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Veröffentlicht am 05.07.2019

Erotik und Leidenschaft rund um die Welt

Die sexuellen Gefälligkeiten der Lady Julie | Erotischer Roman
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Julie de Abbeyville gehört dem englischen Adel an und damit stehen ihr alle Türen offen. Naja fast alle, denn als Frau zum Ende des 19. Jahrhunderts darf man natürlich bei Weitem noch nicht alles, was ...

Julie de Abbeyville gehört dem englischen Adel an und damit stehen ihr alle Türen offen. Naja fast alle, denn als Frau zum Ende des 19. Jahrhunderts darf man natürlich bei Weitem noch nicht alles, was man heute als normal ansehen würde. Doch Julie hat sich in den Kopf gesetzt, die Welt zu erkunden. Sie möchte fremde Länder sehen und dabei Land und Leute kennenlernen. Ihre Gedanken bleiben dabei jedoch nicht nur bei normalen Bekanntschaften. Sie möchte auch erleben, wie die Menschen sich lieben.

Der Schreibstil von Johanna Söllner ist angenehm und lässt sich leicht und flüssig lesen. Einige Ausdrücke sind der Zeit angepasst, in der die Geschichte spielt, was ich als passend empfand. Die Geschichte startet im Leben von Lady Julie im Jahr 1870. Sie hat gerade ihren Mann verloren, an dem sie ohnehin nicht besonders hing. Sowohl im Bett als auch in anderen Belangen konnte er sie nicht wirklich zufrieden stellen, so dass Julie sich regelmäßig an andere Orte träumte. Nun bekommt sie die Chance, ihre Freiheit zu genießen und um die Welt zu reisen. Nicht ganz einfach für eine Frau im 19. Jahrhundert, aber mit den richtigen Argumenten hält Julie es durchaus für machbar.
So erlebt man im Laufe des Buches ganz verschiedene Orte, die alle ihre Besonderheiten haben und Julie immer wieder auf die Probe stellen. Denn es läuft nicht immer alles so glatt, wie sie sich das wünschen würde. Über manch einen Ort weiß sie zu wenig und muss dafür ordentlich büßen. Das macht ihren Weg aber auf jeden Fall auch authentischer.
Neben den sexuellen Abenteuern, die immer wieder in die Handlung eingebunden sind, erfährt man auch viel von den geschichtlichen Gegebenheiten in den jeweiligen Regionen, die sie bereist. Religiöse und politische Aspekte fließen mit ein und es gibt eine gut durchdachte Rahmenhandlung. Für Julie stehen die erotischen Eskapaden zwar immer wieder im Mittelpunkt, allerdings ermöglicht ihr eben auch nicht jede Situation, das auszuleben. Manchmal steht das nackte Überleben im Vordergrund, da muss alles andere zurückstecken.

Die erotischen Passagen sind unterschiedlich gestaltet. Aufgrund der unterschiedlichen Bettgefährten, der unterschiedlichen Kulturen und Voraussetzungen gibt es immer wieder abwechslungsreiche Momente, in denen es sanft, leidenschaftlich oder ziemlich grob wird. Auch die sprachliche Ausschmückung ist sehr variabel, für mich war es manchmal schon fast ein wenig zu viel. Die Fülle an anderen Namen für die Geschlechtsteile war enorm. Es passt zu Julie und ihrem Leben, es war zwischendurch aber schon ein wenig zu viel.
Während ihrer Reise lernt Julie einige neue Spielarten und Praktiken kennen. Nicht für jede ist sie sofort offen und empfänglich, aber sie ist neugierig und testet sich und ihre Gegenüber gern aus. Und auch wenn sicher nicht jede Möglichkeit punkten kann, so kann sie am Ende doch sagen, dass es nicht wirklich langweilig geworden ist. So ähnlich wird es vermutlich auch dem Leser ergehen. Nicht jede Spielart wird einem gefallen, einen ansprechen oder liegen, durch die Vielfalt, die präsentiert wird und die Rahmengeschichte konnte ich aber gut darüber hinwegsehen. Schließlich muss Julie mit ihren Erfahrungen leben und nicht der Leser.

Fazit
Ein erotischer Roman, der neben Erotik und Leidenschaft noch einiges mehr zu bieten hat. Neben den zahlreichen lustvollen Szenen gab es eine gut ausgebaute Rahmenhandlung, die einen an sehr verschiedene Orte führt. So gibt es neben der Zeitreise ins 19.Jahrhundert, auch eine Weltreise. Bedingt durch die unterschiedlichen Stationen, die Mentalität der Leute vor Ort und den geschichtlichen Gegebenheiten wird es für Protagonistin Julie nie langweilig.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 04.07.2019

spannender, temporeicher Thriller

Todesschuss
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Da es sich um den vierten Band der Baltimore-Reihe handelt, halte ich es für sinnvoll, wenn man die vorherigen Bände kennt, um die Geschichte der Personen weiter verfolgen und ihre Beziehung zueinander ...

Da es sich um den vierten Band der Baltimore-Reihe handelt, halte ich es für sinnvoll, wenn man die vorherigen Bände kennt, um die Geschichte der Personen weiter verfolgen und ihre Beziehung zueinander besser verstehen zu können. Den Thrilleranteil an sich kann man sicher auch verstehen und genießen, wenn einem das Vorwissen fehlt. Da die Handlung der Charaktere jedoch sehr auf den Ereignissen aus Band drei aufbaut, entgeht einem die Steigerung der Geschehnisse in dem Fall.

Detective Stevie Mazzetti kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach dem aufreibenden, turbulenten Fall, der im dritten Band behandelt wurde und aus dem sie nicht ganz unbeschadet herausgegangen ist, ist es ihr kaum gelungen, ihre Kräfte wieder zu mobilisieren und zur inneren Ruhe zurück zu finden. Nun rückt sie selbst in den Fokus eines Wahnsinnigen, der alles daran setzt, um sie aus dem Weg zu räumen. Es ist nicht der erste Anschlag auf sie, so dass die Hintergründe schnell klar erscheinen, allerdings werden die Methoden immer brutaler und skrupelloser. Doch nicht immer ist das Offensichtliche auch die richtige Idee, denn die Vergangenheit der Polizistin spielt eine viel größere Rolle, als zunächst angenommen.

Wie bereits die ersten drei Teile der Baltimore-Reihe habe ich auch diese Geschichte als Hörbuch gehört. Ich mag die ausdrucksstarke, intensive Stimme von Sabina Godec, die die spannende Handlung fesselnd rüberbringt und die unterschiedlichen Atmosphären der Geschichte gut transportiert. Durch anschauliche Beschreibungen werden Schauplätze und Figuren lebendig und greifbar. Inzwischen kennt man viele von den Ermittlern gut und lernt sie auch in diesem Buch noch besser kennen. Da jedes Mal ein anderer Protagonist im Fokus steht, bekommt man einen guten Überblick über die wichtigsten Figuren. Besonders gut gefällt mir, dass man die Charaktere aus den anderen Bänden auch immer wieder mit dabei hat. so erfährt man, wie es ihnen ergangen ist und teilweise können sie im aktuellen Fall wieder unterstützend mitwirken.
Die Handlung ist sehr komplex, immer wieder werden neue Zusammenhänge und Verstrickungen aufgedeckt und Komponenten sichtbar, die man zunächst so nicht erwartet oder bedacht hatte. Durch die Perspektivwechsel ist die Geschichte dynamisch und die Spannung wird gleichzeitig erhöht. Man bekommt Einblicke in verschiedene Handlungsstränge, die parallel zueinander verlaufen und zunächst gar nicht unbedingt alle in Verbindung zu stehen scheinen. Stück für Stück fallen alle Puzzleteile an ihren Platz und ergeben ein stimmiges Gesamtbild.
Die Veränderungen in der Stimmlage, der Lautstärke und Betonung bringen sowohl den Ernst der Lage, als auch die wenigen ruhigeren, gefühlsbetonten Momente sehr gut rüber. Als Zuhörer ist man selbst mit angespannt, hofft, bangt und ist immer nah bei den Figuren. Auch wenn man durch die Wechsel in der Perspektive einige Dinge schon weiß, wird es nie langweilig und ich war durchweg gespannt, wie es weitergeht, wo die nächste Falle lauert, welche Gefahren noch verborgen sind und wann die richtigen Schlüsse gezogen werden können. Die Kombination aus packendem Kriminalfall und den privaten Entwicklungen hat mir sehr gut gefallen, da diese nie vom Geschehen ablenken und die Bedrohungen nie länger in den Hintergrund rücken. Die Charaktere sind sich bewusst, wie wenig Zeit ihnen für Ruhe und Erholung bleibt, was authentisch und zu dem Rest der Ereignisse passend ist.

Fazit
Ein fesselnder, spannender Thriller, der einen bis zum Schluss gefangen nimmt. Mich hat die ausdrucksstarke, wandlungsfähige Stimme von Sabina Godec wieder intensiv in die Geschichte gezogen, mich mit den Figuren bangen, hoffen und rätseln lassen. Komplexe Entwicklungen, Geheimnisse, Verstrickungen und Offenbarungen lassen es nie langweilig werden und geben sowohl die Ermittlern, als auch den Bösen immer wieder etwas zu tun.

Veröffentlicht am 04.07.2019

komplexer, spannender Thriller, interessante Charaktere

Todeskind
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Es ist der dritte Band der Baltimore-Reihe. Meine Rezension wird zwar keine direkten Spoiler enthalten, wenn man aber die anderen Bücher der Reihe noch lesen/hören möchte, bietet es sich an, in er Reihenfolge ...

Es ist der dritte Band der Baltimore-Reihe. Meine Rezension wird zwar keine direkten Spoiler enthalten, wenn man aber die anderen Bücher der Reihe noch lesen/hören möchte, bietet es sich an, in er Reihenfolge zu bleiben, besonders bei Band zwei und drei, da viele Figuren wieder eine Rolle spielen und ihre Geschichte teilweise weiter geht.

Daphne Montgomery hat einen harten Weg hinter sich und lange darum gekämpft, ihr Leben selbst organisieren und erfolgreich führen zu können. Jetzt hat sie ihren ersten eigenen Fall als Staatsanwältin und schlägt sich im Gericht gar nicht schlecht. Doch leider hat sie ihre Rechnung ohne die rachsüchtige Familie des Angeklagten gemacht. Kaum verlässt sie das Gerichtsgebäude, bricht das Chaos los. Und als wäre das alles noch nicht aufwühlend genug, ist auch noch ihr Sohn verschwunden. Viele Baustellen, zahlreiche Verstrickungen und Intrigen und mitten drin Daphne, FBI Agent Joseph Carter und einige andere Freunde und Ermittler.

Die behandelten Kriminalfälle in „Todeskleid“ und „Todeskind“ haben nichts miteinander zu tun. Man muss also die anderen Bände der Reihe nicht kennen, um die Handlung zu verstehen. Jedoch geht besonders von Band zwei zu drei die private Geschichte einiger Figuren weiter und da schadet es nicht, wenn man sie schon kennt und weiß, wie sie zueinander stehen bzw. was sie bereits durchgemacht haben. Die wichtigsten Fakten werden aber auch noch mal aufgegriffen, so dass man auch ohne Vorwissen gut in die Geschichte rein finden wird.
Es geht direkt spannend los, man wird mitten in die Handlung geworfen und recht schnell wird deutlich, wie verstrickt und komplex all die Dinge sind, die da ablaufen und nun mühsam von der Polizei wieder aufgedröselt werden muss.
Durch die Perspektivwechsel ergibt sich ein umfassendes Bild auf die vielschichte Geschichte und man kann an verschiedenen Schauplätzen anwesend sein, um die parallel und zunächst teilweise unabhängig voneinander laufenden stränge zu begleiten. Im Verlauf des Buches verbinden sich immer mehr Handlungsstränge miteinander, die Geschehnisse bedingen und beeinflussen sich, bis sich am Ende ein großes Ganzes ergibt. Als Leser bzw. in meinem Fall Hörer weiß man mehr, als die Charaktere im Buch, das mindert allerdings die Spannung überhaupt nicht. Man kann trotzdem mitfiebern und rätseln, an welcher Stelle die Cops auf die richtige Spur kommen, wie es nun wirklich zusammen hängt und aus welchen Ereignissen sich welche Konsequenzen ergeben haben. Man kennt zwar schon recht früh einige der Beteiligten, aber ihre Verknüpfungen zueinander werden zunächst nur angedeutet, so dass man auch noch nicht alles durchblicken kann.
Die Stimme von Sabina Godec ist ausdrucksstark und transportiert besonders die hektischen, aufwühlenden und gefährlichen Szenen sehr gut. Die Handlung wird richtig lebendig und man kann sich gut vorstellen, wie ängstlich und erschüttert die Figuren sind, wie groß die Hoffnungslosigkeit und gleichzeitig wie intensiv die Hoffnung auf eine Wendung ist und wie stark die Gefühle zwischen den Charakteren, die immer wieder zum Ausdruck kommen.
Veränderungen in der Tonlage und Sprechweise machen es leicht, die verschiedenen Figuren auseinander zu halten. Durch die Angaben von Ort und Zeit hat man die gesamte Zeit eine gute Orientierung, weiß an welcher Stelle man sich gerade befindet und wen man dort begleiten wird. Die verschiedenen Schauplätze und die Wechsel zwischen den Szenen, den Figuren und die unterschiedlichen Stände der Ermittlungserfolge machen die Handlung sehr spannend, temporeich und aufwühlend. Man möchte immer wieder zurück zu den Passagen, an denen weg geblendet wird, damit man erfährt, ob man an der Stelle weiter kommt, wie es den Opfern gerade geht und was als nächstes passiert.
Obwohl man schon einiges mehr weiß, als die Ermittler, gibt es immer wieder Überraschungen und Wendungen. Ermittlungen nehmen eine neue Richtung an, Puzzlestücke fallen an ihren Platz und Stück für Stück kommt man der Auflösung näher.
Die eingebundenen privaten Entwicklungen haben mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn diese nicht wirklich überraschend kamen. Durch die turbulente Geschichte rund rum bleibt ihnen kaum Zeit, sich auf diese Dinge zu konzentrieren, so dass es zwar immer irgendwie präsent ist, aber dem Kriminalfall nicht die Show stiehlt.
Fazit
Ein spannender, fesselnder Thriller, der auch beim Zuhören für Gänsehautmomente sorgt. Die ausdrucksstarke Stimme nimmt einen intensiv mit durch die Handlung und lässt die erschreckenden Machenschaften lebendig werden. Damit sehr schön verknüpft, sind die privaten Entwicklungen der zum Teil bekannten Figuren. Eine komplexe Geschichte mit vielen Intrigen, Geheimnissen und Verstrickungen, die von Beginn an temporeich gestaltet ist.

Veröffentlicht am 24.06.2019

Übernatürliches wohin man schaut und Mel mitten drin

Mel - Wächterin der Dämonen
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Als eine von drei Drillingsschwestern ist Mal schon von Geburt an etwas Besonders. Sowohl optisch, als auch charakterlich hebt sie sich von ihren Schwestern ab und lässt sich nur schwer mit ihnen in einen ...

Als eine von drei Drillingsschwestern ist Mal schon von Geburt an etwas Besonders. Sowohl optisch, als auch charakterlich hebt sie sich von ihren Schwestern ab und lässt sich nur schwer mit ihnen in einen Topf stecken. Doch das ist noch nicht alles, was sie so ungewöhnlich macht. Allerdings versucht Mel ihre Andersartigkeit vor allen zu verbergen, damit sie nicht für verrückt gehalten wird. Als sie dann jedoch das alte Anwesen ihrer Großmutter erbt, kann sie sich vor ihren Fähigkeiten nicht mehr verschließen. Schon allein das heruntergekommene Haus in Schuss zu bringen, wäre eine enorme Ehrausforderung, doch was Mel in dem Gebäude erwartet geht weit über eine gewöhnliche Renovierung hinaus.

Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und lebendig. Ich habe mich schnell in die Geschichte eingefunden und war neugierig, was man noch so von den Figuren kennen lernen wird, die schon am Anfang präsentieren, wie verschieden sie sind. Mel fällt ein wenig aus der Reihe und das gefällt mir an Protagonisten eigentlich ganz gut. Wiedererkennungswert, Außergewöhnlichkeit und ganz eigene Ansichten machen die Charaktere individuell und die Geschichte von Beginn an zu etwas Besonderem.
Durch den Einzug in das Haus voller übernatürlicher Wesen taucht man gemeinsam mit Mel in eine Welt voller Geheimnisse ein. Mel wusste zwar, dass sie irgendwie anders ist und Dinge spürt, die nicht so normal sein können, hat jedoch bisher davon abgesehen, wieder jemandem von zu erzählen. Wer würde das schon glauben? Nun steht sie allerdings Geistern, Dämonen und anderen Wesen gegenüber und kann nicht einfach davon laufen. Stück für Stück lernt sie von Muriel, was sie wissen muss und macht sie sich mit der Magie der Runen und ihren eigenen Fähigkeiten vertraut.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Mel geschildert. So ist man stets nah bei der Protagonistin und kann hinter ihre Mauern schauen. Ihre oft sarkastischen oder ironischen Äußerungen dienen häufig wohl eher dem Selbstschutz oder um zu zeigen, wie sehr ihr das alles missfällt, was sie da erleben muss. Manchmal fand ich ihre Sprüche ganz witzig und gut platziert, ab und an gingen sie mir jedoch auch auf die Nerven. Nicht nur weil sie damit manchmal echt fies und abwertend denjenigen gegenüber ist, mit denen sie spricht. Nachdem Mel eine ganze Weile in dem „Geisterhaus“ zugebracht hat, hätte man doch erwartet, dass sie irgendwann auch mal vollständig an die ganzen übernatürlichen Ereignisse und Möglichkeiten glaubt und es nicht weiterhin in Frage stellt und mit sarkastischen, unangebrachten Aussagen um sich wirft. Schließlich ist sie auch keine 16 mehr und man würde ab und an etwas mehr Vernunft von ihr erwarten.
Verständlicherweise spielen ihre Gedanken und Gefühle immer mal wieder verrückt. Kann man ihr auch kaum verdenken, bei all den schrägen Dingen, die sie erlebt und lange Zeit hat sie niemanden, dem sie sich wirklich anvertrauen kann. Umso schöner sind dann die Entwicklungen im Verlaufe des Buches zu verfolgen. Besonders gegen Ende gab es eine weitere Wendung, die mir gut gefallen hat.
Neben Mel lernt man noch einige andere Charaktere, übernatürliche und reale, kennen, die immer wieder ihre Macken und Vorstellungen in die Handlung einfließen lassen dürfen. Dadurch wird es vor allem für Mel niemals langweilig. Es gibt Situationen zum Schmunzeln, emotional bewegende Passagen, Momente voller Wut und Zorn und immer wieder neue, teilweise gefährliche und turbulente Herausforderungen, die gar nicht so leicht zu meistern sind

Fazit
Auch wenn die Protagonistin Mel mir leider ab und an mit ihrer Art ein wenig auf die Nerven ging, hat sich das Buch sehr gut und flüssig lesen lassen. Die Kombination aus übernatürlichen Wesen, unterschiedlicher Form von Magie, den persönlichen Herausforderungen für Mel, den abwechslungsreichen Figuren, einer guten Portion Gefühl und Sarkasmus hat mir gut gefallen.


Veröffentlicht am 19.06.2019

emotional, überraschend, toll geschrieben

Das Wispern der Schmetterlinge
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Urlaub auf Madeira zu machen, klingt für viele nach viel Sonne, Erholung und einer tollen Erfahrung. Nicht so für Pacey, denn er tritt diese Reise an, um endlich wieder ein wenig zu sich selbst zu finden, ...

Urlaub auf Madeira zu machen, klingt für viele nach viel Sonne, Erholung und einer tollen Erfahrung. Nicht so für Pacey, denn er tritt diese Reise an, um endlich wieder ein wenig zu sich selbst zu finden, die Schuldgefühle hinter sich zu lassen und vielleicht ein Stück weit nach vorn zu schauen. Nach dem Verlust seiner großen Liebe, kann ihn nicht mehr viel den Tag versüßen. Die Schuld quält ihn und er schafft es nicht, diese Gedanken zu überwinden. Zu groß sind der Schmerz, die Verzweiflung und die Vorwürfe, die er ertragen musste. Als er auf Madeira auf eine junge Frau trifft, die seiner Ava zum Verwechseln ähnlich sieht, steht seine Welt erneut Kopf, doch dieses Mal auf eine ganz andere Weise…

Ich habe bereits „So wie die Hoffnung lebt“ von Susanna ernst gelesen und mochte dort ihren Schreibstil sehr gern. Auch „Das Wispern der Schmetterlinge“ hat mich wieder überzeugt durch den flüssigen, tiefgründigen und emotionsgeladenen Schreibstil. Die Geschichte geht unter die Haut, bringt zum Nachdenken und hält trotzdem auch immer wieder schöne Momente und Situationen zum Schmunzeln bereit. Diese Mischung und der leicht übernatürliche Aspekt macht das Buch zu einem tollen Erlebnis.

Pacey hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich. Nur mühsam gelingt es ihm, ins Leben zurück zu finden. Er muss viel verarbeiten und zusätzlich zu dem Leid, das ohnehin schon in ihm tobt, quälen ihn auch noch Vorwürfe, die erneute Schuldgefühle auslösen. Für ihn ist der Urlaub auf Madeira mehr eine Flucht und der Versuch, den Weg für die Zukunft etwas zu ebnen. Was ihn da erwartet, hätte er aber wohl niemals erwartet.
Pacey ist jetzt vielleicht nicht der typische Sympathieträger von der ersten Seite an, aber ich fand ihn sehr authentisch und viele seiner Gedanken und Gefühle nachvollziehbar. Er geht mit sich selbst sehr kritisch um, versinkt immer wieder in Zweifeln und findet auch nicht jedes Mal sofort wieder einen Ausweg. Wie könnte man ihm das verdenken, bei dem was er erlebt hat? Trotzdem hat er das Herz am rechten Fleck und auch wenn er manchmal etwas Zeit benötigt, tut er dann doch das, was nötig und richtig ist.
Maria hat ebenfalls einiges mitgemacht in der Vergangenheit. In ihre Geschichte einzutauchen, war sehr interessant, aber auch bewegend und hat deutlich gemacht, wieso die junge Frau sich so entwickelt hat, wie sie es hat.

Das Buch ist größtenteils aus zwei Ich-Perspektiven geschildert. So hat man die Möglichkeit, sowohl Pacey, als auch Maria sehr intensiv kennen zu lernen und zusätzlich zu den Gesprächen, die geführt werden, in ihre Gedanken zu schauen. Für beide ist es eine sehr aufwühlende, ereignisreiche Zeit, die ganz anders ausgeht, als sie selbst und auch als ich es erwartet hätte. Erst sah es aus, als würde sich die Geschichte in eine bestimmte Richtung entwickeln, die sicher auch nachvollziehbar gewesen wäre, nach dem, was man bis dahin wusste. Als es dann jedoch eine komplette Wendung gab, ging das Buch in eine andere Richtung weiter, die vorher nicht absehbar war. Mir hat diese Entwicklung gut gefallen, besonders weil sie unerwartet kam und noch mal völlig neue Perspektiven geöffnet hat.
Immer wieder gibt es sehr gefühlvolle, aufwühlende Momente, die auf unterschiedliche Weise bewegen, nachdenklich machen und ans Herz gehen. Bis zum Weinen hat es bei mir nicht gereicht, aber so sehr viel hat teilweise auch nicht gefehlt. Trotz der ernsten, teilweise bedrückenden Stimmung gibt es aber auch immer wieder Passagen, in denen man sich mit den Charakteren freuen oder Schmunzeln kann. Besonders Rory ist ein kleiner Sonnenschein, der immer wieder für solche Augenblicke sorgt.
Ich könnte mir zwar vorstellen, dass einige sich das Ende anders wünschen würden, aber irgendwie empfand ich es doch als passend und stimmig für die Geschichte, die so voller Leid, Trauer, Hoffnung, Gedanken und Liebe steckt.

Fazit
Eine sehr schöne, emotionsgeladene Geschichte, die zum Nachdenken anregt, aber auch immer wieder zum Schmunzeln bringt. Besonders die Wendung innerhalb der Handlung hat mir gut gefallen und dem Buch noch mal eine ganz neue Intensität gegeben. Ich kann gar nicht genau sagen, was es war, aber das kleine Tüpfelchen auf dem i hat mir am Ende trotzdem irgendwie gefehlt, daher ziehe ich einen halben Stern ab.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!