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Veröffentlicht am 15.11.2020

Wunderbar wichtiger Roman mit Charme, aber auch mit schmerzender Eindringlichkeit

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Inhalt: Izzy O’Neill weiß genau, wer sie ist – eine loyale Freundin, Nachwuchs-Komödiantin und Milchshakes und Reese’s Peanut Butter Cups zählen für sie als Grundnahrungsmittel. Doch seitdem Fotos durch ...

Inhalt: Izzy O’Neill weiß genau, wer sie ist – eine loyale Freundin, Nachwuchs-Komödiantin und Milchshakes und Reese’s Peanut Butter Cups zählen für sie als Grundnahrungsmittel. Doch seitdem Fotos durch das Internet kursieren, die sie nachts auf einer Parkbank bei einer mehr als eindeutigen Handlung mit dem Sohn eines bekannten Lokalpolitikers zeigen, gilt Izzy bei den meisten nur noch als Schlampe.
Und dieses Aufsehen legt sich leider nicht von selbst, wie Izzy ursprünglich vermutet hatte. Im Gegenteil! Plötzlich sieht sie sich nicht nur im Zentrum eines viralen Highschool-Shitstorms, es ufert aus zu einem nationalen Skandal. Statt sich über ihre Gefühle gegenüber ihrem besten Freund Danny klar werden zu können und ihren Plan zu schmieden, wie sie es schnellstmöglich schaffen soll, endlich aus der amerikanischen Kleinstadt zu entkommen, fehlt selbst der schlagfertigen Izzy der gewohnte Sinn für Humor. Sie ist fest entschlossen, zu verhindern, dass andere darüber bestimmen können, wer oder was sie ist. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn alle um sie herum etwas über sie zu reden haben.

Cover: Die Farben des Covers sind catchy und passen irgendwie zum Inhalt - wenn man das so sagen kann. Es sind Farben, die laut und frech sind und aus der Masse rausstechen.

Meine Meinung: Izzy O'Neill ist eine direkt Persönlichkeit. Sie spricht die Dinge offen und ehrlich an, so wie sie sind. Sie ist lustig, auf eine stumpfe, selbstironisch Art und bissig. Aber vor allem ist Izzy O'Neill der Grund, warum wir alle dieses Buch lesen sollten. Denn Laura Stevens trifft mit ihrer Geschichte den Nerv der Zeit und wird zur Stimme einer Generation, die aufschreit und Ungerechtigkeiten nicht hinnimmt.

Anfangs schwebt die Geschichte noch in einer heilen Welt. Izzy führt kein perfektes, aber ein schönes Leben. Sie ist gut gelaunt, kommt ihrem Traumberuf als Drehbuchschreiberin näher und versucht in alles und jedem einen Witz unterzubringen. An manchen Stellen fand ich diese Scherze übertrieben, an anderen bezaubernd. Doch der Schein trügt und Izzy wird mit der harten Realität konfrontiert, wie schnell sich die Leute gegen einen wenden können, wenn man aus ihrem Raster der "Normalität" fällt.

Als Nacktbilder und Fotos beim Sex von ihr und dem Politikersohn Vaughan im Internet auftauchen, wenden sich die Medien, ihre Mitschüler:innen und Lehrer:innen gegen Izzy. Sie wird als Schlampe hingestellt, in der Schule gemieden, offen benachteiligt und aus einem Internet-Shitstorm wird ein nationaler Skandal. Izzys Gefühle werden dabei sehr anschaulich dargestellt. Die ganze Beschreibung ist sehr bildlich. Man fühlt sich in die Szenen hineinversetzt, ganz nah dran.

Hinter ihrem ironische Witz versteckt Izzy immer mehr ihr Leid. Als Leser:in teilt man so viel von diesen Schmerz mit der Protagonistin. Es ist beschämend und widerwärtig. Es wird einem regelrecht schlecht. Es ist so ungerecht, man möchte schreien. Das Leid frisst einen zum Ende der Geschichte immer mehr auf. Es wurde sehr emotional und ich habe wahrlich geschluchzt.

Doch je mehr Izzy hinuntergedrückt wird, desto mehr stellt sie sich dagegen. Gemeinsam wird man immer wütender auf die Menschen, die jemand anderen so behandeln. Laura Steven zeigt mit ihrer Geschichte, wie falsch das Verhalten der anderen Leute ist. Sie thematisiert und vor allem kritisiert Victim Blaming, Slut Shaming, Racheporno, (weiße) Privilegien und die Stellung der Frau und ihrer Sexualität in der Gesellschaft. Izzy O'Neill zeigt Stärke und ist mutig und wandelt sich im Verlauf der Geschichte immer mehr zu der Kämpferin, die diese Geschichte braucht. Die aber auch die schwachen Momente zulässt. Ich freue mich jetzt schon auf ihre weitere Entwicklung im zweiten Teil der Reihe.

Fazit: Ein absolut wichtiger Roman über Victim Blaming, Slut Shaming und die Sexualiät der Frau, der erst mit Witz und Charme um die Ecke kommt und einem dann so dermaßen unter die Haut geht, dass man verzweifelt. Laura Steven wird zur Stimme einer feministischen und starken Generation. Ganz große Leseempfehlung!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Wieder einmal ein Buch mit jede Menge Intrigen und Überraschungen

Wonderful Intrigues
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Inhalt: Ich bin (nicht) Wynter. Willkommen in ClassyGardens, der exklusiven Wohnanlage für die Stars der Hitserie Wonderful Intrigues! Hierhin verschlägt es Elodie für ihren neusten Auftrag. Nach dem Verrat ...

Inhalt: Ich bin (nicht) Wynter. Willkommen in ClassyGardens, der exklusiven Wohnanlage für die Stars der Hitserie Wonderful Intrigues! Hierhin verschlägt es Elodie für ihren neusten Auftrag. Nach dem Verrat ihres Ex-Freundes Stian kann sie die Herausforderung gut gebrauchen: Sie soll für Hauptdarstellerin Wynter eine Fake-Beziehung mit Co-Star und Frauenschwarm Nord eingehen. Denn Elodie kann die Gestalt anderer Menschen annehmen. Blöd nur, dass Nord und Wynter sich in Wahrheit nicht leiden können und Nord nichts von Elodies Existenz wissen soll.
Die Presse und die Fans jedenfalls lieben das Spektakel, und Elodie taucht immer tiefer in ihre neue Rolle und das glamouröse Leben in Classy Gardens ein. Doch dass Stian wild entschlossen ist, um ihre Liebe zu kämpfen, macht die Sache nicht gerade einfacher. Wie lange kann das Versteckspiel gut gehen? Und was, wenn die Rolle, die man spielt, verlockender wird als das eigene Leben?

Cover: Wenn man ganz genau hinguckt, sieht man auf dem Cover zwei verschiedene Mädchen. Also die Protagonistin Elodie, die zwischen zwei Gestalten wechselt. Dieses Flackern nimmt einen tollen Bezug zur Geschichte und zieht meinen Blick sofort auf sich.

Meine Meinung: Mein drittes Buch von Evelyn Uebach. Mein drittes Highlight von Evelyn Uebach. Es gibt so viele Gründe, warum man dieses Buch lesen sollte und es ist für alle ein bisschen was dabei. Es gibt jede Menge Intrigen, Geheimnisse und überraschende Wendungen. Es ist spannend und man kann viel miträtseln. Es gibt eine coole Fähigkeit, ein interessantes Setting und ein wenig Liebe fürs Herz.

Die Geschichte von Elodie spielt in Classy Gardens, einer exklusiven Wohnanlage für die Serienstars von "Wonderful Intrigues". Wie der Name der Serie erahnen lässt, gibt es dort jede Menge Intrigen, aber auch im echten Leben außerhalb des Sets gibt es genug hinterhältige Machenschaften. Als die Stars der Serie Wynter und Nord für PR-Zwecke eine Beziehung eingehen sollen, engagiert Wynter Elodie, die sie imitieren soll.

Die Fähigkeit des Imitierens fand ich äußerst faszinierend und irgendwie unheimlich zugleich. Wer will schon, dass jemand in seiner Gestalt herumläuft? Deshalb fand ich es gut, dass das Imitieren durch Elodies Einstellung dazu kritisch betrachtet wurde. Aber interessant blieb es: Woher kommt die Fähigkeit? Wer kann noch alles imitieren? Und viele weitere Fragen wie diese sind bei mir im Kopf herumgeschwebt.

Das war ein Punkt, an dem man als Leser:in stets munter mitraten und -rätseln konnte (und das hat richtig Spaß gemacht). Außerdem gab es noch mysteriöse Botschaften, von jemandem, der Elodies Geheimnis kannte und ihr drohte. In der Geschichte machen sich alle und niemand verdächtig und bei jeder Szene hat man einen neuen Charakter im Visier. Bis zum Ende bin ich nicht hinter das Geheimnis gelangt. Andere Theorien von mir haben sich aber sogar als richtig erwiesen, doch das Finale konnte mich dennoch in einigen Punkten noch überraschen.

Neben der Spannung, kamen auch die Gefühle nicht zu kurz. Es gibt eine süße Annäherung zwischen Elodie/Wynter und Nord. Aber auch durch die anderen Charaktere kamen Emotionen in die Geschichte. Sei es durch die zickige, berühmte und eingebildete Wynter, durch den verzweifelten Ex-Freund Stian, der nicht aufgibt, Elodies kranke Schwester oder Tiffy, einen Nebencharakter, den ich ganz besonders lieb gewonnen (und trotzdem bis zum Schluss verdächtigt habe).

Die Geschichte habe ich mit einem sehr warmen Gefühl verlassen, auch wenn sie ganz anders geendet ist, als ich es mir am Anfang vorgestellt habe. Außerdem fand ich die Botschaft sehr schön, dass man ohne Maskerade/Verstellen am glücklichsten ist.

Fazit: Wieder einmal ein Buch aus der Feder von Evelyn Uebach, dass mit Intrigen täuscht, mit Wendungen überrascht und mit ein wenig Romantik das Herz erweicht. Lest es, ihr werdet es nicht bereuen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2020

Besser als Teil 1

Die Tränenrebellin
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Inhalt: Auf welcher Seite wirst du stehen, wenn alles, was du bisher kanntest, in sich zusammenbricht?
Nach ihrer ereignisreichen Flucht fassen Nava, Jayden und Nate den Entschluss, in die Einzige Stadt ...

Inhalt: Auf welcher Seite wirst du stehen, wenn alles, was du bisher kanntest, in sich zusammenbricht?
Nach ihrer ereignisreichen Flucht fassen Nava, Jayden und Nate den Entschluss, in die Einzige Stadt zurückzukehren, um die Insel vor dem Untergang zu bewahren. Denn die Tränenmeere drohen, alles unter sich zu begraben, falls das Gleichgewicht der Elemente nicht wiederhergestellt wird. Gemeinsam planen sie eine Rebellion, um die Seelenlosen zu heilen und für eine gerechte Zukunft der Mädchen zu kämpfen. Doch als sie Marenna erreichen, fordert das Schicksal sie erneut heraus.
Nun liegt es an Nava, herauszufinden, ob die Legenden um das Königliche Festland wahr sind und was sie mit der Tränenmagie tatsächlich bewirken kann.

Cover & Gestaltung : Erneut ein fantastisches, bildgewaltiges Cover, das sehr gut zur Geschichte passt und Element daraus aufgreift. Außerdem sind die Kapitelanfänge wieder liebevoll mit Zeichnungen geschmückt, diesmal mit den magischen Geschöpfen, denen die Protagonisten begegnen.

Meine Meinung: Nachdem Jay Lahinch uns im ersten Teil der Tränen-Dilogie zu Taramea, der Tränenkönigin, und ihrer Gabe geführt hat, zeigt sie uns im zweiten Band der Reihe den Wandel von Nava von der unterdrückten und missachteten jungen Frau hin zur Tränenrebellin. Die Fortsetzung hat mir dabei ein wenig besser gefallen als der Vorgänger.

Was für mich vor allem daran lag, dass der Fokus mehr auf dem Abenteuer lag, als auf der (Tränen-)Magie. Die Teile waren verständlich, brachten demnach mehr Lesespaß. Denn meine Kritikpunkte aus dem ersten Teil sind leider geblieben. Zum einen, dass die magischen Fähigkeiten mehr "passieren", als dass sie auf irgendeiner Grundlage aufbauen. Zum anderen gab es für mich nicht genug Tiefgang. Die Reise von Nava, Nate und Jayden fand ich aber interessant und aufregend.

Im Einstieg wird viel zurückgeblickt auf die vorherigen Geschehnisse. Vielleicht etwas plakativ, aber so hat man wieder gut in die Geschichte hineingefunden. Die drei Protagonisten streben eine stille Revolution an, wobei der Blick doch stark an Navas Schicksal hängen bleibt. Gemeinsam mit ihr reisen wir an einen spannenden neuen Ort, lernen neue Geschöpfe, Personen und Magien kennen. Doch auch Nate und Jayden kommen in diesem Teil selbst zu Wort. Leider wechselt die Autorin dabei von der Ich-Perspektive in die dritte Person, was mir nicht so gut gefallen hat.

Das Finale der Dilogie explodiert vor Magie. Für mich wurde es dadurch zum Ende hin leider wieder sehr undurchsichtig. Trotzdem fand ich den Abschluss in seiner Weise schön, vor allem das Ergebnisse. Es zeigt, dass man für die Gerechtigkeit kämpfen sollte und mit genügend Liebe, Mut und Hoffnung auch gemeinsam gewinnen kann.

Fazit: Der Abschluss der Tränen-Dilogie hat mir besser gefallen als der Auftakt. Im zweiten Teil spielte für mich überwiegend das Abenteuer eine große Rolle und nicht die Magie. Dadurch war die Geschichte nicht so undurchsichtig. Alles in allem ein schöner Abschluss und eine gute, fantasievolle Unterhaltung für Zwischendurch.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2020

Sehr klug geschrieben, aber ohne Nähe

Die Farbe von Glück
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Inhalt: Eine falsche Entscheidung, die das Leben dreier Familien für immer verändert: Ein Richter zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein sterbenskrankes Neugeborenes gegen ein gesundes zu tauschen. ...

Inhalt: Eine falsche Entscheidung, die das Leben dreier Familien für immer verändert: Ein Richter zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein sterbenskrankes Neugeborenes gegen ein gesundes zu tauschen. Folgt sie seiner Drohung nicht, entzieht er ihr den Pflegesohn. Die Welt aller Beteiligten gerät aus den Fugen, doch hinter allem wirkt der geheimnisvolle Plan des Lebens …
Können wir im falschen Leben das richtige finden? Wie öffnet man sich einem neuen? Wie lässt man los? Mit großer sprachlicher Kraft und Anmut zeigt die Autorin, dass jeder seine Lebenskarte bereits in sich trägt und alles auf wundersame Weise miteinander verknüpft ist.
In diesem Roman findet jeder seine Farbe von Glück.

Cover: Träumerisch, malerisch. Ich fühle mich zuhause, wenn ich das Cover betrachte und ich denke, genau das war das Ziel der Designer.

Meine Meinung: "Die Farbe von Glück" ist ein unglaublich kluger Roman. Mit weisen Worten erzählt Clara Maria Bagus eine Geschichte über drei Familien, deren Leben durch eine einzelne Fehlentscheidung für immer verändert wird. Nämlich als der Richter Jules seine Macht nutzt, um die Krankenschwester Charlotte zu zwingen, sein schwer krankes Kind gegen ein anderes Neugeborenes zu tauschen.

Clara Maria Bagus zeigt durch diese eine Entscheidung, durch die folgenden Entwicklungen, die Suche nach dem Sinn des Lebens auf. Zeigt, wie einzelne Entscheidungen einen selbst und andere betreffen und den Weg des Lebens verändern. Wie wichtig es ist, dass man Situationen akzeptiert. In sich selbst nachspürt, was man will und, was man braucht im Leben.

Alles ist unglaublich klug ausgearbeitet und beschrieben. Sprachlich auch sehr gewandt. Ich habe mir sehr viel Stellen markiert. Die Geschichte der verschiedenen Charaktere werden von einem allwissenden Erzähler geschildert, der detailliert auf jede einzelnen Entscheidung und jeden einzelnen Gedankengang eingeht. Man taucht tief in die Seele der Protagonist:innen ein. Nur leider haben mich diese Emotionen, so tief, so umfassend sie auch waren, nie vermocht mich zu berühren. Meine Seele zu finden. Es wurde zu distanziert erzählt für meinen Geschmack.

Außerdem gab es leider zwei Stellen, an denen ich mich gestört habe. Die gleichzeitig bedeutend für die Geschichte waren. Zum einen den Tausch der Neugeborenen, die sich schon nach der Geburt so deutlich voneinander unterschieden. Ich habe es als sehr unrealistisch empfunden, dass die Auswechselung nicht direkt entdeckt wurde. Zum anderen gab es zum Schluss als Auflösung eine Entwicklung, die ich nicht spoilern möchte, aber die ich ebenfalls als etwas unglaubwürdig wahrgenommen habe.

Fazit: Clara Maria Bagus erzählt mit klugen Worten und bis ins kleinste Detail über das Streben nach Glück und die Suche nach dem Sinn des Lebens ihrer Charaktere. Die innere Reise geht bis ins Tiefste der Seele. Nur konnte mich die beschriebenen Emotionen nie erreichen. Für mich war nicht genug Nähe zu den Protagonist:innen da.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Tolle Idee und Setting, aber das Fundament fehlt

Die Tränenkönigin
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Inhalt: Manchmal ist der Tod nicht nur das Ende eines geliebten Herzens, sondern besiegelt zugleich dein Schicksal. Das muss Nava schmerzlich erkennen, als ihr Zwillingsbruder nach dem Tod ihrer Eltern ...

Inhalt: Manchmal ist der Tod nicht nur das Ende eines geliebten Herzens, sondern besiegelt zugleich dein Schicksal. Das muss Nava schmerzlich erkennen, als ihr Zwillingsbruder nach dem Tod ihrer Eltern verstummt. Eine Flucht aus Marenna scheint ihr einziger Ausweg und nur der fremde Jayden ist bereit, sie auf dieser Reise ins Ungewisse zu begleiten. Erst ein unglaubliches Angebot der Tränenkönigin gibt ihrem Weg eine Richtung. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Tränen, die nicht nur das Schicksal ihres Bruders, sondern das einer ganzen Welt für immer verändern könnten.

Cover: Ein wirklich traumhafter Cover! Ich bin wirklich in das Farbspiel und die Verläufe verliebt! Auch im Inneren ist das Buch sehr liebevoll und detailreich gestaltet.

Lieblingszitat: "Die Traurigkeit verbirgt die Gefahr der Unendlichkeit in sich. Sie will nichts mehr als dich vom ersten Tag an auf jedem noch so kleinen Schritt zu begleiten. Sie wird sich nie mehr von deiner Seite lösen, wenn du sie nicht abgibst und gehen lässt." (S. 168)

Meine Meinung: "Die Tränenkönigin" von Jay Lahinch hat mich vorm Lesen vor allem mit zwei Punkten begeistern können. Erstens: Das wunderschöne und phantastische Cover. Und zweitens: Das Setting. In Marenna, der Heimat von Nava, Nate und Jayden, gibt es ein Meer, in dem sich alle Tränen sammeln und eine Tränenkönigin, die für diese Meere zuständig ist und dafür, dass die Menschen sich nicht in ihrer Trauer verlieren. Diese Idee, auf die die ganze Geschichte aufbaut, fand ich absolut traumhaft.

Der Prolog hatte mich am Anfang etwas irritiert. Es werden sehr viele Informationen untergebracht - zu viele auf einmal für meinen Geschmack. Danach verlief der Einstieg aber deutlich besser. Die Welt der Protagonistin Nava ist historisch angehaucht. Es gibt Einwohner verschiedener Klassen, ganz oben die Mitglieder der Ehrenhäuser. Als die Eltern der Zwillingsgeschwister Nava und Nate sterben, verlieren die beiden ihr Ehrenhaus der Lilie und werden von Madame Patrice aufgenommen. Madame Patrice möchte die beiden Waisen am liebsten direkt wieder loswerden, doch ihr Sohn hat ein Auge auf Nava geworfen. Da Frauen auf Marenna keinerlei Mitspracherecht bei der Wahl ihres Mannes haben, wird Nava ihm als Zukünftige versprochen. Daraufhin beschließt Nava mit ihrem Bruder zu fliehen, der seit dem Tod ihrer Eltern komplett in seiner Trauer versunken ist und droht in eine Einrichtung für Unzurechenbare eingewiesen zu werden. Gemeinsam mit Jayden zieht sie in das unbekannten und gefährliche Land von Marenna.

Der Moment bis zu dieser Flucht ist sehr spannend gestaltet. Die drei Fliehenden stehen stets für dem Risiko erwischt und aufgehalten zu werden, wodurch man als Leser:in stetig mit bangt. Danach wird die Geschichte immer magischer. Die Protagonisten begegnen magischen Wesen und landen an unvorstellbaren Orten. Bis sie schließlich auf die Tränenkönigin höchst persönlich treffen.

Je magischer die Geschichte aber wurde, desto mehr Fragezeichen tauchten bei mir auf. Zum einen hatte ich das Gefühl, dass manche Hindernisse nur auftauchten, wenn sie gerade passten und dann spielend leicht umgangen wurden, was mir etwas unrealistisch vorkam - selbst für eine Fantasygeschichte. Zum anderen war das Worldbuilding für mein Empfinden nicht ganz ausgereift. Wie bereits erwähnt steckt eine tolle Idee hinter dem Buch, aber ich hatte beim Lesen leider immer mehr das Gefühl, dass das Fundament fehlt.

Die Liebesgeschichte hat mir persönlich auch zu wenig Tiefe besessen. Ich kann das Gefühl nachvollziehen, dass ein solches Abenteuer zusammenschweißt, aber ansonsten lässt sich darüber nur sagen: Süß, aber seicht.

Fazit: Die Idee und das Setting von "Die Tränenkönigin" fand ich von Anfang bis Ende toll. Allerdings hatte ich, je weiter die Geschichte voranschritt, immer mehr das Gefühl, dass der Idee das Fundament und die entsprechende Tiefe fehlt. Dennoch bin ich auf den zweiten Band "Die Tränenrebellin" gespannt - vielleicht reift das Worldbuilding in diesem Teil noch weiter heran.

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