Profilbild von hersecretbooklove

hersecretbooklove

Lesejury Star
offline

hersecretbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hersecretbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.11.2025

Interessante Ansätze

Human Design To Go – Werde, wer du bist
0

„Human Design To Go“ von Victoria Deindl und Özden Sevimli ist ein modernes, zugängliches Selbstfindungsbuch, das das komplexe System Human Design auf eine Art erklärt, die auch Einsteiger verstehen. Es ...

„Human Design To Go“ von Victoria Deindl und Özden Sevimli ist ein modernes, zugängliches Selbstfindungsbuch, das das komplexe System Human Design auf eine Art erklärt, die auch Einsteiger verstehen. Es geht darum, sich selbst besser kennenzulernen, seine Stärken, Bedürfnisse und Muster zu erkennen – quasi eine Art persönlicher Kompass für Alltag, Beziehungen und Selbstreflexion. Besonders schön ist, dass die Autorinnen eine klare, motivierende Sprache wählen, die nicht mit esoterischem Fachjargon überfrachtet ist. Das Layout und die Struktur wirken modern und übersichtlich, sodass das Buch eher zum Durchblättern und Anwenden einlädt als zu trockenem Theoriewälzen. Ich schätze gerade diesen praktischen Ansatz, weil man die Konzepte direkt auf das eigene Leben übertragen kann und das Buch so mehr ist als nur ein theoretischer Überblick.

Allerdings ist das Buch nicht ohne Herausforderungen. Die Vielzahl an Begriffen – Typen, Profile, Charts – kann gerade für Absoluteinsteiger am Anfang etwas überwältigend wirken. Außerdem ersetzt es kein individuelles Human-Design-Reading, sondern bietet eher einen Einstieg und Leitfaden, um sich selbst zu erkunden. Wer also sehr tiefgehende, persönliche Analysen erwartet, wird vielleicht nicht komplett zufrieden sein. Auch bleibt die Frage, welche Aussagen wirklich zu einem selbst passen und welche eher allgemeine Anregungen sind.

Für mich ist das Buch trotzdem spannend. Es spricht Menschen an, die sich für Persönlichkeitsentwicklung, Selbstreflexion und innere Arbeit interessieren, ohne dabei zu dogmatisch zu sein. Es bietet die Möglichkeit, sich spielerisch mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen und vielleicht neue Einsichten zu gewinnen. Wer Lust hat, sich auf ein experimentelles, modernes Selbstfindungstool einzulassen und offen für spirituell-pragmatische Ansätze ist, findet hier einen guten Einstieg. Wer hingegen tiefgehende wissenschaftliche Analysen oder extrem detaillierte Readings sucht, wird eher an die Grenzen stoßen. Insgesamt ist es aber ein motivierendes, leicht zugängliches Buch, das neugierig macht, sich selbst und das eigene Potenzial besser zu verstehen.

Der einzige Punkt der mich persönlich wirklich auf Dauer gestört hat waren die grellen Farben im Buch. Ich verstehe, warum die Wahl darauf fiel, aber für mich war es dann doch irgendwann zu viel Wumms. Aber das ist nur Geschmacksache und ändert nichts am inhaltlichen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 21.11.2025

Das Unheil wohnt nebenan

Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden
0

Ein ruhiges Vorstadtviertel, in dem jeder jeden kennt – zumindest glaubt man das – und plötzlich verschwindet eine Frau, zusammen mit ihrem kleinen Mädchen. Elf Jahre später kommt genau dieses Mädchen ...

Ein ruhiges Vorstadtviertel, in dem jeder jeden kennt – zumindest glaubt man das – und plötzlich verschwindet eine Frau, zusammen mit ihrem kleinen Mädchen. Elf Jahre später kommt genau dieses Mädchen wieder zurück, aber nichts mehr ist so wie es einmal war. Allein diese Ausgangslage wirkt so beklemmend und gleichzeitig faszinierend, dass ich unbedingt wissen wollte, was damals wirklich passiert ist.
Was mir direkt aufgefallen ist: Die Atmosphäre wirkt unglaublich dicht. Hinter den gepflegten Häusern tun sich plötzlich Risse auf, kleine Lügen, unausgesprochene Wahrheiten, merkwürdige Nachbarschaftsdynamiken. Und genau so sollen Thriller für mich sein, nicht übertrieben oder überladen, sondern eher dieses Gefühl, dass in jeder Ecke etwas nicht stimmt, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist die weitere Fragen aufwirft.
Die wechselnden Perspektiven haben das Ganze noch intensiver gemacht. Man merkt bei jeder Figur, dass sie etwas mit sich herumträgt, und mit jedem Kapitel rückt man dem Kern des Ganzen ein kleines Stück näher, ohne dass alles sofort klar auf dem Tisch liegt. Gerade Delilahs Kapitel haben mich bewegt, weil man spürt, wie viel sie erlebt hat, ohne dass es ausgeschlachtet wird. Es sind nur kleine Einblicke, aber sie haben so viel Aussagekraft, dass es fast weh tut.
Was das Ende angeht: Es ist chaotisch, aber ich finde, das passt irgendwie. Diese Geschichte ist von Anfang an nicht sauber sortiert und gerade das gibt dem Schluss eine gewisse Echtheit. Nicht alles lässt sich glattbügeln, und das macht die Auflösung glaubwürdig.
Für mich ist Local Woman Missing ein Thriller, der weit über seine Spannung funktioniert. Nichts Übertriebenes, nichts Effekthaschendes, sondern eine schleichende Unruhe, die sich langsam ausbreitet. Genau dadurch bleibt die Geschichte im Kopf und man denkt länger darüber nach, wie wenig man manchmal über Menschen weiß, die direkt neben einem leben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2025

Wichtig und Ehrlich

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
0

Für mich ein absolutes Lesehighlight und Herzensbuch!
Da ich selber jahrelang in der Pflege tätig war, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ein Buch über Pflegenotstand und den ganzen Wahnsinn ...

Für mich ein absolutes Lesehighlight und Herzensbuch!
Da ich selber jahrelang in der Pflege tätig war, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ein Buch über Pflegenotstand und den ganzen Wahnsinn rund um Überlastung, Verantwortung und familiäre Umbrüche sich so leichtfüßig lesen kann. Zuhause ist vorübergehend geschlossen schafft genau das: Es nimmt ein wirklich schweres, schmerzhaft reales Thema und verpackt es mit so viel Humor und Leichtigkeit, dass man immer wieder grinst, obwohl einem das Herz gleichzeitig ein bisschen schwer wird. Denn sehr schnell merkt man, wie nah die Geschichte an der Realität liegt. Viele Menschen würden nicht einfach selbstlos helfen und genau das zeigt das Buch auch. Es tut ein bisschen weh zu sehen, wie wenig selbstverständlich Zusammenhalt manchmal ist, gerade dann, wenn man ihn am nötigsten hätte.
Was mich aber richtig abgeholt hat, war der Schreibstil. Er sprüht vor Witz und Charme, ohne die Ernsthaftigkeit des Themas zu verlieren. Das macht das Lesen unglaublich angenehm. Man rutscht von Seite zu Seite und merkt erst am Ende, wie viel man eigentlich mitgenommen hat.
Die Geschichte zeigt nicht nur, wie sich das Leben einer Familie komplett verschiebt, wenn eine Notsituation entsteht. Sie zeigt auch, wie sich Gedanken verändern, wie man plötzlich Prioritäten neu sortiert, und wie man sich selbst und die Menschen um einen herum anders sieht. Es geht nicht nur darum, wie man für ältere Menschen sorgen kann, sondern auch darum, wer diese Menschen eigentlich sind. Was sie geprägt hat. Welche Identität sie haben und vor allem welche davon im Alltag manchmal untergeht.
Dazwischen gibt es familiären Trubel, warmherzige Begegnungen, kleine menschliche Abgründe und Momente, die gleichzeitig nachdenklich machen und trotzdem irgendwie ein warmes Gefühl hinterlassen. Das Buch moralisiert nicht, es zeigt einfach. Und gerade dadurch wirkt es so ehrlich. Für mich war es eine Geschichte, die mich gleichzeitig zum Lachen, zum Nachdenken und zum Weiterfühlen gebracht hat. Und ich bin mit neuen Perspektiven, einem warmen Herzen und einer guten Portion Hoffnung aus ihr herausgegangen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Viel Potential

Secrets - Five Hearts for a Witch: Paranormal Why Choose Romantasy
0

Das ist ein Buch mit viel Potenzial, das mich aber leider nicht ganz überzeugen konnte. Erstmal vorweg: Es handelt sich um den ersten Teil einer Reihe, was ich vor dem Lesen nicht wusste. Der Cliffhanger ...

Das ist ein Buch mit viel Potenzial, das mich aber leider nicht ganz überzeugen konnte. Erstmal vorweg: Es handelt sich um den ersten Teil einer Reihe, was ich vor dem Lesen nicht wusste. Der Cliffhanger hat es dann verraten. Ehrlich gesagt hätte ich diese Info gern vorher gehabt. So bin ich mit der Erwartung einer abgeschlossenen Geschichte hineingegangen und wurde am Ende ziemlich in der Luft hängen gelassen.
Was mir beim Lesen direkt aufgefallen ist, waren die starken Sprünge in Zeit und Handlung. Man landet plötzlich in einer neuen Szene und fragt sich, was eigentlich dazwischen passiert ist. Gerade am Anfang hat mir das den Einstieg ziemlich schwer gemacht, und dieses Gefühl zieht sich leider bis weit über die Hälfte des Buches. Weil Erklärungen fehlen, fühlt sich ein wenig abgekoppelt vom Erzählfluss.
Der Anfang ist sehr ruhig, fast schon zu ruhig. Richtig Fahrt nimmt das Buch erst ab ungefähr 45 Prozent auf. Ich wollte zwar wissen, wie es ausgeht, aber ich hatte kein Problem damit, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen. Und wenn ich vorher gewusst hätte, dass es noch weitere Teile gibt, hätte ich es wahrscheinlich sogar abgebrochen - dafür war es mir bis nach der Hälfte einfach zu unspektakulär, zu langatmig. Ich habe die ganze Zeit auf eine schöne Auflösung gehofft, einen runden Abschluss. Stattdessen gibt es nur eine halbe Auflösung und einen Cliffhanger, der mich persönlich nicht genug neugierig gemacht hat um Interesse am zweiten Teil zu haben.
Trotzdem gibt es Elemente, die mir gut gefallen haben. Die Beschreibung der Magie fand ich wirklich schön. Sie wirkt zart und gleichzeitig mächtig, was perfekt zu Rose passt. Sie wirkt auch erst zart, bis sie merkt, wie viel wirklich in ihr steckt. Auch die Grundidee der Storyline hat viel Potenzial und der Schreibstil an sich ist angenehm. Bildhaft, leicht sarkastisch, mit Humor und Emotion, auch wenn mich diese nicht immer erreichen konnten.
Was für mich leider gar nicht richtig funktioniert hat, ist der Reverse-Harem-Ansatz. Eigentlich liebe ich dieses Trope, aber hier wirkte es irgendwie falsch, als würde sie es nicht wollen. Zu oberflächlich, fast so, als müsse Rose gezwungenermaßen von einem Mann zum nächsten gehen, damit der Trope abgedeckt wird. Wo ist der Funke von dem gesprochen wird. Er steckt zwar in ihr, aber zwischen den einzelnen Paaren fehlt für mich einfach. Durch die fehlenden Übergänge und die Zeitsprünge ging auch viel Chemie verloren. Ich habe die Anziehung zwar gespürt, aber nicht so, dass sie mich komplett abgeholt hätte.
Die Nebencharaktere sind an sich auch schön beschrieben, blieben für mich aber zu verschwommen. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht: mehr Hintergrund, mehr Motiv, einfach ein klareres Bild davon, wer sie eigentlich sind und was sie wollen. Auch hier fehlt mir das “Mehr”, das die Geschichte runder gemacht hätte. Vielleicht kommt dazu mehr im zweiten Teil, aber nachdem mich der erste nicht überzeugt hat, reicht mir eine Erklärung im zweiten leider nicht.
Positiv hervorheben möchte ich trotzdem die Jungs in der Geschichte. Sie sind unterschiedlich, charmant und greifbar, ihre Dynamiken haben Spaß gemacht. Auch wenn sie mir doch zu sehr bereit waren wirklich alles zu tun, ohne einen zweiten Gedanken zu verschwenden. Wer in das Genre reinschnuppern möchte, ohne direkt mit Drama und Gefühlen überrollt zu werden, könnte hier gut aufgehoben sein.
Für mich persönlich war es ein Buch, das gute Ansätze hat, aber zu unausgereift wirkt, um mich wirklich mitzunehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Locker Leichte Liebe

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
2

Gleich mal vorweg: Ich glaube, ich hatte selten so einen so leichten und angenehmen Einstieg in ein Buch wie hier. Schon nach den ersten Seiten habe ich mich richtig wohlgefühlt. Das Setting war zauberhaft ...

Gleich mal vorweg: Ich glaube, ich hatte selten so einen so leichten und angenehmen Einstieg in ein Buch wie hier. Schon nach den ersten Seiten habe ich mich richtig wohlgefühlt. Das Setting war zauberhaft und hatte etwas unglaublich Warmes und Leichtes. Alles wirkte harmonisch, liebevoll gestaltet und mit einer feinen Prise Humor versehen, die den Ton der Geschichte perfekt getroffen hat.
Beatrice war mir vom ersten Moment an super sympathisch. Sie ist eine junge Frau mit viel Herz, Mut und Verstand, die trotz der gesellschaftlichen Erwartungen und Zwänge ihrer Zeit ihren eigenen Weg geht. Ihre Narbe begleitet sie seit der Kindheit und hat sie geprägt, auch wenn der Schmerz darüber mehr von den Blicken und Urteilen anderer stammt als von der Verletzung selbst. Es war berührend zu sehen, wie sie sich trotzdem nicht verbiegen lässt.
Die drei Junggesellen Hugh, Walther und Francis waren alle auf ihre Weise herzlich und charmant. Auch wenn Hugh und Walther anfangs eher oberflächlich wahrzunehmen waren hat man im Umgang mit Bea gemerkt, dass das eher aus gesellschaftlichem Zwang heraus geschah. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Charakter, seine kleinen Eigenheiten und Stärken, und gemeinsam sorgen sie für eine wunderbare Dynamik. Außerdem war es toll, wie Bea stets ein Gespür dafür hat, wer zu wem passt, und dabei mehr auf Herz als auf gesellschaftliche Konventionen hört. Nur bei sich selbst fällt es ihr schwer, diese Intuition anzuwenden. Man merkt, dass sie viel Liebe und Einfühlungsvermögen für andere hat, aber wenn es um ihr eigenes Glück geht, steht ihr die Unsicherheit oft im Weg. Umso schöner war es zu lesen, wie sie langsam erkennt, dass Schönheit und Wert nichts mit Äußerlichkeiten zu tun haben. Nach einem kurzen Missverständnis und einem Überfall, den man wirklich keinem wünscht, haben Bea und Francis doch noch zueinander gefunden, was die Geschichte wunderbar abgeschlossen hat.
Die kurzen Kapitel mochte ich sehr gerne, sie machen das Lesen angenehm leicht. So greife ich auch zwischendurch gerne noch einmal zum Buch, ohne mir zu denken, dass ich kein ganzes Kapitel mehr schaffe. Der Schreibstil war flüssig, humorvoll und passte perfekt zur Atmosphäre. Auch die romantischen Szenen waren sehr schön geschrieben: liebevoll, zart und genau richtig für dieses historische Setting. Das Ende war rund und das abschließende Kapitel von Lady Bayne ein schöner, stimmiger Abschluss.
Nach diesem tollen Auftakt freue ich mich schon jetzt auf die anderen beiden Bücher aus dieser Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl