Profilbild von hapedah

hapedah

Lesejury Star
online

hapedah ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hapedah über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2023

Herzergreifend und emotional

All In - Tausend Augenblicke
0

Kacey ist auf dem besten Weg, ein berühmter Rockstar zu werden - doch hinter der schillernden Fassade liegt eine abgrundtiefe Traurigkeit, die sie jeden Abend mit Unmengen von Alkohol betäubt. Nach einem ...

Kacey ist auf dem besten Weg, ein berühmter Rockstar zu werden - doch hinter der schillernden Fassade liegt eine abgrundtiefe Traurigkeit, die sie jeden Abend mit Unmengen von Alkohol betäubt. Nach einem weiteren Absturz erwacht sie auf dem Sofa eines Fremden - Jonah ist der Fahrer der Limousine, die Kacey und ihre Bandkollegen zum Auftritt gebracht hat. Um ihr eine Pause zu verschaffen, schlägt der Chauffeur vor, dass sie ein paar Tage bei ihm wohnen kann, ohne zu ahnen, welch tiefe Gefühle sich in der kurzen Zeit zwischen ihnen entwickeln. Doch Jonah ist schwer krank, kann er sich dennoch auf diese Liebe einlassen?

"All In - Tausend Augenblicke" von Emma Scott ist eine mitreißende, emotionale Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert hat. Inzwischen habe ich bereits viele Bücher der Autorin gelesen und bin immer wieder fasziniert von ihrer einzigartigen, gefühlsintensiven Schreibweise. Sowohl Kacey als auch Jonah sind mit schnell ans Herz gewachsen und ich habe jeden einzelnen Augenblick an ihrer Seite genossen. Beide Protagonisten habe ich als sehr authentisch und lebensecht empfunden, bereits nach kurzer Zeit haben sie sich für mich wie Freunde angefühlt, mit denen ich emotional durch alle Höhen und Tiefen gegangen bin.

Trotz des ernsten Themas hat die Handlung Leichtigkeit und stellenweise sehr viel Lebensfreude vermittelt, wie es meiner Meinung nach nur Emma Scott kann. Zeitig im Buch war für mich absehbar, wohin die Reise gehen wird, dennoch habe ich während der gesamten Lesezeit Hoffnung und Zuversicht verspürt und ich mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Für mich als bekennenden Fan der Autorin hat dieses ergreifende Buch gehalten, was ich mir vom Klappentext her versprochen habe, daher spreche ich dafür gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Wie ich es von der Autorin kenne und liebe, hat mich die Geschichte an der Seite der Protagonisten emotional durch sämtliche Höhen und Tiefen mit genommen, diesen wunderbaren Roman empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 27.11.2023

Spannend, historisch und übersinnlich angehaucht

Die geheime Gesellschaft
0

Im Paris des Jahres 1873 möchte Lenna Wickes von dem bekannten Medium Vaudeline D’Allaire lernen, wie man Geister herbei ruft, damit sie mit Ihrer verstorbenen Schwester Evie Kontakt aufnehmen und deren ...

Im Paris des Jahres 1873 möchte Lenna Wickes von dem bekannten Medium Vaudeline D’Allaire lernen, wie man Geister herbei ruft, damit sie mit Ihrer verstorbenen Schwester Evie Kontakt aufnehmen und deren Mörder finden kann. Im Gegensatz zu Evie, die einst zu Vaudelines begeisterten Schülerinnen gehörte, ist Lenna dem Okkulten gegenüber recht skeptisch, dennoch bemüht sie sich sehr, alles Wissen darüber aufzunehmen. Als Vaudeline von einem hohen Mitglied der Séance Society um Hilfe bei einer Mordaufklärung gebeten wird, begleitet Lenna sie nach England, doch schon bald bemerken die beiden Frauen, dass in dem exklusiven Herrenclub nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

"Die geheime Gesellschaft" von Sarah Penner ist ein spannender historischer Roman mit übersinnlichem Touch, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert hat. Wie bereits in ihrem Erstlingswerk "Die versteckte Apotheke" stellt die Autorin auch hier starke Frauenfiguren in den Mittelpunkt der Handlung, besonders Lenna habe ich schnell gemocht, in ihre skeptische Grundeinstellung konnte ich mich gut hinein versetzen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, Lennas Kapitel werden dabei in der dritten Person wiedergegeben und obwohl Mr. Morleys Abschnitte in der Ich-Form geschrieben sind, dauerte es bei ihm deutlich länger, ehe ich ein umfassendes Bild seines Wesens erkennen konnte. Alle anderen Figuren wurden ausschließlich durch Lennas oder Mr. Morleys Augen betrachtet, wodurch sie zwar authentisch, aber teilweise recht oberflächlich dargestellt waren (mit Ausnahme von Evie, um die sich viele Erinnerungen der Protagonisten bewegten).

Der Schreibstil hat mich sofort in seinen Bann gezogen und auch die Spannung fand ich angemessen dosiert. Nebenher zeichnet die Autorin ein kritisches Bild der damals gängigen gesellschaftlichen Normen, viele der Gesellschaften, die sich mit Séancen und anderen übersinnlichen Experimenten beschäftigten, waren z.B. für Frauen gar nicht erst zugänglich. (Als Medien, deren Körper die Geister besetzen konnten, wurden sie allerdings gern genutzt.) Geschickt führt die Autorin ihre Leser an Lennas Seite durch das viktorianische London und mit ihr gemeinsam wurde ich von der einen oder anderen unvorhergesehenen Wendung überrascht, was das Buch für mich zu einem ganz besonders kurzweiligem Lesevergnügen gemacht hat. Für diesen spannenden historischen Roman spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Spannend, historisch und übersinnlich angehaucht hat mich die Geschichte mit einigen unvorhersehbaren Wendungen überrascht, ich war gefesselt und begeistert, so dass ich dieses Leseerlebnis gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 21.11.2023

Fesselnder Fortsetzungsband der Slow Burn Romantasy

A Night of Shadows and Betrayals
0

Nach Sashas Entführung bleibt Winnie wie gelähmt zurück, insgeheim gibt sie Jo die Schuld daran und vermeidet daher erst einmal jeglichen Kontakt. Doch um ihre Schwester zu finden, ist sie schließlich ...

Nach Sashas Entführung bleibt Winnie wie gelähmt zurück, insgeheim gibt sie Jo die Schuld daran und vermeidet daher erst einmal jeglichen Kontakt. Doch um ihre Schwester zu finden, ist sie schließlich auf Jos Hilfe angewiesen, nach und nach muss sich Winnie eingestehen, dass ihre Freundin diese strikte Ablehnung nicht verdient hat. Auch Jo wurde von den Ereignissen überrascht und versucht, Winnie zur Seite zu stehen, so gut sie es kann, ohne zu ahnen, dass nicht alle Personen in ihrem Umfeld so vertrauenswürdig sind, wie sie glaubt.

"A Night of Shadows and Betrayals" von Anne Pätzold ist der zweite Teil einer Fantasy-Trilogie, zum Verständnis sehe ich es als unabdingbar an, zunächst den Vorgängerband "A Night of Promises an Blood" gelesen zu haben, da die Handlung in direkter Linie fortgeführt wird. Nachdem es bereits einige Monate her ist, dass ich den ersten Band las, fiel mir der Einstieg zunächst nicht ganz leicht, hier hätte ich mir eine kleine Rückblende gewünscht - wahrscheinlich wäre es optimal, alle drei Romane direkt hintereinander zu lesen, das würde auch die jeweiligen Cliffhanger etwas abmildern.

Sowohl Winnie als auch Jo waren mir bereits im Auftaktband ans Herz gewachsen, so dass ich ihnen emotional schnell wieder nahe gekommen bin. Sasha mochte ich ebenfalls schon länger, alle anderen Figuren hätten für meinen Geschmack durchaus etwas ausführlicher charakterisiert sein dürfen. Ich hatte stellenweise den Eindruck, über jeden nur genau so viel zu erfahren, wie für sein aktuelles Auftreten im Handlungsverlauf unbedingt notwendig war. Besonders im letzten Drittel der Geschichte hätte ich gern etwas mehr über die Hintergrundgedanken einiger Personen erfahren, ich hoffe, die Autorin gibt uns um Abschlussband noch einen Einblick in die Empfindungen der einen oder anderen Nebenfigur.

Vor dieser Reihe kannte ich noch keine Bücher von Anne Pätzold, daher war ich von ihrer ruhigen Erzählweise zunächst überrascht. Auch in diesem zweiten Teil lässt sie die Gefühle ihrer Protagonistinnen langsam und gemächlich vor sich hin köcheln, was dem Lesevergnügen meiner Meinung nach keinen Abbruch getan hat. Trotz des unaufgeregten Schreibstils habe ich die Geschichte als äußerst fesselnd empfunden und mochte meine E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Der Cliffhanger lässt mich ungeduldig die Monate zählen, bis ich endlich das Finale der spannenden Buchreihe in die Hände bekommen werde. Für diese sanfte und dennoch mitreißende Fantasy-Romanze spreche ich daher gern eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Diese Buchserie definiert für mich die Bezeichnung Slow Burn, dennoch war ich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, die unterhaltsame, romantische Fantasyfortsetzung empfehle ich daher gern weiter.

Veröffentlicht am 20.11.2023

Grundidee mit Potential, langatmig umgesetzt

Starling Nights 1
0

Mabel ist Stipendiatin an der altehrwürdigen Universität Cambridge und möchte sich eigentlich nur auf ihr Studium konzentrieren. Doch ihre beste Freundin Zoe überredet sie immer wieder, sie auf verschiedene ...

Mabel ist Stipendiatin an der altehrwürdigen Universität Cambridge und möchte sich eigentlich nur auf ihr Studium konzentrieren. Doch ihre beste Freundin Zoe überredet sie immer wieder, sie auf verschiedene Partys zu begleiten. Als Zoe in das Umfeld von Ashton und seinen Freunden gerät, muss Mabel mit ansehen, wie das strahlende Wesen ihre Freundin von Tag zu Tag mehr verblasst und sie ist sich sicher, dass der geheimnisvolle Bund der Stare einen unguten Einfluss ausübt. Bei ihren Nachforschungen kann sich Mabel ihrer Gefühle für Blake nicht erwehren, obwohl der ebenfalls ein Mitglied des Bundes ist und sein Möglichstes tut, Mabel auf Abstand zu halten.

"Starling Nights - Im Schatten der Wahrheit" von Merit Niemeitz ist der erste Band eines Zweiteilers, der laut Klappentext Dark Academia Vibes und spannende Romantasy Unterhaltung verspricht. Mich hat die Geschichte leider nicht so ganz überzeugen können - sicherlich gab es durchaus das angedeutete Dark Academia Feeling, die Spannung hat sich im meinen Augen allerdings sehr in Grenzen gehalten. Die Handlung beginnt ohne großes Vorgeplänkel, wenn man von einem kurzen Prolog absieht, dadurch hatte ich den Eindruck, schnell in Mabels Leben einzutauchen, sie war mir auch durchaus sympathisch. Blake dagegen blieb nicht nur für Mabel, sondern auch für mich lange sehr unnahbar und dadurch auch undurchschaubar, was den romantischen Aspekt des Romans deutlich ausgebremst hat.

Auch die Spannung brannte meiner Meinung nach eher auf Sparflamme, Mabel findet nur winzige Details über den Bund heraus, kaum mehr als den Hauch eines Gerüchts hier und da, wodurch sich die Geschichte für mich wie ein Kaugummi in die Länge gezogen hat. Selbst kurz vor dem Ende, als es dann wirklich einige Andeutungen gab und mir ein Teil der Lösung schon beinahe ins Gesicht gesprungen ist, hat sie sich schwer getan, die Wahrheit zu erkennen. Sicher ist sie als rational denkender Mensch beschrieben und konnte sich kaum mit dem Gedanken anfreunden, dass es eine übersinnliche Erklärung für die Ereignisse gibt - aber es gab ein derartig eindeutiges Erlebnis, das Mabel trotz ihrer überragenden Intelligenz einfach nicht wahr nehmen wollte, dass ich beim Lesen erstaunt den Kopf geschüttelt habe.

Für mich war dieses Buch das erste der Autorin und anfangs habe ich ihren Schreibstil sehr gemocht. Auch die eigentliche Idee, auf der die Handlung basiert, gefiel mir gut, so dass ich mich sehr auf das Leseerlebnis gefreut habe. Leider fand ich den Großteil des Romans insgesamt doch zu langatmig, nach dem Aufdecken des großen Geheimnisses wurde das Finale dann überraschend schnell abgehandelt, für meinen Geschmack hätte es gern ein wenig umfangreicher ausfallen dürfen. Obwohl es noch einen Handlungspunkt gibt, der offen geblieben ist, bin ich nicht sicher, ob meine Neugier ausreichen wird, den Fortsetzungsband zu lesen.

Fazit: Nach einem vielversprechenden Anfang plätscherte die Geschichte recht langatmig vor sich hin, um dann in einem knapp gehaltenen Finale aufgelöst zu werden, für mich reicht das leider nur zu einer mittelmäßigen Bewertung.

Veröffentlicht am 14.11.2023

Fantasievoll geschriebener Monster-Krimi

Monsteranwalt
0

Inzwischen hat Anwalt Daniel Becker seine eigene kleine Kanzlei eröffnet und wirbt damit, der Monsteranwalt zu sein. Dass sich allerdings eine potentielle neue Mandantin in eine Riesenschlange verwandelt ...

Inzwischen hat Anwalt Daniel Becker seine eigene kleine Kanzlei eröffnet und wirbt damit, der Monsteranwalt zu sein. Dass sich allerdings eine potentielle neue Mandantin in eine Riesenschlange verwandelt und versucht, Daniel zu töten, überrascht ihn dennoch gewaltig. Ehe er dazu kommt, den Grund für diesen Mordanschlag heraus zu finden, wird der Anwalt von der Bürgermeisterin beauftragt - er soll ermitteln, aus welchem Grund rund um Seattle immer wieder Schiffe versinken, in solchem Tempo, dass es keiner der Mannschaften gelungen ist, sich zu retten. Wieder einmal hat der Anwalt, dem die Monster vertrauen, alle Hände voll zu tun.

"Monsteranwalt" von Royce Buckingham ist der zweite Band einer unterhaltsamen Fantasy-Krimi-Reihe, zum Verständnis empfehle ich, vorher unbedingt den Auftaktband "Im Zweifel für das Monster" zu lesen, da wesentliche Bestandteile der Handlung auf dieser Geschichte aufbauen. Daniel Becker war mir bereits im ersten Teil ans Herz gewachsen, obwohl es zugegebenermaßen dort etwas gedauert hat, ehe ich mit ihm warm geworden bin. Dieses Mal war er mit von Anfang an sympathisch und ich hatte viel Freude damit, ihn durch seine skurrilen Fälle zu begleiten. Auch die Figuren in seinem Umfeld, wie der vierbeinige Anwaltsgehilfe Dennis, Praktikant Phil und die Ermittlerin Martina habe ich sehr gemocht.

Den Schreibstil habe ich wieder als eingängig empfunden und die Spannung zog sich konsequent durch alle Seiten. Allerdings konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich der Autor - und mit ihm auch Daniel - in der Vielzahl der Fälle ein wenig verzettelt. Zum Beispiel gab es einen jungen Mandanten, für dessen Verhandlung der Monsteranwalt nur eine Woche Vorbereitungszeit aushandeln konnte - nach meinem Gefühl schien diese Zeit schon längst verstrichen zu sein, als es immer noch hieß, darum wird sich nächste Woche gekümmert. Beinahe mit jedem Kapitelanfang wechselte Daniel zu einem anderen Fall, was zwar durchaus geeignet war, die Neugier der Leser wach zu halten, mich aber doch ein wenig irritiert hat. Dennoch war das Gesamtwerk in meinen Augen stimmig und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, so dass ich für diesen Roman gern eine Leseempfehlung ausspreche. Da am Ende noch ein Handlungsschwerpunkt offen bleibt, gehe ich fest davon aus, dass der Autor vor hat, die Reihe fort zu setzen - also freue ich mich schon mal prophylaktisch auf den nächsten Teil.

Fazit: Trotz der Zerstückelung der Handlung in diverse, fantasievoll erdachte Fälle, hat mich dieser Fortsetzungsband wunderbar unterhalten, den etwas skurrilen Fantasy-Krimi empfehle ich daher gern weiter.