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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2021

Das zauberhafteste Vorlesebuch seit langem

Anouk, die nachts auf Reisen geht (Anouk 1)
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Als ich las, dass es sich um ein Buch handelt, das die Lebensgefährtin von Peter Maffay zusammen mit ihm geschrieben hat, war ich erst einmal etwas misstrauisch. Wenn Prominente mit eigenen Büchern winken, ...


Als ich las, dass es sich um ein Buch handelt, das die Lebensgefährtin von Peter Maffay zusammen mit ihm geschrieben hat, war ich erst einmal etwas misstrauisch. Wenn Prominente mit eigenen Büchern winken, wurde ich schon oft von deren Inhalt enttäuscht. Aber dieses absolut hinreißende Buch über Anouk und ihre nächtlichen Reisen hat mich restlos verzaubert und begeistert.

Dezenter Goldflimmer (Sternenstaub?) auf dem Cover weist bereits auf die sehr aufwändige, sorgsame und liebevolle Gestaltung des ganzen Buches hin. Durchweg dezent farbige Illustrationen im Buch, auch auf den Vorsatzseiten, hochwertiges festes Papier – alles macht den Eindruck, dass der Verlag an nichts gespart hat. Besonders hervorzuheben sind im Übrigen die wunderbaren, detailreichen, herzberührenden Zeichnungen von Joelle Tourlonias, die sehr fein die Wertigkeit des Buches vermehren. Auf so mancher Seite huscht sogar Tabaluga ins Bild. Und wenn man ganz genau hinschaut, findet man winzige Konterfeis des Autorenpaares. Solche dezent-humorigen Kleinigkeiten verstärken noch den Eindruck der Liebe, mit der das Buch gestaltet wurde.

Anouk ist ein fantasievolles Kind, das das Herz auf dem rechten Fleck hat. Aber sie findet auch, dass Eltern ganz schön anstrengend sein können. Besonders wenn Mama zum Schlafengehen ermahnt, obwohl Anouk doch noch Affi füttern muss. Als Anouk jedoch schließlich im Bett liegt und durch einen Türspalt Licht entdeckt, da muss sie natürlich nachsehen und findet sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Sie lernt Kenai, den Indianerjungen, kennen und hilft ihm, seine mutige Seite zu entdecken. Am nächsten und an den folgenden Abenden geht Anouk sehr, sehr gerne schlafen, denn Nacht für Nacht erlebt sie neue Abenteuer und findet neue Freunde, denen sie helfen kann. Zum Beispiel besteht Luka, der Piratensohn, dank Anouks Hilfe seine Piratenprüfung. Levi, der Zirkusjunge, findet endlich sein wahres Talent. Leo, der Musikersohn, überwindet sein Lampenfieber. Und so finden sich insgesamt sieben aufregende Vorlesegeschichten, die allesamt Mut machen, auf die eigenen Stärken zu vertrauen, dabei aber auch stets Verständnis für andere zu haben.

Fazit: Ein feines, kluges und liebevoll gestaltetes Vorlesebuch, das mich restlos verzauberte.

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Veröffentlicht am 22.08.2021

Nur lesen, wenn man garantiert schlechte Laune bekommen möchte

Alles wird gut
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Angelockt wurde ich, das Buch zu lesen, weil die Protagonistin endlich mal nicht jung und dynamisch ist, sondern sich in der Mitte ihres Lebens befindet und der Verlag die Autorin als „moderne Jane Austen“ ...


Angelockt wurde ich, das Buch zu lesen, weil die Protagonistin endlich mal nicht jung und dynamisch ist, sondern sich in der Mitte ihres Lebens befindet und der Verlag die Autorin als „moderne Jane Austen“ feiert. Doch was ich zwischen den Buchdeckeln fand, war deprimierend – in jeglicher Hinsicht.

Elin ist Allgemeinärztin, Mitte 50, und sie hat so ziemlich alles satt. Ihren Beruf, Ihren Ehemann, sich selbst wohl auch. Und sie ist Alkoholikerin, ohne dass sie selbst dies auch so sieht. Die Kontaktaufnahme mit ihrem Jugendfreund Björn bringt etwas Aufregung in den Alltag, aber wer will schon deshalb auf all das Gewohnte verzichten?

Nein, ich möchte nichts lesen über eine derart frustrierte Ärztin, die ihre Patienten nicht leiden kann. Nein, ich möchte nichts über Hämorrhoiden lesen und über Elins permanente Alkoholsucht. Eine Weile las ich mehr oder weniger schnell über die Seiten hinweg, stellte jedoch fest, dass es keine wirkliche Entwicklung der Person Elin gibt, dass das gesamte Buch sich permanent im Kreis dreht oder sich im Negativen suhlt. Das ist nicht nur extrem langweilig, sondern es macht vor allen Dingen richtig schlechte Laune. Vielleicht sollten die Gespräche mit Tore, dem künstlichen Skelett, als witzige Einlagen gedacht sein. Mir fehlt leider dafür der passende Humor. Mit „moderne Jane Austen“ zu werben, empfinde ich als außerordentlich dreist. Von deren gekonntem Schreibstil und der feinen psychologischen Ausgestaltung ihrer Figuren ist Nina Lykke meilenweit entfernt.
Fazit: Ein solch langweiliges und schlechte Laune machendes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

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Veröffentlicht am 21.08.2021

Enttäuschend

Der Panzer des Hummers
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Dass die Erstlieferung des Buches wohl verloren ging und ich vier Wochen warten musste, bis ich das Exemplar endlich erhielt, hätte ich eigentlich schon als Schicksalswink verstehen müssen. Das Buch wollte ...


Dass die Erstlieferung des Buches wohl verloren ging und ich vier Wochen warten musste, bis ich das Exemplar endlich erhielt, hätte ich eigentlich schon als Schicksalswink verstehen müssen. Das Buch wollte gar nicht zu mir, es ahnte wohl bereits, dass ich mit ihm nichts würde anfangen können. Was macht man auch mit einem Roman, an dessen Ende man immer noch genau an der gleichen Stelle steht wie zu Beginn der Lektüre? Keinerlei Erkenntnisgewinn, keinerlei Entwicklung, obwohl der Verlag in seiner Ankündigung etwas schreibt über „Hüllen abstreifen“ und „Veränderung zulassen“. Habe ich allerdings beim Lesen nicht bemerkt.

Die Eltern sind tot. Die drei Geschwister leben völlig unterschiedliche Leben an völlig unterschiedlichen Orten, sind aber dennoch auf unterschwelliger Weise miteinander verbunden. Nichts Ungewöhnliches also. Dass die älteste Tochter mit einer Seherin Kontakt zur verstorbenen Mutter aufnehmen will, was relativ breit erzählt wird, mutet etwas seltsam an, bringt aber die Handlung auch nicht wirklich in Bewegung.

Die einzelnen Personen werden detailliert dargestellt, überhaupt wird sehr detailfreudig erzählt. Der Sprachstil gefällt mir auch sehr gut. Es gibt schöne, geradezu lyrische Metaphern wie in der Beschreibung einer Frau die als hübsch bezeichnet wird, „obwohl sie sich schon an die äußersten Zweige des Baums der Jugend klammert“. Abgesehen von solch poetischen, erstaunlichen Wortbildern ist die Schreibweise insgesamt recht kühl. Verwirrende Sprünge machten mir das Lesen manchmal ein wenig mühsam. Leider erschließt sich mir bis zum Schluss nicht, was uns die Autorin mitteilen möchte. Es wird allerlei erzählt, aber die Geschichte tritt auf der Stelle und wird dadurch einfach nur noch langweilig und belanglos. Ich war sehr enttäuscht, denn von Diogenes bin ich etwas anderes gewöhnt.

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Veröffentlicht am 20.08.2021

Habe in der fiktiven Vergangenheit den roten Faden verloren

Florance Bell und die Melodie der Maschinen
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Mit diesem Jugendbuch habe ich mich schwer getan. Dass es das Genre „Steampunk“ gibt und was es bedeutet, erfuhr ich erst durch andere Rezensenten, muss ich gestehen. So konnte ich zwar die Handlung in ...


Mit diesem Jugendbuch habe ich mich schwer getan. Dass es das Genre „Steampunk“ gibt und was es bedeutet, erfuhr ich erst durch andere Rezensenten, muss ich gestehen. So konnte ich zwar die Handlung in einer „fiktiven Vergangenheit“ besser einordnen. Aber gefallen hat mir das Buch dennoch nicht. Welchen 12-jährigen Lesern ich das Buch empfehlen sollte, bleibt mir als jemand, der früher eine eigene Buchhandlung hatte, völlig schleierhaft.
Wir befinden uns im Jahr 1820. Napoleon hat England besetzt. Die 15-jährige Florance arbeitet recht geschickt für den Meistermechaniker eines maschinenverrückten Grafen, der jedoch überfallen wird. Wichtige Erfindungen werden gestohlen, und Florance wird gefangen genommen. Doch Florance weiß sich zu wehren…
So oder so ähnlich könnte man den Plot wiedergeben. Wobei ich beim Lesen oftmals die Orientierung bzw. den roten Faden verlor. Zu verworren ist die Geschichte, die politisch sein will, auch gesellschaftspolitisch. Die aber so eifrig mäandert zwischen Fantasie und Historie, dass mir die neugierige Freude des Lesens schnell abhanden kam. Florance ist zwar eine weitgehend sympathische Hauptfigur, aber was sie letztlich dem Leser vermitteln soll, bleibt für mich durch das Auftreten so vieler anderer Personen und deren Interaktion schleierhaft.
Fazit: Ein ungewöhnliches Jugendbuch, mit dem ich zugegebenermaßen nicht viel anfangen konnte. Zu bunt war für mich die Mischung von Fantasy und Historie, von Gesellschaftskritik, technischer Detailliebe und Suche nach persönlicher Verwirklichung. Dies alles erzählt aus wechselnden Perspektiven in einer durchaus anspruchsvollen Sprache.

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Veröffentlicht am 19.08.2021

Nicht ganz überzeugend

Vollwertküche – Gesund. Einfach. Lecker.
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Sehr gespannt war ich auf dieses neu aufgelegte Standardwerk, da ich zugegebenermaßen nicht wirklich informiert bin, was Vollwertkost tatsächlich bedeutet. So war mir zum Beispiel nicht klar, dass dies ...


Sehr gespannt war ich auf dieses neu aufgelegte Standardwerk, da ich zugegebenermaßen nicht wirklich informiert bin, was Vollwertkost tatsächlich bedeutet. So war mir zum Beispiel nicht klar, dass dies wohl tatsächlich vegetarische Küche bedeutet unter dem Grundgedanken, dass Vollwertkost genügend Eiweiß liefert, um auf Fisch und Fleisch ganz verzichten zu können.
Die dem Buch vorangestellten grundlegenden Informationen sind kurz gefasst. Das ist einerseits praktisch, andererseits aber mir persönlich zu knapp, mit zu wenig belastbaren Hintergrundinformationen. Es wird so manches einfach behauptet, ohne wirklich tiefergehend begründet zu werden. Das genügt mir nicht als jemand, der sich neu mit dem Thema befasst und erst einmal überzeugt werden muss.
Das Buch bietet eine Fülle von Rezepten. Der Text dazu ist übersichtlich gestaltet, schade jedoch, dass nicht jedes Rezept mit Foto vertreten ist. Außerdem vermisse ich Nährstoff- und Kalorienangaben. Überhaupt wird meines Erachtens zu wenig darauf eingegangen, mit welchen Problemen eine Ernährungsumstellung zur Vollwertkost mit sich bringt, wie zum Beispiel, dass die propagierte Frischkost etlichen Menschen Verdauungsprobleme verursacht.
Natürlich habe ich einzelne Rezepte nachgekocht. So war für mich zum Beispiel überraschend, das Rosenkohlgemüse mit Zitronenschale und Orangensaft zu würzen, was dem Rosenkohlgeschmack tatsächlich eine peppige Note gibt. Sehr lecker fand ich auch den schnellen Schokoladenkuchen mit Schokoladenglasur.
Fazit: Zum „Vollwertköstler“ hat mich das Buch nicht gemacht. Dazu fehlten mir im Text die wissenschaftlich fundierten Informationen. Aber das eine oder andere Rezept werde ich auch in Zukunft nachkochen. Besonders die vielen Saucenrezepte haben es mir angetan.

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