dora und Rado. Schaut man sich die Namen genauer an, wird man feststellen, dass sie recht gleich und gleichzeitig sehr unterschiedlich sind. Und das ist bestimmt kein Zufall. Was sich in den Namen wiederfindet, ...

Dora und Rado. Schaut man sich die Namen genauer an, wird man feststellen, dass sie recht gleich und gleichzeitig sehr unterschiedlich sind. Und das ist bestimmt kein Zufall. Was sich in den Namen wiederfindet, lässt sich auch auf die Personen übertragen. Zu Beginn wollen sie nichts miteinander zu tun haben und partout nicht zusammenarbeiten. Doch sie werden schnell ein Team und stehen füreinander ein.
Sie sind beiden Außenseiter in ihrem Beruf. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Dora gesundheitlich bedingt, Rado durch seinen familiären Hintergrund. Die Probleme im Lebensumfeld, aber auch dem Umfeld der Ermittlungen bilden eine düstere Grundstimmung.

Dabei liegt der Fokus eher auf den beiden Personen und weniger auf der Ermittlung. Beide sind keine Sympathieträger, sondern absolute Charakterköpfe. Das macht es schwer, mit den beiden warm zu werden und das Beste für sie zu hoffen. Die persönlichen Probleme wirken sich auch auf die Ermittlung aus und nehmen für meinen Geschmack überhand.

So kurz und prägnant, wie die Namen sind, ist auch der Schreibstil. Zunächst fand ich diesen Stil zwar rau und sachlich, aber auch ruppig und abgehackt. Hatte ich damit auf den ersten Seiten noch so meine Probleme damit, habe ich mich schnell daran gewöhnt. Die Erzählweise ist schnörkellos und ohne große Abschweifungen.

Fazit: so wirklich empfehlen kann ich das Buch leider nicht

Veröffentlicht am 24.02.2025

Endstation München

In einem Zug
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Was macht man, wenn man nichts tut? Buchstäblich. Kein Handy, kein Buch, kein Laptop. Und das für die folgenden 4 Stunden. Zwangsläufig beschäftigt sich mit seinem Gegenüber. Seinem schräg Gegenüber im ...

Was macht man, wenn man nichts tut? Buchstäblich. Kein Handy, kein Buch, kein Laptop. Und das für die folgenden 4 Stunden. Zwangsläufig beschäftigt sich mit seinem Gegenüber. Seinem schräg Gegenüber im Abteil. Erst nur in Gedanken. Dann guckt man. Wer wagt es als erstes etwas zu sagen? Das Gespräch versiegt, nur um einen neuen Anlauf zu nehmen. Das ist der Einstieg in Eduard Brünhofers Zugfahrt von Wien nach München.

Kein Buch das durch Handlung besticht. Schließlich bleibt der Anlass für die Zugfahrt nach München unklar. Sondern es ist das Abtauchen in die Gedankenwelt von Eduard Brünhofer und die Dialoge mit Cathrin. Dabei kommt Cathrin immer wieder auf das Thema Liebe zurück und kann sehr hartnäckig sein. Die Dialoge sind wortgewandt, persönlich, manchmal schlagfertig, spielerisch oder tiefgründig.

Doch während der Zugfahrt kommt man Eduard Brünhofer näher und die Beschreibungen sind so real, dass man meint, im selbem Abteil zu sitzen und den beiden zu lauschen. Man darf also gespannt sein, was bis München gesprochen wird und wie nah sie sich kommen.

Fazit: Für mich war es kein kurzweiliges Buch zum Weglesen. Sondern mitunter anstrengend, dem Wechsel von Dialog und Gedankenwelt zu folgen. Aber es ist durchaus ein Buch über die Liebe. Und zwar über die beständige Liebe, wo nicht alles neu und aufregend sein muss. Sondern wo man das miteinander Altwerden zu schätzen weiß.

Veröffentlicht am 17.01.2025

Der grinsende Mann

Das zweite Kind
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Das ist mein Überraschungsbuch.
Zwar war der Klappentext ansprechend, aber die Seitenzahl eher abschreckend. Aufgrund der positiven Rezensionen, habe ich doch dazu gegriffen und wurde nicht enttäuscht.

Es ...

Das ist mein Überraschungsbuch.
Zwar war der Klappentext ansprechend, aber die Seitenzahl eher abschreckend. Aufgrund der positiven Rezensionen, habe ich doch dazu gegriffen und wurde nicht enttäuscht.

Es fängt klein und recht unscheinbar an. Von Anfang an ist die Stimmung düster und melancholisch. Ein Junge soll entführt worden sein. Doch ist das wirklich passiert oder entspringt dies seiner Fantasie? Was folgt sind detaillierte und genaue Beschreibungen wodurch es nur langsam Fortschritte und Entwicklungen gibt. An der Stelle muss man durchhalten und dabeibleiben. Denn je länger ermittelt wird, umso größer wird der Fall. Wie sich die Ermittlungen ausweiten ist toll beschrieben. Je mehr man über den Täter, seine (möglichen) Taten, seine Motivation und seine potentiellen Opfer erfährt umso grauenvoller wird es. Und das Grauen steigt ganz langsam von Seite zu Seite bis es mich nicht mehr losließ. Das Buch war nicht im klassischen Sinne spannend, aber die Situation spitzt sich zu und entwickelt eine Sogwirkung.

Gegen Mitte des Buches scheint alles geklärt. Und man fragt sich ernsthaft was nun noch kommen soll. Als Leser hätte man sich wohl mit dieser Auflösung zufriedengegeben, aber nicht so die Ermittler. Der Spannungsbogen muss nun wieder neu aufgebaut werden. So widmen sich die ersten 100 Seiten eher der persönlichen Situation der Ermittler und deren Umgang mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen. Da es die ein oder andere Ungereimtheit gibt, folgt eine erneute Aufnahme der Ermittlung. Doch wo beginnen? Wo kann man ansetzten? Was wurde vielleicht übersehen? Es sind die wiederholten Überprüfungen und die kleinen unbedeutenden Details bei denen angesetzt werden kann und die nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Die Morde sind grausam und die Ansichten des Täters absolut unbegreiflich. Aber das ist es nicht, was in den Bann zieht. Sondern die Hartnäckigkeit der Ermittler, auch wenn sie teilweise keinerlei Unterstützung erfahren, hat mich überzeugt. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch ausgearbeitet. Der Druck auf die Ermittler ist fühlbar. Aber auch der unbedingte Wille der lückenlosen Aufklärung.