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Veröffentlicht am 14.04.2019

Wild Hearts. Kein Blick zurück - T. M. Frazier

Wild Hearts - Kein Blick zurück
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Ich bin mit Hoffnung und einer großen Erwartung in „Wild Hearts“ von T. M. Frazier gestartet. Die ersten Seiten der Leseprobe waren absolut vielversprechend. Dementsprechend war der Fall und damit einhergehend ...

Ich bin mit Hoffnung und einer großen Erwartung in „Wild Hearts“ von T. M. Frazier gestartet. Die ersten Seiten der Leseprobe waren absolut vielversprechend. Dementsprechend war der Fall und damit einhergehend die Enttäuschung groß. Aber beginnen wir doch mal beim Anfang.
Sawyer flieht vor ihrem gewalttätigen Vater und möchte sich nach dem Tod ihrer Mutter ein neues und vor allem ein selbstbestimmtes Leben aufbauen. Sie wirkt stark, selbstbewusst und absolut sympathisch – man fiebert bereits auf den ersten Seiten des Buches mit und hofft, dass sie glimpflich aus ihrer aktuellen Lage herauskommt. Fraziers Schreibstil unterstützt dieses Gefühl ungemein. Ihr gelingt es eine Spannung aufzubauen, die einen fesselt und zum Weiterlesen auffordert – der Plot verspricht einfach großartig zu werden. Doch das ändert sich durch das Ankommen in ihrer neuen Heimat und damit einhergehend ihr kennenlernen mit Flinn. Mit Flinn ging für mich persönlich die Abwärtsspirale los:
Flinn wirkte auf mich wie eine Kopie ihres Vaters: alkoholabhängig, sehr bestimmend und zeitweise sehr aggressiv. Da stellte sich für mich sofort die Frage, warum Sawyer einen Mann attraktiv findet, vor dem sie doch eigentlich geflohen ist oder dreht sich hier am Ende wirklich alles nur ums Aussehen? Mit Flinn geht leider auch der Plot verloren. Auf einmal war überall nur noch das Thema Sex, für New Adult Romane natürlich nicht ungewöhnlich, aber das war mir dann doch von allem zu viel. Einige Beispiele gefällig?

Achtung Spoiler!

In Sawjers Wohnwagen funktioniert die Dusche nicht, weswegen sie zu ihrem Nachbar Flinn geht und seine Nutzen möchte. Doch diese steht draußen und wer steht gerade drunter? Richtig Flinn – splitterfasernackt und das einzige was Sawjer einfällt, ist ihn unfassbar anzuschmeicheln. Oder aber als Sawjers Wohnwagen von einem Sturm umgeworfen wird und Flinn sie rettet. Bis hierhin ist noch alles okay, aber dann zieht er ihr die nasse Kleidung aus und legt sich ebenfalls nackt zu ihr ins Bett. Die Logik dieser Aktion ist mir bis jetzt immer noch nicht schlüssig gefunden – ich finde es einfach überflüssig und vor allem übergriffig. Da vermittelt das Buch meiner Meinung nach ein falsches Bild. Noch ein Beispiel? Ihr erstes Mal erlebt Sawjer in einer Bücherei auf dem Boden mit Flinn. Verhütung? Nicht vorhanden! Für mich persönlich ein absolutes No-Go, grade weil das Genre Jugendliche anspricht und da sollte ein Lehreffekt definitiv vorhanden sein und solche eklatant wichtigen Dinge nicht verherrlicht werden.

Spoiler Ende!

Ich denke die einzelnen Beispiele haben deutlich gezeigt, dass das Buch einige Aspekte unkommentiert anspricht, die so einfach nicht stehen gelassen werden dürfen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich definitiv die Zeitspanne, in der die Handlung spielt. Gefühlt spielte sich alles innerhalb weniger Wochen ab. Mit dem Hintergrundwissen, dass Sawjer von zu Hause weggelaufen ist, weil sie misshandelt wurde, vertraut sie meiner Meinung nach viel zu schnell fremden Menschen und vergleicht man das mit der Zeitspanne der Handlung, in der sie Freunde und ein neues zu Hause findet, passt das für mich nicht so recht zusammen. Ich hatte mir ein starkes Mädchen erhofft, dass die Dinge kritisch hinterfragt und für ihr eigenes Glück einsteht und nicht zu allem Ja und Amen sagt. Für mich leider eine komplette Fehlentwicklung des Charakters und für mich der finale Todesstoß der Handlung.

„Wild Hearts“ ist für mich der erste richtige Flop des Jahres. Es gab schlicht und ergreifend zu viele logische Fehler, zu viele verherrlichende Situationen und einfach zu viel Sex – Sexszenen sind okay, aber wenn 3/4 des Buches davon handelt, dann läuft meiner Meinung nach etwas schief. Obwohl Fraziers Erzählstil wirklich angenehm zu lesen ist und die Seiten nur so dahingeflogen sind, überwiegen leider die negativen Aspekte.
Ob ich den zweiten Teil lesen werde? Ich bin mir nicht so sicher, zwar war der Cliffhanger hervorragend gewählt und weckt Neugier, aber die negativen Punkte des ersten Teiles überwiegen. Mal schauen, was die Zeit so bringt.

Eure Isa.

Veröffentlicht am 08.03.2019

All In. Zwei Versprechen - Emma Scott

All in - Zwei Versprechen
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Brauch es nach so einem tollen Buch wie „All In – Tausend Augenblicke“ wirklich einen zweiten Teil? Diese Frage stellte ich mir in den wenigen Tagen, die zwischen Teil eins und zwei lagen, häufiger. Ich ...

Brauch es nach so einem tollen Buch wie „All In – Tausend Augenblicke“ wirklich einen zweiten Teil? Diese Frage stellte ich mir in den wenigen Tagen, die zwischen Teil eins und zwei lagen, häufiger. Ich wollte mir weder eine Welt ohne Jonah vorstellen, noch mit ansehen, wie Kacey untergeht. Wie sollte sie je wieder jemand so lieben? Auch der Klappentext konnte mich nicht so recht überzeugen: Kacey und Theo? So einfach wollte Emma Scott das ganze Drama lösen? Aber weil auch ich mich nach einem Happy End sehnte, musste Teil zwei einfach gelesen, das bessere Wort wäre wahrscheinlich verschlungen, werden.
Ich persönlich finde, dass Kacey im Laufe des Buches extrem souverän geworden ist und sie mit der Zeit an ihren Aufgaben gewachsen ist. Sie wirkt nicht wie ein kleines, naives Mädchen – was man leider ansonsten viel zu oft im New Adult Genre findet -, sondern eher wie eine starke erwachsene Frau, die an ihrem Schicksal zu wachsen scheint. So reflektiert sie beispielsweise ihre eigene Aussage (Achtung Spoiler-Gefahr!): „Ich war kein Fan von Gewalt, aber in mir meldete sich ein seltsames instinktives Bedürfnis, und fast wünschte ich mir, dass der Typ Theo zurückgeschubst und Theo mich noch mal verteidigt hätte. Mich beschützt hätte weil ich ihm gehörte, und er mich beschützen musste. O Gott, reiß dich zusammen. Du wirfst die Frauenbewegung grade um fünfzig Jahre zurück.“ (Spoiler Ende!)
Solche Bemerkungen machen sie absolut liebenswert, denn statt in eine klischeehafte Frauenrolle zu schlüpfen, reflektiert sie ihre eigenen Gedanken selbst und nimmt dadurch eine neue Frauenrolle ein. Auch Theo entwickelt sich innerhalb des zweiten Teiles weiter – kam er im ersten Teil eher ungemütlich und distanziert herüber, zeigt er in Teil zwei seine sensible und zu tiefst gebrochene Seite. Seine Aufopferung – bezogen auf Jonah – kommt in Teil 2 deutlich zum Vorschein und zum ersten Mal wird so richtig deutlich, was er alles für seinen Bruder geopfert hat.

Wer nun allerdings denkt, in „All In – Zwei Versprechen“ wäre alles Friede – Freude – Eierkuchen, der irrt. Auch in diesem Teil müssen einige Hindernisse und Schicksalsschläge überwunden werden, die mich emotional wieder einmal berührt haben.

„All In -Tausend Augenblicke“ ließ mich mit einem gebrochenen Herzen zurück und der Folgeroman „All In – Zwei Versprechen“ reparierte mein geschundenes Herz. Die Trauerbewältigung von Kacey und Theo zogen mich komplett in ihren Bann, sodass ihr Schmerz zu meinem wurden. Aber auch ihr Heilungsprozess war ebenso meiner. Eine Achterbahn der Gefühle.

Ich kann euch den zweiten Teil von „All In“ absolut ans Herz legen. Ihr werdet auch hier einige emotionale Szenen finden – bei mir hat es ganze drei Seiten gedauert, bis ich das erste Mal geweint habe. Aber jede Träne und jeder Schmerz ist es wert, denn am Ende werdet ihr mit einer Story belohnt, die das Leben nicht besser hätte schreiben können.

Veröffentlicht am 08.03.2019

All In. Tausend Augenblicke - Emma Scott

All In - Tausend Augenblicke
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„All In-Tausend Augenblicke“ ist ein absolut bewegendes und herzzerreißendes Buch, das Großes verspricht. Wie so oft, bei den Büchern vom LYX-Verlag, ist ein regelrechter Hype um das Buch ausgebrochen, ...

„All In-Tausend Augenblicke“ ist ein absolut bewegendes und herzzerreißendes Buch, das Großes verspricht. Wie so oft, bei den Büchern vom LYX-Verlag, ist ein regelrechter Hype um das Buch ausgebrochen, dem ich persönlich eher immer kritisch gegenübergestellt bin. Aber bereits der Klappentext verspricht ein absolutes Liebesdrama, das einem das Herz brechen könnte. Zeitweise habe ich mich an meine Gefühle zurückerinnert gefühlt, als ich das erste Mal „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes gelesen habe. Daher kann ich vorab sagen, dass ihr, wenn ihr „Ein ganzes halbes Jahr“ mochtet, vermutlich auch „All In“ lieben werdet.
Sowohl der sprachliche Stil als auch die Charaktere ermöglichen einen leichten Einstieg in die Geschichte. Ich mochte Jonah von der ersten Sekunde an, denn Emma Scott ist es gelungen, eine absolut reale Person zu erstellen, mit der man mitfühlen, mitlieben und vor allem mitfiebern kann. Sein Schmerz wurde irgendwann zu meinem Schmerz. Diese Gefühle löste jedoch nicht nur Jonah aus, sondern auch Kacey. Ich wollte von Zeile zu Zeile mehr, dass die Handlung positiv endet, damit sie ihren Platz in der Welt finden und ihn auch behalten kann. Unterstrichen werden diese Emotionen von unfassbar tiefgehenden Passagen, die ein zurückhalten der Tränen nahezu unmöglich machen.

Im Nachhinein bin ich ziemlich froh, dass ich „All In“ zu einem späteren Zeitpunkt gelesen habe, denn zum Höhepunkt des Hypes wäre ich vielleicht mit einer zu großen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen und hätte es mir somit vielleicht selbst versaut. Mir hat das Buch tatsächlich mein Herz gebrochen und einerseits bin ich froh, dass es ein zweiter Teil erschienen ist, aber andererseits möchte ich eigentlich gar nicht, dass es weitergeht. Diese Welt rund um Jonah würde ich gerne in eine Kapsel einsperren und nicht mehr herauslassen.
Für mich persönlich ist „All In – Tausend Augenblicke“ auf jeden Fall ein Herzensbuch, dass ich euch sehr empfehlen kann. Fans von Jojo Moyes werden hier auf ihre Kosten kommen. Aber kleiner Tipp meinerseits: Legt die Tempos schon einmal bereit, man weiß ja nie wann man sie gebrauchen kann.

Veröffentlicht am 08.03.2019

Mörderinnen - Veikko Bartel

Mörderinnen
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„Mörderinnen“ kommt mit vier verschiedenen Fällen daher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Frauen verschiedenen Alters, Ursprungs und Schicht und doch verbindet sie eine Gemeinsamkeit: jede ist ...

„Mörderinnen“ kommt mit vier verschiedenen Fällen daher, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Frauen verschiedenen Alters, Ursprungs und Schicht und doch verbindet sie eine Gemeinsamkeit: jede ist auf ihre ganz eigene Art zur Mörderin geworden. True Crime ist selten etwas für zarte Gemüter und so sind auch Bartels Handlung nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Ich lese wirklich gerne dieses Genre und liebe Sendungen wie „Medical Detectives“ und wie sie alle heißen, aber ein Fall hat auch mich sehr mitgenommen: Die Sadistin. Ich weiß nicht so recht warum, aber irgendwie konnte ich mit der Handlung nicht so recht umgehen.

Achtung Mini-Spoiler!

In diesem Fall geht’s um eine scheinbar nette, zarte Frau, die sich als absolute Sadistin herausstellt. Wir reden hier nicht von etwas Sadomaso alla Shades of Grey, sondern von regelrechter Misshandlung. Ich möchte auf die einzelnen Szenen und Misshandlungen nicht näher eingehen, aber es ist zum Teil wirklich schwer verdaulich und mit einer blühenden Fantasy – die ich, in dem Fall, leider habe – noch schwerer zu ertragen. Ich habe die einzelnen Wörter nicht nur gelesen, sondern mir Wort für Wort vorgestellt.

Spoiler Ende!

Die ersten drei Fälle waren gestern meine Bettlektüre – nicht unbedingt die cleverste Idee -, denn vor allem der dritte Fall – Die Sadistin – hat mich nicht losgelassen. Die Hintergründe von Fall eins und zwei konnte ich ja zum Teil wirklich „nachvollziehen“ und konnte mich sogar zum Teil in die jeweilige Frau hineinfühlen, aber Fall drei lies bzw. lässt mich nicht los. Was geht in einem Menschen vor, so etwas jemandem anzutun? Diese Frage habe ich mir mehr als nur einmal gestellt: beim Zähne putzen, beim Versuch einzuschlafen, nach dem Aufwachen, unter der Dusche, beim Kaffee trinken. Die Liste könnte ich unbegrenzt verlängern, denn mir fällt einfach keine Antwort auf die Frage ein.

Untermalt werden die einzelnen Fälle von Bartels hervorragendem sprachlichen Stil. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl, man würde irgendwelche langweiligen juristischen Akten durchstöbern, sondern eher einen guten Thriller lesen – was die ganze Sache übrigens noch beängstigender macht, denn all das, was er beschreibt ist so – wenn nicht sogar noch schlimmer – geschehen. Ebenso sind die Längen (ca. 60 Seiten pro Fall) der einzelnen Fälle genau richtig gewählt. Man lernt genug über die einzelne Protagonistin kennen, sodass ihre Probleme und Absichten greifbar werden. Ihm gelingt es, das ganze Geschehen so zu verpacken, dass man sich zwischendurch nicht langweilt und am Ende auch keine Informationen fehlen. Meiner Meinung nach hat Bartels den richtigen Weg zwischen Erzählperspektive – die Personen kommen auch selbst zum Wort und seiner eigenen Einschätzung – und sprachlichem Stil gefunden.

Für mich ist „Mörderinnen“ definitiv ein Buch, dass ein true crime Fan – vielleicht auch die Fans von Fitzek – notieren sollte. Ihr werdet auf eure Kosten kommen und ich freue mich jetzt schon auf Bartels neuestes Werk „Mörder“.

Veröffentlicht am 30.11.2018

Ein Tag im Dezember - Josie Silver

Ein Tag im Dezember
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Ich hatte in den letzten Tag mal wieder das Bedürfnis nach einem schönen Liebesroman und meine Entscheidung fiel auf Ein Tag im Dezember. Kaum war das neueste Werk von Josie Silver bei mir eingezogen, ...

Ich hatte in den letzten Tag mal wieder das Bedürfnis nach einem schönen Liebesroman und meine Entscheidung fiel auf Ein Tag im Dezember. Kaum war das neueste Werk von Josie Silver bei mir eingezogen, hatte ich es schon gelesen. Wenn das nicht schon jede Menge darüber verrät, wie mir das Buch gefallen hat. Aber dazu später mehr.


Zur Autorin:

Schaut man sich die Biografie von Josie Silver etwas genauer an, fällt direkt auf, dass ihr eigenes Leben einem Liebesroman entsprungen ist. Denn sie lernte ihren Mann an seinem Geburtstag kennen, als sie ihn beinahe über den Haufen gelaufen hat. Könnte das nicht der Beginn eines großartigen Liebesromans sein?
Ein Tag im Dezember ist Silvers Debütroman und ist im Oktober 2018 erstmals im Heyne Verlag erschienen.
Zum Inhalt:

Ein Augenblick reicht aus, um sich zu verlieben. Doch es braucht ein halbes Leben, um sich zu lieben.

Jack und Laurie begegnen sich an einem kalten Dezembertag. Es fühlt sich an, als wäre es die große Liebe, doch dann verpassen sie den richtigen Zeitpunkt um ein paar Sekunden. Erst ein Jahr später treffen sie sich endlich wieder, aber mittlerweile ist Jack mit Sarah zusammen, Lauries bester Freundin, und ihre Liebe scheint unmöglich. Was bleibt, ist eine Freundschaft, die über Jahre hält, in der sie einander Geheimnisse und Träume anvertrauen. Eine Freundschaft, die ihnen Halt gibt, auch wenn alles andere aus dem Ruder läuft. Aber so richtig vergessen können sie ihre Gefühle füreinander nie …



Meine Meinung:

Ein Tag im Dezember ist ein Liebesroman, der authentisch und realistisch ist. Die Liebesgeschichte von Laurie und Jack ist nicht einfach nur fiktiv, sondern sehr greifbar und zum Teil für mich schon fast zu realistisch. Denn mehr als einmal ertappe ich mich dabei, wie ich einzelne Passagen mit meinem eigenen Leben vergleiche und an meine beste Freundin Fotos schicke mit dem Kommentar: „Das sind einfach wir!“. Dieses Gefühl wird noch einmal durch die wundervoll konstruierten Charaktere unterstrichen, denn alle Protagonisten haben ihre charmanten Seiten, aber eben auch ihre Macken. Ich persönlich habe mich deswegen sehr nah und verbunden mit ihnen gefühlt. Das würde auch erklären, warum ich immer weinen musste, wenn es zum Beispiel Laurie schlecht ging. Für mich muss ein Buch solche Emotionen auslösen können und das ist Josie Silver bei ihrem Debütroman wahrlich gelungen. Betrachtet man den Schreibstil von Silver etwas genauer, wird neben den wundervoll herausgearbeiteten Charakteren, eine sehr angenehm zu lesen Sprache deutlich, die keinesfalls zu einfach ist. Sie bildet eine schöne Mischung aus anspruchsvoller und einfacherer Lektüre.

Jedes Kapitel stellt innerhalb der Handlung einen Zeitsprung dar und anfangs dachte ich, dass diese großen Zeitsprünge nervig und eher kontraproduktiv wären, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Ich habe festgestellt, dass diese Zeitsprünge absolut notwendig und grundlegend für die Handlung sind. Natürlich gibt es zum Teil Stellen, an denen ich gerne mehr Infos bekommen hätte, aber das hätte den Rahmen des Buches – man darf nicht vergessen, dass über zehn Jahre behandelt werden – gesprengt. Besonders gefallen hat mir der Perspektivenwechsel zwischen Laurie und Jack. Ich mag es sehr, wenn ich in die jeweiligen Protagonisten hineinschauen und so alle Emotionen einfangen kann, denn dann übertragen sich die Emotionen schleichend auf den Leser und vermittelt ihm/ihr dieselben Gefühle. Das macht für mich ein Liebesroman besonders gefühlvoll und liebenswert.

Ein Tag im Dezember ist für mich ein absolutes Jahreshighlight, nicht nur weil es mich sehr berührt hat, sondern vor allen Dingen, weil es der Autorin gelungen ist, mich persönlich anzusprechen. Von mir gibts ganz klar 5/5 und eine Leseempfehlung. Lasst euch verzaubern und taucht in die Londoner Welt ein!

Eure Isa.