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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2025

Diebstahl eines Gemäldes von Piet Mondrian

Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum
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Detektiv Stanley hat sich aus dem aktiven Polizeidienst zur Ruhe gesetzt, bekommt aber einen Brief, dass er schnell zum Museum kommen soll, da es hier einen Einbruch gab. Dort trifft er auf die Museumsdirektorin ...

Detektiv Stanley hat sich aus dem aktiven Polizeidienst zur Ruhe gesetzt, bekommt aber einen Brief, dass er schnell zum Museum kommen soll, da es hier einen Einbruch gab. Dort trifft er auf die Museumsdirektorin Rosenbaum sowie Inspektor Shiro, der in Stanley einen unliebsamen Konkurrenten sieht. Sie besehen sich das Chaos im Museum, doch nach kurzer Zeit wird Stanley plötzlich aufgrund einer Finte verhaftet und landet im Gefängnis. Dort bleibt er jedoch nicht lange, da er das Rätsel um den Einbrecher und Kunstdieb gelöst hat und den wahren Dieb überführen kann.

Das Buch ist im Comic Stil verfasst. Die Illustrationen sind sicher Geschmackssache. Meinen Kindern gefielen sie nicht so sehr. Mir gefielen sie, trotz des etwas ungewöhnlichen Stils, da man überall nette und lustige Details entdecken kann. Insgesamt gibt es immer wieder humorvolle Momente, die den Kriminalfall auflockern.

Sprachlich ist das Comic nicht für Erstleser geeignet, sondern für Kinder, die schon recht sicher beim Lesen sind. Es gibt einige schwierige Worte. Zudem ist die Geschichte recht lang und durchaus auch etwas komplex und detailliert, so dass man Geduld und Überblick benötigt.
Detektiv Stanley verkörpert einen sympathischen, sehr klugen, gelassenen und in sich ruhenden Ermittler. Daneben gibt es noch etliche andere Figuren, die aber insgesamt recht oberflächlich/ schematisch dargestellt werden.

Der Fall an sich hat uns nicht so wirklich mitgerissen, ich kann nicht genau sagen, warum, ich glaube, weil meine Kinder einfach noch zu jung waren (7 Jahre). Es wird damit geworben, dass man miträtseln kann- dem ist aber eher nicht so.

In dem Fall geht es letztlich um den Diebstahl eines berühmten Bildes: "Composition Deux" von Piet Mondrian. Hier im Comic heißt er Zieg Mondrian. Diese Umbenennung hat mir nicht so gut gefallen und hätte es auch nicht gebraucht. Abschließend folgen noch kurze Einblicke in das Leben von Piet Mondrian, diese waren zwar recht interessant, aber auch eher für ältere Lesende geeignet. Mir liegt abstrakte Kunst nicht sehr, vielleicht lag es auch daran, dass der Funke bei mir insgesamt nicht ganz übersprang.
3,5 Punkte

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Rundum gelungen

Leserabe 1. Lesestufe - Gruselgeschichten
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Vier Geschichten sind hier versammelt. Die erste Geschichte handelt von einem Vampirmädchen, das endlich mal Knoblauchbrot probieren möchte. Die zweite Geschichte handelt von einem kleinen Gespenst auf ...

Vier Geschichten sind hier versammelt. Die erste Geschichte handelt von einem Vampirmädchen, das endlich mal Knoblauchbrot probieren möchte. Die zweite Geschichte handelt von einem kleinen Gespenst auf der Klassenfahrt. Nun soll eine Tagwanderung stattfinden, doch das Gespenst fürchtet sich, insbesondere vor den Menschen. In der dritten Geschichte spielen Skelette und Zombies ein wildes Fußballmatch. In der vierten Geschichte treffen sich einige der schon bekannten Figuren in der Schule zum Spukunterricht.

Die Worte und Sätze sind gut verständlich und nicht zu schwierig für Erstleser. Die Geschichten haben zudem eine angemessene und gute Länge. Die Figuren sind sympathisch, nett und liebevoll gestaltet. Die Geschichten sind glücklicherweise nicht gruselig, dafür aber spannend und witzig. Die Illustrationen sind sehr schön, farbenfroh und fantasiereich und gefielen uns durchweg.

Aufgrund dieses überzeugenden Gesamteindrucks waren meine 7 jährigen Kinder sehr motiviert beim Lesen, waren gefesselt und amüsierten sich sehr. Das Fussballmatch ist vielleicht etwas schräg, es gefiel ihnen jedoch am besten. Ich hörte ihnen beim Vorlesen gern zu, da ich die Geschichten ebenfalls spannend und sehr unterhaltsam fand (das ist durchaus nicht bei allen Kinderbüchern so).

Zusätzlich gibt es Sticker, die man beim Beenden der Geschichte einkleben kann sowie Rätsel zum Lösen, die sich auf die Geschichten beziehen.

Dieses Buch, empfohlen von der Stiftung Lesen, scheint mir wirklich perfekt für Erstleser geeignet und ich spreche eine klare Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Berührend, humorvoll, zum Nachdenken anregend

Der Schlaf der Anderen
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Dieser Gegenwartsroman erzählt die Geschichte von Janis, einer überqualifizierten Nachtwache in einem Schlaflabor, und Sina, die augfrund ihrer massiven Schlafprobleme vom Arzt in das Schlaflabor geschickt ...

Dieser Gegenwartsroman erzählt die Geschichte von Janis, einer überqualifizierten Nachtwache in einem Schlaflabor, und Sina, die augfrund ihrer massiven Schlafprobleme vom Arzt in das Schlaflabor geschickt wurde.
Beide, fast gleichaltrige, Frauen sind mit tiefgehender Einsamkeit konfrontiert und befinden sich in einer schwierigen Lebensphase. Janis, die lange als Krankenschwester gearbeitet hat, zog sich nach einem einschneidenden Erlebnis zurück und kämpft mit Panikattacken, Melancholie und aufgrund der jahrelangen Wechselschichten ebenfalls mit Schlafproblemen. Sina hingegen ist als Gymnasiallehrerin tätig, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund. Die eigenen Träume, selbst Kunst zu erschaffen, anstatt nur zu unterrichten, hat sie frühzeitig aufgegeben. Über die Jahre hat sie das Gespür für sich verloren und ist hochbelastet aufgrund ihres Nicht-Schlafen Könnens.
In einer Nacht, in der sich die Wege der zwei Frauen kreuzen, entsteht nun eine sehr ehrliche und tiefgehende Verbindung zwischen den beiden. Diese Begegnung bringt beide dazu, ihr Leben schrittweise zu ändern.

Der Roman gewährt interessante Einblicke in das Thema Schlaf und Schlaflosigkeit. Zudem greift er verschiedene Themen auf, die zum Nachdenken anregen. Er zeigt die vielfältigen Rollenerwartungen, denen Frauen ausgesetzt sind sowie die hohe Belastung im pflegerischen Sektor. Außerdem thematisiert er Verlusterlebnisse und das menschliche Miteinander. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, was passiert, wenn man einfach nicht mehr funktioniert. Die Leistungsgesellschaft wird hier durchaus kritisch betrachtet und das Nichtstun dagegen gestellt. Einige zentrale Aspekte des Lebens werden herausgearbeitet: Da-sein, Wach-sein, sich selbst spüren können und das Gefühl, gesehen zu werden.

Der Schreibstil ist flüssig, feinfühlig und angenehm zu lesen. Die Entwicklung der Geschichte war für mich etwas unerwartet, da die Nachtbegegung nur den Beginn markiert, die beiden Frauen dann aber über weite Strecken unabhängig voneinander ihren Weg gehen. Diese Veränderungen, die beide Frauen mehr oder weniger aktiv beginnen, lesen sich berührend, humorvoll und teilweise etwas skurill. Viele Zufälle und ungewöhnliche Ereignisse verleihen der Geschichte eine leichte, komödiantische Note, ohne aber den tiefgründigen Kern zu verlieren. Ich mochte die Leichtigkeit, die dadurch entstand.

Fazit: Ein einfühlsamer Roman, der zum Nachdenken anregt und durch seinen angenehmen Schreibstil sowohl humorvolle als auch ernsthafte Momente bietet.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein leiser, aber kraftvoller Roman, humorvoll, berührend, hoffnungsvoll

Strandgut
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Der Roman erzählt die bewegende Geschichte von Bucky, einem 70 jährigen Mann aus Chicago, der tief in Trauer ist, nachdem seine geliebte Frau vor einem Jahr verstorben ist. Als Jugendlicher nahm er einige ...

Der Roman erzählt die bewegende Geschichte von Bucky, einem 70 jährigen Mann aus Chicago, der tief in Trauer ist, nachdem seine geliebte Frau vor einem Jahr verstorben ist. Als Jugendlicher nahm er einige Soulsongs auf, doch tragische Ereignisse ließen ihn seither keine Musik mehr machen. In den USA ist er vergessen, aber in Europa hat er, ohne dass er davon weiß, eine große Fangemeinde. So wird er zu einem Soul-Festival nach Großbritannien eingeladen, um dort live aufzutreten. Neugierig und verwundert macht sich Bucky auf den Weg, obwohl er unter starken Hüftschmerzen leidet und dadurch eine Abhängigkeit von starken Schmerzmitteln entwickelt hat. Leider vergisst er seine Tabletten im Flugzeug.

In Großbritannien wird er von Dinah empfangen, einer etwa 50-jährigen Frau, die seine Songs abolut liebt. Sie ist Mitorganisatorin des Festivals und fungiert als seine Hauptansprechperson. Dinah steckt in einer unglücklichen Ehe, hat einen Sohn, der sein Leben nicht recht auf die Reihe bekommt sowie einen Job, den sie eigentlich nicht mag.

Die Begegnung dieser beiden unterschiedlichen Menschen wird sehr warmherzig geschildert. Bucky und Dinah sind sich durchaus auch ähnlich: beide sind starke, kraftvolle Charaktere und verfügen über viel Lebenserfahrung und Humor. Beide stammen aus sozial schwachen Verhältnissen und lieben Musik. Beide sind aktuell unglücklich und an einem Tiefpunkt.

Der Roman spielt nur wenige Tage und ist in drei Teile gegliedert. Zu Beginn tauchen wir in die Welt der Figuren ein, voller Komik und Aufbruchstimmung. Im zweiten, düstersten Teil begleiten wir Bucky durch seine Schmerzen und Entzugserscheinungen, eine sehr unheilvolle Phase, in der ungewiss ist, ob er es überhaupt auf die Bühne schafft. Hier schaffte ich es nicht immer gut am Ball zu bleiben, hier hätte es etwas kürzer sein dürfen. Der letzte Teil, nun wieder etwas spannender, dreht sich dann um den geplanten Auftritt. Die Abschlussszene ist dann vielleicht etwas kitschig geraten, aber das störte mich nicht.

Die Sprache des Romans ist sehr bildhaft, tiefgründig, sensibel und fein. Sie gefiel mir außerordentlich gut. Die lebendigen Dialoge, besonders die Begegnung zwischen Bucky und Dinah, sind humorvoll und authentisch. Besonders zu Beginn, wenn die amerikanische und britische Kultur aufeinandertreffen, hätte ich gern das Original gelesen, um den Sprachwitz besser zu genießen, wobei er auch in der Übersetzung gut transportiert wird.

Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen, sogar Tränen sind geflossen. Bucky ist mir sehr ans Herz gewachsen. Trotz der Widrigkeiten des Lebens bewahrte er Würde, Mut, Offenheit, Humor und Liebe. Ich habe großen Respekt vor ihm. Sein Leben, aber auch Dinahs Leben regten mich zum Nachdenken an und inspirierten mich. Auch die Nebenfiguren sind interessant gestaltet, wie zum Beispiel die afghanische Hotelputzkraft, die leidenschaftlich Rap liebt oder auch der Apotheker, der sich noch Zeit für persönliche Gespräche nimmt. Ebenfalls eindrücklich waren die Beschreibungen des verwitterten und vielschichtigen Hotels "Majestic", in dem Bucky einquartiert wurde.

Der Roman erzählt von Underdogs, von Ungerechtigkeiten der Justiz, von Ehe, Freundschaft, der Liebe zu Musik, vom Älterwerden, vom Demut gegenüber dem Schicksal sowie vom Mut, sein Leben zu ändern. Er liest sich traurig und tröstend, voller Mitgefühl, Wertschätzung und Güte den Menschen gegenüber, stellenweise düster und tragisch und dennoch voller Lebensmut und Lebensfreude. Der Roman gibt Hoffnung und einen Lichtblick, wenn man mal am Tiefpunkt ist.

Ich habe das Lesen überaus genossen und wurde tief berührt. Bucky wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Ein fesselnder Psychothriller/ Spannungsroman mit Schwächen

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Das Hörbuch wird von Ann-Kathrin Hinz gelesen. Ihre Stimme fand ich sehr angenehm. Dennoch gab es für mich einige Einschränkungen – dazu später mehr.

Julia hatte seit Monaten keinen Kontakt mehr zu ihrer ...

Das Hörbuch wird von Ann-Kathrin Hinz gelesen. Ihre Stimme fand ich sehr angenehm. Dennoch gab es für mich einige Einschränkungen – dazu später mehr.

Julia hatte seit Monaten keinen Kontakt mehr zu ihrer besten Freundin Nikki. In letzter Zeit war sie vor allem mit ihrem Verlobten Lars beschäftigt, den sie bald heiraten wollte. Umso überraschender war es, als Nikki sie kurz vor der Hochzeit spontan zu einem Wandertrip in die schwedischen Berge einlädt. Julia sagt zu, und die beiden Frauen machen sich auf den Weg. Es ist Herbst, das Wetter ist bereits kühl und Stürme sind angekündigt. Dennoch lassen sie sich, leichtsinnigerweise, nicht abschrecken und beginnen ihre Wanderung, sogar abseits der markierten Wege, um ganz in der Natur aufzugehen.

Von Anfang an wirkt Nikki sehr verschlossen, was Julia irritiert. Doch bevor sie Klarheit gewinnen kann, verschwindet Nikki spurlos in einer Nacht und Julia bleibt allein zurück. Die Natur ist rau, dichter Nebel verschleiert die Sicht, das Unwetter tobt und (gefährliche) Wildtiere sind unterwegs. Julia erlebt viele Missgeschicke, verliert ihre Orientierung, ihre Ausrüstung, das Proviant, ihr Handy und verletzt sich schließlich auch noch. Verzweifelt sucht sie Nikki und versucht sich am Leben zu erhalten.

Parallel dazu erfährt man in Rückblenden mehr über den Beginn der Freundschaft zwischen Julia und Nikki sowie über Julias Beziehung zu Lars. Im Hörbuch wird nicht immer klar, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird, hier weiß ich nicht, ob es im Buch gesondert gekennzeichnet wird. Ich begann mich zu fragen, ob die Wahrnehmung der Figuren noch zuverlässig ist und wurde jeder der Figuren gegenüber misstrauisch. Auf jeden Fall war dies ein gelungener Spannungsfaktor.

Während der detaillierten Schilderungen von Julias Irrwegen und ihrem Überlebenskampf in der schwedischen Berglandschaft wartete ich stets gespannt auf die Rückblenden, da ich sehr neugierig auf die Hintergründe und vor allem auf die Gründe für Nikkis Verhalten war. Die Atmosphäre wird hier stellenweise düster und durchaus gruselig – hier zeigt sich der Psychothriller-Charakter. Einige Szenen konnten mich berühren in ihrer Traurigkeit und Tragik. Es kommt zu mehreren teils unerwarteten Wendungen.

Leider konnte dieser Spannungsbogen jedoch nicht durchgängig gehalten werden. An einem Punkt stieg ich aus der Geschichte aus. Es ging um ein Missverständnis, was mit einem Satz einfach hätte geklärt werden können, jedoch nicht wurde. Dadurch verlor die Geschichte für mich an Kraft und Glaubwürdigkeit. Nach einem emotionalen Höhepunkt flachte die Handlung gegen Ende dann merklich ab und kam für mich nicht mehr richtig in Fahrt. Hier hätte ich mir eine andere Struktur/ Komposition gewünscht. Hinzu kam, dass mich die beiden Frauen zunehmend nervten. Sie wirkten oft naiv, unsicher und handlungsunfähig. Die Sprecherin hat dies zum Text passend umgesetzt, indem sie einige Passagen mit zitternder, kläglicher Stimme sprach, was mich irgendwann wirklich nervte. Gerade bei Figuren, die regelmäßig in der Wildnis wandern, erwarte ich doch eine gewisse innere Stärke.

Fazit: Obwohl mich die Charaktere und auch die Handlung nicht vollständig überzeugen konnten, habe ich das Hörbuch gern gehört und es konnte mich über weite Strecken fesseln, an einigen Stellen beeindrucken und berühren.

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