Profilbild von hersecretbooklove

hersecretbooklove

Lesejury Star
offline

hersecretbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hersecretbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Schön und gleichzeitig spannend

Große Träume auf kleinen Pfoten
0

Ach, was habe ich gelacht, geseufzt und mir ein, zwei Tränchen verstohlen aus dem Augenwinkel gewischt. Und das alles nur, weil ich dachte, ich schlage mal eben ein nettes Buch für zwischendurch auf. Falsch ...

Ach, was habe ich gelacht, geseufzt und mir ein, zwei Tränchen verstohlen aus dem Augenwinkel gewischt. Und das alles nur, weil ich dachte, ich schlage mal eben ein nettes Buch für zwischendurch auf. Falsch gedacht. Dieses Buch ist wie eine Tüte Gummibärchen mit Herz, man fängt locker an und merkt zu spät, dass man schon mittendrin steckt und emotional komplett klebt.

Mina, die taffe Journalistin mit leichtem Fluchtreflex, und Christopher, der Mann, bei dem man sofort weiß, dass da mal was richtig wehgetan hat, die beiden begegnen sich nach Jahren wieder. Und zwar ausgerechnet im idyllischsten aller Orte: einem Tierheim in Cornwall. Klingt nach vielleicht ein bisschen RomCom-Klischee. Aber was dieses Buch daraus macht, ist pures Gefühlskino auf leisen, flauschigen Pfoten.

Und apropos Pfoten: Die wahren Heldinnen und Helden dieses Buches tragen Fell, haben kalte Schnauzen und große, treue Augen. Allen voran: Lilly, ein kleiner blinder Dackelwelpe, der mehr Charme in einem Wackelohr hat als so mancher Mensch in seinem ganzen Dasein. Ich meine, wer braucht noch Dialoge, wenn so ein kleines Hundebaby die Szenen mit bloßer Präsenz stiehlt?

Das Tierheim, das eigentlich wie ein kulissenhaftes Setting daherkommt, entwickelt sich schnell zum Herzstück der Geschichte. Hier wird nicht einfach nur gestreichelt und Gassi gegangen. Hier geht es um zweite Chancen, darum, gesehen zu werden, auch wenn man nicht perfekt ist, oder gerade deshalb. Und das betrifft eben nicht nur die Tiere. Ich hatte das Gefühl, die Fellnasen spiegeln all das, was auch in den Menschen brodelt: Unsicherheit, Hoffnung, der Wunsch nach Nähe. Nur dass die Hunde es ehrlicher zeigen.

Was mich an Molly Blums Stil begeistert hat, war diese Mischung aus Charme und Substanz. Sie schreibt mit einem Augenzwinkern, lässt die Charaktere fluchen, stolpern, knutschen und zweifeln, ganz ohne Kitschfilter. Es ist kein glattgebügelter Wohlfühlroman. Es ist einer, der bellt, sich ankuschelt und einem dann mitten ins Herz schlabbert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2025

Mehr als nur ein kurzes Jugendbuch

Von Null auf Held oder Wer ist eigentlich Amin?
0

„Von Null auf Held oder Wer ist eigentlich Amin?“ ist ein Kinder- und Jugendbuch, das mich wirklich beeindruckt hat. Es eignet sich für Leserinnen und Leser ab etwa neun Jahren, spricht aber auch ältere ...

„Von Null auf Held oder Wer ist eigentlich Amin?“ ist ein Kinder- und Jugendbuch, das mich wirklich beeindruckt hat. Es eignet sich für Leserinnen und Leser ab etwa neun Jahren, spricht aber auch ältere Kinder und Erwachsene an. Die Geschichte ist spannend erzählt und gleichzeitig sehr tiefgründig.

Besonders bewegend fand ich die Themen Eifersucht, Neid und die Flucht aus dem eigenen Zuhause. Es geht um ein Leben, das man sich in einer neuen und unbekannten Welt völlig neu aufbauen muss. Die Autorin schafft es, diese ernsten Themen auf eine kindgerechte und trotzdem ehrliche Weise darzustellen. Die Geschichte wirkt nie überfordernd, aber auch nie oberflächlich.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Entwicklung der Hauptfigur Johnny. Er macht viele neue Erfahrungen und lernt, sich erst selbst ein Bild zu machen, bevor er sich eine Meinung bildet. Diese Veränderung wird sehr einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben.

Auch das Ende des Buches hat mich überzeugt. Es passt sehr gut zur Geschichte und verbindet alle Fäden, die im Laufe der Handlung aufgegriffen wurden. Ich finde es außerdem gelungen, dass es ein offenes Ende ist und kein typisches abgeschlossenes Happy End. Das zeigt jungen Leserinnen und Lesern, dass das Leben auch nach einer positiven Wendung weitergeht und neue Herausforderungen bereithält. Gerade bei einem so wichtigen Thema wie Flucht und Integration finde ich das sehr realistisch und lehrreich.

Insgesamt ist es eine sehr gelungene Geschichte. Sie regt zum Nachdenken an, bleibt dabei aber stets verständlich und spannend. Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für das Thema interessieren oder einfach eine besondere Geschichte über Freundschaft, Mut und Veränderung lesen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2025

Hier entfaltet sich die Gesamtheit

Die Elite von Ashriver - Bittersweet Revenge
0

Mit Bittersweet Revenge erreicht die Ashriver-Reihe ihren Höhepunkt. Dieses Finale ist nicht nur der stärkste Band der Trilogie, sondern auch der mit der größten erzählerischen Wucht. Was in den ersten ...

Mit Bittersweet Revenge erreicht die Ashriver-Reihe ihren Höhepunkt. Dieses Finale ist nicht nur der stärkste Band der Trilogie, sondern auch der mit der größten erzählerischen Wucht. Was in den ersten beiden Teilen angelegt wurde, entfaltet sich hier vollständig: Jeder noch so kleine Gedanke wird zu Ende gedacht, jeder lose Faden aufgenommen und kunstvoll verknüpft. Am Ende entsteht ein beeindruckendes Gesamtbild. Düster, vielschichtig und emotional aufgeladen.
Die Stärke liegt nicht nur in der Handlung, sondern auch in der Struktur der Reihe selbst. Obwohl die drei Bände jeweils eigene Geschichten erzählen, offenbart sich hier die volle Wirkung der Gesamtheit. Von Band zu Band hat sich die Geschichte organisch weiterentwickelt, ist gewachsen, tiefer und intensiver geworden, bis sie sich schließlich im letzten Teil in all ihrer Komplexität und emotionalen Tiefe zeigt. Die Verbindungen zwischen den Figuren, die Entwicklungen, die Konflikte, alles wirkt stimmig, konsequent und durchdacht.
Der Schreibstil bleibt gewohnt klar, eindringlich und voller Atmosphäre. Ohne unnötige Ausschmückungen, einfach ein fantastisches Finale. Tempo, Spannung und Gefühl greifen perfekt ineinander. Die düstere Grundstimmung zieht sich wie ein roter Faden durch die Seiten, ohne erdrückend zu wirken. Im Gegenteil, sie verleiht der Geschichte eine starke Intensität.
Besonders bemerkenswert ist die Art, wie Emotionen behandelt werden. Rache, Verlust, Wut, Sehnsucht. All das wird nicht plakativ dargestellt, sondern feinfühlig und glaubwürdig in die Handlung eingewoben. Die Figuren bleiben authentisch, selbst in extremen Momenten, und genau das macht ihre Entwicklung so mitreißend.
Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, wird hier belohnt: Das ist der krönende Abschluss einer Reihe, die weit mehr ist als die Summe ihrer Teile. Ein Finale, das in Erinnerung bleibt. Kraftvoll, berührend und voller erzählerischer Klarheit. Diese Geschichte entfaltet sich wie ein Schatten, langsam und unausweichlich, bis hin zu einem bittersüßen Abschluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

wild wild west

A Wild Cowboy's Heart
0

Mit A Wild Cowboy’s Heart hat Stacy Kennedy eine wunderbar warme und berührende Liebesgeschichte geschrieben, die sich leicht und flüssig lesen lässt. Der Schreibstil ist locker, charmant und lädt dazu ...

Mit A Wild Cowboy’s Heart hat Stacy Kennedy eine wunderbar warme und berührende Liebesgeschichte geschrieben, die sich leicht und flüssig lesen lässt. Der Schreibstil ist locker, charmant und lädt dazu ein, einfach abzutauchen und alles um sich herum zu vergessen. Die Seiten fliegen nur so dahin, weil man sich schnell mit den Figuren verbunden fühlt und ihre Geschichte einen mitnimmt.
Die Gefühle der Charaktere sind spürbar, authentisch und bewegen, ohne jemals zu dick aufzutragen. Die Gespräche zwischen den Figuren wirken echt und lebendig, es sind nicht einfach nur oberflächliche Dialoge, sondern richtige Unterhaltungen, die die Charaktere greifbar machen und ihre Beziehungen glaubhaft vertiefen.
Maisie ist eine absolute Lichtgestalt. Mit ihrer positiven Art bringt sie Wärme in jede Szene und ein Lächeln auf das Gesicht der Leserinnen und Leser. Man hat das Gefühl, dass sie jedem guttun würde, der ihr begegnet. Hayes bildet dazu einen starken Kontrast. Er trägt eine schwere Schuld in sich, obwohl er eigentlich keine Verantwortung für das Geschehene trägt. Diese innere Zerrissenheit macht ihn sehr nahbar und verleiht der Geschichte emotionale Tiefe.
Gemeinsam sind Maisie und Hayes ein Paar, das nicht nur gut zusammenpasst, sondern auch eine besondere Verbindung teilt, die über das Körperliche hinausgeht. Ihre Geschichte hat Herz, Verstand und genau das richtige Maß an Gefühl. Sie ist kurzweilig und unterhaltsam, ohne banal zu sein, und genau das macht sie so besonders. Ein perfekter Wohlfühlroman mit Substanz, der zeigt, dass auch leichte Lektüre Tiefe haben kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2025

Das etwas andere Buch

Wedding People (deutsche Ausgabe)
6

Es ist irgendwie schräg, manchmal ein bisschen übertrieben, aber gerade das macht es so lebendig. Phoebe war für mich von Anfang an eine richtig spannende Figur. Erst denkt man, sie ist ein bisschen verloren, ...

Es ist irgendwie schräg, manchmal ein bisschen übertrieben, aber gerade das macht es so lebendig. Phoebe war für mich von Anfang an eine richtig spannende Figur. Erst denkt man, sie ist ein bisschen verloren, aber je mehr man über sie erfährt, desto klarer wird, wie viel in ihr steckt. Ihre Rückblicke haben mich kurz rausgebracht, aber im Nachhinein haben sie total geholfen, sie besser zu verstehen. Ich hab so mitgefiebert, dass sie ihren Weg findet und sich nicht mehr selbst im Weg steht.
Und dann Lila. Anfangs dachte ich nur: Oh Gott, eine Drama-Queen im Hochzeitswahn. Aber hinter dem ganzen Glitzer steckt doch mehr. Sie wirkt wie jemand, der einfach versucht, Erwartungen zu erfüllen, obwohl sie gar nicht genau weiß, was sie selbst eigentlich will. Gerade das Zusammenspiel zwischen ihr und Phoebe fand ich spannend. Diese Mischung aus Fremdheit und plötzlicher Nähe hatte echt was.
Was mich richtig beeindruckt hat, war die Themenvielfalt. Da geht's um Depressionen, Verlust, Kinderwunsch, Selbstzweifel – und trotzdem fühlt sich das Buch nie schwer oder deprimierend an. Es ist eher so, als würde jemand in Jogginghose über das Leben philosophieren. Berührend, ehrlich und manchmal einfach total absurd.
Phoebe will zu Beginn eigentlich gar nicht mehr weitermachen und dann trifft sie Lila. Die beiden bringen sich gegenseitig irgendwie aus dem Gleichgewicht, aber auf die gute Art. Und dann sind da noch die anderen Figuren, die das Ganze noch spannender machen. Gary zum Beispiel, mit dem ich lange nicht warm wurde. Er ist kompliziert, trägt seine eigene Trauer mit sich rum, und man fragt sich ständig, warum er eigentlich heiraten will.
Phoebes Entwicklung fand ich stark. Sie fängt ganz unten an und kämpft sich langsam zurück ins Leben. Mal mit Witz, mal mit Rückschritten, aber immer echt. Auch die Nebenfiguren wie Juice und Marla haben ihre besonderen Momente. Juice war für mich überraschend rührend. Ihre Traurigkeit war greifbar, aber nicht kitschig. Und Marla? Nervig, aber irgendwie wichtig, um ein bisschen Reibung reinzubringen.
Das Buch steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Auch wenn äußerlich nicht immer viel passiert, geht unter der Oberfläche richtig was ab. Gefühle, Zweifel, kleine Erkenntnisse, die alles verändern können. Und dann kommt das Ende. Überraschung, aber irgendwie auch nicht. Und Phoebe? War für mich eigentlich an einem Punkt, an dem sie sich selbst hätte wählen können und es dann zwar tat, aber irgendwie auch nicht.
Trotzdem war’s ein echt schönes Buch. Voller Emotionen, mit einer guten Portion Humor, viel Herz und einer Menge ehrlicher Momente. Ein Buch, das man weglegt und denkt: Ja, das war irgendwie besonders.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre