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Veröffentlicht am 14.05.2024

Leider nicht mein Fall

That Girl
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Die kurzen Kapitel und der Mix aus der eigentlichen Erzählung, Buch- bzw. Manuskriptausschnitten, Beiträgen & Nachrichtenverläufen haben 𝗧𝗵𝗮𝘁 𝗚𝗶𝗿𝗹 von Gabriella Santos De Limas zu einem lockerleichten ...

Die kurzen Kapitel und der Mix aus der eigentlichen Erzählung, Buch- bzw. Manuskriptausschnitten, Beiträgen & Nachrichtenverläufen haben 𝗧𝗵𝗮𝘁 𝗚𝗶𝗿𝗹 von Gabriella Santos De Limas zu einem lockerleichten Feierabendbuch gemacht – und dazu geführt, dass ich das Buch direkt in einem Rutsch beendet habe. 🥑

Ich habe von vielen gehört, dass sie sich selten so verstanden und gesehen gefühlt haben, wie in dieser Geschichte, was aus meiner Sicht absolut für das Buch spricht & hoffentlich auch bei kommenden Geschichten der Fall sein wird!

Einige Gedanken, Gespräche und Erlebnisse kann ich auch teilen – ob nun selbst erlebt oder durch Erzählungen von Freundinnen – allerdings liegt das aus meiner Sicht vor allem daran, dass das Buch ein bisschen wie ein Horoskop/Bingo ist bzw. viel Raum zum eigenen Füllen bietet. Das oberflächliche Streifen von zahlreichen Thematiken und Diskursen (Selbstliebe, Bodyshaming, Diet Culture etc.) war für mich auch der größte Knackpunkt.

Das heißt nicht, dass ich That Girl nicht gerne gelesen hätte oder ich anderen absprechen möchte, dass es für sie genau richtig ist. Ich hätte aber für mich insgesamt – da wichtige/ernste Themen Platz finden und damit geworben wird, dass es keine Liebesgeschichte ist – etwas mehr Tiefe erwartet. So steht That Girl für mich eher auf einer Stufe mit Romcoms, die ich super gerne lese, mich aber nicht so oft nachhaltig beschäftigen. Gut gefallen hat mir aber, dass die Protagonistin mit uns (zumindest ein Stück) herausfindet, was sie mit ihrem Leben (nicht) anstellen will & das Vermissen alter Freund:innen einbezogen wird.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Neuen Berufswunsch freigeschaltet: Giftgärtnerin! 🌱

Ivy und die Magie des Poison Garden
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Im Poison Garden wollen nicht nur Pflanzen wie Fingerhut & Tollkirsche gepflegt werden, sondern auch Feen, Nixen und Maikäfer ein behütetes Leben führen – mehr oder weniger. Selbstverständlich ist nicht ...

Im Poison Garden wollen nicht nur Pflanzen wie Fingerhut & Tollkirsche gepflegt werden, sondern auch Feen, Nixen und Maikäfer ein behütetes Leben führen – mehr oder weniger. Selbstverständlich ist nicht alles so harmonisch: In 𝗜𝘃𝘆 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗠𝗮𝗴𝗶𝗲 𝗱𝗲𝘀 𝗣𝗼𝗶𝘀𝗼𝗻 𝗚𝗮𝗿𝗱𝗲𝗻 von Gesa Schwartz gibt es auch rivalisierende Gruppen, kleine Kampfeinlagen und eine Entführung – zu viel will ich aber nicht verraten. Am besten bringt ihr gemeinsam mit Ivy und ihren Begleitern in Erfahrung, was mit ihrem Großvater geschehen ist. 🤫

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört (gelesen von Lea Fleck), deswegen kann ich von den Illustrationen/Pflanzensteckbriefen, die die Kapitel im Print schmücken, nur basierend auf der Leseprobe bzw. dem Durchblättern schwärmen, aber zumindest kann ich sagen, dass die Geschichte richtig Spaß gemacht hat. Und wie könnte sie auch nicht, immerhin werden hier (Gift-)Pflanzen & Mythologie verknüpft!

🌱 Wusstet ihr übrigens, dass Maiglöckchen nicht nur eine fünf Sterne Insel bei Animal Crossing verraten, sondern auch zu den Pflanzen zählen an denen alle Bestandteile giftig sind?

🔜 Der zweite Band „Ivy und das Herz des Poison Garden“ erscheint im Herbst.

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Veröffentlicht am 06.05.2024

Für mich etwas zu brutal, aber dennoch ein gutes Buch!

Die flüsternde Muse
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Willkommen am Mercury Theater, wo Träume Wirklichkeit werden – oder mit euch zu Grabe getragen werden.

Als Jenny eine Anstellung am Mercury Theater angeboten bekommt, bietet sich ihr die Chance das Leben ...

Willkommen am Mercury Theater, wo Träume Wirklichkeit werden – oder mit euch zu Grabe getragen werden.

Als Jenny eine Anstellung am Mercury Theater angeboten bekommt, bietet sich ihr die Chance das Leben ihrer Geschwister deutlich zu verbessern. Doch Angebote, die zu gut sind, um wahr zu sein, sind es meist auch… Und so findet sie sich bereits nach kurzer Zeit zwischen Gerüchten, Fehden, Geheimnissen und tragischen Vorfällen wieder.

Das Buch könnte etwas für euch sein, wenn…

- Besessenheit, Aberglaube & Tragödie für euch nach einer vielversprechenden Kombination klingt.

- das Theater für euch einen ganz besonderen Glanz hat, ihr gleichzeitig aber auch einen Blick hinter die Bühne werfen wollt.

- ihr aktuell in eurer Vampir-Ära seid: Hier wird's blutig – auch ohne spitze Zähnchen.

Einer meiner liebsten Momente im Buch ist der Beginn des ersten Theaterbesuchs der Geschwister. Die Beschreibung, wie sie das Theater nach und nach für sich einnimmt, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Vielleicht, weil ich dem Zauber des Theatersettings ebenfalls verfallen bin.

Das Gerücht zum Pakt mit Melpomene, der Muse der tragischen Dichtung, hat der Geschichte einen interessanten mythologischen Anstrich gegeben. Hinzu kommen kleinere weitere Aberglauben, mit denen sich Jenny – die sich neu im Theaterumfeld einfindet – konfrontiert sieht: „Verlassen Sie den Raum. Drehen Sie sich dreimal auf dem Treppenabsatz, dann spucken und fluchen Sie, was das Zeug hält. Klopfen Sie an, um wieder hereinzukommen. Nur so kann der Fluch aufgehoben werden.“ Wisst ihr, welches Stück hier nicht beim Namen genannt werden darf?

Mein liebstes Buch bleibt allerdings „Der Schattenriss“. Dort war das Zusammenspiel zwischen Übernatürlichem und tragischen Ereignissen für mein Empfinden etwas nuancierter und der Fokus stärker auf das unheilvolle Gefühl und weniger auf Ekel ausgerichtet. Trotzdem hatte das Theatersetting in „Die flüsternde Muse“ durchaus seinen Charme. Mir fehlen jetzt nur noch „Die stillen Gefährten“!

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Wunderbares Buch!

Gallant
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„An höhere Mächte hat sie noch nie geglaubt, denn gäbe es welche, hätten sie ihr Vater und Mutter genommen, ihr die Stimme geraubt und sie in Merilance zurückgelassen, mit einem Tagebuch als einzigem Besitz. ...

„An höhere Mächte hat sie noch nie geglaubt, denn gäbe es welche, hätten sie ihr Vater und Mutter genommen, ihr die Stimme geraubt und sie in Merilance zurückgelassen, mit einem Tagebuch als einzigem Besitz. Doch es gibt niedere Mächte, die merkwürdiger sind, und im Dunkel hinter der Tür betet sie zu ihnen.“

Wenn der Herbst ein Buch wäre, wäre er 𝗚𝗮𝗹𝗹𝗮𝗻𝘁. Die Geschichte war wie für mich gemacht: Märchenähnlich erzählt, dezente spooky Vibes, ein altes Anwesen voller Geheimnisse & eine mysteriöse Familiengeschichte... 🍂

Olivia ist eine der wenigen stummen Protagonistinnen, die mir bisher in Büchern begegnet sind. Mir hat besonders gefallen, wie der Fokus darauf gelegt wird, dass Barrieren erst von anderen geschaffen werden. Auch die Szenen, die sich auf die damit einhergehende Ausgrenzung konzentrieren, haben mich jedes Mal wieder erwischt: „Sie hasst, dass er das tun kann - einfach den Blick abwenden, um sie zum Schweigen zu bringen.“

Die Erzählung wird durch Illustrationen sowie Tagebucheinträge ergänzt. Beide Aspekte haben der Geschichte einen ganz besonderen Anstrich verliehen – vor allem, weil sie Bestandteil der Geschichte sind. ☕️ Gallant ist damit vermutlich eines der schönsten Bücher in meinem Regal und eines der wenigen in denen Illustrationen eine zentrale Rolle einnehmen.

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse etwas, da Märchen aber oft bloß mit einem feuchten Kuss & dem obligatorischen 𝘏𝘢𝘱𝘱𝘪𝘭𝘺 𝘌𝘷𝘦𝘳 𝘈𝘧𝘵𝘦𝘳 enden, ist das schon ok. 🤫

Romance werdet ihr hier übrigens nicht finden, dafür zeigt sich, dass „Zuhause“ & „Familie“ etwas sind, was man wählen kann und das finde ich wunderschön.

Mich hat Gallant begeistert & ich kann’s euch nur ans Herz legen, wenn ihr eine kurzweilige Geschichte sucht, die nur ein wenig gruselig ist, sodass es sich noch ohne Probleme einschlafen lässt.

Ihr wollt mehr? Bücher mit einem ähnlichen Gefühl waren für mich „Der Atmen einer anderen Welt“ – große Liebe für die erste Geschichte – und „Das Labyrinth des Fauns“.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Bereit für Séancen im viktorianischen Zeitalter? 🕯️

Die geheime Gesellschaft
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1873: Ein Medium nutzt ihre Gabe, um ungeklärte Mordfälle zu lösen, während die Séance Society Frauen von ihren Erkenntnissen ausschließt und den exklusiven Status zu erhalten versucht – bis einer aus ...

1873: Ein Medium nutzt ihre Gabe, um ungeklärte Mordfälle zu lösen, während die Séance Society Frauen von ihren Erkenntnissen ausschließt und den exklusiven Status zu erhalten versucht – bis einer aus den eigenen Reihen stirbt...

Mich haben letztendlich vor allem zwei Aspekte bewegt: Zum einen, dass Lenna aus Liebe zu ihrer verstorbenen Schwester unbedingt an die spirituellen und okkulten Praktiken glauben möchte – und sich sogar ausbilden lässt! –, gleichzeitig aber ohne Beweise an deren Echtheit zweifelt, und zum anderen wie Trauer und Konventionen ein zentrales Bindeglied der Geschichte werden.

Atmosphärisch hat mir die Geschichte gut gefallen, wobei es für mich noch etwas unheilvoller hätte sein können. Dafür waren die breite Menge an (zum Teil auch widersprüchlichen) Gefühlen, die die beteiligten Personen mit in die Séancen bringen, für mich sehr greifbar. Außerdem war der weibliche Zusammenhalt erfrischend.

Es gab leider einen Charakter, der einfach eine maximal unangenehme Person ist – wie einige Leute in den Kommentarspalten bei Facebook – und bei dem ich grundsätzlich die schlimmsten Handlungen erwartet habe. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Entwicklung etwas subtiler gewesen wäre.

Trotz der düsteren Themen finden auch zarte Gefühle ihren Weg in die Geschichte. Ohne Machtgefälle hätte mir diese Entwicklung besser gefallen, schön fand ich‘s trotzdem.

Insgesamt ist „Die geheime Gesellschaft“ ein leichtgängiger Genre-Mix für einen gemütlichen Sonntag auf dem Sofa. Ich war bis zum Ende gespannt, ob und wie die Autorin die Frage nach Geistern lösen wird: Alles nur Trugbilder oder gibt es doch Dinge, die unerklärlich bleiben?

Am Ende des Buches findet sich zudem ein kleiner Exkurs zu viktorianischen Trauerbräuchen. Eine Kleinigkeit ganz nach meinem Geschmack.

Die Übersetzung stammt von Julia Walther, die auch „Die Unbändigen“ (ebenfalls empfehlenswert) übersetzt hat.

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