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Veröffentlicht am 25.09.2019

bewegend, berührend, toll geschrieben

The Light in Us
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Für Charlotte Conroy und Noah Lake verlief in der letzten Zeit leider nicht alles nach Plan. Charlotte hatte eine Karriere als Geigerin in Aussicht, bis sich in ihrem Leben plötzlich alles veränderte und ...

Für Charlotte Conroy und Noah Lake verlief in der letzten Zeit leider nicht alles nach Plan. Charlotte hatte eine Karriere als Geigerin in Aussicht, bis sich in ihrem Leben plötzlich alles veränderte und einen Teil ihrer Musik mit sich nahm. Noah war begeisterter Extremsportler, Journalist und Fotograf, bis zu dem Tag, als er die Gefahr unterschätzt und ein schwerer Unfall seine Lebensfreude und sein Augenlicht mit sich nahm.
Aus Charlottes finanzieller Not heraus kreuzen sich die Wege der beiden und obwohl Noah mehr als unfreundlich und abweisend ist, hat Charlotte nicht vor, ihren neuen Job sofort wieder an den Nagel zu hängen.

Nachdem „All In – Tausend Augenblicke“ mich sooo sehr berührt und zum Weinen gebracht hatte, war ich nun natürlich auch neugierig auf das neue Buch von Emma Scott. Ziemlich hohe Maßstäbe, die die Geschichte da hätte erfüllen müssen und leider nicht ganz erreichen konnte. Das macht das Buch jedoch nicht schlecht, es hat mich nur einfach nicht so extrem mit in den Strudel an Emotionen gezogen.

Der Schreibstil von Emma Scott ist wieder sehr angenehm, flüssig und emotionsgeladen. Es gibt einige witzige Passagen, die die oft trübe Grundstimmung etwas aufheitern, aber auch Momente, in denen man fast mit den Protagonisten weinen möchte. Die Fülle und Unterschiedlichkeit der Gefühle ist auch in dieser Geschichte wieder enorm. Die Charaktere leiden, hoffen, wachsen über sich hinaus, bauen sich gegenseitig auf, sorgen sich, fassen neuen Mut und haben so viel Herzblut zu geben.

Noah und Charlotte haben ganz unterschiedliche Schicksalsschläge hinter sich, die sie beide sehr prägen und beeinflussen. Bei Noah sind die Auswirkungen noch offensichtlicher, da seine Einschränkungen nach dem Unfall auch körperlicher Natur sind. Durch die beiden Ich-Perspektiven kann man sich gut in die Protagonisten hinein versetzen und es ist nachvollziehbar, wie schwer Noah unter dem Verlust zu leiden hat. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schlimm es für mich wäre, mein Augenlicht zu verlieren. Seine Verbitterung, Frustration und Wut werden immer wieder sehr greifbar und auch seine emotionalen Ausbrüche kann man ihm kaum übel nehmen. Umso bewegender und erstaunlicher ist seine Entwicklung, die er im Verlauf der Geschichte durchlebt. Ein sehr harter Kampf, der ihn immer wieder an seine mentalen Grenzen bringt.
Auch für Charlotte geht der Alltag nach ihrem Verlust nicht einfach weiter. Sie bemüht sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, unabhängig davon, ob sie nun die Dinge tut, die ihr wirklich Spaß machen. Als sie den Job bei Noah bekommt, bringt dieser neue Aufgaben und Ziele mit sich, befreit sie aus dem bisherigen Trott und gibt ihr auch wieder mehr Raum, wieder über ihre Träume nachzudenken. Man begleitet Charlotte sehr intensiv während der Geschichte und bekommt damit reichlich Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Sie ist eine tolle, herzensgute Protagonistin, die nicht so schnell aufgibt – zumindest nicht wenn es um Noah geht. Die Mischung aus Zerbrechlichkeit und innerer Stärke hat mich besonders begeistert. Charlotte ist genau der richtige Gegenpart für den mürrischen Noah.

Die Wege der Protagonisten im Buch sind sehr steinig, entbehrungsreich, aufwühlend und bewegend. Immer wieder müssen sie erkennen, dass nichts mehr ist, wie es einmal war, dass das aber nicht das Ende bedeutet, sondern eine Wendung und man nun das Leben mit anderen Dingen, neuen Zielen und Hoffnungen füllen kann. Alles in allem aber auf jeden Fall leichter gesagt, als getan. Charlotte und Noah zu begleiten war richtig schön und immer wieder sind die Emotionen von den Buchseiten auf mich übergeschwappt, auch wenn dieses Mal keine Tränen bei mir geflossen sind.

Fazit
Eine sehr intensive, bewegende, emotionsgeladene Geschichte mit sympathischen Charakteren, die schwer an ihren Schicksalen zu knabbern haben. Besonders die Entwicklungen der Figuren haben mich begeistert und waren durch die Ich-Perspektiven detailliert und nachvollziehbar dargestellt.
Auch wenn es mich nicht ganz so geflashed hat, wie All In, war dieses Buch einfach super schön und absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 25.09.2019

spannder Auftakt, tolle Welt, facettenreiche Figuren

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt
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Für Mailin hat die Welt schon früh aufgehört, einfach nur harmonisch und schön zu sein. Bereits vor sieben Jahren musste die Familie einen Schicksalsschlag hinnehmen, der sie noch immer beschäftigt, Tag ...

Für Mailin hat die Welt schon früh aufgehört, einfach nur harmonisch und schön zu sein. Bereits vor sieben Jahren musste die Familie einen Schicksalsschlag hinnehmen, der sie noch immer beschäftigt, Tag für Tag. Mailin sucht ein wenig Ausgleich in einer Kampfsportschule, in die sie auch nach einem Streit mit ihrer Mutter flüchtet. Allerdings erwartet sie dort etwas ganz anderes, als sie gedacht hätte. Plötzlich und unerwartet wird sie in eine fremde Welt entführt und ist von Gefahren umgeben, die sie sich niemals hätte vorstellen können. Lügen, Intrigen und der ewige Zweifel, wem man trauen kann, begleiten sie fortan auf ihrem Weg…

Ich schreibe nur selten etwas zu dem Cover oder der Buchaufmachung, aber dieses Buch ist wirklich richtig schön! Und auch unter dem Schutzumschlag, findet sich das Cover wieder, nur ohne den Schriftzug, den ziert der Buchrücken. Ich find es immer schön, wenn unter dem Schutzumschlag nicht nur ein einfarbiges Buch zum Vorschein kommt. Das Coverbild an sich passt auch super zur Geschichte, ein weiterer Pluspunkt. ;)

Die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Welten. Einmal „Jenseits der Zeit“, was gleichzusetzen ist mit der Welt, wie wir sie kennen und dann in Lyaskye, wo wir uns die meiste Zeit aufhalten. Durch den Wechsel der Schauplätze erlebt man die Unterschiede noch viel intensiver mit. Für Mailin ist es eine riesige Umstellung und sie fällt in dem fremden Königreich schon allein durch ihre Kleidung und Unwissenheit enorm auf.
Mir hat die Weltenkonstruktion gut gefallen, denn es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken und zu bestaunen. So schön bunt und atemberaubend die Umgebung teilweise auch ist, so vielfältig und teilweise tödlich sind allerdings auch die Gefahren in Lyaskye. Killerkaninchen, totbringende Bäume, hungrige Steine – an jeder Ecke muss man sich in Acht nehmen und benötigt idealerweise einen guten Begleiter, der einen vorwarnt, beschützt und nicht vom rechten Weg abkommen lässt. Mailin trifft zwar sehr früh auf jemanden, der sie wiederwillig eine Weile begleitet, doch ob sie ihm wirklich trauen kann, ist eine der ewigen Fragen, die sie begleitet. Ehrlicherweise muss man ihm aber zu Gute halten, dass er sofort mit offenen Karten spielt und Mailin sagt, dass er ein Lügner und Betrüger ist und sie ihm nicht trauen sollte.
Umso weiter man im Buch voranschreitet, umso mehr bekommt man den Eindruck, dass viele nur auf sich und ihre Ziele bedacht sind. Wenn es ihnen selbst nicht hilft, dann machen sie es eben auch nicht. Intrigen, Heimlichkeiten, Lügen, Halbwahrheiten und Fallen sind an der Tagesordnung und machen der jungen Protagonistin ziemlich zu schaffen. Denn sie wecken in ihr Zweifel, Hoffnungslosigkeit und immer wieder das Gefühl, verraten worden zu sein.
Da man die Handlung aus der Ich-Perspektive von Mailin miterlebt, ist man sehr nah am geschehen und kann in ihrer Gedanken- und Gefühlswelt lesen. Sie ist häufig sehr aufgewühlt und verliert zwischendurch den Glauben an eine gute Wendung. Doch immer wieder rappelt sie sich auf, schöpft neuen Mut und neue Hoffnung, denn sie hat ein starkes Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nach einiger Zeit in Lyaskye lebt ihr Kampfgeist wieder auf und sie entwickelt ziemlich clevere Ideen, um voran zu kommen.

Immer wieder gibt es Wendungen und Überraschungen, die die Handlung abwechslungsreich und unvorhersehbar machen. Ein paar Aspekte konnte man zwar erahnen und haben sich schon früh angedeutet, doch viel von der Geschichte wurde einem damit eigentlich nicht vorweg genommen. Denn die Wege, die dorthin führen, sind mit zahlreichen Irrungen und Wirrungen versehen und niemals gradlinig.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und mich mit in die fremde Welt gezogen. Meine Neugier war stets geweckt und ich war immer gespannt, wie es weitergeht, was noch alles auf Mailin zukommt, wer sich als Freund und wer als Verräter entpuppt. Durch anschauliche, detaillierte Beschreibungen wird die Welt lebendig und man kann sich viele Dinge gut vorstellen. So bekommt man auch nach und nach ein Gefühl für die Möglichkeiten, die unterschiedlichen Schauplätze und die Personen, die rund um Mailin agieren. Sehr schön verpackt empfand ich auch die Art und Weise, wie die Autorin die Protagonistin und damit auch den Leser in die Hintergründe und Vorgeschichten der Welt eintauchen lässt.

Fazit
Ein sehr schöner, abwechslungsreicher Auftakt der Fantasyreihe, der einen umfassenden Blick auf die fremdartige Welt mit den Bewohnern, Möglichkeiten und Gefahren bietet. Langweilig wurde es in der Geschichte nie, denn sobald ein wenig Ruhe einzukehren schien, gab es eine neue Wendung oder eine neue Intrige, die besonders Protagonistin Mailin aufgewühlt hat. Alleingelassen wird man an einer Stelle, an der nun verschiedene Dinge passieren können und ich bin wirklich gespannt, wie es weitergehen wird.

Veröffentlicht am 31.08.2019

komplexe Welt, viele Figuren, Magie und Intrigen

Wüstenruf
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Die Ansichten in manchen Adelsfamilien sind noch sehr traditionell und orientieren sich nicht an den langsam neu aufkommenden Ansichten. Doch Dayana möchte sich dem Wunsch ihres Vaters auf gar keinen Fall ...

Die Ansichten in manchen Adelsfamilien sind noch sehr traditionell und orientieren sich nicht an den langsam neu aufkommenden Ansichten. Doch Dayana möchte sich dem Wunsch ihres Vaters auf gar keinen Fall beugen. Denn dieser hat einer Hochzeit mit einem ungehobelten, als brutal geltenden Mann zugestimmt. Um ihrem Schicksal zu entgehen, flieht Dayana und begibt sich damit auf ein gefährliches Abenteuer. Auf ihrem Weg begegnen ihr verschiedene Menschen, einige sind ihr wohl gesonnen, andere nicht, manch einer fasziniert ihr, andere bereiten ihr Kopfzerbrechen….

Autorin Christina M. Fischer entführt die Leser in eine insgesamt eher mittelalterlich wirkende Welt mit unterschiedlichen Reichen, Sitten und Ritualen. Durch Errungenschaften wie Flugsteine und das Vorhandensein von Magie sind jedoch einige Dinge trotzdem möglich, die es in einer rein mittelalterlichen Welt nicht geben würde. Dadurch wir die Welt noch komplexer.
Die verschiedenen Reiche lernt man im Laufe des Buches etwas besser kennen, am besten natürlich die Orte, in denen sich die Protagonisten während der Handlung aufhalten. Da sie jedoch umherreisen, sieht man recht viel von den Ländern und bekommt von den meisten einen ganz guten Überblick, was erlaubt und geduldet ist und was nicht.

Das Buch wird von einem personalen Erzähler geschildert und zahlreiche Perspektivwechsel ermöglichen einen umfassenden Blick auf die einzelnen Handlungsstränge, die zum größten Teil parallel zueinander, aber teilweise ein unterschiedlichen Reichen, verlaufen. Die Stränge bedingen sich zu einem gewissen Teil, andere Passagen der Handlung sind unabhängig von dem Verschwinden der Adelstochter, aber dennoch wichtig für die Entwicklungen in den Reichen. Obwohl es einige Zeitsprünge gibt und man durch den Wechsel der Perspektiven immer mal wieder an anderen Orten ist, gab es ein paar Passagen, die mir persönlich etwas zu lang waren. Einige zieht sich doch ganz schön hin, während andere Dinge dann recht turbulent und plötzlich geschehen.
Man verbringt viel Zeit mit Dayana und ihren, im Verlauf der Geschichte wechselnden, Begleitern, Dayanas Familie bekommt ihren Platz in der Geschichte, ebenso wie die Königin von Dayanas Heimat und die Königskinder. Katharina und Rondell, die beiden Kinder der Königin, und ihre Entwicklungen mochte ich sehr gern, auch wenn ein Aspekt für mich etwas befremdlich war. Dennoch passten die Ereignisse rund um sie gut zusammen und es ergab ein schlüssiges Bild, in dem besonders die emotionalen Komponenten eine große Rolle spielten.
Die Fülle an Namen war für mich zeitweise gar nicht so leicht zu bewältigen. Einige Namen, sowohl von den Personen, als auch von den Reichen, klingen recht ähnlich und tauchen nicht so oft auf, da musste ich dann schon überlegen. Nach und nach erfährt man etwas über Verknüpfungen der Personen, Zusammenhänge der Geschehnisse und verschiedene Geheimnisse, wodurch dann die einzelnen Puzzleteile an ihren Platz fallen. Manche Passagen sind geprägt von den Gefühlen der Charaktere, in anderen Abschnitten stehen eher die Flucht oder die damit verbundenen Etappenziele im Vordergrund.
Die Geschichte ist schon angenehm zu lesen, durch die Perspektivwechsel kannte man jedoch ein paar Entwicklungen und Geheimnisse in der Handlung schon vor den Charakteren, was teilweise die Spannung etwas raus genommen hat. Der Buchtitel ist schön in die Handlung eingearbeitet. Die Figuren verbringen nicht nur einige Zeit in der Wüste, sondern es gibt noch einen weiteren Bezug zu einer der Hauptfiguren.

Fazit
Eine abwechslungsreiche Welt, die viele Gefahren und Geheimnisse für die Charaktere bereithält. Große Gefühle, Intrigen, Machtkämpfe und die Schwierigkeit zu sich selbst und seinen Träumen und Wünschen zu stehen, machen es den Figuren nicht immer leicht, ihren Platz zu finden und ihren Weg zu gehen. Durch einige Längen in der Passage und die Vorwegname von Überraschungsmomenten durch die Perspektivwechsel, fehlte es mir manchmal an Spannung, uninteressant zu verfolgen war die Handlung jedoch nie.


Veröffentlicht am 31.08.2019

ein Piratenschiff voller erotischer und anderer Abenteuer

Ich will dich, Pirat! Erotisches Abenteuer
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Jana möchte in ihrem Urlaub etwas ganz Besonderes erleben und hat eine zweitägige Piratenfahrt gebucht. Umrahmt vom traumhaften Schauplatz der Karibik lässt die Crew die raue Zeit der Piraten wieder lebendig ...

Jana möchte in ihrem Urlaub etwas ganz Besonderes erleben und hat eine zweitägige Piratenfahrt gebucht. Umrahmt vom traumhaften Schauplatz der Karibik lässt die Crew die raue Zeit der Piraten wieder lebendig werden und gibt den Passagieren die Möglichkeit, selbst in vergangene Epochen einzutauchen. Doch was Jana dann an Bord des Schiffes erlebt, übersteigt alles, was sie erwartet hätte.

Den Schreibstil von Trinity Taylor empfand ich als angenehm und flüssig zu lesen. Man kommt schnell in die Geschichte rein, auch wenn man nicht übermäßig viele Hintergrundinformationen zu Jana und ihrem Freund bekommt. Das spielte für mich auch gar keine so große Rolle, denn die Haupthandlung spielte eindeutig auf dem Schiff, auf dem es fast egal war, wer man ist und woher man eigentlich kommt. Die Urlauber tauchen dort in eine ganz eigene Welt ein, die sie bestimmt nicht so schnell wieder vergessen werden. Der personale Erzähler verschafft dem Leser einen guten Überblick über die Handlung und ermöglicht dennoch ein paar Einblicke in die Köpfe der Protagonisten. Das intensivere Kennenlernen der Charaktere an sich stand insgesamt nicht so im Vordergrund, die Dinge, die man erfährt, reichen aber um sich einen groben Eindruck von ihnen zu verschaffen.

Die Kulisse auf dem Piratenschiff wirkt sehr authentisch. Die Besatzungsmitglieder spielen ihre Rollen gut, es gibt Bestrafungen, wie es sie wohl bei den Piraten auch wirklich gab, reichlich Rum und nur karge Mahlzeiten. Und auch wenn einiges vielleicht ein bisschen abgemildert wurde und anderes dafür etwas überspitzt wirkt, verschwimmen doch recht schnell die Grenzen zwischen Realität und „Show“. Denn eigentlich sollte es ja eher ein harmloser Urlaub mit Einblicken in die Piratenwelt sein. Was Jana und die anderen bekommen, geht weit darüber hinaus. Gewalt, Demütigung und sexuelle Übergriffe gibt es genauso wie wissenswerte Informationen rund um die Piratenzeit.
Das Buch hat eine richtige, interessant zu verfolgende Handlung und ich fand es dadurch deutlich angenehmer die Geschichte zu lesen, als wenn es nur ein erotisches Abenteuer nach dem nächsten gegeben hätte, obwohl Schauplatz und Situation so viel Potenzial für einen anderen Rahmen bieten. Ob nun alles in Bezug auf die Piraten so stimmt und obwohl ich manchmal nicht so richtig wusste, was nun gespielt ist und was eine echte Intrige, so fügten sich die Ereignisse insgesamt doch recht gut zusammen.
Doch auch die Erotik bekommt ihren Raum in der Geschichte und ist gut in die Gesamthandlung eingebunden. Die Szenen sind abwechslungsreich, sowohl in Bezug auf die Partner, als auch in Hinsicht auf die Dinge, die dort ausgelebt werden. Angenehme Formulierungen lassen die Lust in diesen Passagen deutlich werden, ohne dabei zu derb oder plump zu wirken. Stellenweise sind die Piraten sehr grob im Umgang mit den Frauen, es gibt aber auch sinnliche, leidenschaftliche Momente, in denen sie ihre raue Art ein wenig ablegen.

Fazit
Eine leidenschaftliche Piraten-Geschichte mit ausgebauter, teilweise recht turbulenter Handlung und darin gut eingeflochtenen erotischen Passagen. Durch den angenehmen Schreibstil ließ sich das Buch gut und flüssig lesen. Dass die Figuren an sich etwas blass bleiben, empfand ich nicht als sehr störend, da der Fokus auf den Erfahrungen auf dem Piratenschiff und den damit verbundenen erotischen Abenteuern lag.


Veröffentlicht am 25.08.2019

intensiv, emotional, leidenschaftlich

Broken Dreams
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Tyriq hat in seinem Leben einige falsche Entscheidungen getroffen und musste mit den Konsequenzen leben. Die Zeit im Gefängnis hat ihm die Augen geöffnet und nun, nach seiner Entlassung, möchte er ein ...

Tyriq hat in seinem Leben einige falsche Entscheidungen getroffen und musste mit den Konsequenzen leben. Die Zeit im Gefängnis hat ihm die Augen geöffnet und nun, nach seiner Entlassung, möchte er ein neues, legales Leben beginnen und mit den Dingen brechen, die ihm die Schwierigkeiten eingebrockt haben. Doch ganz ohne Geld, ohne Job und ohne Aussichten ist das alles gar nicht so leicht, wie erhofft. Als Tyriq den gut bestückten Geldbeutel einer Innenarchitektin findet, steht er vor einer Entscheidung, die sein Leben beeinflussen wird: behalten und einige Zeit über die Runden kommen oder ehrlich sein, einen Schritt in die Richtung gehen, die er eigentlich einschlagen wollte und möglicherweise sogar eine interessante Frau kennen lernen.

Der Schreibstil von Anne-Marie Jungwirth hat mich von Beginn an überzeugt und mitgenommen. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und angenehm, obwohl sie voller Emotionen steckt, die nicht immer nur positive Gedanken hinterlassen. Die unterschiedlichen Stimmungen werden durch die lebendigen Formulierungen gut transportiert und haben mich beim Lesen erreicht. An manchen Stellen hatte ich Tränen in den Augen, weil ich so bei den Protagonisten und ihren Schicksalen war. Andere Passagen haben mich dann aber auch zum Schmunzeln gebracht.
Im Buch werden die Ereignisse aus den Ich-Perspektiven von Avery und Tyriq geschildert. So ist man immer sehr nah am Geschehen und bei den Protagonisten, die aus zwei völlig verschiedenen Welten kommen. Am Anfang des Buches wechseln die Perspektiven recht schnell. So ist es möglich innerhalb einer kurzen Zeit einen Einblick in beide Leben zu bekommen und die ersten Eindrücke von den Charakteren zu sammeln. Auch die erste Begegnung von Tyriq und Avery lässt nicht lange auf sich warten. Im Verlauf werden die Kapitel länger, wodurch man dann intensiver in die Geschichte eintaucht und noch mehr übe die Protagonisten erfahren kann.

Tyriq ist rein optisch ein ziemlicher Bad Boy, doch wenn man ihn etwas kennen lernt und hinter seine Mauern schaut, dann merkt man schnell, dass da viel mehr in ihm steckt. Durch seine Kindheit und Jugend ist er geprägt und in die falschen Kreise geraten. Doch der feste Wunsch nun etwas zu ändern, treibt ihn voran. Das erfordert viel Mut, Willenskraft und Stärke. Auch sein recht offener Umgang mit seiner Vergangenheit, zumindest gegenüber Avery, hat mich beeindruckt. Er versteckt sich nicht hinter faulen Ausreden, sondern legt die Karten ziemlich schnell auf den Tisch, um den aufkommenden Gefühlen in ihm eine Chance zu geben.
Avery kommt aus einer wohlhabenden Familie und hat sich den Traum von einer eigenen Firma im Bereich Innenarchitektur erfüllt. Doch obwohl sie selbstständig ist und eher in den gehobenen Kreisen verkehrt, läuft auch in ihrem Leben nicht alles optimal. Als sie auf Tyriq trifft, prallen Welten aufeinander. Aber anstatt sich von den Vorurteilen leiten zu lassen, gibt sie dem faszinierenden Mann die Möglichkeit, sie kennen zu lernen.
Die beiden Protagonisten sind eine tolle Mischung und man bekommt immer wieder das Gefühl, sie können gegenseitig voneinander lernen. Die unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Bekanntschaften, Wünsche und Zweifel beeinflussen ihre Einstellungen und Erwartungen und trotzdem haben sie einiges gemeinsam.

Es gibt viele emotionsgeladene Passagen, aber auch leidenschaftliche, erotische Momente, in denen die Figuren ihre Gedanken und Zweifel mal beiseiteschieben können. Beide Protagonisten entwickeln sich weiter und stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Tyriqs Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Die alten Gangmitglieder machen es ihm teilweise schwer, Fuß zu fassen und alles hinter sich zu lassen, was mit den kriminellen Machenschaften zu tun hat. In diesen Abschnitten wird es teilweise dramatisch und sehr spannend und es wird deutlich, wie sehr die Gewalt, Hierarchien und bandeninterne Regeln das Leben bestimmen und wie hart es ist, gemachte Fehler wieder zu bereinigen. Das hat mich immer wieder nachdenklich gestimmt, denn nicht nur die Frustration, auch die Perspektivlosigkeit, die dadurch entsteht, ist mehr als deutlich spürbar.

Fazit
Eine intensive, emotionale, nachdenklich stimmende Geschichte mit tollen, authentischen Protagonisten. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, ich wurde von Beginn an mitgenommen und habe mich trotz all der Probleme und Schicksalsschläge sehr wohl in der Geschichte gefühlt. Besonders die Kombination aus Leidenschaft, dem harten Weg zurück in ein normales Leben und den zwei sehr unterschiedlichen Welten, die durch Avery und Tyriq aufeinander prallen, hat bei mir gepunktet.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!