Profilbild von hexe2408

hexe2408

Lesejury Profi
offline

hexe2408 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hexe2408 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2019

turbulenter Abschluss mit Überraschungen

Rise & Doom 3: Königin des blutroten Throns
0

Abschlussband der Trilogie! Meine Rezension kann kleine Spoiler enthalten, Vorwissen halte ich für angebracht, da die Handlung doch immer komplexer wird im Laufe der Bücher.

Die Welten der Wesen stehen ...

Abschlussband der Trilogie! Meine Rezension kann kleine Spoiler enthalten, Vorwissen halte ich für angebracht, da die Handlung doch immer komplexer wird im Laufe der Bücher.

Die Welten der Wesen stehen Kopf. Überall scheint Chaos zu herrschen und jeder ist darauf bedacht, die Situation für sich selbst gewinnbringend zu lösen. „Kinder“ müssen zu den Königshäusern zurück gebracht werden und dann gibt es da ja auch noch einen dunklen Herrscher zu stürzen. Als wäre das alles noch nicht genug, überschattet auch noch ein Fluch die Sprösslinge der unterschiedlichen Wesen und sorgt für Liebeschaos an allen Ecken und Enden.

Der Schreibstil von Ina Raus ist angenehm, flüssig und temporeich. Im dritten Band gibt es nicht viele Atempausen für die Charaktere und wenn es doch mal etwas ruhiger wird, müssen die persönlichen und emotionalen Probleme besprochen werden, die es allen nicht so leicht machen, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Wie bereits die vorherigen Bände wird die Geschichte wieder aus unterschiedlichen Ich-Perspektiven geschildert. Das bietet wieder die Möglichkeit, an unterschiedlichen Orten die parallel laufenden Handlungen zu verfolgen und gleichzeitig viel über die Charaktere zu erfahren. Besonders in dieser aufgewühlten und von den sich überschlagenden Ereignissen beeinflussten Zeiten hat man als Leser dadurch die Chance in die Gefühls- und Gedankenwelten der Königskinder zu schauen, bevor sie ihr Inneres den anderen präsentieren. Zahlreiche Fragen, Zweifel, unerfüllte Hoffnungen, Ängste und Wünsche toben in den Protagonisten und ergeben mit den Verhandlungen, die zwischen den Werwölfen, Vampiren, Dämonen und Menschen anstehen, eine explosive Mischung.
Mir haben die Perspektivwechsle gut gefallen, da es so viele Stränge gibt, die sich im Laufe des Buches zwar miteinander verbinden, aber sich eben auch immer mal wieder trennen und man so nicht viel von den Geschehnissen verpasst. Zusätzlich erhöht es die Dynamik und Spannung in der Geschichte, da teilweise in den Momenten weggeblendet wird, in denen man eigentlich wissen möchte, wie es weiter geht. Umso weiter man in der Handlung voranschreitet, umso mehr wir diese jedoch zu einem einzelnen Strang, da sich die Ereignisse auch alle bedingen. Geheimnisse werden gelüftet und die Puzzleteile fallen an ihren Platz, so dass einige Zusammenhänge und Verstrickungen offenbart werden, mit denen ich nicht unbedingt rechnet hätte. Man erhält auch weitere Einblicke in die Welt, die Hintergründe für die Lebensbedingungen und die Auslöser von Streitigkeiten.

Die Entwicklungen der Figuren haben mir ebenfalls gut gefallen. Nicht jeder Protagonist nimmt sein Schicksal gleich gut auf und an. Sie alle haben ihr Päckchen zu tragen, sind Teil der Intrigen, Geheimniskrämereien und Pläne um sie herum. Da ist es nur verständlich, dass auch nicht alles so reibungslos und ohne Sorgen, Streitigkeiten und Unsicherheiten abläuft. Die Charaktere bleiben sich treu und bekommen trotzdem den Raum, sich weiter zu entwickeln und an ihren Herausforderungen zu wachsen.

Fazit
Ein schöner, turbulenter und spannender Abschluss der Trilogie, der viele offene Fragen geklärt und dabei einige Überraschungen bereit gehalten hat. Interessante Einblicke in die komplexe Welt mit den unterschiedlichen Wesen und die facettenreichen Protagonisten lassen es nie langweilig werden. Das Ende der Reihe hat mich zufrieden gestimmt, auch oder gerade weil es nicht nur das klassische Happy End gab.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 12.07.2019

schöne Fortsetzung

FederLeicht. Wie der Klang der Stille.
0

Es gibt ein paar Rückblicke, die über die Handlung verteilt eingearbeitet sind, diese sind jedoch nicht so umfassend und weitreichend, dass man die komplette Vorgeschichte aufholen kann. Ich würde schon ...

Es gibt ein paar Rückblicke, die über die Handlung verteilt eingearbeitet sind, diese sind jedoch nicht so umfassend und weitreichend, dass man die komplette Vorgeschichte aufholen kann. Ich würde schon empfehlen, die Reihe von Beginn an zu lesen. Auch um die Entwicklung zwischen den Figuren und von den Charakteren selbst richtig mit zu erleben.
Der Schreibstil ist weiterhin sehr angenehm und flüssig. Man taucht immer weiter in die magische Welt und auch in Elizas Alltag ein. Durch die Ich-Perspektive erlebt man die Protagonistin hautnah und bekommt ihre Gefühle und Gedanken intensiv mit.

Die Geschichte wird immer komplexer, neue Aspekte kommen hinzu und machen vor allem die magische Welt noch vielfältiger. Trotzdem bleibt es für Eliza schwierig die gesamte Situation richtig zu erfassen und einzuschätzen, da die Ehrlichkeit und Offenheit doch noch ein wenig zu wünschen übrig lässt. Elizas Hoffnung auf weitere Abenteuer, die sie näher zu Cassian bringen, tut dann ihr übriges und stürzt sie immer wieder in Gefahr. Dennoch kann man sagen, dass sie sich entwickelt, Neues lernt und sich bemüht, mehr mitzudenken. Wenn ihre Gefühle ihr nicht immer wieder den Kopf verdrehen würden, wäre vieles sicherlich ein wenig einfacher. Sie legt sich damit selbst Steine in den Weg und wird natürlich auch angreifbarer. Auf der anderen Seite kann man ihre Hoffnungen auch verstehen, wenn man sie gemeinsam mit Cassian erlebt.

Einige Entwicklungen waren zu erwarten und absehbar, andere Ereignisse kommen allerdings auch überraschend und bringen Wendungen für den gesamten weiteren Verlauf mit sich. Es kommen neue Figuren hinzu, die die Handlung noch mal aufmischen und neue Wege ermöglichen bzw. erzwingen. Schön finde ich auch, dass dabei Bezug genommen wird auf Dinge, die man bereits in den ersten beiden Büchern erfahren hat. So werden diese Stränge wieder aufgegriffen und weiter geführt.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern, wirkt dieses Abenteuer nur bedingt abgeschlossen. Das Problem ist zwar vorläufig gelöst, aber nicht so nachhaltig, wie bisher. Daher bin ich nun gespannt, wie viel Einfluss das auf den nächsten Band nehmen wird.

Veröffentlicht am 12.07.2019

schöner zweiter Band, wenn auch nicht alles unerwartet kommt

FederLeicht. Wie das Wispern der Zeit.
0

Zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf die Handlung aus Band eins enthalten, auch wenn ich mich bemühe, nichts Inhaltliches zu verraten.

Elizas Welt hat ihre Farbe verloren, seitdem ...

Zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf die Handlung aus Band eins enthalten, auch wenn ich mich bemühe, nichts Inhaltliches zu verraten.

Elizas Welt hat ihre Farbe verloren, seitdem sie aus der Elfenwelt zurück ist. Auch wenn die Aufgaben alles andere als ungefährlich und die Elfen auch nicht immer nett zu ihre waren, sehnt sich sie doch danach zurück – zumindest nach einigen Dingen. Als dann der Troll Quirin zu ihr kommt und ihr ein Angebot macht, um in wieder einen Fuß in die magische Welt zu setzen, kann sie es kaum abschlagen, obwohl sie ahnt, dass es nicht jeder gutheißen wird. Ein gefährliches Spiel gegen die Zeit und tödliche Kreaturen beginnt.

Der Schreibstil von Marah Woolf ist sehr angenehm und bildhaft. Durch detaillierte Beschreibungen kann man sich die Umgebung und die Figuren gut vorstellen. Einige Dinge aus der magischen Welt weiß man bereits aus dem ersten Buch, nun wird das Wissen darüber noch vertieft, neue Aspekte ergeben sich, Geheimnisse werden gelüftet, teils freiwillig, teils widerwillig und doch bleiben am Ende noch einige Fragen offen und Dinge ungelöst. Dadurch wird man neugierig auf die weiteren Bücher und die Ereignisse, die dort noch auf uns warten könnten.

Auch der zweite Band ist wieder aus der Ich-Perspektive von Eliza geschrieben. So ist man nah bei der aufgewühlten Protagonistin und erlebt ihren Kampf um die unerwiderten, durcheinander gewirbelten Gefühle intensiv mit. Ihr Liebeskummer wird greifbar und man kann wirklich verstehen, dass es ihr schwer fällt, sich aufzuraffen, obwohl ihre Freunde sich sichtlich Mühe geben. Als sich ihr dann die Chance bietet, doch wieder mit der magischen Welt in Kontakt zu treten, ergreift sie diese Möglichkeit sofort. Auch wenn es zu Eliza irgendwie passt und es sich logisch in die Handlung einfügt, ist es eben doch auch naiv und gutgläubig. Eigentlich hätte ihr der erste Kontakt mit der Welt schon zeigen sollen, dass es da viel mehr gibt, als man ihr verrät, als sie weiß und wissen sollte. Allerdings gäbe es ja für uns nichts zu Lesen, wenn sie vorher mehr darüber nachdenken würd. ;)
Die Entwicklungen im Verlauf der Geschichte sind teilweise nicht ganz unerwartet. Selbst wenn man nicht unbedingt vorhersehen kann, was ganz genau passiert, ist recht vorhersehbar, an welchen Stellen etwas gehörig schief laufen wird. Auch Vermutungen aus dem ersten Band haben sich hier bestätigt, die ich an dieser Stelle natürlich nicht verrate. Andere Aspekte kommen dann doch eher überraschend und geben der Handlung noch mal eine neue Richtung. Insgesamt ist es auf jeden Fall interessant zu verfolgen und vor allem spannend noch mehr über die ganzen Verstrickungen und Intrigen zu erfahren.
Da Eliza das Bindeglied zwischen realer und magischer Welt ist, verknüpfen diese beiden Komponenten sich immer mehr. Man erlebt die Protagonistin und ihre Freunde in der Schule, aber auch in Bezug auf all die Geheimnisse und Mysterien, die ihnen ziemlich zu denken geben. Elizas Freundin Sky habe ich inzwischen auch schon richtig ins Herz geschlossen. Sie ist manchmal etwas kratzbürstig und nicht leicht zu knacken, aber sie ist eine sehr gute Freundin, gescheit und loyal.
Die Mischung an Charakteren sorgt immer mal wieder für Zündstoff, Reibereien und hochkochende Gefühle. Langweilig wird es den Figuren da nicht, obwohl sie schon allein mit ihren zu bewältigenden Aufgaben mehr als genug zu tun hätten.
Mir gefällt es ganz gut, dass der Band an sich recht abgeschlossen ist, obwohl einige Fragen offen bleiben und klar ist, dass sich daraus noch Potenzial für weitere Abenteuer ergibt. Da man ja auch weiß, dass noch fünf Bände folgen, ist das natürlich auch nicht so schwer zu erraten. Dennoch wird man nicht komplett in der Luft hängen gelassen und kann sich einfach auf die nächste Begegnung mit Eliza und den Elfen freuen.

Fazit
Ein schöner zweiter Band, auch wenn Protagonistin Eliza mir manchmal doch ein wenig zu naiv war, besonders wenn man bedenkt, dass sie ja nicht das erste Mal in Schwierigkeiten gebracht wird. Man taucht noch tiefer in die Welt ein, erfährt neue Dinge und wird neugierig gemacht auf die Entwicklungen, die sich da andeuten. Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 12.07.2019

schöner Auftakt, interessante Welt, abwechslungsreiche Figuren

FederLeicht. Wie fallender Schnee
0

Eliza liebt Fantasywesen und ihre spannenden Welten – in Büchern und Filmen oder in den Geschichten ihrer Großmutter. Für ihren Geschmack hätte das alles Fantasie und Unsinn bleiben können, doch dann kommt ...

Eliza liebt Fantasywesen und ihre spannenden Welten – in Büchern und Filmen oder in den Geschichten ihrer Großmutter. Für ihren Geschmack hätte das alles Fantasie und Unsinn bleiben können, doch dann kommt es ganz anders. Angelockt von einem magischen Tor aus Licht stolpert sie mitten in die Welt der Elfen und wird mit einer Aufgabe betraut, die viel größer ist, als sie zunächst erfassen kann. Denn es geht nicht nur um eine kleine Gefälligkeit, sondern um die Rettung der Welt.

Der Schreibstil von Marah Woolf ist sehr angenehm und flüssig. Ich habe mich sofort wohl gefühlt in der Geschichte, die aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Eliza geschildert wird. Die 17jährige entzieht sich gern mal ihrer Verantwortung zu Hause und schleicht sich an ihre Lieblingsplätze im Wald. Dass ihr das einmal zum Verhängnis werden könnte, hätte sie wirklich nicht erwartet.
Die Welt der Elfen ist viel bunter und vielfältiger, als Eliza es aus ihrer schottischen Heimat kennt. Doch der Schein trügt, denn nicht alles dort ist harmonisch und friedlich. Obwohl die Elfen größtenteils bezaubernd aussehen, sind einige von ihnen ziemlich bockig, widerspenstig und nicht übermäßig auskunftsfreudig. Nicht besonders hilfreich für Eliza, die sich ja in der Welt zurechtfinden und für die Elfen eine wichtige Aufgabe erfüllen soll. Als wäre das alles noch nicht schlimm genug, spielt auch ihr Herz noch ziemlich verrückt, wenn sie in der Nähe des distanzierten Cassian ist.
Für Eliza ist es oft nicht leicht. Sie bemüht sich, all das Unbekannte zu sortieren, zu verstehen und zu filtern, was hinter all dem steckt, was sie erfährt. Durch die teils sehr mangelhaften Informationen und ihr manchmal recht loses Mundwerk, manövriert sie sich manchmal in Situationen, die vermeidbar gewesen wären, die Handlung aber zusätzlich spannend und abwechslungsreich machen.

Im Verlauf der Geschichte bekommt man sehr intensive Einblicke in Elizas Gedanken- und Gefühlswelt. Ihre Gedanken überschlagen sich und das meiste davon kann man wirklich nachvollziehen, wenn man bedenkt in welches Chaos sie da gerät. Sie ist mir im Auftaktband der Reihe sympathisch geworden und ich freue mich schon darauf, sie noch eine Weile länger begleiten zu können. Manchmal wirkt sie zwar etwas naiv und gutgläubig, sie ist aber auch schlagfertig, manchmal zwar nur in ihren Gedanken, aber sie lässt sich dennoch nicht alles gefallen und setzt ihren Dickkopf immer wieder durch.
Auch die anderen Figuren, die man mit der Zeit immer besser kennenlernt, sorgen für eine abwechslungsreiche Mischung. Es gibt reichlich Konfliktpotenzial, aber auch gute Freunde, Vertraute und Charaktere, bei denen man wohl abwarten muss, in welche Richtung sie sich entwickeln.
Man bekommt schon ganz gute Einblicke in die Strukturen der magischen Welt, trotzdem bleibt auch noch einiges verborgen und besonders die Absichten einiger Figuren bleiben zweifelhaft. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird und er Eliza erneut Steine in den Weg legt. Quirin, den kleinen Troll, habe ich irgendwie auch ins Herz geschlossen, da bin ich auch sehr neugierig, wie es mit ihm weitergehen wird.

Der Abschluss des ersten Buches ist an einer schönen Stelle gewählt, das erste Abenteuer scheint erst mal abgeschlossen, doch neue Herausforderungen und Schwierigkeiten stehen an. Man bleibt neugierig, der Cliffhanger ist aber nicht so gemein, dass man es nicht aushalten könnte, eine Weile auf die Fortsetzung zu warten. Dennoch bin ich froh, direkt zum nächsten Buch greifen zu können. Es hat manchmal auch seine Vorteile darauf zu warte, bis Reihen komplett erschienen sind.

Fazit
Ein sehr schöner Auftakt, der einem die Welt von Eliza und die der Elfen näher bringt und erste Einblicke in all die magischen Konflikte gibt. Die Figurenkonstellation ist abwechslungs- und facettenreich und sorgt für reichlich Potenzial in verschiedene Richtungen. Der angenehme Schreibstil führt einen gut durch die Handlung und die offenen Fragen und Andeutungen machen neugierig auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 11.07.2019

die düsteren Geheimnisse der Vergangenheit

Kinderspiel - Die Fesseln der Vergangenheit
0

Auch wenn ein Mordfall schon viele Jahre zurück liegt, so gibt es immer Menschen, die es noch beschäftigt. Die Familie und Freunde bleiben zurück mit Trauer, Wut, Unglaube oder den quälenden Fragen, was ...

Auch wenn ein Mordfall schon viele Jahre zurück liegt, so gibt es immer Menschen, die es noch beschäftigt. Die Familie und Freunde bleiben zurück mit Trauer, Wut, Unglaube oder den quälenden Fragen, was nur wirklich passiert ist. So ergeht es auch Tobias Miller, der im Alter von sieben Jahren seine beste Freundin verloren hat. Es konnte nie geklärt werden, was wirklich mit Ilona passiert ist, an ein Überleben des Mädchens glaubt jedoch schon lange keiner mehr. Nach über 30 Jahren verschwindet nun ein kleines Kind, das Ilona zum Verwechseln ähnlich sieht. Geht nun alles von Neuem los? Was steckt hinter den mysteriösen Vorfällen und wieso wirkt es, als wüssten einige viel mehr, als sie zugeben wollen?
Für Tobias, der inzwischen Psychologe und Profiler ist, und Chefinspektor Bruno Horvath beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der unzählige Fragen und Rätsel aufwirft.

Der Schreibstil von Michael Seitz hat mir gut gefallen. Man wird von Beginn an mitgenommen, es gibt immer wieder sehr temporeiche Passagen, Momente, in denen es zwar ruhiger scheint, man aber trotzdem viel erfährt, was mit dem dramatischen Geschehen zu tun hat, bevor dann wieder Abschnitte kommen, in denen es ziemlich grausam wird.
Das Buch teilt sich in unterschiedliche Handlungsstränge auf. Zum einen gibt es die Rückblenden in unterschiedliche Jahre der Vergangenheit, die einem sowohl das Verschwinden von Ilona näher bringen, als auch eine Zeit beleuchten, die weit vor ihrer Geburt liegt. Nach und nach fügt sich zusammen, wieso man diese Abstecher in die Vergangenheit macht und erkennt, was dort schon alles für „Grundsteine“ gelegt wurden, die auf das aktuelle Geschehen Einfluss haben. Auf der anderen Seite begleitet man verschiedene Personen aus der Gegenwart, die auf unterschiedliche Weise an den Ereignissen beteiligt sind.
In den Passagen, in denen man Tobias begleitet, wird die Handlung aus der Ich-Perspektive geschildert. So erhält man einen sehr intensiven Eindruck von dem Profiler, der einige Jahre in den USA verbracht und dort in einem Todestrakt als Psychologe gearbeitet hat. Schon allein diese Vorstellung bereitet ein wenig Gänsehaut, denn man kann sich wohl deutlich schönere Arbeitsfelder vorstellen. Die Zeit hat ihn geprägt und immer wieder blickt er darauf zurück, zieht Schlüsse daraus. Tobias ist alles andere als mit sich im reinen, was ihn zu einem interessanten, facettenreichen Protagonisten macht.
Die anderen Abschnitte aus der Gegenwart werden von einem personalen Erzähler übernommen und geben damit die Möglichkeit, die unterschiedlichen Stränge, die parallel zueinander bzw. überlappend verlaufen, auch begleiten zu können. Obwohl auch in Tobias Anwesenheit schon viel passiert, sie einige düstere Geheimnisse aufdecken und ganz langsam dem Rätsel auf die Spur kommen, sind die wirklich brutalen, erschreckenden Momente eher die, die ihm zunächst entgehen. Die Fülle an Intrigen, Geheimnissen, Psychopaten und Rachegedanken ist enorm und lässt die Handlung nie zum Stocken kommen. Dennoch gab es einen Moment, in dem ich mir gewünscht hätte, dass zusätzlich die Spannung oben gehalten worden wäre, in dem dort nicht verraten worden wäre, wer hinter den zu diesem Zeitpunkt passierenden Grausamkeiten steckt. Auch wenn es der Gesamthandlung nicht direkt schadet, fand ich es etwas schade, dass man an der Stelle einen Teil der Anspannung raus genommen hat. Es hätte das Finale noch ein wenig imposanter machen können und zusätzlich den Effekt beim Leser verstärken, dass man unbedingt wissen möchte, wer hinter allem steckt und sich eigentlich auch davor fürchtet, es zu erfahren.
Die Handlung ist recht komplex und durch die unterschiedlichen Zeitebenen kommen noch mehr Zusammenhänge zu Tage, als man zunächst wohl vermuten würde. In manchen Passagen hat mir die „Gänsehautstimmung“ dann aber doch etwas gefehlt. Interessant zu verfolgen war die Geschichte jedoch zu jeder Zeit. Zwischendurch wird man in die Irre geführt, bevor sich dann weitere Puzzleteile ergeben, die die Wahrheit offenbaren.

Fazit
Ein spannender, größtenteils temporeicher Thriller, der mir gut gefallen hat. Besonders schön war die Komplexität der Handlung, die weit in die Vergangenheit reicht und noch viel mehr Zusammenhänge und düstere Geheimnisse zu Tage fördert, als man es sonst oft liest. Die Abgründe der menschlichen Seele sind unendlich und manchmal nicht unbedingt zu verstehen. In dieser Geschichte kommen zahlreiche Tiefen und Abgründe zusammen, die im Zusammenspiel für ziemliches Chaos, Brutalität und Psychoterror sorgen.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!