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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2023

Unterhaltsamer Liebesroman, der in der Buchbranche spielt

Literally Love 1. Paperthin Touch
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Clio ist mit Leib und Seele Lektorin, sie liebt ihre Arbeit und freut sich, dass sie das neue Werk des Erfolgsautors Bryn Spurling betreuen darf. Bereits beim ersten Austausch wird ihr klar, dass Bryn ...

Clio ist mit Leib und Seele Lektorin, sie liebt ihre Arbeit und freut sich, dass sie das neue Werk des Erfolgsautors Bryn Spurling betreuen darf. Bereits beim ersten Austausch wird ihr klar, dass Bryn tatsächlich so schwierig ist, wie alle Kollegen im Verlag behauptet haben, doch so leicht lässt sich Clio nicht entmutigen. Schlagfertig tauscht sie sich mit dem Autor aus, von dem niemand weiß, wer sich hinter seinem Pseudonym verbirgt - dabei scheint es, als ob er langsam beginnt, ein wenig zu flirten. Oder geht Clios Fantasie mit ihr durch? Ehe sie dazu kommt, diese Gedanken zu klären, will Bryn sich mit ihr treffen, wird er der Lektorin dabei sein Geheimnis offenbaren?

"Paperthin Touch" von Tarah Keys ist ein unterhaltsamer Liebesroman, der sich um mein Lieblingsthema - Bücher - dreht. Dennoch hat es etwas gedauert, bis ich emotional in die Geschichte eingestiegen bin, der Anfang hat sich für mich ein wenig gezogen. Clio war mir schnell sympathisch, während Bryn natürlich erst einmal sehr geheimnisvoll wirkte. Sowohl die Protagonisten, als auch die Figuren in ihrem Umfeld fand ich authentisch und lebensecht beschrieben, ich habe sie alle als reale Personen betrachtet, nicht als flache Papiergestalten.

Der Schreibstil hat mich ebenfalls angesprochen, ich bin zum größten Teil leicht und locker durch die Geschichte geglitten. Immer wieder waren Textauszüge von Bryns neuem Roman in den Handlungsverlauf eingefügt, die Nachrichten zum Manuskript waren ja in der ersten Buchhälfte das einzige Kommunikationsmittel zwischen dem Autor und seiner Lektorin. Für meinen Geschmack gab es dabei allerdings zu viele Wiederholungen, der Text wurde zwischen Clio und Bryn hin und her geschickt und mit Anmerkungen versehen, dafür hätte ich den jeweiligen Auszug nicht zwei- oder dreimal lesen müssen. Insgesamt hatte ich dennoch einige unterhaltsame Stunden mit dieser Lektüre, so dass ich dafür gern eine Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Nach einem etwas langgezogenen Einstieg hat mich die Geschichte dann doch noch in ihren Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen. Das in der Buchbranche angesiedelte Lesevergnügen empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 21.12.2023

Wunderbar idyllischer Hintergrund und spannende Ermittlungen

Eiskaltes Erzgebirge
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Nach einem traumatischen Erlebnis hat sich Hauptkommissar Alexander Berghaus in ein kleines Erzgebirgsdorf zurück gezogen. Doch auch hier gibt es nicht ausschließlich idyllischen Frieden, auf der großen ...

Nach einem traumatischen Erlebnis hat sich Hauptkommissar Alexander Berghaus in ein kleines Erzgebirgsdorf zurück gezogen. Doch auch hier gibt es nicht ausschließlich idyllischen Frieden, auf der großen Weihnachtspyramide am Markt wurde ein Mordopfer knieend drapiert. Alexanders Chef schickt ihm ausgerechnet Kommissarin Anne Keller, die ihm bei den Ermittlungen helfen soll, dabei kam er schon seinerzeit in Dresden nicht besonders gut mit der schnippischen Kollegin aus. Um den Fall zu lösen, müssen sie sich nicht nur zusammen raufen, sondern auch tief in die Vergangenheit des Opfers eintauchen.

"Eiskaltes Erzgebirge" von Danielle Zinn ist ein Krimi, bei dem mich der regionale Bezug ganz besonders gereizt hat, da ich nicht weit vom Erzgebirge entfernt wohne, war ich bereits das eine oder andere Mal im Handlungsort Crottendorf. Und ich muss sagen, dass es mir sehr gefallen hat, wie die Autorin das verschneite Dörfchen mit seiner heimeligen, vorweihnachtlichen Atmosphäre in Szene gesetzt hat, die Beschreibung des Hintergrunds fand ich gemütlich. Ihren Schreibstil und die Krimihandlung an sich kann ich nur als äußerst fesselnd bezeichnen, ich habe von Seite zu Seite mit gerätselt und selbst, als ich bereits eine leisen Verdacht hatte, wer der Täter gewesen sein könnte, hat die Spannung meiner Meinung nach kein bisschen nach gelassen.

Mit Alexander Berghaus hat die Autorin einen Ermittler vorgestellt, der mir schnell sympathisch war, da die Handlung (in der dritten Person) aus seiner Perspektive erzählt wurde, hatte ich bald den Eindruck, ihn schon recht gut zu kennen. Anne Keller hingegen blieb bis kurz vor dem Ende sehr distanziert, nicht nur Alexander gegenüber, auch mir hat sich ihre Persönlichkeit nur wenig erschlossen. Bei den Nebenfiguren hätte ich mir ebenfalls eine ausführlichere Charakterisierung gewünscht, besonders bei Jan und Sascha Berghaus konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass mir ein Teil der Vorgeschichte fehlt. Eventuell liegt es daran, dass ich die beiden Erzgebirgskrimis von René Seidenglanz noch nicht gelesen habe, an die sich dieser Roman anschließt. (Wem es ebenso geht, dem empfehle ich die Internetseite der beiden Autoren: erzgebirgekrimi.de, dort werden die Hauptfiguren kurz vorgestellt, was mir geholfen hat, mir ein Bild von ihnen zu machen.)

Fazit: Der Regionalkrimi ist von Anfang bis Ende durchgehend spannend und die Beschreibung des erzgebirgischen Hintergrunds fand ich sehr gemütlich. Lediglich einige Figurenbeschreibungen sind für meine Geschmack etwas knapp ausgefallen, insgesamt ist dieser Roman aber eine fesselnde Lektüre, die ich besonders für angenehme Lesestunden am Kamin geeignet sehe, eventuell mit einem warmen Getränk, während es draußen stürmt und schneit.

Veröffentlicht am 20.12.2023

Wundervolle Illustrationen, textlich eher ausbaufähig

Stolz und Vorurteil
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Beinahe jeder kennt den Klassiker " Stolz und Vorurteil" von Jane Austen, sei es als Buch oder eine der Verfilmungen. Nun hat sich Disney an den Stoff gewagt und die Geschichte mit den bekannten und beliebten ...

Beinahe jeder kennt den Klassiker " Stolz und Vorurteil" von Jane Austen, sei es als Buch oder eine der Verfilmungen. Nun hat sich Disney an den Stoff gewagt und die Geschichte mit den bekannten und beliebten Zeichentrickfiguren adaptiert. Die optische Aufmachung lässt meiner Meinung nach nichts zu wünschen übrig, so ansprechend wie das Cover gestaltet ist, so bezaubernd finde ich auch die Illustrationen auf jeder einzelnen Seite des Buches.

Inhaltlich bleibt in meinen Augen allerdings reichlich Luft nach oben. Für Kinder ab vier Jahren (wie vom Verlag empfohlen) sehe ich den nacherzählten Klassiker nicht wirklich geeignet, trotz der überschaubaren Textlänge denke ich, ist der Handlungsverlauf für diese Altersgruppe zu kompliziert dargestellt. Ich selbst habe das Leseerlebnis als etwas gehetzt empfunden, sicherlich war mir bereits vorher klar, dass es nicht einfach ist, ein so umfangreiches Werk in einem illustrierten Kinderbuch im entsprechenden Kontext wieder zu geben, dennoch war ich im Nachhinein etwas enttäuscht.

Mir schien es, als ob die Herausgeber zu viel auf einmal gewollt haben, ein Großteil der Ereignisse des Originals wurde knapp angerissen, aber immer nur recht kurz gestreift. Dadurch fand ich es schwer, den Figuren nahe zu kommen, obwohl sie ja alle von den beliebten und mir gut vertrauten Disneycharakteren verkörpert werden. Außerdem hatte ich den Eindruck, nur oberflächlich über die Geschichte hinweg zu eilen, wenn ich Jane Austens wundervolles Buch nicht bereits kennen würde, wäre es mir wahrscheinlich schwer gefallen, überhaupt die Zusammenhänge im Handlungsverlauf nachzuvollziehen.

Fazit: Leider kann die textliche Umsetzung nicht mit den wirklich wundervollen Illustrationen mit halten, für Kinder finde ich die Geschichte zu kompliziert und für Erwachsene hätten es gern ein paar Seiten mehr sein dürfen, um bei der einen oder anderen Szene etwas in die Tiefe zu gehen. So reicht es in meinen Augen nur für eine mittelmäßige Bewertung.

Veröffentlicht am 13.12.2023

Zauberhafte Geschichte voller Magie

Die Torte der Wünsche
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Susan, die in einem Altenheim lebt, sitzt mit einer Freundin auf der Bank, als aus einem Lieferwagen ein Tortenkarton heraus fällt und genau vor ihren Füßen landet. Da auf dem Lieferwagen keine Aufschrift ...

Susan, die in einem Altenheim lebt, sitzt mit einer Freundin auf der Bank, als aus einem Lieferwagen ein Tortenkarton heraus fällt und genau vor ihren Füßen landet. Da auf dem Lieferwagen keine Aufschrift war, die auf den Eigentümer des wunderbaren Gebäcks schließen lässt, verteilt Susan die Torte unter ihren Mitbewohnern - keine gute Idee, denn bald darauf erscheint der Magier Rory im Heim und fordert sein Eigentum zurück. Da es sich angeblich um eine Wunschtorte gehandelt hat, verlangt er eine hohe Entschädigungssumme, die Susan nicht aufbringen kann. Stattdessen hilft sie Rory zukünftig, komplizierte Gebäckstücke herzustellen und ahnt noch nicht, in welchen Strudel der Ereignisse sie damit hinein gezogen wird.

"Die Torte der Wünsche" von Lilly Labord ist eine unterhaltsame Geschichte, die sich nach einem etwas zähen Anfang ganz zauberhaft entfaltet. Bei der Protagonistin handelt es sich um eine rüstige, ältere Dame, die vom Alltag im Heim gelangweilt ist und plötzlich in turbulente Ereignisse der magischen Gesellschaft hinein gezogen wird. Die liebenswerte Susan ist mir sofort ans Herz gewachsen und auch den etwas chaotischen Zauberer Rory fand ich sehr sympathisch. Dagegen hätte ich mir einige der Figuren in ihrem Umfeld etwas ausführlicher beschrieben gewünscht, besonders eine sehr nette Mitarbeiterin im Altenheim fand ich zu knapp charakterisiert.

Der Schreibstil hat mich locker und leicht durch die Geschichte geführt und ich hatte einige angenehme Lesestunden an Susans und Rorys Seite. Die Grundidee fand ich bezaubernd und einzigartig, im Lauf der Handlung hat sich auch die Spannung nach und nach gesteigert, so dass ich den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen mochte. Insgesamt habe ich mich von dem Leseerlebnis wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich den Roman gern weiter empfehle.

Fazit: Nach einen etwas langgezogenem Einstieg hat sich eine zauberhafte Geschichte voller Magie entfaltet, dieses nette Lesevergnügen empfehle ich daher gern weiter.

Veröffentlicht am 11.12.2023

Herzergreifend und emotional

All In - Tausend Augenblicke
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Kacey ist auf dem besten Weg, ein berühmter Rockstar zu werden - doch hinter der schillernden Fassade liegt eine abgrundtiefe Traurigkeit, die sie jeden Abend mit Unmengen von Alkohol betäubt. Nach einem ...

Kacey ist auf dem besten Weg, ein berühmter Rockstar zu werden - doch hinter der schillernden Fassade liegt eine abgrundtiefe Traurigkeit, die sie jeden Abend mit Unmengen von Alkohol betäubt. Nach einem weiteren Absturz erwacht sie auf dem Sofa eines Fremden - Jonah ist der Fahrer der Limousine, die Kacey und ihre Bandkollegen zum Auftritt gebracht hat. Um ihr eine Pause zu verschaffen, schlägt der Chauffeur vor, dass sie ein paar Tage bei ihm wohnen kann, ohne zu ahnen, welch tiefe Gefühle sich in der kurzen Zeit zwischen ihnen entwickeln. Doch Jonah ist schwer krank, kann er sich dennoch auf diese Liebe einlassen?

"All In - Tausend Augenblicke" von Emma Scott ist eine mitreißende, emotionale Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert hat. Inzwischen habe ich bereits viele Bücher der Autorin gelesen und bin immer wieder fasziniert von ihrer einzigartigen, gefühlsintensiven Schreibweise. Sowohl Kacey als auch Jonah sind mit schnell ans Herz gewachsen und ich habe jeden einzelnen Augenblick an ihrer Seite genossen. Beide Protagonisten habe ich als sehr authentisch und lebensecht empfunden, bereits nach kurzer Zeit haben sie sich für mich wie Freunde angefühlt, mit denen ich emotional durch alle Höhen und Tiefen gegangen bin.

Trotz des ernsten Themas hat die Handlung Leichtigkeit und stellenweise sehr viel Lebensfreude vermittelt, wie es meiner Meinung nach nur Emma Scott kann. Zeitig im Buch war für mich absehbar, wohin die Reise gehen wird, dennoch habe ich während der gesamten Lesezeit Hoffnung und Zuversicht verspürt und ich mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Für mich als bekennenden Fan der Autorin hat dieses ergreifende Buch gehalten, was ich mir vom Klappentext her versprochen habe, daher spreche ich dafür gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Wie ich es von der Autorin kenne und liebe, hat mich die Geschichte an der Seite der Protagonisten emotional durch sämtliche Höhen und Tiefen mit genommen, diesen wunderbaren Roman empfehle ich gern weiter.